Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2014

 

06. Dezember 2014 - Marktspiegel Burgdorf

NABU hat neues Mastennest in Obershagen aufgestellt

Weißstörche sollen weiter brüten können

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Das neue Mastennest wird von den freiwilligen Helfern in luftige Höhe gehoben.
Foto: Naturschutzbund

 

OBERSRAGEN (r/jk). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze hat ein neues Mastennest in Obershagen, direkt neben der Kirche, unter Leitung der Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt aufgestellt, weil der alte Mast nach 22 Jahren nicht mehr standsicher war.

NABU-Mitglieder sowie die Landwirte Hübner und Habermann mit ihren Treckern haben beim aufstellen des Mastens geholfen. Umfangreiche Vorarbeiten waren erforderlich, damit Weißstörche hier weiterhin brüten können. Der neue Mast steht nicht mehr in der Erde, sondern wird von einem Betonsockel mit U-Eisen getragen. Für das Nest selbst wurde eine neue Eisenkonstruktion in Auftrag gegeben, auf diese wurden von Erhard Zander und Karl Tannenberg Eichenbohlen geschraubt. Außerdem hat Zander einen Weidenkorb mit Weidenzweigen, 20 Zentimeter stark im Außenbereich verstärkt und diesen mit lösungsmittelfreier Binderfarbe gestrichen, als Zeichen für einen guten Standort für Weißstörche.

Die Kosten für diese Aktion von gut 2000 Euro wurden zu 90 Prozent von der Region Hannover aus dem Programm „Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität“ bezahlt. Den Rest von 10 Prozent der Kosten trägt der NABU. In den letzten drei Jahren haben Weißstörche in Obershagen sechs Jungstörche aufgezogen.

 

26. November 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Bei der Nerd Nite gingen dem Publikum die Lichter auf

Format beim TCGG Burgdorf wird 2015 fortgesetzt

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Bernd Rose (Fledermäuse), Stefan Haeber (LED-Technik) und Kurt-Achim Köweker (Schmunzelgeschichten; v.l.) bestritten mit ihren Vorträgen die 8. Burgdorfer Nerd Nite beim TCGG Burgdorf.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF (gb). Fans und Freunde des Veranstaltungsformats „Nerd Nite“ konnten am vergangenen Freitag erneut ihre Neugier auf unterschiedliche Themenvorträge im Vereinsheim des Tennis-Clubs Grün-Gelb (TCGG) in der Burgdorfer Südstadt befriedigen lassen. Die 8. Auflage der Burgdorfer Nerd Nite war die letzte im Jahr 2014. Aber keine Sorge – „Wir haben bereits zwei Fortsetzungen für das kommende Jahr geplant“, so TCGGGeschäftsführer Klaus Saidowski, der für September 2015 ein absolutes Highlight ankündigte und dabei im Nebulösen blieb.

Nicht nur beim Vortrag des Elektroingenieurs Stefan Haeber, dem Burgdorfer LEDSpezialisten von „YourLights“, zur Entwicklung und den Vorzügen der Licht-emittierenden Dioden (LED), ging den interessierten Besuchern ein Licht auf. Auch die hannoverschen Schmunzelgeschichten von Kurt-Achim Köweker (Hannover) und die aufrüttelnden Ausführungen zur Situation einheimischer Fledermäuse von Bernd Rose, Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes (NABU) Burgdorf, Lehrte & Uetze sowie Fledermausbetreuer der Ost-Region Hannover, trugen zum ertragreichen Erkenntnisund Verständnisgewinn bei.

Stefan Haeber bezeichnete die Umstellung privater und gewerblicher Beleuchtungsanlagen auf Leuchtmittel und Lampen mit LED-Technik als wichtigen und kosteneinparenden Beitrag zur Energiewende: „Der weitaus niedrigere Energieverbrauch schont Umwelt und Ressourcen. Die LEDLeuchtmittel sind eigentlich lichtemittierende Halbleiter- Bauelemente, deren Schadstoffmenge jedoch gering ist. Defekte oder ausgediente LEDLeuchtmittel müssen in Deutschland mit dem Elektroschrott entsorgt werden.“

Nach eigenen Worten war Kurt-Achim Köweker in seinem „ersten Leben“ Theaterregisseur und -dramaturg in Hannover und Lüneburg. Sein „zweites Leben“ begann, nachdem der mittlerweile 73-Jährige die Bühnen verlassen hatte und mit dem Schreiben anfing. Köwekers komische Anekdoten zeigen Hannover und seine Menschen von ihren liebenswerten und teils lustigen Seiten. Und wenn auf einer Beerdigung statt einer Rose als letztem Gruß dummerweise der Regenschirm auf den bereits hinuntergelassenen Sarg knallt, dann gibt es eben auch auf einer Trauerfeier etwas zu schmunzeln. Für das Publikum bei dieser Lesung sowieso.

Das große Schmunzeln brach auch bei dem männlichen Publikum aus, als Bernd Rose von den Fledermaus-Männchen erzählte, die zur Paarungszeit „einfach so rumhängen“ und dann trotzdem mit sechs bis sieben Weibchen für Nachwuchs sorgen. Dennoch müssen sich die Naturschützer Sorgen um den Nachwuchs der einzig perfekt fliegenden Säugetiere machen, von denen es 24 Arten in Deutschland gibt. Obwohl Fledermäuse europaweit geschützt sind, stehen sie auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Weil Fledermäuse eine große Quartiertreue zu ihren traditionellen Hangplätzen haben, sei es unumgänglich ihren Lebensraum im Blick zu behalten und gegebenenfalls bei ihren Winter- und Sommerunterkünften unterstützend einzugreifen, so Bernd Rose.

Zumal durch landwirtschaftliche Monokulturen (z.B. Mais) und durch Baumfällungen, denen häufig auch die bei Fledermäusen so beliebten Spechthöhlen zum Opfer fallen, artgerechte Unterschlüpfe immer weniger werden. Ferner sind die nachtaktiven Jäger der Lüfte auch für Menschen sehr nützlich. Insekten, die uns piesacken können, werden von Fledermäusen im Flug massenhaft vertilgt.

 

19. November 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Familien zur Hilfe für den Laubfrosch gesucht

NABU lädt Familien zu Einsatz in der Natur ein

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Mit 30 Teilnehmern war die vergangene Aktionen des Naturschutzbundes gut besucht.
Foto: Naturschutzbund Burgdorf

 

BURGDORF (r/jk). Naturschutz ist nicht nur eine Aufgabe für Experten. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten.

Wo es möglich ist, können auch Kinder jeden Alters und Familien viel bewegen. So hat die NABU-Kindergruppe „die Naturforscher“ eine Patenschaft für ein NABU-Amphibienbiotop zwischen Burgdorf und Immensen übernommen.

Um das Teichbiotop für Laubfrosch, Kreuzkröte und Bergmolch zu erhalten, muss verhindert werden, dass die dort auflaufenden Kiefern und Weiden groß werden und so das Wasser beschatten. Denn nur wenn sich das Wasser im Frühjahr schnell erwärmen kann, können sich Amphibien erfolgreich fortpflanzen. Der NABU sucht Familien, die mithelfen möchten, die unzähligen kleinen Bäumchen herauszuziehen. Es ist für alle etwas dabei: Kleine Schösslinge für die Jüngsten, aber auch etwas zum Austoben für die Größeren. Beim letzten Familien- Biotoppflegeeinsatz waren über 30 Familien dabei. In diesem Jahr findet er am Samstag, 29. November, von 10 bis etwa 12 Uhr statt. Im Anschluss gibt es für alle Helfer einen kleinen Imbiss.

Alle teilnehmenden Familien werden im kommenden Frühjahr zu einer Kescheraktion und im Mai zur Laubfroschnacht eingeladen. Weitere Informationen und Anmeldung bei Hans-Jürgen Sessner, Tel. 05136/83443 oder Email: jugend@nabu-burgdorf- uetze.de.

 

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Mit 30 Teilnehmern war die vergangene Aktionen des Naturschutzbundes gut besucht.
Foto: Naturschutzbund Burgdorf

 

19. November 2014 - Marktspiegel Burgdorf

8. Burgdorfer Nerd Nite mit Angriff auf die Lachmuskeln

Lustiges, Fledermäuse und LED-Lampen am 21. November

BURGDORF (jk). Lustige Kurzgeschichten, das Leben der Fledermäuse und die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von LED-Lampen – mit diesen Themen wird die beliebte Veranstaltungsreihe „Nerd Nite“ am Freitag, 21. November, ab 19.00 Uhr im Clubhaus des Tennisvereins Grün-Gelb Burgdorf, Scharlemannstr. 103, fortgesetzt.

Wie kommt es, dass man bei einer Beerdigung plötzlich loslachen muss? Diese und andere Fragen beantwortet der Autor und Regisseur Kurt-Achim Köweker, wenn er aus seinen Hannoverschen Schmunzelgeschichten liest und dazu über seine Arbeit als Autor spricht und erklärt, wie er zu seinen heiteren und grotesken Geschichten kommt. Über die Lebensweise der Fledermäuse (Jäger der Nacht) berichtet Bernd Rose. Er ist seit 30 Jahren im Vorstand des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze e.V. und seit zirka 15 Jahren speziell für die Fledermäuse zuständig. Er ist Fledermausbetreuer der Region Hannover-Ost und betreut mittlerweile 36 Fledermauswinterquartiere in der Region. Wie eine LED-Lampe funktioniert und welche Einsatzgebiete die LED-Technik hat, darüber berichtet der Elektroingenieur Stefan Haeber. Die Gäste erwarten interessante und lustige Vorträge. Die Veranstaltung ist öffentlich. Anstelle eines Eintritts wird um eine Spende für einen wohltätigen Zweck gebeten. Platzreservierungen werden erbeten unter Tel. 05136/83416 oder Email: tennis.GG@web.de.

 

15. November 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Anpflanzungen für eine neue Streuobstwiese

Unterstützung von der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung

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Dieter Kleinschmidt (hi; l.) und weitere NABU-Ehrenamtliche packten beim Anlegen der Streuobstwiese in Burgdorf tüchtig mit an.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Geheimrat Dr. Oldenburg, Jakob Lebel, Kaiser Wilhelm und Freiherr von Berlepsch haben seit dem vergangenen Samstag einen neuen Stammsitz in Burgdorf. Alle Genannten sind hochstämmige Apfelbäume, denen der Naturschutzbund Burgdorf Lehrte & Uetze (NABU), Platz auf einer Wiese zwischen Aue und Eseringer Straße buddelte.

Im Rahmen einer Pflanzaktion legten die über ein Dutzend NABU-Ehrenamtlichen in einem ersten Schritt eine künftige Streuobstwiese mit rund 80 Apfel- und Pflaumenbäumen an. „Der zweite Schritt ist eine weitere Aktion im Dezember, bei dem hier noch einmal gut 70 Bäume, darunter Quitten und Walnuss, sowie Nistkästen für heimische Singvögel hinzukommen“, so Bernd Rose. Das Gelände ist eine städtische Ausgleichsfläche, die dem NABU für ihren Einsatz zur Verfügung gestellt wurde.

Dem NABU-Projekt wurde mit 7.500 Euro von der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung unter die Arme gegriffen, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum begeht und dazu das Thema „Streuobstwiesen“ zum landesweiten Förderschwerpunkt erklärt hat. „Mit einem Teil des Geldes konnten wir die Brunnenbohrung bezahlen“, erklärte Rose. „Für die Anpflanzung ist dieser Novembertag geradezu perfekt. Der feuchte Boden und das sonnenmilde trockene Wetter sind ein guter Start für ein prächtiges Gedeihen der 16 verschiedenen Apfelsorten und der anderen Ostbäume“, fasste Dieter Kleinschmidt vom NABU seinen berechtigten Optimismus in Worte.

 

12. November 2014 - Marktspiegel Burgdorf

„Deutschlands wilde Vögel fliegen wieder“ in Burgdorf

Naturschutzbund zeigt beeindruckenden Naturfilm in Burgdorf

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Der Wiedehopf am Kaiserstuhl.
Foto: Hans-Jürgen Zimmermann

 

BURGDORF (r/jk). Der Film „Deutschlands wilde Vögel fliegen wieder“ wird am Sonntag, 16. November, ab 11.00 Uhr, sowie am Mittwoch Mittwoch, 19. November, ab 20.00 Uhr im Kino „Neue Schauburg“, Feldstraße 2, Burgdorf, gezeigt. Der Naturschutzbund unterstützt auch den 2. Teil des Naturfilms.

Die Reise geht weiter: In „Deutschlands wilde Vögel – Teil 2“ entführt Hans-Jürgen Zimmermann die Zuschauer erneut in die artenreiche Welt wilder Vogelarten.

An außergewöhnlichen Beobachtungsplätzen von den Alpen bis zur Nordsee gelangen dem Filmemacher einzigartige Aufnahmen, die nicht nur eingefleischte Naturliebhaber begeistern. Am 30. Oktober 2014 startet der Dokumentarfilm in den deutschen Kinos. „Ich möchte mit dem Film auf die Vielfalt unserer Vogelwelt aufmerksam machen und dass es sich lohnt, sie zu schützen“ erklärt Zimmermann. Dabei liegt ihm besonders die heimische Tierwelt am Herzen. „Vor der eigenen Haustür kennen sich die wenigsten Menschen aus und auch die Kenntnis über die Tierwelt ist sehr bescheiden“, so der 64-Jährige. An insgesamt acht Beobachtungsplätzen zwischen Nebelhorn und Helgoland harrte er mitunter mehrere Tage aus, um eine einzige Szene einzufangen.

Dass sich die Geduld gelohnt hat, zeigen beispielsweise die Aufnahmen in der Diepholzer- Moorniederung: Zwischen Bremen, Hannover und Osnabrück hat sich eines der größten Kranichrastgebiete in Deutschland entwickelt, in dem sich im Herbst bis zu 70.000 rastende Kraniche beobachten lassen – an einem einzigen Tag. Wenn sich die „Vögel des Glücks“ abends in riesigen Schwärmen zusammenfinden, bietet sich dem Beobachter ein überwältigendes Naturschauspiel.

Auch im Europareservat „Rieselfelder Münster“, einem der wichtigsten Rastplätze für ziehende Wat- und Wasservögel im Binnenland, gelangen Zimmermann beeindruckende Aufnahmen von der Balz und den Revierkämpfen unterschiedlicher Zug- und Brutvögel.

Wie im ersten Teil verzichtet auch die Fortsetzung von „Deutschlands wilde Vögel“ auf Spezialeffekte, Computeranimationen und sonstige Tricks. Der Film zeigt keine gezähmten Tiere, sondern ausschließlich frei lebende Vögel und garantiert somit authentische Bilder. Die Dreharbeiten für beide Filme dauerten insgesamt drei Jahre. „Mit meinen Filmen möchte ich beim Besucher ein besseres Verständnis für unsere Tierwelt schaffen und zugleich die Lust wecken, sich selbst auf Entdeckungsreise zu begeben“, erklärt Hans-Jürgen Zimmermann. „Denn Naturschutz und Naturerlebnis lassen sich vereinen.“

„Hans-Jürgen Zimmermann ist mit `Deutschlands wilde Vögel´ ein wunderbarer Film über die artenreiche Vogelwelt unseres Landes gelungen,“ kommentiert NABU-Vogelexperte Lars Lachmann den Film. „In beeindruckenden, unverfälschten Bildern zeigt der Film Vögel, die hier in Deutschland beobachtet werden können, und führt uns anschaulich vor Augen, für welche Schätze der Natur wir hier Verantwortung tragen. Der Film wird viele Menschen inspirieren, selbst einmal auf Entdeckungsreise zu gehen, um die faszinierenden Vögel im Garten oder am nächsten See zu beobachten oder Deutschlands letzte Großtrappen im Havelland zu bestaunen.

Aus dem Staunen und Erleben erwächst dann das Bedürfnis, Vögel und ihre Lebensräume für nachfolgende Generationen zu schützen. Daher stellt ein Film wie `Deutschlands wilde Vögel´ für die Arbeit des NABU eine sehr wichtige Unterstützung dar.“

Weitere Informationen und Bilder gibt es unter teil2. deutschlands-wilde-voegel.de.

 

10. November 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

80 Obstbäume für die Vielfalt

Bürger können Paten werden – Erste Ernte von Äpfeln und Pflaumen in sieben Jahren

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VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Die Streuobstwiese an der Eseringer Straße zwischen Paradies- und Rübezahlweg nimmt Gestalt an. Am Sonnabend haben 15 Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) 70 Apfel- und zehn Pflaumenbäume gepflanzt.

Landwirt Hans-Heinrich Konerding, ehemaliger Besitzer der 7000 Quadratmeter großen Wiese, hatte die Löcher für die Obstbäume in Abständen von acht Metern vorbereitet. Bei idealem Wetter mit Sonne und feuchtem Boden machten sich die freiwilligen Helfer ans Werk. Sie kürzten lange Triebe, stutzten Wurzelballen, platzierten die Bäume fachgerecht und ummantelten sie zum Schluss mit einem Schutz gegen Wildverbiss.

Unter den 16 Sorten entdeckte Günter Keller einen Geheimrat Oldenburg. „Das ist ein ganz alter Apfel, der richtig lecker schmeckt“, geriet er ins Schwärmen. Mareike Rose hatte sich den schönsten Pflanzplatz am Rand der Wiese gesichert – mit Blick auf die Aue.

„Die Obstbaumwiese soll nicht sich selbst überlassen bleiben“, sagte Bernd Rose, Leiter der Aktion. Burgdorfer können für 75 Euro eine Baumpatenschaft übernehmen und tragen dann 15 Jahre lang die Verantwortung für den Baum. Bis zur ersten Ernte brauchen sie allerdings Geduld. Erst in etwa sieben Jahren werden die Bäume wohl erstmals Früchte tragen.

Der fünfjährige Daniel, der mit seiner Mutter Dagmar Eiteljürge einen Baum pflanzte, gehört zu den ersten Paten. „Er ist der Jüngste von vier Geschwistern und soll etwas Eigenes haben, wofür er sorgen kann“, sagte Eiteljürge. Der Baum bekommt eine Plakette mit Daniels Namen. „Die Bingo-Umweltstiftung fördert das Projekt, das zur Artenvielfalt und dem Erhalt alter Obstsorten beitragen soll, mit 7500 Euro“, sagte Rose. So sei es möglich gewesen, einen Brunnen für die Bewässerung anzulegen und außerdem Nistkästen, Ansitzpfähle für Greifvögel und eine Infotafel anzuschaffen.

Angelika Wirz hatte spontan die Idee, einen Blühstreifen entlang der Straße anzulegen. Hans-Jürgen Sessner möchte mit der Nabu- Kindergruppe ein Bienenhotel auf der Wiese bauen und sieht sie als geeignete Fläche für das „Buntmacher- Projekt“, das er mit den Kindern plant. Anfang Dezember geht die Pflanzaktion weiter. Dann kommen noch einmal 60 Bäume dazu.

 

10. November 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Teiche locken die Störche an

Erhard Zander lädt zu Diavortrag ein

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Die Störche in Dachtmissen haben drei Junge großgezogen.
Zander

 

BURGDORF. Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover, hat für Donnerstag, 13. November, einen Diavortrag über die Weißstörche und ihren Lebensraum in Burgdorf, Uetze und Lehrte vorbereitet. Ab 19.30 Uhr wird der Hänigser im Jugendkulturhaus JohnnyB, Sorgenser Straße 30, Aufnahmen von den Horsten zeigen, in denen im Sommer 2014 mehr als zehn Jungstörche herangewachsen sind.

Am erfolgreichsten war in diesem Jahr das Dachtmisser Storchenpaar. Trotz des nasskalten Mai konnte es drei Jungstörche durchbringen. Übrigens brüteten in dem Dorf erstmals seit Menschengedenken wieder Störche.

Vor mehr als zwei Monaten sind die Störche gen Süden – nach Spanien und Ostafrika – geflogen, wo sie den Winter verbringen. Doch im nächsten Frühjahr werden die eleganten Vögel mit den roten Beinen wiederkommen. Denn sie finden im Osten der Region immer bessere Lebensbedingungen.

Warum das so ist, und welche Lebensräume vor allem der Nabu- Ortsverein in den vergangenen Jahren geschaffen hat, wird das Nabu-Mitglied Zander in seinem Vortrag erläutern. Die Schaffung neuer Laichgewässer für Frösche und Kröten habe den Lebensraum für Störche enorm verbessert, denn sie finden jetzt mehr Futter.

Der Eintritt zu dem Vortragsabend ist frei. dt

 

08. November 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Er bringt Kindern die Natur nahe

Hans-Jürgen Sessner betreut die 2008 gegründete Kindergruppe im Naturschutzbund

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Hans-Jürgen Sessner hat ein Faible für Wildbienen. in seinem Garten hat er ihnen eine Nisthilfe gebaut.

 

Der Verein Stadtmarketing Burgdorf (SMB) hat die Jahreslosung „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt!“ ausgegeben. Der Anzeiger stellt begleitend ehrenamtlich arbeitende Menschen vor. Heute: Hans-Jürgen Sessner, Jugendwart im Naturschutzbund (Nabu).

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Zwei Herzen schlagen in seiner Brust. Im Berufsleben ist Hans-Jürgen Sessner Elektroniker in einem Unternehmen für Audiotechnik in der Wedemark und beschäftigt sich mit mechanischen Teilen. Privat zieht es ihn zum Ausgleich in die lebendige Natur.

Seit fünf Jahren leitet er ehrenamtlich die Nabu-Kindergruppe „Die Naturforscher“. Seine Vorgängerin Elisabeth Niklas bekam für ihre Arbeit ein Honorar. „Als sie sich zurückzog, hätten wir die Gruppe auflösen müssen, wenn sich kein Nachfolger gefunden hätte. Darum bin ich ins kalte Wasser gesprungen und habe die Aufgabe übernommen“, sagt Sessner, der seit 1987 in Burgdorf lebt und seit 1999 Nabu-Mitglied ist.

„Die Nachwuchsarbeit ist uns wichtig. Darum habe ich Frau Niklas bei ihren letzten Einsätzen begleitet, mir angeschaut, wie sie vorgeht“, erzählt der 51-Jährige. Er lebt mit seiner Frau Brigitte in einem Haus mit Garten, hat selbst keine Kinder. Sein Lieblingsthema ist „die Wildbiene“. In der Astrid-Lindgren- Grundschule leitet er eine Wildbienen- AG. Seine Liebe zur Natur erklärt er mit Erfahrungen im Familienkreis: „Ich bin in Neustadt am Waldrand aufgewachsen und habe mit Freunden und meinen drei Geschwistern viel draußen gespielt. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit.“

Darum falle es ihm nicht schwer, auf die Naturforscher im Alter von sieben bis zwölf Jahren einzugehen und die Treffen so vorzubereiten, dass Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen. Die Kinder pflegen zum Beispiel Biotope. Sie säubern Nistkästen und machen Ausflüge in die Natur.

Sessner sucht noch verlässliche Mitstreiter, die ihn bei der Betreuung des Nabu-Nachwuchs unterstützen.

 

50 Kinder erforschen die Natur

Die Nabu Ortsgruppe Burgdorf besteht seit 1978 und hat aktuell 1760 Mitglieder. Eine Kindergruppe mit dem Namen „Naturforscher“ gibt es seit 2008. Sie zählt 50 Kinder aus Burgdorf, Lehrte und Uetze, die sich zweimal monatlich am Sonnabend von 10 bis 12 Uhr treffen. Das neue Projekt heißt „Die Buntmacher“. Es geht um heimische Wildpflanzen. Was wächst wo in Burgdorf? Samen werden gesammelt. Es wird gesät, vermehrt und gepflanzt.

Der nächste große Einsatz der Kindergruppe ist am Sonnabend, 29. November. Dann pflegen die Kinder und ihre Eltern den Froschteich zwischen Burgdorf und Immensen.

Kinder, die Interesse an Natur haben, können zum Schnuppern kommen. Ansprechpartner ist Hans-Jürgen Sessner, Telefon (0 51 36) 8 34 43, E-Mail: jugend@ nabu-burgdorf-uetze. de. Eine Kindermitgliedschaft im Nabu bis 14 Jahre kostet 18 Euro im Jahr. sy

 

22. Oktober 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Es passiert recht wenig

Ein Interview mit dem NABU Niedersachsen Vorsitzenden Dr.Holger Buschmann

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Holger Buschmann ist promovierter Biologe und seit 2008 hauptamtlicher Vorsitzender des Nabu-Landesverbands.
Quelle: dpa

 

Holger Buschmann ist von der Naturschutzpolitik des Landes enttäuscht. Niedersachsens Nabu-Chef über Einsparungen, die geplante Naturschutzstrategie und noch nicht eingelöste Versprechen.

20 Monate ist die Landesregierung jetzt im Amt. Sind Sie mit der Arbeit von Rot-Grün zufrieden?
Wir haben als Naturschutzbund vor allem mit dem Umweltministerium zu tun, und da muss ich sagen: Was die Themen Atompolitik und Energiewende betrifft, hat sich die Landesregierung gut darauf eingestellt. Was den Naturschutz betrifft, sind wir nicht ganz zufrieden.

Woran hapert es denn?
Die vorherige schwarz-gelbe Landesregierung hat den Naturschutz nicht nur stiefmütterlich behandelt, sondern ihn Stück für Stück verschlechtert. Strukturen wurden geschliffen, der Naturschutz in Niedersachsen wurde zum Schlusslicht im Vergleich der Bundesländer. SPD und Grüne haben nach der Wahl eine Stärkung des Naturschutzes versprochen. Aber das haben wir bislang nicht feststellen können.

Woran fehlt es konkret?
Es passiert recht wenig, obwohl es viel zu tun gibt. Außer beim Moorschutz kommt nur Bewegung ins Spiel, wenn die Europäische Union Ergebnisse einfordert oder von unserer Seite massiv Druck gemacht wird. Viele unserer Initiativen wurden nicht aufgegriffen. Der wichtigste Punkt ist aber: Derzeit ist die Umweltverwaltung nicht in der Lage, in Niedersachsen ihre Pflichtaufgaben im Naturschutzbereich zu erfüllen. Es müsste wieder etwas aufgebaut werden, aber stattdessen wird weiter eingespart.

Kritiker werfen der rot-grünen Landesregierung vor, sie stocke Personal auf.
Nicht im Naturschutz. Unter Schwarz-Gelb ist der Naturschutz in den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz eingegliedert worden. Viele Stellen sind weggefallen, und das ist noch nicht zu Ende. Selbst jetzt gibt es im NLWKN 20 Stellen mit KW-Vermerk, das heißt, dass sie nicht neu besetzt werden, wenn der betreffende Kollege in den Ruhestand geht. Das ist auch bereits in den Haushaltsplänen so eingepreist. Uns ist zuerst auch bedeutet worden, dass kein neues Personal kommen soll. Dazu hat Rot-Grün auch noch den Naturschutz aufgeteilt, in einen regionalen und einen landesweiten Fachbereich. Dadurch war die Naturschutzverwaltung lange Zeit nur mit sich selbst beschäftigt. Eine Stärkung des Naturschutzes ist dadurch für mich nicht zu erwarten.

Im Koalitionsvertrag spielt aber der Naturschutz eine große Rolle, außerdem arbeitet die Landesregierung derzeit an einer Naturschutzstrategie. Das müssten Sie als Vorsitzender des Nabu doch begrüßen.
Eine Naturschutzstrategie ist grundsätzlich sinnvoll, entsprechend begrüßen wir das. Aber einerseits muss man neben dem Erstellen einer solchen Strategie weiter den Naturschutz bearbeiten und andererseits muss eine solche Strategie kompakt sein, klare Ziele haben, auch zeitliche Limits setzen und finanzielle Ressourcen bereitstellen. Uns ist für Herbst 2014 eine solche Strategie zugesagt worden, bisher aber liegt uns noch nichts vor - nicht einmal Entwürfe. Allerdings wollen wir keinen Schnellschuss, sondern eine konkrete und handhabbare Strategie, die auch umgesetzt wird.

Warum wird denn Ihrer Meinung nach der Naturschutz auch nach dem Regierungswechsel weiterhin so stiefmütterlich behandelt?
Der Wille war bei SPD und Grünen anfangs da, hier etwas zu bewegen, das zeichnet sich im Koalitionsvertrag ab. Aber das Problem ist, dass nicht jeder Akteur den Naturschutz als oberstes Ziel auf dem Plan hat. Die Energiewende und die Atompolitik sind sehr wichtige Themen, und wir verstehen auch, wenn aus diesem Grund der Naturschutz im Umweltministerium nicht Chefsache ist. Aber dann muss man das Ministerium und die nachfolgenden Behörden so aufstellen, dass sie in der Lage sind, das Thema entsprechend zu besetzen. Aber wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Interview: Heiko Randermann

 

Zur Person: Holger Buschmann

Holger Buschmann ist promovierter Biologe und seit 2008 hauptamtlicher
Vorsitzender des Nabu-Landesverbands. Der Naturschutzbund hat in
Niedersachsen über 78.000 Mitglieder und teilt sich in knapp 190 Kreis- und
Ortsgruppen auf.

 

07. Oktober 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Korn an Korn – Gesundes über Getreide

Kräuterexpertinnen informieren

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VON WERNER SZRAMKA

LEHRTE. Im Heilpflanzengarten des Kreiskrankenhauses Lehrte haben die „Kräuterexpertinnen“ über Getreidearten informiert. 20 Besucher ließen sich diesen Vortrag nicht entgehen, um sich Wissenswertes über die Getreidearten und deren Nutzung als Lebensund Heilmittel, Kosmetik- und weitere wichtige Verwendungsmöglichkeiten anzuhören.

Zunächst berichteten Karin Meisinger vom Nabu Lehrte, Burgdorf, Uetze sowie Margaretha Ehlvers und Barbara Bauschke über das „Mutterkorn“, das auch als Brandkorn, Kornmuhme, Schwarzkorn oder Hungerkorn aus der Familie der Schlauchpilze bekannt ist. Durch Sporen werden diese Pilze vom Wind, aber auch von Insekten häufig auf Roggen verbreitet, auch Weizen gehört hierzu. Dieser Pilz ist bereits bei einer Dosis von 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht bedenklich giftig. Dieses „Korn“ wird durch seine größere Form von den Getreidekörnern getrennt.

Zudem gab es viel Nährwertiges und Gesundes über Weizen, Hafer und Walnüsse sowie Buchweizen, -öl und andere Anwendungen in Backwaren zu erfahren. Der Buchweizen ist keine typische Getreideart, sondern gehört zur Gattung der Knöterichgewächse.

Letztlich freuten sich die Teilnehmer über die informative Veranstaltung, die mit Präparaten, Erzeugnissen von den drei „Expertinnen“ bestens dargestellt wurde.

 

07. Oktober 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wespen sind Untermieter in Kita

Nabu weckt bei Kindern die Neugier auf die stachelbewehrten, fliegenden Jäger

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Ernst Schmidt lässt die Kinder der Tigergruppe in das Wespennest schauen, in das er ein Loch geschnitten hat.

 

Dass kleine Kinder und Wespen komplikationslos in unmittelbarer Nachbarschaft leben und spielen können, haben die Kindergartenkinder an der lippoldstraße in diesem Sommer bewiesen. Geholfen hat bei diesem ungewöhnlichen Arrangement der Nabu-Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Im Gebüsch des Kita- Spielplatzes hatte die seltene Mittlere Wespe ein Nest gebaut. Bemerkt wurden die in der Regel unerwünschten Untermieter eine Woche vor der Eröffnung des Kita- Anbaus. „Da war Alarm angesagt“, sagt Ernst Schmidt vom Nabu. Die Meldung sei bei ihm gelandet. Er habe sich das Nest angeschaut und festgestellt, dass es sich um die Mittlere Wespe handelte. „Diese Art, die größte der heimischen Wespen, steht inzwischen unter besonderem Schutz.“

Das Nest zu beseitigen oder umzusiedeln, kam also nicht infrage. Gemeinsam mit den Stadtgärtnern hat Schmidt einen hohen Gitterzaun rund um das Gebüsch aufgestellt. „So waren die Kinder nie gefährdet, und die Wespen konnten unbehelligt ein- und ausfliegen“, sagt Schmidt. Seit Ende August schaute der Nabu-Experte regelmäßig nach den Aktivitäten am Wespennest: „Als Ruhe eingekehrt war, habe ich das Nest aus dem Gebüsch geschnitten.“

Als die Erzieherinnen daraufhin Schmidt fragten, ob er den Kindern etwas über die Wespen erzählen könnte, brauchten sie nicht lange zu bitten. Schmidt war sofort bereit und brachte auch noch etliche andere Wespen- und Hornissennester mit, um sie in den drei Kita- Gruppen zu zeigen. „Die Kinder haben mich mit Fragen gelöchert. Das hat richtig Spaß gemacht.“

 

KLEINE BAUMEISTER - Mittlere Wespe konstruiert wetterfeste Nester

Die Mittlere Wespe ist die einzige Art, die ihr Nest in Büsche hängt – sie kann wasserfest bauen. Diese Technik beherrschen ihre Verwandten nicht, die deshalb trockene Plätze in Schuppen und unter der Erde bevorzugen. Der Unterschied liegt in der Wahl des Baumaterials. Während ihre Verwandten verwittertes Nadelholz zum Nestbau verwenden, hat sich die Mittlere Wespe auf unverwittertes Pappelholz spezialisiert. „Sie raspelt die Rinde ab, zerkaut und vermischt das Holz mit Speichel, formt alles zu einer Kugel und fliegt damit nach Hause“, erläutert Nabu-Experte Ernst Schmidt. An der Baustelle wird die Kugel von den Wespen zum flachen Plättchen geformt, das in eine Wabenwand oder in die Gehäusehülle eingefügt wird.

Solch ein Nest, das zwischen 50 bis 5000 Wespen beherbergen kann, wird nur einen Sommer genutzt. Den Grundstock im Frühling legt immer eine im Vorjahr begattete Königin. Nur sie überlebt den Winter. „Sie baut ein paar Dutzend Waben und legt Eier hinein, aus denen nach circa einer Woche Larven schlüpfen“, sagt Schmidt. Die Königin füttert sie, bis sie sich verpuppen. Nach etwa einer Woche schlüpft die Arbeiterin. Jetzt legt die Königin nur noch Eier. Die Arbeiterinnen bauen das Nest aus und versorgen den Staat mit Futter. „Wespen bestäuben zwar die Blüten, sind aber keine Nektarsammler, sondern jagen die Insekten, die auf den Blüten sitzen“, erklärt Schmidt. dt

 

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Blick in ein (gezeichnetes) Wespennest: In der untersten Wabenpartie werden die Königinnen für das nächste Jahr großgezogen.

 

27. September 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zwischen Feuchtbiotopen und Teichen

Naturschutzbund erkundet mit dem Rad das Burgdorfer Holz

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Der „Große Stern“ markiert den Endpunkt der Nabu-Radtour durch das Burgdorfer Holz.

 

VON ALFRED DONNER

BURGDORF. Passend zum Entdeckertag in der Region Hannover startete der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze zu seiner schon traditionellen vierstündigen, naturkundlichen Herbsttour. Die Leitung dieser 25 Kilometer langen Fahrradtour lag in den bewährten Händen von Ernst Schmidt vom Nabu Burgdorf.

Bei herrlichem Wetter konnte Schmidt 25 Teilnehmer auf dem Schützenplatz in Burgdorf begrüßen. Dieses Mal sollte die beliebte Entdeckungstour, die Naturexkursion, zunächst entlang der Aue ins Burgdorfer Holz führen, dann weiter bis Schwüblingsen und zurück nach Burgdorf.

Gleich zu Beginn machte er die Begleiter auf das Burgdorfer Storchenpaar an der Aue aufmerksam, das dieses Jahr zwei Jungtiere aufzuziehen versuchte, von denen aber nur eines überlebte. Dazu hatte das zu diesem Zeitpunkt schlechte Wetter beigetragen.

Wenig später erzählte Schmidt von Mauerseglern, die bereits wie die Störche in Richtung Süden das Weite gesucht haben. Die Mauersegler ähneln den Schwalben, sind mit diesen aber nicht verwandt. Auf seinem Grundstück hatte sich in einem früheren Spatzennest ein Mauersegler angesiedelt. Er sammelt im Flug für das flache Nest nur Haare, Federn oder ähnlich leichte Materialien. Die Mauersegler sind die meiste Zeit in der Luft, können beim Fliegen schlafen. Sie haben nur Bodenkontakt während der Brutzeit. Ihre Winterquartiere liegen in Afrika, meist südlich des Äquators.

Auf der Fahrt entlang der Felder wies Schmidt auf die Wichtigkeit der Wegseitenränder hin. Sie stehen unter der besonderen Beobachtung des Nabu, da auf diesen Streifen verschiedene Schmetterlingsarten und Insekten unterwegs sind.

Im Burgdorfer Holz angekommen erklärte er den Mitradlern die Gegend, in der der Nabu Feuchtbiotope und Teiche für Laubfrösche angelegt hat, da jene für deren Fortpflanzung wichtig sind.

Auf die Vogelwelt angesprochen sagte Schmidt unter anderem, dass diese zurzeit ruhig sei, weil die Brutzeit vorbei ist. Dass die Jungtiere wie zum Beispiel der Eichelhäher sich ein neues Revier suchen und die Zugvögel sich für den Flug in Richtung Süden vorbereiten oder bereits unterwegs sind.

Nach der Rast mit Kaffeepause auf der Sonnenterasse eines Lokals in Schwüblingsen, traten die Entdecker ihre Heimreise über dem „Großen Stern“ im Burgdorfer Holz an. Der „Große Stern“ ist eine bekannte Wegkreuzung aus früheren Zeiten.

 

11. September 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Junge Naturforscher haben viel vor

Expeditionen zu Wildbienen und Fledermäusen: Programm der Nabu-Kindergruppe

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Wissbegierig und mit großem Faible für die Natur: die Mitglieder der Nabu-Kindergruppe die Naturforscher und ihre Betreuer.

 

VON NORBERT KORTE

BURGDORF/LEHRTE/UETZE. Es gibt eine Rettungsaktion in Hannover, die Herstellung von Winterfutter für Gartenvögel ist Thema, und bei einem Projekttag wird gezeigt, wie aus dem Getreide auf dem Feld letztlich das Brot auf dem Tisch entsteht: Die Kindergruppe Die Naturforscher des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat ihr neues Programm bis Dezember vorgestellt.

Nach Angaben von Leiter Hans- Jürgen Sessner hat die Gruppe ein Hilferuf des Nabu-Landesverbandes erreicht, vor dessen Geschäftsstelle ein Wildbienenhotel dringend renoviert werden muss. Als Wildbienenexperten wollen die Naturforscher am Sonnabend, 13. September, dabei helfen. Am 27. September soll der Wald am Abend bei einer Wanderung zu einem Seerosenteich erkundet werden, wo bei etwas Glück Fledermäuse beobachtet werden können.

Die Pflege der Wildbieneninsel im Lehrter Stadtpark ist für den 11. Oktober geplant, und am 25. Oktober steht ein Besuch auf dem ökologisch wirtschaftenden Gut Adolphshof auf dem Programm. Unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ soll dort gedroschen, gemahlen, gebacken und anschließend auch das fertige Brot probiert werden.

Futter für die Gartenvögel wollen die jungen Naturforscher am 15. November herstellen, indem sie Körner, Nüsse und Samen zusammen mit Fett verarbeiten. Am 29. November soll der Froschteich gereinigt und gepflegt werden, für den die Kindergruppe die Patenschaft übernommen hat.

Am 20. Dezember schließlich sollen bei einem Jahresrückblick auch schon die Aktionen für 2015 geplant werden.

 

Voraussetzung für die Teilnahme an den sonnabends stattfindenden Aktionen ist die Mitgliedschaft der Kinder entweder im Rahmen der Familienmitgliedschaft für 55 Euro im Jahr oder für 18 Euro als Kindermitgliedschaft (bis 14 Jahre). Auskunft gibt es bei Hans-Jürgen Sessner unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 oder per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf-uetze.de.

 

09. September 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Streuobstwiese wird zum Vorbild

Naturschutzbund hochzufrieden – Nächstes Jahr erste Ernte erwartet – Es gibt bereits 120 Baumpaten

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Erfreut über die Entwicklung eines Biotop-Unikats: Bernd Rose vom Naturschutzbund inspiziert Bäume und deren Früchte auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark.
Brunhöber

 

Die Streuobstwiese im Hohnhorstpark im Zentrum der Stadt wird zum Modellprojekt: In Ahlten könnte sich der Verein Lebendiges Ahlten ein ähnliches Vorhaben vorstellen, in Burgdorf hat der Naturschutzbund (Nabu) schon konkrete Pläne.

VON EIKE BRUNHÖBER

LEHRTE. Der Spätsommer ist Obsterntezeit. Auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark allerdings gibt es derzeit nur einige wenige Apfelund Pflaumenbäume, die einigermaßen viele Früchte tragen. Das aber sei vollkommen normal, sagt Bernd Rose von der Nabu-Gruppe Burgdorf, Lehrte und Uetze: „Die Bäume sind eben erst fünf Jahre alt, und im Herbst mussten wir einen Erziehungsschnitt machen.“

Beim sogenannten Erziehungsschnitt werden Wassertriebe abgenommen, damit der Baum neu austreibt und in die Breite geht. Drei davon müssten bei den jungen Bäumen vorgenommen werden, sagt Rose. Der im Herbst 2013 war der dritte und letzte – im nächsten Jahr soll es erstmals eine reiche Obsternte geben: „Wir denken darüber nach, nächstes Jahr ein Obstfest zu veranstalten.“

Den Nabu-Mitstreitern ist beim Anblick der Streuobstwiese auch durchaus zum Feiern zumute. Denn die vor fünf Jahren angelegte Wiese auf städtischem Boden gedeihe sehr gut, erklärt Rose. Nur einer von den 171 Apfel-, Birn-, Kirsch-, Pflaumen-, Quitten- und Walnussbäumen sei bisher eingegangen.

Mittlerweile gebe es für 120 Exemplare sogenannte Baumpaten, die die Pflege mit einer einmaligen Zahlung von 70 Euro unterstützen. Darüber hinaus platziert der Lehrter Imkerverein regelmäßig Bienenvölker an der Wiese, die die Bäume bestäuben. Die naturbelassene Bodenvegetation entwickele sich zudem gut, sagt Rose.

Auch Vögel, vor allem Meisen und Stare, fühlen sich im Hohnhorstpark zunehmend heimisch: Schon etwa die Hälfte der 13 kürzlich aufgestellten Nistkästen sind besiedelt. Der Job der Vögel: Sie sollen die Bäume von Raupen befreien.

Die Artenvielfalt entwickele sich, die Bäume fühlten sich wohl, Vögel, Bienen und Gräser auch – und regelmäßig tummele sich abends ein Rehkitz auf dem Areal: „Das ist ein schönes Fleckchen hier“, resümiert Rose erfreut.

Zum Glück halte sich der Vandalismus in Grenzen, sagt der Naturliebhaber. Einmal seien Infotafeln besprüht worden, das habe sich aber reinigen lassen. Wenn weiterhin nichts Gravierendes passiere, könne man überlegen, mehr Bänke aufzustellen, sagt Rose.

 

06. September 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Portraitreihe Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt!

Vorbilder: Heute Ernst Schmidt

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Ernst Schmidt

 

BURGDORF. Bürgermeister Alfred Baxmann bezeichnete das Burgdorfer Netz der Ehrenamtlichen als „Räderwerk, das die Stadt am Laufen hält“. Diese Ansicht teilt auch der Marktspiegel. Im Rahmen des aktuellen Themenjahres würdigt die Redaktion das große bürgerschaftliche Engagement der Burgdorfer Einwohner mit einer wöchentlichen Portraitreihe. Dabei werden beispielhaft ausgewählte, langjährig ehrenamtlich tätige Persönlichkeiten der Vereine und Organisationen vorgestellt. In ihrer 35. Ausgabe richtet die Serie das Augenmerk auf Ernst Schmidt, der zu den Gründungsmitgliedern der Ortsgruppe des Bundes für Vogelschutz (heute: NABU-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze) gehört.

Ernst Schmidt
Das Elternhaus von Ernst Schmidt steht in der Gemeinde Wienhausen (Landkreis Celle). Deren historisches Zentrum ist durch ein im 13. Jahrhundert gegründetes Zisterzienserinnen- Kloster geprägt, in dem sich seit der Reformation ein evangelisches Frauenkonvent befindet. In diesem Umfeld kam Ernst Schmidt am 3. April 1947 zur Welt. Schon als Kind faszinierte ihn der Klang der Orgel in der Wienhäuser Gemeindekirche, deren Organistin ihn zuerst im Klavier- und dann im Orgelspiel unterwies. Als der Kaufmannssohn 14 Jahre alt war, hatte er bereits den festen Entschluss getroffen, Orgelbauer zu werden.

46 Jahre im Orgelbau
Mit 17 Jahren begann Ernst Schmidt am 1. April 1964 eine Ausbildung bei dem Orgelbauer Hillebrand in Altwarmbüchen. Hier fand er nach dreieinhalb Ausbildungsjahren eine dauerhafte berufliche Heimat.
Nach 46 Arbeitsjahren verabschiedete ihn das Unternehmen vor vier Jahren in den Ruhestand, in dem er noch regelmäßig Einladungen zu Vorträgen über den Orgelbau erhält. Ernst Schmidt hat zahlreichen Orgeln zum musikalischen Leben verholfen oder deren beeinträchtigten Wohlklang wieder hergestellt. Seit 1972 wohnt er mit seiner Ehefrau in Burgdorf. Zwei Kinder komplettierten die Familiengemeinschaft.

Gründungsmitglied des NABU
Ernst Schmidt las 1979 einen von Günter Jatzkowski verfassten Aufruf im Burgdorfer Kreisblatt, der die Gründung einer Ortsgruppe des Bundes für Vogelschutz (später NABUOrtsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze) anregte. Da ihn eine lange Naturverbundenheit prägte und er als Neubürger neue Kontakte knüpfen wollte, folgte Ernst Schmidt dem Zeitungsaufruf und gehörte mit seiner Frau Inge zu den 27 Gründungsmitgliedern, die im Juni 1979 im Haus der Jugend die Ortsgruppe aus der Taufe hoben. Heute gehören 1800 Mitglieder aus Burgdorf, Lehrte und Uetze der ehrenamtlichen Organisation an, deren gesamtdeutsche Gründung bereits im Jahr 1899 als „Bund für Vogelschutz“ erfolgte. 1990 kam es zur Umbenennung in „Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)“. Inge Schmidt wirkte 28 Jahre als Kassiererin im Burgdorfer Vorstand mit. Die Palette der von Ernst Schmidt für die Ortsgruppe geleisteten Aktivitäten wuchs im Lauf der Jahre immer weiter an.

Einsatzleiter für den NABU
Vor 10 Jahren übernahm Ernst Schmidt die Position des Einsatzleiters im Vorstand der von Dirk Brinkmann geleiteten NABUOrtsgruppe. Seitdem ist er für die Koordinierung der Arbeitseinsätze auf den über das Burgdorfer Umland verteilten vereinseigenen oder gepachteten Grundstücken verantwortlich. Dabei geht es u.a. darum, durch die Anlegung und Pflege von Feuchtgebieten das natürliche Vorkommen von Amphibien, darunter Laubfröschen, zu erhalten. Weitere feste Programmpunkte in Ernst Schmidts NABU-Terminplan sind Naturexkursionen, naturkundliche Fahrradtouren und Vogelwanderungen, zu denen er im Burgdorfer Raum einlädt und in den letzten Jahren stets einen starken Zuspruch verzeichnen konnte. Neben diesen Aufgabengebieten trägt er auch die Verantwortung für die Info- Auftritte des NABU. So ist Ernst Schmidt mit seinem Team u.a. auf der 750-Jahr- Feier der Ortschaft Schillerslage am 21. September vertreten. Daneben hält er in der gesamten Region Vorträge über Schmetterlinge und bringt selbst konstruierte Natur-Infotafeln u.a. im Burgdorfer und Lehrter Stadtpark an.

Aktivitäten für Kinder
Als Aufgabenfeld, das ihm besonders am Herzen liegt, bietet Ernst Schmidt Mitmachaktionen für Kinder aus Kindergärten und Schulklassen sowie Ferienpassaktionen in den Herbst- und Osterferien an. Vorwiegend geht es dabei um den Nistkastenbau und deren weitere Pflege an den Standorten. Im Werkstattraum der Prinzhornschule bereitet er die Bausätze vor, die unter seiner Anleitung von den Kindern weiterverarbeitet, bemalt und in der Natur einsatzbereit gemacht werden. Es beeindruckt ihn immer wieder, mit welcher Begeisterung die Kinder die erlebten Natureindrücke aufnehmen. An der Realisierung der NABU-Ausstellung im Stadtmuseum im letzten Jahr hatte Schmidt ebenfalls einen beträchtlichen Anteil.
Besonderen Anklang fand die von ihm am letzten Ausstellungstag geleitete Versteigerung von Nistkästen, die Schüler der Prinzhornschule mit kunstvollen Motiven verziert hatten.

Beauftragter für Hummeln, Wespen und Hornissen
Zu den vielen Facetten von Ernst Schmidts ehrenamtlichem Engagement für den NABU gehört auch, dass ihn die Stadt Burgdorf vor fünf Jahren nach einer Schulung als Beauftragten für Hummeln, Wespen und Hornissen einsetzte. Wenn ihm Nester dieser Insekten gemeldet werden, muss er entscheiden, ob von ihnen eine erhöhte Gefährdungsstufe ausgeht, die ihre Beseitigung rechtfertigt. Sollte Hausbesitzer oder andere betroffene Personen diese Nester ohne seine schriftliche Einverständniserklärung auslöschen, drohen ihnen empfindliche Geldstrafen. Neben diesem umfangreichen NABU-Aufgabenpensum nimmt er sich noch die Zeit für die von ihm als VVV-Mitglied geleiteten „NaTouren“ und die seit 1986 laufende Mitgliedschaft im Förderverein der St. Pankratius- Kirche. Dessen Vorstand gehört Ernst Schmidt seit 10 Jahren als Beisitzer an. Er organisiert seit 2 Jahren die Kirchenfahrten im Herbst, bei denen die Teilnehmer sehenswerte Sakralbauten im norddeutschen Raum besuchen, und ist an den Kirchturmführungen an der St. Pankratius-Kirche beteiligt.

 

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Aktivitäten für Kinder

 

03. September 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Große Raupe erregt Aufsehen

Ernst Schmidt (Nabu) ist sicher: Sie wird sich in einen Ligusterschwärmer verwandeln

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Die Flügel des Ligusterschwärmers erreichen eine Spannweite von elf Zentimetern. Charakteristisch für die Raupe eines Ligusterschwärmers sind die grüne Farbe, die sieben weiß-violetten Schrägstreifen und das gelb-schwarze Horn am Hinterende.
Heine

 

Die Lebensbedingungen für Schmetterlinge sind inzwischen alles andere als ideal. „Unsere Umwelt ist so etwas von steril geworden“, sagt Ernst Schmidt, Schmetterlingsexperte des Naturschutzbunds (Nabu). Da ist so ein Fund wie im Garten von Eveline und Anton Pordzik schon etwas Besonderes.

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Raupen führen ein verstecktes Leben. Beim Jäten ist Anton Pordzik jetzt auf ein besonders großes Exemplar in seinem Garten in der Burgdorfer Weststadt gestoßen. Als käme sie aus dem Bilderbuch von Eric Carle „Die kleine Raupe Nimmersatt“, bewegte sich eine giftig- grüne, acht Zentimeter lange Schmetterlingslarve durchs Beet und machte auf dem Blatt eines Purpurglöckchens halt.

Der herbeigerufene Schmetterlingsexperte Schmidt musste nicht lange in seinem Bestimmungsbuch blättern, um sich festzulegen. „Das ist die Raupe eines Ligusterschwärmers“, sagte er mit leuchtenden Augen: „Die ist ja herrlich. So etwas habe ich noch nicht gesehen.“

Die Raupen leben von August bis September. Ihre Futterpflanzen sind Liguster, Flieder, Schneeball und Spierstrauch. Wenn sie sich rund gefressen haben, suchen sie sich ein gemütliches Plätzchen im Boden, verpuppen sich und überwintern. Im Mai schlüpfen die fertigen Nachtfalter, die erst in der Dämmerung aktiv werden und mit einer Spannweite von acht bis elf Zentimetern beeindruckend groß sind. Im Juli legen sie neue Eier, und fünf bis sechs Wochen später schlüpfen die Larven.

Die Raupe im Garten der Pordziks ist schon recht drall. „Sie wird sich bald in eine dunkelrötlich bis braune Puppe verwandeln“, sagt Schmidt.

 

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Sie sind in unseren Breiten heimisch: Schillerfalter, hier ein Männchen (von oben links im Uhrzeigersinn), Kleiner Feuerfalter, die Grasglucke, ein Nachtfalter und Kleiner fuchs.
Schmidt / Moßmann

 

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Der Admiral kommt aus dem Mittelmeerraum. um zu uns zu gelangen, überquert er im frühling die Alpen.

 

VIELFLIEGER - Der Admiral: Globetrotter der Lüfte

Ihre Heimat sind die warmen Gefilde des Mittelmeeres. Doch in jedem Frühling zieht es einige Schmetterlingsarten gen Norden. Sie überfliegen die Alpen und lassen sich vom Wind bis in die norddeutsche Tiefebene und teilweise sogar bis Schweden tragen. Zu den Globetrottern der Lüfte gehören der Admiral und das Taubenschwänzchen.

Die filigranen Tagfalter haben eine Fähigkeit, die es ihnen ermöglicht, diese mehr als 2000 Kilometer lange Strecke zu bewältigen: „Sie verkraften kurze Kaltwetterperioden“, sagt Ernst Schmidt vom Nabu. Wer den Flug übersteht, legt die Eier für die nächste Generation. Aus denen schlüpfen die Raupen, diese fressen sich fett zum Beispiel am Labkraut. Ist die Zeit reif, verpuppen sie sich und schließlich schlüpft der Schmetterling. Dieser durchlebt bei uns den Sommer. Im Herbst macht er sich dann auf den Heimweg. Doch die meisten schaffen die Passage über die Alpen nicht.

Infolge des Klimawandels gelingt es laut Schmidt inzwischen einigen dieser frostempfindlichen Mittelmeerfalter den Winter bei uns zu überstehen. dt

 

27. August 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Mosaikjungfer im Teich entdeckt

Feriencardaktion mit Naturschutzbeauftragtem: Kinder fangen Tiere

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Levi (von links), Chantale, Angelina und Fiona zeigen Nabu-Mitglied Lothar Heuer (verdeckt) und dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander die Wassertiere, die sie mit dem Kescher gefangen haben.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Mit Keschern sind gestern Vormittag 13 kleine Naturforscher unter Aufsicht des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander sowie der Naturschutzbund-Mitglieder Lothar Heuer und Jürgen Weber zu einem Teich am Schafstallweg gezogen. Mit ihren Fangnetzen holten die acht bis zwölf Jahre alten Mädchen und Jungen kleine Tiere aus dem Wasser, die dann von den Erwachsenen bestimmt wurden.

„Ich habe ein Tier, das sieht wie eine Spinne aus“, rief der acht Jahre alte Levi. „Jawoll, das ist eine Wasserspinne“, bestätigte Zander. Wenige Sekunden später hatte die zehnjährige Chantale einen Frosch in ihrem Kescher. „Das ist ein Teichfrosch“, sagte Zander. Die achtjährige Elsabe entdeckte einen Teichmolch. „Da ist dir ein ganz toller Fang geglückt“, lobte Heuer das Mädchen.

Die Kinder fanden auch Kaulquappen der Knoblauchkröte, Wasserläufer, Rückenschwimmer, Wasserskorpione, Posthornschnecken und in den Rohrkolben am Ufer das Nest von Schilfrohrsängern. Zu dem einen oder anderen Tier gab Zander Erläuterungen – so auch zur Larve einer Blaugrünen Mosaikjungfer: „Die leben zwei Jahre als Larve im Wasser und fliegen nur wenige Wochen als schöne Libellen umher.“

„So etwas Ähnliches habe ich schon mal bei einer Klassenfahrt gemacht“, berichtete Chantale. Doch da habe sie nicht so viele Wassertiere entdeckt wie bei der Feriencardaktion.

 

18. August 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kraniche brüten im Oldhorster Moor

Extensive Bewirtschaftung schaffe Ruhezonen – Nasser Untergrund hält Räuber von den Nestern fern

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Ein Kranichpaar geht auf einer Wiese direkt am Oldhorster Moor auf Futtersuche.
Wulff-Dettmer

 

Im Oldhorster Moor im Westen des Stadtgebiets gibt es eine kleine Kranichkolonie. Dieses Vorkommen ist laut Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze einzigartig.

VON ANETTE WULf-DETTMER

BURGDORF. Die grazilen grauen Kraniche sind sehr scheu. Deshalb fühlen sie sich überall dort wohl, wo sie nicht von Spaziergängern, Straßenverkehr und landwirtschaftlichen Maschinen gestört werden. All das finden die Vögel im Oldhorster Moor – und zusätzlich auch noch feuchte Böden und sogar kleine Wassertümpel.

Diese Bodenverhältnisse helfen dem Kranich, der selbst Vegetarier ist, seine Jungen vor gefräßigen Räubern zu schützen. Denn Kraniche sind Bodenbrüter. Sie bauen ihre Nester bevorzugt in Moorund Sumpfgebieten. „Weil weder Fuchs noch Wildschwein sich gern nasse Füße holen“, sagt Nabu-Vorsitzender Dirk Brinkmann.

„Seit zehn Jahren beobachten wir im Oldhorster Moor Brutpaare“, berichtet Brinkmann. Das sei eine Folge der zurückhaltenderen Bewirtschaftung von Wäldern und Grünland, sodass Ruhezonen entstehen. Man habe das Vorkommen im Oldhorster Moor nicht an die große Glocke gehängt, „weil wir wollen, dass die Kraniche in Ruhe gelassen werden“, stellt der Nabu- Mann klar.

Larissa Hinsemann, die mit ihrer Familie nur wenige Hundert Meter vom Moor entfernt wohnt, hört den durchdringenden Schrei der Kraniche täglich. „Die Vögel halten sich den ganzen Sommer über auf den Wiesen am Rande des Moores auf“, sagt Hinsemann, die die Kraniche oft beobachtet, wenn sie ausreitet. Die Burgdorferin hatte auf das Brutgebiet beim Bürgerinformationsabend zum Bau der Mega-Stromtrasse Südlink aufmerksam gemacht. Das Oldhorster Moor liegt im bislang favorisierten Trassenkorridor.

Kraniche sieht man in unseren Breiten vor allem, wenn sie im Frühling in großen Schwärmen zum Brüten gen Norden ziehen. Doch inzwischen bleiben immer mehr Paare in der Region Hannover und bauen hier ihre Nester. Der Nabu vermutet, dass auch im Ehlershäuser Moor seit etwa drei Jahren Kraniche brüten. „Fast überall dort, wo Moor ist, gibt es inzwischen wieder Kraniche“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann und zählt auf: das Tote Moor am Steinhuder Meer, die Moorgeest von Langenhagen bis Garbsen, das Altwarmbüchener Moor, die Leineniederung. „Die Bestände haben sich inzwischen so gut erholt, dass der Kranich nicht mehr auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht.“

 

11. August 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Naturschützer Dieter Stümpel kämpft für Erhalt der Biotope

Er beklagt, dass Landwirte diese bisweilen unter den Pflug nehmen

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Biotope am Feldrand sind schützenswert. Doch Landwirte missachten das bisweilen.
Korte

 

VON NORBERT KORTE

SCHILLERSLAGE. Dieter Stümpel ärgert sich seit Jahren, dass es Landwirte bisweilen an Rücksicht auf Biotope fehlen lassen, die in der Feldmark als Kompensation für Eingriffe in die Natur angelegt wurden. Der Schillersläger, der Mitglied im Naturschutzbund (Nabu) ist, hat jetzt die Neuvermessung einer Ackerfläche durchgesetzt und nimmt dabei in Kauf, die Kosten – immerhin rund 1200 Euro – aus eigener Tasche zahlen zu müssen.

In Gefahr, von Bauern unrechtmäßig unter den Pflug genommen zu werden, seien besonders Grassäume und Kräuterflächen, durch die die angelegten Feldgehölze und Hecken oft von Ackerflächen getrennt würden und die für Flora und Fauna besonders wertvoll seien, sagt Stümpel. Ein Dorn im Auge ist dem Naturschützer nicht nur ein Kartoffelacker, bei dem eine Reihe der Feldfrüchte in einen zur Ausgleichsmaßnahme gehörenden Grassaum ragt. Besonders ärgerlich findet Stümpel, dass ein Landwirt nebenan schon seit Längerem eine Kräuterfläche teilweise beackert, auf der in diesem Jahr Rüben stehen.

Angelegt worden war diese Fläche mit dem dazugehörigen Feldgehölz 2005 vom Nabu als Ausgleich für eine Windkraftanlage, die heute dem Unternehmen Prokon gehört. Prokon ist auch Eigentümer der Ausgleichsfläche und damit Geschädigter. „Geschädigt wird aber vor allem die Natur“, sagt Stümpel. Er vermutet, dass vielerorts Ausgleichsflächen teilweise unter den Pflug genommen werden, wo Bürger mit Ortskenntnis nicht aufbegehren, wie in diesem Fall. Was fehle, sei die Pflicht der Eigentümer beziehungsweise Pächter, die Ackerflächen dauerhaft zu markieren.

Stümpel hält nicht viel von dem mittlerweile im Gespräch mit Prokon, der Naturschutzbehörde bei der Region und dem Nabu erzielten Kompromiss, wonach der betreffende Landwirt seine Rüben im Herbst erst noch ernten darf und dann im nächsten Jahr nur die ihm zustehende Fläche beackert. Der zur Ausgleichsfläche gehörende Grassaum könne so erst im Frühjahr eingesät werden und stehe deshalb für die Bodenbrüter auch nächstes Jahr nicht zur Verfügung.

 

Landwirt will fortan die Grenzen respektieren

Region und Naturschutzbund sehen das Fehlverhalten des Landwirts im Fall Schillerslage nicht ganz so dramatisch. Dieter Kleinschmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze war beim Ortstermin mit Region und Prokon dabei und verweist darauf, dass der Landwirt zugesagt habe, die Grenzen künftig zu respektieren. Außerdem werde Prokon die zwischenzeitlich hochgewachsenen Bäume und Büsche zurückschneiden, die den Acker verschatten.

Regionssprecher Klaus Abelmann spricht zwar von einer „ernsten Sache“, weil an der Ausgleichsfläche letztlich auch die Betriebsgenehmigung für die Windkraftanlage hänge. Aber der Eingriff des Landwirts sei nicht so massiv, weshalb es unverhältnismäßig wäre, ihn die Rüben auf der Ausgleichsfläche nicht mehr ernten zu lassen. Überdies habe er zugesagt, im nächsten Jahr freiwillig auf einen Ackerstreifen von einem halben Meter Breite zu verzichten und damit weniger zu beackern, als er dürfte. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen ihn sei nicht geplant. nk

 

30. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Südlink kreuzt Kranichkolonie

Einzigartiges Vorkommen in der Region Hannover – Infoveranstaltung zur Stromautobahn

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Ein Kranichpaar auf Futtersuche auf einer Wiese direkt am Oldhorster Moor.
Wulf-Dettmer

 

Im Oldhorster Moor brüten seit etwa zehn Jahren regelmäßig Graukraniche. Dieses Brutgebiet ist einzigartig in der Region Hannover, sagt Dirk Brinkmann vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze. Und genau durch dieses Gebiet soll bislang die geplante Stromautobahn Südlink führen.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Von den Kranichen vor ihrer Haustür berichtete Larissa Hinsemann am Montagabend in der Infoveranstaltung zum geplanten Südlink, zu der an die 100 Bürger in den Schlosssaal gekommen waren. „Die Vögel halten sich den ganzen Sommer über auf den Wiesen am Rande des Moores auf.“ Das sei bei der Planung wohl nicht bedacht worden. „Da muss jemand kommen und sich das anschauen“, forderte Hinsemann. Es werde jemand kommen, versprach Thomas Wagner vom Netzbetreiber Tennet: „Solche Hinweise sind Gold wert.“

Vertreter von Tennet sowie der Aufsichtsbehörde Bundesnetzagentur waren gekommen, um den Bürgern Rede und Antwort zu stehen. Und diese hatten etliche Fragen – zum Beispiel nach der Geräuschbelästigung der Freileitung. Die gibt es, räumte Wagner ein. Doch in 100 Meter Entfernung sei das Knistern, der sogenannte Corona-Effekt, nicht mehr zu hören.

Der Sicherheitsabstand zu Erdkabeln? Eine Freileitung muss 400 Meter zu Wohngebieten und 200 Meter zu Wohnhäusern außerhalb der Orte einhalten. Für Erdkabel gelten diese Abstände laut Wagner nicht, denn sie würden dort verlegt, wo der Platz für eine Freileitung nicht ausreiche. Aber auch bei ihnen würden die Strahlungswerte eingehalten. Jedoch sei die magnetische Feldbelastung höher als bei Freileitungen.

Jens Wahlhäuser von der Bundesnetzagentur ergänzte: „Es gibt nur einen ganz engen Bereich für den Erdkabeleinsatz, eigentlich nur bei Siedlungen und nicht für Naturschutzgebiete.“ Kontrovers wurde die Frage zum Preis des Erdkabels diskutiert. Während Bürgermeister Alfred Baxmann von dem 1,5-Fachen der Freileitung sprach, bezifferte Tennet-Vertreter Wagner die Kosten auf das Vier- bis Sechsfache.

Den Zeitplan für den Bau des Südlinks von Wilster und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld und Großgartach in Süddeutschland skizzierte Navina Breuer von der Bundesnetzagentur. Tennet habe noch nicht einmal den Antrag für den ersten Schritt des Genehmigungsverfahrens, die Bundesfachplanung, gestellt. Sobald dieser Antrag gestellt ist – laut Tennet voraussichtlich Mitte September – hat die Netzagentur zwei Monate Zeit, den Rahmen für ihre Trassenuntersuchungen festzulegen und die Unterlagen von allen Beteiligten einzufordern.

Innerhalb der nächsten sechs Monate wird die Behörde die Entscheidung über einen verbindlichen 500 bis 1000 Meter breiten Trassenkorridor fällen. Erst danach beginnt das Planfeststellungsverfahren, das den grundstücksgenauen Leitungsverlauf festlegt.

„Die Bundesnetzagentur ist aber nicht an die von Tennet vorgeschlagenen Trassen gebunden, sondern kann auch Alternativen umfassend prüfen“, sagte Breuer. Während der Trassenverlauf durch die Region Hannover etliche sehr problematische Abschnitte aufweist, gibt es eine fast hindernisfreie Trassenvariante durch Sachsen- Anhalt und Thüringen. Auf Nachfrage einer Bürgerin sagte Breuer, dass Tennet der Netzagentur schon erklären müsse, warum das Unternehmen nicht auf dieser Trasse bauen wolle.

 

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Die Bürger haben viele Fragen an die Vertreter von Tennet und Bundesnetzagentur.
Wulf-Dettmer

 

29. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Stadt und Nabu hoffen jetzt auf Geld von der Region

Letzter Abschnitt der Möschgraben-Renaturierung bereitet Probleme

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Hindernis für die Fische: Die Sohlschalen aus Beton, die direkt am Zulauf zur Aue im Bachbett des Möschgrabens verlegt sind und beseitigt werden sollen.
Korte

 

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Die Fische in der Aue werden noch längere Zeit darauf warten müssen, einen leichteren Zugang zum Möschgraben zu erhalten: Die erhoffte Finanzierung der Renaturierung des Bachlaufs mit Fördermitteln des Landes ist nicht in Sicht. Jetzt hofft man auf Unterstützung durch die Region Hannover.

Der Naturschutzbund (Nabu) hat schon weite Teile des Möschgrabens auf eigene Kosten renaturiert. Bislang versperren aber noch Kaskaden aus Betonschalen den Zugang zum Bach im Stadtpark. In einem dritten, teuren Abschnitt sollten die sogenannten Sohlschalen herausgerissen und durch mehrere aneinandergereihte Teiche, sogenannte Gumpen, ersetzt werden.

Zunächst hatte der Nabu auf Geld der Bingo-Umweltstiftung gehofft. Das hat sich aber genauso zerschlagen wie der Versuch, Fördermittel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu erhalten. Um an einen anderen Fördertopf des NLWKN zu gelangen, war die Stadt anschließend selbst als Träger der Renaturierung aufgetreten. Aber nach Auskunft von Peter Frerichs, Umweltsachbearbeiter im Rathaus, ist auch von dort in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Jahr kein Geld zu erwarten.

Frerichs setzt jetzt Hoffnung auf ein neues Programm zur Erhöhung der Artenvielfalt bei der Region, den auch Naturschutzverbände nutzen können, aus dem allerdings eigentlich nur Projekte bis maximal 25 000 Euro gefördert werden. Die dritte Stufe der Renaturierung war bislang immer auf Kosten von rund 37 000 Euro veranschlagt worden, von denen einen Teil aber ohnehin die Stadt übernehmen wollte. Die Gesamtkosten könnten noch etwas steigen. Denn nach Frerichs’ Worten ist bei einer Bodenuntersuchung festgestellt worden, dass das Erdreich, das ausgekoffert werden muss, als leicht belastet gilt, aber durchaus zur Bauschuttdeponie in Sehnde gebracht werden kann.

 

26. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Streuobstwiese kontra Bauland

CDU-Ratsherr Köneke kritisiert Nabu-Pläne am Auebogen als „modernen Ablasshandel“

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Auf der Luftaufnahme des Büros Ackers, das das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet hat, ist der Grünzug längs der Aue gut zu erkennen, der als Frischluftschneise erhalten bleiben soll. Der Pfeil weist auf die als Streuobstwiese geplante Fläche hin.

 

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Statt auf der städtischen Fläche vom Naturschutzbund (Nabu) zwischen Aue und Südstadt eine Streuobstwiese anlegen zu lassen, sollte man die 7000 Quadratmeter langfristig lieber für Wohnbebauung ins Auge fassen: Diesen Vorschlag hat CDU-Ratsherr Klaus Köneke im Ratsausschuss für Umwelt und Verkehr gemacht. Er fand jedoch keine Unterstützung.

Köneke kritisierte das Projekt, das der Nabu nach dem Vorbild der Streuobstwiese im Lehrter Hohnhorstpark mit Geld aus der Bingo- Umweltstiftung verwirklichen will, mit teils scharfen Worten. Als modernen „Ablasshandel“ geißelte er etwa die Idee, dass Bürger für 75 Euro 15 Jahre lang die Patenschaft für einen der 70 Obstbäume übernehmen können: „Dafür hacken sie dann den letzten Obstbaum im eigenen Garten ab.“

Köneke monierte auch, dass es direkt neben der ins Auge gefassten Fläche bereits eine wenig gepflegte Obstbaumwiese gebe und Stadt sowie Nabu mit der Pflege der neuen Wiese überfordert sein dürften.

Sein Hauptargument gegen die Pläne aber war, dass damit eine Nutzung der städtischen Fläche als Bauland auf Dauer verhindert werde. Mit Hinweis auf das frei geräumte Gelände der ehemaligen Schlichthäuser auf der anderen Straßenseite, das für 160 bis 165 Euro je Quadratmeter als Bauland vermarktet werde, merkte er an, dass die 7000 Quadratmeter „einen Batzen Geld bringen“ könnten.

Bürgermeister Alfred Baxmann stellte genau wie Maria Leykum von den Grünen fest, dass das Gelände in direkter Nähe zur Aue schon aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht bebaut werden sollte. Umweltsachbearbeiter Peter Frerichs verwies darauf, dass das ganze Auetal als Frischluftschneise wichtig für Burgdorf sei.

Im derzeitigen Flächennutzungsplan der Stadt ist der Bereich jenseits der Eseringer Straße als Grünfläche ausgewiesen. Zudem ist das grüne Band entlang der Aue im landschaftsplanerischen Fachbeitrag zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans als „Achse mit überregionaler Bedeutung für den Biotopverbund“ eingestuft.

Die Planungen für die Streuobstwiese laufen weiter.

 

24. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Monumentale Sitztreppe an der Aue wird zum Open-Air-Hörsaal

 

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Erste sinnvolle Nutzung der Aue-Treppe: Die Expertin Heidrun Roland (links) hält auf Einladung des Naturschutzbunds einen Vortrag über Heilkräuter.
van der Felde

 

BURGDORF. So unnütz wie ein Kropf – so lautet das Urteil vieler Burgdorfer zur Aue-Sitztreppe, die sich die Stadt rund 40 000 Euro hat kosten lassen. Jetzt hat der Naturschutzbund (Nabu) endlich eine Nutzungsmöglichkeit für das etwa ein Jahr alte monumentale Bauwerk gefunden. Für die Heilkräuterexkursion mit der anerkannten Expertin Heidrun Roland aus Burgwedel wurde die Treppenanlage zum Open-Air-Hörsaal. Auf den Stufen nahmen die 15 Teilnehmer Platz, um sich von Roland die Grundlagen der Heilkräuterkunde erläutern zu lassen.

Dafür sei die Treppe bestens geeignet gewesen, sagt Ernst Schmidt vom Nabu und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: Vielleicht sei das ja ausbaufähig. Nach der Vorlesung am Aue-Steilufer ging die Gruppe dann auf Erkundungstour durch den Stadtpark.

„Früher sind wir außerhalb unterwegs gewesen“, sagt Schmidt, „doch inzwischen gedeihen im Stadtpark mehr als 30 Heilpflanzen.“ Dass Baldrian, Brennnessel, Efeu und Lavendel – um nur einige zu nennen – dort einen Lebensraum gefunden haben, ist laut Schmidt „der zurückhaltenden Mahd der Grünflächen zu verdanken“. dt

 

23. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu plant eine Streuobstwiese am Stadtpark

Umweltausschuss lässt sich Projekt erklären

BURGDORF. Nur zwei Mitteilungen stehen auf der Tagesordnung des Ratsausschusses für Umwelt und Verkehr, der morgen um 17 Uhr zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause im Rathaus II zusammenkommt.

Das erfreuliche Thema: Der Naturschutzbund (Nabu) will mit Geld von der Bingo-Umweltstiftung auf einem städtischen Grundstück zwischen Stadtpark und Südstadt eine Streuobstwiese mit rund 70 alten Obstbaumsorten anlegen. Bürger sollen später Baumpatenschaften übernehmen und die Früchte ernten können. Das weniger erfreuliche Thema: Die Stadt informiert über den Schriftwechsel mit der Region Hannover zu den umstrittenen Ausbauplänen für den bisherigen Rad- und Fußweg an der Kreisstraße 117 zwischen Ehlershausen und Ramlingen. Hier geht es um unterschiedliche Auffassungen zum Ausbaustandard nach Aufhebung der Benutzungspflicht des Weges für Radfahrer. nk

 

23. Juli 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Mehr Mut zur Wildnis – auch im eigenen Garten

Naturschutzbund lädt am 27. Juli zum Vortrag ein

BURGDORF (r/jk). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt am Sonntag, 27. Juli, ab 17.30 Uhr im Rahmen der Ausstellung „Das grüne Burgdorf“ zu einem Vortrag in das Stadtmuseum in Burgdorf, Schmiedestraße 6, ein. Das Thema: „Mehr Mut zur Wildnis – auch im eigenen Garten?“

Wilde Gebirgsbäche, bunte Blumenwiesen – im Urlaub genießen viele Menschen den Anblick von wilden Naturlandschaften. Wie man sich paradiesische Möglichkeiten auch im eigenen Garten schaffen kann und vor allem, warum man das unbedingt tun sollte, wird Rosemarie Gemba, Fachberaterin für Naturerlebnisräume und Leiterin der Regionalgruppe Naturgarten e.V. Süd- Ost-Nds, in ihrem Vortrag erläutern. Täglich verschwinden rund 150 Arten unwiederbringlich von dieser Erde. Das geschieht etwa 1000 bis 10 000-mal so schnell wie in der bisherigen jahrmillionenalten Geschichte des Lebens. In diesem Vortrag können Interessierte erfahren, was jeder in seinem Garten oder auf seinem Balkon tun kann. Es werden Beispiele für „Wildnis“-Prinzipien sowie Kleinstrukturen und „Wildnis“- Elemente gezeigt und besprochen. Ein kleiner Teil des Vortrags widmet sich dem naturnahen, öffentlichen Grün mit erfolgreichen Umsetzungen aus deutschen Städten. Die Teilnehmer erhalten im Anschluss ein Handout mit Empfehlungen für die Planung eines Projektes sowie Adressen für heimische Wildpflanzen und entsprechendes Saatgut. Mit dem Vortragsthema beschäftigt sich auch die Sonderausstellung „Schritte zum Naturgarten – Leben wieder leben lassen“ von K.H. Niehus, Naturgarten e.V.. Sie ist im Stadtmuseum bis 24. August zu sehen.

 

08. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Storchenmutter hat die Familie immer im Blick

Siegrun Warnecke hofft, dass Junge überleben

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Diese Aufnahme hat Siegrun Warnecke selbst durch ihr eigens angeschafftes Teleskop gemacht, mit dem sie vom Balkon aus immer einen freien Blick auf das Storchennest hat.

 

Auf einem hohen Mast, der inmitten der Pferdewiesen am Ortseingang von Dachtmissen steht, ziehen erstmals seit Menschengedenken wieder Störche ihre Jungen groß. Die Vögel stehen unter Dauerbeobachtung einer engagierten Tierfreundin.

VON NORBERT KORTE

DACHTMISSEN. „Ganz wunderbar“ findet Siegrun Warnecke, was sie tagtäglich von ihrem Balkon aus durch das eigens angeschaffte Teleskop sehen kann. Drei Jungstörche im Nest werden abwechselnd von einem Elternteil bewacht, während der Partner oder die Partnerin auf Futtersuche ist. Die Dachtmissenerin ist eine begeisterte Tierfreundin, die nicht nur einen Hund und drei Katzen hält. Auch ein Chinchilla, Fische und Laufenten sowie vier Kaninchen, für die gerade ein eigenes Backsteinhaus im Garten gebaut wird, gehören zu ihrem kleinen Tierreich.

Schon früher hat sich Warnecke für Störche interessiert und fast täglich im Internet auf der Seite www.storchennest. de das Heranwachsen von Storchennachwuchs in Vetschau/Spreewald beobachtet: „Ich bin inzwischen total die Storchenmama.“ Deshalb ist sie auch ganz begeistert, dass sie das Naturschauspiel in diesem Jahr erstmals direkt vor der Haustür beobachten kann. Sie zittert bisweilen mit den drei Jungen, wenn auch der zweite Elternteil mal kurz vom Horst auf die nahe Wiese fliegt und dann wie jüngst ein Greifvogeloder Krähen über dem Nest kreisen.

Ursprünglich waren es sogar vier Storchenjunge. Eins ist kürzlich aus dem Nest geworfen worden und einigermaßen unbeschadet auf dem weichen Wiesenboden gelandet. Nachbarn hatten Erhard Zander vom Naturschutzbund (NABU) gerufen, der den Jungvogel zur Auffangstation für Wildtiere nach Leiferde gebracht hat, wo er jetzt aufgepäppelt wird. Zander war es auch, der dazu beigetragen hat, dass jetzt erstmals Störche in Dachtmissen brüten. Er hatte 2013 zusammen mit dem Pächter der Wiese ein neues Nest aus Weidenruten auf den hölzernen Mast gesetzt. Der war schon vor mehr als zehn Jahren gemeinsam von der Eigentümerfamilie der Wiese und dem Pächter zusammen mit einer Plattform als Angebot für Störche auf die Wiese gestellt worden. Das Nest aber wurde in diesem Jahr erstmals angenommen. Für Storchenmama Warnecke wäre es eine Sensation für Dachtmissen, sollten die drei Jungstörche jetzt durchkommen.

 

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"Ich bin inzwischen total die Storchenmama" - Sigrun Warnecke, Tierfreundin"

Der ehemalige Strommast steht schon seit Jahren auf der Pferdewiese am Ortseingang von Dachtmissen.

Korte (2)

 

03. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu legt Streuobstwiese an

Lehrte ist Vorbild – Jeder kann eine Baumpatenschaft übernehmen und die Früchte ernten

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Bernd Rose steht inmitten des bislang noch von einem Bauern gepachteten Feldes an der Eseringer Straße, das der Nabu im Oktober übernimmt. In Lehrte (kleines Bild) informiert eine große Tafel über Sinn und Zweck einer Streuobstwiese.
Korte (2)

 

Auch in Burgdorf kann man demnächst eine Baumpatenschaft für sich, seine Kinder oder auch die ersten Enkel erwerben: Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze plant nach dem Beispiel der großen Streuobstwiese im Lehrter Hohnhorst-Park ein ähnliches Projekt auf einer Fläche zwischen Aue und Eseringer Straße.

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Der Nabu hatte nach Worten von Bernd Rose schon vor Jahren eine solche Wiese mit alten Obstbaumsorten bei der Stadt angeregt. Ins Rollen gekommen sei die Sache aber erst jetzt, nachdem Grünen-Ratsmitglied Maria Leykum, die auch Mitglied im Nabu ist, im Januar eine entsprechende Anregung im Umweltausschuss des Rates gegeben hatte.

Die Stadt hat inzwischen den Pachtvertrag für eine rund 0,7 Hektar große Fläche am Rande des Stadtparks gekündigt, die ab Mitte Oktober der Naturschutzbund übernehmen kann. Während der Nabu in Lehrte 2008 in Zusammenarbeit mit dem dortigen Stadtmarketingverein auf einer großen Wiese unweit der Autobahnraststätte 170 Obstbäume angepflanzt hatte, sind nach Roses Worten in Burgdorf rund 70 Bäume geplant. Überwiegend werden es alte Apfelsorten sein, aber auch Kirschen, Birnen oder Pflaumen soll man später zwischen Stadtpark und Südstadt ernten können.

Der Nabu geht von rund 6000 Euro Kosten für das Burgdorfer Projekt aus, von denen ein Großteil von der Bingo-Umweltstiftung übernommen werden dürfte. Die gibt nicht nur einen Zuschuss für jeden Baum, sondern bezahlt nach Roses Worten auch das Bohren der Brunnen, die für die Bewässerung der Bäume benötigt werden. Über die geplanten Baumpatenschaften sollen nach Möglichkeit nicht nur die restlichen Herstellungskosten finanziert werden, sondern auch die nötige Pflege der Streuobstwiese in den kommenden Jahren.

 

PATENSCHAFT - Für 75 Euro kann man 15 Jahre lang Obst ernten

Auf Streuobstwiesen werden verschiedene Sorten hochstämmiger Obstbäume gestreut auf Grünland angepflanzt“, heißt es in einer Informationsbroschüre, in der der Nabu für seine Obstwiese im Hohnhorst-Park („Ein neues Stück Kulturlandschaft in Lehrte“) wirbt. Sie dient sowohl dem Naturschutz als auch der Naherholung. Die Erhaltung alter Obstsorten steht dabei im Vordergrund. Streuobstwiesen seien wegen ihrer Strukturvielfalt aber auch artenreiche Lebensräume, auf denen bis zu 5000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten bestimmt werden konnten.

Wie in Lehrte will der Nabu voraussichtlich vom nächsten Jahr an auch in Burgdorf Baumpatenschaften anbieten, bei denen man für einen einmaligen Betrag von 75 Euro einen Baum für 15 Jahre als Pate übernehmen und die Früchte in dieser Zeit ernten kann. Wer auf dieses Nutzungsrecht verzichtet, kann über die 75 Euro auch eine Spendenbescheinigung erhalten. In Lehrte sind nach Bernd Roses Worten bereits mehr als 100 der 170 Bäume an Paten vergeben. Dort ist für 2015 ein erstes Streuobstfest geplant, wie es das später auch in Burgdorf geben soll. nk

 

02. Juli 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Im Nest sind wieder Junge

(Zum Artikel über den Turm des Spritzenhauses in Uetze)

In diesem Jahr ziehen erstmals seit 1996 wieder Störche auf dem alten Schlauchturm Junge groß. Nach Angaben des für Uetze zuständigen Naturschutzbeauftragten Erhard Zander vom Naturschutzbund (Nabu) befinden sich mindestens zwei Jungstörche in dem Nest.

Zander hatte erst im Februar zusammen mit seinem Burgdorfer Kollegen Dieter Kleinschmidt den Unterbau des alten Horstes erneuert. Der Nabu kümmert sich in Absprache mit dem Eigentümer des Gebäudes um die Pflege des Horstes, den im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren wieder ein Storchenpaar angeflogen hatte. Das war nach Zanders Einschätzung damals aber noch nicht brutfähig und ist, wie es scheint, in diesem Jahr zurückgekehrt.nk

 

18. Juni 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Aus Spendern werden Partner

Grundschule am Storchennest und NABU arbeiten zusammen – „Pablo“ gab den Anstoß

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Schulleiter Gert Ziball (obere Reihe von links), Lehrer Markus Brünger, Simone Bürger und die Klassensprecher des vierten Jahrganges freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander vom NABU.
Köhler

 

Die Grundschule am Storchennest und der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) haben eine Kooperation vereinbart. Den Anstoß dazu gab die Teilnahme des Umweltmusicals „Pablo, der kleine Wassertropfen“ am Deutschen Naturschutzpreis 2013.

VON SANDRA KÖHLER

HÄNIGSEN. „Als wir uns mit ,Pablo‘ für den Deutschen Naturschutzpreis beworben haben, war von Anfang an klar: Wenn wir gewinnen, soll der NABU etwas von dem Preisgeld abbekommen“, sagt Simone Bürger vom dreiköpfigen Autorenteam des preisgekrönten Umweltmusicals.

Gemeinsam mit Mitautor Markus Brünger, Schulleiter Gert Ziball und den Klassensprechern aus dem vierten Jahrgang der Grundschule am Storchennest traf sich Bürger gestern mit Erhard Zander vom NABU zur Spendenübergabe. Dabei verkündete der Uetzer Naturschutzbeauftragte auch, wofür die 200 Euro verwandt werden: „Wir wollen davon in der Kieskuhle bei Penny eine Brutinsel für Haubentaucher errichten. Die wird dann fünf bis zehn Meter vom Ufer zu Wasser gelassen, damit die Tiere dort in Ruhe brüten können und die Gelege nicht von neugierigen Besuchern zerstört werden.“

Die Spendenübergabe soll aber nicht die einzige Begegnung zwischen NABU und der Grundschule bleiben: „Wir sind schon lange Umweltschule und immer an solchen Aktionen interessiert“, bekräftige Rektor Ziball das Interesse an einer lebendigen Zusammenarbeit. In Zukunft werden Schüler dem NABU bei der Pflege zweier flacher Gewässer, die als Brutstätte für Amphibien dienen, zur Hand gehen: „Da müssen immer wieder kleine Bäume entfernt werden, damit die Gewässer nicht zu stark beschattet werden und sich gut erwärmen können“, sagte Zander.

Bereits Ende dieser Woche will Zander mit Schülern die Kinderstuben der Schneeeulen und Störche besuchen: „Wenn Kinder Natur greifbar erleben, ist das schöner als im Klassenraum“, ist sich Zander des Erfolges sicher.

 

16. Juni 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bienenwolf legt seine Kinderstuben an

Solitärbienen graben Erdlöcher auf Schulhof des Gymnasiums – NABU rät, seltene Insekten gewähren zu lassen

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Auf dem Schulhof: Ein Bienenwolf gräbt eine Bruthöhle - Als Konkurrenz kommt, ist die Biene zur Verteidigung bereit - Ins fertige Loch wird eine Honigbiene geschleppt
Schmidt (3)

 

Ein raubtier hat auf dem Schulhof des gymnasiums seine Kinderstube eingerichtet. doch gefährlich ist der Bienenwolf nur für Honigbienen. diese jagt er – als futtervorrat für seinen Nachwuchs. Er selbst begnügt sich mit vegetarischer Kost.

VON ANETTE WULF-SETTMER

BURGDORF. Auf einer Fläche von circa 30 Quadratmetern haben die sogenannten Solitärbienen im Sand zwischen den Betonplatten etwa 20 kleine Höhlen gegraben. „In diesen Erdlöchern legen die Weibchen fünf bis zehn Zellen für ihre Eier an“, sagt Ernst Schmidt vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze. Der Hausmeister hatte ihn angerufen, weil er befürchtete, dass sich angriffslustige Erdwespen auf dem Schulhof häuslich einrichten wollten.

Doch Schmidt konnte Entwarnung geben: „Ich habe ihn aufgeklärt, dass seine kleinen Untermieter etwas Wertvolles sind.“ Gemeinsam mit Hans-Jürgen Sessner, Solitärbienen-Experte des NABU, hat Schmidt das zwei bis 2,5 Zentimeter große Insekt identifiziert: Es ist der Bienenwolf (Philanthus triangulum).

Die Verwechslung mit Wespen kommt nicht von ungefähr: Der Bienenwolf hat sich als Schutz vor Feinden das Erscheinungsbild einer Wespe zugelegt. „Doch die Solitärbiene ist absolut harmlos“, sagt Schmidt. „Es sei denn, man tritt barfuß auf das Tier oder zerdrückt es zwischen den Fingern.“

Die Bienenwölfe auf dem Schulhof dürfen bleiben und weiter unermüdlich mit ihren zarten Beinen das Erdreich bewegen. Ist ein Loch gegraben, gehen sie auf Jagd. Ihre Beute sind Honigbienen, die sie mit einem Stich ihres Stachels lähmen und in ihre Bruthöhle schaffen. Dort legen sie Eier auf den lebenden Vorrat und verschließen die Höhle. Danach wird das nächste Loch gebuddelt.

„In der Folgezeit schlüpfen die Larven aus den Eiern“, berichtet Schmidt. Sie fressen sich an den gelähmten Bienen fett, verpuppen sich und schlüpfen im nächsten Sommer als fertiges Insekt. „Nach dem Schlupf kommt es sofort zur Begattung“, sagt er. „Denn die erwachsenen Tiere leben nur sechs bis acht Wochen. Im Gegensatz zu ihren Larven, die Eiweiß für ihr Wachstum brauchen, ernähren sie sich nur vegetarisch – vom Nektar der Blüten, die sie bei der Futtersuche gleich bestäuben.

Schmidt rät allen Gartenbesitzern, die Solitärbienen auf ihrem Grundstück entdecken, diese gewähren zu lassen. „Zeigen Sie sie ihren Kindern und Enkeln, aber stören Sie die Tiere nicht.“

 

05. Juni 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Viele Jungtiere verendet

Maikälte und Regen setzten Störchen zu

VON SANDRA KÖHLER

HÄNIGSEN. Das regnerische und kalte Wetter der vergangenen Wochen hat zahlreiche Jungstörche in Uetze, Burgdorf und Lehrte das Leben gekostet. In Hänigsen etwa „waren drei Jungstörche geschlüpft. Jetzt ist nur noch einer im Nest zu sehen“, sagt Erhard Zander, der Naturschutzbeauftragte der Region Hannover.

Solange der Nachwuchs noch so klein sei, dass die Altvögel ihn mit ihrem Gefieder bei Regen komplett abdecken können, sind die Jungstörche vor den Wetterunbilden geschützt. Doch mit fortschreitendem Wachstum sei eben dieser Regenschutz für die Brut nicht mehr gegeben: „Da das Gefieder der Jungtiere jedoch noch nicht so ausgebildet ist, dass der Regen davon abperlt, saugt es sich mit Wasser voll. Und da wir nur fünf Grad hatten, als der Regen kam, haben sich die Kleinen erkältet und sind eingegangen“, sagt Zander.

In Uetze und Dachtmissen haben die Tiere laut Zander später zu brüten begonnen: „Da ist noch gar nichts zu sehen.“ In Obershagen habe in der vergangenen Woche eines der zwei geschlüpften Störchenjungen tot vor dem Nest gelegen. In Dedenhausen hätten bisher alle vier überlebt. Auch dem einzigen Burgdorfer Storch gehe es dem Augenschein nach gut. In Steinwedel sei noch eines von ursprünglich zwei Jungtieren zu sehen. In Immensen sind noch zwei im Horst, in Arpke leben noch zwei von ursprünglich drei Jungstörchen.

Um den Bestand zu erhalten, legen Störche in der Regel drei bis fünf Eier, sagt Zander. Je nach Nahrungsangebot und Wetterlage werden jedoch nicht alle Jungtiere aufgezogen: „Wenn es zu wenig Nahrung gibt, werfen die Eltern schon mal ein Junges aus dem Nest, um wenigstens die anderen durchzubringen.“

 

28. Mai 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Seltene Moorfrösche sind in Gefahr

Hochmoor im Naturschutzgebiet Düvels Kamp droht auszutrocknen – Region will Weiden und Kiefern entfernen

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In der Paarungszeit verfärbt sich der männliche Moorfrosch blau.

 

Das Hochmoor im Naturschutzgebiet Düvels Kamp zwischen Katensen und Schwüblingsen trocknet aus. Die Folge: Die seltenen Moorfrösche sind bedroht. Um die Lebensbedingungen für diese gefährdete Art zu erhalten, will die Region Hannover im Herbst Weiden und Kiefern aus dem Moor entfernen.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

SCHWÜBLINGSEN/KATENSEN. „Im Düvels Kamp gibt es eines der größten Moorfroschvorkommen in der Region Hannover“, sagt der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander. Diese Froschart sei relativ selten, weil viele Moore inzwischen trockengelegt worden seien und somit immer weniger Lebensraum für diese Amphibien zur Verfügung stehe.

Zander hat im vorigen Jahr im September bei einer Amphibienkartierung festgestellt, dass das Moor im Kernbereich des 8,7 Hektar großen Naturschutzgebietes damals ausgetrocknet war. In dem Feuchtgebiet seien Bäume und Büsche – insbesondere Weiden – gewachsen, die dem Moor das Wasser entzögen, erläutert Zander.

„Das Moor ist inzwischen verwaldet. Da muss mal Kahlschlag gemacht werden“, fordert Katensens Ortsbürgermeister Frank Prusseit. Dass die aufgelaufenen Weiden und Kiefern beseitigt werden müssen, ist auch aus Sicht der Region seit Jahren überfällig. Vergeblich hatte sie in der Vergangenheit beim Land einen Zuschuss für Pflegearbeiten im Düvels Kamp beantragt. Jetzt will sie das sogenannte Entkusseln allein mit eigenem Geld bezahlen. Laut Regionssprecher Klaus Abelmann sind die Arbeiten für den Herbst geplant. „Die Höhe der voraussichtlichen Kosten steht noch nicht fest“, teilt er mit.

Zander hat Kontakt mit dem Forstamt Fuhrberg aufgenommen, weil die Behörde für den Wald zuständig ist, der an das Hochmoor angrenzt. Das Forstamt fälle in einer Breite von 20 Metern rund um den Kernbereich des Naturschutzgebiets die Birken und Kiefern, berichtete Zander kürzlich dem Umweltausschuss des Uetzer Rats.

 

14. Mai 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ackerränder: Stadt will lieber Dialog statt Überwachung

Nabu will die Kleinbiotope bewahren

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Sogenannte Ackerrandstreifen, hier ein Exemplar bei Immensen, können sich bestenfalls zu kleinen Biotopen entwickeln.
Gückel

 

LEHRTE. Sie sind meist nur zwei Meter breit, aber Naturschützer lieben sie: die Ackerrandstreifen. In denen entfalten sich Flora und Fauna ungehindert. Manchmal aber pflügen Landwirte die Pflanzenpracht einfach um, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

In Immensen gab es kürzlich Ärger über einen Landwirt, der laut Volker Kemmling vom Grünflächenamt von einer zehn Meter breiten, städtischen Fläche fünf Meter seinem Acker einverleibte.

Die Stadtverwaltung will jedoch kein umfassendes Kontrollsystem installieren. Dies sagte Volker Kemmling, Leiter des Grünflächenamts, nun im Umweltausschuss des Rates: „Offensichtlichen Fällen werden wir nachgehen, aber keine flächendeckenden Kontrollen machen.“ Die Stadt setzt eher darauf, gegebenenfalls den Landvolk-Verband als Vermittler einzuschalten. Dies habe sich zuletzt sehr bewährt, sagt Kemmling.

In der Einwohnerfragestunde regte der Immenser Bodo Kutzke, Mitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf-Lehrte-Uetze, systematische Kontrollen durch den Nabu an. Niedersachsenweit summiere sich die Randstreifenfläche auf 20 000 Hektar. Das sei Naturschutz pur, der kein Geld koste.

Doch innerhalb der Organisation folgt nicht jeder diesem Vorschlag: „Wir sollten kein Kontrollsystem über die Stadt stülpen, das sieht nach Überwachungsstaat aus“, sagt Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandpflege und selbst Nabu-Mitglied. Sein Credo: Naturschutz sollte nicht im Gewand von Verboten und Repressalien ins Bewusstsein der Menschen dringen. „Ich sehe im Stadtgebiet auch nicht die großen, flächendeckenden Verstöße“, pflichtete er Kemmling bei. bru

 

LESERBRIEF - Erhebliches Potenzial für den Naturschutz

Zum Bericht „Ackerränder: Stadt will lieber Dialog statt Überwachung“ im Anzeiger vom 14. Mai:

Sie sprechen im Artikel von Ackerrandstreifen. Hier geht es indes um Wegeseitenränder. Der Unterschied liegt darin, dass Ackerrandsteifen zum Acker und damit dem Landwirt gehören. Die Wegeseitenränder gehören zu den öffentlichen Wegen. Thema im Ausschuss waren die Wege der Stadt Lehrte. Es geht somit um die unrechtmäßige Inanspruchnahme von Grünflächen auf öffentlichen Wegen, die eine hohe ökologische Wertigkeit besitzen können.

Der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat auf einzelne Übertretungen einzelner Landwirte reagiert und die Rückgabe dieser gemeindlichen Grünflächen eingefordert. Von flächendeckenden Überprüfungen war seitens des NABU nie die Rede. Der Ausschuss für Umweltschutz und Landschaftspflege der Stadt Lehrte hat aufgrund unserer Anfragen die Überprüfung von neuralgischen Punkten angekündigt, in Rücksprache mit betroffenen beziehungsweise Vertrauenslandwirten. Damit kommt die Stadt ihrer Pflicht zur Sicherung von öffentlichen Grünflächen nach, die durch – bewusste oder unbewusste – landwirtschaftliche Nutzung der Wegerandstreifen für ökologische Biotope und Verbundsysteme verloren gegangen sind.

In Niedersachsen sind 15 000 bis 20 000 Hektar Wegeseitenränder, insbesondere entlang kommunaler Wege, durch unrechtmäßige oder intensive landwirtschaftliche Nutzung verloren gegangen. Der (Wieder-)Erhalt dieser Flächen bietet erhebliches Potenzial für den Naturschutz, wenn sie im Sinne der Schaffung einer artenreichen Landschaft genutzt werden könnten.

Bodo Kutzke, NABU

07. Mai 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auch Dachtmissen kann auf Storchennachwuchs hoffen

Erstmals brütet ein Paar auf dem vor Jahren aufgestellten Mast

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Der Storch hat sich kurz erhoben, um sich gleich darauf wieder zum Brüten auf dem im vergangenen Jahr ausgepolsterten Nest niederzulassen.
Korte

 

VON NORBERT KORTE

DACHTMISSEN. Es hat Jahre gedauert, aber jetzt scheint es mit der Aufzucht endlich zu klappen: Ein Storchenpaar hat sich in Dachtmissen niedergelassen.

„Im Moment sieht es richtig gut aus“, sagt Erhard Zander vom Naturschutzbund (Nabu) mit Blick auf möglichen weiteren Storchennachwuchs im Raum Burgdorf. Vom Dachtmisser Landwirt Herbert Wesche hat er erfahren, dass ein Storchenpaar in den vergangenen Tagen nicht nur fleißig mit dem Nestbau beschäftigt war, sondern sich auch bereits mehrfach gepaart hat.

Wesche ist Pächter der Wiese am Ortseingang, die Birgit und Helmut Kleine gehört. Zusammen mit dem Pächter hatte das Eigentümerehepaar schon vor mehr als zehn Jahren einen alten hölzernen Strommast mit einer Plattform auf der Wiese aufgestellt. Weil sich schon damals häufiger Störche auf der Suche nach Futter in der Aueniederung herumgetrieben hätten, sei man auf die Idee gekommen, ihnen einen Nistplatz zu bieten, sagt der 72-jährige Landwirt.

Passiert war aber lange Zeit nichts. Anfang 2013 hatte Wesche dann zusammen mit Zander und dem Naturschutzbeauftragten der Region, Dieter Kleinschmidt, ein komfortables Nest aus Weidenruten auf den Mast gesetzt – ausgepolstert mit Pferdemist und weiß angestrichen, um dem Horst einen bewohnten Anstrich zu geben.

Jetzt scheint das noch unberingte Storchenpaar das Angebot angenommen zu haben. Laut Zander könnte es allerdings langsam eng werden mit dem Futterangebot, weil Dachtmissen zwischen Burgdorf und Obershagen liegt, wo seit Längerem Störche brüten.

Genau wie Wesche kann sich auch Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter der Region, nicht erinnern, dass in Dachtmissen jemals Störche gebrütet haben. Löhmer hat derzeit eine Menge zu tun, um seine Statistik über die Storchenvorkommen rund um die Landeshauptstadt auf den neuesten Stand zu halten. Denn seit Ostern gebe es „einen zusätzlichen Schub“, weil jetzt auch die Weißstörche gekommen seien, die über den Bosporus nach Europa fliegen.

 

24. April 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Renaturierung soll vorangehen

Stadt will für den Möschgraben eine Förderung in Höhe von 37 000 Euro beantragen

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Diesen Wasserlauf von der Aue hinauf in den Möschgraben können Fische bisher nicht passieren.
Heinze

 

Die Stadt will die Weichen für die weitere Renaturierung des Möschgrabens stellen. Der Rat soll dafür im Mai eine außerplanmäßige Ausgabe von 37 000 Euro beschließen. Voraussetzung soll eine Förderung durch den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) oder Dritte sein.

VON STEFAN HEINZE

BURGDORF. Mit dem Geld will die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU) in einem dritten Bauabschnitt die Kaskaden im Grabenbett am Zulauf zur Aue entfernen. Die Sohlschalen sollen durch mehrere, aneinander gereihte Teiche ersetzt werden. Danach sollen Fische von der Aue hinauf in den Möschgraben schwimmen können.

Die Renaturierung war ins Stocken geraten, nachdem sich die Hoffnung auf Zuschüsse direkt an den NABU wie beispielsweise von Bingo-Lotto zerschlagen hatte. Jetzt will die Stadt selbst Mittel beim NLWKN beantragen. Von den 37 000 Euro übernimmt der Landesbetrieb maximal 90 Prozent. Wenn der NLWKN oder Dritte die Maßnahme fördern, steuert die Stadt maximal 7000 Euro zur Renaturierung bei. „Ich nehme an, dass wir die Förderung bekommen, aber sicher ist es nicht“, sagte der Leiter der Umweltschutzabteilung der Stadt, Peter Frerichs, jetzt auf Nachfrage.

Unsicher ist auch noch der Zeitpunkt einer eventuellen Förderung. Der Grund ist das aufwendige Antragsverfahren. Sollte es die Stadt schaffen, den Antrag bis Ende Mai einzureichen, ist eine Entscheidung frühestens Mitte 2015 zu erwarten. Bei einer Ablehnung 2015 ist noch eine Förderung 2016 denkbar. Mit dem Baubeginn ist deshalb nicht vor Mitte 2015 oder 2016 zu rechnen. Am Montag, 5. Mai, steht das Thema auf der Tagesordnung des Umweltausschusses. Beginn ist um 17 Uhr im Rathaus II.

 

12. April 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Kinder helfen Stadtpark bunter zu machen

ProTiNa und NABU-Kindergruppe pflanzen gemeinsam Blütensträucher

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Mit großem Engagement pflanzten die Jugendlichen Sträucher im Stadtpark.
Foto: ProTiNa

 

BURGDORF (r/jk). Bei einer großen Pflanzaktion wurde am Samstagvormittag rund um das „Wildbienenhotel“ kräftig gegraben und gewässert. 20 NABU-Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren waren in den Park gekommen, um tatkräftig mitzuhelfen. Auch einige Eltern waren dabei und so konnten in knapp zwei Stunden 19 Sträucher gepflanzt werden.

Die Idee zur Pflanzung stammt von der Burgdorfer Stiftung ProTiNa. Die Stiftung hatte auch die Organisation und Planung übernommen. Da sich die NABU-Kindergruppe schon seit längerer Zeit mit Wildbienen beschäftigt, hat sie sehr gerne mitgeholfen, den Park etwas bunter zu machen und Nahrungspflanzen für die Bewohner im „Wildbienenhotel“ zu pflanzen. Gepflanzt wurden Wildrosen, Schneebälle, Blutjohannisbeeren und Felsenbirnen.

Leider nimmt in der monotoner werdenden Landschaft - besonders durch die intensive Landwirtschaft - der Lebensraum für Bienen immer mehr ab. Die Pflanzung soll auch ein Beispiel dafür sein, wie viel Potential öffentliche Flächen - aber auch private Gärten - für den Artenschutz bieten.

 

08. April 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auch Uetzes Störche sind zurückgekehrt

In der Gemeinde brüten drei Paare

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Ein Storchenpaar nistet wieder auf dem alten Uetzer Schlauchturm.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander ist zuversichtlich, dass nach 18 Jahren wieder ein Storchenpaar auf dem früheren Uetzer Schlauchturm brüten wird. Nachdem sich dort am 27. März zunächst das Männchen niedergelassen hatte, ist inzwischen auch das Weibchen aus Afrika zurückgekehrt. Zander vermutet, dass es sich um das Pärchen handelt, das sich bereits im vorigen Jahr an dem Horst aufgehalten hatte. Damals sei es aber noch nicht geschlechtsreif gewesen, sagt Zander.

Das Nest auf dem Schlauchturm hatte er im Februar erneuert. Er zimmerte einen neuen Unterbau aus stabilen Eichenbohlen und setzte darauf einen Weidenkorb. Die alte Holzkonstruktion war morsch gewesen.

Zuletzt hatten Weißstörche 1996 in Uetze Junge aufgezogen. Danach seien in der Gemarkung Eigensheide fünf Wiesen in Ackerflächen umgewandelt worden, sagt Zander. Wenn sich der Lebensraum für Meister Adebar irgendwo verschlechtere, dauere es meistens etliche Jahre, bis sich dort wieder Weißstörche ansiedelten. In der Gemeinde Uetze brüten in diesem Jahr bereits Storchenpaare in Dedenhausen, Hänigsen und Obershagen. Die Dedenhausener Störche waren die ersten, die aus ihrem Winterquartier zurückgekommen sind.

Zander hofft, dass es auch in Eltze zu einer Brut kommt. Dort ist nach seiner Kenntnis bisher nur ein Männchen am Horst gesehen worden.

 

07. April 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

NABU-Jugend und Stiftung ProTiNa pflanzen gemeinsam für die Bienen

 

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20 Kinder und auch eine ganze Reihe von Eltern helfen am Sonnabend bei der Gemeinschaftsaktion mit, bei der Blütensträucher wie Wildrose, Schneeball, Blutjohannisbeere und Felsenbirne vor dem Rathaus II gepflanzt werden. Mit dabei sind (vorn, von links) Isabo, Rahel und Leo sowie dahinter Leos Vater Dirk Möhrke.
Sessner

 

BURGDORF. Rund um das Insektenhotel vor dem Rathaus II soll es bis in den September hinein immer kräftig blühen. In einer Gemeinschaftsaktion haben die jungen Naturforscher der NABUOrtsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze am Sonnabend zusammen mit Regina und Michael Ethner von der Stiftung für Tier- und Naturschutz (ProTiNa) 19 schon recht große Blütensträucher gepflanzt. Sie sollen nicht nur das Auge der Rathausbesucher erfreuen, sondern vor allem durchgängig Futter für die Wildbienen und andere Insekten liefern.

Die Sträucher und genauso das übrige Material zum Pflanzen hatten die Ethners besorgt, die auch für die notwendige Abstimmung mit der Stadtverwaltung sorgten. Der NABU rückte trotz der Osterferien mit 20 Kindern und einer ganzen Reihe von Eltern an, um bei der handfesten Arbeit zu helfen. Unter der Überschrift „Die Umgebung bunter machen“, hat es sich der NABU nach Worten des Jugendwarts Hans-Jürgen Sessner zur Aufgabe gemacht, selten gewordene heimische Wildpflanzen wieder zu verbreiten.

Für die 20 jungen Helfer und ihre Eltern spendierte das Ehepaar Ethner als Dank Gutscheine für die Film-Matinee am Sonntag, 27. April, 11 Uhr, bei der die Stiftung ProTiNa den Film „Die Nordsee, unser Meer“ zeigt. nk

 

02. April 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Kröten sollen auf neuen Wegen zum Laichen wandern

NABU hat neue Gewässer angelegt – Helfer bauen Schutzzäune ab

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Jürgen Weber (von links), Erhard Zander, Heinz Melcher, Karl-Herbert Wachsmuth und Bodo Regener bauen den Krötenzaun an der Spreewaldallee ab.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Der Naturschutzbeauftragte für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander, und vier Mitglieder einer Seniorenturngruppe des TSV Friesen Hänigsen haben gestern die Krötenschutzzäune an der Spreewaldallee und am Schafstallweg abgebaut. „Die Wanderzeit der Erdkröten und Grasfrösche ist vorbei“, sagte Zander.

An der Spreewaldallee haben Nicole und Andre Rothe seit Ende Februar mehr als 700 Kröten eingesammelt und zu zwei Teichen getragen, die der Naturschutzbund (NABU) 2012 im Erlenbruchwald auf der Ostseite der Spreewaldallee angelegt hat. Ziel ist, dass die Kröten künftig nicht mehr zum Laichen über die Straße zu den Spreewaldseen, sondern gleich zu den neuen Teichen wandern.

Ähnliches gilt auch für den Schafstallweg. Dort hat Siegfried Rojahn rund 850 Amphibien vom Krötenzaun zu einem ebenfalls 2012 ausgebaggerten Teich auf der Westseite der Straße gebracht. Die angestammten Laichgewässer sind in diesem Fall frühere Kiesgruben auf der anderen Straßenseite.

„Ich hoffe, dass wir nach drei, vier Jahren die Krötenschutzzäune nicht mehr aufstellen müssen“, sagte Zander. Dafür spreche, dass die Zahl der eingesammelten Amphibien gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei.

 

02. April 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das selbstbewusste Storchenpaar lässt sich nicht so leicht stören

 

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Das selbstbewusste Storchenpaar

 

BURGDORF. Sie sind seit Sonntag wieder zu zweit und treten sehr selbstbewusst auf: Auf der Wiese am Bolzplatz an der Aue kann man derzeit ein Storchenpaar beobachten, das dort völlig unbeeindruckt von vorbeiradelnden Passanten und frei laufenden Hunden nach Nahrung sucht.

„Das sind ausgebuffte Altstörche, die sich hier auskennen“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund (NABU). Rose wohnt unweit der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße, auf deren altem Schornstein seit 2010 wieder regelmäßig Störche brüten. Nachdem das an seinem Ring am Fuß als Altstorch vom vergangenen Jahr erkennbare Männchen schon vor einiger Zeit gekommen war, sei am Sonntag auch das unberingte Weibchen auf dem Horst gelandet. Rose geht davon aus, dass es das vertraute Weibchen vom Vorjahr ist: „Die haben sich ruckzuck gepaart und das gleich mehrmals.“

Nach Jahrzehnten ohne Bruterfolg in der Kernstadt hatte ein Storchenpaar 2010 erstmals wieder Junge großgezogen. Im Nest auf dem alten Schornstein waren damals zunächst sogar vier Junge geschlüpft, drei überlebten. Im Folgejahr gab es erneut dreifachen Nachwuchs. Nur 2012 blieb der Bruterfolg aus, weil es mehrfach störende Angriffe von Jungstörchen auf das nistende Paar gab und keines der beiden Gelege erfolgreich zu Ende gebracht werden konnte. 2013 konnte immerhin ein Jungstorch aufgezogen werden und seine Reise in den Süden antreten. nk

 

25. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein Zuhause für Vögel

Sievershäuser Kinder bemalen Nistkästen

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Bunt bemalt und bezugsfertig: Die Jungen und Mädchen vom Kindergarten Sievershausen zeigen ihre selbst gebastelten Vogelhäuschen.

 

SIEVERSHAUSEN. Stare,Meisen, Sperlinge - auf dem Gelände der Kindertagesstätte Sievershausen können diese und andere Vogelarten ab sofort ein neues Zuhause finden. Die Jungen und Mädchen haben gestern Vormittag mithilfe von Ehrenamtlichen vom Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze zehn Nistkästen aufgehängt.

Die Kinder waren schon beim Zusammenbau eifrig bei der Sache, lobte Einsatzleiter Ernst Schmidt vom NABU, der den jungen Bastlern zusammen mit Dietmar Siems und Carsten Schneider half. Richtig kreativ werden konnten die Kinder, als sie die Holzkästen bemalten. Beim Aufhängen in den Bäumen durften sie ebenfalls mithelfen - indem sie in Begleitung eine Leiter hinauskletterten.

In den nächsten Wochen und Monaten wollen die Erzieher und Kinder den Nestbau und die Fütterung der Vögel beobachten. Für Schmidt ist diese Art von Naturkundeunterricht immer noch die beste Variante: "Es ist wichtig, dass sich die Jüngsten möglichst früh für ihre Umwelt interessieren", sagte er. kon

 

25. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nagetier besetzt Nistkasten

Wohnungsnot bei den Eichhörnchen

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In Ernst Schmidts Garten hat ein Eichhörnchen in einem Vogelnistkasten ein Nest für den eigenen Nachwuchs hergerichtet.

 

BURGDORF. Nistkästen bieten nicht nur Vögeln Unterschlupf. Im Garten von Ernst Schmidt, Mitglied des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, hat ein Eichhörnchen solch einen Nistkasten besetzt und für seine Zwecke eingerichtet: Das possierliche Tier hat das Nest für seinen demnächst zu erwartenden Nachwuchs vorbereitet.

„In dem Nistkasten hat jahrelang ein Star gebrütet“, sagt Schmidt. Im Winter habe der Buntspecht ihn als Nachtquartier benutzt. Den neuen Mieter erklärt sich der Naturschützer damit, dass in seiner Nachbarschaft – auf dem Kirchenland an der Fröbelstraße – etliche Bäume gefällt wurden. „Damit ist auch die Naturhöhle in einem Astloch, die das Eichhörnchen bislang nutzte, verschwunden.“

Künstliche Nisthilfen, wie eben das Vogelhaus, sind dann für viele Tiere ein wichtiger Ersatz, sagt Schmidt. „Fledermäuse, Waldmäuse, Siebenschläfer, aber auch Hummeln und Wespen nutzen des Öfteren solche Angebote.“ dt

 

19. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder retten Kröten und Frösche

Junge Naturschützer sammeln Tiere an Straße ein und setzen sie im Graben wieder aus

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Die geretteten Kröten und Frösche werden nach genauer Begutachtung an einem nahen Graben wieder ausgesetzt.
Sessner

 

VON NORBERT KORTE

RAMLINGEN. Um den Nachwuchs muss sich der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze keine Sorgen machen. In der Kindergruppe Die Naturforscher arbeiten derzeit rund 50 junge Naturfreunde mit.

20 haben am Wochenende bei einer Krötenrettungsaktion am Waldbad in Ramlingen gelernt, dass man beim Einsatz für die Natur auch viel Spaß haben kann. Normalerweise fischen erwachsene Mitglieder jeden Morgen die Tiere aus den Eimern, die der NABU am Krötenzaun längs der Kreisstraße eingegraben hat. Bei der Aktion am Wochenende seien die fünf- bis 13-jährigen Naturforscher „ganz wild darauf“ gewesen, die Tiere einzusammeln, wie Jugendwart Hans-Jürgen Sessner sagt. Berührungsängste habe es dabei nicht gegeben. Fast alle Kinder hätten die von manchen Menschen als eklig empfundenen Tiere sogar ohne Handschuhe angefasst.

Nach Sessners Worten hatte der Nachwuchs den richtigen Tag erwischt. Denn nach längerer Zeit mit warmen Tagen, aber kalten Nächten war es am Wochenende nachts wärmer und feucht. Das richtige Wetter für die Wanderung der Tiere aus dem Waldgebiet auf die andere Straßenseite hatte zur Folge, dass die Kinder 46 Erdkröten und zwölf Frösche einsammeln, genauestens begutachten und dann an einem nahen Graben freilassen konnten.

 

13. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Keine Fledermäuse: Robinien fallen jetzt

Arbeitstrupps bereiten in Ilten das Areal für den Bau einer neuen Kindertagesstätte vor

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Zahlreiche Bäume sind schon gefällt: Auf dem Gelände nördlich der Sporthalle soll die neue Kita Platz finden.
Eggers

 

VON RENATE BRÄMER

ILTEN. Hinter der Iltener Sporthalle kreischen jetzt die Motorsägen: Bereits gestern Morgen sind auf dem Gelände an der Hugo-Remmert- Straße zahlreiche Robinien gefällt geworden, um Platz für den Bau einer neuen Kindertagesstätte zu schaffen. Untersuchungen haben ergeben, dass es in den Baumstämmen doch keinerlei Fledermausquartiere gibt.

Erst am Tag zuvor hatte ein Experte Entwarnung gegeben und den Weg für die Fällarbeiten frei gemacht. Der Tierökologe und Landschaftsplaner hatte mithilfe eines Hubsteigers und eines Endoskops akribisch alle Spechtlöcher und sonstigen Aushöhlungen an den Bäumen in Augenschein genommen, die ein NABU-Fachmann zuvor festgestellt hatte. Auf Spuren von Fledermäusen stieß er dabei in keinem Fall.

Der Fachmann habe insgesamt 15 potenzielle Fledermausquartiere untersucht, ohne fündig zu werden, sagt Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Daraufhin habe er empfohlen, die Bäume so schnell wie möglich zu fällen, ehe möglicherweise Vögel in den Kronen zu nisten begännen. Die Arbeiten, die bereits in vollem Gange sind, sollen Ende dieser Woche beendet sein. „Wir haben alles getan, um dem Artenschutz Rechnung zu tragen“, unterstreicht Lehrke.

Ilten braucht dringend mehr Kita-Plätze. Die neue Kindertagesstätte – es gibt bereits zwei im Ort – soll 15 Krippen- und 25 Kitaplätze bieten. Zudem sollen in der Kita- Gruppe bis zu drei Kinder im Krippenalter integriert werden, falls der Bedarf da ist. Die Einrichtung soll in 2015 den Betrieb aufnehmen. Im Haushalt eingeplant sind dafür 900 000 Euro.

 

12. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Fledermäuse sind ausgeflogen

Nachtaktive Flieger verlassen ihre frostsicheren Winterquartieren früher als gewöhnlich

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NABU-Experte Bernd Rose schaut mit Lampe und Spiegel in jede Ritze, auf der Suche nach schlafenden Fledermäusen.
Heinze

 

Exakt 15 Fledermäuse haben den Winter in einem ehemaligen Bunker auf dem Gasolingelände in Dollbergen verbracht. Jetzt sind sie alle ausgeflogen. Das hat die Zählung von Bernd Rose, Fledermaus-Regionalbetreuer des Naturschutzbunds (NABU), ergeben. Für Rose ein Zeichen, dass der Frühling Einzug gehalten hat.

VON STEFAN HEINZE

DOLLlBERGEN/BURGDORF. Jeden Monat besucht Rose die Fledermausquartiere im Altkreis Burgdorf und schaut mit Lampe und Spiegel nach dem Rechten. In kühlen, aber frostfreien, feuchten Quartieren überwintern die Tiere. Nachtaktive Flieger verlassen ihre frostsicheren Winterquartieren früher als gewöhnlich Sie krallen sich in Hohlblocksteine, sitzen hinter Betonschalen an den Wänden, in Röhren oder an anderen heimeligen Orten.

Dafür, dass die nachtaktiven Flieger diesen Komfort im ehemaligen Bunker auf dem Gasolingelände vorfinden, haben die Naturschützer gesorgt. Sie haben Hohlblocksteine so an der Decke aufgehängt, dass die Fledermäuse sie gut von unten anfliegen können. Die Betonschalen wurden in Eigenarbeit gegossen. Ein in die Eingangstür gesägter Schlitz ist das Ein- und Ausflugsloch. Der NABU hat sich diese Mühe gemacht, weil die klimatischen Bedingungen im in die Erde eingelassenen Gewölbe optimal für Fledermäuse sind. Eindringendes Wasser steht etwa zehn Zentimeter hoch auf dem Boden und sorgt so für die nötige Luftfeuchtigkeit. So trocknen die Flügel der Tiere nicht aus.

Um den Winter zu überstehen, verlangsamen die Fledermäuse ihren Stoffwechsel und leben drei bis vier Monate von angefutterten Fettreserven. Ihr Herz schlage in dieser Zeit nur einmal pro Minute, weiß Rose. „Fledermäuse mögen keine Zugluft, deshalb haben wir den zweiten Eingang des Bunkers zugemauert.“

Wie empfindlich die Fledermäuse sind, wird bereits deutlich, wenn man sich das Gewicht der Tiere klar macht. Das braune Langohr, die in Dollbergen am häufigsten anzutreffende Art, wiegt gewöhnlich zehn bis zwölf Gramm, das große Mausohr 15 bis 18 Gramm. Nach dem braunen Langohr kommt im Altkreis die Wasserfledermaus am häufigsten vor, gefolgt von der Fransenfledermaus, dem großen Mausohr sowie dem großen und kleinen Abendsegler.

Dass sich der Aufwand für die europaweit unter Schutz stehenden Tiere lohnt, macht ein Blick auf ihren Speisezettel deutlich. Sie bewahren die Menschen so manches Jahr vor einer Mückenplage, denn 4000 dieser Quälgeister fresse eine Fledermaus pro Tag, sagt Rose.

38 Fledermausquartiere betreut Rose inzwischen, darunter der künstlich angelegte Tunnel im Gewerbepark Nordwest in Burgdorf, ein privater Keller in Immensen und weitere Unterschlüpfe in Hänigsen und Lehrte.

 

QUARTIERE IN MENSCHENNÄHE - Naturschutzbund hilft Hausbesitzern beim Schutz der Fledermäuse

Fledermäuse quartieren sich nicht nur in alten Bunkern und anderen Plätzen fern der Menschen ein, sie fühlen sich auch in Kartoffelkellern wohl. Die Wochenstuben, in denen sich die Weibchen zusammenfinden, um ihre Jungtiere zu gebären und aufzuziehen, finden sich auch schon mal hinter Holzverkleidungen von Häusern. Der Fledermaus- Regionalbetreuer des NABU, Bernd Rose, bittet darum, solche Vorkommen zu melden. Der Verein kann dann mit Informationen zu den unter Schutz stehenden Tieren helfen. Das kann laut Rose wichtig für Bauund Gartenarbeiten sein. Wenn Fledermäuse beispielsweise in einem Baum im Garten Unterschlupf gefunden haben, können die Naturschützer die Tiere vor einer Fällung zur Not auch einfangen. Das kann nötig werden, weil Fledermäuse sich im Unterschied zu Vögeln nicht durch Geräusche vertreiben lassen. Bei Störungen dringen sie eher noch tiefer in ihr Versteck ein, um Schutz zu finden. Ratsuchende erreichen Rose unter Telefon (0 51 36) 8 12 65. hz

 

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Der ehemalige Bunker auf dem Gasolingelände bietet alles, was Fledermäuse für ihr Winterquartier bevorzugen: Hohe luftfeuchtigkeit, Schutz vor Frost und heimelige Schlafplätze, wie die Hohlbetonsteine, die von der Decke hängen.
Heinze

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Sie sind die am häufigsten in unserer Region vorkommenden Fledermäuse: Braunes Langohr (von links), Großes Mausohr und Wasserfledermaus.

 

12. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

NABU macht mit Schülern Frühjahrsputz im Park

Die Frühlingsdetektive der Prinzhornschule säubern mit Fachleuten 25 Vogelnistkästen

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NABU-Aktivist Ernst Schmidt ist mit einer Prinzhorn-Schülerin auf eine Leiter geklettert, um einen Vogelnistkasten im Stadtpark zu säubern. Darin hat sich ein Mäusepaar häuslich eingerichtet.
Seedorf

 

BURGDORF. „Frühlingsdetektive“ heißt ein Sachkundeprojekt der Prinzhornschule, bei dem die Kinder sich mit jahreszeitbedingten Veränderungen in der Natur und Tierbeobachtungen beschäftigen. Am Montag ging es für 27 Schüler im Alter von sieben bis elf Jahren mit ihren drei Lehrkräften und den beiden Naturschützern Dieter Kleinschmidt und Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (NABU) raus in die Natur, namentlich in den Stadtpark. Dort machten sie sich daran, die 25 Nistkästen, die dort in den Bäumen hängen, gründlich zu säubern. Dabei gab es allerlei zu entdecken. In einem Nistkasten etwa trafen die Schüler einen Großen Abendsegler, eine Fledermausart, an. In einem anderen überraschten die Frühlingsdetektive zwei Mäuse beim innigen Stelldichein. jod

 

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Ein Mäusepaar hat sich häuslich eingerichtet
Schmidt

 

07. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Verzögern Fledermäuse Baustart für die Krippe?

Abholzung an der Iltener Sporthalle soll nächste Woche beginnen

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Die Robinien vor der Iltener Sporthalle sollen dem Kita-Neubau weichen. Möglicherweise schlummern in ihnen Fledermäuse.
Brunhöber

 

Die Vorarbeitungen für den Bau der Kinderkrippe in Ilten beginnen mit einem Problem. In den Bäumen, die dem Gebäude weichen müssen, halten derzeit möglicherweise noch Fledermäuse ihre Winterruhe.

VON ACHIM GÜCKEL

ILTEN. Dass die Robinien auf dem Gelände nördlich der Sporthalle an der Hugo-Remmert-Straße weichen müssen, steht fest. Doch vielleicht bleiben die Stämme der Bäume noch einige Wochen länger stehen, als zunächst geplant. Bei einer eingehenden Untersuchung hat ein Fachmann des Naturschutzbundes an den Stämmen alte Spechtlöcher festgestellt. Es sei gut möglich, dass sich darin noch Fledermäuse befinden, meint er. Und falls sich dieser Verdacht bestätigt, dürfen die Stämme nicht beseitigt werden, bevor die Tiere ihre Winterruhe beendet und ihr Quartier verlassen haben.

„Wir wissen, dass wir es hier mit einem sensiblen Thema zu tun haben“, sagt Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Trotzdem sollen in der nächsten Woche auf jeden Fall die Kronen der Robinien gekappt werden. Vermutlich geschieht dies schon am Dienstag. In den Kronen seien keine Fledermäuse, betont Lehrke.

Dann werde ein Tierschutzexperte die Stämme in Augenschein nehmen – und zwar mit Hilfe eines Hubsteigers und eines Endoskops. Fall sich dann der Verdacht auf Fledermäuse bestätigt, gebe es wohl nur eine vernünftige Konsequenz: Die Tiere in Ruhe zu lassen, bis sie aus ihrem Winterquartier ausfliegen.

Den Zeitplan für den Bau der neuen Kita werden die Fledermäuse – sofern es sie überhaupt gibt – nicht entscheidend beeinflussen. Das Gebäude soll ohnehin erst im nächsten Jahr bezugsfertig sein.

 

04. März 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

NABU gründet Arbeitsgruppen

Vorstand der Naturschützer will Engagement der 1790 Mitglieder künftig besser nutzen

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Diese Sohlschalen aus Beton am Übergang des Möschgrabens in die Aue sollen von sogenannten Gumpen ersetzt werden, um den Fischen den Weg in den Graben zu erleichtern.
Korte

 

Der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze will das Potenzial seiner vielen Mitglieder künftig besser nutzen: In der Jahresversammlung am Donnerstag, 6. März, wird dazu ein Konzept mit zahlreichen Arbeitsgruppen (aG) vorgestellt, wie es sie in anderen Ortsgruppen bereits gibt.

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Der Verein habe 1790 Mitglieder, aber es seien nur 20 bis 30 Aktive, die regelmäßig bei den Aktionen mitarbeiteten, sagt der NABU-Vorsitzende Dirk Brinkmann. Durch das vom Vorstand beschlossene Konzept sollen mehr Mitglieder in die praktische Arbeit eingebunden werden. Die AG-Leiter sollen dabei weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich agieren, weitere Mitstreiter gewinnen und dem Vorstand berichten, der bislang allein die Arbeit koordiniert.

Die Idee ist nach Brinkmanns Worten nicht neu, beim NABU Burgwedel beispielsweise werde das Konzept erfolgreich praktiziert. Der in den drei Ostkreiskommunen aktive Verein hat bislang schon die Kinder- und Jugendgruppe. Zudem gibt es diverse Teams, die aber bislang nicht als feste Arbeitsgruppen bezeichnet wurden.

Der NABU-Vorstand hat ein Dutzend denkbarer AGs aufgelistet, wobei das Themenspektrum von den Amphibien und der biologischen Landwirtschaft über Erneuerbare Energien und Fledermäuse bis hin zu Streuobstwiesen und Weißstörchen reicht. Auch um Schulen und Kindergärten sowie um Nistkästen und Infotafeln sollen sich spezielle Arbeitsgruppen kümmern. Die Vorschläge seien aber beliebig ausbaufähig, sagt Brinkmann, nach dessen Worten in der Jahresversammlung jeweils Leiter und Mitstreiter gefunden werden sollen.

Weitere Themen in der Versammlung am Donnerstag ab 19.30 Uhr im Jugendkulturhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30 sind Wahlen zum Vorstand und eine Satzungsänderung. In der Sitzung soll es auch einen Vortrag über den Grünspecht, den Vogel des Jahres 2014 geben.

 

LEUCHTTURMPROJEKT - Kein Zuschuss: Renaturierung des Möschgrabens gerät ins Stocken

Mit dem dritten Bauabschnitt zur Renaturierung des Möschgrabens in Höhe des Alten Jagdstegs im Stadtpark, wird in diesem Jahr vermutlich nicht mehr begonnen. Der NABU-Vorsitzende Dirk Brinkmann spricht von einer „finanziellen Hängepartie“. Rund 37 000 Euro kostet es, die Kaskaden im Grabenbett am Zulauf zur Aue zu beseitigen, um den Fischen den Weg hinauf in den Möschgraben zu ebnen.

Zunächst hatte man gehofft, das Renaturierungsprojekt mit Zuschüssen von Bingo-Lotto zu finanzieren. Das hat sich aber genauso zerschlagen wie die Hoffnung, mit Geld vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Sohlschalen aus Beton durch mehrere aneinandergereihte Teiche, sogenannte Gumpen, zu ersetzen. Die entsprechenden Programme hätten das nach Brinkmanns Worten finanziell nicht hergegeben.

Es gebe aber noch einen größeren Topf beim NLWKN, an den man allerdings nicht als privater Verein, sondern allenfalls über die Stadt herankomme. Im März ist deshalb ein Gespräch mit der Kommune geplant, in dem nach einer Lösung gesucht werden soll.

Die Stadt beteiligt sich ebenfalls an diesem Leuchtturmprojekt des NABU. 1000 Euro gibt die Stadt für die Untersuchung des Erdreichs auf Schadstoffbelastung dazu. Ist der Boden unbelastet, will sie etwa 200 Kubikmeter auf ihre Kosten – rund 7000 Euro – abfahren lassen.

Der NABU hat bereits weite Teile des Möschgrabens renaturiert. Ziel ist es, Lebensraum für Kleinstlebewesen zu schaffen und damit letztendlich auch für das Juwel der Lüfte, den farbenfrohen Eisvogel. nk/dt

 

26. Februar 2014 - Die Zeitung - Uetze

Neue Nestunterlage für die Uetzer Weißstörche

 

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Die neue Nestunterlage
Foto: Privat

 

Uetze (r./hwb) Die Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt sowie der Hänigser Gerhard Grebin, der den Hubwagen steuerte, haben auf dem alten Schlauchturm in Uetze einen neuen Horst für Weißstörche installiert.

Dieses war erforderlich weil die alte Auflagefür das Nest nach 20 Jahren brüchig geworden war. Erhard Zander und Walter Schmucker haben im Winter die neue Nestunterlage aus Eichenholz zusammengebaut. Außerdem hat Erhard Zander das eigentliche Nest, ein Weidenkorb, mit Weidenzweigen 20 cm stark im Außenbereich verstärkt. Die Kosten für diese Aktion von ca. 500.00 Euro hat der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze übernommen.

Im letzten Jahr hatte ein noch nicht brutfähiges Weißstorchenpaar das Nest bezogen. Dieses ist ein gutes Zeichen, sagt Erhard Zander, dass diese Störche das neue Nest in diesem Jahr wieder besetzen. Und wie aus dem Bild hervorgeht, werden die Bewohner des Nestes einen tollen Blick auf das Dorf an der Fuhse bekommen.

 

26. Februar 2014 - Marktspiegel Burgdorf

NABU-Versammlung mit Grünspecht

Vortrag über den Vogel des Jahres 2014

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Der Grünspecht ist der Vogel des Jahres 2014.
Foto: NABU

 

BURGDORF/ LEHRTE / UETZE (r/jk). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze verbindet seine diesjährige Hauptversammlung am Donnerstag, 6. März, ab 19.30 Uhr im Haus der Jugend, Sorgenser Str. 30, Burgdorf, mit einem kurzen Vortrag über den Vogel des Jahres 2014: den Grünspecht.

Bisher wurden nur Vögel mit diesem Titel geehrt, die besonders geschützt werden müssen, da sich ihre Bestände drastisch reduziert haben. Beim Grünspecht ist das anders. Sein Bestand hat sich in den letzten Jahren gut entwikkelt. Die Gründe hierfür werden aufgezeigt. Trotzdem kann er Hilfe gut gebrauchen.

Neben dem Bericht über die vielen Aktivitäten des letzten Jahres sowie der finanziellen Situation stehen auch Wahlen zum Vorstand und eine Satzungsänderung an.

 

24. Februar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein neues Nest für die Störche

Unterbau des alten Horstes war morsch

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Erhard Zander (Mitte) und Dieter Kleinschmidt (rechts) holen mithilfe eines Hubsteigers, den Gerhard Grebien bedient, das alte Storchennest vom Schlauchturm.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Jetzt können wieder Störche auf dem alten Schlauchturm an der Nordmannstraße brüten. Der Naturschutzbeauftragte für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander, und sein Burgdorfer Kollege Dieter Kleinschmidt haben mit Hilfe eines Hubsteigers, den der Hänigser Gerhard Grebien bediente, das Nest auf dem Turm erneuert.

Der alte Unterbau aus dem Jahr 1995 sei morsch geworden, weil er ständig der Witterung ausgesetzt gewesen sei, erläutert Zander. Aus Eichenlatten hatte der Hänigser eine neue Plattform gezimmert. Nachdem die Naturschutzbeauftragten diese auf der Turmspitze befestigt hatten, setzten sie einen Weidenkorb darauf.

Zander ist zuversichtlich, dass Weißstörche nach langer Zeit wieder in Uetze Junge aufziehen. Im vorigen Jahr hatte sich ein Paar, das laut Zander noch nicht geschlechtsreif war, mehrere Monate am Horst aufgehalten. „Das ist ein gutes Zeichen, dass sie das Nest in diesem Jahr wieder besetzen und dann auch brüten.“ Zum letzten Mal war es 1996 zu einer erfolgreichen Brut gekommen.

 

25. Februar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein 450 Meter langer Kunststoffzaun schützt die wandernden Kröten

 

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Wolfgang Buckschun (von links), Berthold Scheller und Bernd Rose stellen zusammen mit anderen NABU-mitgliedern den Krötenzaun auf.
Korte

 

RAMLINGEN. Noch sitzen sie versteckt im Waldboden, weiß Bernd Rose vom Naturschutzbund (NABU). Aber sobald die Temperaturen auch nachts fünf oder sechs Grad Celsius erreichen und es Regen gibt, werden die Kröten nach Roses Erfahrung aus ihren Löchern kommen und in Richtung des Wiesen- und Teichgeländes hinter dem Ramlinger Waldbad wandern. Damit sie auf der dazwischenliegenden Kreisstraße nicht unter die Räder der Autos kommen, haben gestern neun NABU-Mitglieder wie in den Vorjahren einen 450 Meter langen Krötenschutzzaun längs der K 177 angelegt. 2013 war das nach Roses Worten wegen des langen Winters erst Ende März notwendig gewesen. „Aber dieser Winter ist jetzt vorbei“, ist er überzeugt.

Die NABU-Mitglieder buddeln alle 30 bis 40 Meter Plastikeimer vor dem Schutzzaun in die Erde. In diese plumpsen die Kröten nachts, wenn sie am Schutzzaun entlangwandern. Und ein Ehepaar aus Ehlershausen habe sich bereit erklärt, jeden Morgen die Tiere über die Straße zu tragen, damit sie sicher zu ihrem Laichgewässer gelangen können. Auf diese Weise wurden im vergangenen Jahr 500 bis 600 Kröten vor dem Tod auf der Straße bewahrt. nk

 

22. Februar 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Portraitreihe Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt!

Vorbilder: Heute Berthold Scheller

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Berthold Scheller

 

BURGDORF. Am heutigen Sonnabend startet die Ausstellung „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt! – Vorbilder“, die bis zum 21. April im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6, Öffnungszeiten: sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr) zu sehen ist. Das gemeinsame Projekt von Stadtmarketing Burgdorf, VVV, Förderverein Stadtmuseum und der Stadt Burgdorf verfolgt das Anliegen, im Rahmen des neuen Themenjahres die große Bedeutung des Ehrenamtes in Burgdorf hervorzuheben und 38 ausgewählte Persönlichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, die mit ihrem unentgeltlichen Engagement eine Vorbildfunktion verkörpern. Der Marktspiegel begleitet die Ausstellung mit einer wöchentlichen Portraitreihe. Im Blickpunkt des 7. Teils steht Berthold Scheller, der sich für den Naturschutzbund Burgdorf engagiert.

Dass die Fledermäuse im Burgdorfer Raum in den Genuss artgerechter Unterkunftsangebote kommen, ist das Verdienst von Berthold Scheller, der seit einigen Jahren mit seinem Kollegen Bernd Rose für den Ortsverein Burgdorf, Lehrte, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (NABU) Fledermausbunker an den geeigneten Örtlichkeiten einrichtet. 35 solcher Objekte haben die beiden in den letzten Jahren in alten Luftschutzbunkern und Kellergewölben angelegt. Hierhin können sich die Tiere ungestört zurückziehen, um ihren Winterschlaf gefahrlos zu überstehen.

Aktiver Helfer beim NABU

Am 12. April 1940 in Celle geboren, wuchs Berthold Scheller in Wettmar auf. Der verheiratete zweifache Familienvater arbeitete 18 Jahre im Baugewerbe als Maschinist und danach 25 Jahre als Kraftfahrer bei einer großen Molkerei. Seit 1972 lebt er in Otze. Zur Jahrtausendwende endete Berthold Schellers Berufsleben. Den ihm nun offen stehenden privaten Freiraum wollte er sinnvoll ausfüllen und suchte nach geeigneten Betätigungsmöglichkeiten. Beim Burgdorfer NABU wurde er fündig und trat in die rund 1.050 Mitglieder (bundesweit: 400.000) und Förderer umfassende Naturschutzorganisation ein. Seitdem gehört Scheller zu den rund 20 aktiven ehrenamtlichen Helfern, die regelmäßig Arbeitseinsätze in der Natur übernehmen.

Betreuung des NABU-Lagers

Neben dem Bau der Winterunterkünfte für die Fledermäuse sorgt Berthold Scheller mit seinen Kameraden dafür, dass die Uferbereiche von den 12 Teichen der Umgebung nicht verwildern, und kümmert sich um die Säuberung der von dem NABU-Mitglied Ernst Schmidt zusammengebauten Nistkästen. Zwei weitere von ihm übernommene Aufgaben sind die Betreuung des NABU-Lagers auf einem ehemaligen Bunkergelände in Oldhorst und im Winter die Errichtung eines Krötenzaunes an der Landstraße zwischen Engensen und Ramlingen. Wenn seine Hilfe benötigt wird, ist er immer zur Stelle. Rund 25 Stunden ist Berthold Scheller monatlich für den NABU tätig, wobei es ihm auch nichts ausmacht, wenn sich die Stundenzahl bei Bedarf einmal erhöht.

Beitrag für ein lebenswertes Naturumfeld

„Mich ehrenamtlich für die Erhaltung der Natur zu engagieren, macht mir großen Spaß und stellt vor allem ein Aufgabengebiet dar, das meinen Freizeitaktivitäten eine sinnvolle Ausrichtung gibt. Eigentlich sollte sich jeder Mensch verpflichtet fühlen, einen Beitrag dafür zu leisten, das sich auch die künftigen Generationen in einem lebenswerten Naturumfeld bewegen können“, sagt Scheller. Besonders ans Herz gewachsen sind ihm die Fledermäuse. „Auch bei den kleinen Wesen, die völlig zu unrecht nicht immer den besten Ruf genießen, gibt es Wohnungsnot, der wir mit unserem Einsatz abhelfen können“, erklärt er. Den restlichen Teil seiner Freizeit widmet er der Gartenarbeit und den Spaziergängen mit seinem Hund.

 

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Aktiver Helfer beim NABU

 

22. Februar 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Aktionstage mit dem NABU im Stadtmuseum

Ausstellung „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt! – Vorbilder“

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Der Naturschutzbund Burgdorf lädt unter anderem zum Naturmemory-Spiel ein.
Foto: SMB

 

BURGDORF (r/jk). Das Ausstellungsprojekt „Burgdorf – Hier findet Ehrenamt Stadt! – Vorbilder“, bei dem Stadtmarketing Burgdorf (SMB), VVV, Förderverein Stadtmuseum und die Stadt zusammenarbeiten, setzt im Rahmen des neuen Themenjahres ein wichtiges Zeichen zur Würdigung des großen ehrenamtlichen Engagements in der Stadt.

Vom 22. Februar bis 21. April ist die Schau im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zu sehen und stellt 38 Persönlichkeiten vor, die durch ihren langjährigen Einsatz im Burgdorfer Ehrenamt eine Vorbildfunktion ausüben.

An den Ausstellungswochenenden gibt es ein Beiprogramm mit den beteiligten Vereinen und Organisationen. Zum Auftakt am Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. Februar, präsentiert sich der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze mit zwei Aktionstagen in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Die NABU-Mitglieder stehen für den Informationsaustausch mit den Besuchern bereit und stellen im Gespräch die Leitprinzipien ihres Verbands vor.

Im Aktionsraum des Stadtmuseums sind zwei Filme zu sehen, die interessante Eindrücke der vielseitigen Aktivitäten des Stadtverbandes, darunter die Arbeitseinsätze in der Burgdorfer Umwelt, und des NABU-Bundesverbandes vermitteln. Bebilderte Schautafeln zeigen, mit welchen Maßnahmen der seit über 25 Jahren aktive Burgdorfer NABU zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume beiträgt.

Daneben stellen die NABU- Mitglieder sehenswerte Exponate aus der Insektenwelt vor. Nicht nur für die jüngsten Besucher lohnt sich die Teilnahme an einem spannenden Naturmemory- Spiel, bei dem es darum geht, Naturwissen auf unterhaltsame Weise zu erhalten.

Das Stadtmuseum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen sind auch an Wochentagen nach vorhergehender Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862) möglich.

 

19. Februar 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Die Libelle – farbenfroher Jäger an unseren Gewässern

NABU-Diavortrag von Reinhold Peisker

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Libelle
Foto: Reinhold Peisker

 

BURGDORF (r/jk). Der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze zeigt am Donnerstag, 27. Februar, ab 19.30 Uhr im Haus der Jugend in Burgdorf, Sorgenser Straße 30, den Diavortrag „Libellen, farbenfrohe Jäger an unseren Bächen und Teichen“.

Noch sind sie nicht leicht zu sehen; die Libellen. Sobald die Sonne aber das Wasser erwärmt, entwickeln sie sich aus einem unscheinbaren Lebensanfang zu feengleichen, glitzernden, fliegenden Edelsteinen (Foto). Der Burgdorfer Hobbyfotograf Reinhold Peisker hat sich lange mit diesen faszinierenden Wesen beschäftigt und stellt seine Bilder in einem spannenden Lichtbildervortrag für den NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze vor. Dabei werden mehr als die Hälfte der in Deutschland vorkommenden 80 Arten in den verschiedenen Phasen ihres geheimnisvollen Lebens gezeigt.

 

04. Februar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Viele Lehrter entdecken jetzt ihr Herz für Obstbäume

Baumpatenschaften des Stadtmarketings sind plötzlich ein Renner

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Gravensteiner, Boskoop und Sternrenette: Für viele der Bäume auf der Streuobstwiese am Stadtpark finden sich jetzt Paten.
Naumann

 

VON ACHIM GÜCKEL

LEHRTE. Die Lehrter haben offenbar doch ein großes Herz für Obstbäume. Seitdem im Anzeiger über das bislang nur geringe Interesse an den Patenschaften für die Bäume auf der Streuobstwiese am Stadtpark zu lesen war, steht das Telefon beim Stadtmarketing kaum noch still. Innerhalb von zwei Wochen fanden sich rund 30 neue Paten. Vier Bäume gingen allein gestern auf einen Schlag an einen Lehrter weg. Die Patenschaftsaktion wird damit doch noch zu einem Renner.

Insgesamt 170 Obstbäume, vor allem Exemplare sehr alter Sorten, stehen seit dem Jahr 2008 auf der vom Naturschutzbund betreuten, weitläufigen Streuobstwiese vor der Hohnhorst. 2011 hatte das Stadtmarketing die Patenschaftsaktion angeleiert. Gegen eine Spende von 75 Euro darf jedermann für die Laufzeit von 15 Jahren die symbolische Ehre des Baumpaten übernehmen. Bis vor zwei Wochen hatten sich aber erst für 57 Bäume Paten gefunden.

Jetzt, da es einen wahren Run auf Apfel-, Birn- und Pflaumenbaum gibt, sieht die Sache schon ganz anders aus. Wer noch eine Patenschaft eingehen will, muss sich sputen. „Es ist jetzt viel über die Streuobstwiese gesprochen worden. Das tut der Aktion gut“, sagt Stadtmarketing-Geschäftsführerin Sonja Truffel. Vor allem als symbolisches Geschenk zur Geburt von Kindern oder Enkelkindern sei die Baumpatenschaft beliebt.

 

16. Januar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kein Pate für Kaiser Wilhelm

Hohnhorstpark: Von 170 Bäumen auf der Streuobstwiese sind erst 57 vergeben

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Ein Bäumchen als Geschenkidee: Der Naturschutzbund sucht noch Paten für viele Pflanzen auf der Streuobstwiese am Hohnhorstpark (großes Bild). Wer 75 Euro investiert, bekommt ein Schild mit seinem Namen – wie der Imkerverein Lehrte (kleines Bild).
Naumann (2)

 

Ein Angebot des Lehrter Stadtmarketingvereins findet nicht so recht Anklang. Für die 170 Obstbäume auf der Streuobstwiese am Hohnhorstpark haben sich erst 57 Paten gefunden. Jetzt macht das Stadtmarketing noch einmal Werbung für die Baumpatenschaften.

VON ACHIM GÜCKEL

LEHRTE. Die acht Exemplare des Roten Boskoop haben keinen. Die Sternrenetten, mehrere Geheimrat Dr. Oldenburg, die zwei Kaiser Wilhelm, die Köstliche von Charneu und der Freiherr von Berlepsch auch nicht. All dieses sind uralte Apfel- und Birnensorten, von denen ein oder mehrere Bäume auf der Streuobstwiese am Hohnhorstweg zu finden sind. 122 Apfel-, 22 Birn-, elf Kirschacht Pflaumen-, zwei Quittenund fünf Walnussbäume stehen dort – angepflanzt vor fast sechs Jahren. Mittlerweile sind die Obstbäume schon recht stattlich, doch für die vom Stadtmarketing seit 2011 angebotenen Baumpatenschaften interessierten sich bisher nur wenige Lehrter. 57 Bäume haben bislang einen Paten.

„Die Bäumchen sind schön gewachsen, die Patenschaften sind als Geschenk recht beliebt“, sagt Sonja Truffel, Geschäftsführerin im Stadtmarketing. Wer Pate werden wolle, könne sich auch sein Bäumchen aussuchen.

Truffel betont, dass es sich bei den Baumpatenschaften – sie können gegen eine Spende von 75 Euro auf 15 Jahre erworben werden – um eine symbolische Angelegenheit handele. Der Pate bekommt eine Urkunde, auf einem Schild am Baum wird auf Wunsch auch der Name des Spenders vermerkt.

Die Streuobstwiese war im Sommer und Herbst 2008 angelegt worden. Die Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze des Naturschutzbundes hat die Pflege übernommen. Für den Paten gibt es keine Verpflichtungen. Sehr wohl kann er sich aber das Recht erwerben, die Früchte von seinem Baum zu ernten. Höhere Kosten bedeutet das nicht. Es gibt dann aber keine Spendenbescheinigung.

Weitere Informationen über die Baumpatenschaften gibt Sonja Truffel unter Telefon (0 51 32) 50 51 35.

 

15. Januar 2014 - Marktspiegel Burgdorf

Zwölf Entdeckertouren für Kinder in der freien Natur

Naturschutzbund stellt neues Halbjahresprogramm vor

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Im NABU-Amphibienbiotop bei Immensen geht es mit dem Kescher auf die Suche nach Amphibien und andern Wasserlebewesen.
Foto: NABU

 

BURGDORF/UETZE (r/kl). Auch im Jahr 2014 bietet der Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze im Naturschutzbund Deutschland (NABU) wieder ein umfangreiches Programm für alle naturinteressierteren Kinder. Von Januar bis Juli sind viele Entdeckertouren in die Natur fest eingeplant.

Wenn nicht anders angegeben, beginnen alle Treffen jeweils um 10.00 Uhr und dauern etwa zwei Stunden. Gastkinder, gerne auch mit Eltern, sind jederzeit herzlich willkommen.

Weitere Informationen zur Kindergruppe und genaue Treffpunkte erhalten Interessent/innen beim Gruppenleiter Hans-Jürgen Sessner, Telefon (05136) 8 34 43, E-Mail an: jugend@nabu-burgdorf-uetze, Internet: www.nabu-burgdorf-uetze.de (Kinder/Jugend).

 

  • Zum Auftakt des Halbjahresprogramms wird am Samstag, 25. Januar, ein unterirdisches Fledermauswinterquartier in der Nähe von Oldhorst besucht, um gemeinsam die dort schlafenden Fledermäuse zu zählen und einiges über die spannenden Nachttiere zu lernen.
  • Am Samstag, 22. Februar,trifft sich die Kindergruppe im Burgdorfer „JohnnyB.“, Sorgenser Straße 30. Unter dem Titel „Kleine Monster“ tauchen die jungen Naturforscher in die kleine Welt der Insekten ein. Außerdem wird etwas zum Thema gebeastelt und werden gemeinsam einige Nisthilfen für die Wildbienen gebaut.
  • Am Samstag, 8. März, werden die Meisen- und Fledermauskästen des NABU auf dem „Alten Grabeland“ in Lehrte darauf kontrolliert, wer darin gewohnt hat und anschließend gereinigt.
  • Am Samstag, 22. März, machen sich die NABU-Kinder mit Ferngalas und Bestimmungsbuch auf eine Beobachtungstour zu Amsel, Drossel, Fink und Meise im Burgdorfer Stadtpark.
  • Am Samstag, 12. April, geht es zum „Frühling bei den Bienen“ auf die Streuobstwiese am Lehrter Stadtpark. Bei hoffentlich schönem Frühlingswetter werden Honigbienen, Hummeln und die ersten Wildbienen beobachtet.
  • Am Samstag, 26. April, ist erst um 15.00 Uhr das Naturfreundehaus Grafhorn in Lehrte-Immensen gemeinsamer Treffpunkt. Im nahen Bullenmoor geht es auf die Suche nach Frosch, Molch & Co. Anschließend wird gegrillt und bei schönem Wetter endet der Tag am Lagerfeuer.
  • Am Samstag, 17. Mai, unternehmen die Naturforscher voraussichtlich von 8.15 Uhr bis 17.30 Uhr einen Tagesausflug, mit Bahn und Bus, nach Resse ins Moorinformationszentrum „MOORiZ“. Dort stehen ein Besuch der spannenden Ausstellung und eine Führung durchs Moor auf dem Programm. Die Kosten betragen fünf Euro pro Kind, vorherige Anmeldung ist erforderlich.
  • Am Samstag, 31. Mai, geht es am NABU-Amphibienbiotop bei Immensen mit dem Kescher auf die Suche nach Amphibien und andern Wasserlebewesen. Dort übernehmen die Naturforscher dann auch eine Patenschaft über das Gewässer.
  • Am Samstag, 14. Juni, führt eine spannende Exkursion zur Erforschung der Lebewesen im Laubstreu in das Waldstück an der Heeßeler Burg. Mit Sieb und Becherlupen gehen es auf Forschungsreise nach Tausendfüßern, Asseln und anderen „Krabbeltieren“
  • Am Samstag, 28. Juni gehen die kleinen Naturforscher sogar auf eine Phantasiereise in den tropischen Regenwald. Treffpunkt ist im Wald bei Schwüblingsen, der mit dem Regenwald am Amazonas verglichen werden soll.
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    10. Januar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

    Die Naturschützer beginnen das Jahr mit Arbeitseinsätzen

    NABU präsentiert vielfältige Information auf unterhaltsame Weise

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    Damit der Lebensraum für die Amphibien erhalten bleibt, müssen die Teiche – wie hier zwischen Immensen und Burgdorf – regelmäßig von wild in die Höhe gewachsenen Bäumen befreit werden.
    Schmidt

     

    VON ANETTE WULF-DETTMER

    REGION. Mit frischem Elan gehen die Naturschützer aus Burgdorf, Lehrte und Uetze an die Aufgaben im neuen Jahr. Zum ersten Arbeitseinsatz ruft der NABU für morgen Vormittag auf. Ernst Schmidt will mit den Helfern – auch Nichtmitglieder sind willkommen – einen Teich nördlich der B 188 bei Schillerslage von Wildwuchs befreien. Nach der Schufterei wird gemeinsam gegrillt. Die Helfer treffen sich um 9 Uhr am Schützenplatz in Burgdorf. Das ist auch der Treffpunkt für den zweiten Arbeitseinsatz am Sonnabend, 22. Februar, ab 9 Uhr.

    Das Programm des NABU für 2014 bietet einen abwechslungsreichen Mix aus Vorträgen, Spaziergängen durch Feld und Wald sowie Nachtwanderungen zu den Laubfröschen und Fledermäusen. Hier einige Höhepunkte:

     

    1. 27. Februar: Diavortrag über die Libellen, die Jäger an Bächen und Teichen, ab 19.30 Uhr im JohnnyB.
    2. 4. Mai: Vogelwanderung mit Ernst Schmidt, 10 bis 12.30 Uhr, Treffpunkt Schützenplatz.
    3. 16. Mai: Nachtwanderung zu den Laubfröschen in Burgdorf und Hänigsen, Treffpunkt um 21.30 Uhr am Schützenplatz.
    4. 20. Juni: Besuch der Kinderstuben von Schleiereule und Weißstorch, Treffpunkt um 10.30 Uhr an der Hänigser Kirche.
    5. 20. Juli: Heilpflanzenexkursion mit Heidrun Roland, 9.30 bis 11.30 Uhr, Treffpunkt Schützenplatz.
    6. 8. und 15. August: Beobachtung von Wasserfledermäusen am Spreewaldsee und Stadtparkteich, jeweils 20 bis 22.30 Uhr.

    Des Weiteren können sich Interessierte naturkundlichen Fahrradtouren im Sommer und Herbst anschließen. Im Oktober und November bieten zwei Vorträge – „Mallorca im Winter“ und „Weißstörche und Amphibien“ – Einblicke in die Natur. Für jeden ersten Mittwoch im Monat lädt der NABU zudem zum Stammtisch ein, im Wechsel in Burgdorf, Lehrte und Uetze. Das NABU-Jahr endet wie es begonnen hat: mit einem Arbeitseinsatz in einem Biotop.

     

    7. Januar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

    Wo die Vögel noch in Freiheit leben können

    Neue Schauburg zeigt aktuellen Film „Deutschlands wilde Vögel“

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    Die Stars im neuen Film von Hans-Jürgen Zimmermann (großes Bild) – hier beim Filmen auf den Feldberger Seen in Mecklenburg-Vorpommern – sind die Bartmeise (kleines Bild links) und wildlebende Flamingos.

     

    VON ANETTE WULF-DETTMER

    BURGDORF. Den neuen Kinofilm von Hans-Jürgen Zimmermann „Deutschlands wilde Vögel“ sollten Naturliebhaber auf jeden Fall anschauen, davon ist Dirk Brinkmann überzeugt. Der Vorsitzende des Naturschutzbunds(NABU)Burgdorf, Lehrte, Uetze empfiehlt deshalb einen Besuch der Neuen Schauburg in Burgdorf. Dort wird der Naturfilm, den Zimmermann in seinen zehn besten Vogelbeobachtungsgebieten gedreht hat, am Sonntag, 12. Januar, um 11 Uhr sowie am Mittwoch, 15.Januar, 20 Uhr, gezeigt.

    „Da uns der Film inhaltlich überzeugt hat und sein Ansatz sich mit unseren NABU-Zielen deckt, haben wir uns entschieden, ihn zu empfehlen“ sagt Brinkmann. Vorgestellt würden unter anderem die NABU-Schutzgebiete Wedeler Marsch und Federsee.

    Zimmermann, dem Macher des gefeierten Naturfilms „Geheimnisse des Waldes“, sind wieder eindrucksvolle Bilder gelungen: vom Seeadler auf Fischfang, von Flamingos im Landeanflug auf einem See in Nordrhein-Westfalen, von Tausenden Kranichen in der Rügen-Bock-Region. Statt Effekthascherei lässt Zimmermann auch Stille zu, in der nur das Staksen der Wasservögel am Steinhuder Meer oder das Flügelschlagen der Großtrappen im Havelland zu hören sind.

    Auf seiner Entdeckungsreise in die Vogelwelt verrät Zimmermann zudem die besten Beobachtungsplätze in acht Bundesländern, die sich für Familienausflüge eignen.

     

    2. Januar 2014 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

    Fische können leichter wandern

    NABU informiert: 40 Bürger schließen sich dem Neujahrsspaziergang entlang der Aue an

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    Bernd Suszka (vorn) erläutert den Neujahrsspaziergängern im Stadtpark, wie der Möschgraben an der Mündung in die Aue umgestaltet werden soll.
    Schiller

     

    VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

    BURGDORF. So viele Naturfreunde wie noch nie haben gestern beim Neujahrsspaziergang des Naturschutzbunds (NABU) die Sonne und die frische Luft genossen. Rund 40 Frauen und Männer begrüßte Vorstandsmitglied Ernst Schmidt auf dem Schützenplatz.

    Die Führung der „Riesengruppe“ überließ er wie in den Vorjahren dem Landschaftsgärtner Bernd Suszka. Diesmal führte Suszka seine Begleiter an der Aue entlang. Erstes Ziel war die neue monumentale Sitztreppe aus Beton. Nach Suszkas Ansicht lässt sich die Aue aber mit viel geringem Aufwand erlebbar machen.

    Nächstes Ziel war die Mündung des Möschgrabens in die Aue. Dort überwindet der Möschgraben in sechs Betonstufen einen Höhenunterschied von 80 Zentimetern. Tiere, die ans Wasser gebunden seien, könnten dieses Hindernis nicht überwinden, erklärte Suszka. Das habe zur Folge, dass Fische nicht von der Aue in den Graben gelangen.

    2014 soll sich das ändern. Der NABU will den Bereich umgestalten. Das Bachbett werde verlegt, damit der Möschgraben auf 50 Metern Länge über mehrere, nur noch fünf Zentimeter hohe Stufen in die Aue fließen könne, erläuterte Schmidt das Projekt. Zwischen den Stufen würden Becken angelegt, in denen sich die Fische erholen könnten, bevor sie weiter den Bach hinaufwanderten. Das Vorhaben kostet rund 37 000 Euro. Die Stadt will sich mit Arbeitsleistung im Wert von etwa 7000 Euro beteiligen. An der Brücke in Höhe des Scheibenbergwegs will die Region Hannover laut Suszka Hochwasserzonen entlang der Aue ausweisen wolle. „Das ist eine Art vorbeugende Maßnahme“, sagte der Landschaftsgärtner. Die Behörde gehe davon aus, dass aufgrund des Klimawandels die Aue nach Dauer- und Starkregen in Zukunft häufiger über die Ufer treten werde als in der Vergangenheit.

     

     

     

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen