Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2015

 

17. Dezember 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Erhard Zander liebt den Laichgesang

Seit 30 Jahren Naturschutzbeauftragter

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Erhard Zander schaut sich ein Laichgewässer für Amphibien an, das auf seinen Vorschlag hin in der Kieskule auf dem Burgdorfer Berg bei Hänigsen angelegt wurde.
Schiller

 

Der Hänigser Erhard Zander ist seit 30 Jahren mit Leib und Seele Naturschutzbeauftragter für die Gemeinde Uetze. Die Regionsversammlung hat ihn für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt. Morgen überreicht ihm Umweltdezernent Axel Priebs die Ernennungsurkunde für die neue Amtszeit.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

HÄNIGSEN. „Ich habe immer Ziele, etwas zu erreichen“, sagt der 73 Jahre alte frühere Verwaltungsangestellte. So plant er, im nächsten Jahr Winterquartiere für Fledermäuse in der Kieskuhle bei Wackerwinkel anzulegen. Außerdem will er 2016 mehrere Teiche entschlammen, damit dort Amphibien wieder bessere Bedingungen zum Laichen vorfinden. Für beide Vorhaben will er Geld aus dem Biodiversitätsprogramm der Region Hannover beantragen.

Auf Zanders Initiative hin sind mehr als 30 Laichgewässer angelegt worden. Er hat sie geplant und dann die Erdarbeiten überwacht.

Als Naturschutzbeauftragter sieht sich der Hänigser als „Mittler zwischen Behörde und Bürgern“. Wenn er frühzeitig von Plänen von Privatleuten erfährt, die im Widerspruch zu Naturschutzbestimmungen stehen, versucht er, die Dinge im Vorfeld zu klären. In Gesprächen mache er deutlich, welche Konsequenzen Zuwiderhandlungen haben, berichtet Zander. Die meisten Menschen seien einsichtig. Nur selten müsse er Verstöße anzeigen.

Zu den Aufgaben des Naturschutzbeauftragten gehört auch, Stellungnahmen zu Neuplanungen von Baugebieten, zu Bauvorhaben im Außenbereich und zur Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten abzugeben. Eine Argumentationshilfe ist dabei oft die Amphibienkartierung, die er 1990/91 von mehr als 100 Gewässern in der Gemeinde angefertigt und 2007 bis 2009 aktualisiert hat.

„Die tollsten Erlebnisse sind für mich, wenn ich im Frühjahr an die Kieskuhlen und Gewässer gehe und den Laichgesang der Amphibien höre“, sagt Zander. Um andere Menschen für die Natur zu begeistern, hält er beim Naturschutzbund, dessen Mitglied er seit 1979 ist, und anderen Vereinen Vorträge über Schleiereulen, Weißstörche, Fließgewässer in der Gemeinde und andere Themen. Zu seinen Ausführungen zeigt er zum Beispiel Bilder, die ihn und Helfer beim Aufhängen von Eulennistkästen, beim Ausbessern von Storchennestern und beim Aufstellen von Krötenschutzzäunen zeigen.

 

11. Dezember 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Natur blüht auf im Advent

Milde Temperaturen und fehlende Nachtfröste gaukeln den Pflanzen Frühling vor

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Am Obershagener See blüht der Mohn. Und auch auf der Sommerblumenwiese am Hülptingser Ortseingang zeigen sich Margeriten und Kornblumen von ihrer farbigen Seite.
Lauber/Wulf-Dettmer

 

VON JOACHIM DEGE

BURGDORF/UETZE. Die Jahreszeiten sind angesichts des Klimawandels auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Schickte der nahende Winter – astronomisch beginnt er am 22. Dezember – ehedem im November seine Vorboten in Form klirrend kalter Frostnächte und erster Schneefälle voraus, fällt der Spätherbst dieses Jahr ungewöhnlich mild aus.

Mit Tageshöchsttemperaturen von mehr als zehn Grad, und das bei strahlendem Sonnenschein, sorgte das Wettergeschehen in den vergangenen Tagen dafür, dass die Natur kopf stand, wie die beiden Naturschutzbeauftragten Burgdorfs und Uetzes, Dieter Kleinschmidt und Erhard Zander, bestätigen.

Beide Fachleute verweisen darauf, dass das Wetter immer wieder einmal solche Kapriolen schlägt. Zander berichtet davon, dass in seinem Garten blaue Glockenblumen blühten und nicht minder die knallrote Zierquitte. Im Garten von Kleinschmidt haben die Fuchsien auf Frühjahrsbetrieb umgeschaltet. Ernst Schmidt vom Naturschutzbund spricht mit Blick auf seine Pfingstrosen, die ihre Knospen öffneten, von Kuriositäten: „Die Pflanzen erhalten die Fehlermeldung, es ist Frühling und geht wieder los.“ Allerdings stürben Pflanzen, die jetzt blühen, wohl ab, weil sie nicht mehr gegen Frost geschützt seien. Auf die Landwirtschaft, so versichert Landvolk- Vorsitzender Cord-Heinrich Schweer, wirke sich das milde Wetter nicht negativ aus.

 

07. Dezember 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Drei Flüchtlinge helfen dem Naturschutzbund

Mehrgenerationenhaus hat Kontakt hergestellt – Sinnvolle Beschäftigung gegen die Langeweile gesucht

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Die Ivorer Jao Berengerossou Octave (von links), Bamoye Traoré und Soumaila Kone tragen Äste und zerkleinerte Baumstämme an die Seite.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

BURGDORF/UETZE. Tatkräftige Unterstützung hat die Naturschutzbund- Ortsgruppe Burgdorf/ Lehrte/Uetze (Nabu) am Sonnabend bei Pflegearbeiten in einer ehemaligen Kiesgrube bei Wackerwinkel erhalten. Die Ivorer Soumaila Kone, Jao Berengerossou Octave und Bamoye Traoré, die in Burgdorf in der Flüchtlingsunterkunft an der Friederikenstraße wohnen, halfen tatkräftig, Bäume vom Ufer zweier Teiche zu entfernen, die sich in der Kiesgrube befinden.

Als der stellvertretende Nabu- Vorsitzende und Burgdorfer Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt seine Motorsäge an eine Eiche ansetzte, waren die drei Flüchtlinge mit als Erste zur Stelle, um den Baum mit einem Seil in die richtige Fallrichtung zu ziehen. Später schleppten sie unermüdlich abgesägte Äste und zerkleinerte Baumstämme an den Rand der Grube.

„Wir dürfen nicht arbeiten. Aber ohne Arbeit ist es langweilig“, sagte Kone. Deshalb wollten die drei Ivorer gern etwas Sinnvolles machen. Den Kontakt zum Naturschutzbund habe Erika Büchse vom Mehrgenerationenhaus hergestellt.

„Es gab schon mehrfach Anfragen vom Mehrgenerationenhaus, ob uns nicht Flüchtlinge helfen könnten, die gern in der Natur arbeiten“, berichtete Nabu-Vorstandsmitglied Ernst Schmidt. Der Termin sei erst jetzt zustande gekommen, weil der Nabu nur vier Arbeitseinsätze von November bis Februar geplant habe. „Sie wissen, dass sie kein Geld bekommen, sondern nur am Schluss als Dankeschön eine Bratwurst“, sagte Schmidt. Weil die drei Ivorer Moslems seien, habe er für sie Geflügelwürste gekauft.

„Wir werden auch bei den anderen Arbeitseinsätzen helfen“, kündigte Kone an. Schmidt hofft, dass sich weitere Flüchtlinge anschließen. So könnten die Asylsuchenden ein Stück integriert werden.

 

28. November 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung - Beilage "Wir sind Burgdorf"

Naturfreundin will Wildbienen ansiedeln - Nabu Experte gibt Tipps

Burgdorferin plant ihr Gartenfrühjahr

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Angelika Wirtz (links) plant ihr Gartenfrühjahr. Hans-Jürgen Sessner (rechts) hat Wiesenblume vorgezogen und versorgt seine Nabu-Kollegin gern mit Pflanzen.

 

Das Gartenjahr neigt sich dem Ende entgegen. Im Winter kehrt Ruhe in den Garten ein. Zeit, für das Frühjahr zu planen. Nabu-Mitglied Angelika Wirtz weiß schon genau, was sie im neuen Jahr angehen möchte. Sie will Wildbienen in ihrem Garten ansiedeln und dafür die Voraussetzungen schaffen.

"Ich finde das Zusammenspiel zwischen Tieren und Pflanzen toll", sagt die Naturfreundin. Aber wie vorgehen? Nicht ganz zufällig gibt es in den Reihen des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze einen Experten. Hans-Jürgen Sessner ist Nabu-Jugendwart, und zu seinen Lieblingsthemen gehört die Wildbiene.

Sessners Naturgarten ist do angelegt, dass sich Bienen dort wohlfühlen, und natürlich gibt er sein Wissen gern weiter. Bei einem Rundgang durch seine grüne Oase berät er Angelika Wirtz bereitwillig, die so viele Anregungen für ihr Projekt bekommt.

Die beiden Naturschützer sind sich einig, dass ein Garten nicht als "Verlängerung des Wohnzimmers" betrachtet, sondern naturnah hergerichtet werden sollte. Denn es wächst nicht alles überall. "Natürlich kann man sich mit Kompost, Dünger und Chemikalien die Natur untertan machen. Besser ist es, sich die Voraussetzungen, also Bodenbeschaffenheit, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit, anzuschauen und die Bepflanzung diesen Voraussetzungen anzupassen", sagt Sessner.

Sein Garten ist sonnig mit sandigem, sehr trockenem Boden und bietet damit gute Voraussetzungen für Blühpflanzen, die Insekten geradezu magisch anlocken. Der Naturfreund ist froh darüber, dass Blumen mageren Boden lieben und Wiesensalbei, Flockenblumen, Knautie und Odermennig bei ihm prächtig gedeihen. Diese Wildpflanzen seien wunderschön, nicht so empfindlich gegenüber Trockenheit und böten Wildbienen einen reich gedeckten Tisch, erläutert er und spinnt den Gedanken weiter: "Viele Zuchtpflanzen bestechen zwar mit ihrem Aussehen, weil sie häufig gefüllte Blüten haben. Diese sogenannten Hybriden sind aber meistens unfruchtbar. Das heißt, sie können keinen Pollen und keinen Nektar mehr bilden. Insekten sitzen dann vor einer schönen Dekoration und werden nicht satt." Überall in Sessners Garten finden sich auch Nisthilfen für die nützlichen Insekten. Es gibt zwei Bienennistwände, verschiedene Totholzstämme, Sandbehälter für Wespen, Kästen für Hummeln, Fledermäuse und Feldsperlinge. Die Nahrung wächst gleich nebenan.

Der Nabu-Experte plädiert für eine "gesteuerte Wildnis", wie er es nennt. Er hat ein Sandbeet angelegt, eine Blumenwiese und eine Wildfruchthecke mit Schlehe, Sanddorn und Berberitze. Dank eigener Kompostierung funktioniert sein Ökosystem Garten. Der Strauchschnitt dient den Igeln als Versteck. "In meinen Garten kommt nichts hinein, etwa Dünger oder Gift, und es geht auch nichts hinaus. Es gibt keinen Abfall im Garten", betont Sessner.

Angelika Wirtz ist beeindruckt. Ihr ist sofort klar, dass sie für mehr Sonne in ihrem Garten sorgen muss, damit Blühpflanzen besser wachsen können. "Wir wohnen am Waldrand. Es ist schattig, kühl und feucht und der Boden sehr nährstoffreich", erzählt sie.

"Ich werde mich wohl von meinem Spitzahorn verabschieden müssen. Er schluckt sehr viel Licht", vermutet Wirtz. Sessner stimmt ihr zu. Er rät zur Anlage einer Wiese mit Wildblumen und Kräutern, die perfekte Nahrungsquelle für Bienen. Voraussetzung sei ein sonniger Standort und ein magerer Boden. "Ist die Wiese ausgesät, muss das Mähgut entfernt werden, damit der Boden ausmagert. Jeder Nährstoffeintrag ist zu vermeiden. Man braucht einen langen Atem, bis eine Wiese sich wie gewünscht entwickelt", erklärt Sessner.

"In meinem Garten wächst eigentlich alles von selbst: Glockenblumen, Wasserdost und mannshohe Farne", berichtet Wirtz. "Was nicht wächst, hat Pech gehabt. Stauden werden im Winter nicht abgeschnitten und Pflanzen nicht eingepackt. Ich lasse das Laub unter den Bäumen liegen. Man muss das entspannt sehen." Viele Tiere hat sie in ihrem Garten beobachtet: Mäuse, Eidechsen, Libellen, Schmetterlinge, Schnecken und Spinnen, eine Erdkröte und Nashornkäfer. "Es gibt kein überflüssiges Leben", sagt Wirtz. Sie ist dafür, den Garten so gut es geht in Ruhe zu lassen, da er ein äußerst empfindlicher Lebensraum von Pflanzen und Tieren sei. "Ich finde es auch nicht schön, wenn ständig jemand in meinem Haus herumräumt." Wenn im nächsten Jahr ihre Blumenwiese angelegt ist, will die Naturfreundin eine Bienennistwand aufstellen. Hans-Jürgen Sessner hilft ihr sicher gern dabei.

 

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Die Mispel (links) erlebt eine Renaissance im naturnahen Garten. Im Frühjahr liefern die Blüten für Bienen und Wespen Nektar und Pollen. Die Früchte stellen im Herbst und Winter eine Bereicherung des Futterangebotes für heimische Wildtiere dar. Menschen profitieren ebenfalls vom Verzehr. Der Genuss der Mispel fördert die Verdauung und lindert Entzündungen des Darms. Auch Arteriosklerose kann mit Mispelfrüchten behandelt werden. Angelika Wirtz begutachtet kleine Odermenning-Pflänzchen, ihr Interesse gilt vor allem den überall in Sessners Garten verteilten Bienennisthilfen in verschiedenen Größen.

 

16. November 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wohin entwickeln sich unsere Wälder?

Nabu-Vortrag über Waldbewirtschaftung und Naturschutz

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Was aktuelle Erkenntnisse aus der Forstwirtschaft und dem Naturschutz für die Wälder in der Region bedeuten, will ein Fachmann des Nabu in einem Vortrag deutlich machen.
privat

 

VON SABINE GUROL

BURGDORF/LEHRTE/UETZE. Von „A“ wie Altholz über „F“ wie Forstförderung bis hin zu „Z“ wie Zerfallsphase: Um Waldwirtschaft und Naturschutz dreht sich alles am Donnerstag, 19. November, beim Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. Der Naturschutzbund lädt zu einem Bildvortrag mit Carsten Böhm vom Nabu Hannover ins Haus der Jugend an der Sorgenser Straße 30 in Burgdorf ein.

Böhm kümmert sich im Verein besonders um den Bereich der nachhaltigen Schutzgebietsentwicklung. Neben seiner Funktion als Tutor der Deutschen Gesellschaft für Sonographie in der Medizin ist er außerdem stellvertretender Nabu-Vorsitzender in Hannover.

In seiner Bildpräsentation vergleicht Böhm die Wälder in der Region mit solchen in ganz Deutschland. Er spricht über die aktuelle forst- und naturschutzfachliche Entwicklung und darüber, welche Schlüsse daraus für die Wälder in der Region zu ziehen sind. Nach dem Vortrag darf außerdem diskutiert werden: Dabei sollen unter dem Motto „Global denken und lokal handeln“ Meinungen ausgetauscht werden.

 

Tipp des Tages

Der Vortrag am Donnerstag, 19. November, im Haus der Jugend, Sorgenser Straße 30, beginnt um 19.30 Uhr.

 

12. November 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu nutzt alten Trafoturm

Refugium für Falken und Schleiereulen

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Der Schillerslager Trafoturm (kleines Bild) hat eine neues Innenleben: Bernd Rose (vorn) und Dieter Kleinschmidt zeigen die beiden Holzböden, die der Naturschutzbund eingebaut hat.
Wulf-Dettmer (2)

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

SCHILLERSLAGE. Der alte Trafoturm mitten im Dorf gehört jetzt dem Naturschutzbund. Die Naturschützer wollen demnächst im und am Industriedenkmal Nisthilfen für Schleiereulen, Turmfalken und Mauersegler anbringen. „Wir werden den Turm zudem als Lager nutzen“, sagt Bernd Rose. Der Nabu nennt sechs ausgediente Trafotürme sein Eigen. „Aber nur die in Schillerslage und in Lehrte sind zugleich auch Lagerraum“, sagt er. Dort wollen die Naturschützer das Arbeitsmaterial unterbringen, das bislang in Oldhorst liegt.

Rose und Nabu-Vizevorsitzender Dieter Kleinschmidt sind die Väter des Projekts. Sie haben die Stadtwerke überzeugt, den Turm nicht abzureißen, sondern dem Nabu zu überschreiben plus 3000 Euro für dessen irgendwann doch erforderlichen Abriss. Die Stadt hat dem Verein das Grundstück verpachtet.

Damit der 7,50 Meter hohe Turm effektiv als Lager zu nutzen ist, haben Ernst Schmidt und Dieter Triebler zwei passgenaue Holzböden gezimmert und eingebaut. Zu erreichen sind die beiden Etagen mithilfe einer Leiter. „Die Schillerslager Bürger sind sehr zufrieden, dass der Trafoturm stehen bleibt und sinnvoll genutzt wird“, sagt Ortsbürgermeister Manfred Dunker. Denn er gehöre seit Langem zum Ortsbild.

 

2. November 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder und ihre Eltern bereiten Teiche für die Laubfrösche vor

 

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Der zehn Jahre alte Anton und sein Vater Martin Bartsch ziehen am Ufer junge Bäume aus.
Schiller

 

BURGDORF. Rund 25 Jungen und Mädchen haben am Sonnabend mit ihren Eltern dafür gesorgt, dass der seltene Laubfrosch auch im nächsten Jahr in zwei Tümpeln zwischen Burgdorf und Immensen ideale Bedingungen zum Laichen vorfindet. Sie rissen am Ufer unzählige kleine Bäume – überwiegend Weiden und Kiefern – aus, die dort aufgelaufen waren.

„Der Laubfrosch braucht zum Laichen warmes Wasser“, wusste der 13 Jahre alte Max aus der Kinder- und Jugendgruppe „Die Naturforscher“ des Burgdorfer Naturschutzbunds (Nabu). „Die Weiden und Kiefern wachsen sehr schnell und sehr bald wären die zwei kleinen Teiche beschattet und das Wasser könnte sich nicht schnell genug erwärmen“, erläuterte Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner.

„Die Amphibienbiotope wurden als ökologischer Ausgleich für den Bau der Burgdorfer Ortsumgehung angelegt“, berichtete er. Vor vier Jahren habe die Nabu-Ortsgruppe deren Pflege übernommen und ihrer Kinder- und Jugendgruppe eine Patenschaft für die Teiche übertragen. Seitdem träfen sich die Naturforscher in jedem Herbst zu einem Pflegeeinsatz an den Tümpeln.

„Als Belohnung dürfen wir an den Teichen die Laubfrösche beobachten“, sagte Sessner. Außerdem gingen die Naturforscher einmal im Jahr mit Keschern an Teiche und Bäche, um zu untersuchen, welche Kleinlebewesen dort vorkommen. fs

 

29. Oktober 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Laub - Winterquartier der Tiere

Naturschutzbund: Garten erst im Frühjahr aufräumen – Laubsauger töten sämtliches Leben

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Der Naturschutzbund rät Gartenbesitzern, ihr Laub mit der Harke unter Bäume und Büsche zu schieben – als Winterquartier für Igel, Insekten und andere Kleinstlebewesen.

 

Nach den kalten Nächten lassen die Bäume jetzt ihre Blätter fallen. Doch das Laub ist kein lästiger Abfall, der schnellstens entsorgt werden muss. für die Natur hat das Laub auch am Boden noch eine wichtige Funktion. „In den Beeten sollte es bis zum Frühjahr liegen bleiben“, rät Ernst Schmidt vom Naturschutzbund.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Wer seinen Rasen vom Laub befreien will, sollte auf Handarbeit setzen. „Ich kann meinem Garten nichts Schlimmeres antun, als ihn mit einem Laubsauger, der auch noch häckselt, winterfest zu machen. Denn Sauger zerstören sämtliches Leben im Laub“, sagt Schmidt. „Püster sind gerade noch zu dulden, wenn die Drehzahl reduziert wird. Sonst tötet der Windzug die Tiere an den Blättern.“ Die schonendste Methode sei nach wie vor die gute alte Laubharke.

Schmidt rät den Gartenbesitzern, Laub auf Beeten, unter Büschen, Bäumen und in ruhigen Gartenecken liegen zu lassen. Denn vom Laub profitiere jedes Tier und jede Pflanze. „Die Igel richten sich gern ihr Winterquartier in hohen Laubhaufen ein“, sagt der Naturschützer. „Auf den Beeten und unter Büschen schützt es die Lebewesen im Boden ebenso wie die Pflanzenwurzeln vor dem Frost.“

Darüber hinaus ist das Laub im Winter auch eine wichtige Futterquelle für die Vögel. „Die Amseln drehen es beispielsweise ständig um – auf der Suche nach Insekten und Würmern, die dort überwintern.“Schmidt empfiehlt, auch sämtliche Samenstände und trockenen Stängel der Gartenpflanzen erst im Frühjahr zurückzuschneiden. Denn im Winter bieten sie Futter und Schutz für die Tiere.

Bei der Nabu-Neujahrswanderung besucht Schmidt übrigens Gärten, die bewusst zugunsten der Natur vernachlässigt werden.

 

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Zum Schutz der Natur: Beete (Bilder von links) sollten in den Wintermonaten mit einer dünnen Schicht Laub bedeckt sein und die Samenstände von Rosen und Stauden – hier Lavendel – stehen bleiben.
Wulf-Dettmer (5)

 

27. Oktober 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bäumchen müssen entfernt werden

Naturschützer suchen zur Teichbiotop-Pflege am Sonnabend noch fleißige Helfer

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/IMMENSEN. Der Naturschutzbund will am Sonnabendvormittag, 31. Oktober, sein Teichbiotop in der Feldmark zwischen Burgdorf und Immensen pflegen und hofft auf viele kleine und große Helfer. „Naturschutz ist nicht nur eine Aufgabe für Experten. Jeder kann seinen Beitrag leisten“, sagt Nabu-Jugendwart Hans- Jürgen Sessner.

Seine Kindergruppe „Die Naturforscher“ hat die Patenschaft für das Biotop, das inzwischen zum Lebensraum für die vom Aussterben bedrohten Laubfrösche, für Kreuzkröten und Bergmolche geworden ist, übernommen. In den vergangenen Jahren haben die Kinder ihre ganze Familie zum Arbeitseinsatz mitgebracht. Sie sind laut Sessner auch in diesem Jahr wieder eingeladen.

Am Teich sollen vor allem die unzähligen Kiefern und Weiden, die im Laufe des Jahres aufgelaufen sind, aus dem Boden gezogen werden. „Es ist für alle etwas dabei: Kleine Schösslinge für die Jüngsten, aber auch Bäume zum Austoben für die Größeren“, wirbt Sessner für den 90-minütigen Pflegeeinsatz am Teich. Die Schösslinge müssen ausgerissen werden, bevor sie sich zu Bäumen entwickeln, die den Teich beschatten. Denn Amphibien brauchen Wasserflächen, die sich im Frühling schnell erwärmen. „Nur so können sie sich erfolgreich fortpflanzen“, erläutert Sessner.

Der Arbeitseinsatz beginnt am Sonnabend um 10 Uhr und dauert bis etwa 11.30 Uhr. Im Anschluss gibt es für alle Helfer einen rustikalen Imbiss. Darüber hinaus sind sie zu einer abendlichen Laubfroschwanderung im nächsten Frühjahr eingeladen.

Anmeldungen für die Aktion nimmt Sessner unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 oder per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf-uetze.de entgegen. Über diese E-Mail-Adresse kann auch eine Anfahrtskizze zum Teich, der von der Landesstraße 415 aus zu erreichen ist, angefordert werden.

 

21. Oktober 2015 - Marktspiegel Uetze

90 Minuten Einsatz für den Laubfrosch

NABU lädt Familien zu Einsatz in der Natur ein

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Der NABU lädt Familien zum Einsatz für den Laubfrosch ein.
Foto: NABU

 

UETZE / BURGDORF / LEHRTE (r/jk). Naturschutz ist nicht nur eine Aufgabe für Experten. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten.

Da wo es möglich ist, können auch Kinder jeden Alters nd Familien viel bewegen. So hat die NABU-Kindergruppe „die Naturforscher“ eine Patenschaft für ein NABU-Amphibienbiotop zwischen Burgdorf und Immensen übernommen und möchte dem vom Aussterben bedrohten Laubfrosch helfen. Um das Teichbiotop für Laubfrosch, Kreuzkröte und Bergmolch zu erhalten, muss verhindert werden, dass die dort auflaufenden Kiefern und Weiden groß werden und so das Wasser beschatten. Denn nur wenn sich das Wasser im Frühjahr schnell erwärmen kann, können sich Amphibien erfolgreich fortpflanzen.

Der NABU sucht Familien, die mithelfen möchten, die unzähligen kleinen Bäumchen herauszuziehen. Es ist für alle etwas dabei: Kleine Schösslinge für die Jüngsten aber auch etwas zum Austoben für die Größeren. Bei den letzten Fa- Der NABU lädt Familien zum Einsatz für den Laubfrosch ein. Foto: NABU milien-Biotoppflegeeinsätzen waren bis zu 30 Familien dabei. In diesem Jahr findet er am Samstag, 31. Oktober, von 10 bis etwa 11.30 Uhr statt. Im Anschluss gibt es für alle Helfer einen kleinen Imbiss. Alle teilnehmenden Familien werden im kommenden Frühjahr zur abendlichen Laubfroschbeobachtung am Teich eingeladen.

Weitere Informationen und Anmeldung bei Hans-Jürgen Sessner (Tel. 05136/83443 oder Email: jugend@nabu-burgdorf- uetze.de).

 

21. Oktober 2015 - Marktspiegel Burgdorf

Geschichten über Menschen, die sich für Vögel einsetzen

NABU präsentiert Film „Birds & People - ganz verrückt auf Vögel“

BURGDORF (r/jk). Der Film „Birds & People - ganz verrückt auf Vögel“ von Hans- Jürgen Zimmermann wird mit Unterstützung des Naturschutzbunds Burgdorf, Lehrte, Uetze in der Neuen Schauburg Burgdorf am Sonntag, 1. November, ab 11.00 Uhr und am Mittwoch, 4. November, ab 20.00 Uhr gezeigt.

In seinem neuen Film begleitet Hans-Jürgen Zimmermann Menschen in ganz Deutschland, die sich auf unterschiedliche Art und Weise für ihre gefiederten Freunde einsetzen. Die amüsanten, spannenden und kuriosen Geschichten bieten interessante Einblicke ins Zusammenleben zwischen Menschen und Vögeln – und darüber hinaus ein echtes Kinoerlebnis für Tierfreunde.

Nachdem Hans-Jürgen Zimmermann mit seinen beiden Naturdokus „Deutschlands wilde Vögel“ den Besuchern die geheimnisvolle Welt der Vögel näher brachte, wird in „Birds and People“ insbesondere die Rolle des Menschen näher beleuchtet. „Es reicht heute nicht mehr aus, nur mit offenen Augen durch die Natur zu spazieren.

Nicht tatenlos zusehen, sondern Taten sind gefordert“, erklärt der Filmemacher. „Der Film ist eine Hommage an Menschen, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, die Artenvielfalt unserer Vogelwelt zu erhalten.“

Ob als Vogelwartin ganz alleine auf einer Insel oder als Vogelstimmen-Imitator, als Vogelmaler oder als Vogelstimmen- Musiker, als Horstbewacher für Wanderfalken oder als Mauerseglerschützer – das Engagement ist so bunt und vielfältig wie es die Vögel sind. Der Besucher erfährt in eindrucksvollen Bildern, warum sich diese Menschen mit so viel Liebe und Leidenschaft für Vögel engagieren.

„Wir können uns glücklich schätzen, dass noch immer so viele verschiedene Vogelarten bei uns in Deutschland leben. Damit das auch weiterhin so bleibt, sollten wir alle einen Beitrag dazu leisten. Der Film will die Besucher dazu motivieren, selbst etwas Nachhaltiges für die Vogelwelt zu leisten“, ermuntert Hans-Jürgen Zimmermann.

 

16. Oktober 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu verbessert Bedingungen für seltene Kröten

Humusboden in Kieskuhle abgetragen

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Der Bauarbeiter Werner Weinert modelliert mit einem Radlader den sandigen Boden in der Kieskuhle. Die Knoblauchkröte (unten) liebt sandige Flächen wie diese.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

WACKERWINKEL. „Die Kieskuhle bei Wackerwinkel ist die artenreichste in der Gemeinde“, sagt der Uetzer Naturschutzbeauftragte Erhard Zander. Damit das so bleibt, verbessert der Naturschutzbund (Nabu) mit Geld von der Region Hannover jetzt die Lebensbedingungen für Amphibien, insbesondere für die seltenen Kreuzund Knoblauchkröten.

1995 hatte der Nabu in der Kieskuhle fünf flache Tümpel angelegt, damit dort Amphibien laichen können. Diese sogenannten Blenken füllen sich im Winterhalbjahr mit Wasser. Im Spätsommer trocknen sie meistens aus, sodass sich dort keine Fische, die die Kaulquappen fressen, dauerhaft ansiedeln.

So entwickelte sich die Kieskuhle bei Wackerwinkel zum Lebensraum für Kreuz- und Knoblauchkröte, Laubfrosch, Teich- und Bergmolch. „Sie sind laut Bundesartenschutzliste besonders geschützt“, betont Zander. Aber auch Grasfrosch, Erdkröte und Kammmolch laichen dort. Andere Tiere, die auf Gewässer angewiesen sind, wie Steinfliegenlarven, Wasserläufer und Libellen, trifft man ebenfalls an.

Weil sich in den Tümpeln im Laufe der Jahre Faulschlamm gebildet hat, haben sich die Bedingungen für die Amphibien aber verschlechtert. „Die Population konnte sich nicht mehr so gut entwickeln“, sagt Zander. Daher hat der Nabu jetzt ein Bauunternehmen beauftragt, den Faulschlamm aus den Tümpeln zu baggern. Außerdem trägt die Firma in der Kieskuhle die humusreiche obere Bodenschicht ab, auf der in den vergangenen Jahren Weiden und andere Gehölze gewachsen waren. Es entstehen wieder offene Sandflächen, wie sie Kreuz- und Knoblauchkröte lieben.

„Die Gesamtkosten sind mit 4400 Euro veranschlagt“, sagt Zander, der die Erdarbeiten beaufsichtigt. Bei der Region Hannover hat der Nabu einen Zuschuss aus dem Biodiversitätsprogramm beantragt. Nach Angaben des Naturschutzbeauftragten übernimmt die Region 90 Prozent der Kosten.

 

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Knoblauchkröte
dpa

 

12. Oktober 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wo seltene Vögel wie im Paradies leben

Multivisionsshow entführt in den Naturpark Dümmer – Eintritt frei

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Auch Rauchschwalben – hier ein vogel mit Nistmaterial im Schnabel – fühlen sich am Dümmer See wohl.
privat

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/DOLLBERGEN. Zu einer Bilderreise ins Naturparadies Dümmer lädt der Naturschutzbund für Donnerstag, 22. Oktober, 19.30 Uhr, ins Jugendhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30 ein. Die beiden passionierten Naturfilmer Ulrike Hügel und Uwe Gohlke aus Dollbergen stellen den 500 Quadratkilometer großen Naturpark, dessen Mittelpunkt der Dümmer See ist, in einer Multivisionsshow vor.

Die Beiden haben über Jahre und zu unterschiedlichen Jahreszeiten dieses wichtige Brut-, Rastund Überwinterungsgebiet für Vögel beobachtet. Im Herbst legen dort beispielsweise viele Tausend Kraniche eine Rast ein auf dem Weg zu ihren Winterquartieren. Im Frühling haben sie auf den Feuchtwiesen Kampfläufer bei ihren spektakulären Balzritualen sowie seltene Vogelarten wie Kiebitz, Bekassine und Uferschnepfe beim Brüten beobachtet.

Gohlke und Hügel waren zu Fuß und mit dem Rad auf dem weitläufigen Wegnetz des Naturparks unterwegs. Deshalb werden sie nicht nur spektakuläre Aufnahmen zeigen, sondern dem Publikum auch Tipps für Ausflüge rund um Niedersachsens zweitgrößten See geben.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch willkommen. „Als Naturschutzbund sehen wir unsere Aufgabe darin, die Menschen an die Natur heranzuführen. Deshalb bieten wir solche Vorträge kostenlos an“, sagt Mitglied Ernst Schmidt.

 

12. Oktober 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Studenten werben neue Mitglieder für den Nabu

 

BURGDORF/LEHRTE. Derzeit sind in den beiden Städten Studenten unterwegs, die neue Mitglieder für den Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte und Uetze werben. Für diese Aufgaben sind die jungen Leute vom Nabu speziell geschult worden. „Wichtig ist uns, dass sie bei ihren Hausbesuchen nicht aufdringlich werden“, sagt der engagierte Nabu- Mitstreiter Ernst Schmidt. Bislang gebe es aber nur positive Rückmeldungen von den Besuchten.

„Wir freuen uns sehr, dass so viele Türen und Herzen für den Nabu und seine vielen Naturschutzprojekte geöffnet werden“, zieht Bernd Rose eine erste Bilanz. „Dadurch erhalten wir sehr viel Rückenwind für die enorm wichtige Arbeit unserer Kindergruppe, den Fledermausschutz oder die Bemühungen um die Fuhse.“ Sein Geld setzt der Nabu darüber hinaus auch für den Kauf von Flächen ein, die die Naturschützer dann in Biotope umwandeln.

Die Werber tragen blaue Nabu- Dienstkleidung und haben einen Ausweis dabei, der sie als offizielle Werber legitimiert. „Sie nehmen von den Neumitgliedern zudem kein Bargeld“, sagt Rose. Wer dennoch unsicher ist, erreicht Rose unter Telefon (0 51 36) 8 12 65. dt

 

05. Oktober 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

146 Bäume haben schon Paten

Geglückte Premiere: Fest auf der Streuobstwiese zieht scharenweise Besucher an

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Das Fest auf der Streuobstwiese bietet viel Wissenswertes: Dieter Schmidt (großes Bild, links) vom Nabu bietet Führungen an. Alexs (3, von links), Fiona (3) und Tom (2) schauen sich ausgestopfte Tiere an (kleines Bild, oben rechts). Die Besucher vergleichen alte Apfelsorten (kleines Bild, unten rechts).
Eggers (3)

 

VON KATJA EGGERS

LEHRTE. Die Premiere ist ein voller Erfolg gewesen: Beim ersten Streuobstwiesenfest von Stadtmarketing und Nabu Burgdorf, Lehrte und Uetze haben sich gestern etliche Besucher getummelt. Sie informierten sich an Ständen über die heimische Flora und Fauna, schauten sich echte und ausgestopfte Tiere an und ließen sich über die Wiese führen.

Dieter Schmidt vom Nabu erläuterte dabei Apfelsorten wie die Goldparmaene und den Roten Berlepsch. „Das ist meine absolute Lieblingssorte“, sagte Anne Busche. Aus diesem Grund hat die Lehrterin auch die Patenschaft für den Roten Berlepsch auf der Streuobstwiese übernommen. Dank einer einmaligen Zahlung von 75 Euro darf sie ihren Baum nun 15 Jahre lang ernten. „Das ist toll, zumal die Pflege des Baumes der Nabu übernimmt“, sagte sie. In diesem Jahr fielen die Früchte an Busches Baum allerdings noch relativ klein aus.

Mittlerweile haben 146 der insgesamt 171 Bäume der Streuobstwiese einen Baumpaten. Sechs Bäume sind eingegangen und sollen im Winter durch neue ersetzt werden. „Unser größtes Problem sind die Mäuse – die nagen die Wurzeln an und schädigen den Baum“, sagte Bernd Rose vom Nabu. Demnächst sollen daher die natürliche Feinde der Maus angelockt werden: Der Nabu will Stangen für Greifvögel und Holz- und Steinhaufen für Mauswiesel installieren.

Das Fest auf der 2008 angelegten Streuobstwiese soll künftig jedes Jahr stattfinden. Nabu und Stadtmarketing hatten dort bisher nicht gefeiert. Die Bäume sollten erste etwas wachsen und Früchte tragen.

 

05. Oktober 2015 - Südstadtbrief - Paulusgemeinde Burgdorf

An der Eseringer Straße: Nabu legt Streuobstwiese an

 

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Bernd Rose kümmert sich auch um den Nachschub an Prospekten, die über das Projekt ausführlich informieren.

 

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland – ein Birnbaum in seinem Garten stand“: Diese Ballade von Theodor Fontane haben unzählige Kinder pflichtgemäß in der Schule gelernt. Längst sind derartige Obstwiesen eher selten geworden. Doch 134 Obstbäume, benannt nach Kaisern, Freiherren und Geheimräten, stehen nicht im entfernten Brandenburg, sondern ganz nah auf einer Fläche am Aue-Überschwemmungsgebiet.

Der Naturschutzbund (Nabu) für Burgdorf, Lehrte und Uetze hat nämlich vor knapp einem Jahr auf einem gepachteten Grundstück an der Eseringer Straße in Sichtweite des Stadtparks eine Streuobstwiese angelegt. Neben den Nabu-Mitgliedern kümmern sich auch Paten um die Pflege – und können mit der ersten Ernte in etwa drei Jahren rechnen. Das jedenfalls schätzt Bernd Rose, Ansprechpartner für das Projekt und Vorstandsmitglied der Naturschützer. Er verspricht dann Blüten- und Apfelfeste in einer „neuen Kulturlandschaft Burgdorfs“.

Die Zahlen der Initiative - eine zweite gibt es schon länger in Lehrte mit 171 Bäumen – sind beeindruckend: Das von der Stadt für 20 Jahre kostenlos gepachtete Grundstück ist 7.700 Quadratmeter groß und bietet Platz für 134 Obstbäume, 15 Nistkästen, drei Greifvogel-Sitzstangen und ein Insektenhotel. Bis jetzt unterstützen 56 Paten die Anlage und deren Pflege mit einem einmaligen Spendenbetrag von je 75 Euro. Als Gegenleistung können die Förderer dann 15 Jahre lang Äpfel, Birnen, Zwetschen, Pflaumen oder Süßkirschen ernten.

Das Projekt mit der Pflanzaktion im November und Dezember 2014 und dem Bau eines acht Meter tiefen Brunnens wurde von der Bingo-Lotterie und ihrer Umweltstiftung mit 12.000 Euro gefördert. Die Unterhaltung und Pflege wird überwiegend ehrenamtlich erledigt, ist aber sehr zeitintensiv. Im vergangenen Mai musste wegen anhaltender Trockenheit beispielsweise fünfmal gewässert werden. Mindestens zweimal im Jahr wird die Wiese auch gemäht. Angelegt werden sollen laut Rose noch ein etwa zehn Meter breiter Blühstreifen mit Wildblumen, zwei große Steinhaufen als Lebensraum für das Mauerwiesel sowie an der Straßenseite zwei Ruhebänke und ein Holztisch. Sehr aktiv bei der Ausführung wird die Jugendgruppe des Nabu sein, der in seinem Einzugsgebiet nach Roses Angaben 1.800 Mitglieder zählt. Er ist der richtige Ansprechpartner für potenzielle Paten und Schulen, die einen Besuch der Streuobstwiese planen (Telefon 05136 - 812 65). brd

 

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Die Streuobstwiese an der Eseringer Straße dient dem Erhalt alter Obstsorten und der Artenvielfalt.

 

30. September 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Lehrte feiert auf der Obstwiese

Fest mit Führungen und Informationen

VON SANDRA KÖHLER

LEHRTE. Der Naturschutzbund (Nabu) und der Stadtmarketingverein haben das erste Lehrter Streuobstwiesenfest organisiert. Es wird am Sonnabend, 4. Oktober, von 13 bis 17 Uhr auf der Obstbaumwiese gegenüber dem FC-Sportplatz am Hohnhorstweg gefeiert.

Die Organisatoren haben für alle Gäste, darunter vor allem die sogenannten Baumpaten, ein unterhaltsames und informatives Programm auf die Beine gestellt. Bernd Rose vom Nabu und Dieter Schmidt vom Stadtmarketing bieten Führungen über die Wiese, durch die vom Nabu angelegten Biotope und zum Fledermauswinterquartier an. An mehreren Ständen geben Experten Auskunft über Themen der Natur, unter anderem die Imkerei. Die Nabu-Kindergruppe Die Naturforscher unter der Leitung von Hans- Jürgen Sessner bietet eine Naturrallye für Kinder an. Wer Interesse hat, den Heilpflanzengarten im Park des Klinikums zu beschauen, kann das mit Margaretha Ehlvers und Karin Meisinger tun. Darüber hinaus gibt es Kaffee, Obstkuchen und Apfelsaft. Für Musik sorgt die Omni-Musikschule Lehrte.

Die Streuobstwiese am Lehrter Stadtpark entstand im Jahr 2009 in Kooperation von Nabu und Stadtmarketing. Mit 171 Obstbäumen und ebenso vielen Sträuchern ist sie eine der größten Streuobstwiesen Niedersachsens.

 

28. September 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Junge Naturschützer werfen Samenbomben

An der Streuobstwiese wachsen im nächsten Jahr viele Wildblumen

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Hans-Jürgen Sessner (von links), Jonathan (12), Samuel (7) und Marcel (8) schauen sich die Odermennig-Samen genau an.
Heine

 

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. In der Natur hängt alles zusammen. Das lernte die Kindergruppe im Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze einmal mehr bei einem Einsatz auf der im Vorjahr angelegten Streuobstwiese an der Eseringer Straße. „Warum säen wir heimische Wildblumen aus, wenn wir jetzt gleich einen Blühstreifen am Rand der Wiese anlegen?“, fragte Kindergruppenleiter Hans-Jürgen Sessner in die Runde.

Die Antwort war schnell gefunden: „Damit heimische Wildbienen angelockt werden und die Obstbaumblüten bestäuben. Dann fällt die Ernte reichlich aus“, wussten die Kinder aus dem Effeff.

Anschließend ging es an die Arbeit. Eine Gruppe brachte vorgezogene Pflänzchen, darunter Wiesensalbei und Flockenblumen, in die Erde. Andere ließen sich von Nabu-Mitglied Angelika Wirtz zeigen, wie die Aussaat mit einer Kleegeige funktioniert. Der Saatgutstreuer wird mit einem einfachen Kurbelantrieb betrieben. Wirtz mischte das feine Saatgut mit Mais- und Sojaschrot, damit es sich besser verteilen ließ. Alle waren mit Eifer dabei, vor allem beim Auswerfen von sogenannten Samenbomben, Erdkugeln mit Pflanzensamen. Sie sollen Keimzellen für Blühfelder im natürlichen Bewuchs zwischen den Bäumen werden. Nina Lausch aus Lehrte und ihre beiden Töchter Fenja (6) und Maja (1) beteiligten sich zum ersten Mal an einer Nabu-Aktion. „Wir sind gekommen, weil ich möchte, dass meine Kinder die Natur kennenlernen. Sie sollen erfahren, dass die Themen ,Bio‘ und ,Gesund‘ nicht langweilig sind, sondern auch Spaß machen“, sagte Lausch.

 

Die Nabu-Kindergruppe trifft sich wieder am Sonnabend, 10. Oktober, um 10 Uhr im Burgdorfer Stadtpark. Dann geht es um Bäume, Blätter und Früchte.

 

24. September 2015 - HAZ Beilage - Lehrte Live AnzeigenSpezial

Erstes Streuobstwiesenfest wird gefeiert

Nabu und Stadtmarketing bieten bei der Veranstaltung am Hohnhorstweg ein buntes Programm

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An der Wiese am Hohnhorstweg steigt das erste Streuobstwiesenfest.

 

Zu einer Premiere laden der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze und der Stadtmarketing- Verein Lehrte (SML) ein. Am Sonntag, 4. Oktober, von 13 bis 17 Uhr steigt auf der Obstwiese gegenüber der Sportanlage des FC Lehrte am Hohnhorstweg das erste Streuobstwiesenfest. Jürgen Keuchel, Organisator dieses Festes, hat ein buntes Unterhaltungs- und Informationsprogramm zusammengestellt. Dazu sind alle Baumpaten und die Lehrter Bevölkerung eingeladen.

Es ist selbstverständlich, dass auch bei den kulinarischen Genüssen Obst einen gewissen Anteil hat. Bei der Kaffeetafel gibt es Obstkuchen. Man kann aber auch nur ein Glas Apfelsaft trinken. Auf dem Grill liegen übrigens Delikatessen vom Kamerunschaf. Die Omni-Musikschule Lehrte sorgt für die musikalische Unterhaltung.

An den Informationsständen von Nabu, BUND, Imkerverein und Stadtmarketing-Verein gibt es fachkundige Auskünfte zum Thema Streuobstwiese und vielem mehr. Bernd Rose vom Nabu und Dieter Schmidt vom SML führen über die Streuobstwiese oder durch die vom Nabu angelegten Biotope und durch das Fledermauswinterquartier. Die benachbarten Gartenund Tierfreunde zeigen ihre Schafe, Ziegen und weitere Tiere.

Die von Hans-Jürgen Sessner geleitete Nabu-Kindergruppe „Naturforscher“ geht mit Jungen und Mädchen auf eine Naturrallye. Am Stand des Landwirtes Harm Nöhre können sich die Besucher mit heimischen Früchten oder Marmelade und bei den Imkern mit Honig versorgen. Sollte daneben Interesse an einem Besuch des nahe gelegenen Heilpflanzengartens im Park des Klinikums bestehen, unternehmen die „Kräuterhexen“ Margaretha Ehlvers und Karin Meisinger gern Führungen mit den Besuchern.

Beitrag zur Gartenregion

Die rund zwei Fußballfelder große Streuobstwiese am Hohnhorstweg ist ein Kooperationsprojekt von Nabu und SML und war ein Beitrag zur Gartenregion 2009. Mit 171 Obstbäumen und ebenso vielen Sträuchern am Rande ist sie eine der größten Streuobstwiesen in Niedersachsen. Alte Sorten von hochstämmigen Apfel- und Birnbäumen, sowie Kirsch-, Zwetschgen-, Quitten- und Walnussbäumen stehen auf der extensiv gepflegten Wiese. Flora und Fauna bieten inzwischen einer Vielzahl von Vögeln und Insekten Nahrung. Die Wiese für das Projekt Streuobstwiese wurde von der Stadt Lehrte zur Verfügung gestellt und von der BINGO-Umweltstiftung sowie der Stadt finanziell gefördert.

Inzwischen haben 146 Bäume bereits Baumpaten. Eine Baumpatenschaft kostet 75 Euro. Dafür darf das Obst von den Patenbäumen 15 Jahre lang geerntet werden. Pflege und Betreuung der Obstwiese erfolgen durch ehrenamtliche Mitarbeiter des Nabu und SML.

 

Nähere Informationen dazu gibt es beim Streuobstwiesenfest oder bei der Sonja Truffel unter Telefon (0 51 32) 50 51 35.

 

19. September 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schwalben sind auf Pausenhof willkommen

Nabu-Plakette für Albert-Schweitzer-Schule

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Die Albert-Schweitzer-Grundschule ist ein „schwalbenfreundliches Haus“: Dafür haben die Schüler von Nabu-Sprecher Bernd rose (rechts) eine Plakette nebst Urkunde erhalten.
Kühn

 

VON OLIVER KÜHN

LEHRTE. Brütende Vögel auf einem Schulhof mitten in der Innenstadt? So was gibt’s. Die Albert-Schweitzer- Grundschule an der Schlesischen Straße macht es vor: Dort haben zahlreiche Schwalben ihre Nester unter der Dachrinne gebaut und fühlen sich sehr wohl. Vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat die Schule dafür die Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ erhalten. Denn die Population dieser Vögel geht zurück.

An der Schule wohnen vor allem Mehlschwalben, die man an ihrem hellen Brustkorb erkennt. 14 Nester hat der Nabu in diesem Sommer gezählt, zwölf davon waren besetzt – trotz des Gewusels und Schulhoflärms um sie herum, sagt auch Schulleiterin Beate Forgber erstaunt. Dabei habe die Schule nach den Arbeiten für den neuen Anbau vor einigen Jahren noch befürchtet, dass sich die Vögel zurückziehen und ihre Heimstätten aufgeben könnten.

„Schwalben gewöhnen sich schnell an Menschen und wissen, dass sie hoch oben geschützt sind“, sagt Nabu-Sprecher Bernd Rose. Und die nicht genutzten Nester übernähmen gern die Spatzen. Ungewöhnlich sei aber tatsächlich, dass die Schwalben mitten in der Kernstadt brüteten, wo so viel Fläche versiegelt sei und kaum Wasser in der Nähe: „Erstaunlich, wo sie das herholen.“

Toll sei, dass die Stadt die Nistmöglichkeiten erlaube. Denn die Schwalben machen doch so einigen Dreck. Die Wände, Fenstervorsprünge und der Boden sind teilweise mit Kot übersät. „Das nehmen wir für unsere Untermieter aber gern in Kauf“, betont Forgber. Schließlich sei die Albert-Schweitzer- Schule seit zehn Jahren auch anerkannte Umweltschule.

Weil die Schwalben-Population durch Versiegelung, die Ausweitung der Landwirtschaft und die Bevölkerungszunahme stetig zurückgehe, seien angebotene Nistmöglichkeiten sehr wichtig, verdeutlicht Rose. Die Tiere bauen ihre Nester aus Lehm, Erde, Speichel und Wasser. Wer ihnen dabei helfen will und einen Garten hat, könne dort eine Plane mit Wasser und Lehm auslegen, was die Schwalben dann als Baumaterial benutzen können.

 

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Die flinken Flieger nisten unter dem Dach. Verlassene Nester übernimmt gern der Spatz.
Kühn

 

26. August 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Aue ist ein gutes Jagdrevier

 

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BURGDORF. Schnell, filigran und farbenprächtig: Diese Attribute tragen Libellen zu Recht. Ein besonders schönes Exemplar einer Gebänderten Prachtlibelle hat Hobbyfotograf Bernd Moßmann an der Aue mit seiner Kamera eingefangen. Ein Libellen- Kenner ist Paul Gerd Jürging aus Dachtmissen: „Ich stehe oft am Ufer der Aue und beobachte die Libellen.“ Jürging fasziniert vor allem deren Entwicklung vom Ei bis zum farbenfrohen Flieger.

„Diese Metamorphose ist sehr eindrucksvoll“, sagt das Nabu- Mitglied. Aus dem Ei schlüpft die räuberische Larve. Sie hat Kiemen, lebt im Wasser und jagt auf dem Grund von Flüssen ihre Beute – kleinere Larven und Kaulquappen. „Eines Tages steigt die Larve an die Wasseroberfläche. Ihre Hülle bricht am Rücken auf, und die herrliche Libelle schlüpft heraus“, beschreibt Jürging die Verwandlung.

Die Burgdorfer Aue ist für Libellen ein guter Lebensraum. Denn auch über der Wasseroberfläche finden sie Nahrung: Mücken und Fliegen. Er beobachte am Fluss auch Libellenarten, die vom Aussterben bedroht sind, sagt Jürging. „Sie tauchen bei uns auf, weil sich die Wasserqualität der Aue seit der Flurbereinigung enorm verbessert hat.“ dt

 

03. August 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Mit der Taschenlampe Fledermäuse sehen

Pfeilschnelle Flieger gehen am Spreewaldsee auf Jagd

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Eine Exkursion zu den Fledermäusen an den Spreewaldseen ermöglicht der Nabu am Freitag.
Wulf-Dettmer (2)

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

DAHRENHORST. Die Spreewaldseen sind nicht nur ein Eldorado für Wasservögel und ein herrliches Erholungsgebiet für die Menschen. Auch Fledermäuse wissen die Seenplatte bei Dahrenhorst als ergiebiges Jagdgebiet zu schätzen. Wer die nachtaktiven Säugetiere bei der Jagd beobachten will, kann sich am Freitagabend, 7. August, der Führung des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze anschließen.

„Wenn es warm und trocken ist, tummeln sich am Spreewaldsee sehr viele Fledermäuse“ sagt der Nabu-Experte Bernd Rose. Er und Hans-Jürgen Sessner erwarten die kleinen und großen Fledermausfreunde um 20 Uhr auf dem Parkplatz Spreewaldsee. Zunächst wird Rose, der seit 13 Jahren ehrenamtlicher Fledermausbetreuer in der Region Hannover ist, erklären, wie die Tiere leben, wovon sie sich ernähren, wie sie ihre Jungen aufziehen und wie sie ihre Beute mit Echosignalen aufspüren.

Sobald die Dämmerung über den Spreewaldseen aufzieht, sollen die pfeilschnellen Fledermäuse mithilfe von Taschenlampen und Detektoren bei der Jagd beobachtet werden. Ihre bevorzugte Nahrung sind Mücken, die in der Dunkelheit aus dem Wasser aufsteigen. Um reichlich Beute zu machen, fliegen die Kobolde der Nacht nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche. Damit sie satt werden, müssen sie jede Nacht ungefähr ein Drittel ihres Körpergewichtes fressen. Wasserfledermäuse bringen gerade einmal sieben bis 15 Gramm auf die Waage.

 

Die Führung dauert etwa zweieinhalb Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden für die vielfältige Arbeit des Nabu sind jedoch willkommen.

 

30. Juli 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Igel wagt sich am Tag heraus

Paarungszeit der Stacheltiere – Ideale Bedingungen in naturbelassenen Gärten

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Dieser Igel lebt in einem Garten in Uetze am Schachtacker.
Schiller

 

Männliche Igel sind derzeit auf Brautschau. Das kann der Grund dafür sein, dass die stacheligen Einzelgänger jetzt in der Paarungszeit vereinzelt schon vor Einbruch der Dämmerung auf den Beinen sind. Eigentlich sind sie dämmerungs- und nachtaktiv.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. In diesen Tagen kam ein Igel in einem Garten am Schachtacker schon vor 21 Uhr aus seinem Versteck im Gebüsch. Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter für die Gemeinde Uetze, vermutet, dass es sich um ein Männchen handelt, das ein Weibchen gerochen und sich auf den Weg zu ihr begeben hat. „Igel können zwar schlecht sehen, aber gut riechen“, bestätigt auch Ernst Schmidt, Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes Burgdorf, Lehrte und Uetze.

Laut Zander schlafen Igel tagsüber unter Büschen und in Hohlräumen, zum Beispiel unter einem Schuppen. „Sie laufen erst in der Dämmerung los und suchen sich dann ihr Futter“, berichtet Zander. Die Stacheltiere vertilgen Würmer, Käfer, Larven, Schnecken, Insekten „und was sie sonst noch an tierischem Eiweiß bekommen können“.

Bis zum Herbst fressen sich die Igel ihre Fettdepots für den Winterschlaf an. Nach Ansicht der meisten Fachleute sollten die Säugetiere im Spätherbst mindestens 500 Gramm wiegen, um gut durch die Wintermonate zu kommen.

„Junge Igel sollte man erst im Spätsommer füttern – und dann ausschließlich mit Katzenfutter“, lautet Schmidts Ratschlag. Auf keinen Fall sollte man ihnen Schälchen mit Milch hinstellen. „Das ist das Schlimmste, was man machen kann“, stellt Schmidt klar. „Milch vertragen sie nicht. Davon bekommen sie Durchfall“, erläutert Zander und fügt hinzu, dass die Stacheltiere daran sogar sterben können.

„Ideale Lebensbedingungen finden Igel in unaufgeräumten Gärten“, sagt Schmidt. Dort sollte das Laub liegen bleiben, damit die possierlichen Tiere darunter ihr Winterquartier einrichten können. Zander empfiehlt, in einer entfernten Ecke des Gartens einen Laubhaufen aufzuschichten. „Wenn man den mit Holzplanken abdeckt, dann sind die Tiere darunter besser vor Regen geschützt“, fügt der Naturschutzbeauftragte hinzu.

 

27. Juli 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Fahrradtour durch die Natur zum Irenensee

Ernst Schmidt leitet Ausflug von Burgdorf nach Uetze

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Ernst Schmidt (Mitte) erklärt den Radlern die Schönheiten der Natur am Wegesrand.
Archiv

 

VON ISABELL ROLLENHAGEN

BURGDORF/UETZE. Der Irenensee ist am Sonntag, 9. August, das Ziel einer Radtour des Naturschutzbunds und des Burgdorfer Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV). Ernst Schmidt von der Nabu- Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze wird die sogenannte NaTour leiten. „Wir legen unterwegs mehrere Zwischenhalte ein, bei denen ich die Tier- und Pflanzenwelt der Umgebung vorstelle“, kündigt Schmidt an. „Auf diese Weise sollen die Mitfahrer angeregt werden, mit wachen Augen durch die Natur zu fahren und die Tier- und Pflanzenwelt intensiver wahrzunehmen“, wünscht er sich.

Die rund 30 Kilometer lange Strecke führt durch das Naherholungsgebiet Beerbusch und Dahrenhorst zum Irenensee. Nach einer Kaffeepause im Restaurant Seeblick durchstreifen die Mitfahrer das Landschaftsund Naturschutzgebiet Schilfbruch. Die Rückfahrt führt an Hänigsen vorbei durch das Seebecktal. Dachtmissen ist die letzte Etappe der NaTour, die entlang des Sorgenser Wäldchens nach Burgdorf zurückführt.

Die Teilnehmer brechen um 14 Uhr auf dem Spittaplatz auf. Ein verkehrssicheres Fahrrad wird für die Mitfahrt vorausgesetzt.

 

14. Juli 2015 - Schaumburger Nachrichten

Alle Vögel sind schon da? Schön wär’s

Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren: Doch in Niedersachsen werden sie rar

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Bei Oliver und Sarah Brinkmann sind Schwalben willkommen.
rnk

 

Bernsen. Beim Rundgang durch die Stallungen seines um 1880 erbauten Hofes in Bernsen muss Oliver Brinkmann nicht viel erzählen, die Zahl der fliegenden und brütenden Schwalben spricht für sich: Dort finden die Flugkünstler ein kleines Paradies vor, dort haben sie alles, was sie benötigen: ein- und Ausflugschneisen und jede Menge Platz.

Noch kennt sie jeder, die Rauch- und Mehlschwalben, die das Ende des Winters verkünden. Jahrhunderte lang gehörten sie in jedes Dorf, auf jeden Bauernhof und auch in jede Stadt – sie gelten als Vorboten des Sommers.

Schwalben haben sich als sogenannte Kulturfolger an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Sie tauschten ihre ursprünglichen Brutplätze an felsigen Steilküsten gegen einen Platz im Stall oder an der Hauswand ein. Somit blieb den Menschen ihre jährliche Rückkehr nicht verborgen: „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“, sagt ein Sprichwort. Dieser enge Bezug zum Menschen hat jedoch nicht verhindern können, dass die Schwalben in Deutschland und insbesondere auch in Niedersachsen in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener geworden sind.

Der Grund für den Rückgang liegt vor allem in der Beeinträchtigung der Lebensräume. Versiegelung von Feldwegen, Höfen und Dorfplätzen, Umwandlung von Grünland in intensiv genutzte Äcker, Einsatz von Insektiziden sowie in jüngerer Zeit moderne Fassadenbauweisen und Hygienevorschriften der intensiven Landwirtschaft machen den Mehl- und Rauchschwalben zu schaffen: Sie finden oft keinen lehmigen Boden zum Bau ihrer Nester mehr, können ihre Nester an den glatten Fassaden nicht befestigen.

Oder sie sind sogar der Nachstellung durch den Menschen ausgesetzt, weil Hausbesitzer die Nester nicht dulden und abschlagen. Mit seinem Projekt „Schwalben willkommen“ will der Naturschutzbund (Nabu) den Vögeln helfen. Und derjenige, der den Vögeln hilft, wird ausgezeichnet, so wie Oliver und Sarah Brinkmann. Zwar sind sie unmittelbare Nachbarn von Rolf Wittmann, dem Auetaler Nabu-Chef, doch zur Übergabe der Auszeichnung reist der Vorsitzende des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze an, denn dort ist Uwe Brinkmann noch immer Mitglied, auch wenn er vor zwölf Jahren ins Auetal zog.

Mit dem Vorsitzenden aus Hannover ist er sogar verwandt, es ist sein Vater Dirk Brinkmann, der an diesem Tag Geburtstag feiert. In Bernsen habe die Familie Brinkmann die Struktur des Hofes aufrechterhalten, sagt Dirk Brinkmann bei der Übergabe der Urkunde, die Stallungen werden ja weniger, die Rauchschwalbe hat es immer schwerer. Dabei ist sie dem Menschen am nächsten, was schon an ihrem Namen erkennbar ist: Gerne hat sie früher am Rauchfang gebaut, also der trichterförmigen Haube über einem freien oder offenen Feuer – im Gegensatz zur Mehlschwalbe, die außen an den Häusern ihre Nester baut, aber immer weniger Pfützen in der Natur vorfindet, in denen sie den für den Nestbau notwendigen Lehm findet.

Der Mensch also muss helfen. Und Dirk Brinkmann erzählt, wie er vor 40 Jahren gebaut hat: ein Haus mit viel Rasen, wie es in den siebziger und achtziger Jahren üblich war. Heute prägen Margeriten und Habichtskraut seinen Garten, dafür wird er regelmäßig von Buch- und Grünfinken und Stieglitzen besucht. „Doch generell schreitet das Sterben der Artenvielfalt voran“, sagt Brinkmann. Denn nur wenige Arten haben von den Schutzbemühungen der vergangenen Jahre profitiert. So gibt es heute wieder deutlich mehr Seeadler, auch Wanderfalke und Steinkauz haben sich erholt.

Aber 30 Vogelarten werden auf der Roten Liste der bedrohten Arten als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. 24 weitere gelten als „stark gefährdet“.

Im April haben die Grünen im Bundestag eine Kleine Anfrage eingereicht: Sie wollten von der Regierung wissen, wie es um die Vögel in Deutschland steht. Die Antworten auf die Anfrage sind erschreckend: Seit 1960 sind 16 Vogelarten „ausgestorben oder verschollen“, darunter Zwergsumpfhuhn, Schlangenadler und Blauracke. Alle Vögel sind schon da? Schön wär’s.

Oliver Brinkmann kann in Bernsen ein weiteres Beispiel nennen: Als er ins Auetal zog, konnte er stets im Frühsommer den Kuckuck schreien hören; das ist heute fast vorbei.

Seit die Wirtsvögel wie der Teichrohrsänger früher aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurückkehren und zu brüten beginnen, wird es schwierig für den Kuckuck. Denn pünktlich wie die Kuckucksuhr kehrt er nach wie vor erst Mitte April aus seinem Winterquartier zurück. Das heißt: Er kommt pünktlich zu uns – und damit zu spät, denn alle Vögel sind längst da. Dann hat er aber kaum noch Chancen, den Zieheltern in spe ein fremdes Ei unterzujubeln. Denn auch der dümmsten Vogelmama fällt irgendwann auf, wenn unter ihren schon geschlüpften Jungen ein Kuckucksei liegt. rnk

 

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Die Rauchschwalbe findet immer weniger Plätze für ihre Nester
pr.

 

24. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Turmfalken nisten am Glockenturm

Auf Schillerslager Friedhof wachsen erstmals drei Junge heran

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Seit Oktober 2012 hängt der Kasten, jetzt brütet dort zum ersten Mal ein Turmfalkenpärchen.
Rose

 

SCHILLERSLAGE. Ein Turmfalkenpaar zieht in einem Nistkasten am Glockenturm auf dem Friedhof des Dorfes erstmals seine Jungen groß. Nur noch kurze Zeit, dann sind die drei flügge. „Den Nistkasten haben wir im Oktober 2012 dort aufhängen dürfen“, berichtet Bernd Rose vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze. Doch zum ersten Mal sei in diesem Jahr eine Brut geglückt. Rose schaut regelmäßig nach der Vogelfamilie in Schillerslage. Während der Brutzeit und in den ersten Aufzuchtwochen jagt nur das Männchen. Das Weibchen bleibt zum Schutz der Jungtiere im Nest. Das Männchen übergibt die Beute – ausschließlich Mäuse – der Falkin, die sie in schnabelgerechte Stücke zerreißt und damit die Jungen füttert. Sobald der Nachwuchs ein Federkleid trägt, gehen beide Eltern auf die Jagd, um die Schnäbel ihrer Jungen zu füllen.

Etwa drei Wochen nach dem Schlüpfen können die jungen Falken fliegen. „Die Alten füttern sie aber noch zwei bis drei Wochen weiter, erst dann löst sich der Familienbund nach und nach auf“, sagt Rose. dt

 

22. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zwei kleine Schleiereulen sind die Stars

Jäger der Nacht nisten auf Hänigser Hof

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Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander hat eine kleine Eule aus dem nest geholt und erlaubt den Kindern, diese zu streicheln.
Heine

 

Mehr als 80 Teilnehmer bei einer Exkursion zu den Kinderstuben von Storch und Schleiereule: Damit hatte Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region, nicht gerechnet. Mit Vergnügen stellte er sich der Herausforderung.

VON SYBILLE HEINE

HÄNIGSEN. Erste Station der Führung war das Storchennest auf dem Schornstein der Bäckerei Laube. Betroffen schauten die Kinder, als sie hörten, dass ein kleiner Storch aus dem Nest geworfen worden war, weil das Nahrungsangebot nicht ausreichte. Zander erklärte, dass ein Jungstorch 500 Gramm Nahrung pro Tag benötigt, er nach zwei Monaten flugfähig ist und eine Woche vor den Eltern in den Süden aufbricht.

Humorvoll beantwortete er alle Fragen: "Warum fliegen Spatzen im unteren Teil des Storchennestes aus und ein?", wollte ein kleiner Exkursionsteilnehmer wissen. "Das sind Hausbesetzer. Die wohnen dort", erklärte Zander mit einem Lächeln.

Richtig spannend wurde es für die Gruppe auf dem Hof Pahlmann an der Maschstraße. Dort hat der Naturschutzbund auf dem Hausboden einen Eulenkasten aufgehängt, in dem sechs Junge geschlüpft sind. Zander kletterte hinauf und kam mit zwei kleinen, plüschigen Schleiereulen zurück, die dann alle aus der Nähe betrachten konnten.

Anschaulich beschrieb er, warum uns diese nachtaktiven Vögel so faszinieren. Sie haben 14 Halswirbel und können ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen. Sie brauchen nur ganz wenig Licht, um sehen zu können und erwischen ihre Beute auch, wenn sie sich nur an Geräuschen orientieren. Anhand von Gewöllen demonstrierte Zander, dass Eulen ihre Nahrung in einem Stück verschlucken.

 

22. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Mehr als 80 Kinder, Eltern und Großeltern wollen junge Eulen sehen

 

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Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander hat eine kleine Eule aus dem Nest geholt und erklärt kenntnisreich, wie die Vögel aufwachsen und leben.
Heine

 

HÄNIGSEN. Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter für die Gemeinde Uetze, hat schon viele Exkursionen geleitet. Gestern war allerdings auch er überrascht. Mehr als 80 Teilnehmer konnte er in Hänigsen beim Ausflug zu den Kinderstuben der Störche und Schleiereulen im Gemeindegebiet begrüßen. So viele wie noch nie. Eltern, Großeltern und viele Kinder wollten etwas über den Vogelnachwuchs erfahren. Routiniert ging Zander mit dem großen Publikum um und hatte vor allem ein Ohr für die Fragen der Kinder. Sie durften sogar eine 34 Tage alte Schleiereule, die Zander vorsichtig aus dem Nistkasten geholt hatte, streicheln.

 

19. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Helfer wässern 171 Bäume

Nabu sorgt sich um Streuobstwiese

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Wasser für die Streuobstwiese: Ernst Schmidt (links) und Bernd Rose vom Naturschutzbund wässern einen Apfelbaum der Sorte Roter Boskoop.
Eggers

 

VON KATJA EGGERS

LEHRTE. Die schon seit Wochen anhaltende Trockenheit setzt auch den Obstbäumen auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark gehörig zu. „Ein Baum ist sogar schon eingegangen“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Fünf Mitglieder des Vereins haben die insgesamt 171 Bäume jetzt gewässert. Dafür haben sie auf der Wiese gut 150 Meter Schlauch verlegt. Das Wasser stammt aus einem acht Meter tiefen Brunnen, den der Nabu sich im Hohnhorstpark Ende vergangenen Jahres eigens für die Bewässerung der Wiese hat bohren lassen. Das Geld für die Bohrung und die Schläuche hat die Bingo-Umweltstiftung zur Verfügung gestellt.

„Ein Baum braucht mindestens 30 Liter Wasser“, sagt Nabu-Mitglied Ernst Schmidt und hält den Schlauch an ein Exemplar der Sorte Roter Boskoop. Der Nabu hat die Wiese in diesem Jahr schon zum dritten Mal gewässert. „Wenn es nicht endlich regnet, rücken wir auch weiterhin an“, sagt Rose. Die Bäume, die der Trockenheit zum Opfer fallen könnten, will der Nabu im Herbst aber nachpflanzen.

Für 35 der insgesamt 171 Obstbäume der Streuobstwiese sucht der Nabu noch Paten: Die Baumpatenschaft für einen der Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Quitten- und Walnussbäume kostet 75 Euro und gilt für eine Dauer von 15 Jahren. Die Pflege der Bäume übernimmt der Nabu. Wer Baumpate werden möchte, kann sich unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 an Rose wenden.

 

19. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wo Storch und Eule ihre Jungen aufziehen

Naturschutzbeauftragter Erhard Zander lädt zur Exkursion ein

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Im Burgdorfer Storchennest wachsen in diesem Jahr drei Jungvögel heran.
Moßmann

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/HÄNIGSEN. Eine kostenlose Exkursion zu den Kinderstuben der Schleiereulen und Störche bietet der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze am Sonntag, 21. Juni, an. Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover, erwartet große und kleine Naturfreunde um 10.30 Uhr an der Hänigser Kirche. Treffpunkt in Burgdorf ist um 10.15 Uhr auf dem Schützenplatz.

„Wir werden vor allem in Hänigsen unterwegs sein, weil es dort Eulenkästen und ein Storchennest gibt“, sagt Zander. „Ich werde zum Beispiel Jungeulen vorsichtig aus dem Nest holen, damit jeder die Tiere aus der Nähe anschauen kann.“ Zudem weiß der Naturschutzbeauftragte viel zu erzählen über die lautlosen Jäger der Nacht. Denn Zander verfolgt die Entwicklung der Schleiereulenpopulation im Nordosten der Region seit Jahrzehnten.

So hat sich der Eulenbestand laut Zander nach den schneereichen Wintern 2010 und 2011 gut erholt, „sogar besser als ich erwartet hatte“. 2015 verspricht ein gutes Jahr für Eulen und Störche zu werden. Denn es gibt eine Mäuseschwemme und damit reichlich Futter und Nachwuchs. In ihren Horsten füttern die Störche derzeit bis zu vier Junge. Zudem bekommt die Trockenheit den Jungvögeln, die unter freiem Himmel aufwachsen, besser als ein Frühjahr mit ausgiebigen Regenfällen.

Ziel der Exkursion ist auch das Storchennest auf einer Weide in Dedenhausen. Die Jungstörche dort seien am weitesten entwickelt, so Zander. „Wenn wir Glück haben, können wir einen Altstorch beim Füttern beobachten.“ Dabei kann ein Fernglas hilfreich sein. Wer eines besitzt, sollte es mitbringen.

 

12. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wasser für junge Bäume auf der Streuobstwiese

 

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Hilfsaktion für junge Bäume: Berthold Scheller aus Otze bewässert einen Baum auf der Streuobstwiese des Naturschutzbunds Burgdorf, Lehrte, Uetze.
Privat

 

BURGDORF. Die Mitglieder des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze sorgen sich um ihre Streuobstwiese an der Eseringer Straße. Grund ist die anhaltende Trockenheit: Die 134 Apfel-, Kirsch-, Birnen-, Zwetschen- und Mirabellenbäumchen sind erst vor sieben Monaten gepflanzt worden und haben noch nicht genügend Wurzeln ausgebildet, um Wasser aus den tieferen Erdschichten der Aueniederung zu ziehen.

„Wasser, Wasser, das ist wichtig für die jungen Bäume“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund. Er und mehrere Mitstreiter wässern die Streuobstwiese inzwischen jede Woche. „Sonst gehen uns die Pflanzen kaputt.“ Damit die Naturschützer keine Gießkannen schleppen müssen, haben sie rechts und links der Baumreihen zwei Wasserleitungen mit Anschlüssen für dicke Gartenschläuche verlegt. Gespeist wird die Bewässerungsanlage, zu der sechs Schläuche à 25 Meter Länge gehören, aus einem 8,50 Meter tiefen Brunnen. Diesen hat sich der Nabu nahe dem Stadtpark bohren lassen. „Das Geld für die Anlage hat die Bingo-Stiftung zur Verfügung gestellt“, sagt Rose. dt

 

11. Juni 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auf Entdeckungstour am Salzigen See

NABU-Ortsgruppe unterstützt Naturschutz-Großprojekt in Sachsen-Anhalt und übernimmt Verantwortung

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AmSalzigen See

 

BURGDORF/LEHRTE/UETZE. Der Salzige See bei Eisleben in Sachsen-Anhalt wurde von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe für fast eine Million Euro gekauft. Auch die Ortsgruppe Burgdorf-Lehrte-Uetze unterstützte den Kauf mit 5000 Euro, mehrere Mitglieder spendeten darüber hinaus ansehnliche Beträge aus eigener Tasche. Damit übernahmen die örtlichen Naturschützer auch für bedrohte Natur jenseits ihrer Grenzen Verantwortung.

Nun reisten 14 NABU-Mitglieder sowie Vorstände aus Burgdorf, Lehrte und Uetze zwei Tage lang zu dem Areal, das zu den größten Projekten in Deutschland zählt. Neben der faszinierenden Landschaft begeisterten die Teilnehmer vor allem die vielen zu beobachtenden Vögel wie Bienenfresser, Rohrweihe und Steinschmätzer.

Der Salzige See fiel vor über hundert Jahren trocken und ist nun eine riesige Fläche aus kleineren Gewässern, Schilfröhrichten, Feuchtwiesen, Äckern und Trockenhängen. Das 470 Hektar große Gebiet beherbergt viele seltene, teils vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Seit dem Kauf durch die NABU-Stiftung werden große Bereiche nicht mehr genutzt. Wiesen und Äcker sind unter strengen Naturschutzauflagen an Landwirte verpachtet.

 

20. Mai 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Streuobstwiese: Paradies für Falter, Vögel und Kriechtiere

Naturschutzbund pflanzt 134 Bäume – Schon 44 Patenschaften

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Ernst Schmidt (oben) hat die infotafel zum Biotop Streuobstwiese gebaut. Er und Dieter Kleinschmidt (kleines Bild, links) schauen, ob die obstbäume gut angewachsen sind.
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VON ANETTE WULF-DETTMER

BurGDorf. Die Streuobstwiese, die der Naturschutzbund an der Eseringer Straße angelegt hat, ist komplett. 134 Obstbäume stehen in der Aueniederung in zwölf Reihen auf rund 3000 Quadratmetern. „Für 44 Bäume haben wir schon Paten“, sagt Dieter Kleinschmidt, Burgdorfs Naturschutzbeauftragter. „90 sind noch zu haben“, ergänzt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Eine Patenschaft für 15 Jahre kostet 75 Euro. „Sie ist mit keinerlei Verpflichtungen für den Paten verbunden“, sagt Schmidt. Gepflegt werde die Wiese weiterhin von Landwirt Hans-Heinrich Konerding, der beispielsweise auch die Pflanzlöcher für die jungen Bäume gebohrt habe. Allerdings sei es den Paten freigestellt, ihren Baum regelmäßig zu besuchen, und natürlich hätten sie das Recht zu ernten, erklärt Schmidt. Doch bevor Apfel, Zwetsche, Süßkirsche, Birne, Quitte und Mirabelle Früchte in nennenswerter Menge tragen, werden laut Kleinschmidt fünf bis sechs Jahre ins Land gehen.

Die Obsternte ist allerdings auch nur ein Nebenaspekt des Projekts. Dem Naturschutzbund geht es in erster Linie darum, ein Biotop für selten gewordene Tiere und Pflanzen mitten in Burgdorf zu schaffen. Dafür wurden zehn Nistkästen aufgehängt. Schon jetzt ist dort laut Schmidt die Nachtigall zu hören. „Auch eine Ricke kommt regelmäßig.“ Die Naturschützer hoffen, dass sich im Laufe der Zeit Grashüpfer, Blindschleiche, Wacholderdrossel und Distelfalter wohlfühlen, sich Heidenelke und Wiesenkerbel ansiedeln.

 

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22. April 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Lehrte hat jetzt einen Storch

Auf dem Horst an den Zuckerfabriksteichen ist erstmals ein Adebar gesichtet worden

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Zehn Meter hoch und zweieinhalb Jahre lang unbewohnt: im September 2012 bauen Mitarbeiter des Nabu den Horst an den Zuckerfabriksteichen auf (Bilder links und Mitte). Jetzt ist dort erstmals ein Meister adebar zu sehen.

 

Lange hat es gedauert. Doch jetzt haben Naturfreunde die Hoffnung, dass auch bei Lehrte bald ein Storchenpaar brütet. Auf dem Horst, der seit drei Jahren an den alten Zuckerfabriksteichen steht, sichteten Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) jetzt einen Meister Adebar – noch ohne Storchendame.

VON ACHIM GÜCKEL

LEHRTE. Immensen hat Störche, Steinwedel auch, und in Arpke brütet regelmäßig ein Paar auf dem Kirchendach. Dass auch am Ostrand Lehrtes, neben Zuckerfabriksteichen und feuchten Wiesen, ein ideales Terrain für Störche existiert, haben Mitarbeiter des Naturschutzbundes Burgdorf, Lehrte, Uetze schon vor Jahren erkannt. Sie bauten dort, unweit eines Wirtschaftswegs im September 2012 einen zehn Meter hohen Horst auf – er steht auf einem Gelände der Stiftung Naturlandpflege.

Zweieinhalb Jahre lang tat sich auf der rund 10 000 Euro teuren Installation, die unter anderem aus einem ausgedienten Bohrgestänge besteht und zum Teil von der Bingo- Umweltstiftung finanziert wurde, allerdings kaum etwas. Von einem Storch war weit und breit nichts zu sehen. Bis vor wenigen Tagen, als Nabu-Mitarbeiter Bernd Rose einen Spaziergang an den Teichen machte. Er konnte dort zum ersten Mal einen der großen Vögel fotografieren.

Rose hatte die Initiative gegeben, den Horst zu errichten. „Ich bin froh, das ich trotz allgemeiner Skepsis, dieses Vorhaben verwirklicht habe“, sagt er jetzt. Den Storchenmann, den er gesichtet hat, hält er noch nicht für einen Brutvogel, der auf seine Dame warte, sondern für einen sogenannten Durchzieher. Das Tier sei jedoch immer wieder an dem Horst zu sehen.

Eine Wartezeit von zwei bis drei Jahren, bis erstmals an den Zuckerfabriksteichen Störche brüten, habe der Nabu durchaus einkalkuliert gehabt, sagt Rose. Jetzt sei aber bewiesen, „dass der Hort bekannt ist“. Nun gelte es, nur noch etwas Geduld zu haben. Vielleicht schon im nächsten Jahr gebe es auch am Rand von Lehrte Strochennachwuchs. „Das funktioniert nun von allein. Es gibt mittlerweile wieder viele Jungstörche und nur wenige geeignete Horste“, ist sich Rose sicher.

 

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Ein Nistplatz von stattlichen Ausmaßen: Rund 10 000 Euro hat der Storchenhorst gekostet.
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09. April 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Fangzaun rettet 1800 Kröten

Erstmals Aktion des Nabu an der Kreisstraße zwischen Kolshorn und Ahlten

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Der Krötenfangzaun an der K 122 in Kolshorn ist abgebaut, Tempo 30 aufgehoben: Der Nabu hat dort 1800 Kröten gerettet.
Kühn

 

VON THOMAS BÖGER

KOLSHORN. Ein großer Erfolg ist der Krötenfangzaun an der Kreisstraße zwischen Kolshorn und Ahlten gewesen, den der Naturschutzbund (Nabu) erstmals aufgestellt hatte. Laut Nabu-Sprecher Bernd Rose wurden in den vergangenen vier Wochen mehr als 1800 Amphibien in den Eimern gefangen und von den ehrenamtlichen Helfern über die Straße getragen, sodass sie ihr Laichgebiet an dem nahe gelegenen Teich erreichen konnten. Nur wenige Tiere seien überfahren worden, berichtet Rose.

Die Stadt hatte Anfang März auf dem Straßenabschnitt zwischen Kolshorn und Ahlten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 angeordnet. Außerdem durften zwischen 19 und 5 Uhr eigentlich nur Anlieger den Abschnitt befahren. Nach Beobachtungen von Anwohnern haben sich daran zwar nur wenige Autofahrer gehalten. Doch durch den etwa 100 Meter langen Zaun seien eben der größte Teil der Kröten sowie etliche Frösche und einige Molche vor dem Tod auf der Straße bewahrt worden.

Der könne auch dann schon eintreten, wenn die Tiere gar nicht unter einen Reifen gerieten, erklärt Rose. Sie würden vielmehr durch den unter den Autos entstehenden Unterdruck getötet, wenn diese schneller als mit Tempo 30 fahren.

Die Krötenwanderung habe in diesem Jahr zwar wegen Kälte und Trockenheit etwas länger als sonst gedauert, erläutert der Nabu-Sprecher. Doch jetzt sei die Saison vorbei: In den vergangenen Tagen blieben die Eimer leer. Deshalb ist der Zaun inzwischen abgebaut worden. Die Verkehrbeschränkungen gelten nicht mehr.

 

01. April 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hunde müssen an die Leine

Naturschützer und Jäger: Regel gilt dem Schutz der Kinderstuben in Wald und Feld

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die Anleinpflicht dient dazu, die Nester der Bodenbrüter wie Feldlerche (Bild), Kiebitz, Wachtel und Rebhühner zu schützen.

 

Ab heute gilt im Wald und in der freien Natur für Hunde wieder die Anleinpflicht – bis zum 15. Juli. die Jägerschaft Burgdorf bittet die Hundebesitzer, sich an diese Regel zu halten – zum Schutz der Kinderstube von Hase, Reh, Rebhuhn und Fasan.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/UETZE. Auch der Naturschutzbund hält diese Anleinpflicht für wichtig. „Ich bedauere, dass sich die Hundehalter in großer Zahl nicht an die Anleinplicht halten“, sagt Dirk Brinkmann, Vorsitzender der Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze. „Denn es geht nicht allein um den Schutz des jagbaren Wildes“, stellt er klar. „Es geht darum, die Nester der Bodenbrüter wie Feldlerche, Kiebitz, Wachtel und Rebhühner zu schützen.“ Diese Vogelarten haben laut Brinkmann inzwischen Seltenheitswert in unserer Natur, weil ihr Lebensraum schrumpft – Landwirte pflügen die Feldraine um – und sie von den vielen Erholungssuchenden und Freizeitsportlern in Wald und Feld gestört werden.

„Die Natur gleicht im Frühjahr einer einzigen Kinderstube“, sagt Hans-Otto Thiele, Vorsitzender der Jägerschaft Burgdorf. Deshalb sollten alle, die sich in den nächsten Monaten in Wald und Feld aufhalten, besondere Rücksicht nehmen. Von freilaufenden Hunden und Katzen gehe eine besondere Gefahr aus – für die Jungen ebenso wie für die Elterntiere, so Thiele. „Hochträchtige Rehe sind bei Weitem nicht mehr schnell genug um vor stöbernden Hunden fliehen zu können.“

Auch indirekt können Hund und Mensch den Nachwuchs von Bodenbrütern gefährden, sagt Oliver Brand, Pressesprecher der Jägerschaft. „Nähern sie sich dem Gelege, verlässt die Rebhenne ihr Nest mit Eiern oder jungen Küken, um den Feind abzulenken. Damit werden die Nester eine leichte Beute für Krähen und Elstern.“

An den Spreewaldseen hat der Naturschutzbund laut Brinkmann auf Wunsch eines Anwohners vor einiger Zeit sogar sechs Schilder aufgestellt, die auf die Anleinpflicht vom 1. April bis 15. Juli aufmerksam machen.

Weil die Anleinpflicht die Bewegungsfreiheit der Hunde für dreieinhalb Monate beträchtlich einschränkt, hatten Martina und Wolfgang Geerts aus Ehlershausen im vergangenen Jahr angeregt, im Stadtgebiet einen Lauf- und Spielplatz für Hunde auszuweisen. Die Jägerschaft hatte den Vorstoß begrüßt. Doch die Stadt Burgdorf winkte ab: Es bestünde kein öffentliches Interesse. Zudem seien Finanzierung, Pflege, Verkehrssicherung und Haftung nicht geklärt. Allen, die ihrem Hund während der Brut- und Setzzeit mehr Bewegung bieten wollen, empfehlen Jäger den Besuch eines Hundesportvereins.

 

DAS GESETZ - Ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro ist möglich

Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) regelt die Anleinpflicht für Hunde. Nach Paragraf 33, Absatz 1, des NWaldLG müssen Hundebesitzer demnach ihre Tiere in der Zeit vom 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft an der Leine führen. Ausnahmen gelten für Jagd-, Rettungs-, Polizei-, Zoll-, Bundesgrenzschutz- und Blindenhunde.

Wer in diesem Zeitraum, der als allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit gilt, dagegen verstößt, begeht nach Paragraf 42, Absatz 4, des NWaldLG eine Ordnungswidrigkeit – egal ob vorsätzlich oder fahrlässig. Laut Gesetzestext sind Sanktionen von bis zu 5000 Euro möglich, wenn man seinen Hund nicht in freier Landschaft anleint. Geldstrafen in dieser Höhe sind in der Regel jedoch eher unrealistisch. hg

 

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27. März 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Storch ist ein eleganter Segelflieger

Burgdorfs schwarz-weißes Vogelpaar hat seinen Horst auf dem Fabrikturm bezogen – Flugrouten sicherer geworden

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Das Storchenmännchen lässt sich vom Aufwind über die Wiesen an der Burgdorfer Aue tragen.

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Wer sich ein bisschen Zeit nimmt, kann in diesem Tagen die Flugkünste der Störche über den Wiesen an der Burgdorfer Aue bewundern und die grazilen Tiere beim Liebesspiel beobachten. Die Hobbyfotografen Frank Kurpanik und Bernd Moßmann haben sich die Zeit genommen, und ihnen sind tolle Aufnahmen gelungen.

Der Storch ist ein Segelflieger par excellence. Er nutzt die Aufwinde, um auch Hindernisse wie die Pyrenäen zu überwinden. „Er fliegt jedoch nicht, wenn es regnet. Denn dann gibt es keinen Aufwind“, sagt der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander aus Hänigsen. Auch über großen Wasserfläche kann sich der Vogel mit einer Flügelspannweite von zwei bis 2,20 Meter nicht in der Luft halten – es fehlen die Aufwinde.

Deshalb überquerten die Vögel auch nicht das Mittelmeer, sondern flögen entweder auf ihrem Weg nach und von Afrika im Osten oder im Westen drumherum. So müssen sie laut Zander nur den Bosporus oder die Meerenge von Gibraltar überwinden. „Bis zu 400 Kilometer segeln die Störche am Tag“, berichtet er.

In diesem Frühling waren die Wetterverhältnisse gut, sodass die ersten nach Westen ziehenden Störche schon Anfang März aus ihrem Winterurlaub zurückgekommen sind. Dazu gehören auch die Burgdorfer Störche, die am 8. März auf dem alten Fabrikturm an der Frederikenstraße beobachtet wurden.

„Es drücken immer mehr Westzieher – sie überwintern in Südspanien oder Westafrika – in unsere Region“, sagt der Nabu-Experte, der regelmäßig an allen Nestern in Burgdorf, Uetze und Lehrte nach dem Rechten schaut. Ein Grund für diesen Zustrom sieht Zander darin, dass die Flugrouten sicherer geworden sind. Forscher haben Störche mit Sendern ausgestattet, sodass sie der Flugroute folgen konnten. Dabei entdeckten sie „Schwachstellen“, die vielen Vögeln zum Verhängnis wurden: Lichtmasten, an denen sie Stromstöße erlitten, und vor allem in Frankreich nicht abgedeckte Wassertürme für die Feldberegnung, in denen sie ertranken. „Die Unfallstellen sind inzwischen entschärft worden“, sagt Zander.

2015 verspricht ein gutes Storchenjahr zu werden. Die Startbedingungen seien gut, sagt Reinhard Löhmer, Weißstorchbeauftragter der Region. Es gebe viele Feldmäuse und damit viel Futter für die Störche. In Hänigsen, Obershagen, Uetze und Dachtmissen ist bislang ein Storch eingetroffen. Paare hat Zander neben Burgdorf in Dedenhausen, Immensen, Arpke und Steinwedel beobachtet.

 

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Gekonnt ist Gekonnt (von rechts): Zunächst scheint der Storch etwas in die Hocke zu gehen, dann schwingt er seine gewaltigen Flügel nach vorn – und gleich darauf gleitet der große Vogel majestätisch durch die Luft.
Kurpanik (4), Moßmann

 

10. März 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Kröten sind los: Zaun schützt sie vor Straßentod

 

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Naturschützer errichten einen Krötenschutzzaun an der Straße zwischen Engensen und Ramlingen.

 

ENGENSEN/RAMLINGEN. Die erste überfahrene Kröte war Zeichen genug: Der Nabu Burgwedel und Isernhagen hat in einem kurzfristig angesetzten Arbeitseinsatz mit zehn Helfern am Sonnabendvormittag seinen 500 Meter langen Krötenschutzzaun an der Kreisstraße zwischen Engensen und Ramlingen aufgestellt. Die ersten drei Erdkröten-Männchen fanden sich bereits am Sonntag in den eingegrabenen Sammeleimern. Sobald die Temperaturen nachts konstant über 6 Grad Celsius liegen, werden ihnen viele Artgenossen folgen – „besonders bei warmem Regen“, sagt Nabu-Sprecher Horst Hagenberg. Ziel der Amphibien sind die Tümpel südlich der Kreisstraße, wo sie sich paaren und laichen. Etwa 8200 Kröten und dazu manchen Gras- und Teichfrosch hat der Schutzzaun vor dem Straßentod bewahrt, seit der Nabu 2001 zum ersten Mal seinen Zaun aufgestellt hatte. Burgdorfer Naturschützer sammelten allein vergangenes Jahr 670 Kröten ein und trugen diese über die Straße. Heute wollen sie den Schutzzaun vom Waldbad bis nach Ramlingen verlängern. Der Paarungstrieb der Kröten lässt im April nach. Dann wird der Zaun wieder eingelagert. jod/wal

 

21. Februar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu weckt Forschergeist der Kinder

Von Bocksbart, Bibern und Grashüpfern

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Bald sammeln die Kinder wieder Kröten am Waldbad Ramlingen, damit diese unbeschadet ihre Laichteiche erreichen.

 

Der Name ist Programm: Die Naturforscher, die Nachwuchsgruppe des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze, sind regelmäßig im Wald, auf Wiesen und an Teichen unterwegs, um Flora und Fauna zu erforschen. In diesem Jahr beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen vor allem mit den Futterpflanzen der insekten.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/LEHRTE/UETZE „Die Buntmacher“ heißt das Jahresprojekt, das der Jugendwart des Naturschutzbunds, Hans-Jürgen Sessner, vorbereitet hat. Mit Buntmachern sind die Pflanzen gemeint, deren farbenfrohe Blüten nicht nur eine Augenweide, sondern auch Futterweide für Wildbienen und andere Insekten sind.

Auftakt ist am Sonnabend, 28. Februar, von 10 bis 12 Uhr im Burgdorfer Mehrgenerationenhaus an der Gartenstraße. An diesem Tag lernen die Naturforscher die wichtigsten heimischen Wildpflanzen wie Wegwarte, Natternkopf und Bocksbart kennen. Gemeinsam säen sie die Samen in einer Schale aus, nehmen diese mit nach Hause, um die Pflänzchen großzuziehen. „Damit wir sie im Frühling auf der Streuobstwiese in Burgdorf auspflanzen können“, sagt Sessner.

Wichtig ist ihm, dass die Kinder und Jugendlichen größere Zusammenhänge erkennen, um vom Spielen in der Natur zum Forschen zu kommen. Deshalb stellt der Jugendwart ihnen Aufgaben. Beispielsweise verteilt er Steckbriefvordrucke zu den Pflanzen und Tieren. Diese sollen die Kinder mithilfe der Internetrecherche zu Hause ausfüllen. „Sie können auch Berichte schreiben. All das wird dann nicht nur in einer Mappe abgeheftet, sondern mit Punkten belohnt, für die es am Saisonende Preise gibt“, sagt Sessner.

Der Anreiz funktioniert: „Einige sind ganz aktiv“, berichtet Sessner. Zu den Naturforschern gehören zurzeit rund 50 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren. „30 von ihnen kommen regelmäßig.“ Wer reinschnuppern möchte, sei an den Aktionstagen willkommen, sagt der Jugendwart.

Der Nabu bietet seine weiteren Aktionen in der Regel sonnabends von 10 bis 12 Uhr an: [siehe Naturforscher-Programm]

 

16. Februar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kormorane entdecken Burgdorfer Aue als Jagdrevier

 

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BURGDORF. Eine kleine Gruppe Kormorane hat die Aue als lohnendes Jagdrevier entdeckt. Die großen Vögel – von der Schnabelspitze bis zur Schwanzspitze messen sie an die 90 Zentimeter – gehen im Flusslauf östlich des Kleinen Brückendamms derzeit täglich auf Fischzug. „Etwa 400 Gramm Fisch frisst ein Kormoran am Tag“, sagt Ernst Schmidt. Der Naturschützer beobachtet die geselligen Gäste seit einigen Tagen.

Bei der Jagd sind die Kormorane nicht wählerisch: „Sie nehmen alle Fische, die sie kriegen können“, sagt Schmidt. Dafür fliegen sie zunächst auf der Suche nach der Beute dicht über der Wasseroberfläche, landen, tauchen kopfüber ins Wasser und schnappen sich den Fisch.

Eine Haltung ist laut Schmidt charakteristisch für die Kormorane: Nach dem Fischzug breiten sie ihre Flügel zum Trocknen aus. Denn ihre Federn sind – anders als bei Enten – nicht gefettet, sodass sie beim Tauchen durchnässen. Zum Ausruhen fliegen die bis zu 2500 Gramm schweren Vögel auf Bäume. „In Burgdorf sind die Kormorane nur auf dem Durchzug. Eine Kolonie gibt es in der Nähe nicht“, sagt Schmidt. Die nächste sei bei Winsen an der Luhe. dt

 

14. Februar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wie der eigene Garten ein Bienenparadies wird

Naturschutzbund hat den Experten Rolf Witt für Vortrag gewonnen

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Ohne die Biene und ihre Verwandten würden viele Pflanzen keine Früchte tragen.

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Für den Vortrag „Wenn es summt und brummt ... Bedrohung und Schutz unserer Hummeln und Bienen“ am Donnerstag, 19. Februar, konnte der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze den renommierten Experten Rolf Witt gewinnen.

„Es hat lange gedauert, bis wir seine Zusage hatten“, sagt Hans- Jürgen Sessner vom Nabu. Der Diplombiologe Witt aus Oldenburg beschäftigt sich laut Sessner seit fast 30 Jahren wissenschaftlich und beruflich mit Wildbienen und Wespen. Der Referent wird seinem Publikum die Vielfalt der mehr als tausend heimischen Arten, die sehr wichtige und effiziente Bestäuber der Pflanzen sind, vorstellen. Zudem gibt er Tipps und stellt viele Beispiele vor, wie der Lebensraum für Wildbienen mit einer entsprechenden Gartengestaltung einfach zu verbessern ist. Denn viele Arten dieser nützlichen Insekten seien stark gefährdet. Damit sie überleben, sei ein spezielles Angebot an Nahrungspflanzen und Nistmöglichkeiten notwendig.

„Zwar erleben Nisthilfen für Insekten momentan einen regelrechten Boom“, sagt Sessner: „aber leider werden dabei aus Unwissenheit und durch die Verwendung ungeeigneter Anleitungen sehr oft leicht zu vermeidende Fehler gemacht.“ Ein Großteil der kommerziell angebotenen Nisthilfen sei funktionell mangelhaft.

 

Tipp des Tages

Der Lichtbildervortrag beginnt am Donnerstag um 19.30 Uhr, im Jugendkulturhaus JohnnyB., Sorgenser Straße. Der Eintritt ist frei.

 

04. Februar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Diese Betonröhre ist ihr Winterquartier

Fledermäuse fühlen sich unter Erdwall im Gewerbepark wohl – Nabu sieht Bestandsentwicklung einiger Arten positiv

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Bernd Rose inspiziert das Fledermaus-Winterquartier im Gewerbepark Nordwest
Heine

 

Das jüngste Fledermaus-Winterquartier, das der Nabu in großen Betonröhren unter einem Erdwall am Rande des Gewerbeparks Nordwest eingerichtet hat, ist seit November 2012 bewohnt. Aktuell überwintern zwei Braune Langohren auf 18 Quadratmetern. Nabu-Fledermausbetreuer Bernd Rose freut sich über jeden Gast.

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. „Braune Langohren sind die Pioniere, wenn es um die Neubesiedlung von kleinen Winterquartieren geht“, erklärt Bernd Rose, Vorstandsmitglied im Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte und Uetze. Der Bestand dieser Art erhole sich. Noch besser sehe es bei den Zwergfledermäusen aus. Voraussichtlich in zwei bis drei Jahren können sie von der Roten Liste gefährdeter Arten gestrichen werden.

Obwohl in unmittelbarer Nähe des Winterquartiers gerade ein Baumarkt entsteht, lassen sich die Fledermäuse, die einen Schlafplatz in eigens montierten Hohlblocksteinen gefunden haben, nicht stören. Bernd Rose verbindet sogar große Hoffnungen mit dem Hallenbau. Er wird nämlich aus Fertigbetonteilen errichtet, bei deren Montage Dehnungsfugen auftreten. „Diese Ritzen eignen sich hervorragend als Wochenstube und Sommerquartier für Fledermäuse“, sagt der Experte.

Sein nächstes Projekt ist eine ehemalige Bahnunterführung für Fußgänger im Gebiet nördlich von Burgdorf. Der Tunnel wurde zugemauert und könnte nun für Fledermäuse hergerichtet werden. „Das ist ein Schatz“, sagt Rose.

Sorgen bereiten ihm die Windräder, die eine große Gefahr für Fledermäuse darstellen. Die Druckschwankungen im Turbulenzbereich der Rotorblätter seien so stark, dass die Lungen der Tiere platzen, beschreibt der Fledermausbetreuer die Todesfalle.

„In Niedersachsen wird sich die Zahl der Windräder in der nächsten Zeit um 50 Prozent erhöhen, weil das Land die von der Regierung vorgeschriebene Quote erfüllen muss. Es wird sich zeigen, wie sich das auf den Bestand auswirkt“, sagt Rose.

 

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Mit 100 Prozent Luftfeuchtigkeit herrscht Wohlfühlklima für die kleinen Säugetiere
Heine

 

31. Januar 2015 - Marktspiegel Burgdorf

Baxmann befürwortet Beitritt zur „Hameler Erklärung“

Wenig bis nichts von BNetzA und TenneT zu SuedLink-Trassenkriterien

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Vor Beginn der Bürgerversammlung zum SuedLink sammelte Sabine Scheems- Schnellinger (Mi.) von der BI Ramlingen/Ehlershausen Unterschriften für die Aktion „Keine SuedLinktrasse durch das Burgdorfer Land“.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF (gb). So hatte es sich die Stadtverwaltung vorgestellt, die am vergangenen Donnerstagabend zum Brisanzthema „SuedLink“ zu einer Bürgerversammlung ins VeranstaltungsZentrum (VAZ) eingeladen hatte. Aktivisten der Bürgerinitiativen „Keine SuedLinktrasse durch das Burgdorfer Land“ aus allen Ortschaften, Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze sowie weitere betroffene Ansässige, bekamen auf dieser Veranstaltung die Gelegenheit, den Vertreter/innen der verfahrensführenden Bundesnetzagentur (BNetzA) und dem Repräsentanten des zuständigen Vorhabenträgers TenneT ihre Bedenken und kenntnisreichen Informationen über schützenswerte Güter in ihrem Lebensumfeld näher zu bringen.

Vor den Sachstandsberichten von Navina Breuer (BNetzA), Thomas Wagner (TenneT) und Georg Brand von der Stadtabteilungsplanung Burgdorf hatte Bürgermeister Alfred Baxmann erneut betont, dass die Beteiligten und Betroffenen über die Bewertungen und Kriterien zu den bis zu 1.000 Meter breiten Trassenkorridore bislang im Unklaren gelassen worden seien. „Hier ist TenneT in der Bringschuld“, unterstrich er deutlich gegenüber Thomas Wagner.

Auf die Fragen zu den Bewertungen und Kriterien der Trassen, die eventuell durch das Burgdorfer Land gezogen werden sollen, gab es von Dr. Jens Wahlhäuser (BNetzA) keine erhellende Antwort: „Uns ist als neutraler Verfahrensführer dazu keine konkrete Bewertung möglich.“ Und überhaupt sei man doch erst am Anfang des Verfahrens und am Beginn der Antragsprüfungen von TenneT.

 

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Die Burgdorfer Bürgerversammlung zum Brisanzthema „SuedLink“ wurde auch von einem TV-Kamerateam ins Bild gesetzt.
Foto: Georg Bosse

 

31. Januar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

„Trasse durchs Burgdorfer Holz wäre eine Katastrophe“

Nabu warnt vor gravierenden Folgen für die Natur

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Bodo Kutzke hält dem Netzbetreiber Tennet Verfahrensfehler vor.

 

Die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf- Lehrte-Uetze zeigte sich am Donnerstagabend gut vorbereitet: Die Naturschützer lieferten der Stadtverwaltung in moderierten Arbeitsgruppen fachlich fundierte Sachargumente gegen die von Tennet aufgezeigten Südlink-Trassenvarianten auf Burgdorfer Land.

„Mit der Energiewende ist der Umweltschultz noch nicht in trockenen Tüchern“, raunte Bodo Kutzke (65), Ingenieur aus Lehrte, dem Nabu seit seinem 15. Lebensjahr verbunden und Sprecher für das Thema regenerative Energien, Bürgermeister Alfred Baxmann am Rande der Veranstaltung im Veranstaltungszentrum zu.

Auf Nachfrage sagte Kutzke, dass die Stromautobahn Südlink, die den Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland transportieren soll, keinesfalls für sich betrachtet werden dürfe, sondern vielmehr im Gesamtkontext aller Belastungen für die Natur zu sehen sei: „Wir brauchen einen Ausgleich zwischen Naturschutz und erneuerbaren Energien. Wir müssen aufpassen, dass das nicht aus dem Ruder läuft“, so seine Forderung, die er auch auf den Ausbau von Windenergieanlagen verstanden wissen wollte.

Dann kam der Naturschützer doch noch sehr entschieden auf den Südlink und die von Tennet erwogenen Trassenvarianten durchs Wulbecktal und das Burgdorfer Holz zu sprechen: „Das wäre eine Katastrophe und ist nicht akzeptabel!“

Kutzke verwies etwa auf den Horst des streng geschützten Greifvogels Rotmilan am Trassenrand, auf annähernd 80 Kraniche, die jedes Jahr nahe des Cewe-Teichs auf ihrem Flug gen Süden Station machten, auf Fledermauspopulationen zwischen Otze und Schillerslage, auf Eisvogelbestände im Wulbecktal. „Diese Trasse macht alles kaputt“, warnte der Naturschützer.

Erst ganz zum Schluss rückte er mit seinem wohl schärfsten Gegenargument heraus. Der Netzbetreiber Tennet, der den Südlink im Auftrag der Bundesnetzagentur plant, habe den Ursprungskorridor entlang der A 7 und vorbei an Beinhorn nach anderen Kriterien bewertet als die von Bürgerinitiativen ins Spiel gebrachten Alternativtrassen über Burgdorfer Land. Dies sei ein schlimmer Verfahrensfehler.

 

12. Januar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bei Sturm hat der Grünfink Probleme mit der Landung

Schule beteiligt sich an Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel“

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Niclas hält am Fenster der GHS I nach Vögeln Ausschau.
Köhler

 

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF. Bei Sturm machen sich die Vögel rar. Die Erfahrung haben Viertklässler der Grundund Hauptschule I bei ihrer Zählung anlässlich der vom Naturschutzbund (Nabu) ausgerufenen „Stunde der Wintervögel“ gemacht. So intensiv die Kinder auch Ausschau hielten: Statt erhoffter Scharen von Meisen, Sperlingen und Finken ließen sich lediglich einige Tauben, Krähen und Raben sehen.

„Denen ist es bestimmt viel zu windig“, versuchten die Viertklässler von Lehrerin Stefanie Michaelis eine Erklärung. In der Tat hätten gerade kleinere Vögel wie Grünfinken massive Probleme zu landen und nicht weggeweht zu werden, sagte Nabu-Mitglied Ernst Schmidt und tröstete die Kinder: „Auch bei mir im Garten ist gerade nur wenig los, obwohl ich ein Futterhäuschen habe.“

Aktionen wie die „Stunde der Wintervögel“ dienten dazu, das Interesse an der Natur zu wecken, sagt Schmidt. Andererseits ließen sich mit solchen regelmäßigen Erhebungen auch Veränderungen in Populationen und Zugverhalten erkennen: „Früher sind alle Stare im Herbst in den Süden geflogen“, nennt Schmidt ein Beispiel, „heute bleiben immer mehr hier. Insbesondere Körnerfresser wie Meisen und Finken profitierten von der steigenden Zahl der Futterstellen. Weichfresser hätten es da – bis auf Spezialisten wie Amseln und Zaunkönige – schon schwieriger.

Der Klimawandel und Veränderungen in der Landwirtschaft mit dem Wegfall von Brachflächen und der Anlage von Monokulturen für Mais sorgten zudem dafür, dass rund um Burgdorf immer weniger Bodenbrüter, Kiebitze, Rebhühner und Brachvögel vorkämen: „Die sind arm dran.“ Besonders häufig könne man dagegen Meisen, Amseln, Buchfinken und Spatzen beobachten.

 

05. Januar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schleiereulen erholen sich nur langsam

Schneereicher Winter 2009/2010 hat Bestand stark dezimiert – Falken kommen gut zurecht

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Ein Nistkasten für Schleiereulen dient drei jungen Turmfalken in Obershagen (links) als Kinderstube. Diese jungen Schleiereulen (rechts) sind 2014 in Dedenhausen geschlüpft.
Zander (2)

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Von dem langen und schneereichen Winter 2009/2010 hat sich die Schleiereulenpopulation in der Gemeinde Uetze nach wie vor nicht erholt. Das ist das Ergebnis der Eulenzählung des Naturschutzbeauftragten und Eulenexperten Erhard Zander.

2014 haben laut Zander 21 Schleiereulenpaare im Gemeindegebiet 110 Jungeulen ausgebrütet. „2007 gab es viermal so viele Brutpaare“, erinnert er sich. Damals habe er 376 Jungtiere gezählt. Das war die höchste Zahl seit 1979.

Den Winter 2009/2010 in Uetze hatten laut Zander nur neun Paare überlebt. „Schleiereulen leben fast zu 100 Prozent von Mäusen. Liegt der Schnee höher als sieben Zentimeter können sie jedoch keine Mäuse mehr erbeuten“, erläutert Zander die Ursache des großen Eulensterbens vor fünf Jahren. 2010 hätten die überlebenden neun Paare nur 26 Jungeulen ausgebrütet.

„Dank der Nisthilfen erholt sich der Bestand langsam wieder“, berichtet Zander. In Scheunen und auf Dachböden hat der Naturschutzbund (Nabu) Schleiereulenkästen aufgehängt. 2013 schlüpften in diesen Kisten 80 Eulenküken. 2014 zählte Zander erstmals wieder mehr als 100. Aber es waren immer noch weit weniger als sieben Jahre zuvor.

Der Bestand einer anderen Greifvogelart, der Turmfalken, ist hingegen seit Jahren stabil. Zum Teil brüten Turmfalken und Schleiereulen in den künstlichen Nisthöhlen friedlich nebeneinander. Für die Falken hat der Nabu aber auch spezielle Nistkästen neben denen der Schleiereulen aufgehängt. Denn der Turmfalkenbestand in Deutschland war seit 1960 bis Ende der achtziger Jahre stark geschrumpft. Laut Zander war dies die Folge der Flurbereinigungen sowie der Intensivierung der Landnutzung.

Doch die schnellen Flieger haben sich offenbar angepasst. „In unserem Bereich gibt es wieder überall Turmfalken“, sagt Zander. Auch kalte Winter seien für Falken nicht so problematisch. Denn sie jagten nicht nur Mäuse, sondern auch Vögel und andere Kleintiere.

 

02. Januar 2015 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Suszka erklärt Wert eines Baums

40 Teilnehmer des Nabu-Neujahrspaziergangs schauen sich das Stadtgrün genau an

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Die Neujahrsspaziergänger schauen sich die Grünanlagen an der Velper Straße an.
Köhler

 

Welchen Wert hat ein Baum? Das haben sich mehr als 40 Teilnehmer gestern Vormittag von Bernd Suska, Experte des Naturschutzbunds (Nabu), detailliert und anschaulich erklären lassen.

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF. „Bäume werden von den Stadtplanern zumeist auf Restflächen verdrängt, und zwar, weil sie auf die offensichtlichen Kosten schauen“, sagte Suszka während des Neujahrsspaziergangs, zu dem der Nabu seit 20 Jahren einlädt.

Beispiele hatte Suszka reichlich: Einen zurechtgestutzten Baum, der eine Garageneinfahrt behindert. Innenstadtbäume, deren Wurzelumgebung soweit zugepflastert ist, dass sie ihren Flüssigkeitsbedarf nicht mehr aus Sickerwasser decken können. Rasenflächen zwischen Mehrfamilienhäusern, auf denen große Bäume gefällt wurden. Baumstandorte, die mit Verweis auf die Verkehrssicherungspflicht aufgegeben werden.

Was Bäume jedoch über den reinen Holzwert an Nutzen mit sich bringen, darüber würde allzu leicht hinweg geschaut. Dabei habe der Biochemiker Frederic Vester dies schon 1986 in seinem Buch „Ein Baum ist mehr als ein Baum“ untersucht, sagte Suszka. Er zeigte den Spaziergängern an einem Wirtschaftsweg, der an Gärten entlang führt, und am Grüngürtel am Neubaugebiet an der Sorgenser Straße wie wohltuend grüne Oasen sein können.

„Leider entstehen solche Naturerlebnis- Streifen mit reichlich Lebensraum für Tiere meist nur als Nebenprodukt von Neubaugebieten“, bedauerte Suszka. Deshalb lobte er die Neuanpflanzungen auf dem Schulhof der Grund- und Hauptschule.

Früher habe es auf jedem Grundstück Hausbäume gegeben, die mit dem Schatten ihres Blätterdachs und der Verdunstung des Sickerwassers für Kühlung sorgten: „Heute müssen Klimaanlagen her.“ Zudem seien Bäume die größten Kohlendioxidspeicher überhaupt. „All das hat laut Vesters Berechnungen bereits 1986 einen Wert von 2600 Euro ergeben. Und zwar pro Baum und Jahr“, machte Suszka seinen Begleitern deutlich.

 

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Gekappt, weil er stört: ein Straßenbaum in Burgdorfs Nordstadt.
Köhler

 

BERND SUSZKA - EinKämpfer für die Natur in der Stadt

Der Schützenplatz hat nur wenige Ausgänge, und es wird nicht leichter, neue Themen zu finden“, nennt Bernd Suszka den Grund, warum der 20. Nabu-Neujahrsspaziergang erst einmal der Letzte unter seiner Leitung sein wird.

Jahr für Jahr hat der 57-jährige Landschaftsgärtner, der als Greenkeeper auf dem Golfplatz in Ehlershausen arbeitet, den Blick der Spaziergänger auf Neues und zugleich Aktuelles gelenkt. Dabei hat Suszka sich oft auch kritisch zur Stadtplanung geäußert. Seiner Ansicht nach würden die Interessen der Natur bei der Gestaltung des Stadtgrüns aus Kostengründen vernachlässigt. „Ich bin seit Jahren ehrenamtliches beratendes Mitglied im Umweltausschuss. Dort wurden häufig Themen erörtert, die ich bei den Spaziergängen aufgegriffen habe“, sagt Suszka.

Nicht immer liefen die Spaziergänge nach Plan: „Einmal gab es Dauerregen, und wir standen zu dritt da“, erinnert er sich. „Als ich erklären wollte, wie man Bäume im Winter erkennt, hatte es geschneit, und es wurde schwierig.“ Doch mit ein wenig Improvisation habe es funktioniert. ks

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20 Spaziergänge als Leiter sind für Bernd Suszka genug.
Köhler

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen