Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2017

 

18. September 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Spazier-Picknick mit Poesie

Tour von Gartenregion und Nabu: Marie Dettmer zitiert im Stadtpark Literarisches

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Im Stadtpark zitiert Marie Dettmer (rechts) Literarisches.
FOTO: SCHÜTZ

 

VON MICHAEL SCHÜTZ

Lehrte. Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz und Lao Tse waren am Sonntag im Lehrter Hohnhorstpark unterwegs – nicht persönlich natürlich. Marie Dettmer hatte Literatur einer Reihe von Autoren für ein poetisches Spazier-Picknick herausgesucht, das Besucher durch den Stadtpark führte.

Initiiert wurde die Tour durch Lehrtes Natur von der Gartenregion Hannover, einem Programm, das die Region Hannover jedes Jahr im Sommer auflegt. „Wir wollten schon seit Längerem mal was im Hohnhorstpark machen“, sagte Astrid Eblenkamp von der Gartenregion. Der Kontakt zu der Literarischen Komponistin, wie sich Marie Dettmer nennt, sei der eine Anstoß gewesen, der andere der Naturschutzbund (Nabu), der im nördlichen Teil des Parks eine Streuobstwiese betreibt. „Diese beiden Dinge wollten wir zusammenbringen.“ Und so war die Obstwiese der Naturschützer das Ziel der anderthalb Kilometer langen Wanderung. Dort wartete Bernd Rose, Vorstandsmitglied des Nabu Burgdorf, Lehrte und Uetze, nicht nur mit Informationen, sondern auch mit Getränken.

Zu der Tour gehörte eine ausgiebige Vorbereitung. Und so sind Eblenkamp und Dettmer den Park im März zum ersten Mal abgegangen. „Ich kannte ihn vorher nicht“, sagte Dettmer. Aber ein Ort rufe bei ihr immer literarische Texte hervor, die zu ihm passten, sagte die Hannoveranerin. „Ich sehe eine Buche und denke an einen Text, und ich sehe ein Sportgerät und denke an einen Text.“ Beides gebe es im Park, und so habe sie die dementsprechende Literatur herausgesucht. „Ringelnatz hat mal etwas über Sport geschrieben“, meinte sie. Deswegen war auch der Meister der kleinen Form in Dettmers Ordner vertreten.

Die Mischung aus Literatur und Natur hatte am Sonntagnachmittag 14 Teilnehmer angelockt. Darunter waren auch Andreas Werner und Gudrun Lemke-Werner aus Sehnde. „Ich bin Biologe“, erläuterte Werner sein Interesse am Park. „Und Literatur tun wir uns auch gern an.“ Er sei aber auch an Fakten interessiert. „Ich gehe jeden Morgen im Lehrter Bad schwimmen, war aber noch nicht im Park.“ Und so erhoffte er sich Informationen über Lehrtes grüne Lunge.

Die fielen am Wasserturm, dem Start der Tour, eher historisch aus, als Dettmer verriet, dass der Wasserturm bis 2003 in Betrieb war und mit seinen 44,57 Metern Höhe Lehrtes Wahrzeichen ist.

 

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Anderthalb Stunden wandeln die 14 Teilnehmer durch Lehrtes grüne Lunge.
FOTO: SCHÜTZ

 

10. August 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wo die Wasserfledermäuse jagen

 

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FOTO: PRIVAT

 

Zu abendlichen Fledermausexkursionen lädt der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze für Freitag, 11. und 18. August, ein. An den Spreewaldseen in Uetze sowie am teich im Burgdorfer Stadtpark sollen Wasserfledermäuse bei der Jagd beobachtet werden.

„Im Schein der Taschenlampe beobachten wir die jagenden Wasserfledermäuse“, kündigt Nabu-Pressewartin Margret Schäfer an. Damit es mit dem Hören auch funktioniert, bringt Bernd rose, Exkursionsleiter und Fledermausbetreuer in der region Hannover-ost, einen Batdetector mit. Dieser kann die Ultraschalllaute, die die Fledermäuse zur ortung der Beute und zur Kommunikation mit den Artgenossen ausstoßen, für das menschliche ohr hörbar machen. in der Dämmerung gehen laut Schäfer in der regel die Breitflügel- und die Zwergfledermäuse auf Futtersuche. Sobald es völlig dunkel ist, beginnt die Jagd der Wasserfledermäuse. „Mithilfe eines Scheinwerfers können sie bei ihren pfeilschnellen Flügen nahe der Wasseroberfläche beobachtet werden“, erklärt Schäfer. Exkursionsteilnehmer können leistungsstarke taschenlampen mitbringen. treffpunkt ist am 11. August, 20 Uhr, am Parkplatz Spreewaldseen in Uetze und am 18. August zur gleichen Zeit am Finanzamtparkplatz in Burgdorf. Die Exkursion ist kostenlos und dauert etwa zweieinhalb Stunden. dt

 

01. August 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder bauen Nisthilfen für Bienen

Teilnehmer des Julius-Clubs lassen sich von Nabu-Experten viel über das Leben der Insekten erzählen

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Dicke Rolle aus Bambusrohren: So sieht die fertige Nisthilfe aus.
FOTO: DOLL

 

Von Stephanie Doll

Burgdorf. Rund 500 unterschiedliche Bienenarten leben in Deutschland – mit dieser Zahl konnte Hans- Jürgen Sessner jetzt die Kinder vom Julius-Club der Stadtbücherei beeindrucken. Der Naturschützer erzählte den Jungen und Mädchen auch viel über das Leben und Wirken der Insekten.

„Honigbienen sind Haustiere. Sie gehören einem Imker, der sich um sie kümmert“, erklärte Sessner, der sich im Naturschutzbund (Nabu) engagiert, den Kindern zum Auftakt. „Aber wir beschäftigen uns heute mehr mit den Wildbienen. Dieser Begriff umfasst alle anderen Bienenarten“, führte er weiter aus. Sessner lenkte die Aufmerksamkeit seiner kleinen Zuhörer vor allem auf die Nistgewohnheiten, die sich sehr unterscheiden. So lebt die Honigbiene in ihrem Bienenstock mit knapp 50 000 Artgenossen, während Mauerbienen sich allein ihre Nester in Hohlräumen in Schilf oder Bambus bauen. Deshalb wird diese Biene auch Solitärbiene genannt.

„Bienen sind gefährdet. Es mangelt ihnen an Nistplätzen und Nahrung“, sagte Sessner. Und genau deshalb bastelten die Julius-Club- Kinder auch eine Nisthilfe. Dafür legten sie viele Bambusrohre nebeneinander, sodass die Schnittstellen einer Wabe gleichen. Diese dicke Rolle erhielt zum Abschluss noch eine wasserdichte Hülle und eignet sich somit perfekt für die Mauerbienen.

Sessner ist seit 18 Jahren ehrenamtlich beim Naturschutzbund aktiv und dort ein Experte für Bienen. Seit sieben Jahren ist er für die Betreuung der Kindergruppen des Nabu zuständig. Besonders gern fotografiert er die Insekten: Mittlerweile hat er eine riesige Sammlung an Makroaufnahmen von Bienen.

 

15. Juli 2017 - Marktspiegel Burgdorf

Achtsamer Umgang mit Bienen

NABU-Spaziergang zu den erwünschten Nützlingen

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Rund 60 Interessierte begleiteten Hans-Jürgen Sessner vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze (Mi; r.) zu Wildbienen und anderen nützlichen Insekten.
Foto: Georg Bosse

 

HÜLPTINGSEN/ALTKREIS (gb). Es ist unglaublich, aber wahr: diese kleinen, unscheinbaren Insekten spielen eine zentrale Rolle im Erhalt unserer Kulturund Landwirtschaft sowie des gesamten Ökosystems.

Bienen und andere Blütenbestäuber tragen wesentlich zum Erhalt der Artenvielfalt bei, denn sie sorgen für die Verbreitung hunderttausender Pflanzen, auf die wiederum unzählige Tierarten als Nahrungsgrundlage angewiesen sind. Wildbiene ist die Bezeichnung für sämtliche Bienenarten mit Ausnahme der Honigbienen. Je nach Jahr und Artkonzept gibt es in Deutschland (noch) gut 550 Wildbienenarten, von denen rund 230 auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen.

Diese „Basics“ erfuhren die annähernd 60 Interessierten von Hans-Jürgen Sessner vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, bevor sie mit ihm am vergangenen Sonntagvormittag zu einem Spaziergang zu den Lebensräumen der nützlichen Bestäuber im Burgdorfer Gewerbegebiet Hülptingsen aufbrachen.

„Das Wetter ist nicht so optimal, aber wenn die Sonne herauskommt, erhöhen sich die Chancen Wildbienen zu beobachten“, sagte Sessner und lenkte die Schritte zu den blühenden Wegrändern sowie zu den Flächen zwischen Gewerbebetrieben und Wohnbebauung. Dabei begegnete die Gruppe den „frühen“ Hummeln und Schwebfliegen, die sich an den Blütenköpfchen der Gemeinen Wegwarte, der „Blume des Jahres 2009“, zu schaffen machten. Die harmlosen Schwebfliegen, auch Steh- oder Schwirrfliegen genannt, können hummel-, wespen- oder bienenähnliche Form und Zeichnungen aufweisen (Mimikry) und sind deshalb leicht mit ihren „Vorbildern“ zu verwechseln.

Die in Deutschland vorkommenden 36 Hummelarten sowie Wildbienen und Hornissen sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Fazit: (Wild-) Bienen und andere Blütenbestäuber sind erwünschte Nützlinge.

 

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Eine Hummel legte einen kurzen Stop auf der Gemeinen Wegwarte ein.
Foto: Georg Bosse

 

26. Juni 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zu Besuch bei Schleiereule und Weißstorch

Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander erklärt bei einem Spaziergang, warum der Nabu Nistkästen aufhängt und wie schwer ein Horst werden kann

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Kleines Kerlchen im Wachstum: Erhard Zander zeigt, wie weit die Schleiereule sich schon entwickelt hat.
Fotos: Petersen (2)

 

Von Tomma Petersen

Uetze/Burgdorf. Wie leben eigentlich kleine Schleiereulen in ihren ersten Wochen? Und kann man Storchmännchen von -weibchen unterscheiden? Bei einem ornithologischen Spaziergang hat der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander gezeigt, wie es in der Kinderstube dieser Tiere aussieht.

„Dort oben nisten Störche“, sagte Zander und zeigte auf den Kamin an der Bäckerei Laube. Tatsächlich stand dort ein Storch im Regen und blickte auf die rund 40 Neugierigen herab. „Bis zu zwei Tonnen schwer können solche Storchenhorste werden“, erklärte Zander. Denn Störche seien zwar nicht ihren Partnern treu, dafür aber ihren Nestern. Nach zehn Jahren sei der Horst dann etwa eine Tonne schwer, und man müsse schon mal den unteren Teil mit einer Kettensäge entfernen, damit der Kamin nicht einstürze.

Seit sechs Jahren brütet der männliche Storch immer auf dem Kamin in Hänigsen. Bei der Führung mit dem Naturschutzbeauftragten konnten Jung und Alt alle ihre Fragen zu den schlanken schwarz-weißen Vögeln loswerden. „Unterscheiden kann man Männchen und Weibchen nicht – außer bei der Paarung“, sagte Zander. Drei junge Weißstörche seien oben in dem Nest. Auch als es regnete, schaute ein Küken einmal kurz auf die Besucher herunter.

5000. Eulenküken geschlüpft

Besonders gespannt waren diese allerdings auf die Kinderstube der Schleiereulen. Seit fast 40 Jahren hat Zander den Eulenbestand in Lehrte, Uetze und Burgdorf im Blick und weiß, wo gerade zwei kleine Schleiereulen leben. „Weil immer mehr Bauern ihr Korn nicht auf dem Dachboden lagern, gibt es für Schleiereulen immer weniger Lebensraum“, erklärte Zander, als er auf dem Dachboden des Hofes der Familie Pahlmann stand. Der Nabu würde deshalb Nistkästen verteilen und einbauen.

Zwei Schleiereulenjunge leben momentan auf diesem Hof. Als Zander sie den neugierigen Besuchern zeigte, schauten sie ein bisschen beleidigt drein. 28 Tage ist das größere Tier alt, 22 sein Geschwisterchen. Das jüngste ist eine Jubiläumseule. „Es ist die 5000. Jungeule, die in Nisthilfen des Nabu geschlüpft ist“, sagte Zander nicht ohne Stolz. Ein großer Eingriff in die Natur seien die Nistkästen nicht. „Wir hängen nur die Nistkästen auf, alles weitere lassen wir die Schleiereulen allein tun“, ergänzte Dieter Kleinschmidt, Naturschutzbeauftragter in Burgdorf. Der Schleiereulenbestand in der Region erhole sich gerade. „Es gab 2010 einen harten Winter, nur 26 Eulen überlebten ihn. Mittlerweile leben hier wieder etwa 100“, erklärt Zander zufrieden.

 

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Seit sechs Jahren brütet ein Weißstorchmännchen immer wieder auf dem Kamin der Bäckerei Laube.

 

13. Juni 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ausflug zur Kinderstube der Eulen

 

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Eine Exkursion zu den Kinderstuben von Schleiereulen und Weißstörchen unternimmt der Naturschutzbund Burgdorf, lehrte und Uetze am Sonntag, 25. Juni. Der Ausflug führt Mitglieder und Gäste zu den Brutplätzen in Hänigsen. Zunächst zeigt der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander den Teilnehmern das Storchennest auf der Bäckerei laube und erläutert ihnen die Brut und Aufzucht der Vögel. Anschließend schaut sich die Gruppe dann unter Zanders fachkundiger Führung die Nistkästen der Schleiereulen in Hänigsen an. „Dort wächst gerade das 5000. Schleiereulenjunge auf, das in Nisthilfen des Naturschutzbundes geschlüpft ist“, sagt Nabu-Sprecherin Margret Schäfer. Bei diesem ornithologischen Spaziergang, der ungefähr 90 Minuten dauert und der auch für Familien mit Kindern sehr gut geeignet ist, erfahren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die lebensweise dieser interessanten Vogelarten. Die Teilnehmer treffen sich um 10.15 Uhr auf dem Schützenplatz in Burgdorf und um 10.30 Uhr an der Kirche in Hänigsen. Wer vorab schon Fragen hat: Die beantwortet der Naturschutzbeauftragte Zander unter der Telefonnummer (0 51 47) 17 35. bis

 

10. Juni 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Augen auf in der Natur

 

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Eine Kugelassel landet neben der Ameise in der Becherlupe, der Schmetterling findet gleich neben der Wespe einen Platz auf der Blüte, und die Amsel sucht neben zwei Ringeltauben auf dem Gras nach einem Regenwurm: Ganz unterschiedliche Tiere standen gestern Mittag im Blick von 30 Jungen und Mädchen aus der Gudrun-Pausewang-Grundschule, die unter der Regie von Ernst Schmidt eine gut dreistündige Tour durch den Stadtpark absolvierten. „Alles was kriecht und fliegt“ – so hatte der Naturschützer seinen Rundgang überschrieben, auf den er dann die Schüler des Leseclubs mitnahm.

Sie und ihre Begleiter erfuhren, dass der Mauersegler wegen zu kurzer Beine nicht laufen kann und dass sich eine Kugelassel bei Gefahr zusammenrollt und sich erst wieder bei Entspannung in ganzer Pracht zeigt. „Was man nicht kennt, schützt man nicht“, nannte Schmidt ein Leitmotto des Naturschutzbundes. Laura und Lilly, Alina und Giuliano erkundeten also intensiv die kleinen Tiere mit Lupe und Auge, um sie künftig schützen zu können. Wer Schmidt genau zuhörte, punktete beim Abschlussspiel „Ja oder nein“. Dabei stellte er den Kindern etliche Fragen, darunter ob es einen blauen Frosch in Deutschland gibt. Gibt es: Der Moorfroschmann färbt sich für eine Woche blau – um bei Weibchen ordentlich aufzufallen. bis

 

09. Juni 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kleinschmidt bleibt beim Naturschutz

 

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Axel Priebs (links) erteilt Dieter Kleinschmidt eine weitere Amtszeit.
Foto: Stahl

 

Burgdorf. Seit fünf Jahren engagiert sich Dieter Kleinschmidt als Naturschutzbeauftragter in Burgdorf – nun hat ihn Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, für weitere fünf Jahre ernannt. Dazu übergab er im Haus der Region die offizielle Bestellungsurkunde.

In seiner Laudatio würdigte Priebs, dass sich der 73-jährige Burgdorfer – seit Jahren im Naturschutzbund aktiv – vor allem über Amphibien, Schleiereulen und Wespen besondere Kenntnisse angeeignet hat. Er lobte zudem Kleinschmidts Engagement in der Umweltbildung, etwa bei der Ferienpass-Aktion. Seine Wiederberufung hatte auch die Stadt Burgdorf befürwortet.

Insgesamt engagieren sich in der Region Hannover 29 ehrenamtliche Naturschutzbeauftrage. Sie sollen den Kontakt zwischen Bürgern und Umweltverwaltung sicherstellen und das Verständnis für die Aufgaben der Umweltbehörde fördern. Deshalb übernehmen sie die Aufklärungsarbeit vor Ort, Kartierungsarbeiten und Gewässerschauen, und sie stimmen Projekte der Gemeinden wie Biotopanlagen und Heckenpflanzungen mit der Naturschutzbehörde ab. Zudem gibt es eine Vielzahl praktischer Tätigkeiten wie das Beringen von Vögeln, das Versetzen von Wespennestern, den Auf- und Abbau von Krötenschutzzäunen oder die Entfernung von Staustufen in Bächen. Um das Verständnis für den Naturschutz zu fördern, arbeiten sie mit Schulklassen und bieten Führungen und Vorträge an. bis

 

07. Juni 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Unterwegs mit dem Nabu

Naturfreunde kümmern sich um die Bäume der Streuobstwiese und fahren zu Heilpflanzen in der Mergelgrube bei Höver

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Gerade der scheinbar karge Mergelboden ist aus botanischer Sicht besonders ergiebig.
Foto: Roland

 

Von Antje Bismark

Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze.Gleich zwei Termine stehen an den nächsten beiden Wochenenden im Terminkalender des Naturschutzbundes (Nabu) für Burgdorf, Lehrte und Uetze: An diesem Sonnabend, 10. Juni, treffen sich die Mitglieder zum Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese in Lehrte. „Dort sollen, wie schon einmal im Herbst vergangenen Jahres, alle 170 Bäume mit Kompost versorgt werden“, sagt Pressewartin Margret Schäfer.

Die Teilnehmer treffen sich entweder um 9 Uhr auf dem Schützenplatz in Burgdorf oder um 9.30 Uhr am Parkplatz der Streuobstwiese, dem Hohnhorstweg in Lehrte. Den Einsatz leitet Ernst Schmidt, der unter Telefon (0 51 36) 79 18 erreichbar ist. Er bittet alle Helfer, eine Schaufel sowie, wenn möglich, eine Schubkarre mitzubringen. Nach dem Einsatz grillen die Freiwilligen gemeinsam, um den Tag ausklingen zu lassen.

Exkursion zur Mergelgrube

Die besondere Flora in der Mergelgrube Höver zeigt am Sonntag, 18. Juni, die Diplom-Biologin Heidrun Roland. „Sie hat bereits in der Vergangenheit etliche Exkursionen rund um Burgdorf organisiert und dabei Heilpflanzen erklärt“, sagt Schäfer und fügt hinzu, die Referentin beschäftige sich seit Jahren intensiv mit Heilpflanzen. Nun stehe mit der Fahrt nach Höver eine Premiere an. „Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Schäfer mit Blick auf den speziellen Mergelboden, der aus botanischer Sicht sehr ergiebig ist: „Dort wachsen andere Pflanzen als auf den Sandböden bei Burgdorf und Lehrte“, sagt die Nabu-Sprecherin. Ihren Angaben zufolge bietet die Tour neben dem Aspekt der Heilpflanzen auch ganz unterschiedliche Biotope wie Feld, Auenwald, Blumenwiesen mit viel Gebüsch, Brachland und Tümpel. Der Weg ist teilweise zugewachsen und die Halde, die die Teilnehmer erklimmen müssen, ist steil. Festes Schuhwerk, lange Hosen, Sonnenschutz, ein kleiner Proviant und etwas Trinkbares für eine kurze Rast sind daher empfehlenswert.

Die Mergelgrube Höver liefert seit 150 Jahren den Grundstoff für die größte Zementproduktion Niedersachsens. Seine besondere Zusammensetzung macht den Mergel der Misburger Formation zu dem perfekten Ausgangsmaterial für den sogenannten Portlandzement.

Die Exkursion dauert etwa zweieinhalb Stunden. Die Teilnehmer treffen sich entweder um 9.15 Uhr auf dem Schützenplatz in Burgdorf oder um 9.45 Uhr auf dem Parkplatz Zementwerk Holcim in Höver. Jeder müsse seine Anreise selbst organisieren, sagt Schäfer. Wer kein eigenes Auto nutzen könne, habe die Chance auf eine Mitfahrgelegenheit. Die Einladung richtet der Nabu an alle Interessierten, nicht nur an Mitglieder. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme kostenfrei.

 

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Die prachtvolle Hauhechel lässt sich bei der Exkursion bewundern.
Foto: Roland

 

21. April 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wer zwitschert denn da?

Ernst Schmidt erklärt Vogelwelt im Stadtpark

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Eine Nachtigall – vielleicht ist der scheue Singvogel auch beim Rundgang im Stadtpark zu hören.

 

Burgdorf. Zu einer Vogelwanderung durch den Stadtpark lädt der örtliche Naturschutzbund (Nabu) für Sonntagvormittag, 30. April, ein. Ernst Schmidt will den Teilnehmern beim Rundgang die reiche Vogelwelt des mehrere Hektar großen Areals zwischen Aue und Gümmekanal vorstellen. So werden die Vögel bei der Nahrungssuche und der Brutpflege zu beobachten sein. Und wenn sie sich nicht sehen lassen sollten, so werden doch ihre Stimmen zu hören sein.

Im Stadtpark sind außer Meisen, Amseln, Drosseln, Finken und Spatzen auch Nachtigall, Specht und Eisvogel zu Hause. Dass sich die Artenvielfalt in den vergangenen Jahren vergrößert hat, ist nicht zuletzt auch dem Einsatz des Nabu zu verdanken. Der hat nicht nur viele Nisthilfen im und am Park angebracht, sondern dort auch den Lebensraum für die Vogelwelt verbessert.

Der Rundgang dauere etwa zwei Stunden und sei hervorragend für Familien mit Kindern geeignet, sagt Margret Schäfer vom Nabu. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Schützenplatz in Auenähe. Die Teilnahme ist kostenlos. dt

 

13. April 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Gesucht: Tierische Mitbewohner

Naturschützer schaffen Raum für Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse

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Ernst Schmidt (vorn) und Dieter Kleinschmidt bauen die Unterkunft für Fledermäuse am Trafoturm an.
FOTOS: BISMARK

 

Von Antje Bismark

Schillerslage. Tierischen Zuwachs darf Schillerslage in den nächsten Tagen und Wochen erwarten: Am Trafoturm an der Sprengerstraße – einst von Hastra und den Stadtwerken Burgdorf genutzt – haben Dieter Kleinschmidt, Ernst Schmidt und Dieter Triebler jetzt drei Nistkästen für Mauersegler, vier für Mehlschwalben und eine Holzwand für Fledermäuse angebracht. Dafür befestigten die Naturschützer zunächst mehrere Holzlatten an dem acht Meter hohen Gebäude, auf die sie dann Bretter schraubten. „Die Fledermäuse können unter die Bretterwand fliegen“, erklärte Triebler das Prinzip. Im besten Fall, ergänzt Schmidt, nutzten die nachtaktiven Tiere die Wand als Wochenstube, sonst als Tagesunterschlupf. „Wir sind gespannt, wann wir die ersten Fledermäuse hier sehen“, sagt er.

Die Bauarbeiten für die neuen Nachbarn kommen indes nicht bei allen Schillerslagern gut an: So beschwerten sich die bereits in die Nistkästen eingezogenen Stare lautstark bei den Naturschützern. Die bauten erst mal eine Informationstafel über das Projekt an. Außer den Staren haben nach Aussage Schmidts mit dem Kleinen Fuchs auch Schmetterlinge und Hornissen ein Quartier in dem markanten Gebäude übernommen. Noch warten die Naturschützer auf Schleiereulen und Turmfalken – sie finden Platz unterm Dach.

 

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Hier sollen Mauersegler und Mehlschwalben ein Zuhause finden.

 

07. April 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

„Keine Angst vor Hornissen“

Blick in die Heimatstube: Naturschutzbeauftragter stellt riesiges Nest aus

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Dieses Hornissennest wird im Privatmuseum Meyer in einer Vitrine ausgestellt.
FOTO: SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen. Viele Menschen fürchten sich vor Hornissen. Nach Ansicht des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander ist diese Furcht unbegründet. Um für den Schutz der größten hiesigen
Wespenart zu werben, hat er dem Hänigser Privatmuseum ein riesiges Hornissennest als Exponat zur Verfügung gestellt.

Zander hofft, auf diese Weise eine große Zielgruppe ansprechen zu können. „Da sind immer viele Besucher“, sagt der Hänigser.

Das ausgestellte Hornissennest ist etwa 60 Zentimeter groß und hat einen Durchmesser von fast 50 Zentimetern. „Das ist das größte Hornissennest, das ich bisher gefunden habe“, berichtet Zander. Er habe es in einem Geräteschuppen an der früheren Kiesgrube am Schwüblingser Kreisel entdeckt.

An der Vitrine, in der das Nest im Museum gezeigt wird, klebt der Aufkleber: „Hornissen – Teil der Natur – Nicht gefährlich!“ „Hornissen sind friedfertiger als ihr Ruf“, stellt Zander klar. Sie täten keinem Menschen etwas, wenn man sie in Ruhe lasse. Sie stächen den Menschen nur im Umkreis von drei Metern um ihr Nest – und auch nur dann, wenn jemand für längere Zeit die Einflugbahn störe. „Oder wenn man am Nest herumstochert“, fügt Zander hinzu.

Wenn der Naturschutzbeauftragte Vorträge über Hornissen hält, pflegt er zu sagen: „Wer mein Haus zerstören will, bekommt auch mit mir Ärger.“

Hornissen bauen jedes Jahr ein neues Nest. Es überwintern nur die weiblichen Tiere – zumeist in Spalten oder selbst ausgenagten Hohlräumen in totem Holz. Nur begatteten Weibchen, den Königinnen, gelingt es, im Frühjahr ein Nest zu gründen.

„Hornissen und andere Wespen sind ein unverzichtbarer Teil des Gefüges unserer Umwelt“, betont Zander. Sie regulierten die Populationen anderer Insekten, wenn diese überhand nähmen. Sie fingen Fliegen und Schädlinge wie Eichenwicklerlarven.

„Das Eiweiß der gefangenen Insekten wird zum Großteil für die Aufzucht der eigenen Larven benötigt“, sagt der Naturschutzbeauftragte.

 

28. Februar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Design-Unterkünfte für Singvögel

Naturschutzbund und Prinzhornschule gestalten neue Nistkästen

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Timo (von links), Leon, Lucas, Ferya und Lea zeigen stolz ihre selbst gestalteten Nistkästen, die Antonino anschraubt.
FOTO: BISMARK

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Der Wohnungsmarkt in der Kernstadt entspannt sich – zumindest für kleine Vögel. Daran haben in den vergangenen Monaten mehrere Jungen und Mädchen der Prinzhornschule mitgewirkt, die während des Unterrichts neue Nistkästen zusammengebaut und farbenfroh gestaltet haben. Nun brachten sie unter der Anleitung von Ernst Schmidt vom Naturschutzbund die hölzernen Wohnungen rund um den Spittaplatz und vor dem Schloss an. „Wir haben die Genehmigung von der Stadt und der Region erhalten“, sagt Schmidt, während Antonino von der Leiter aus die erste Behausung anbaut. Diese steht künftig kleinen Singvögeln wie Meisen, Spatzen, Kleibern oder Trauerschneppern zur Verfügung, damit sie dort ihre Brut aufziehen können.

„Mit der Prinzhornschule arbeite ich schon seit Jahren zusammen“, sagt Schmidt und lobt die Schüler, die unter Anleitung ihrer Lehrerin Birgit Lange die Kästen mit der Decopatch-Technik verzierten. Dabei zerreißen die Schüler zunächst ein spezielles Papier in kleine Stücke, das sie dann wie beim Tapezieren mit einem besonderen Kleber aufbringen. „Das Reißen hat am meisten Spaß gemacht“, sagt Antonino.

Gleichwohl hat Schmidt wie in den Vorjahren bereits zum Jahreswechsel mit den Vorarbeiten für das Wohnprojekt begonnen: Für 400 Euro kaufte der Naturschützer das Holz, das er anschließend mit einer eigens gefertigten Schablone aussägte und so die Elemente der Nistkästen erhielt. „Insgesamt 120 Bausätze sind entstanden“, sagt Schmidt. Diese wurden anschließend von den Siebtklässlern der Schule geschliffen. Sie bohrten zudem die Löcher, durch die die Vögel künftig fliegen können. „Die schuleigene Werkstatt ist dafür richtig gut ausgerüstet“, sagt Schmidt und ist froh über die jahrelange Kooperation. Diese würde er gern auch mit anderen Schulen anschieben, doch dort fehle es an Interesse oder Zeit. Dabei ließen sich beim Bau der Kästen viele Fertigkeiten verbinden: Das Handwerkliche beim Bearbeiten der hölzernen Kästen, das Künstlerische beim Gestalten und das Naturwissenschaftliche bei der Frage, welcher Vogel wo brütet.

 

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Vom Holz zum Nistkasten: Die Prinzhornschüler wissen, wie das funktioniert.
FOTOS: PRIVAT

25. Februar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Vorsicht vor Kröten auf der Straße

Naturschützer bauen Zäune auf, damit die Tiere nicht von den Autos überrollt werden

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Erhard Zander (von links), Laurens Meyer und Bodo Regener stellen am Schafstallweg einen Krötenzaun auf.

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Der Winter ist zwar noch nicht ganz vorbei. Trotzdem haben bereits jetzt Mitglieder des Naturschutzbundes sowie Wanderer und Turner des TSV Friesen Hänigsen in Uetze am Schaftstallweg und an der Spreewaldallee Krötenzäune aufgestellt, damit dort Amphibien nicht von Autos überrollt werden.

„Wenn die Temperatur in der Nacht nicht mehr unter vier Grad Plus sinkt, wandern Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche aus ihrem Winterquartier zu ihren Laichgewässern“, sagt der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander.

Die Amphibien überwintern in den Erlenwäldern auf der Ostseite der Spreewaldallee und auf der Westseite des Schafstallwegs. Wenn der Frühling naht, machen sie sich auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern, die jeweils auf den anderen Straßenseiten liegen.

Zäune sollen Kröten aufhalten

Die Krötenzäune sollen die Tiere auf ihrer Wanderung dorthin aufhalten. An den aufgestellten Hindernissen suchen die Kröten, Frösche und Molche nach einem Durchlass und fallen dabei in Eimer, die die Naturschützer an den Zäunen im Boden eingelassen haben. Am Morgen und am Abend sammeln Helfer die Amphibien ein und bringen sie zu flachen Teichen, die der Naturschutzbund in den vergangenen Jahren in Nähe der Winterquartiere ausbaggern ließ.

So sollen die Tiere an die neu angelegten Laichgewässer gewöhnt werden, damit sie künftig nicht mehr über den Schaftstallweg und die Spreewaldallee wandern. Das Aufstellen der Zäune soll in einigen Jahren überflüssig werden. Diese Rechnung scheint aufzugehen. Laut Zander ist sowohl am Schaftstallweg als auch an der Spreewaldallee die Zahl der eingesammelten Amphibien stetig zurückgegangen, seitdem es die neuen Teiche gibt.

 

21. Januar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Motorsägen knattern für Frösche und Kröten

Der Naturschutzbund hat in Wackerwinkel einen Lebensraum für Amphibien geschaffen

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Mit Kettensägen rücken die Naturschützer den Weiden im Amphibienbiotop in Wackerwinkel zu Leibe.
Fotos: Köhler (3), Archiv (5)

 

Von Sandra Köhler

Wackerwinkel. Amphibien mögen es sonnig. Dafür, dass Frosch, Lurch und Kröte sich in der Kiesgrube Wackerwinkel so richtig wohlfühlen, haben neun Mitglieder des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze jetzt gesorgt. Bei einem Arbeitseinsatz lichteten sie den Baumbestand auf einer Insel mitten in der Wasserlandschaft.

Mehr als 30 Biotope unterhält der Naturschutzbund (Nabu): Zehn bis zwölf davon müssen – anders als etwa Streuobstwiesen – regelmäßig intensiv gepflegt werden. Eines davon ist das rund drei Hektar große Gelände der ehemaligen Kieskuhle bei Wackerwinkel. „Die Amphibien brauchen Sonne und Wärme, damit sich die im Wasser abgelegten Eier richtig entwickeln können“, erklärt Dieter Kleinschmidt, Nabu-Mitglied und Naturschutzbeauftragter der Region. „Deshalb müssen wir die Insel freilegen.“

Freilegen, das heißt: Die Birken und Weiden, die auf der Insel wachsen, müssen gefällt werden – zum Wohl der Amphibien. Grasfrösche, Wasserfrösche und Laubfrösche gibt es in dem Teich. „Es sollen auch Molche drin sein, aber die haben wir noch nicht gesehen“, sagt Kleinschmidt. Im Nachbarteich sind Kreuz- und Knoblauchkröten zu Hause.

Die Zeit für das Auslichten dränge, sagt Einsatzleiter Ernst Schmidt: „Das Wasser im Teich hat seinen Tiefstand erreicht, so kommen wir halbwegs trockenen Fußes auf die Insel.“ Außerdem sei das Schneiden und Entfernen von Gehölzen ohnehin nur von November bis Februar machbar. „Mitte März beginnt schon wieder die Brut- und Setzzeit.“

Mit Holzplanken als Behelfssteg machen sich die Männer auf den Weg zu ihrem Einsatzort. Entgegen der ursprünglichen Planung muss die Schubkarre stehen bleiben – die Steigung ist zu steil: „Da kommen wir nie mehr hoch.“ Also wird das Werkzeug per Hand transportiert – nachdem die den Weg versperrenden Brombeerranken zurückgeschnitten sind.

Dann knattern sie mächtig los, die Motorsägen. „Meist haben wir es mit dünneren Stämmen zu tun, aber die hier sind schon ordentlich“, sagt Schmidt. Die Stämme werden in passende Stücke gesägt – manch einer der Männer kann sie für seinen Kamin brauchen. Die dünnen Zweige aus der Krone verschwinden im Unterholz am Rande des Teichs.

Das vereinseigene Gelände bei Wackerwinkel hat der Naturschutzbund im vergangenen Jahr deutlich vergrößert, indem er eine Fläche hinzukaufte. „Eine Wiese ist noch gepachtet, der Rest gehört uns“, sagt Schmidt. Ursprünglich habe das Gelände einem Jäger gehört. „Als der verstarb, konnte der Sohn nichts damit anfangen und bot es uns an.“ Nicht nur Amphibien tummeln sich auf dem weitläufigen Gelände. Auch einen Fledermausbunker haben die Nabu-Mitglieder dort angelegt. Und dazu die Reste eines ehemaligen Hochsitzes recycelt. Von

 

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Das Nabu-Biotop mit dem neuen Fledermausbunker (rechts).

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Grasfrosch - Laubfrosch - Wasserfrosch - Knoblauchkröte - Kreuzkröte

 

21. Januar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ehrenamt im Fokus

Regionspräsident Hauke Jagau ehrt 35 engagierte Menschen

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So sieht ehrenamtliches Engagement in der Region Hannover aus: Die geehrten Ehrenamtlichen mit Regionspräsident Hauke Jagau (Mitte).
(Ernst Schmidt: Hintere Reihe, 2. v.l.)

Foto: Region Hannover/Christian Stahl

 

REGION HANNOVER (r/kl). Sie betreuen Menschen mit Behinderung, sind in der Jugendarbeit aktiv oder engagieren sich im Umweltschutz: Ehrenamtliche gestalten das Leben in ihrer Stadt oder Gemeinde in wesentlichem Maße mit.

In der Veranstaltung „Ehrenamt - Engagement im Fokus!“ hat Regionspräsident Hauke Jagau diesen Einsatz jetzt gewürdigt.

„Unsere Gesellschaft wäre um vieles ärmer und unsozialer, wenn sich nicht so viele Menschen ehrenamtlich für andere einsetzten. Sie sorgen dafür, dass Projekte Wirklichkeit werden und die Gesellschaft ein menschliches Gesicht bekommt. Der Lohn ist zu erleben, dass man etwas bewegen und anderen etwas Gutes tun kann. Besonders beeindruckend finde ich, dass viele Menschen sich über viele Jahrzehnte einsetzen. Allen, die sich freiwillig engagieren, gebührt hoher Respekt und Dank.“

35 Menschen aus den Kommunen der Region Hannover bekamen im Rahmen der Veranstaltung ein Dankeschön, zum Teil stellvertretend für eine Gruppe oder ein Projekt. Der mit 20 Jahren jüngste Geehrte ist Kawin Ali aus Hannover, der Mitschüler/innen in der Sprachförderklassen an der BBS Springe unterstützt. Die mit 87 Jahren älteste Geehrte ist Ursula Schneider aus Seelze, die 1986 die SPD-Frauengruppe Lohnde gründete und seitdem Ausflüge, Vorträge und Treffen für die Gruppe organisiert.

Geehrt aus dem hiesigen Bereich wurden folgende Personen [Ausschnitt] : -

aus Burgdorf: Ernst Schmidt hat 1979 den heutigen Ortsverband Burgdorf – Lehrte - Uetze im Naturschutzbund Deutschland (NABU) mitgegründet und ist seitdem im Vorstand aktiv. Er leitet den jährlichen vogelkundlichen Spaziergang und naturkundliche Radwanderungen rund um Burgdorf.

Ernst Schmidt ist darüber hinaus als Berater für Wespen-, Hornissen- und Bienenprobleme unterwegs. Seit Jahrzehnten zeigt er zudem Kindern in Kindergärten rund um Burgdorf, wie man zum Beispiel Nistkästen baut. [...]

 

19. Januar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Fachmann spricht über Artenvielfalt

Günter Wendland spricht auf Einladung des Nabu im Jugendkulturhaus JohnnyB

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Naturschützer stellen bei Schillerslage im Januar 2016 einen Mast mit Weißstorchenhorst auf (Bild links). Das rechte Bild zeigt Pflegearbeiten an einer Teichanlage in den Rischwiesen bei Hänigsen.
Fotos: Nabu

 

Von Joachim Dege

Burgdorf. Wie ist es in der Region um die biologische Vielfalt bestellt und wie kann sie verbessert werden? Dieser Frage spürt ein Vortrag von Günter Wendland nach, zu dem der Naturschutzbund (Nabu) für Donnerstag, 2. Februar, ab 19.30 Uhr ins Jugendkulturhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30 einlädt. Wendland ist ein ausgewiesener Fachmann. Er ist Leiter des Teams Naturschutz bei der Regionsverwaltung in Hannover. In seinem Vortrag für den Nabu beschäftigt er sich mit Maßnahmen zur Förderung der hierzulande heimischen Arten. In Niedersachsen gibt es laut Nabu etwa 40 000 Tierund Pflanzenarten, von denen 11 264 einer näheren Betrachtung unterzogen worden seien. Mit dem erschreckenden Ergebnis, dass sage und schreibe 5000 Arten und somit 45 Prozent als gefährdet anzusehen seien. 6 Prozent seien sogar bereits ausgestorben, beklagt der Nabu.

Was also ist los in der Natur? Wie kann gegebenenfalls gegengesteuert werden? Und wie ist es insbesondere um die Zukunft der Feldlerche, des Fischadlers, des Laubfroschs, der Fledermaus und des Storchs in der Region bestellt? Um geschützte Biotope zu pflegen und die Artenvielfalt zu verbessern, hat die Region Hannover allein in den Jahren von 2014 bis 2016 annähernd eine Million Euro in die Hand genommen. Wendland will in seinem Vortrag einmal darstellen, in welche Projekte genau das Geld geflossen ist. So wird er beispielsweise das Sonderförderprojekt zum Schutz der Feldlerche vorstellen. Er berichtet überdies von der Erneuerung eines Mastennestes für Weißstörche in Obershagen und von den Pflegearbeiten an drei naturnahen Gewässern in den Rischwiesen bei Hänigsen, in den Obershagener Wiesen und den Fuhsewiesen bei Eltze.

Im Anschluss an den Vortrag will der Naturschutzbund den Besuchern Gelegenheit zur Diskussion geben. Der Eintritt ist frei.

 

17. Januar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein Leben im Dienst der Natur

Ernst Schmidt zu Gast beim Regionspräsident

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Ernst Schmidt

 

Burgdorf. Es gibt wohl nur wenige Menschen in der Stadt, die Ernst Schmidt nicht kennen. Bei Problemen mit einem Wespenoder Hornissennest auf dem eigenen Grundstück ist Schmidt zur Stelle. Er geht in Schulen und Kindergärten und baut mit den Jungen und Mädchen Nistkästen für Vögel. Ob Neujahrsspaziergang oder naturkundliche Radwanderungen – mit Schmidt werden diese Ausflüge immer zu einem Erlebnis. Darüber hinaus leitet Schmidt die Arbeitseinsätze der freiwilligen großen und kleinen Helfer in den Biotopen des Nabu.

Jetzt wurde das Engagement Schmidts, der 1979 die Nabu- Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze mitgegründet hat und seitdem im Vorstand aktiv ist, von Regionspräsident Hauke Jagau gewürdigt. Der Burgdorfer war zu der Veranstaltung „Ehrenamt – Engagement im Fokus!“ eingeladen worden – zusammen mit 34 anderen ehrenamtlich engagierten Menschen aus der Region. „Besonders beeindruckend finde ich, dass viele Menschen sich über viele Jahrzehnte einsetzen“, sagte Jagau. Diesem Engagement gebühre hoher Respekt und Dank.

Schmidt hat den Abend nach eigenen Angaben genossen: „Gefallen hat mir die lockere Atmosphäre, die gute Präsentation der Ehrenamtlichen und ihrer Arbeit sowie das sehr aufmerksame Servicepersonal. Auch der Auftritt des Chors der Nationen war spitzenmäßig“, sagt Schmidt, der sich nicht nur mit der Natur, sondern als Orgelbauer auch mit der Musik auskennt. dt

 

07. Januar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Volkszählung in der Vogelwelt

Naturschützer rufen für dieses Wochenende zur Stunde der Wintervögel auf

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Der Burgdorfer Hobbyfotograf Bernd Moßmann zählt nicht nur die Wintervögel an seiner Futterstelle im Garten, sondern fotografiert sie auch gleich.

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Die Naturschützer wollen wissen, wie es um die Vogelwelt vor unserer Haustür bestellt ist. An diesem Wochenende, vom 6. bis 8. Januar, sind die Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel zu zählen, die sie in ihrem Garten sehen. Die Stunde der Wintervögel ist eine Aktion des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und des Naturschutzbunds (Nabu), zu der diese seit etlichen Jahren aufrufen.

Zählbögen, die unter www. nabu.de im Internet zu finden sind, erleichterten die Zuordnung der jeweiligen Arten. Notiert werden soll immer die höchste Anzahl einer Art, die innerhalb dieser Zeit beobachtet wird, um doppelte Zählungen von ein und demselben Vogel zu vermeiden. „Dort sind auch die Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel aus den letzten Jahren zu finden“, sagt Dieter Kleinschmidt, vom Vorstand des örtlichen Nabu. In der Region Hannover wurden im vergangenen Jahr die Kohlmeise vor dem Haussperling und der Amsel am häufigsten gezählt.

Vor allem Kohlmeisen und Amseln sind auch in diesen Tagen wieder an den Futterstellen in Gärten und auf Balkonen zu beobachten. „Ich habe auch Schwanzmeisen und Heckenbraunellen gezählt“, sagt Kleinschmidt. In Ernst Schmidts Garten ist die Artenvielfalt offenbar größer. „Rotkehlchen, Zaunkönig, Wacholderdrossel und Zeisige sind regelmäßige Gäste“, berichtet der Vogelexperte des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Die Naturschutzverbände haben bundesweit einen Rückgang bei der Zahl der Singvögel beobachtet. Diese Entwicklung bestätigt Kleinschmidt auch für Burgdorf. „Es sind im vergangenen Jahr nicht so viele Jungvögel großgezogen worden, weil es nicht so viele Insekten gab“, sagt er. Hinzu komme allerdings, dass „unsere Zugvögel schon Richtung Südeuropa geflogen sind, aber die Vögel aus den nordischen Ländern noch nicht alle eingetroffen sind, weil die Temperaturen dort mild waren“.

Das hat auch Schmidt beobachtet. Doch in Folge der augenblicklichen Kältewelle, die ihren Ursprung im Norden Skandinaviens hat, könnte sich das schnell ändern. Die Ursache für die sinkende Zahl von Singvögeln ist nach Ansicht Schmidts nicht nur der Insektenmangel, sondern auch die steigende Zahl an Nesträubern. „Dazu gehören Elster, Specht, Eichhörnchen, Waschbär, Marderhund und Katzen“, zählt er auf. „Nur die Höhlenbrüter wie die Meisen sind vor ihnen sicher.“

Wer die Vögel in seinem Garten gezählt hat, kann die Ergebnisse bis zum 16. Januar auf der Nabu- Homepage eintragen und gleich online verschicken.

 

05. Januar 2017 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Gespräch statt Konfrontation

Umgepflügte Wegränder: Verwaltung will Landwirte für den Schutz der Feldraine sensibilisieren

Von Anette Wulf-Dettmar

Burgdorf/Sorgensen/Weferlingsen. Im Streit um abgepflügte Wegränder in der Feldmark setzt die Stadt auf das Gespräch mit den Landwirten. „Wir werden an die Einsicht appellieren, statt die Konfrontation zu suchen“, sagt Claudia Vollmert von der städtischen Tiefbauabteilung. Das Thema steht auf der Tagesordnung des Ratsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau am Dienstag, 10. Januar.

Die Stadt hatte Ratsmitglieder, Ortsvorsteher, Ortsbürgermeister und Vertreter des Landvolks, des Nabu und des BUND Ende 2016 an einen Tisch gebeten. Anlass ist das BUND-Projekt „Überackerte Wegeseitenränder“ gewesen.

Der BUND hatte von Burgdorf wissen wollen, wie groß der Verlust an Feldrainen durch das Umpflügen ist und was die Stadt zum Schutz der Natur unternimmt. Hintergrund des Projekts ist der dramatische Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Mit jedem umgepflügten Quadratmeter Feldrain geht Wildtieren Lebensraum verloren. Der BUND vermutet, dass dies eine der Hauptursachen dafür ist, dass die Zahl an Lerchen, Wildbienen und anderen Insekten sinkt.

Laut Vollmert kann die Verwaltung zwar mithilfe eines GPS-Geräts auf fünf Zentimeter genau die Grenzen bestimmen. „Das ist aber sehr arbeitsintensiv und bindet Arbeitskraft, die wir für andere Projekte benötigen“, gibt sie zu bedenken. Deshalb gehe das nicht von heute auf morgen. An der Rotdornstraße in Hülptingsen hat die Stadt ihre Weggrenze bereits mit Holzpfählen gekennzeichnet, ebenso wie am Aue-Radweg.

Vor allem in Sorgensen und Weferlingsen wurden erhebliche Flächenveränderungen festgestellt. Das Kuriose: Es wurden 14 328 Quadratmeter umgepflügt, gleichzeitig aber 14 626 Quadratmeter zusätzlich vor allem in der Nähe von Gehölzen stehen gelassen. „Alle Landwirte, die am Gespräch teilnahmen, sind willens mitzuarbeiten“, sagt Vollmert. Deshalb werde man sie um ihre Hilfe bitten, wenn es darum geht, die Verantwortlichen für die Verstöße gegen das Nachbarschaftsrecht zu finden. Denn dies sei meist sehr schwierig.

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen