Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2016

 

24. Dezember 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder bauen mit Nabu Nistkästen

Acht Vogelhäuser entstehen im JohnnyB.

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Acht Kinder beteiligen sich an der Nabu-Aktion.
Foto: Privat

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Acht neue Quartiere finden Vögel ab sofort im Burgdorfer Stadtgebiet: Unter der Leitung von Ernst Schmidt und Dieter Triebler vom Naturschutzbund (Nabu) bauten acht Jungen und Mädchen nun Nistkästen – damit beugen sie einer möglichen Wohnungsnot bei Staren, Meisen oder Kleibern vor.

Seit Jahren organisieren Schmidt und Triebler den Termin im JohnnyB., bei dem die Sechs- bis Elfjährigen erst die einzelnen Teile der hölzernen Wohnung mit Hammer und Nagel zusammenbauen und sie anschließend bemalen. „Bei dem einen geht das schneller als bei dem anderen, der noch nicht so geübt im Werken ist“, sagt Schmidt. Nach gut 90 Minuten seien die Arbeiten beendet, und die Eltern könnten die Hausbauer wieder abholen. „Dazu gibt es noch Tipps, wo die Kinder ihren Nistkasten im Garten aufhängen können“, sagt Schmidt.

Im Laufe des Jahres sägt der Naturschützer aus drei Meter langen Holzbrettern die Einzelteile nach einer selbst gefertigten Vorlage in der Prinzhornschule. Mit deren Schülern schleift er die Kanten ab und bohrt die Löcher ins Holz: Der 32er-Durchmesser reicht für kleine Singvögel wie Meisen, Kleiber oder den Trauerschnäpper, der 45er für die Stare.

Ferienkinder, die den Termin verpasst haben, bekommen im nächsten Jahr eine neue Chance, sagt Schmidt: „Entweder in den Oster- oder in den Herbstferien.“

 

24. Dezember 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kieskuhle wird zum Winterquartier

Der Nabu hat bei Wackerwinkel einen Rückzugsort für Fledermäuse gebaut

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Der Jäger-Unterstand ist jetzt ein Fledermausstollen: 10 000 Euro hat der Nabu für den Umbau von der Bingo-Umweltstiftung erhalten.
Fotos: Schiller (2)

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Die Kieskuhle des Naturschutzbundes (Nabu) bei Wackerwinkel ist ein ideales Fledermausgebiet. Jetzt haben die Naturschützer dort einen Fledermausstollen gebaut, in dem die fliegenden Säugetiere Winterschlaf halten können.

Unterstand für Jäger umgebaut

Einen massiv gebauten Unterstand, den früher Jäger als Wetterschutz genutzt hatten, hat der Nabu vergrößern lassen. Es entstand ein lang gestreckter rund 18 Quadratmeter großer Raum, der mit Erde abgedeckt wurde. „Nur mit einer Erdabdeckung erreicht man, dass der Fledermaustunnel im Winter frostfrei bleibt“, sagt Bernd Rose, Schriftführer des Nabu Burgdorf, Lehrte und Uetze.

Er, Berthold Scheller und Wolfgang Backschun brachten anschließend auf dem mit Erde überdeckten Raum zwei Satellitenschüsseln waagerecht an, in denen sich das Regenwasser sammeln soll. Außerdem installierten sie Rohre, durch die das aufgefangene Wasser in den Stollen fließt. „Innen muss es feucht sei. Fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit sind ideal. Dann trocknen die Flügel der Fledermäuse nicht aus“, erläutert Rose.

Stollen muss sehr feucht sein

Im Stollen hingen er und die beiden anderen Helfer Steine auf, in denen sich Hohlräume befinden. In den Hohlräumen können sich die Insektenvertilger im Winter verstecken. Durch einen schmalen Schlitz über der Metalltür, mit der der Raum verschlossen wurde, können die Fledermäuse in das neue Winterquartier fliegen. Der Fledermausstollen hat laut Rose 10 000 Euro gekostet. „Das Geld kommt von der Bingo-Umweltstiftung“, berichtet der Fledermausfachmann. Er geht davon aus, dass bereits in diesem Winter das erste Braune Langohr in dem Stollen Winterschlaf halten wird. Das werde dann die Information, dass fliegende Säugetiere Tiere in dem feuchten Raum überwintern können, an andere Fledermäuse – auch anderer Arten – weitergeben. Dann würden sich in den folgenden Wintern nach und nach weitere Exemplare einfinden.

Laut Rose jagen im Sommer in der Kieskuhle bei Wackerwinkel außer dem Braunen Langohr auch das Große Mausohr, die Fransenund die Wasserfledermaus Insekten. „Wo sie bisher überwintern, wissen wir nicht“, sagt der Fledermausexperte.

 

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Spezielle Steine: Bernd rose kontrolliert in dem neuen Fledermausstollen, ob sich in den Hohlräumen bereits eine Fledermaus versteckt hat.

 

Menschen dürfen Winterschlaf nicht stören

Ab Oktober ziehen die ersten Fledermäuse in ihre Winterquartiere.

Einige Arten suchen sie erst im Dezember auf. Für den Winterschlaf hängen sie sich mit dem Kopf nach unten auf. Dann fahren sie ihren gesamten Stoffwechsel herunter: Die Körpertemperatur sinkt von 38 bis 40 Grad auf die Umgebungstemperatur von drei bis sechs Grad Celsius. Das Herz schlägt nur noch dreimal pro Minute. Während einer Minute atmen sie nur einmal. Störungen im Winterquartier haben oft tödliche Folgen für die nützlichen Insektenvertilger. Die ausgekühlten Tiere können unter großem Energieaufwand in wenigen Minuten aufwachen. Wiederholte Störungen führen dazu, dass die geflügelten Säugetiere bis zum Frühjahr ihre Energiereserven aufbrauchen, die sie dann zum Aufwachen benötigen. Daher sollten nur Fachleute die Winterquartiere aufsuchen. Sie wissen, wie man die Hangplätze kontrolliert, ohne die Tiere zu stören.

Die Fledermäuse schlafen nicht den ganzen Winter durch. Sie wachen kurz auf, um zu trinken, ihre Blase zu entleeren, um sich zu paaren oder um den Hangplatz oder das Quartier zu wechseln. Dafür wachen sie langsam ohne großen Energieverlust auf. In der Regel verlassen die Fledermäuse ihr Winterquartier Anfang April. fs

 

22. Dezember 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nutria sorgt für Aufsehen an der Aue

Burgdorfer halten Tier für einen Biber – Ernst Schmidt vom Naturschutzbund klärt auf

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Weder von Passanten noch von den Enten lässt sich der Nutria in der Aue stören.
Foto: Privat

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Eine tierische Vorstellung haben jetzt mehrere Passanten an der Aue erlebt: Sie konnten minutenlang an der Brücke beim Tierheim beobachten, wie sich ein Nagetier mit einer Ente erst das Wasser und dann das Ufer teilte. Ein Biber, wie viele Beobachter vermuteten, war es allerdings nicht, sondern ein Nutria.

Ein Zuschauer fotografierte das Tier und schickte die Fotos an die Redaktion – mit der erstaunten Aussage, dass sich der Nager überhaupt nicht von den Zaungästen stören ließ. „Er hat immer wieder den Kopf unter Wasser gesteckt, ist dann zwischen den Enten durchgeschwommen und am Ufer entlang gegangen“, sagt der Burgdorfer. Er tippte mit seinen Begleitern auf einen Biber, doch Ernst Schmidt vom Naturschutzbund weist dies zurück: „Es handelt sich ganz eindeutig um einen Nutria, der sich ja inzwischen in Uetze und Hänigsen schon eingelebt hat.“ Dort hatte der Naturfilmer Joachim Laube sogar einen Film über das Tier gedreht, das einst als Pelzlieferant von Amerika aus nach Europa kam. Dass sich der Nutria und die Enten nicht gegenseitig stören, liegt für Schmidt auf der Hand: „Sie sind keine Nahrungskonkurrenten und kommen sich auch sonst bei der Lebensweise nicht in die Quere.“

Nutrias gehören zu den Vegetariern, sie ernähren sich vorwiegend von Blättern, Stängeln, Wurzeln von Wasserpflanzen und Hackfrüchten – diese wiederum finden sie am Aue-Ufer reichlich. Als Nest graben sie meist Bauten im Uferbereich, deren Eingänge im Gegensatz zum Bisam und zum Biber oberhalb der Wasserlinie liegen. „Dennoch können sie die Statik bei Deichen beschädigen“, sagt Schmidt.

 

02. Dezember 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Im Nabu-Wald müssen Fichten für Buchen weichen

Naturschützer fällen Bäume, damit Laubmischwald entstehen kann

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Der Nabu-Vorsitzende Dirk Brinkmann entastet eine gefällte Fichte.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

HÄNIGSEN. Auch Naturschützer fällen Bäume. Im Wald des Naturschutzbundes (Nabu) am Seebeck südlich von Hänigsen haben der Nabu-Vorsitzende Dirk Brinkmann, sein Stellvertreter Dieter Kleinschmidt und der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander rund 20 Fichten abgeholzt.

„Die Fichten verdunkeln zu sehr den Wald, sodass sich kein Unterbau entwickeln kann“, erläutert Zander. Mit der Fällaktion haben er, Brinkmann und Kleinschmidt Platz für eine Pflanzaktion geschaffen. Am Sonnabend will Zander mit Nabu-Mitgliedern sowie mit Turnern und Wanderern des TSV Friesen Hänigsen im Kernbereich des Nabu-Walds 200 junge Buchen pflanzen.

„Im Außenbereich, wo es lichtdurchlässiger ist, pflanzen wir Flatterulmen“, kündigt Zander an. Diese würden im Gegensatz zu Berg- und Feldulmen nicht vom Ulmensplintkäfer heimgesucht, der eine Pilzkrankheit überträgt und für das Ulmensterben in Mitteleuropa verantwortlich ist.

„Ein Laubmischwald ist das Ziel“, sagt der Naturschutzbeauftragte für die Gemeinde Uetze. Derzeit stehen auf dem Waldgrundstück hauptsächlich Eichen und Birken. „Die wenigen Kiefern, die vorhanden sind, können stehen bleiben. Sie lassen Sonnenlicht durch“, erklärt Zander. Unter deren Kronen könnten daher junge Bäume wachsen.

Das Waldgrundstück, zu dem auch eine Wiese gehört, hat die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte und Uetze in den Neunzigerjahren gekauft. Die ökologische Aufwertung des Waldes war damals nicht das Ziel. „Wir wollten unbedingt den Wiesenbereich am Seebeck erhalten“, erinnert sich Zander.

 

23. November 2016 - Marktspiegel Burgdorf

Bessere Lebensräume für Amphibien

NABU-Arbeitseinsätze an den Teichanlagen

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Mit einem Bagger mussten einige Pflanzenarten großflächig entfernt werden.
Foto: NABU

 

BURGDORF/UETZE (r/jk). Der Lebensraum für Amphibien, Libellen und andere Tierarten wurde vom Naturschutzbund NABU nachhaltig an den Teichanlagen Fuhsewiesen bei Eltze, Rischwiesen Hänigsen und Obershagener Wiesen verbessert.

Die starke Entwicklung der Pflanzenarten Breitblättriger Rohrkolben und Schilfrohr bildeten einen dichten Gürtel im Gewässer und mussten mit einem Bagger entfernt werden. Vorher wurden die Bäume an den Teichanlagen entfernt, damit sie das Gewässer nicht mehr beschatten. „Nur wenn die Sonne die Wasserflächen erreichen kann, entwickelt sich der Laich der Amphibien optimal“, erläutert der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander, der die Arbeiten beantragt und beaufsichtigt hat.

Die leichte Grundräumung der Gewässer war aus Sicht des Naturschutzes erforderlich und stellt eine erhebliche Aufwertung des Lebensraumes für Amphibien und andere an die Gewässer gebundenen Tierarten dar. Die Kosten für diese Maßnahmen betragen 2500 Euro und werden zu 90 Prozent von der Region Hannover aus dem Förderprogramm zur Erhöhung der Biodiversität bezuschusst.

 

23. November 2016 - Marktspiegel Burgdorf

NABU informierte über Bio? Logisch!

Informative Einblicke in den ökologischen Gemüseanbau

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Stefanie Reimann und Frederic Pein von der Bioland Gärtnerei Rothenfeld brachten frisches Gemüse zum Verkosten mit.
Foto: Dana Noll

 

BURGDORF (dno). Im Rahmen der Vortragsreihe „Artenschutz und Artenvielfalt“ lud die NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze am vergangenen Donnerstagabend zu dem dritten Vortrag ins Haus der Jugend in Burgdorf ein. Etwa 40 Interessierte waren gekommen, um sich über den ökologischen Gemüseanbau in der Region Hannover zu informieren.

Als Partner hatte man sich die Bioland Gärtnerei Rothenfeld aus Neuwarmbüchen an die Seite geholt, die einen Einblick in ihre tägliche Arbeit gab. Mitinhaber Frederic Pein und Mitarbeiterin Stefanie Reimann stellten den Betrieb vor und zeigten, welche Herausforderungen beim Anbau verschiedenen Kulturen täglich zu meistern sind.

„Mein Tag startet in der Freiluftsaison bereits um 5 Uhr morgens, im Winter gegen 7 Uhr. Dann geht es raus auf den Acker oder in die Gewächshäuser. Das „Möhren-Team“ oder das „Salat-Team“ ist gut eingespielt“, so Stefanie Reimann. Die Bioland Gärtnerei startete 1996 und hat heute etwa 30 Mitarbeiter/innen. „Wir haben in dieser Zeit viel übers ökologische Gärtnern gelernt, jedes Jahr kommt Neues dazu“, so Frederic Pein.

50 verschiedene Gemüsekulturen werden angebaut. Es wird tagfrisch geerntet und regional vermarktet, das bedeutet, kurze Wege! Die Kund/innen, wie beispielsweise Kitas in der Region, Caterer, Mövenpick Marché oder die Schlossgastronomie Herrenhausen, schätzen die Belieferung mit frischer Ware. Jede Woche werden etwa 5.000 Kopf Salat gepflanzt, 2.000 Bund Radieschen pro Woche und 15 verschiedene Sorten Tomaten werden gezogen. „Unser Schwerpunkt ist der Anbau von Gemüse und hier die Möhrenoder Wurzelgewächse – unsere Stärke ist die Vielfalt“, so Pein.

Als Bioland-Betrieb wird auf die Verwendung von chemischsynthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Doch die Schädlinge stellen die Gärtner/innen oft vor großen Herausforderungen. Ob Grünkohl oder Möhren – kein Gemüse ist vor Kartoffelkäfern oder Fliegen sicher. „Wir beobachten die Insekten, wie verhalten sie sich und was kann man dagegen machen“, so Stefanie Reimann. „Wir haben einen leichten Boden, achten auf vielfältige Fruchtfolgen, fördern ein gesundes Bodenleben und setzen Nützlinge ein“, fügt Frederic Pein hinzu. Von den „Ergebnissen“ konnten sich die Besucher/ innen vor Ort überzeugen. Frische Möhren und allerlei anderer Gemüsesorten wurden verkostet.

Um den Ökolandbau zu fördern hat das Land Niedersachsen einen „Aktionsplan für mehr Ökolandbau in Niedersachsen“ aufgelegt. Im letzten Jahr hat die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Niedersachsen einen Rekordstand erreicht: Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hannover wuchs sie um 1200 auf 7200 Hektar. Die Zahl der Biohöfe nahm um 7,6 Prozent auf mehr als 1500 Betriebe zu. Damit erreichen die Biobetriebe einen Anteil von 4 Prozent – 2,8 Prozent der Gesamtfläche werden ökologisch bewirtschaftet.

Allerdings liegt Niedersachsen damit unter immer noch unter dem Bundesdurchschnitt von 8,7 Prozent Öko-Betrieben und 6,5 Prozent ökologisch bewirtschafteter Flächen. Im laufenden Jahr stellten den Angaben zufolge mehr als 70 Betriebe einen Antrag auf Umstellung ihrer Produktion - mit einer angemeldeten Fläche von 4200 Hektar.

Um den Ökolandbau weiter zu fördern, will Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) die Förderprämien nochmals anheben. So soll noch in diesem Jahr die Umstellungsprämie auf 403 Euro und die Beibehaltungsprämie auf 273 Euro pro Hektar steigen - vorausgesetzt, die Europäische Kommission genehmigt dies.

 

19. November 2016 - Marktspiegel Burgdorf

NABU: Industrie als Übertragungsweg?

 

HANNOVER (r/kl). Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnt davor, sich bei der Bekämpfung der Vogelgrippe ausschließlich auf Wildvögel zu konzentrieren. "Die Ursachenforschung zur Ausbreitung der Geflügelpest darf nicht in eine Sackgasse geraten", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Während unbestritten sei, dass bei einem akuten Auftreten der Vogelgrippe unter Wildvögeln die Gefahr bestünde, dass Hausgeflügelhaltungen durch Wildvögel infiziert werden könnten, hieße das noch lange nicht, dass andere Infektionswege nicht möglich seien.

"Gerade bei geschlossenen Massentierhaltungen ist ein Vireneintrag über den weltweiten Geflügelhandel und seine Stoffströme wahrscheinlicher als eine Infizierung durch Kontakt mit erkrankten Wildvögeln", so Miller.

Mit Sorge verfolgt der NABU daher die Berichterstattung über die Ursachenforschung bei der betroffenen Großmastanlage in Grumby in Schleswig-Holstein. "Dort werden anscheinend ausschließlich mögliche Kontakte zu Wildvögeln untersucht.

Dringend zu untersuchen wäre aber auch, welche Handelsbeziehungen der Betrieb in der letzten Zeit hatte, wann und von wo zuletzt Eier und Geflügel zugekauft wurden, woher Futtermittel stammen, wie Abfallstoffe entsorgt wurden, wo Schlachtungen durchgeführt werden oder mit welchen Orten oder Betriebe Mitarbeiter oder Besucher zuletzt in Kontakt standen", sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Ohne eine mindestens gleichwertige Untersuchung der beiden denkbaren Vireneintragswege ließen sich kaum plausible Schlussfolgerungen ziehen.

 

08. November 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu schaufelt elf Tonnen Kompost

 

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„Der Boden hier ist nicht so prall“: Manfred Tschäke (von links), Margaretha Elhvers, Kerstin Hackmann und Detlef Schanklies verteilen den nährstoffreichen Kompost rund um den Stamm eines Apfelbaums.
Schütz

 

LEHRTE. Die Streuobstwiese im Stadtpark war das Ziel von 15 Freiwilligen des Naturschutzbundes (Nabu) aus Burgdorf, Lehrte und Uetze. Die Aktiven um Einsatzleiter Ernst Schmidt versorgten die 173 Obstbäume mit Nährstoffen und trafen Vorkehrungen zum Schutz vor Mäusen.

Dazu hatte der Zweckverband Abfallwirtschaft Hannover (Aha) elf Tonnen frischen Kompost an den Lehrter Hohnhorstweg gebracht. Mit Schubkarren und Schaufeln verteilten die Freiwilligen die nährstoffreiche Erde. Das sei durchaus notwendig, sagte Schmidt. „Der Boden hier ist nicht so prall.“

Wichtig sei dabei das regelmäßige Freilegen der Baumscheiben, also des Bodens rund um die Baumstämme. „So haben die Greifvögel bessere Sicht“, erklärte der Einsatzleiter. Denn das große Problem auf der Wiese seien Mäuse. In diesem Jahr seien deswegen bereits die ersten beiden Bäume eingegangen.

Um die Mäuse unter Kontrolle zu halten, hat der Nabu Sitzstangen für Greifvögel und Steinhaufen für Mauswiesel eingerichtet. „Das hilft gut“, hat Schmidt beobachtet. Die Gruppe der Umweltaktivisten hat in diesem Jahr bereits sechs Einsätze an der Streuobstwiese absolviert. tz

 

26. Oktober 2016 - Marktspiegel Burgdorf

Besonders die Kinder zeigten großen Einsatz für die Natur

„Alles, was aus Holz war, musste raus!“

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Besonders die Kinder zeigten großen Einsatz für die Natur.
Foto: Dana Noll

 

BURGDORF/ IMMENSEN (dno). Während die meisten Burgdorfer noch am Frühstückstisch saßen, waren bereits über 50 Kinder und Erwachsene am vergangenen Sonntagmorgen mit dem NABU im Einsatz. Mit ihrer alljährlichen Aktion „90 Minuten für den Laubfrosch“ zeigten sie erneut großen Einsatz rund um das Teichbiotop zwischen Burgdorf und Immensen.

Ganz vorn mit dabei, die NABU-Kindergruppe „Die Naturforscher“, die eine Patenschaft für dieses Amphibienbiotop übernommen hat, um den vom Aussterben bedrohten Laubfrosch zu retten.

„Es ist toll, wie engagiert die Kinder sind und mit großen Eifer mithelfen“, so Hans-Jürgen Sessner, Kindergruppenleiter NABU. „Es macht aber auch viel Spaß“, fügt der fünfjährige Jonas hinzu.

Bereits zum 4. Mal lud der NABU zu diesem Einsatz ein und bewies, dass „Naturschutz nicht nur eine Aufgabe für Experten ist“. „Jeder kann seinen Beitrag leisten“, so Günter Eggers, der bereits seit vielen Jahren mit seiner Familie zum Helfen in und für die Natur dabei ist. „Mein Sohn Jonathan ist mit der Aktion groß geworden. Er war erst 6 Jahre alt, als er zum ersten Mal hier mithalf und ist heute 13 Jahre alt und immer noch dabei, so wie sein 8-jähriger Bruder Samuel!“

Um das Teichbiotop für Laubfrosch, Kreuzkröte und Bergmolch zu erhalten, müssen die dort wachsenden Bäume, wie Kiefern und Weiden, „eingedämmt“ werden, damit sie das Wasser nicht beschatten.

Denn nur wenn sich das Wasser im Frühjahr schnell erwärmen kann, können sich die Amphibien erfolgreich fortpflanzen.

Über 50 fleißige Helfer waren dabei, die unzähligen kleinen und auch größeren Bäumchen herauszuziehen. Da war bei einigen hartnäckigen Wurzeln ordentlich Muskelkraft oder bei den Kindern Teamwork angesagt. Der Wettbewerb, um „die längste Wurzel“ wurde um 10 Uhr morgens eröffnet. Nach 90 Minuten Einsatz wurde sich am „Froschbuffet“ mit heißen Getränken und belegten Brötchen gestärkt.

„Wir freuen uns, dass in diesem Jahr noch mehr Helfer dabei waren als im Vorjahr“, so Hans-Jürgen Sessner.

 

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Die langen Wurzeln der kleinen Bäume waren nur im Teamwork zu bezwingen.
Foto: Dana Noll

 

25. Oktober 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder bauen Steinburg für Mauswiesel

Mäusejäger soll Streuobstwiese von lästigen Nagern befreien – „Naturforscher“ mit viel Eifer beim Arbeitseinsatz

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Mit einer Schubkarre transportieren die Jungen und Mädchen die Steine über die Wiese (oben links), um sie später zu einer Mauswiesel-Burg (großes Bild) aufzuschichten. Als die Kinder drei Mäuse zwischen dem Baumaterial am Rande der Wiese (kleines Bild unten) entdecken, tragen sie diese zum Steinhaufen.
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Einen ganz besonderen Neubau hat der Nachwuchs des Naturschutzbunds auf der Streuobstwiese errichtet: Die Jungen und Mädchen schichteten jede Menge Steine als neue Wohnstätte für Mauswiesel auf. Das kleine Raubtier soll sich dort ansiedeln und die Mäuse auf der Wiese fressen.

VON ANTJE BISMARK

BURGDORF. An der Eseringer Straße haben die Mitglieder des Naturschutzbunds (Nabu) mehr als 130 junge Obstbäume gepflanzt. „Deren junge Wurzeln fressen die Mäuse gern“, weiß Ernst Schmidt vom Nabu aus Erfahrung. Damit die jungen Bäume eine Überlebenschance haben, müsse also die Mauspopulation stark reduziert werden. „Wenn wir dort mähen, stellen wir immer wieder fest, dass auf der Wiese sehr viele Mäuse leben“, berichtet Schmidt.

Deshalb hätten sich die Naturschützer entschlossen, ein Projekt aus Lehrte auch in Burgdorf zu starten. „Dort haben wir schon vor einiger Zeit einen Mauswiesel- Hügel gebaut. Das funktioniert richtig gut“, sagt Schmidt.

Denn die Mauswiesel, eine kleine Marderart, siedeln sich gern in aufgeschichteten Steinen an. Weil der Nabu in Burgdorf nicht „steinreich“ ist, erhielt der Verein eine tonnenschwere Spende vom Bauhof.

Dessen Mitarbeiter kippten die Steine am Rande der Wiese zu Boden, dann kamen 13 Naturforscher von der Nachwuchsgruppe des Nabu und karrten sie zum künftigen Mauswiesel-Haus mitten auf der Wiese, um sie dort zu schichten. „Wie groß die Mauspopulation ist, sieht man daran, dass sich einige Mäuse schon zwischen den abgekippten Steinen niedergelassen hatten“, berichtet Hans-Jürgen Sessner, Leiter der Naturforscher. Die Kinder hätten darauf bestanden, drei von ihnen einzufangen und zum Steinhaufen zu tragen, den die Mauswiesel erst noch als neues Quartier entdecken müssen – der Tisch ist auf jeden Fall schon einmal gedeckt.

„Wir hoffen sehr, dass sich die ganzjährig aktiven Mauswiesel demnächst dort ansiedeln werden“, sagt Schmidt vom Nabu. Während die Marderart nach Aussage von Schmidt quasi als Bodenpolizei die Mäuse jage, übernehmen Greifvögel diese Aufgabe aus der Luft. Deshalb brachten die Naturschützer auch gleich Sitzstangen für Falke, Bussard und Co. an.

 

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Soll Nager vertreiben: Das Mauswiesel.

 

21. Oktober 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bagger bringt Licht an den Teich

Ein Netz von kleinen Wasserbiotopen überzieht das Uetzer Gemeindegebiet

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Baggerfahrer Holger Hogreve (großes Bild) befreit den Teich in den Eltzer Fuhesewiesen von Schlamm und Schilfrohr am Ufer. Naturschutzauftragter Erhard Zander (kleines Bild, links) sowie Landwirt Günther Wiedenroth fachsimpeln über die Pflege des Teichs.
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Teiche sind unverzichtbar, um die Vielfalt der Natur zu erhalten. Im Gemeindegebiet Uetze hat der Naturschutzbeauftragte der Region, Erhard Zander, deshalb gemeinsam mit dem örtlichen Naturschutzbund im Laufe der Jahre 30 naturnahe Teiche angelegt. Bevor der Winter kommt, hat er jetzt drei von ihnen entschlammen und die Uferzonen frei legen lassen.

VON ANETTE WULF-DETTMER

UETZE. Der Baggerfahrer Holger Hogreve war mit seinem Fahrzeug auf den Rischwiesen in Hänigsen, den Obershagener Wiesen sowie in den Fuhsewiesen bei Eltze im Einsatz. „Das ist entspanntes Arbeiten, ich muss auf keine Gas- oder Stromleitung achten“, sagt er. „Die Teiche haben wir 1995, 1996 und 2001 als Lebensraum für Amphibien, Libellen, Vögel und andere Kleintiere angelegt“, sagt Zander, der sich seit 31 Jahren als offiziell bestellter Naturschutzbeauftragter engagiert. Doch nicht nur die Tiere haben sich in und rundum die drei Teiche prächtig entwickelt. Auch die Pflanzen – vor allem der Breitblättrige Rohrkolben und das Schilfrohr waren gewachsen und bildeten einen dichten Gürtel um die Wasserflächen. Laut Zander erfüllen die Teiche aber nur ihre Aufgabe als Laichgewässer, wenn sie sich im Frühling schnell erwärmen. Das wiederum ist nur möglich, wenn die Wasseroberfläche nicht im Schatten liegt. Die Tümpel sind mit einem Durchmesser von 30 Metern und einer Tiefe von weniger als einem Meter angelegt worden. „Damit sie im Spätsommer austrocknen und im Winter das Wasser bis zum Boden friert, denn nur so bleiben sie fischfrei“, erläutert Zander. Er habe zudem darauf geachtet, dass die Teiche im Gemeindegebiet in der Nähe von Storchennestern und nicht so weit auseinander liegen, damit Frösche, Kröten und Molche von einem zum anderen wandern können. „Das beugt der Inzucht vor“, sagt Zander. Entstanden sind die Biotope in erster Linie auf Flächen, die dem Nabu gehören oder die als Ausgleich für Bauarbeiten der Natur überlassen wurden, sowie auf Grünland der Kirche. Wichtig für ein lebendiges Biotop ist das Umfeld der Teiche. „Denn viele Tiere verbringen nur eine kurze Zeit ihres Lebens im Wasser. Amphibien und Libellen benötigen im Anschluss an ihr Larvenstadium strukturreiche Lebensräume mit Wiesen, Hecken, Wald und sandigen Bereichen als Ruhezonen und Nahrungsquellen“, erklärt Zander. Der Teich, den Baggerfahrer Hogreve frei geschoben hat, liegt mitten in der Weide, auf der der Eltzer Bauer Wiedenroth seine Ammenkühe und Kälber weiden lässt.

 

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Sie leben an und in Teichen: Libelle (von links), Schilfrohrsänger und Frosch.
Francke, Monatus

 

15. Oktober 2016 - Marktspiegel Burgdorf

Das leise Sterben unserer heimischen Gebäudebrüter

Vortrag von Kerstin Cuccureddu über Mauersegler und Schwalben

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Der Mauersegler hat außer der Zeit im Nest nie festen Boden unter den Füßen.
Foto: D.Erlenbach

 

BURGDORF (r/jk). Der Naturschutzbund lädt zu einem Vortrag „Das leise Sterben unserer Gebäudebrüter“ von Kerstin Cuccureddu am 20. Oktober ab 19.30 Uhr im Haus der Jugend, Sorgenser Straße 30, 31303 Burgdorf, ein.

Grundlage des Vortrages ist die bundesweite NABU Aktion „Schwalben willkommen“, durch die auf die schlechte Bestandssituation der Rauch- und Mehlschwalben aufmerksam gemacht werden soll. Beide Arten sind inzwischen als ‚Gefährdet‘ in der Roten Liste eingestuft. Gründe für die Bestandsrückgänge sind neben Nahrungsmangel und Verfolgung auf dem Vogelzug und in den Überwinterungsgebieten vor allem auch die immer schlechter werdenden Nestbaubedingungen durch Gebäudesanierung. Kerstin Cuccureddu wird Möglichkeiten aufzeigen, wie jeder den Schwalben helfen kann.

Danach wird der Mauersegler vorgestellt, der allerdings nicht zu der Familie der Schwalben gehört. Er ist ein Dauerflieger, der außer der Zeit im Nest nie festen Boden unter den Füßen hat und beim Fliegen Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen kann. Dieser typische Sommervogel steht auch auf der Roten Liste. Er baut sein winziges Nest in Gebäuden unter Ziegeln und in Traufen und leidet deshalb auch unter deren Sanierung. Aber auch hier gibt es Möglichleiten, ihm zu helfen.

 

12. Oktober 2016 - Marktspiegel Burgdorf

Ein zartes Pflänzchen schlägt langsam Wurzeln

„Stadtgärtnern in Burgdorf“ will urbane Grünflächen entwickeln

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Karen Lüders (Seniorenrat), Doris Zander (MüZe) und Barbara Martens (Nachbarschaftstreff) sowie Margarethe Bredemeier und Angelika Wirtz (NABU; v.l.) sind die engagierten Initiatorinnen des gemeinsamen Projekts „Stadtgärtnern in Burgdorf“.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF (gb). „Urban Gardening“ (Gartenbau), in Burgdorf auch Stadtgärtnern genannt, ist die kleinräumige, gärtnerische Nutzung öffentlicher, meist städtischer Flächen in Wohngebieten. Im rheinland-pfälzischen Andernach, einer Stadt, die mit ihren rund 30.000 Einwohnern gut mit Burgdorf vergleichbar ist, is(s)t man schon viel weiter. Städtische Grünflächen werden zur urbanen Landwirtschaft genutzt.

Andernach, die „essbare Stadt“, ist das bislang größte „Urban Gardening“-Projekt in Deutschland. Gemüseanbau im städtischen Raum, Kartoffeln, Kohl und Blumen machen eine Stadt wieder zum Lebensmittelpunkt. Ganz bestimmt ist man im Süden der Republik diesbezüglich schon ein gutes Stück voraus, aber auch in der Auestadt beginnt das zarte Pflänzchen „Stadtgärtnern“ Wurzeln zu schlagen. Der NABU Burgdorf, Lehrte & Uetze, das Burgdorfer Frauen- und Mütterzentrum (Mü- Ze) und der Nachbarschaftstreff „Ostlandring“ sowie der Seniorenrat haben das Projekt „Stadtgärtnern in Burgdorf“ ins Leben gerufen.

Begonnen hat es in Burgdorf rund um die Flüchtlingsunterkünfte in der Friederikenstraße. „Ich halte es für nötig, natürliches Leben aus dem Boden entstehen zu lassen. Ferner ist das Projekt perfekt dazu geeignet, miteinander interkulturelle Kompetenzen zu erwerben“, so die Initiatorin „Friederikenstraße“, Margarethe Bredemeier. Denn die Projektträger sind überzeugt, dass das gärtnerische Miteinander gute nachbarschaftliche Beziehungen sowie die Integration der neuen Mitbürger fördert.

Um den Menschen in bereits bestehenden Wohngebieten die Möglichkeit zum Stadtgärtnern zu bieten, hat das Liegenschaftsamt der Stadt der Projektgruppe einen Grünstreifen am Rande der Südstadt hinter dem Nachbarschaftstreff „Ostlandring“ zur Verfügung gestellt. „Hier planen wir insgesamt 28 Parzellen in einer Größe von jeweils 3 x 5 Metern mit Brunnen und Gerätehaus“, beschreibt Angelika Wirtz (NABU) das Vorhaben nicht nur für Südstädter. Und Barbara Martens (Nachbarschaftstreff) wusste zu berichten: „Es haben sich schon sieben Interessenten gemeldet, die „ihr“ Stückchen Garten eigenständig und eigenverantwortlich bewirtschaften wollen.“ Für den organisatorischen Aufwand, wie beispielsweise die Verteilung der zahlreichen Pflanzenspenden, „brauchen wir dringend Verstärkung“, so Doris Zander (MüZe). Denn langsam entwickele sich das gemeinschaftliche Gärtnern auf öffentlichem Grün auch im Umfeld der neuen Flüchtlingsunterkünfte am Sorgenser Dreieck und bei „Drei Eichen“, sagt Karen Lüders (Seniorenrat).

Für Dienstag, 25. Oktober, haben die ehrenamtlichen Initiatorinnen einen Runden Tisch „Stadtgärtnern“ auf der Tagesordnung. Uhrzeit und Ort sollen noch rechtzeitig bekannt gegeben werden. Projektsprecherin Karen Lüders ist unter Tel. 05136/5429 zu erreichen. Interessenten und Unterstützer für die neuen Parzellen in der Südstadt werden gebeten, sich bei Barbara Martens (Nachbarschaftstreff) unter der Rufnummer 05136/ 87 80 399 oder bei Angelika Wirtz (NABU) unter Tel. 05085/ 955 455 zu melden.

 

10. Oktober 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu-Nachwuchs kümmert sich um Wildbieneninsel

Gruppe trifft sich alle zwei Wochen

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Nabu-Nachwuchs pflegt die Wildbieneninsel: Elisabeth (8, großes Bild, von links), Stella (8) und Carla (6) packen kräftig mit an. Hans- Jürgen Sessner (Bild unten) hilft Lara (10), das Gestrüpp wegzuschneiden – danach schafft sie es auch allein (kleines Bild oben).
Everding (3)

 

VON ELENA EVERDING

LEHRTE. Die Kinder und Jugendlichen des Lehrter Naturschutzbundes (Nabu) haben sich am Sonnabend um die Wildbieneninsel im Stadtpark gekümmert. Auch in diesem Jahr musste der Hügel von Gestrüpp befreit werden. Sieben Kinder, Eltern und Hans-Jürgen Sessner, Leiter der Jugendgruppe, machten mit.

Bevor es losging, bekam jedes Kind noch zwei Stempel in seinen Naturforscherausweis. Die jungen Naturschützer hatten sich wetterfeste Kleidung und Arbeitshandschuhe angezogen – aus gutem Grund: Sie mussten auf dem sandigen Hügel im Alten Grabeland herumkraxeln. Während Lara (10) am Hang mit der großen Schere Pflanzen schnitt, brachten, Elisabeth, Stella (beide 8) und Carla (6) mit der Schubkarre die ersten Grünabfälle auf den Komposthaufen. „Die ist ganz schön schwierig zu fahren“, stellten die drei Mädchen fest. „Die Wildbienen nisten sich im sandigen Boden hier ein, also darf der nicht zuwuchern“, erklärte Sessner den Arbeitseinsatz.

Auch sonst ist die Naturschutzjugend fleißig: Alle zwei Wochen trifft sie sich zu verschiedenen Aktionen, von Frösche retten bis Keschern im Wasser ist alles dabei. Am Sonnabend waren nicht ganz so viele Teilnehmer wie sonst dabei, „es sind ja auch Herbstferien“, meinte Sessner.

Die Wildbieneninsel entstand vor einigen Jahren auf einem Hügel, der nach wie vor im Winter bewohnt ist. Seitdem pflegt ihn die Nabu-Jugend, einmal im Jahr bringt sie dort alles wieder in Ordnung. „Die Natur zu schützen macht Spaß“, fand Lara. Nach getaner Arbeit gab es für die fleißigen Teilnehmer eine Stärkung: Sessner hatte warmen Kakao und Kekse mitgebracht. Nach so viel harter Arbeit hatten sich das die kleinen Gärtner aber auch verdient. Gruppe trifft sich alle zwei Wochen

 

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Hans-Jürgen Sessner hilft Lara
Everding

 

06. Oktober 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Arbeitseinsatz für den Laubfrosch: Helfer gesucht

Naturschutzbund lädt Familien zur Biotop-Pflege ein

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Am Amphibienteich werden kleine Bäume herausgezogen.
privat

 

BURGDORF/LEHRTE. Die Naturforscher, die Nachwuchsgruppe des Nabu, lädt unter dem Motto „90 Minuten für den Laubfrosch“ zum Arbeitseinsatz am Amphibienteich zwischen Burgdorf und Immensen ein. Gesucht werden Familien, die am Sonnabend, 22. Oktober, von 10 bis 11.30 Uhr mithelfen, die unzähligen kleinen Weiden und Kiefern, die am Teich aufgelaufen sind, herausziehen.

Die Naturforscher sind Paten des Biotops und pflegen es seit Jahren. Ziel ist es, dem vom Aussterben bedrohten Laubfrosch und seinen Verwandten, der Kreuzkröte und dem Bergmolch, einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich fortpflanzen können. Dafür ist es wichtig, dass sich das Wasser im Teich im Frühjahr schnell erwärmen kann. Deshalb muss verhindert werden, das Bäume den Teich beschatten.

Beim Arbeitseinsatz sei für jeden etwas dabei, wirbt Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner: „Kleine Schösslinge für die Jüngsten, aber auch etwas zum Austoben für die Größeren.“ Nach dem Arbeiten werden die Helfer mit belegten Brötchen und heißen Getränken belohnt.

Den Weg zum Teich, der recht versteckt westlich der Landesstraße 412 liegt, wird Sessner mit einer großen Nabu-Flagge kennzeichnen. Der Weg in die Feldmark zweigt am Kilometerschild 4,0 ab, von dort geht es mehrere Hundert Meter den Feldweg entlang. dt

 

05. Oktober 2016 - Marktspiegel Burgdorf

NABU lädt Familien zum Einsatz in der Natur ein

NABU-Amphibienbiotop soll gepflegt werden

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Das NABU-Amphibienbiotop zwischen Burgdorf und Immensen soll gepflegt werden.
Foto: NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze

 

BURGDORF (r/jk). Naturschutz ist nicht nur eine Aufgabe für Experten. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. Da wo es möglich ist, können auch Kinder jeden Alters und Familien viel bewegen. So hat die NABU-Kindergruppe „die Naturforscher“ eine Patenschaft für ein NABU-Amphibienbiotop zwischen Burgdorf und Immensen übernommen und möchte so helfen, dem vom Aussterben bedrohten Laubfrosch zu helfen.

Um das Teichbiotop für Laubfrosch, Kreuzkröte und Bergmolch zu erhalten, muss verhindert werden, dass die dort auflaufenden Kiefern und Weiden groß werden und so das Wasser beschatten. Denn nur wenn sich das Wasser im Frühjahr schnell erwärmen kann, können sich Amphibien erfolgreich fortpflanzen.

Der NABU sucht Familien, die mithelfen möchten die unzähligen kleinen Bäumchen herauszuziehen. Es ist für alle etwas dabei: Kleine Schösslinge für die Jüngsten aber auch etwas zum Austoben für die Größeren. Bei den letzten vier Familien-Biotoppflegeeinsätzen waren bis zu 30 Familien dabei.

In diesem Jahr findet er am Samstag, 22. Oktober, von 10.00 bis etwa 11.30 Uhr statt. Im Anschluss gibt es für alle Helfer belegte Brötchen und heiße Getränke vom „Froschbuffet“.

Weitere Informationen und Anmeldung bei Hans-Jürgen Sessner, Tel. 05136/83443, oder E-Mail: jugend@nabu-burgdorf- uetze.de.

 

04. Oktober 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Stadtgärtner bekommen Land

Stadt stellt Grünstreifen in Aussicht: Dort könnten 28 Parzellen entstehen

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„Wir brauchen Verstärkung“: Die Initiatorinnen des Stadtgärtnerns in Burgdorf, Karin Lüders (von links), Angelika Wirtz, Margarethe Bredemeier, Doris Sander und Barbara Martens, sollen bald ein Areal am Rande der Südstadt bewirtschaften können.
Dege

 

Die Stadt Burgdorf hat der Arbeitsgruppe Stadtgärtnern jetzt einen Grünstreifen am Rande der Südstadt zur Verfügung gestellt. Dort sollen Menschen aus den Wohnblöcken auf individuell zugeteilten Parzellen Früchte, Gemüse und Kräuter anbauen dürfen.

VON JOACHIM DEGE

BURGDORF. Das Grundstück liegt südlich des verlängerten Duderstädter Wegs direkt hinter dem Nachbarschaftstreff am Ostlandring. Nach Darstellung von Angelika Wirtz vom Naturschutzbund ist es 175 Meter lang und 45 Meter breit. Dort sollen alsbald 28 Parzellen entstehen à drei mal fünf Meter, die eigenständig bewirtschaftet werden. Stadtgärtner könne dort jeder werden, der in einem Wohnblock in der Südstadt wohne und seinen grünen Daumen ausleben wolle, sagt Barbara Martens vom Nachbarschaftstreff: „Das kann hier im Quartier den sozialen Frieden bestärken.“

Gesucht werden aber keineswegs nur Hobbygärtner. Auch Menschen mit anderen Kompetenzen sind gefragt. Leute, die andere mit ihrem Gartenwissen beraten könnten, die organisatorische Aufgaben übernehmen wie etwa die Verteilung der Pflanzenspenden, die die Arbeitsgemeinschaft beim Pflanzenfest der Paulus- Gemeinde erhielt, sowie Paten, die auf dem Stadtgärtner-Areal nach dem Rechten sehen. „Wir brauchen Verstärkung“, sagt Doris Sander vom Mütterzentrum.

Vorbild für das Projekt sind die Blumengärten und Pflanzbeete rund ums Flüchtlingsheim an der Friederikenstraße. Dort engagiert sich Margarethe Bredemeier: gärtnerisch, mit Deutschunterricht und einem geplanten Spielekreis für die kalte Jahreszeit. Weitere Stadtgärten sollen noch beim mittlerweile bezogenen Flüchtlingsheim am Sorgenser Dreieck und am Standort Drei Eichen entstehen, kündigt Karen Lüders vom Seniorenrat an.

Für Dienstag, 25. Oktober, plant die Arbeitsgruppe, an der sich der Naturschutzbund, das Frauenund Mütterzentrum, der Nachbarschaftstreff sowie Margarethe Bredemeier beteiligen, einen Runden Tisch für Interessierte. Uhrzeit und Ort will die Arbeitsgruppe noch bekannt geben.

 

Wer sich für eine Parzelle zum Stadtgärtnern interessiert, erreicht Barbara Martens unter Telefon (05136) 8 78 03 99.

 

01. Oktober 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Eine „Bienenweide“ für die Bienen

Herbstradtour des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze / Wichtige Hinweise für den heimischen Garten

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Bei vielen Zwischenstopps gab Ernst Schmidt (Bildmitte, blaues Polohemd) seinen Tourteilnehmern viele Informationen und Tipps rund um die Natur und die Tierwelt – wie zum Beispiel zur für die Bienen wichtigen Pflanze Phacelia (kleines Bild).

 

BURGDORF. Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze hat bei wunderschönem Herbstwetter seine diesjährige Herbstradtour veranstaltet. Die Aktion war mit 30 Teilnehmern gut besucht, die auf Feldwegen doch sehr lang gezogene Radlergruppe aber noch überschaubar.

Die Strecke führte über den Stadtpark, die Weststadt und nördlich von Heeßel zunächst zum neuen Storchennest nach Schillerslage. Bei einigen naturkundlichen Stops erläuterte NABU-Vorstandsmitglied Ernst Schmidt unter anderem am Beispiel der „Phacelia“ die Bedeutung der Zwischenfrucht für Landwirtschaft und Naturschutz. Der umgangssprachliche Name „Bienenweide“ der Pflanze zeigt ihre Bedeutung für Bienen und andere Insekten in der jetzt doch blütenarmen Jahreszeit. Unabhängig von ihrer Bedeutung ist die Phacelia aus der Ferne und aus der Nähe betrachtet auch noch hübsch anzusehen.

Sehr interessant war für die Teilnehmer auch, die Grundvoraussetzungen für ein Amphibienbiotop erklärt zu bekommen. Schon früh im Jahr muss es sonnenbeschienen sein, um dem Laich die für die Entwicklung notwendige Wärme zu geben.

Am neuen Storchennest in Schillerslage angekommen äußerte Schmidt die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr auch in diesem Nest Storchennachwuchs geben würde. In diesem Jahr war das Nest zwar bezogen worden, aber in Folge von Kämpfen wieder aufgegeben worden.

Bevor es nach Otze weiterging, hielt die Gruppe noch am alten Trafoturm, der dem NABU als Lagerraum dient und der mit von Schulkindern gestalteten Nistkästen versehen ist. Nach einer Kaffeepause in Otze führte die Tour mit einem Zwischenstop am Hechtgraben über Weferlingsen, den Westrand Hänigsens und Dachtmissen (mit Halt am Storchennest) zum Burgdorfer Storchennest.

Schmidt gab den Zuhörern wichtige Hinweise für den heimischen Garten mit auf den Heimweg. So sollten unbedingt die Sitzstangen an Vogelhäusern und Nistkästen entfernt werden, um räuberischen Vögeln wie zum Beispiel Elstern den Zugriff zu verwehren. Und Vogeltränken haben in Gärten nichts zu suchen, da sie Brutplätze für Nematoden bilden, die wiederum Vögel gefährden.

Schmidt war es gelungen mit seinen sachkundigen, mit Engagement vorgetragenen Erläuterungen die Teilnehmer über die gesamten 25 Kilometer an sich zu fesseln und das Gefühl zu hinterlassen, einen informativen, lohnenden Nachmittag verbracht zu haben.

 

22. September 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu erweitert Baumlehrpfad um vier Bäume

 

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Ernst Schmidt (links) und DieterTtriebler setzen die Steine mit den Baumnamen neu.
Moßmann (2)

 

BURGDORF. Mit Schaufel, Spaten und Schubkarre sind Dieter Triebler und Ernst Schmidt gestern im Stadtpark bei der Arbeit gewesen. Die beiden Mitglieder des örtlichen Naturschutzbunds (Nabu) haben den Baumlehrpfad auf Vordermann gebracht. Das war nötig, weil einige Bäume wegen Sturmschäden oder aufgrund ihres Alters gefällt worden sind oder die Steine mit den Namen der Bäume in der Erde versunken waren. „Einen haben wir auch nicht wiedergefunden“, berichtet Schmidt.

Gemeinsam mit einem Experten hatte Schmidt zuvor im Stadtpark Ersatzbäume ausgesucht und diese Gelegenheit genutzt, den Lehrpfad um vier Bäume – Riesenmammutbaum, Feldulme, Esskastanie und Sumpfeiche – zu erweitern. Damit sind im grünen Herzen der Stadt künftig 42 unterschiedliche Bäume mit Namenssteinen versehen.

Zum Baumlehrpfad hat der Nabu einen neuen, kostenlosen Flyer mit Standortplan erstellt. Dieser wird ab Mitte Oktober in den Rathäusern und der VVV-Geschäftsstelle, Braunschweiger Straße 2, ausliegen. dt

 

17. September 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung - Beilage "Wir sind Burgdorf"

Burgdorfer Streuobstwiese trägt bereits erste Früchte

Der NABU macht sich für den Erhalt alter Obstsorten stark

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Die Grillen zirpen, die Bienen summen und am Boden tummeln sich kleine Grashüpfer, Frösche, Hasen und Co.: Die im November 2014 angelegte Burgdorfer Streuobstwiese zwischen Aue und Eseringer Straße ist nicht nur Anbaufläche für 134 hochstämmige Apfel- und andere Obstbäume traditioneller Arten sowie Naherholungsgebiet für die Einwohner, sondern auch beliebter Anlaufpunkt für die Tierwelt. "Und genau das war unser Ziel", sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze e.V., der sich 2014 mächtig ins Zeug legte, um die Streuobstwiese anlegen zu können. "Mit Unterstützung der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung hatten wir ein derartiges Projekt 2008 bereits in Lehrte erfolgreich realisiert", verdeutlicht er.

Und so stieß die Idee von der Streuobstwiese, die dem Erhalt alter Obstsorten dient, der Tierwelt neue Lebensräume bieten soll und im Gegensatz zu Obstplantagen ohne künstlichen Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie intensiven Pflegeeinsatz auskommt, auch in Burgdorf auf Gehör. Die Stadt stellte dem Team nach Ratsbeschluss eine städtische Ausgleichsfläche von rund 7000 Quadratmetern Größe hinter dem Stadtpark zur Verfügung, die BINGO-Stiftung half dem NABU-Projekt mit insgesamt 7500 Euro auf die Beine. Die Mitglieder organisierten die Obstbäume und sämtliches Zubehör, zahlreiche freiwillige Helfer waren auch schnell gefunden. Und so dauerte es gar nicht lange, bis die ersten Bäumchen "gestreut" auf dem Grünland ihre Plätze fanden. Darüber hinaus wurden ein Brunnen für die Bewässerung gebohrt, Nistkästen, ein Insektenhotel, eine große Schau- und Infotafel sowoe Ansitzpfähle für Greifvögel aufgestellt, die dort unter anderem Wühlmäuse fangen und damit die Wurzeln der Obstgehölze vor den Nagern schützen. Hinzu kamen ein Tisch mit Holzbänken, eine Wiese mit Wildblumen und –kräutern, um Insekten auch fernab der Obstblüte Nahrung zu bieten und die Artenvielfalt noch zu erweitern.

Von den Bäumen, die bei Anpflanzung durchschnittlich fünf Jahre alt waren, tragen viele bereits erste kleine Früchte. "Doch bis ein Obstbaum wirklich zu voller Pracht gedeiht und entsprechend Früchte trägt, dauert es bis zu zehn Jahre", weiß Dieter Kleinschmidt, stellvertretender NABU-Vorsitzender und Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für die Stadt Burgdorf. 75 Euro kostete jeder Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschenbaum, für die Interessenten Patenschaften übernehmen können. "85 Bäume sind bereits vergeben und darauf sind wir unheimlich stolz", sagt Rose. "Wobei es schön wäre, wenn sich noch weitere Menschen finden würden, die mit der Paten-Urkunde 15 Jahre lang 'ihr' eigenes Obst ernten können und einen Beitrag zum Naturschutz leisten." Denn der Erhalt der natürlichen Pflanzen- und Tierwelt sei auch ein großes Stück Verantwortung, der sich die Baumbesitzer annehmen.

Interessierte können sich unter der Telefonnummer (05136) 81265 an Bernd Rose vom NABU wenden und für 75 Euro eine Baum-Patenschaft übernehmen. sta

 

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Bernd Rose (links) und Dieter Kleinschmidt genießen kleine Auszeiten auf dem Burgdorfer Areal.

 

09. September 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auf der Streuobstwiese gedeihen die Äpfel prächtig

 

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BURGDORF. Die Äpfel an den Bäumen auf der Streuobstwiese des Naturschutzbunds (Nabu) sind reif. Die prallen Früchte leuchten rot und bilden einen herrlichen Kontrast zum blauen Spätsommerhimmel. Grund genug für Bernd Moßmann, das Farbenspiel mit seiner Kamera einzufangen (Bild).

Der Nabu hatte die naturnahe Obstplantage an der Eseringer Straße im November 2014 angelegt. Inzwischen stehen dort 134 Bäume. „Ausgesucht haben wir nur alte Sorten“, sagt Nabu-Mitglied Ernst Schmidt, der das Projekt maßgeblich mitbetreut. Die Äpfel tragen so schöne und seltene Namen wie Jakob Lebel, Kaiser Wilhelm, Geheimrat Oldenburg und Celler Dickstiel.

Zwischen all den Äpfeln gedeihen auch einige Birnen- und Zwetschenbäume. Für rund 50 Bäume haben Bürger die Patenschaft übernommen. Diese gilt 15 Jahre lang und kostet 75 Euro. Die Paten seien frei von jeglicher Pflegearbeit, denn diese übernehme der Nabu, erläutert Schmidt. Die Bäume werden nur beschnitten und regelmäßig gewässert, die Wiese zweimal im Jahr gemäht. Ziel ist es, optimale Lebensbedingungen für Insekten und Kleintiere zu schaffen. Denn Spritzmittel zur Bekämpfung von Schädlingen sind laut Schmidt tabu. Die Früchte zu ernten ist Sache der Paten. dt

 

23. August 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Grünfinken sterben durch Infektion an Badestelle

Nabu warnt vor Fütterung von Vögeln

VON ANTJE BISMARK

BURGDORF. Vor der Sommerfütterung von Vögeln und vor Badestellen im heimischen Garten für gefiederte Gäste warnt jetzt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu): An beiden Plätzen können sich Trichomonaden bilden, an denen Grünfinken sterben. Zuletzt hatte eine Anwohnerin drei tote Vögel der Heinrichstraße gefunden.

„Die Fütterung von Vögeln im Sommer ist völlig überflüssig“, sagt Schmidt und fügt hinzu, dass die Tiere selbst genügend Nahrung finden. An den Futterstellen übertrage sich der Krankheitserreger, der bei einer Infektion zum Vogelsterben führe, sehr schnell. Gleiches gelte für Wasserplätze, in denen der Erreger bis zu 24 Stunden überleben könne. „Angesichts der drei toten Vögel sollten die Burgdorfer das Füttern einstellen und auch die mit Wasser gefüllten Gefäße wegräumen“, fordert Nabu-Mitglied Schmidt. Für Menschen sowie für Haustiere wie Katzen und Hunde seien die Erreger jedoch ungefährlich.

Der Naturschützer verweist auf die vergangenen Jahre, als die Trichomonaden zu einem massenhaften Vogelsterben führten. „Es gibt keine Möglichkeit der Krankheit vorzubeugen – außer eben auf das Füttern und Baden zu verzichten“, unterstreicht Schmidt. Merkmale einer Erkrankung sind seinen Angaben zufolge ein schaumiger Speichel und ein zunehmendes Anschwellen des Halses, sodass der Vogel keine Nahrung mehr aufnehmen könne. Hinzu komme eine scheinbare Furchtlosigkeit, die auf eine Schwächung des Tieres zurückzuführen ist.

Wenn die Anzeichen für eine Erkrankung bei den Vögeln frühzeitig entdeckt werden, besteht nach Aussage von Bärbel Rogoschik, Diplom-Biologin im Artenschutzzentrum Leiferde, die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung der Beschwerden. „Erkrankten Vögeln können wir im Artenschutzzentrum mit einer Tablette helfen“, sagt die Expertin.

 

Nabu-Mitlgied Ernst Schmidt bittet Burgdorfer, die tote Grünfinken im Garten finden, diese Beobachtung umgehend zu melden. Die Informationen werden unter der E-Mail-Adresse ingo.ludwichowski@nabu-sh.de gesammelt. Der Burgdorfer Nabu-Vertreter Schmidt ist erreichbar unter der Telefonnummer (0 51 36) 79 18.

 

13. August 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Sie bauen wasserfeste Nester

Mittlere Wespe gestaltet ihre Behausung mit frischem Holz – Bedrohte Art in Birnbaum an Blücherstraße entdeckt

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Dieses Nest der Mittleren Wespe hängt in einem Birnbaum in Manfred Plates Garten. Zwischen 150 und 200 Tiere gehören zu einem Nest. Die vom Aussterben bedrohte Art ist ein angenehmer Nachbar: Denn die Leckereien der Menschen rühren sie nicht an.
Moßmann (3)

 

Eine seltene und daher bedrohte Wespenart hat Manfred Plate in seinem Garten an der Blücherstraße entdeckt. Das filigrane Nest hängt in seinem Birnbaum. Bernd Moßmann, der sich auf das Fotografieren von Insekten spezialisiert hat, war sofort zur Stelle, um die Wespen und ihr Domizil ins Bild zu setzen.

VON ANETTE WULF-DETMER

BURGDORF. Ernst Schmidt, beim Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze der Fachmann für Wespen und Hornissen, hat die Tiere in Plates Garten als Mittlere Wespen identifiziert. „Sie ist die größte heimische Wespenart und wird im Volksmund auch Kleine Hornisse genannt“, sagt Schmidt. Sie ist die Einzige, die ihr Nest im Freien baut. Alle anderen Wespenarten suchen sich regengeschützte und dunkle Plätze.

Und das hat seinen Grund: Die Mittlere Wespe wählt als Baumaterial für ihre Nester frisches Holz, vorzugsweise von Pappeln. Zusammen mit dem Speichel der Insekten entsteht daraus ein wasserfeste Masse. Ihre Verwandten hingegen verarbeiten verwittertes Holz, dadurch würden sich ihre Nester bei Regen auflösen.

Oft werden die etwa fußballgroßen Nester der Mittleren Wespe laut Schmidt beim Heckenschneiden oder Beerenpflücken entdeckt – „wenn es zu spät ist“. Denn die Wespe könne genau unterscheiden, ob nur der Wind durch den Busch streicht und ihr Nest in leichte Schwingungen versetzt, oder ob es sich um ein mechanisches Wackeln handelt. „Dann wird im Nest Alarm ausgelöst und 150 kommen raus und greifen an“, beschreibt Schmidt. Dann hilft nur noch die Flucht.

Habe man das Nest hingegen rechtzeitig entdeckt und nähere sich ihm vorsichtig, ohne am Busch zu wackeln oder die Wespen, die ein- und ausfliegen, anzupusten, passiere nichts.

Die Mittlere Wespe steht seit 1984 auf der Roten Liste bedrohter Arten. Ihr Lebensraum sind Hecken und Büsche in Gärten und in der freien Landschaft. Sie ist zudem ein sehr verträglicher Nachbar: Denn anders als ihre Verwandten, die deutsche und die Gemeine Wespe, verschmäht sie Bratwurst und Marmelade. Die Arbeiterinnen ernähren sich ausschließlich von Baumsäften. Für die Larven, aus denen die neuen Wespen schlüpfen, gehen die Arbeiterinnen auf Insektenjagd. Wissenschaftler haben beobachtet, dass 60 Wespen innerhalb einer Stunde rund 230 Fliegen fangen.

Mitte August löst sich die Wespengemeinschaft im Nest auf. Die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben. Die jungen, begatteten Königinnen fliegen aus. Um den Winter zu überstehen, suchen sie sich ein frostfreies, trockenes Plätzchen. Im nächsten Frühjahr bauen sie dann zunächst ein bescheidenes Nest, legen Eier in die Waben, aus denen nach fünf, sechs Wochen die erste Arbeiterinnengeneration schlüpft. Diese geht auf Futtersuche, vergrößert das Nest und kümmert sich um den Nachwuchs. Denn die Königin legt dann nur noch Eier. Die letzte Wespengeneration des Jahres wird anders gefüttert, sodass sich Königinnen und Drohen entwickeln – und es beginnt alles von vorn.

 

MITTLERE WESPE - Die ersten Papierfabrikanten

Friedrich Gottlob Keller, seines Zeichens Weber, hat 1841 als Erster Papier aus Holz hergestellt. Auf diese neue Produktionsmethode sollen ihn die Mittleren Wespen gebracht haben. Keller hatte die Insekten aufmerksam beobachtet und dann ihr Prinzip nachgeahmt. Heute wird Papier fast ausschließlich aus Holz hergestellt. Vor Kellers Einsatz von frischem Holz für die Papierproduktion waren die Rohstoffe Bast, Hanf und Lumpen oder im Altertum eben Papyrus. dt

 

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11. August 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder erforschen Pflanzenwelt

Hans-Jürgen Sessner vom Nabu hat Aktionen rund um „die Buntmacher“ vorbereitet

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Was blüht denn da?: Bestandsaufnahme der Pflanzenvielfalt auf dem Blühstreifen der Streuobstwiese an der Eseringer Straße.
privat

 

VON JOHANNA STEIN

BURGDORF/LEHRTE/UETZE. Ein Waldsofa bauen, den Wildbienenhügel pflegen oder Wegwarte suchen: Der Naturschutzbund (Nabu) bietet wieder viele Aktionen für junge Naturforscher an. Dabei dreht sich alles um „die Buntmacher“. Damit sind Pflanzen gemeint – „ohne die gäbe es nichts Buntes und auch keine Tierwelt“, sagt Nabu-Jugendwart Hans- Jürgen Sessner.

Kindern die Welt der Wildpflanzen näher zu bringen, sei wichtig, aber nicht ganz einfach, sagt Sessner. „Der Bezug ergibt sich nicht von allein.“ Tiere seien da meist interessanter. Daher sollen viele praktische Aktionen das Thema für die jungen Forscher spannender machen. „Wenn sie die Pflanzen selbst angezogen haben, haben sie eine andere Beziehung dazu“, sagt Sessner.

Auftakt ist am Sonnabend, 13. August, um 10 Uhr. Auch alle weiteren Treffen finden sonnabends um diese Uhrzeit statt. Neben den rund 50 Mitgliedern der Kindergruppe „Die Naturforscher“ sind Gäste zu den Aktionen eingeladen. Wer sich bei Sessner, Telefon (0 51 36) 8 34 43, oder per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf-uetze.de anmeldet, erhält eine Wegbeschreibung zum Treffpunkt.

  • Auf die Suche nach wilder Möhre, Wegwarte und Natternkopf machen sich die Jungforscher am 13. August. Sie werden jede Menge Samen von Wildpflanzen sammeln. Treffpunkt ist auf dem Parkplatz des Hagebaumarktes im Gewerbepark Nordwest.
  • Im Wald Jettlah zwischen Burgdorf und Immensen gibt es ein Waldsofa – einen Sitzkreis aus alten Ästen und morschem Holz. Die Sitzgelegenheit aus Totholz soll am 27. August vergrößert werden.
  • Rührei schmeckt mit selbst gesammelten Kräutern doch gleich viel besser. Davon können sich Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren am 17. September auf dem Gut Adolphshof bei Hämelerwald überzeugen. Das Kräutersammeln mit anschließendem Frühstück kostet 10, für Mitglieder der Naturforscher 5 Euro. Für diesen Projekttag ist eine Anmeldung bei Sessner unbedingt erforderlich.
  • Weder Pflanze noch Tier: Pilze sind eigenartige Lebewesen. In Dachtmissen gehen die Naturforscher am 24. September auf Funghi- Suche.
  • Damit der Wildbienenhügel im „alten Grabeland“ in Lehrte auch weiterhin ein Paradies für die kleine Brummer bleibt, muss einiges getan werden. Am 8. Oktober stutzen die jungen Forscher dort Gras und Stauden.
  • Auch am Laubfroschteich gibt es wieder viel zu tun: Etliche kleine Bäume müssen herausgezogen werden. Bei dem Familieneinsatz im Biotop in der Nähe von Burgdorf am 22. Oktober können auch die Eltern der Naturforscher mitanpacken.
  • Traditionell basteln die Forscher im Herbst kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien. Am 19. November treffen sie sich dazu im Mehrgenerationenhaus Burgdorf, Marktstraße 19.
  • Zum Jahresende laden die Naturforscher zu einem Rückblick mit Bastelaktionen ein – am 17. Dezember im Mehrgenerationenhaus Burgdorf.
  • Zusätzlich gibt es an einem Sonnabend im September oder Oktober einen großen Pflanzeinsatz, bei dem die Kinder ihre Umgebung bunter machen – mit mehreren Hundert vorgezogenen Wildpflanzen. Der Termin ist wetterabhängig und wird kurzfristig bekannt gegeben.

 

04. August 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Exkursion ins Jagdrevier der Fledermaus

Mit Taschenlampe und Detektor werden nachtaktive Jäger beobachtet und belauscht

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Die Beute der Wasserfledermaus sind Mücken, die in der Dunkelheit aus dem Wasser aufsteigen.
Nill

 

VON ANETTE WULF-DETTMER
UETZE/BURGDORF. Zu zwei Nachtwanderungen der besonderen Art lädt der Naturschutzbund im August ein. Am Freitagabend, 12. August, geht es an die Spreewaldseen und eine Woche später an den Burgdorfer Stadtparkteich. Dort wird den Fledermäusen nachgespürt. Die Teilnehmer sollten Taschenlampen mitbringen.

Die große, verzweigte Wasserfläche der Spreewaldseen in Dahrenhorst ist ein hervorragendes Jagdrevier für die fliegenden Säugetiere. „Wenn es warm und trocken ist, tummeln sich dort sehr viele Fledermäuse“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund. Zunächst wird Rose, der seit 13 Jahren ehrenamtlicher Fledermausbetreuer in der Region ist, erklären, wie die Tiere leben, wovon sie sich ernähren und wie sie ihre Beute mit Echosignalen aufspüren.

Sobald die Dämmerung aufzieht, kommen die Jäger aus ihren Baumhöhlen. Mit einem starken Scheinwerfer sollen die pfeilschnellen Tiere beobachtet und mit einem sogenannten Bat Detector ihre Ultraschalllaute für das menschliche Ohr wahrnehmbar gemacht werden, kündigt Rose an. Die bevorzugte Nahrung der Fledermäuse sind Mücken, die in der Dunkelheit aus dem Wasser aufsteigen. Um Beute zu machen, fliegen die Kobolde der Nacht nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche.

Rose und Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner erwarten die Nachtwanderer an beiden Tagen um 20 Uhr – in Uetze auf dem Parkplatz an den Spreewaldseen und in Burgdorf am Parkplatz Finanzamt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

03. August 2016 - Marktspiegel Burgdorf

Jagende Wasserfledermäuse werden beobachtet

NABU-Exkursion „Im Schein der Taschenlampe“

BURGDORF/UETZE (r/jk). Der NABU bietet wieder Exkursionen zu jagenden Wasserfledermäusen an. Bernd Rose, der Fledermausbetreuer der Region Hannover-Ost, der sich schon seit vielen Jahren für den Fledermausschutz einsetzt, wird an den beiden Abenden ab 20.00 Uhr zunächst eine allgemeine Einführung über das Leben der Fledermäuse geben.

Bei einsetzender Dämmerung können dann die umherfliegenden Fledermäuse, zunächst meist Zwergfledermäuse, beobachtet werden. Mit Hilfe eines Batdetectors werden dann aber auch die Ultraschalllaute, die die Fledermäuse beim Fliegen ausstoßen, für den Menschen hörbar gemacht. Mit einsetzender Dunkelheit kommen dann die Wasserfledermäuse aus ihren Baumhöhlen. Mit einem starken Scheinwerfer können dann die Jagdflüge der Tiere über den Wasserflächen beobachtet werden. Die Exkursionen enden gegen 22.30 Uhr.

Am 12. August ist der Treff um 20.00 Uhr am Parkplatz Spreewaldsee in Uetze, am 19. August um 20.00 Uhr am Parkplatz Finanzamt Burgdorf.

An beiden Terminen wird auch der Jugendwart des Stadtverbandes, Hans-Jürgen Sessner, dabei sein.

 

02. August 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wo sollen die Windräder stehen?

Radtour mit Otzes Bürgermeister zu möglichen Standorten

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Ortsbürgermeister Carl Hunze (vorn, rotes Poloshirt) erklärt den Teilnehmern der Fahrradtour die landschaftlichen Gegebenheiten im Otzer Bruch. im Hintergrund ist der Windpark Ehlershausen zu sehen.
Heine

 

Das Thema Windenergie ist in Otze ein Aufreger. Das zeigte einmal mehr die Beteiligung an einer von Ortsbürgermeister Carl Hunze geführten Radtour zu den möglichen Standorten eines neuen Windparks auf Otzer Gebiet. Mehr als 30 Bürger schlossen sich der Fahrt an.

VON SYBILLE HEINE

OTZE. Der Ortsbürgermeister hatte sich gut vorbereitet. Er zeigte den Radlern zunächst das im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ausgewiesene Vorranggebiet nordöstlich der Bundesstraße 3 im Westen Otzes. Im Dorf wird diese Fläche wegen der Nähe zum Ort kritisch gesehen. Ein Mindestabstand zur Wohnbebauung von 1000 Metern, wie ihn auch die Burgdorfer Politiker fordern, wäre dort kaum einzuhalten.

In etwa acht Kilometern Entfernung von Otze liegt die von Hunze favorisierte Fläche. Der mögliche Windparkstandort befindet sich nördlich des Röhndammes im Otzer Bruch. Neue Anlagen könnten dort im Anschluss an den zu Ehlershausen gehörenden Windpark entstehen. Dieses Gebiet ist jedoch nicht nur Landschaftsschutzgebiet, sondern seit Neuestem auch eine vorläufig gesicherte Überschwemmungsfläche. Beides sind in den Augen der Planer des RROP Ausschlusskriterien für Windkraftanlagen. Allerdings teilen ihre Kollegen von der Unteren Wasserbehörde der Region Hannover diese Auffassung bezüglich der Überschwemmungsfläche nicht. Deshalb werden sich demnächst der Fachausschuss für Regionalplanung und die Regionsversammlung mit dem Thema befassen.

Hunze gab den Teilnehmern seine Einschätzung der Lage. Seiner Meinung nach könne im Otzer Bruch auf beide Gebietsschutzkategorien verzichtet werden, um der Windenergie Vorrang zu geben. Insbesondere von der Ausweisung als Überschwemmungsgebiet hält Hunze gar nichts. „Die Wasserstände der Alten und der Neuen Aue werden über ein Schöpfwerk reguliert“, erklärte er.

Der Naturschutzbund (Nabu) bewertet das Thema allerdings anders. Für Dieter Kleinschmidt und Bernd Rose, Vorstandsmitglieder im Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze, sind 200 Meter hohe Windkraftanlagen mitten in der Feldmark keine Option. Sie sehen Fledermäuse, Kraniche und Störche in Gefahr, die mit den Rotorblättern kollidieren könnten. „Eine Naturidylle wird abgewertet“, fürchtet Rose.

 

23. Juli 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kein Land für Schmetterlinge?

Naturschützer: Zahl der Falter sinkt rapide – Wegränder werden oft abgepflügt – Landwirt appelliert an Kollegen

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Wie eine Smokingfliege (großes Bild) rahmen die beiden Zitronenfalter eine Distel am Walkenmühlenfeld ein. Das Tagpfauenauge (oben) gaukelt am Paradiesweg von Blüte zu Blüte. Das Landkärtchen (unten) sonnt sich auf einer Wiese am Bösselberg.

 

Jeden Sommer geht Hobbyfotograf Bernd Moßmann auf Fotopirsch nach Schmetterlingen. „Doch die Ausbeute ist recht dünn“, berichtet er von seiner diesjährigen Suche nach den filigranen Fliegern. Das deckt sich mit den Beobachtungen Ernst Schmidts vom örtlichen Naturschutzbund (Nabu), der vor allem die ausgeräumte Landschaft dafür verantwortlich macht.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. „Früher war nach einer langen Autofahrt die Windschutzscheibe zu von Insekten, heute ist das nicht mehr der Fall. Das ist der beste Beweis, dass die Schmetterlinge von Jahr zu Jahr rapide weniger werden“, sagt Ernst Schmidt, der sich im Laufe seines ehrenamtlichen Engagements für den Naturschutz zu einem Schmetterlingskenner entwickelt hat. Hauptursache für den Rückgang der Falter und vieler anderer Insekten ist nach Ansicht des Burgdorfers die intensive Landbewirtschaftung.

Weil Ackerland immer teurer werde, würden vielerorts die letzten Eckchen beackert, kritisiert Schmidt. Die Wegeseitenränder würden nicht selten bis auf einen spärlichen Streifen umgepflügt und Wiesen für die Produktion von Energiepflanzen umgebrochen. Ein Übriges täte dann oft der Einsatz von Pflanzenschutzmittel, zählt der Nabu-Mann auf. Gerade die Feldraine haben eine zentrale Bedeutung für den Schutz von Flora und Fauna. „Denn sie sind Trittsteine, die Landschaften miteinander vernetzen“, erklärt Schmidt. „Die privaten Gärten können diesen Verlust an Lebensraum für Schmetterlinge und andere Insekten nicht ausgleichen“, macht er das Dilemma deutlich.

„Das Umpflügen von Randbereichen an Wegen, Gräben und Gehölzen ist mit nichts zu rechtfertigen“, stimmt Bezirkslandwirt Cord-Heinrich Schweer dem Naturschützer zu. Als Landvolkvertreter könne er nur immer wieder an seine Kollegen appellieren, die Freiräume für die Natur zu erhalten. Doch Schweer weist auch darauf hin, dass „die Wirtschaftswege in der Feldmark ausgebaut wurden, damit die Landwirte ihre Äcker erreichen können“.

Das Blühstreifenprogramm gibt es laut Schweer nach wie vor. Er selbst sei kein großer Freund davon. „Denn die Vorgaben sind so angelegt, dass man bei der Rekultivierung der Blühstreifen sehr viel Pflanzenschutzmittel einsetzen muss, damit Disteln und Brennnesseln nicht das Feld überwuchern.“ Schweer bestellt deshalb Feldparzellen mit vorgegebenen Blühpflanzenmischungen – und zwar ganzjährig. Solch blühenden Äcker sind Teil des EU-Greening-Programms.

Einige Schmetterlinge hat Bernd Moßmann dann aber doch entdeckt: am Paradiesweg und am Bösselberg in der Südstadt, an der Ampel in Beinhorn und im Stadtpark.

 

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Blumen statt Kartoffeln: Diesen Acker zwischen Klärwerk und B188 hat Cord-Heinrich Schweer mit einer Blühmischung nach dem EU-Greening- Programm bestellt. Den Schachbrettfalter (kleines Bild) hat Bernd Moßmann auf der Streuobstwiese entdeckt.
Wulf-Dettmer/Moßmann (4)

 

KOMMENTAR

Zeit für ein Pilotprojekt

c-2016-07-23-01-3 VON ANETTE WULF-DETTMER

Landwirte, Stadt und Naturschützer sollten sich an einen Tisch setzen und gemeinsam Lösungen für den Erhalt einer vielfältigen Natur entwickeln. Es reicht offensichtlich nicht aus, die Felder ordnungsgemäßzubewirtschaften. Als Eigentümer von Acker- und Grünland tragen die Bauern eine besondere Verantwortung für das Lebensumfeld von Mensch und Natur direkt vor ihrer Hoftür.

Warum sollten die Burgdorfer Bürger nicht mit gutem Beispiel vorangehen und Hecken, Teiche und breite Wegrainen in den Gemarkungen anlegen – jenseits aller bürokratisch überfrachteten Förderprogramme der EU?

 

05. Juli 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Flaumball mit spitzen Krallen

Der Nabu in Hänigsen organisiert eine Exkursion zu Störchen und Schleiereulen

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NABU Exkursion zu Störchen und Schleiereulen

 

UETZE/BURGDORF. Mehr als 40 Kinder und Erwachsene haben sich auf Einladung des Nabu in Hänigsen bei der Bäckerei Laube und auf Hof Brönnemann in Weferlingsen eingefunden, um den Ausführungen der Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt zu Störchen und Schleiereulen zu lauschen.

In Hänigsen zeigte sich einer der Altstörche ausdauernd dem Publikum und beschäftigte sich mit Nestpflege und Nahrungsaufnahme. Von den beiden Jungstörchen im Nest ließ sich noch keiner blicken.

Auf Hof Brönnemann erreichte die Exkursion ihren Höhepunkt, als Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt zwei von fünf jungen Schleiereulen aus dem Nest holten und den staunenden Zuschauern zeigten. Die Kinder drängten sich nach vorn, und alles, was ein Foto machen konnte, wurde hochgehoben. Die kleinen Eulen ähnelten einem Flaumball, aber der scharfe Schnabel und die spitzen Krallen schauten schon aus dem Knäul heraus.

Fazit der beeindruckten Teilnehmer: Es war ein lehrreicher und spannender Vormittag.

 

01. Juli 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wenn die Klingel ertönt, halten die Radler an

Naturkundliche Nabu-Fahrradtour mit Überraschungsziel

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Der Nabu lädt ein zur naturkundlichen Fahrradtour.
Schmidt

 

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF/LEHRTE. Das Ziel der naturkundlichen Fahrradtour, zu der der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze für Sonntag, 10. Juli, einlädt, bleibt im Vorfeld für die Teilnehmer geheim.

Zumindest solange, bis es Tourleiter Ernst Schmidt den Radlern, die sich um 14 Uhr auf dem Burgdorfer Schützenplatz treffen, anvertraut. „Ich bin schon beim Einkaufen angesprochen worden“, sagt Schmidt, der die Fahrten seit rund 12 Jahren organisiert. „Aber ich verrate vorher nichts. Das wissen die Leute.“

Klar ist: Die Fahrt, in deren Verlauf es auch eine Pause in einem Café geben wird, umfasst eine Strecke von gut 25 Kilometern, die Rückkehr ist für circa 18 Uhr geplant. Obwohl Schmidt sich eine genaue Route ausgedacht hat, ist während des Fahrens noch Raum für Spontaneität: „Ich habe zusätzlich zur normalen eine spezielle Klingel am Fahrrad. Wenn die ertönt, heißt es: Gespräche einstellen – Achtung, wir bremsen gleich.“

Beim Fahren, sagt Schmidt, habe er außerdem immer ein Ohr für Vogelstimmen und die Natur am Wegesrand: „Ob Wasser oder Pflanzen, vieles passiert aus dem Moment heraus.“ Zusätzlich wird er – so entstand seinerzeit die Idee zu den Fahrradtouren – auch Nabu-eigene Grundstücke mit ihren speziellen Eigenarten vorstellen.

 

27. Juni 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wissenswertes über die Heilkraft der Pflanzen

Naturschutzbund unternimmt Exkursion mit Heidrun Roland

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Wissenswertes über die Heilkraft der Pflanzen
Heine

 

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Einmal im Jahr organisiert der Naturschutzbund eine Heilpflanzenexkursion – und deshalb ging es gestern zu einer Wildblumenwiese im Gewerbepark Nordwest an der B 188. Unter der Leitung von Diplombiologin Heidrun Roland erfuhren mehr als 30 Teilnehmer viel Wissenswertes über die heilsame Wirkung von häufig als Unkräuter geschmähten Pflanzen, die einfach vor der Haustür wachsen, dass sich einige eifrig Notizen machten.

Wer weiß heute schon noch, dass die Bitterstoffe in den Blättern der Schafgarbe den Appetit anregen und vor dem Einsatz von Hopfen dem Bier beigemengt wurden. Weitgehend unbekannt dürfte auch sein, dass das Verreiben von Spitzwegerich-Blättern auf der Haut antibiotisch wirkt, was heilsam bei Mücken- und Zeckenstichen ist.

Die beiden Exkursionsteilnehmer Ulrike Herr und Knut Kabus begründeten ihr Interesse an Heilpflanzen damit, dass die Schulmedizin nicht alle Leiden lindern könne. Die uralte Pflanzenheilkunde sei eine Alternative und habe sich in vielen Fällen bewährt. „Das Wissen über die Heilkraft der Pflanzen darf nicht verloren gehen. Ich liebe Pflanzen. 50 Prozent meiner Urlaubsfotos sind Pflanzenmotive“, sagte Herr.

Einleitend hatte Exkursionsleiterin Roland darauf hingewiesen, dass Vielstoffgemische aus Blüten, Wurzeln und Blättern langsamer und milder wirken als synthetisch hergestellte Heilmittel und weniger Nebenwirkungen haben. Sie empfahl, Heilpflanzen nur im eigenen Garten zu ernten, um Pestizidbelastungen zu vermeiden oder Heilpflanzen aus der Apotheke zu verwenden.

Seit 13 Jahren unterweist Roland interessierte Burgdorfer in Sachen Heilpflanzen. Obwohl sie vor ihrem Ruhestand in der pharmazeutischen Industrie tätig war, hält sie den Gegensatz zwischen Schulmedizin und Pflanzenheilkunde für überholt. Bei ihren Exkursionen wird sie auch immer wieder gezielt nach Behandlungsmöglichkeiten bei gesundheitlichen Problemen gefragt und gibt bereitwillig Auskunft.

 

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Heidrun Roland (rechts) gibt ihr Wissen über Heilpflanzen an die Teilnehmer der Nabuexkursion weiter. Sie hören aufmerksam zu.
Heine

 

10. Juni 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hausbesuch bei Schleiereule und Storch

Naturschutzbeauftragter lädt zur Exkursion nach Hänigsen ein

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Waldkauz – hier ein Jungtier – brütet im Gemeindegebiet. Erhard Zander (Bild rechts) hat eine kleine Schleiereule aus dem Nest geholt.
privat / Heine

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

HÄNIGSEN/BURGDORF. Wie es in der Kinderstube der Schleiereule aussieht, zeigt und erklärt Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover, am Sonntag, 19. Juni. Zu der naturkundlichen, kostenlosen Exkursion erwartet Zander, der seit Jahrzehnten den Eulenbestand in Uetze und Burgdorf im Blick hat, kleine und große Naturfreunde um 10.30 Uhr an der Kirche in Hänigsen. Treffpunkt in Burgdorf ist um 10.15 Uhr der Schützenplatz.

Die vergangenen milden Winter haben dazu beigetragen, dass sich der Eulenbestand gut entwickelt hat. Zander erwartet, dass im Herbst mit der zweiten Brut der Paare die 5000. Eule im Nordosten der Region schlüpft.

Doch auch die nahen Verwandte der Eulen, die Familie der Käuze, fühlen sich hier zu Hause. „Ein Uhu zieht in der Gemeinde in diesem Jahr zwei Junge auf“, berichtet Zander. Einen Raufußkauz, der bislang nur im Fuhrberger Holz anzutreffen sei, habe er vor Kurzem im Burgdorfer Holz gehört. Dort sei ihm auch ein Sperlingkauz aufgefallen. „Zu Gesicht bekommt man diesen drosselgroßen Vogel kaum, weil er in den Wipfeln der Bäume lebt.“ Auch Hinweise auf Waldkäuze, die laut Zander vor allem in Baumhöhlen brüten, und eine Waldohreule hat der Naturschutzbeauftragte entdeckt. „Einen Waldkauz habe ich auch schon einmal in einem Eulenkasten gefunden.“

Ein weiteres Ziel der Exkursion wird das Storchennest auf der Bäckerei Laube sein. Via Webkamera kann das Treiben in Adebars Kinderstube jederzeit beobachtet werden. „Wenn wir Glück haben, sehen wir einen Altstorch beim Füttern der Jungen.“ Zander wird darüber informieren, wie die Jungstörche in Hänigsen und an den anderen Standorten die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage überstanden haben.

 

31. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Burgdorfer Storchenmännchen ist tot

Mitarbeiter der Kläranlage entdecken das Tier nur 900 Meter vom Nest entfernt in der Aueniederung

BURGDORF. Das Burgdorfer Storchenmännchen, das seit Anfang Mai nicht mehr sein Nest auf dem Schornstein in der Aueniederung aufgesucht hatte, ist tot. Mitarbeiter der Kläranlage haben den Vogel am Sonnabend auf dem Rasen des Geländes – nur 900 Meter vom Nest entfernt – gefunden. Bernd Rose vom Naturschutzbund hat den toten Storch an seiner Beringung eindeutig identifiziert.

„Der Storch wurde seit dem 4. Mai nicht mehr auf dem Nest gesehen. Das Weibchen gab daraufhin die Brut auf“, berichtet Rose. Das Storchenmännchen soll sich seit vergangenen Montag regelmäßig am Klärwerk aufgehalten haben. Es suchte auf dem Rasen sowie in den Müllcontainern nach Nahrung, wie laut Rose in den vergangenen Jahren auch. Der Storch konnte zwar noch fliegen, machte aber einen matten Eindruck, berichtet der Burgdorfer Storchenexperte.

Zur Todesursache gibt es keine exakten Erkenntnisse. Rose hat nur festgestellt, dass der Storch weder einen Flügel gebrochen hatte noch andere äußere Verletzungen aufwies. Der Storchenbeauftragte der Region, Reinhard Löhmer, vermutet, dass ein „inneres Problem“ Todesursache war. „Denn der Storch war sieben Jahre alt und damit im besten Mannesalter.“ Die Entdeckung sei zwar unerfreulich, aber zumindest wisse man jetzt, weshalb im Nest nicht mehr gebrütet wurde. „In dieser frühen Phase muss ein Partner aufgeben. Frühestens ab der fünften Woche können Jungstörche von einem Elternteil allein versorgt werden“, sagt Löhmer. dt

 

25. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Störche stehen unter Beobachtung

Paare haben Nester gut angenommen und zu brüten begonnen

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In Dachtmissen brüten die Störche offenbar.
Moßmann

 

VON ANTJE BISMARK

DACHTMISSEN/SCHILLERSLAGE. Mit Spannung beobachtet Naturfotograf Bernd Moßmann in diesen Tagen das Storchennest in Dachtmissen: Denn das dort lebende Paar hat offenkundig die ersten Eier gelegt und mit dem Brüten begonnen. „Die Störchin brütet tief ins Nest geduckt“, schildert Moßmann seine Eindrücke. Sie stehe nur noch selten auf, um etwas im Nest zu richten – während das Männchen meist auf dem Nest stehe und sich vorwiegend um die Pflegearbeiten kümmere. „Es ist sogar denkbar, dass bereits Küken geschlüpft sind“, meint Moßmann. Dann würde die Störchin nun ihren Nachwuchs wärmen, vor allem bei den kühlen Temperaturen am Dienstag. Schutz benötigen mögliche Jungen auch vor dem Regen.

Auch in Schillerslage schauen Naturfreunde gebannt zum Storchennest, auf dem sich zwei Vögel niedergelassen haben. „Ein dritter hatte versucht, anzufliegen“, hat Lars Fandrich beobachtet. Er wie Bernd Rose vom Naturschutzbund (Nabu) und andere Anwohner warten nun, ob das Duo mit der Brut beginnt. Der Nabu hat den Horst auf der Weide von Wolfgang Heldt in diesem Frühjahr aufgestellt.

 

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Angekommen: Zwei Störche haben inzwischen das neue Nest in Schillerslage bezogen.
Fandrich

 

24. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder lernen, Messerklingen aus Feuersteinen zu schlagen

Junge Naturforscher wandeln auf den Spuren unserer Vorfahren

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Der Biologe und Naturfreundehaus-Chef Christian Helmreich zeigt den jungen Naturforschern verschiedene Techniken.
Hanke

 

VON SUSANNE HANKE

GRAFHORN. Einmal wie Steinzeitmenschen Feuer machen oder Messerklingen aus Feuersteinen schlagen – das probierten die Naturforscher der Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte am Wochenende gemeinsam mit Jugendwart Hans-Jürgen Sessner im Naturfreundehaus Grafhorn.

Unter Anleitung von Naturfreundehaus- Chef Christian Helmreich testeten die fünf- bis 14-jährigen Mädchen und Jungen ihr handwerkliches Geschick. Mit Schutzbrille und Arbeitshandschuhen wurde vor den erst kürzlich fertiggestellten Eisenzeithäusern mit Hingabe an den Klingen gearbeitet. „Gezielte Schläge von oben, absolut gerade ausgeführt, ergeben dünne, scharfe Kanten“, erklärte Helmreich. Das mit den Steinklingen sogar Grashalme geschnitten werden können, zeigte er im anschließenden Test.

Die Feuersteine seien in der Gegend hier überall zu finden. „Sie kommen ursprünglich aus der Ostsee und sind durch die Gletscher hierher gelangt“, so Helmreich. Beliebt war an diesem Tag auch das Specksteinschnitzen, bei dem jeder Teilnehmer seinen eigenen Anhänger formte.

Mit Stockbrot am Lagerfeuer und einer Nachtwanderung endete das Abenteuer der Reise in die Vergangenheit für die 33 jungen Forscher.

 

19. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Mehr Störche: Konkurrenz um Nester wächst

Das Wetter erschwert die Aufzucht zusätzlich

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Das Nest auf dem Turm der ehemaligen Konservenfabrik in Burgdorf ist verwaist; dieses Storchenpaar in Dachtmissen hingegen soll derzeit noch am Brüten sein.
Moßmann

 

mit dem nachwuchs in den Storchennestern ist es in diesem frühjahr nicht zum Besten bestellt. Erst haben die frisch geschlüpften Vögel unter der Kälte Ende April/Anfang mai gelitten. Jetzt erschwert die trockenheit die futtersuche der Elterntiere. Darüber hinaus sorgt die wachsende Konkurrenz um gute neststandorte zusätzlich für unruhe rund um die Horste.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/UETZE. Im Burgdorfer Storchennest auf dem Turm der ehemaligen Konservenfabrik in der Aueniederung wird es in diesem Jahr voraussichtlich keinen Nachwuchs geben. Denn seit dem Himmelfahrtstag wurde das Männchen nicht mehr auf dem Nest gesehen. Bernd Rose vom Naturschutzbund (Nabu) in Burgdorf vermutete zunächst, dass der Storch verschwunden ist, weil Unbekannte an dem Tag am Fuß des Turms Böller gezündet hatten.

Das muss laut Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter der Region Hannover, jedoch nicht der Grund sein, warum das Burgdorfer Nest verlassen ist. „Nach meinen Aufzeichnungen war das Paar am 11. April ganz sicher am Brüten“, schreibt er Rose. Geschlüpft sein dürften die Jungstörche laut Löhmer Ende April/Anfang Mai – und damit in einer Phase ungünstiger Wetterbedingungen. „Die Nachttemperaturen lagen nahe null, dazu war es streckenweise recht feucht: beides keine günstigen Voraussetzungen für die Aufzucht.“ Einige Frühbrüter in der Region hätten deshalb alle Jungtiere verloren. Das kann laut Löhmer auch der Grund sein, dass der Burgdorfer Horst verlassen ist.

Die Elterntiere, deren Nachwuchs später geschlüpft ist, haben ein anderes Problem. „Wenn die Jungtiere schlüpfen, sind sie so groß wie Spatzen und können nur weiche Nahrung wie Regenwürmer und Schnecken aufnehmen“, sagt Rose. „Doch sobald es warm und vor allem so trocken ist wie seit mehr als zehn Tagen, finden die Eltern dieses Futter nicht.“

Die Störche haben sich laut Rose in Deutschland gut entwickelt, das liege vor allem an der besseren Betreuung der Tiere als noch vor 20 Jahren. Die Kehrseite der Medaille: „Je mehr Störche, desto höher der Konkurrenzdruck.“ Noch immer zögen Trupps junger Männchen durchs Land, um sich einen Horst zu erobern. „Gewinnt der Neue den Kampf um einen Neststandort, schmeißt er die alten Eier raus, um mit dem Weibchen neu zu brüten.“ Allerdings sei das Jahr für eine neue, erfolgreiche Aufzucht bereits zu weit fortgeschritten.

Auch wenn der Altstorch gewinnt, könne die Brut während des Kampfes verloren gehen, erklärt Rose. Um den Konkurrenzdruck zu verringern, versucht der Nabu, mehr Nester bereitzustellen. „Unsere Möglichkeiten sind aber beschränkt, weil das Nahrungsangebot am neuen Standort ausreichend sein muss“, sagt Rose.

 

14. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zwischen Himmelreich und Bunker

 

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IMMENSEN. Mit 25 Teilnehmern bei sonnigem Wetter und kühlen 6 Grad hat die SPD Immensen ihre Fahrradtour Richtung Lehrte gestartet. Erster Stop war das Himmelreich in der Nähe vom Allerbeck. Der Regionsnaturschutzbeauftragte Christian Helmreich erläuterte die hiesige Flora und Fauna. Anschließend ging die Fahrt weiter zur Lehrter Streuobstwiese im Lehrter Stadtpark mit einem Zwischenstop bei der Reiherkolonie. Bei der Wiese angekommen erklärte NABU-Vorstandsmitglied Bernd Rose, wie diese entstanden ist. Abschließend besichtigten die Tourteilnehmer den Fledermaus-Bunker.

Der Tag endete mit einem netten Grillen im Garten des Verbands Wohneigentum bei Wurst und Glühwein. Die Tourteilnehmer plauschten miteinander über die Erlebnisse des Tages.

 

09. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder erforschen den Lebensraum Pferdestall

 

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Wer frisst wen?: Hans-Jürgen Sessner vom Naturschutzbund veranschaulicht den Kindern mithilfe von roten Bändern, in welcher Beziehung die Tiere im Pferdestall zueinander stehen.
Heine

 

SCHILLERSLAGE. In der Natur hängt alles zusammen. Das haben 20 junge Naturforscher, Mitglieder der Nabu-Kindergruppe im Alter von sieben bis zwölf Jahren, bei einer Exkursion gelernt. Ziel war am Sonnabend der Reitstall Alter Posthof am Ambossweg.

Die Kinder wollten wissen, was in einem Stall neben den Pferden noch so alles leben kann. Als die Gruppe die Stallgasse betrat, machten einige Mitbewohner sofort auf sich aufmerksam. Rauchschwalben flogen aufgeregt hin und her. Sie brüteten in ihren Nestern über den Köpfen der Besucher.

Andere Stallbewohner waren nicht so präsent. Gruppenleiter Hans-Jürgen Sessner und Nabu- Mitglied Ingo Hartkopf erklärten, dass nicht nur Pferde gern Hafer fressen, sondern auch Mäuse, die wiederum Katzen und Schleiereulen schmecken. Wie zur Bestätigung hatte in dem Moment der schwarze Stallkater seinen großen Auftritt.

Den Kindern entdeckten aber noch weitere Tiere, die im Stall leben: Spinnen zum Beispiel, Fliegen, angelockt vom Pferdemist und blutsaugende Bremsen, die zur Plage für Pferde werden können.

Anschließend ging die Gruppe auf eine Wiese neben dem Stall, wo Sessner die Nahrungsketten noch einmal spielerisch deutlich machte. Er verteilte Karten, auf denen die im Stall lebenden Tierarten verzeichnet waren. Mithilfe von roten Bändern wurde die Fressfolge markiert. sy

 

07. Mai 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Stadtpark ist ein Vogelparadies

Zurückhaltende Pflege durch die Stadtgärtner erhält die Vielfalt an Lebensräumen

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Der Stadtpark mit seinen Wasserflächen bietet Lebensraum für Vögel wie den Zilpzalp (kleine Bilder, von oben), die Wacholderdrossel und den Zaunkönig, hier sein Nest im Totholz. Auch der Baumpilz ist ein Zeichen für die Urwüchsigkeit des Parks.
privat (5)

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Der Stadtpark präsentiert sich im Mai von seiner schönsten Seite. Seine Farben changieren von Hellgrün über Weiß und Zartrosa bis hin zu kräftigen Rottönen. Doch der Park mit den Wasserflächen, dichtem Unterholz, Altbäumen, offenen Grasflächen und Auebereich ist nicht nur für die Menschen ein herrliches Fleckchen Erde zum Erholen, sondern auch Lebensraum für viele Vogelarten.

„Denn er bietet so viele verschiedene Lebensräume für so viele verschiedene Vögel“, sagt Ernst Schmidt vom örtlichen Naturschutzbund. Die Liste der Vögel, die im Park leben, liest sich wie ein Auszug aus einem ornithologischen Lexikon. Star, Blau- und Kohlmeise sowie Trauerschnäpper brüten in Naturhöhlen. Feldsperling, Sumpfund Schwanzmeise bevorzugen Nistkästen. Auf den Grasflächen findet man Amsel, Star, Wacholderdrossel und Bachstelze. Das Reich von Zaunkönig, Zilpzalp, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Hausrotschwanz sind Büsche. In Bäumen nisten Grün- und Buntspecht, Girlitz, Grasmücken- und Finkenarten.

„Auch die seltene Nachtigall fühlt sich im Stadtpark wohl“, sagt Schmidt. Die große Artenvielfalt führt er vor allem auf die zurückhaltende Pflege des Parks zurück. „Die Stadtgärtner sind beim Naturschutz auf einem guten Weg.“

 

20. April 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein sicherer Transport für 1801 Tiere

Mitglieder des Naturschutzbundes helfen Kröten, Fröschen und Molchen über die Kreisstraße bei Kolshorn

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Links: Seltenes Exemplar: Einer von acht Molchen, den die Helfer in diesem jahr über die Straße getragen haben.

Mitte: Amphibien-Ausbeute: Die Frösche und Kröten werden in Wannen voller Laub zu ihrem Laichgewässer getragen.

Rechts: Das kleinere Männchen sitzt stets oben: Den Helfern sind auch etliche Froschpaare in die Eimer gegangen.
privat

 

Die Helfer des naturschutzbundes (Nabu) ziehen eine positive Bilanz: Sie haben 1801 Kröten, Frösche und Molche über die Kreisstraße zwischen Ahlten und Kolshorn getragen und viele davon vor dem sicheren Tod durch Autoreifen bewahrt. Den Fangzaun haben die Amphibienfreunde dort bereits abgebaut.

VON KATJA EGGERS

KOLSHORN. Insgesamt retteten die Naturschützer exakt 1801 Tiere. Die Anzahl, die die Helfer in diesem Jahr über die Straße getragen hat, ist damit nahezu identisch mit der des Vorjahres – 2015 waren es 1805 Amphibien gewesen. „Diesmal hatten wir allerdings deutlich mehr Frösche in den Eimern, und 70 Prozent von ihnen waren Weibchen mit dickem Laichbauch“, berichtet Nabu- Helferin Ines Fracke. Im Vorjahr hatte sie 342 Frösche, 1460 Kröten und drei Molche gezählt. In diesem Jahr notierte Fracke 474 Frösche, 1319 Kröten und acht Molche.

Die Tiere waren auf ihren Wanderungen zum nahe gelegenen Laichgewässer in Eimer geplumpst, die die Helfer Ende Februar entlang des Fangzaunes an der viel befahrenen Kreisstraße in den Boden eingelassen hatten. Morgen für Morgen wurden die Tiere dann von den Eimern in eine große Wanne gesetzt und darin über die Straße getragen. Auf der anderen Seite brachten die Helfer die Lurche noch bis zu ihrem Laichteich und setzten sie dort ins Wasser.

„In der heißen Phase hatten wir an manchen Tagen an die 200 Tiere in den Eimern“, sagt Fracke. Die Nabu-Helferin ist mit dem Einsatz zufrieden. „Nächstes Jahr machen wir das gern wieder“, sagt sie und lacht.

 

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Eine Heimat im kühlen Nass: Tabea Fracke (11) setzt Amphibien von der Transportwanne ins Laichgewässer.
privat

 

13. April 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Kröten haben den Teich am Waldbad erobert

 

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Im Krötenteich am Ramlinger Waldbad herrscht schon reger Betrieb: inzwischen sind fast alle Amphibien eingetroffen, die dort jedes Jahr ablaichen.
Moßmann

 

RAMLINGEN. Während der Badebetrieb im Naturwaldbad am Ramlinger Ortsrand noch ruht, herrscht im Teich gleich nebenan schon reges Leben. Nach dem langen Winterschlaf haben sich dort Hunderte Kröten eingefunden, um ihrem Laichgeschäft nachzugehen.

Die Kröten überwintern jenseits der Kreisstraße Richtung Engensen. Damit sie auf ihrem Weg zum Teich nicht unter die Räder der Autos kommen, bauen Mitglieder des örtlichen Naturschutzbunds im zeitigen Frühjahr einen Zaun entlang der Straße auf.

„Die Kröten wandern, wenn die Temperatur in der Nacht nicht unter 7 Grad sinkt und es etwas feucht ist“, erklärt Burgdorfs Naturschutzbeauftragter Dieter Kleinschmidt.

Jeden Morgen sammelt Familie Hein aus Ehlershausen die Kröten ein, die sich über Nacht am Zaun gesammelt haben. „In diesem Jahr waren es bislang rund 360 Tiere“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund. Der Hauptpulk ist laut Kleinschmidt inzwischen durch. Der Krötenzaun am Waldbad, übrigens der einzige im Stadtgebiet, werde deshalb bald abgebaut.

Für die Herbstwanderung wird laut Kleinschmidt kein Schutzzaun nötig. „Zwar wandern die Amphibien dann zurück in ihre Winterquartiere, aber sie sind schneller, sodass sie die Straße ruckzuck überquert haben“, erklärt der Naturschutzbeauftragte und nennt den Grund für die Schnelligkeit: Die Weibchen müssen nicht mehr die Männchen auf ihrem Rücken tragen. dt

 

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Ein besonders stattliches Krötenweibchen.
Moßmann

 

24. März 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zum Steineputzen in den Park

Kinder helfen dem Naturschutzbund, den Baumlehrpfad auf Vordermann zu bringen

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Exkursion in den Stadtpark: Die Ferienkinder des Kinderschutzbunds putzen die Namenssteine des Baumlehrpfades (großes Bild) und untersuchen den Stumpf (kleines Bild), der nach dem Fällen von einem hohlen Baum übrig geblieben ist.
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VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Mit Spaten, Schaufel, Bürsten und Eimer sind am Dienstag 24 Kinder und ihre fünf Betreuer losgezogen. Ihre Aufgabe: den Baumlehrpfad im Stadtpark aufräumen. Vor allem ging es darum, die im Erdboden einbetonierten und im Laufe der Zeit zugewachsenen Natursteine mit den Namen der Bäume aufzuspüren und zu säubern. Abgeholt wurden die Sechs- bis Zehnjährigen, die zurzeit die Ferienbetreuung des Kinderschutzbundes besuchen, von Ernst Schmidt, Einsatzleiter des Naturschutzbunds (Nabu).

Doch die Kinder mussten nicht nur arbeiten, versicherte Schmidt. Nebenbei durften sie auf den Stümpfen gefällter Bäume balancieren, und Schmidt erklärte ihnen, warum Bäume überhaupt abgeholzt werden müssen. Er machte die Jungen und Mädchen auf Vögel aufmerksam, die teilweise schon mit dem Nestbau beginnen. Großes Interesse fand ein Stück Totholz, auf dem die Spuren der Larven und Käfer, die einmal hinter der Borke des Stamms lebten, noch deutlich erkennbar waren.

„Wir haben allerdings nicht alle Steine gefunden“, sagte Schmidt. Er wolle jetzt gemeinsam mit dem Naturschutzbeauftragten Dieter Kleinschmidt und Nabu-Mitgliedern, die den Lehrpfad vor zehn Jahren mit angelegt haben, nach den restlichen fahnden.

Denn der Nabu plant eine Neuauflage des Handzettels zum Baumlehrpfad. Die ersten beiden Auflagen sind längst vergriffen. In dem Flyer sind die Standorte von 38 heimischen und exotischen Bäumen im Stadtpark aufgeführt, darunter ein Urweltmammut-, ein Amber- und ein Tulpenbaum.

 

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Exkursion in den Stadtpark: Die Ferienkinder des Kinderschutzbunds putzen die Namenssteine des Baumlehrpfades (großes Bild) und untersuchen den Stumpf (kleines Bild), der nach dem Fällen von einem hohlen Baum übrig geblieben ist.
privat (2)

 

21. März 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Sport und Natur stehen bei Golfern im Einklang

Anlage in Ehlershausen erhält Gold-Zertifikat

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Friedhelm Buchholz (großes Bild, links) erläutert dem Auditor Bodo Rüdiger, wie dieser Bunker angelegt worden ist. Später nehmen Martin Bocksch (kleines Bild, von rechts) und Bodo Rüdiger einen Bunker in Augenschein, dessen steile Kante mit Grassoden befestigt ist. Bei der Besichtigung des Platzes werden sie von den Vereinsmitgliedern Hero Maaßen, Friedhelm Buchholz und Greenkeeper Hartmut Voigt begleitet.
Schiller (2)

 

Der Golfplatz in Ehlershausen ist nicht nur eine Sportanlage, sondern hat sich im Laufe der Jahre zu einem Refugium für viele Tiere – darunter auch seltene Arten – entwickelt. Für sein Engagement für nachhaltigen Umweltschutz erhält der Burgdorfer Golfclub jetzt das Gold-Zertifikat.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

EHLERSHAUSEN. Schon seit Jahren achten die Golfer darauf, dass die Natur auf ihrem Platz in Ehlershausen nicht zu kurz kommt. Der Verein hat sein Konzept vom Deutschen Golfverband (DGV) und von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DGS) begutachten lassen. Das Ergebnis: Am Freitag, 15. April, wird dem Burgdorfer Golfclub das Gold-Zertifikat verliehen – „als erstem Golfclub in der Region Hannover“, sagt Platzwartin Dorothea von Wallenberg nicht ohne Stolz

„Wir haben über 200 Nistkästen auf dem Platz“, sagt Vereinspräsident Dieter Nordmann. „Die hängen schon seit 40 Jahren“, fügt Pressewart Hero Maaßen hinzu. Zwei Greenkeeper, Bernd Suszka und Hermann Voltmer, sind laut Nordmann aktive Naturschützer. Voltmer kontrolliere regelmäßig die Nistkästen. Der Verein habe ein Golf- und Naturteam gebildet, in dem Ernst Schmidt aus dem Vorstand des Burgdorfer Naturschutzbunds als Externer mitarbeite, berichtet der Präsident. Bei einer Aufräumaktion auf den bewaldeten Flächen der Anlage hätten Vereinsmitglieder Altholz zu Haufen aufgeschichtet, erzählt von Wallenberg. Die Holzhaufen böten Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere.

Am Freitagnachmittag nahmen Martin Bocksch, Auditleiter des DGV, und DQS-Auditor Bodo Rüdiger das Gelände, das sie sich schon einmal gemeinsam im Oktober angeschaut hatten, für die Zertifizierung in Augenschein. Ihr Hauptaugenmerk galt der neuen Kurzbahnanlage, die erst im Herbst angelegt worden ist. „Wir wollen sehen, wie sie sich entwickelt hat“, sagte Bocksch. Während der Begehung machte er Fotos, „um die Entwicklung zu dokumentieren“. Rüdiger lobte, dass auf den Bahnen an einigen Stellen Heide wachsen soll. Samen seien schon ausgesät, berichtete Friedhelm Buchholz, der für die Platzerweiterung zuständig ist. „Die Heide wächst sehr langsam“, erklärte er. Daher sei sie noch nicht zu sehen.

Auditleiter Bocksch wies darauf hin, dass es bei der Begutachtung nicht nur um Naturschutzaspekte gehe. „Ein Golfplatz ist in erster Linie eine Sportanlage“, betonte er. Auch unter diesem Gesichtspunkt stellte er ein gutes Zeugnis aus: „Es ist die anspruchsvollste Kurzbahnanlage, die ich kenne.“

 

DIE ZERTIFIZIERUNG - In drei Stufen zur Gold-Urkunde

Das Programm „Golf und Natur“ hat der Deutsche Golfverband (DGV) ins Leben gerufen. Ziele des Konzepts sind in erster Linie eine im Sinne des Natur- und Umweltschutzes nachhaltige Platzpflege und infolge dessen ein Imagegewinn in der Bevölkerung. Das Programm umfasst 25 Basisanforderungen. Zum Beispiel unter dem Punkt Pflege muss die Düngung dokumentiert und das Wassermanagement dargelegt werden. Weitere Kriterien sind die Abfallbehandlung und Maßnahmen zur Unfallverhütung.

Es gibt drei Zertifizierungsstufen: Erfüllt ein Golfclub innerhalb von einem Jahr mindestens 15, qualifiziert er sich für das Bronze-Zertifikat, für Silber sind mindestens 20 nötig, für Gold dann alle 25. Bis Ende Oktober 2015 hatte der DGV bundesweit 65 Zertifikate in Gold, 39 in Silber und 44 in Bronze verliehen. dt

 

18. März 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schillerslager will Storch locken

Nabu errichtet Nistmöglichkeit auf einer Sommerweide des Pferdehofs Remmlinger

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Thorsten Remmlinger hebt mit seinem Schlepper den Mast an, .....
Heinze

 

In vielen Dörfern sind Horste auf Masten, Schornsteinen und Dächern eine Selbstverständlichkeit, nur Schillerslage hat noch kein Storchennest. Mit vereinten Kräften des Pferdehofbetreibers Thorsten Remmlinger, des Naturschutzbunds (Nabu), der Region und der Stadtwerke wurde eine Nistmöglichkeit am Rande des Dorfes aufgestellt.

VON STEFAN HEINZE

SCHILLERSLAGE. Schon im vergangenen Jahr seien auf den Wiesen in Klein Schillerslage Fischreiher und Störche zu sehen gewesen, sagt der Schillerslager Wolfgang Heldt. Angezogen wurden die Vögel von den künstlich angelegten Teichen – Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der Burgdorfer Ortsumgehung. „Das ist alles Feuchtgebiet hier“, sagt Remmlinger. Der Pferdehalter hat nahe der ehemaligen Schillerslager Badeanstalt seine Sommerweiden. „Ich wollte gern ein Storchennest haben“, sagte er und wandte sich an den Nabu Burgdorf, Lehrte und Uetze. Dort stieß er mit seinem Wunsch auf offene Ohren.

Auf der Sommerweide goss der Nabu ein Fundament. Heldt schweißte zuvor die Halterung für den Mast. Gestern nun wurde der von den Stadtwerken zur Verfügung gestellte Mast von den Naturschützern mit Remmlingers Hilfe aufgestellt. Schon vorbereitet war eine Unterkonstruktion für das Nest, das eigens aus Mecklenburg- Vorpommern angeliefert worden war. Dieter Kleinschmidt, Naturschutzbeauftragter der Stadt, füllte es mit Pferdemist, damit die Störche es auch warm haben. Sein Kollege, Erhard Zander aus Hänigsen, hatte es zuvor mit Weidenruten verstärkt und mit Binderfarbe gestrichen.

Die Kosten in Höhe von rund 2200 Euro übernimmt zu 90 Prozent die Region über ihr Programm zur Biodiversität. Die übrigen 10 Prozent trägt der Nabu. Der hat mit dem Nestbau zugleich ein neues Mitglied gewonnen: den Pferdehofbetreiber Thorsten Remmlinger.

 

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..... damit das Nest befestigt werden kann.
Heinze

 

16. März 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Turm wird zur Vogelherberge

Prinzhornschüler gestalten Nistkästen des Nabu künstlerisch mit Punktmalerei

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Ernst Schmidt bringt die Nistkästen an. Chyna (kleines Bild, von links), Jan, Lea-Sophie, Lucas und Antonio präsentieren ihre Kunstwerke. Birgit Langer (hinten) leitete sie an.
Heinze

 

Die Ortschaft Schillerslage ist seit gestern um eine Attraktion reicher. Sieben künstlerisch gestaltete Nistkästen zieren jetzt den ehemaligen Trafoturm an der Sprengelstraße. Schüler der Prinzhornschule haben die Kästen bemalt.

VON STEFAN HEINZE

SCHILLERSLAGE. Das Mauerwerk des Turms werde durch die schönen Nistkästen aufgewertet, brachte Ortsbürgermeister Manfred Dunker seine Freude über das Engagement der Schüler und des Naturschutzbunds (Nabu) im Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze, zum Ausdruck. Ernst Schmidt, Vorstandsmitglied und Einsatzleiter des Nabu, hatte die Teile für die Kästen zugeschnitten, die achte Klasse der Prinzhornschule baute sie zusammen.

Die Kunsterzieherin Birgit Langer setzte die Arbeit mit der siebten Klasse der Schule fort: Die Schüler bemalten die Kästen mit der aus Australien stammenden Technik der Punktmalerei. Mithilfe von Schaschlik- Spießen, ausgedienten Bleistiften als Pinsel, Farbe und – so der Schüler Antonio – „viel eigener Fantasie“ entstanden die ungewöhnlichen Nisthilfen für die heimischen Vögel.

Der Nabu will an dem einstigen Trafoturm Mauerseglern, Schwalben und später auch Fledermäusen ein Zuhause schaffen. Zwei Kästen für Turmfalken und Eulen sind schon eingebaut.

Die Lage der Quartiere direkt neben der Ortsdurchfahrt, „stört die Tiere nicht“, sagte Schmidt. Die Naturschützer hatten den Turm im vergangenen Jahr von den Stadtwerken übernommen. Inzwischen hat der Ortsverband ein Materiallager mit Nistkästen, Krötenzäunen und Werkzeugen in dem Turm eingerichtet. Die Teile für die Nistkästen sägt Schmidt im Keller der Prinzhornschule in Serie für je hundert Kästen zu. Noch in diesem Jahr will er die nächste Serie in Angriff nehmen.

 

14. März 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

In den Fledermausquartieren überwintern nur die Meisen

 

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Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Seßner gewährt den Kindern Einblicke in einen Fledermauskasten.
Eggers

 

LEHRTE. Kinder der Jugendgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) haben am Sonnabend im Lehrter Hohnhorstpark mehr als 20 Nistkästen kontrolliert und gesäubert. In den Kästen für die Fledermäuse fanden sie allerdings vor allem Vogelmist vor: Dort hatten ausschließlich Meisen überwintert.

Unter der Anleitung von Nabu- Jugendwart Hans-Jürgen Seßner nahmen die jungen Naturforscher die Nistkästen für Fledermäuse und Vögel genau unter die Lupe. Im Hohnhorstpark ging es mit der Leiter unter dem Arm von Baum zu Baum. Die Vorgehensweise war dabei stets gleich. „Anklopfen, ob wer da ist, dann den Deckel hochschieben und reingucken“, sagte Seßner und gewährte den Kindern Einblicke ins Innere der Kästen.

Als erfahrene Naturforscher sahen die Kinder auf den ersten Blick, wer den Kasten für sich eingenommen hatte. „Ganz viel Vogelmist und Moos heißt, dass da eine Meise drin war“, erklärte die neunjährige Lara beim Blick in den Fledermauskasten.

Dass in der Behausung nichts auf eine Fledermaus hindeutete, wunderte die Kinder und Seßner jedoch nicht. „Seit wir hier 2010 die Fledermauskästen aufgehängt haben, haben wir noch keine einzige Fledermaus darin gefunden“, sagte Seßner. Warum das so ist, kann der Jugendwart auch nicht recht sagen. „Die Tiere haben diese Behausungen wohl einfach noch nicht für sich entdeckt“, vermutete er.

Im Fledermausbunker des Hohnhorstparks leben laut Seßner dagegen derzeit vier bis fünf Braune Langohren. Die Kästen in den Bäumen würden dagegen eher Zwergfledermäuse und Abendsegler bevorzugen. Derzeit überwintern dort allerdings gern Meisen. In den Kästen haben die Kinder auch schon Mäusenester gefunden.

Die Nabu-Gruppe kontrolliert die Nistkästen jedes Frühjahr. Vielleicht lässt sich ja im nächsten Jahr eine Fledermaus dort nieder. eg

 

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Lara (9) kontrolliert den Nistkasten im Baum.
Eggers

 

02. März 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Neue Teiche für die Kröten

Der Nabu hofft, dass die Amphibien bald eigenständig die Laichgewässer ansteuern

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Karl Tannenberg (von links), Manfred Wrede und Heinz Melcher stellen an der Spreewaldallee einen Krötenzaun auf.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Der Frühling steht bevor. Dann wandern wieder Amphibien zu ihren Laichgewässern. Damit sie bei Uetze nicht auf dem Schaftstallweg und der Spreewaldallee überfahren werden, haben dort gestern 21 Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) sowie des TSV Friesen Hänigsen Krötenzäune aufgestellt.

Die Spreewaldseen auf der Westseite der Spreewaldallee und ehemalige Kiesgruben östlich des Schaftstallwegs sind angestammte Laichgewässer von Kröten, Fröschen und Molchen. Die Krötenzäune sollen die Amphibien auf ihrer Wanderung dorthin aufhalten. Auf der Suche nach einem Durchlass sollen sie in die Eimer fallen, die die Helfer an den Hindernissen in die Erde eingelassen haben.

Wie in den Vorjahren werden Nicole und Andre Rothe sowie Siegfried Rojahn täglich die Tiere einsammeln, die in die Eimer gefallen sind. Sie bringen sie zu zwei Teichen, die der Nabu auf Initiative des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander 2012 im Bruchwald auf der Ostseite der Spreewaldseen und auf einer Wiese westlich des Schafstallwegs hat ausbaggern lassen.

Zander hofft, dass sich die Amphibien nach und nach umorientieren und künftig gleich die neuen Laichgewässer ansteuern. Dann würde sich das Aufstellen von Krötenzäunen erübrigen.

Die Rechnung scheint aufzugehen. „In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der eingesammelten Tiere auf rund 1000 halbiert“, berichtet Zander. Er will noch einen zweiten Teich an der Spreewaldallee anlegen. Dafür hat er nach eigenen Angaben bereits vom Vorsitzenden der Realgemeinde Uetze, Wilhelm Wietfeld, die Erlaubnis erhalten. Der dortige Bruchwald gehört der Realgemeinde.

 

02. März 2016 - Marktspiegel Burgdorf

NABU-Veranstaltung zum „Lebenselixier Wasser“

Ein bewusster Umgang mit Wasser ist gut

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Auf Einladung des NABU Burgdorf, Lehrte & Uetze referierte Sandra Ramdohr (r.) zum Thema „Gutes Wasser, unser Lebenselixier – eine Selbstverständlichkeit?“.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF (gb). Wasser ist das wichtigste Element allen Lebens auf der Erde. Darüber hinaus spielt Wasser in Märchen, Mythologien und Religionen eine große Rolle. Wasser, besonders das Trinkwasser, ist aber auch eine Handelsware.

Unter dem fragenden Titel „Gutes Wasser, unser Lebenselixier – eine Selbstverständlichkeit?“ warf Sandra Ramdohr vom Wasserverband Peine einen Blick auf das Nass, dass uns „rund um die Uhr“ lieb geworden ist.

Sandra Ramdohr war auf Einladung des NABU Burgdorf, Lehrte & Uetze ins Jugend- und Kulturzentrum JohnnyB. gekommen, um vor gut 30 Zuhörern unter anderem die Fragen „Wie wird aus Grundwasser gutes Trinkwasser?“ und „Wie steht es um das Wassersparen?“ zu beantworten. Für die Trinkwasserversorgung betreibt der Wasserverband Peine, der eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, 44 Gewinnungsanlagen – zu 86 Prozent aus Grundwasser und zu 12 Prozent aus den Harz-Talsperren. Pro Kopf und Tag verbrauchen die Deutschen durchschnittlich 120 Liter. In Europa ist der Verbrauch (Kopf/Tag) mit 100 Litern in Polen am niedrigsten. In Frankreich hingegen sind es 164 Liter (Kopf/Tag). Im Tätigkeitsbereich des Wasserverbandes Peine wird die Trinkwasserversorgung der angeschlossenen Haushalte hauptsächlich über Grundwasser sichergestellt.

„Keine Sorge. In Norddeutschland gibt es genügend Ressourcen“, machte die Fachfrau klar. Anfang der 1990er Jahre lag der Wasserverbrauch (Kopf/Tag) in Deutschland noch bei 144 Litern. Seitdem setzte richtigerweise der bewusstere Umgang mit Wasser ein. „Aber übermäßiges Wassersparen ist Quatsch“, betonte Sandra Ramdohr. In der jüngeren Vergangenheit seien jedoch trotz des sinkenden Wasserverbrauchs die Preise gestiegen – warum eigentlich! „Weil die konstanten bzw. steigenden Instandhaltungs- und Betriebskosten auf eine geringerer Menge „Ware“ Wasser umgelegt werden müssen“, war die Antwort von Sandra Ramdohr. Mal ganz abgesehen davon, dass weniger und schlechter ablaufendes Wasser die Entstehung giftiger Gase und Krankheitserreger fördert sowie die Bildung nicht weggespülter Ablagerungen den Abwasserabfluss behindert. Mittlerweile sind früher verlegte Abwasserrohre sowie Kanalisation und Klärwerke überdimensioniert.

Übrigens – wer zum Durststillen „stilles Mineralwasser“ bevorzugt, kann dazu getrost das hiesige Leitungswasser nutzen. Am 22. März ist Weltwassertag, um auf die Bedeutung des „flüssigen Schatzes“ als Lebensgrundlage für Mensch und Natur nachhaltig aufmerksam zu machen.

 

29. Februar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schutz für die Kröten: Nabu errichtet Zaun

 

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Eine Barriere für Amphibien: Markus Fracke (von links), Dieter Triebler, Bernd Rose und Ines Fracke errichten an der Kreisstraße zwischen Ahlten und Kolshorn einen Fangzaun.
Eggers

 

AHLTEN/KOLSHORN. Der Naturschutzbund (Nabu) hat an der Kreisstraße zwischen Ahlten und Kolshorn einen 150 Meter langen Fangzaun für Kröten errichtet. Die Helfer wollen damit Amphibien vor dem Tod durch Autoreifen bewahren. Im Vorjahr seien so mehr als 1800 Tiere gerettet worden.

Während es 2015 noch neun Eimer waren, in welche die Kröten, Lurche und Molche auf ihrer Wanderung zum nahe gelegenen Teich plumpsten, haben die Helfer diesmal 18 Eimer in den Boden eingelassen.

„Neun Eimer waren zu wenig, die sind regelmäßig übergequollen“, sagt Ines Fracke. Die Nabu- Helferin und ihr Mann Markus haben sich wieder bereit geklärt, die Eimer mit den Kröten regelmäßig zu leeren. Jeden Morgen um 7.15 Uhr werden sie die Tiere in Wannen über die Straße tragen und am benachbarten Teich ins Wasser lassen.

Der Fangzaun bleibt laut Nabu- Sprecher Bernd Rose je nach Witterung etwa vier bis fünf Wochen aufgebaut. Mit ihren Wanderungen zum Laichgewässer beginnen die Kröten, sobald es nachts wärmer als fünf Grad ist und regnet. Die Stadt wird den Straßenabschnitt dann zwischen 19 und 5 Uhr sperren. eg

 

09. Februar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Experte zählt mehr Fledermäuse

Lebensraum der Säugetiere dennoch bedroht – Betreuer sucht geeignete Quartiere

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Fledermausexperte Bernd Rose zählt die Fledermäuse im Winterquartier an der Friederikenstraße. Neun tiere haben es sich hier gemütlich gemacht. ein Blick in den Spiegel zeigt, dass eine Fledermaus den Hohlstein zum Winterquartier erkoren hat. Bernd Rose markiert bewohnte Steine mit einer Wäscheklammer.
Heine (3)

 

Es gibt wieder mehr Fledermäuse, zumindest in dem Bereich, für den Bernd Rose, Nabu-Mitglied und Fledermausbetreuer der Region Hannover-Ost, zuständig ist. Das ist das Fazit einer Zählung der kleinen Nachtschwärmer in ihren Winterquartieren. Doch es lauern neue Gefahren auf die vom Aussterben bedrohte Art. Die Folgen des Klimawandels für Fledermäuse sind noch nicht absehbar.

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass sich die Bemühungen des Nabu um die Arterhaltung der Fledermäuse lohnen. Fledermausexperte Bernd Rose zählte 2014 in seinen 32 Winterquartieren 202 Tiere. Im vergangenen Jahr wuchs sowohl die Zahl der Quartiere als auch die Zahl der Tiere, die sie nutzten. 2015 überwinterten in 41 Quartieren 300 Fledermäuse.

Zur weltweiten Hauptbedrohung der Fledermäuse zählt der Verlust des Lebensraumes. Darum kämpft Bernd Rose um jedes geeignete Winterquartier, damit die pelzigen Säugetiere, die sich im Herbst Fettreserven anfressen und dann Winterschlaf halten, diese kritische Phase gut überstehen.

Inzwischen hat er viel Erfahrung damit, alte Bunker und Keller so einzurichten, dass sich die Fledermäuse, überwiegend Braune Langohren, wohlfühlen. „Wichtig sind eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent, Temperaturen über dem Gefrierpunkt und eine gute Belüftung“, erklärt Rose.

„Noch dösen die kleinen Nachtschwärmer. Doch wenn die Temperaturen längerfristig über acht Grad steigen, verlassen sie ihre Winterquartiere und suchen nach Nahrung in Form von Mücken, Fliegen und Nachtfaltern. Sollten dann noch keine Insekten unterwegs sein, wegen Dauerregens zum Beispiel, wird es eng für die Fledermäuse, weil die erfolglosen Ausflüge zehren. So könnten sich milde Winter aufgrund des Klimawandels verhängnisvoll für die Fledermäuse auswirken“, sagt der Experte.

Er bittet darum, ihm geeignete Quartiere unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 zu melden. Das können erdfeuchte Keller sein, alte Eiskeller, Trafo-Stationen oder Bunker. Hausbesitzer können auch helfen, indem sie nicht alle Mauern versiegeln, sondern ein paar Ritzen frei lassen, um Fledermäusen Rückzugsmöglichkeiten zu eröffnen. Möglich ist außerdem der Einbau von sogenannten Fledermaussteinen. Durch einen Schlitz gelangen die Tiere ins Innere eines Hohlraumes.

Für bessere Lebensbedingungen sorgen alle, die sich für einen naturnahen Garten mit vielen heimischen Blühpflanzen entscheiden. Weil diese Pflanzen Insekten anlocken, ist der Tisch für Fledermäuse reich gedeckt. Das ist für Gartenbesitzer insofern praktisch, als der fliegende Säuger lästiges Insektenvolk fern hält und so den Einsatz von Gift erspart. Täglich frisst er 28 bis 38 Prozent seines Körpergewichts.

 

28. Januar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung - Anzeiger Spezial

Stadtmarketing organisiert das Image Lehrtes

 

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Jedes Frühjahr machen sich Freiwillige mit dem Müllsack auf, Lehrte sauber zu halten (Bild links). Mit dem Nabu zusammen ist die Streuobstwiese im Hohnhorstpark entstanden (Bild rechts).

 

Die Unstimmigkeiten zwischen Imagepflegern und Rathaus gehören lange der Vergangenheit an. Inzwischen freuen sich die Lehrter über ein professionelles Stadtmarketing, das es auch bereits geschafft hat, Lehrte in ein positives Licht zu rücken.

Der Verein „Stadtmarketing Lehrte“ (SML) hat sich im Sommer 2005 gegründet und ist seitdem aus dem Bild der Stadt nicht mehr wegzudenken. Im Verein organisieren sich sowohl die Geschäftsleute als auch Vereine und Privatpersonen. Auch der einstige Verkehrsverein Region Lehrte (VRL) und die Werbegemeinschaft Einkaufsziel Lehrte (WEL) sind darin aufgegangen.

Einer breiten Öffentlichkeit ist das SML durch die vielen Veranstaltungen bekannt, die rund um das Jahr organisiert werden. Ob Weinfest, Abend der Kleinkunst, Apfelfest oder Weihnachtsmarkt – alles läuft über den Schreibtisch von Sonja Truffel, hauptamtliche Geschäftsführerin des Stadtmarketings. Sie repräsentiert den Verein gemeinsam mit dem Vorsitzenden Udo Gallowski.

Darüber hinaus engagiert sich der Verein aber auch in Dingen, die nicht unbedingt so augenfällig sind wie große Feste. So sind unter anderem im AK Natur erleben Projekte wie der Heilpflanzengarten im Krankenhaus, der Ackerlehrpfad oder, in Zusammenarbeit mit dem Nabu, die Streuobstwiese im Hohnhorstpark entstanden.

Im Frühjahr organisiert das SML auch das Müllsammeln in den Straßen Lehrtes. Außerdem ist eine Broschüre mit Nordic- Walking-Strecken aufgelegt worden. Individuelle Stadtführungen sind ebenso im Angebot wie auch die Planungen und Durchführungen von Veranstaltungen für Mitgliedsunternehmen.

 

18. Januar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Äste schubsen für die Lurche

Heimat hautnah – Wackerwinkel: Arbeitseinsatz beim Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze

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Wie alle anderen Helfer kämpfe auch ich mit den sperrigen Weidenzweigen (rechts).

Der Baumschnitt wird nicht etwa geschreddert oder abgefahren, sondern ins weiter hinten liegende Gestrüpp gedrückt (links oben).

Das Ufer wird von Weiden befreit, damit die Sonne das Wasser im Teich schnell erwärmt (links unten).
Köhler (3)

 

Mittendrin statt nur dabei: In der Reihe „Heimat hautnah“ schreiben Autoren des Anzeigers nicht nur über Veranstaltungen in Uetze, sondern sie machen aktiv mit. Sandra Köhler hat beim Arbeitseinsatz des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze in Wackerwinkel geholfen.

 

Arbeitseinsatz auf einem vereinseigenen Grundstück – so hatte es in der Pressemitteilung gestanden, die mich jetzt bei Temperaturen um die null Grad zu körperlicher Betätigung im Freien nötigt. Das ist schon eine Überwindung für jemanden, der plus 15 Grad für eine adäquate Wintertemperatur hält. Dank Einsatzleiter Ernst Schmidt bin ich schnell im Bilde, worum es geht.

Ein Amphibienteich auf dem Grundstück des Naturschutzbunds in Wackerwinkel ist zugewachsen. „Wenn der Teich nicht vernünftig besonnt wird, bringt das den Tieren gar nichts“, sagt Schmidt. Aha. Damit Lurch und Co. es schön kuschelig haben bei der Fortpflanzung, müssen mit unserer Hilfe Büsche und Bäume am Ufer verschwinden. Im vorderen Bereich hat das bereits eine Planierraupe erledigt. Wo die nicht hinkommt, ist Handarbeit gefragt.

Dieter Kleinschmidt und Ernst Schmidt machen den wild aufgelaufenen Weiden mit der Motorsäge – „dem Fichtenmoped“ – den Garaus. Dann kommen wir anderen ins Spiel. Wer hat, hilft wie die vier Asylsuchenden mit Astscheren beim Zerkleinern. Für den Rest wie mich heißt es: Astwerk entfernen und ins weiter hinten liegende Unterholz schleppen. Da liegt die Tücke im Detail. Unter anderem, weil die Zweige zum Teil im Teich gelegen haben und mit Wasser vollgesogen oder sogar mit Eisstücken beschwert sind.

Grundregel Nummer eins habe ich nach einem Beinahezusammenstoß mit meinem Auge und der Fracht meines rechten Nachbarn verinnerlicht: Immer aufpassen. Nicht nur auf das, was ich selbst mache, auch darauf, was um mich rum geschieht. „Die Schnittstelle nach vorn“, hat Schmidt einen weiteren guten Tipp parat. Stimmt, so ist es wesentlich einfacher, als die Verästelungen über dem Kopf zu balancieren und dabei Moos und Borkenstücke in Gesicht und Haare zu bekommen.

Sportlich wird es noch einmal beim Versuch, die Zweige im Unterholz unterzubringen. Dickere glatte Holzstücke lassen sich per Speerwurftechnik verarzten. Aber was mache ich mit den sperrigen Astgabeln? Das ist ein wenig wie Mikado andersherum. Doch, und das ist das Tröstliche, es geht nicht nur mir so. „Ist das Zeug störrisch“, grummelt es neben mir. Einige Zeit, verdreckte Klamotten und kalte Fingerspitzen später ist es geschafft. Hoffentlich wissen es die Amphibien zu würdigen.

 

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Die Autorin: Sandra Köhler (40) wohnt in Steinwedel und ist freie Mitarbeiterin beim Anzeiger. Mit Amphibien hat sie es nicht so, kann deren Bedürfnis nach Sonne allerdings gut verstehen.

 

16. Januar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ohne sie wäre die Gesellschaft ärmer

Regionspräsident Hauke Jagau ehrt neun Ehrenamtliche aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze für ihren Einsatz

 

VON OLIVER KÜHN UND PATRICIA OSWALD-KIPPER

BURGDORF/LEHRTE/SEHNDE/UETZE. Sie betreuen Familien in Notlagen, gründen Selbsthilfegruppen oder setzen sich für die Natur ein: Ehrenamtliche sind in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Das hat auch Regionspräsident Hauke Jagau gestern Abend bei der Veranstaltung „Engagement im Fokus“ im Haus der Region in Hannover gewürdigt: „Ohne ehrenamtliches Engagement sähe unsere Gesellschaft anders aus – das Klima wäre unsozialer.“ Ehrenamtliche gestalteten das Leben in ihrer Stadt wesentlich mit und sorgten für ein gelungenes Miteinander.

Von den 41 Geehrten ist die Jüngste 19, der Älteste 80 Jahre alt. Neun davon kommen aus Lehrte, Burgdorf, Sehnde und Uetze. Allen gemein ist ihr selbstloser Einsatz für ihre Mitmenschen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Aber dieses Engagement lohne sich, sagte Jagau, weil man Gemeinschaft und Dankbarkeit erlebe und Sinnvolles tue: „Wer sich engagiert, bekommt etwas zurück.“

 

Ansprechpartner für den Naturschutz

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Seit mehr als 30 Jahren ist Bernhard Rose als Schriftführer in der Nabu-Gruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze aktiv und ständiger Ansprechpartner für alle Belange rund um den Naturschutz. Seine Projekte umfassen etwa die Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen oder die Errichtung eines Storchenturms in Burgdorf. Mit der Einrichtung von Fledermaus-Winterquartieren in alten Kellern hat sich Bernhard Rose zu einem überregional gefragten Fledermausspezialisten entwickelt.
 
 
Bernhard Rose, Burgdorf

 

06. Januar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu will bei Kindern die Freude am Forschen wecken

Waldausflüge, Krabbelsafari, Schatzsuche und Nistkastenkontrolle

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Naturforscher beim Keschern in einem Laubfroschteich.
privat

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/LEHRTE/UETZE. Krabbeltiersafari auf der Streuobstwiese und Nistkästenkontrolle im Alten Grabeland – das sind zwei der mehr als zehn Aktionen, die der Naturschutzbund (Nabu) für junge Naturforscher in den nächsten Monaten anbietet. Bei den Expeditionen ins Burgdorfer Holz, in den Lehrter und Burgdorf Stadtpark, zu einem Pferdehof und zur Kiesgrupe in Wackerwinkel werden die Kinder und Jugendlichen vor allem Vögel, Insekten, Reptilien und Amphibien beobachten.

50 Mitglieder zählt die Kindergruppe „Die Naturforscher“ derzeit. „Wir erleben gerade einen Generationswechsel“, sagt Hans-Jürgen Sessner, der die Naturforscher seit Anfang 2010 betreut. „Die 13-, 14- und 15-Jährigen verlassen die Gruppe, dafür rücken viele Sieben- und Achtjährige nach“, berichtet er. Damit die Älteren den Kontakt zum Naturschutzbund nicht verlieren, würde Sessner sie künftig gern bei den regulären Arbeitseinsätzen des Nabu miteinbinden. Doch darüber habe die Ortsgruppe noch nicht entschieden, sagt er.

An den Aktion, die in der Regel am zweiten und vierten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr laufen, nehmen durchschnittlich rund 20 Jungen und Mädchen teil. Gäste, die gern einmal schnuppern wollen, sind laut Sessner willkommen.

Tiere im Winter heißt es am 23. Januar. Im Lehrter Stadtpark soll erforscht werden, wie heimische Wildtiere die kalte Jahreszeit überstehen. Höhepunkt ist ein Besuch im Fledermauswinterquartier. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Streuobstwiese am Hohnhorstweg.

Das Treiben in Wildbienenhotels zeigt ein kindgerechter Bildvortrag am 27. Februar ab 10 Uhr im Mehrgenerationenhaus Burgdorf, Gartenstraße 28a.

Bei der Nistkästenkontrolle im alten Grabeland in Lehrte am 12. März können sich die jungen Forscher auf Überraschungen gefasst machen. Denn die Kästen werden nicht nur gern von Meisen zum Brüten, sondern auch von Waldmäusen als Winterquartier genutzt. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Wildbieneninsel im Stadtpark.

Der Spur des Frühlings folgen die Kinder am 26. März im Burgdorfer Stadtpark, wenn die ersten Blumen blühen und die Vögel mit dem Nestbau beginnen. Treffpunkt ist um 19 Uhr der Parkplatz bei den Stadtwerken.

Bei einem Ausflug ins Burgdorfer Holz am 9. April sollen Zugvögel beobachtet und Kaulquappen gesucht werden. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Waldparkplatz zwischen Schwüblingsen und B 188.

Auf Schatzsuche gehen die Naturforscher am 23. April. Um den Schatz im Burgdorfer Holz zu finden sind laut Sessner Geschicklichkeit, Einfallsreichtum und viel Wissen über die Natur erforderlich. Treffpunkt ist um 10 Uhr wieder auf dem Waldparkplatz.

Dass in einem Pferdestall nicht nur Pferde leben, können Kinder am 7. Mai im Reitstall Alter Posthof, Ambossweg 10, in Schillerslage erleben. Schwalben bauen dort ihre Nester. Spatzen suchen Futter und Turmfalken jagen Mäuse.

Ein Naturforscherfest steigt am 21. Mai von 16 bis 22 Uhr am Naturfreundeheim Grafhorn. Neben Aktionen ist eine abendliche Waldwanderung geplant. Für das Fest ist eine Anmeldung bis 10. Mai notwendig. Es wird Eintritt erhoben.

Zum Keschern in Wackerwinkel sind die Kinder am 4. Juni eingeladen. Treffpunkt ist die dortige Kiesgrube, in der nach Molchen, Kröten, Fröschen und Eidechsen Ausschau gehalten werden soll.

Bevor es in die Sommerferien geht, ist am 18. Juni eine Krabbelsafari auf der Streuobstwiese am Eseringer Weg in Burgdorf geplant.

 

Hans-Jürgen Sessner ist unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 und per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf-uetze.de zu erreichen.

 

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Hoch hinauf geht es bei der Kontrolle der Nistkästen.
privat

 

8. Januar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ab heute Volkszählung bei den Wintervögeln

Nabu-Aktion: Jeder kann Amsel, Drossel, Fink und Meise zählen

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In Ernst Schmidts Garten tummeln sich Stieglitze (links) und Bergfinken (rechts) an der Futterstelle.
privat

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/LEHRTE/SEHNDE/UETZE. Am Wochenende, vom 8. bis 10. Januar, sollen wieder überall in Deutschland die Wintervögel gezählt werden. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze ruft alle Vogelfreunde dazu auf, sich eine Stunde Zeit zu nehmen und die Vögel an den Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder auch in Parkanlagen zu zählen.

Anhand der gesammelten Daten können Rückschlüsse auf den Bestand der heimischen Gartenvögel gezogen werden. Das sei eine wichtige Grundlage für Aktivitäten im Vogelschutz, erläutert eine Nabu-Sprecherin den Zweck der Aktion, die bereits zum sechsten Mal läuft. Wer wissen will, welche Vögel sich überhaupt bei ihm vor dem Stubenfenster tummeln, kann sich Fotos der 35 häufigsten Vogelarten zuvor im Internet – auf nabuwintervögel.de – anschauen.

„Es gibt Vögel, die bleiben das ganze Jahr über hier, wie beispielsweise der Stieglitz, der auch Vogel des Jahres 2016 ist“, sagt Ernst Schmidt vom Nabu Burgdorf. „Andere wiederum kommen aus dem Norden oder Osten, um bei uns zu überwintern, wie der Bergfink, der Erlenzeisig und der Seidenschwanz.“ Schmidt hat in seinem Garten vor einigen Tagen sogar einen Star – hierzulande eigentlich nur im Sommer anzutreffen – beobachtet.

Das Zählen der Vögel funktioniert einfach: Am aktivsten sind die Tiere laut Schmidt morgens, wenn es hell wird. Von einem ruhigen Plätzchen aus beobachtet man zum Beispiel die Futterstelle und notiert sich von jeder Art die Zahl der Vögel, die man gleichzeitig sieht. Die höchste Anzahl einer Art, die im Laufe einer Stunde beobachtet wurde, wird dem Nabu gemeldet. „Am schnellsten für alle geht das per Internet“, sagt Schmidt aus Erfahrung. Es gebe zwar auch eine Telefonnummer, doch die sei meist überlastet.

 

2. Januar 2016 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kormorane an Kiessee entdeckt

Urwälder in der Stadt sind das Ziel beim Neujahrsspaziergang des Naturschutzbunds / 45 Teilnehmer

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Ernst Schmidt (vorn mit blauer mütze) führt die Teilnehmer am Neujahrsspaziergang auf dem Pferdemarktplatz am Rand des früheren Auwalds entlang..
Schiller

 

Rekordbeteiligung beim Neujahrsspaziergang des Naturschutzbunds (Nabu) in Burgdorf: Vorstandsmitglied Ernst Schmidt hat gestern 45 Naturliebhaber zu Stellen im Westen und im Norden des Stadtgebiets geführt, die für die Natur besonders wertvoll sind.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

BURGDORF. Der Spaziergang stand unter der Überschrift „Urwälder in unserer Stadt“. „Wir können keinen Urwald wie in Brasilien erwarten“, sagte Schmidt bei der Begrüßung auf dem Schützenplatz. Aber es gebe in der Kernstadt naturbelassene Gehölze.

„Die Aue ist in den Sechzigerjahren reguliert worden“, berichtete der Burgdorfer, der erstmals den Neujahrsspaziergang leitete, auf dem Pferdemarktplatz. Ökologisch besonders wertvoll sei der noch erhaltene Auwald auf der Südseite des Pferdemarktplatzes. Während der Silvesterknallerei hätten viele Tiere im Auwald Zuflucht gefunden.

Dieser Wald, der früher regelmäßig überschwemmt wurde, bleibe sich selbst überlassen. „Die Stadt achtet nur darauf, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist“, sagte Schmidt. Auf den umgestürzten Bäumen könnten bis zu 450 Käferarten vorkommen, die gemeinsam mit Pilzen das Holz zersetzten.

Nächste Station war der jüdische Friedhof. „Er wird zurückhaltend gepflegt“, berichtete das Vorstandsmitglied. Der lockere Bestand an hohen Bäumen sei ein ideales Gelände für den Kleiber.

Die frühere Kiesgrube am Dachtmisser Weg ist für Schmidt „Urwald mit Wasser“. Am Ufer wachsen überwiegend Birken. „Da oben sitzen sogar Kormorane“, sagte Schmidt und zeigte auf Bäume auf der anderen Seite des Kiesteiches, wo sich drei Vögel dieser Art in den Baumkronen niedergelassen hatten.

Sich selbst überlassen bleibt auch die benachbarte Ausgleichsfläche, die beim Bau der Umgehungsstraße entstanden ist. Dort sind unzählige Birken aufgelaufen. Sie bilden inzwischen einen undurchdringlichen Wald.

 

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In den hohen Bäumen auf dem jüdischen Friedhof (Bild links) ist der Kleiber zu Hause. Diese frühere Kieskuhle am Dachtmisser Weg (rechts) ist für Ernst Schmidt Urwald mit Wasser.
Schiller (2)

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen