Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2013

 

12. November 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der NABU bekommt 8000 Euro

Möschgraben soll natürlich fließen

VON JOACHIM DEGE

BURGDORF. Die Stadt soll sich an den Kosten für die Renaturierung des Möschgrabens an der Einmündung in die Aue beteiligen. Der Umweltausschuss des Rates hat dem Verwaltungsausschuss der Stadt empfohlen, dem federführenden Naturschutzbund (NABU) für die Aufgabe 8000 Euro aus dem Stadtsäckel zu bewilligen.

Mit den ersten 1000 Euro kann der NABU noch in diesem Jahr das Erdreich an der Einmündung in die Aue auf etwaige Schadstoffbelastungen hin untersuchen lassen. Sollte das Erdreich unbelastet sein, will die Stadt etwa 200 Kubikmeter auf ihre Kosten abfahren lassen. Das entspräche einem Wert von 7000 Euro. Der NABU will dann die Soleabstürze aus Beton ausbauen, sodass Fische fortan leichter in den Möschgraben gelangen können. Für diese Vorgehensweise gab der Ausschuss einstimmig grünes Licht.

Der NABU-Vorsitzende Dirk Brinkmann hatte den Kommunalpolitikern im Ausschuss Bericht erstattet über den aktuellen Stand des Projekts. Nachdem ein Zuschussgeber abgesprungen sei, habe sich auf seine Initiative hin die Umweltlotterie Bingo bereiterklärt, das 37 000 Euro teure Naturschutzvorhaben mitzufinanzieren. Allerdings unter der Voraussetzung, dass sich auch die Stadt an den Kosten beteilige.

 

12. Oktober 2013 - Marktspiegel Burgdorf

Umweltstiftung zeichnet Bienenprojekt aus

Burgdorfer Grundschüler kümmern sich um Wildbienen

c-2013-10-12-01-1

V.l.: Schüler der Wildbienen-AG, Axel Berndt Leiter der Wildbienen- AG, Hans-Jürgen Sessner NABU Burgdorf, Karsten Behr Geschäftsführer Bingo-Umweltstiftung, Vanessa Pache Projektleiterin, Meike Winterfeldt, Andrea Pohl NAJU Vorstandsmitglieder.
Foto: Anne Kessel, NAJU Niedersachsen

 

BURGDORF (r/hhs). Wie an etwa 70 weiteren Schulen in Niedersachsen wird auch an der der Astrid-Lindgren Schule viel für Wildbienen getan. Im Rahmen des landesweiten NAJU-Projektes „BEE and YOU“ ist die dortige Wildbienen-AG, unter Leitung von Axel Berndt, seit zwei Jahren für die bedrohten Bestäuber aktiv.

Mit Unterstützung der örtlichen NABU-Gruppe sind mehrere Insektenhotels gebaut und im Schulgarten aufgestellt worden. Darüber hinaus haben die jährlich etwa zwölf teilnehmenden Kinder der 3. und 4. Klassen Nahrungspflanzen für Bienen angepflanzt und ausgesät. Grund genug für die Bingo-Umweltstiftung, die Auszeichnung zum Projekt des Monats, hier in Burgdorf vorzunehmen.

Karsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung, lobte das Projekt und überreichte den mit 500 Euro dotierten Preis an die Projektleiterin Vanessa Pache von der Naturschutzjugend Niedersachsen. „Das Zusammenspiel von Umweltbildung, praktischen Naturschutzmaßnahmen an Bildungseinrichtungen unter Einbeziehung der Kinder und der Qualifikation von Multiplikatoren hat die Stiftung überzeugt, einen würdigen Preisträger gefunden zu haben“.

Vanessa Pache erläuterte das Konzept, bei dem die Schulen von Projektpaten vor Ort, zum Beispiel NABU-Aktiven, unterstützt werden. Der Projektpate der Burgdorfer Wildbienen-AG, Hans-Jürgen Sessner, wies auf die ökologische Bedeutung der Wildbienen hin und erklärte, wie wichtig es ihm sei, gerade Kinder für diese spannenden Tiere zu begeistern.

Auch die aktivsten Schüler der Wildbienen-AG wurden mit Urkunden und Buchpreisen ausgezeichnet. Laut Axel Berndt, Lehrer und Leiter der Wildbienen- AG, wird es auch in den nächsten Jahren mit der Wildbienen-AG der Astrid-Lindgren Schule weitergehen.

 

21. September 2013 - Marktspiegel Burgdorf

NABU-Kindergruppe erhält Naturschutzpreis

1. Preis für Projekt “Frosch, Molch & Co“

c-2013-09-21-01-1

Die Kindergruppe des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze wurde mit dem 1. Preis beim Projekt "Frosch, Molch & Co" ausgezeichnet.
Foto: Hans-Jürgen Sessner

 

BURGDORF (r/hhs). Am 14. September wurde die Kindergruppe des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, die Naturforscher, mit dem 1. Preis des Dr. Fedor C. Strahl NABU-Jugendnaturschutzpreises ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand auf der Landesvertreterversammlung in Nienburg statt. Als Preisgeld erhält die Gruppe 500 €. Seit fast einem Jahr beschäftigen sich die Naturforscher nun intensiv mit Amphibien und Reptilien. Insgesamt nahmen bisher über 50 Kinder, im Alter von fünf bis 13 Jahren, am Projekt teil.

„Das Thema Frösche, wurde auf Wunsch der Kinder ausgewählt. Das nötige Wissen dafür haben wir uns gemeinsam erarbeitet. Auch ich habe in der kurzen Zeit viel dazugelernt,“ so der Gruppenleiter Hans-Jürgen Sessner.

Bisher fanden im Rahmen des Projektes elf ganz unterschiedliche Aktionen statt. Los ging es im letzten November mit einem großen Pflegeinsatz eines Amphibienbiotopes. Dabei halfen über 30 Kinder und ihre Eltern. Im Winter konnten sich die Kinder zu Experten für Frosch, Molch & Co qualifizieren. Anschließend stellten sie dann ihr Wissen der Gruppe vor. Gleich nach dem Winter halfen die Kinder bei der Betreuung des Amphibienschutzzaunes bei Ramlingen und trugen Kröten über die Straße.

Im Frühjahr und Sommer wurden regelmäßig Biotope besucht, um ganz praktisch Amphibien und Reptilien zu erleben. Höhepunkte waren da sicherlich ein nächtlicher Besuch bei den Laubfröschen, ein Tag rund um den Molch in der Waldstation Hannover und ein ganzes Naturerlebniswochenende mit Übernachtung auf Gut Sunder. Das Projekt wird auch in den nächsten Jahren weitergeführt. Mit dem 1. Preis wurden die vielfältigen Aktionen und das große Engagement der Kinder gewürdigt.

 

17. September 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der NABU-Nachwuchs wird für Amphibienprojekt ausgezeichnet

 

c-2013-09-17-01-1

Wenn es darum geht, mehr über die Welt der Amphibien zu erfahren, sind die Naturforscher gern bereit, in einen Teich zu steigen.

 

BURGDORF. Die Kindergruppe „Die Naturforscher“ des örtlichen Naturschutzbunds (NABU) ist zum zweiten Mal mit dem Dr.-Strahl-NABU-Jugendnaturschutzpreis ausgezeichnet worden – und zwar mit dem ersten Platz, der mit 500 Euro dotiert ist. Die Jury würdigte damit nicht nur das Engagement der mehr als 50 Kinder und Jugendlichen für die Welt der Amphibien und Reptilien, sondern auch die Art und Weise, wie der NABU das Projekt umgesetzt hat.

So geben ältere Kinder ihr Wissen als „Experten“ an die Jüngeren weiter, indem sie zum Beispiel selbst erarbeitete Vorträge halten. „Los ging es im vergangenen November mit einem Pflegeeinsatz in einem Amphibienbiotop, bei dem auch Eltern mithalfen“, beschreibt NABU-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner das Projekt. Den Winter hätten die Naturforscher genutzt, um sich zu Experten für Frosch, Molch & Co. zu qualifizieren. Im Frühjahr und Sommer, so Sessner, sind Biotope besucht worden, um die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten: nachts am Froschteich, in der Waldstation Hannover und an einem Wochenende auf Gut Sunder. dt

 

20. August 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Eulen füttern noch die erste Brut

Naturschutzbeauftragte schauen in den Kinderstuben der Greifvögel nach dem Rechten

c-2013-08-20-01-1

Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander nimmt eine kleine Schleiereule aus dem Kasten in der Scheune der Familie Pahlmann, um das Alter des Jungtiers zu bestimmen.
Wulf-Dettmer

 

110 Eulenkästen betreut der Naturschutzbund (NABU) Lehrte, Burgdorf und Uetze. Zweimal im Jahr schauen die Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt in den Aufzuchtkästen nach dem Rechten. In diesem Jahr haben die Eulen wegen des langen Winters sechs Wochen später mit dem Brutgeschäft begonnen.

VON Anette WULF-DETTMER

UETZE/BURGDORF/LEHRTE. Erste Station an diesem Morgen ist der Hof der Familie Pahlmann an der Maschstraße in Hänigsen. Die Leitern, die auf dem Autodach festgeschnallt sind, brauchen Erhard Zander und sein Begleiter Karl Tannenberg hier nicht. Auf dem Boden des alten Fachwerkhauses steht eine Leiter. Der Eulenkasten hängt innen am Giebel der Außenwand – zum Schutz vor Mardern, die das Nest ausplündern würden, wenn sie es denn erreichten.

Bevor Zander die Klappe zum Eulenkasten öffnet, klopft er an. „Wir sind ja höflich“, sagt er lächelnd. Doch diese Höflichkeit hat einen tieferen Sinn: Der Altvogel soll wegfliegen. Vorsichtig greift der Naturschutzbeauftragte dann in den Kasten und holt die drei jungen Schleiereulen nacheinander heraus. Gefährlich ist die Kontrolle nicht. „Eulen sind friedliche Tiere“, sagt Zander. „Erst einmal habe ich erlebt, dass eine Jungeule gegen meine Kamera gesprungen ist.“

Außer der Anzahl der Jungtiere interessiert ihn auch deren Alter. „An der Entwicklung der Federn kann man das Alter erkennen“, sagt Zander. Nach zehn Tagen wird aus dem weißen Dunenkleid ein elfenbeinfarbenes. Nach 20 Tagen wachsen die ersten Federn. 55 bis 60 Tage füttern die Schleiereulen ihren Nachwuchs hauptsächlich mit Mäusen, „dann verscheuchen sie ihn“. Doch die Jungtiere fliegen laut Zander nicht weit. Sie verteilen sich im Umkreis von 50 Kilometern. Die drei in Pahlmanns Scheune werden noch einige Zeit gehegt und gepflegt. Sie sind erst zwischen 30 und 35 Tage alt. Noch schnell ein Foto, und die Jungen haben wieder ihre Ruhe.

Seit mehr als 30 Jahren führt Zander Buch über die Entwicklung der Schleiereulenpopulation im Osten der Region Hannover. „Sie ist großen Schwankungen unterworfen. Gibt es eine Mäuseschwemme, was alle drei bis vier Jahre vorkommt, ziehen die Eulen viele Junge groß.“ Die kalten Winter 2009/2010 und 2010/2011 haben den Eulenbestand empfindlich getroffen. Unter dem hohen Schnee konnten die lautlosen Nachtjäger ihrer Beute nicht habhaft werden. In den darauffolgenden Sommern zählte Zander nur 26 Jungeulen. Im Spitzenjahr 2006 waren es 376 gewesen.

Schleiereulen brüten mindestens zweimal im Sommer, sagt der Experte. In diesem Jahr haben sie das Brutgeschäft wegen des langen Winters sechs Wochen später begonnen. In Weferlingsen, Sievershausen, Hänigsen und Dedenhausen hat Zander die Eulenkästen, die alle aus der Werkstatt von Karl Tannenberg und Karl-Heinz Nilius kommen, schon kontrolliert. In einem haben sich Dohlen eingenistet. Auf dem Hof von Helmut Plate-Bundfuß in Dedenhausen sind jedoch fünf Schleiereulen geschlüpft.

 

c-2013-08-20-01-2

Karl Tannenberg, der seit Jahren die Eulenkästen baut, schaut hinauf zum rechteckigen Einflugloch im Giebel des Pahlmannschen Fachwerkhauses.
Wulf-Dettmer

 

19. August 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Junge Firmlinge schwitzen für den Eisvogel

Nistwand am Ahrbecker See angelegt

c-2013-08-19-01-1

Jan Moritz Siegert (18, von links), Bernd Rose, Berthold Scheller und Daniel Drieschner (17) verfüllen die Holzwand, in der der Eisvogel nisten soll.
Szameitat

 

VON SABINE SZAMEITAT

BURGDORF. Für den Eisvogel haben 50 Jugendliche einen Tag lang geschwitzt. Am Ahrbecker See legten die katholischen Firmlinge aus Burgdorf, Uetze und Hänigsen mit Hilfe von Bernd Rose, Berthold Scheller und anderen NABUMitgliedern eine Nistwand für den seltenen bunten Vogel an. „Wir stellen an den Abschluss des Firmkurses immer ein soziales Projekt und haben schon im Altenheim und im Kindergarten, beim Anlegen eines Naturspielplatzes im Stadtpark und beim Müllsammeln mit dem Förster geholfen“, berichtete Anette Heinze, die die Firmlinge betreut hat.

In fünf Gruppen schippten die 15- bis 18-Jährigen eifrig acht Tonnen eines sandiges Ton-Lehm-Gemisches und schafften es in einer Eimerkette an die Baustelle am See hinter eine Holzwand. „Der Eisvogel baut sich darin hoffentlich schon im nächsten Jahr eine ein Meter lange Brutröhre“, erläuterte Bernd Rose.

„Es macht Spaß, sich in der Gruppe zu engagieren, das hat auch etwas mit Gemeinschaft zu tun“, fand Theresa Winkel aus Uetze. „Wir beteiligen uns aktiv daran, die Schöpfung zu bewahren“, meinte die Burgdorferin Larissa Stoffel, und Katharina Greulich möchte „nicht nur für sich selbst Verantwortung übernehmen, sondern auch für die Welt“.

Der Sport-Fischerei Verein Burgdorf unterstützt die Aktion gern. Dabei könnte den Anglern der Eisvogel, der wegen seines bunt leuchtenden Gefieders auch „fliegender Diamant“ genannt wird, ein Dorn im Auge sein, weil er ihnen als Fischer Konkurrenz macht. „Aber er ist uns sehr willkommen“, bekräftigte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Grapentin. „Er holt sich ja nur einen Teil der Weißfischbrut.“

 

13. August 2013 - Neue Woche Burgdorf

Astrid-Lindgren Schüler kümmern sich um Wildbienen

NAJU Bienenprojekt von Bingo Umweltstiftung ausgezeichnet

c-2013-08-13-01-1

Schüler der Wildbienen-AG, Axel Berndt, Hans-Jürgen Sessner, Karsten Behr, Vanessa Pache, Meike Winterfeldt, Andrea Pohl, v.li.
Foto: privat

 

Burgdorf (r/hu). Wie an etwa 70 weiteren Schulen in Niedersachsen wird auch an der Astrid-Lindgren Schule viel für Wildbienen getan. Im Rahmen des landesweiten NAJU-Projektes „BEE and YOU“ ist die dortige Wildbienen-AG, unter der Leitung von Axel Berndt, seit 2 Jahren für die bedrohten Bestäuber aktiv.

Mit tatkräftiger Unterstützung der örtlichen NABU-Gruppe sind mehrere Insektenhotels gebaut und im Schulgarten aufgestellt worden. Darüber hinaus haben die jährlich etwa 12 teilnehmenden Kinder der 3. und 4. Klassen Nahrungspflanzen für Bienen angepflanzt uns ausgesät. Grund genug für die Bingo-Umweltstiftung, die Auszeichnung des Projekts, zum Projekt des Monats, hier in Burgdorf vorzunehmen. Karsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung, lobte das Projekt und überreichte den mit 500 Euro dotierten Preis an die Projektleiterin Vanessa Pache von der Naturschutzjugend Niedersachsen. „Das Zusammenspiel von Umweltbildung, praktischen Naturschutzmaßnahmen an Bildungseinrichtungen unter Einbeziehung der Kinder und er Qualifikation von Multiplikatoren hat die Stiftung überzeugt, einen würdigen Preisträger gefunden zu haben“. Vanessa Pache erläuterte das Konzept, bei dem die Schulen von Projektpaten vor Ort - z.B. NABU-Aktiven - unterstützt werden. Der Projektpate der Burgdorfer Wildbienen-AG, Hans-Jürgen Sessner, wies auf die ökologische Bedeutung der Wildbienen hin und erklärte, wie wichtig es ihm sei, gerade Kinder für diese spannenden Tiere zu begeistern. Auch die aktivsten Schüler der Wildbienen-AG wurden mit Urkunden und Buchpreisen ausgezeichnet. Laut Axel Bernd, Lehrer und Leiter der Wildbienen-AG, wird es auch in den nächsten Jahren mit der Wildbienen-AG Astrid-Lindgren Schule weitergehen. Zum Schluss gab es für alle beteiligten ein kleines Bienenbuffet mit vielen Produkten, die es ohne Bienen nicht geben würde.

 

08. August 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wenn der Stubentiger auf Raubzug geht

NABU warnt: Katzen sind Gefahr für die Vogelwelt – Katzenhilfe rät: Haustieren den Appetit auf Vögel abgewöhnen

c-2013-08-08-01-1

Kater Günni ruht sich im Haus gern von seinen nächtlichen Streifzügen aus.
Szameitat

 

Die Katze, neben dem Hund das liebste Haustier der Deutschen, ist in Verruf gekommen. Statistisch gesehen soll jede einzelne 30 Singvögel im Jahr töten. Zum heutigen Internationen Katzentag will der Anzeiger wissen, wie Katzen- und Singvogelexperten aus der Region die Situation einschätzen.

VON SABINE SZAMEITAT

BURGDORF/RAMLINGEN.. Den heutigen Tag würden viele Hauskatzen mit einem zünftigen Jagdausflug begehen. Vogelschützer missgönnen ihnen das, weil die Schmusetiere es dabei nicht nur auf Mäuse, sondern auch auf Singvögel abgesehen haben. Zwischen 1,4 bis 3,7 Milliarden Vögel fallen ihnen nach einer in diesem Jahr erschienenen amerikanischen Studie zum Opfer. Auf Deutschland runtergerechnet wären das rund 200 Millionen getötete Vögel.

„Katzen sind tatsächlich eine Gefahr für die Vogelwelt“, räumt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze ein. „Manche haben einen starken Jagdtrieb und fangen eben nicht nur Mäuse, wenn sie nach draußen dürfen.“ Andererseits seien die Altvögel sehr wachsam und warnten weithin hörbar, wenn eine Katze durch den Garten schleicht. Am häufigsten werden nach Beobachtung von Schmidt Meisen, Amseln und andere eher häufig vorkommene Vogelarten Opfer der Katzen.

Gefährdet seien vor allem Jungvögel, die über einen Zeitraum von rund 14 Tagen noch nicht so aufmerksam und flugtüchtig sind. „Während dieser Zeit und vor allem zu der Zeit der Flugschule während der Vormittagsstunden sollten rücksichtsvolle Katzenhalter ihre Tiere besser im Haus halten“, empfiehlt Schmidt.

Die alarmierenden Zahlen aus der amerikanischen Studie kann Schmidt nicht bestätigen: „Hochgerechnet auf den Wildvogelbestand in Deutschland müsste dann ja jeder zweite Vogel von einer Katze getötet werden. Dabei vergreifen sich doch auch Elstern, Eichhörnchen, Eichelhäher und Spechte an Gelegen und Jungvögeln.“

Für Birgitt Fuhrmann von der Privaten Katzenhilfe Burgdorf/ Lehrte sind vor allem ausgesetzte und verwilderte Katzen, die aus Hunger jagen müssen, ein Problem. „Eine Kastration verhindert nicht nur weiteren Nachwuchs, sondern macht die Tiere auch ruhiger“, rät die Ramlingerin. Außerdem lebten Freigänger, die gut gefüttert sind, ihren sportlichen Ehrgeiz nicht ganz so exzessiv aus.

„Man kann Katzen sogar erziehen und ihnen mit einer Spritzpistole oder notfalls dem Gartenschlauch den Appetit auf Vögel abgewöhnen“, sagt die Besitzerin von derzeit fünf Pflegekatzen. Sie nur im Haus einzusperren wäre allerdings keine artgerechte Haltung.

Mehr über das Thema Tierschutz lesen Sie im Internet auf haz.li/tierschutz

 

TIPPS DES NABU - Schutz der Singvögel vor den Katzen

Um die Vögel so gut wie möglich vor dem Raubtier Hauskatze, deren Zahl in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, zu schützen, hat der NABU Empfehlungen für Katzenbesitzer erarbeitet:

  • Oft mit der Katze spielen, damit sie ihren Spieltrieb ausleben kann.
  • Katze und Kater sollten kastriert werden.
  • Den Stubentiger während der kritischen Zeiten gar nicht oder möglichst kurz nach draußen lassen.
  • Der Katze kein Glöckchen umbinden, weil Jungvögel davon nicht gewarnt werden und das Klingeln die Katzenohren peinigt.
  • Katzenhalter mit einem Garten sollten diesen naturnah gestalten, damit Vögel und andere Wildtiere sich verstecken können.
  • Ungeeignet ist dagegen – wegen der Verletzungsgefahr – Baumstämme mit Manschetten aus Blech, Kunststoff oder Brombeerranken zu versehen.
  • Nistkästen sollten so aufgehängt werden, dass Katzen keinen Zugang haben: an Fassaden oder freihängend an Seitenästen und mindestens zwei Meter über dem Boden.
  • Futterhäuschen und Vogeltränken mindestens zwei Meter vom nächsten Gebüsch entfernt aufstellen, damit Katzen sich nicht unbemerkt anschleichen können.
  • Katzenabweisende Streupulver verteilen oder einen Harfenstrauch („Verpiss-dich- Pflanze“) in der Nähe von Niststandorten pflanzen.
Quelle: NABU-Website

 

07. August 2013 - Marktspiegel Burgdorf

NABU veröffentlicht sein neues Kinderprogramm

Veranstaltungen beginnen gleich nach den Sommerferien

c-2013-08-07-01-1

Eine Menge hochinteressanter Veranstaltungen bietet der NABU Burgdorf, Lehrte und Uetze in seiner Kindergruppe.
Foto: Hans-Jürgen Sessner/NABU Burgdorf

 

BURGDORF (rh/hhs). Der NABU Burgdorf, Lehrte und Uetze hat jetzt sein neues Programm für Kinder veröffentlicht. Es beginnt nach den Sommerferien am Samstag, 10. August. In der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr geht es um die Frage: Sind Windräder gut oder schlecht für die Natur?

Aktueller Hintergrund ist die Tatsache, dass es bei uns immer mehr Windräder gibt. Die Kinder sollen die Umgebung der Windräder erkunden und sich Gedanken machen über Naturschutz und Energie aus Wind und anderen Quellen. Treffpunkt sind die Windräder in Schillerslage.

Am Samstag und Sonntag, 24./25. August lautet das Thema „Frosch, Molch & Co“, ein Naturerlebniswochenende auf Gut Sunder. Die Teilnehmer werden dort viele Teiche erforschen und eine nächtliche Wanderung zu den Kröten im Wald und einiges mehr unternehmen. Übernachtet wird in der Strohscheune, die Versorgung ist mit „lecker Bio-Lebensmitteln“ gesichert. Die Kosten betragen 40 Euro, ermäßigt 20 Euro. Anmeldung ist erforderlich beim Kindergruppenleiter des NABU Burgdorf, Lehrte und Uetze, Hans-Jürgen Sessner unter 05136/83443.

„Vampire überm Spreewaldsee“ ist die Veranstaltung für den NABU-Nachwuchs am Samstag, den 7. September überschrieben. Es geht zu den Fledermäusen mit Fledermausdetektoren und Taschenlampen. Die Gruppe unternimmt eine Nachtwanderung. Und hofft, Wasserfledermäuse bei der Jagd auf Insekten beobachten zu können. Mit etwas Glück werden die schnellen Nachtflieger, insbesondere Zwergfledermäuse, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz dicht um die Köpfe flattern. Treffounkt ist in Uetze an der Brücke am Ende der Spreewaldallee um 20.00 Uhr. Die Exkursion soll etwa zwei Stunden dauern.

Am Samstag, den 21. September lautet das Motto „Die spinnen die Spinnen“. In der Zeit von 10.00 is 12.00 Uhr sollen Fragen geklärt werden wie zum Beispiel „Bauen alle Spinnen Netze?“ oder „Können Spinnen fliegen?“ Die Gruppe wird sich auf die Suche nach den Achtbeinern und ihren Netzen begeben und dabei so einiges über diese Tiere lernen. Der Treffpunkt steht noch nicht fest, wird aber rechtzeitig per Mail bekannt gemacht.

Am 12. Oktober dreht sich von 10.00 bis 12.00 Uhr alles um Wildbieneninseln. Der NABU betreut in Lehrte die Wildbieneninseln, und dort sei in diesem Jahr richtig was los gewesen, heißt es. Alles habe dort prächtig geblüht und viele Wildbienen hätten dort neue Lebensräume für sich entdeckt. Der Vormittag soll genutzt werden zum Pflanzen, Jäten. Säen und Planen. Treffpunkt ist die Wildbieneninsel im Stadtpark Lehrte. Am Samstag, den 26. Oktober lautet das Thema „Unser Wald im Herbst“. Dann hat sich das Laub der Bäume schon verfärbt und es beginnt, von den Bäumen zu fallen. Tiere und Pflanzen bereiten sich auf den Winter vor. Ausgangspunkt für diese Expedition der jungen Naturforscher ist der Waldparkplatz zwischen Schwüblingsen und der B 188.

„Basteln im JohnnyB“ steht am Samstag, den 9. November von 10.00 bis 12.00 Uhr auf dem Programm des NABU-Nachwuchses. Der Herbst ist bei den Naturforschern immer auch Bastelzeit. Sylke und Rainer, so heißt es in einer Ankündigung, haben sich dafür wieder eine Menge einfallen lassen. Treffpunkt ist am Haus der Jugend in Burgdorf, Sorgenser Straße 30.

Wer viel übers Jahr unternommen hat, für den ist ein Jahresrückblick keine langweilige Sache. Dieser Rückblick steht für den NABU am Samstag, den 14. Dezember von 10.00 bis 12.00 Uhr an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben noch einmal Gelegenheit zum Basteln und Spielen. Danach werden Bilder angeschaut von den Erlebnissen des zur Neige gehenden Naturschutzjahres und der vielen gemeinsamen Naturforschertreffen. Auch diese Veranstaltung findet im JohnnyB statt.

 

03. August 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schwalben sind in Lehrte willkommen

NABU zeichnet Familie mit Plakette aus

c-2013-08-03-01-1

„Hier sind Schwalben willkommen“: Bernd Rose (von links) vom NABU überreicht Connor (11) die Urkunde, Leon (11) zeigt die Plakette.
Eggers

 

VON KATJA EGGERS

LEHRTE. Bei Familie Masur zwitschern die Schwalben. Unter dem Dachvorsprung des Reihenhauses an der Lehrter Bäckergasse hat ein Mehlschwalbenpärchen in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal genistet. Christian und Sandra Masur und ihre beiden Söhne Connor und Leon freuen sich über die Vögel – und dulden sie auch.

„Das ist keineswegs selbstverständlich“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze. Schwalben seien Kulturfolger und darauf angewiesen, dass sie von Menschen in ihrer direkten Umgebung toleriert werden. Viele Hausbesitzer würden die Nester jedoch beseitigen, weil ihnen das Gezwitscher zu laut ist und sie sich am Kot der Tiere stören.

Dass die Schwalben bei den Masurs ausdrücklich willkommen sind, würdigt der NABU daher mit einer Urkunde und einer Plakette. Das kleine Schild zeichnet das Haus als „schwalbenfreundliches Haus“ aus und ziert einen Balken neben der Eingangstür.

Die Schwalben haben ihr Lehmnest derweil auf der Rückseite des Hauses. Angelegt haben die Vögel es bereits im vergangenen Jahr. Fünf Jungschwalben kamen darin zur Welt. Wie viele es in diesem Jahr sind, wissen die Masurs nicht. „Die Kleinen sind aber schon flügge und fliegen munter herum“, sagt Sandra Masur. Ab und zu würden die Tiere noch immer zum Nest zurückkehren. Ihr Domizil hätten die Eltern in diesem Jahr zudem noch aufgestockt.

Rose erklärt, dass die Tiere in etwa zwei Wochen in Richtung Afrika fliegen werden, um dort zu überwintern. Der Experte kann sich aber vorstellen, dass das Schwalbenpärchen auch im nächsten Jahr wieder bei den Masurs nistet. „Die Tiere sind ortstreu und bleiben auch als Paar ein Leben lang zusammen“, sagte Rose.

In Lehrte sind die Masurs die erste Familie, die die Plakette „Schwalben willkommen“ erhalten haben. Wer ebenfalls Schwalbennester an seinem Haus hat, kann die Auszeichnung bei Rose unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 beantragen.

 

c-2013-08-03-01-2

Aus dem Nest unter dem Dachvorsprung guckt eine Jungschwalbe heraus.
Eggers

 

MEHLSCHWALBEN - Vögel finden kaum noch Lehm zum Nestbau

Die Mehlschwalbe hat ihren Namen ihrem Aussehen zu verdanken: Bauch und Kehle der Vögel sind mehlig weiß, Beine und Füße sind weiß gefiedert. Ihre Lehmnester bauen die Tiere an rauen Außenwänden unter Dachvorsprüngen und in Balkonnischen. Früher brüteten sie in Kolonien von 30 bis 40 Nestern.

Dies ist heute aber nur noch selten der Fall, weil moderne Fassaden oftmals zu glatt sind und die Nester daran nicht haften können. Schwer haben es die Vögel zudem, weil Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze zunehmen versiegelt sind und sie dort keinen Lehm mehr zum Nestbau finden. Obwohl es gesetzlich verboten ist, schlagen Hausbesitzer die Nester aus Angst vor Verschmutzung häufig ab.

In der intensiv genutzten Ackerlandschaft gibt es für die Vögel zudem nur noch wenig Insekten als Nahrung. Früher wurden Schwalben als Glücksbringer verehrt. Heute gelten sie als Vorboten des Sommers. eg

 

01. August 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Exzessives Füttern der Enten gefährdet Wasserqualität des Teiches

 

c-2013-08-01-01-1

Zu viele Enten, zu üppiges Wachstum der Wasserpflanzen im Teich des Stadtparks: Die dunklen Flecken knapp unter der Wasseroberfläche sind Pflanzen, darunter auch Algen.
Wulf-Dettmer

 

BURGDORF. Auf dem Teich im Stadtpark leben mehr Enten als dem Ökosystem gut tut. „Normal wären fünf oder sechs Paare, aber hier sind es an die 60“, sagt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze. Ursache ist die exzessive Fütterung, die immer mehr Enten in dieses Schlaraffenland lockt. Seit gestern steht an dem etwa 1,50 Meter tiefen See eine Infotafel, die NABU und Stadt finanziert haben. Sie klärt über die Folgen dieser falsch verstandenen Tierliebe auf.

„Enten halten beim Gründeln nach Futter den Teich auf natürliche Weise sauber“, sagt Schmidt. „Wenn man sie aber füttert, werden sie faul und liegen in der Sonne.“ Verschärft wird die Situation durch den Kot der Tiere und die Futterreste, die auf den Grund sinken. Dadurch kommt es zur Nährstoffanreicherung. Die Wasserpflanzen vermehren sich übermäßig, der Sauerstoff wird knapp, und schließlich kippt der Teich um, erläutert Peter Frerichs die Kettenreaktion, die zum Absterben aller Lebewesen im Teich führt. Hinzukomme, so der städtische Umweltsachbearbeiter, dass der Faulschlamm Brutstätte für Bakterien sei, die wiederum die Enten krankmachten.

Die Stadt musste den Teich vor rund zehn Jahren entschlammen, weil er umzukippen drohte. „Das war ein Heidenaufwand“, sagt Claudia Vollmert vom Tiefbauamt. dt

 

c-2013-08-01-01-2

Vor der Infotafel, die über die Folgen der Fütterung von Wasservögeln aufklärt, stehen Ernst Schmidt und Claudia Vollmert.
Wulf-Dettmer

 

30. Juli 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Teilnehmer lassen sich bei Radtour Projekt des NABU näherbringen

 

c-2013-07-30-01-1

Auf dem weg nach Ehlershausen erfahren die Mitfahrer bei einer kleinen Erholungspause im Wald Wissenswertes von Ernst Schmidt (links vorn).

 

BURGDORF. Bei hochsommerlichem Wetter – azurblauer Himmel, Temperaturen um 26 Grad und einem leichten Lüftchen – haben sich 31 Teilnehmer auf dem Schützenplatz in Burgdorf zu der beliebten Fahrradtour des NABU Burgdorf getroffen. Unter der fachkundlichen Leitung von Ernst Schmidt erfuhren die Radfahrer während der rund 26 Kilometer langen Radtour naturkundliche Einzelheiten. An der Gartenstraße in Burgdorf machte Schmidt die Gruppe auf ein Nistkästen-Projekt aufmerksam, das der NABU in Absprache mit der Stadt und den Schulen initiiert hat. Weiter ging es zum Gewerbegebiet Nordwest, in dem der NABU für die ganzjährig geschützten Fledermäuse einen Erdbunker als Winterquartier eingerichtet hat. In der Nähe des Flüsschens Wulbeck zeigte Schmidt auf eine Stelle, wo der NABU eine Steilwand errichtet hat, in der der Eisvogel einen Brutplatz finden kann.

 

26. Juli 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hummelsterben unter der Linde hat natürliche Ursache

NABU: Dauersommerblüher fehlen in Gärten

c-2013-07-26-01-1

Die Blüten des Lavendels (großes Bild) sind bei den Hummeln beliebte Futterplätze. Weil diese sogenannten Dauersommerblüher in der Stadt rar sind, müssen sich die Hummeln derzeit mit dem Nektar und den Pollen der Lindenblüten (kleines Bild links) begnügen. An der Bahnhofstraße steht die Linde (rechts), unter der die toten Insekten liegen.
Wulf-Dettmer (2)/Dege

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Die zahlreichen toten Hummeln, die Martin Ramm in diesen Tagen unter der großen Linde an der Bahnhofstraße entdeckt hat, sind aller Wahrscheinlichkeit nach eines natürliches Todes gestorben und nicht an irgendwelchem Gift. Das hatte Ramm befürchtet, als er der Anzeiger-Redaktion von seiner beunruhigenden Beobachtung berichtete.

„Das gleiche Phänomen haben wir vor Jahren unter der Linde an der Realschule beobachtet“, sagte der städtische Umweltsachbearbeiter Peter Frerichs. Er habe damals nachgeforscht und sei auf mehrere Theorien gestoßen: Unverträglichkeit der Pollen oder des Nektars der Lindenblüten, Entkräftung der Tiere oder der natürliche Generationswechsel.

„Die Unverträglichkeitstheorie hat sich erledigt“, sagt NABU-Insektenexperte Ernst Schmidt. „Heute weiß man, dass für die erste Generation der Arbeiterhummel die Zeit zum Abdanken gekommen ist.“ Hummeln leben sechs bis acht Wochen. „In einer Linde mit unzähligen Blüten schwirren Hunderte Tiere“, sagt der Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt. „Da können natürlich auch viele tote Insekten unter dem Baum liegen.“

Dass dies gerade unter der Linde passiert, liegt laut Schmidt daran, dass deren Blüten die letzte Tracht sind, die die Hummeln im Sommer ernten können. „Es fehlen heute die Dauersommerblüher wie Phlox und Lavendel, die früher in allen Bauerngärten standen“, sagt Schmidt. Also behelfen sich die hungrigen Tiere mit dem Lindennektar, der jedoch nährstoffärmer sei als Blumennektar.

 

20. Juli 2013 - Marktspiegel Burgdorf

31 Radler wollten mit dem NABU die Natur entdecken

Fachkundige Erläuterungen von Ernst Schmidt

c-2013-07-22-01-1

Eenst Schmidt, mit der weißen Kappe vorn links, führt die Gruppe nun Richtung Ehler
Foto: Alfred Donner

 

BURGDORF (r/hhs). Bei hochsommerlichen Wetter, azurblauem Himmel, die Temperatur bewegte sich um + 26°C, ein lindes Lüftchen machte sich bemerkbar, trafen sich am Sonntag, 7. Juli auf dem Schützenplatz in Burgdorf 31 Teilnehmer zu der beliebten Fahrradtour des NABU. Unter der fachkundigen Leitung von Ernst Schmidt erfuhren die Radler, während der etwa 26 Kilometer langen Radtour, die naturkundlichen Einzelheiten entlang der Strecke.

Beim normalen Radfahren durch die wunderschöne Landschaft zu dieser Jahreszeit achtet kaum ein Radfahrer auf Einzelheiten, er möchte bei diesem schönen Wetter nur fahren, sich bewegen, die frische gute Luft einfach nur genießen.

Schon in Burgdorf, in der Gartenstraße, machte Ernst Schmidt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein Projekt aufmerksam, das der NABU in Absprache mit der Stadt und den Schulen gestartet hat. Es waren von den Kindern selbstgebaute, buntbemalte Nistkästen aufgehängt worden, die die Vögel trotz der knalligen Farben annahmen und bewohnten.

Weiter ging die Tour in Richtung „Nordwest“, dem Gewerbegebiet entgegen. Hier hat der NABU für die ganzjährig geschützten Fledermäuse einen Erdbunker als Winterquartier, ein störungsfreies Versteck, eingerichtet. Auf der Fahrt durch die Feldmark in Richtung Schillerslage stoppte Ernst Schmidt plötzlich die Kolonne. Er zeigte auf eine in der Luft fliegende, singende Feldlerche. “Wenn Feinde kommen, läßt sie sich neben dem Nest auf dem Acker fallen und gibt keinen Ton mehr ab,” war noch seine weitere Erklärung. Nur wenige Meter weiter konnten manTurmfalken mit ihren Jungtieren im Flug beobachten. In der Nähe des Flüsschen Wulbeck zeigte Ernst Schmidt eine Stelle, wo der NABU eine Steilwand errichtet hat, in der der zur Seltenheit gewordene Eisvogel, einen Brutplatz finden kann.

Weiter ging die Radtour über eine rund 400 m lange „Teststrecke“ in Richtung Ehlershausen durch ein sandiges, welliges Waldgebiet. Bei dieser Durchfahrt wurden die Fahrkünste der einzelnen Teilnehmer auf die Probe gestellt. Leider mussten viele vom Rad steigen, um dieses Hindernis überwinden zu können.

Danach aber war schon bald die so sehr ersehnte Ruhepause im Restaurant des Burgdorfer Golfclubs erreicht. Bei Kaffee und Kuchen mobilisierten wir wieder unsere Kräfte. Nach der Inspektion des Insektenhotels am Golfclub traten wir die „Heimreise“ über Otze, Sorgensen nach Burgdorf an.

Nur an der Aue in Burgdorf, gegenüber dem Pferdemarktplatz, legten die Teilnehmer noch einen Halt am Burgdorfer Storchennest ein. Von den anfänglich zwei Jungen war nur noch eins im Nest zu erkennen. Die Fahrt endete auf dem Schützenplatz mit einem Dankeschön an Herrn Schmidt und der Frage, wohin die Herbsttour geht.

 

c-2013-07-22-01-2

An der Strecke lag auch der Kindergarten Ehlershausen, dessen Dach der NABU bepflanzt hat.
Foto: Alfred Donner

 

Berichtigung

Entgegen der Bildunterschrift hat nicht der NABU das Dach, das sicher vielen Insekten eine Heimat bietet, bepflanzt

 

18. Juli 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Burgdorfs Storch ist ein Einzelkind

 

c-2013-07-18-01-1

Burgdorfs Storch
HAZ

 

BURGDORF. Bis jetzt sind es nur Trockenübungen, die der Jungstorch absolviert. Doch in ein paar Tagen wird er seine ersten Runden über dem Nest auf dem Schornstein an der Friederikenstraße drehen. Mit dem Flügelschlagen stärkt er die Muskulatur, die er fürs Fliegen benötigt. Der Burgdorfer Hobbyfotograf Bernd Moßmann beobachtet das Nest regelmäßig und hält die Entwicklungsschritte mit der Kamera fest.

Laut Bernd Rose vom NABU sind die Burgdorfer Störche sogenannte Ostzieher. Das heißt, sie fliegen von ihrem Winterquartier in Afrika über die Türkei und den Bosporus nach Mitteleuropa. Dieser Weg ist länger, deshalb treffen sie später ein als die Westzieher, die die Meerenge von Gibraltar überqueren. Das späte Eintreffen, so Rose, war in diesem Frühjahr von Vorteil. Denn als der Dauerregen Ende Mai einsetzte, hatten sie ihre Eier noch nicht ausgebrütet. Diese können die Elterntiere jedoch besser warmhalten als ein Küken. rw

 

Der ADFC lädt für Sonntag, 4. August, zu einer Radtour zu den Storchennestern ein. Start ist um 9.30 Uhr auf dem Spittaplatz.

 

12. Juli 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Storchennest ist stets im Blick

Die Kyffhäuser-Kameraden beobachten den Horst mit vier Jungen in Dedenhausen

c-2013-07-12-01-1

Florian Biel schaut in das Spektiv, das im Kyffhäuser-Heim steht. So kann er die Jungstörche im Nest auf der Wiese am Ortsrand von Dedenhausen besser sehen.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

DEDENHAUSEN/REGION. Die Mitglieder der Kyffhäuser-Kameradschaft Dedenhausen haben an ihren Schießabenden nicht nur die Zielscheiben, sondern auch das Storchennest am Ortsrand fest im Blick. Im Vereinsheim steht seit dem Frühjahr vor einem Fenster ein Spektiv, das genau auf den Horst ausgerichtet ist.

„Ich gucke da immer wieder aus reiner Neugierde durch“, sagt Florian Biel. Im Nest hocken derzeit vier Jungstörche und warten darauf, dass ihnen die Altstörche Futter bringen. Nach Auskunft von Wilhelm Schmolke, der das Nest 2004 mit Werner Havekost und Peter Koch aufgestellt hat, sind die ersten Küken am 26. Mai geschlüpft. Damals habe es ständig geregnet, erinnert sich Kyffhäuser- Mitglied Joachim Bronder. „Trotz des schlechten Wetters sind sie gut durchgekommen“, sagt er.

Die Jungstörche seien inzwischen so groß, dass die Eltern keinen Platz mehr im Nest finden. „Nur der Nachzügler, der ein paar Tage später geschlüpft ist, ist ein bisschen kleiner“, hat Bronder beobachtet.

Wenn die Altstörche sich vom Futtersammeln ausruhen wollen, suchten sie das zweite Nest im Dorf auf, das auf der Molkerei thront. „Da haben sie ihr eigenes Schlafzimmer“, sagt Vereinsmitglied Michael Noe und schmunzelt.

Nach Schmolkes Angaben trafen das Weibchen und der männliche Storch am 4. und am 7. April in Dedenhausen ein. „Sie haben sich gleich gepaart“, sagt er. „Es ist ein anderes Männchen als im vorigen Jahr. Es ist beringt“, hatte Bronder mithilfe des Spektivs gleich nach der Ankunft festgestellt.

Kurz nach der Paarung war es am Horst zu Kämpfen gekommen. Das Weibchen und das Männchen hätten gemeinsam erfolgreich ihr Nest gegen einen Angreifer verteidigt, berichtet Schmolke. Ob es sich bei dem Angreifer um den männlichen Storch der Vorjahre gehandelt hat, könne er jedoch nicht sagen.

 

STORCHENNACHWUCHS - Ein Küken aus Nest geworfen

Storchennachwuchs gibt es nicht nur in Dedenhausen. Nach Auskunft des Naturschutzbeauftragten für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander, werden die drei Hänigser Jungstörche wahrscheinlich schon in der nächsten Woche ihre ersten Flugübungen machen. Von den ehemals vier Jungen in Obershagen sei eines aus dem Nest geworfen worden.

Im Burgdorfer Horst auf dem ehemaligen Fabrikturm hat Bernd Rose vom Naturschutzbund zuletzt nur noch einen Jungstorch beobachtet. Der zweite sei wohl gestorben.

Laut Weißstorchexperte Reinhard Löhmer wachsen in Steinwedel drei und in Arpke zwei Störche auf. Im Nest in Immensen habe er einen kleinen Storch gesehen. fs

 

c-2013-07-12-01-2

Das Nest auf der Wiese am Ortsrand von Dedenhausen.
Schiller

 

29. Mai 2013 - Marktspiegel Burgdorf

Mit Kescher und Becherlupe an die Burgdorfer Aue

53. VVV-JuniorClubTag am 12. Juni

c-2013-05-29-01-1

Mit dem Fahrrad die Burgdorfer Aue geht es am 12. Juni.
Foto: VVV Burgdorf

 

BURGDORF (r/jk). Ereignisreiche VVV-JuniorClubTage erlebten die teilnehmenden Kinder in den vergangenen fünf Monaten. Auch der letzte ClubTag des ersten Halbjahres verspricht wieder ein spannendes Erlebnis zu werden. Beim 53. Clubtag am Mittwoch, 12. Juni, geht es mit dem Fahrrad an die Aue.

Hintergrund ist die bis zum 23. Juni laufende Ausstellung „Flöh´ und Wanzen gehören auch zum Ganzen“, die der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zeigt. Dabei möchten die Mitglieder der Naturschutzorganisation schon bei Kindern und Jugendlichen ein frühzeitiges Verständnis für die natürlichen Zusammenhänge der Umwelt wekken.

Dass dies auf sehr unterhaltsame Weise geschehen kann, beweist der NABU als Organisator des 53. ClubTages. Nach dem gemeinsamen Treffen mit JuniorClub-Leiterin Sabine Fuchs um 16.00 Uhr am Stadtmuseum steuern die Teilnehmer (ab acht Jahren) mit dem Fahrrad die Burgdorfer Aue an. Dort betätigen sie sich als Umweltdetektive und untersuchen das Umfeld des Gewässers mit Keschern und Becherlupen. Aufzufinden sind zahlreiche Lebensformen kleinster bis mittlerer Größenordnung und vielfältige Pflanzenarten, die im Ökosystem der Aue ihren Platz gefunden haben. Für ein verkehrssicheres Fahrrad und eigene Verpflegung sind die Eltern der Mitfahrer verantwortlich.

Wer sich an der Aueerkundung beteiligen möchte, wendet sich an Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße, Tel. 05136/1862, für die erforderliche Voranmeldung. Der anfallende Kostenbetrag umfasst 2 Euro. Nichtmitglieder zahlen 4 Euro.

 

11. Mai 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Weißstörche brüten zurzeit in acht Nestern

Erhard Zander: Kämpfe um Horst gefährden Brut in der Regel nicht

c-2013-05-11-01-1

Peter Doms hat Anfang der Woche einen Kampf um das Uetzer Storchennest fotografiert. Die Angreifer sind vertrieben worden.

 

REGION. 2013 wird vermutlich ein gutes Storchenjahr in Uetze, Burgdorf und Lehrte. Paare brüten laut Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover, in Obershagen, Hänigsen, Uetze, Dedenhausen, Burgdorf, Immensen, Arpke und Steinwedel. Nur die Horste in Eltze sowie das zweite Nest in Hänigsen sind leer. Ob im Dollberger Nest, das erst seit April in der Fuhseniederung steht, gebrütet wird, ist unklar.

Ein wichtiges Datum ist laut Zander der 10. Mai. An diesem Tag, also gestern, muss das Gelege vollzählig sein. Dann stünden die Chancen gut für eine erfolgreiche Aufzucht. Wenn derzeit weiterhin um die Nester gekämpft werde, sei das normal und beeinträchtige die Brut in der Regel nicht, sagt Zander.

Sobald die Küken nach 30 Tagen geschlüpft sind, werden sie von ihren Eltern mit allerlei Leckereien – von Amphibien über Mäuse und Regenwürmer bis zu Schlangen – aufgepäppelt. „Mit sechs, sieben Wochen beginnen die Jungstörche dann mit Flugübungen.“ dt

 

07. Mai 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Pflanzen lechzen nach Wasser

Zu trocken: Auf den Feldern laufen schon die Beregnungskanonen – Gärtner gießen fleißig

c-2013-05-07-01-1

Auf dem Frühkartoffelfeld schließt der Uetzer Landwirt Claus-Heinrich Pahls den Schlauch, der einen Durchmesser von zehn Zentimetern hat, an die Beregnungskanone an.
Schiller

 

Sehnsüchtig warten die Landwirte aus Burgdorf und Uetze, aber auch Hobbygärtner auf Regen. Wegen der anhaltenden Trockenheit müssen sie die Pflanzen auf den Äckern und in den Gärten bewässern.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER UND ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF/UETZE. „Im Mai explodiert die Vegetation“, sagt Bezirkslandwirt Cord-Heinrich Schweer aus Hülptingsen. Gerade auf den leichten Böden im Raum Burgdorf/Uetze, die schnell austrockneten, benötigten die Pflanzen dringend Wasser.

Sein Uetzer Berufskollege Claus- Heinrich Pahls verweist auf den Winter, der zwar lang gewesen sei, aber kaum Schnee und Regen gebracht habe. Auch der Frühling sei bisher sehr trocken gewesen. „Während der Wachstumsphase der Kartoffeln hat es keine nennenswerten Niederschläge gegeben – nur einmal 20 Millimeter.“

Die Beregnungskanonen liefen nicht nur in den Frühkartoffeln, sondern auch im Wintergetreide und im Raps, sagt Pahls: „Inzwischen haben wir sogar mit dem Beregnen des Sommergetreides angefangen.“ Er beregne hauptsächlich nachts, weil dann weniger verdunste. Dass die Bauern bereits Anfang Mai ihre Äcker beregnen, sei nicht ungewöhnlich, erklärt Schweer. Eine Trockenphase sei seit mehreren Jahren für den Mai typisch.

„Die Blümchen brauchen alle Wasser“, stellt Hobbygärtnerin Gisa Kobbe aus Uetze fest. Nicht nur die Sonne, auch der Wind entziehe dem Boden in ihrem Blumengarten Feuchtigkeit. Bis auf die Stauden bewässere sie die Blumen mit einem Schlauch. Wichtig sei, den Boden zu lockern. Dann gelange das Wasser besser an die Wurzeln, sagt die Uetzerin. „Wir haben schon in der vorigen Woche beregnet“, sagt Angela Schmidt, stellvertretende Uetzer Heimatbund-Vorsitzende. Daher ließen die Kohl- und Salatpflanzen im Bauerngarten des Heimatbunds in Wackerwinkel noch nicht die Köpfe hängen.

Auch die Jungen und Mädchen des Kindergartens in Ehlershausen Zu trocken: Auf den Feldern laufen schon die Beregnungskanonen – Gärtner gießen fleißig haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Fleißig schleppen sie Gießkanne um Gießkanne zur jungen Elsbeere. Den Baum hat der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte und Uetze im Herbst 2012 zur Erinnerung an seinen verstorbenen Gründungsvater Günther Jatzkowski gepflanzt. „Alle sind emsig dabei“, sagt Kita-Leiterin Regina Krallmann. Auf diese Weise lernen die Kinder, dass auch

 

c-2013-05-07-01-2

Neela (von links), Julina und Leni gießen die junge Elsbeere vor ihrem Kindergarten in Ehlershausen. Jette (rechts) und Dara schauen zu.

 

06. Mai 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der NABU stellt seine breite Arbeit zur Schau

Ausstellung im Museum eröffnet – Artenschutz ist wichtiges Thema

c-2013-05-06-01-1

Dirk Brinkmann, Vorsitzender des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze (rechts), begrüßt die Gäste der Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum.
Heine

 

Zum ersten Mal in den 34 Jahren seit der Gründung zeigt der NABU Stadtverband Burgdorf, Lehrte, Uetze die Früchte seiner Arbeit in einer großen Ausstellung im Erdgeschoss des Stadtmuseums. Die liebevoll dokumentierte Schau ist nicht nur für Naturfreunde sehenswert.

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Der Titel der Ausstellung „Flöh’ und Wanzen gehören auch zum Ganzen“ nach einem Goethe-Zitat ist symbolisch gemeint und bezieht sich darauf, dass nicht nur der schöne Teil der Natur schützenswert ist. Insekten spielen jedoch in der Ausstellung nur eine kleine Rolle.

Viel Platz nimmt das Thema Artenschutz ein. Große Schautafeln veranschaulichen die Fortschritte. Sie zeigen zum Beispiel, wie es gelingt, Lebensräume für Störche, Eulen und Eisvögel zu erhalten. Zu besichtigen ist auch ein Winterquartier für Fledermäuse. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den die Ausstellung beleuchtet, ist die Renaturierung der Landschaft. Erklärt wird zum Beispiel der naturgetreue Umbau des Möschgrabens im Stadtpark, die Anlage von Streuobstwiesen und die Pflege von Feuchtgebieten.

Tierpräparate, Wespennester und Wildpflanzen wie Giersch und Spitzwegerich bieten Natur zum Anfassen. Kinder können Vogelstimmen raten und ein Naturquiz lösen.

„Die Natur braucht besonderen Schutz. Wir müssen im Kleinen anfangen. Maismonokulturen für Biogasanlagen und Windräder, die zur Todesfalle für Vögel und Fledermäuse werden, machen klar, dass Umweltschutz nicht automatisch auch Naturschutz ist“, sagte der NABU-Vorsitzende Dirk Brinkmann in seiner Eröffnungsrede.

 

RAHMENPROGRAMM - Von Vorlesestunde bis Nistkastenversteigerung

Für die Ausstellung „Flöh’ und Wanzen gehören auch zum Ganzen“ im Stadtmuseum an der Schmiedestraße hat der NABU ein interessantes Beiprogramm zusammengestellt.

Es beginnt am Sonnabend, 11. Mai, um 15 Uhr mit einer Vorlesestunde zum Thema Natur. Die Vorlesestunde für Kinder von drei bis sechs Jahren findet während der Ausstellungsdauer regelmäßig sonnabends statt. Letzter Termin ist der 22. Juni.

Außerdem hält Jan Cornelsen am Sonntag, 26 Mai, ab 17.30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Psychologie der Jagd“. Gabriele Sand vom Sprengel-Museum beschäftigt sich am Sonntag, 2. Juni, ab 17.30 Uhr mit inszenierter Natur am Beispiel von Landschaftsmalern und Künstlergärten im 20. Jahrhundert. Ihr Diavortrag heißt „Es ist natürlich alles künstlich“.

Am Sonntag, 9. Juni, berät Biologe Ralf Berkhan von 14 bis 17 Uhr Gartenbesitzer bei der Anlage eines Teiches. Zum Abschluss gibt es am Sonntag, 23. Juni, ab 16.30 Uhr eine Nistkästenversteigerung mit Ernst Schmidt. sy

 

c-2013-05-06-01-2

Ute Coviello (links) und Angelika Wirtz haben die NABU-Ausstellung federführend organisiert. Das Modell eines Katzenflohs gab die Anregung für den Titel „Flöh’ und Wanzen gehören auch zum Ganzen“.
Heine

 

03. Mai 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ruhe für Nest: Stadt sagt das Feuerwerk ab

 

BURGDORF. Am Sonnabend werden beim Frühlingsfest keine Raketen in den Himmel steigen und keine Böller explodieren. Die Stadt hat das Feuerwerk auf dem Pferdemarktplatz abgesagt – zum Schutz der streng geschützten Störche, die auf dem alten Fabrikschornstein brüten.

Die Stadt hat gestern der Feuerwerkerei Manhart, die Frühlingsfest-Schausteller Harry Knossolla beauftragt hatte, mit Verweis auf das Naturschutzgesetz das Abbrennen des Feuerwerks untersagt.

Der Naturschutzbund und der Weißstorchbeauftragte der Region hatten den Verzicht auf das Feuerwerk gefordert, weil sie befürchten, dass die brütenden Störche und Singvögel in den benachbarten Grünflächen in Panik geraten. Dieser Auffassung hat sich die Untere Naturschutzbehörde angeschlossen und die Stadt Burgdorf gebeten, das „Feuerwerk umgehend zu untersagen“.

„Das ist schon ärgerlich. Das Feuerwerk ist der Höhepunkt des Frühlingsfests gewesen“, sagt Schausteller Knossolla. „Ich habe zwar Verständnis für die Natur, aber man darf den Menschen nicht alles verbieten.“ Hätte er das eher gewusst, hätte er ein geräuschloses Feuerwerk bestellt. dt

 

02. Mai 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Verzicht auf Feuerwerk an Aue gefordert

NABU: Störche und Singvögel schützen

c-2013-05-02-01-1

Das Storchenpaar hat das Nest auf dem alten Fabrikschornstein in Besitz genommen.
Moßmann

 

Der Naturschutzbund (NABU) will das für Sonnabend geplante Feuerwerk auf dem Pferdemarktplatz verhindern – zum Schutz der Störche, die etwa 450 Meter entfernt brüten. In einem Brief bittet der NABU die Stadt, die Genehmigung für das Feuerwerk zurückzunehmen.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Zudem hat die NABU- Ortsgruppe die untere Naturschutzbehörde der Region sowie den regionalen Weißstorchbeauftragten Reinhard Löhmer informiert. Der Brief an die Stadt datiert von Montag, 29. April, einen Tag nachdem die Werbeplakaten aufgehängt wurden, die das Frühlingsfest mit dem Feuerwerk ankündigen. Seit gestern sind die Fahrgeschäften auf dem Schützenplatz geöffnet.

NABU-Vorstandsmitglied Bernd Rose begründet die Bitte, das laute Feuerwerk ausfallen zu lassen, mit dem Hinweis auf die Brut- und Setzzeit. Rund um den Pferdemarktplatz brüteten neben den Störchen viele Singvögel. Der Lärm versetze nicht nur Hunde und Katzen in Panik, sondern auch die Wildtiere.

„In dieser empfindlichen Zeit sollte man auf das Feuerwerk verzichten“, sagte Löhmer auf Anfrage. Der Storchenbeauftragte kennt jedes Storchennest in der Region. Gerade um den Burgdorfer Horst auf dem Schornstein der einstigen Konservenfabrik habe es im April viele Kämpfe gegeben: Das Storchenmännchen vom Vorjahr sei als erstes angekommen, wurde dann von einem Jungstorch vertrieben, flog zum Steinwedeler Nest, verschwand auch dort und ist erst vor Kurzem auf den Schornstein zurückgekehrt, berichtete Löhmer. Inzwischen brüte das Paar zwar, „doch die Situation ist nicht sonderlich stabil“. Schon 2012 gab es in Burgdorf keinen Nachwuchs.

Die Untere Naturschutzbehörde teilt die Bedenken und hat mit Verweis auf die streng geschützten Störche die Stadt Burgdorf am Dienstag gebeten, „das geplante Feuerwerk umgehend zu untersagen“. Diese E-Mail war jedoch am Dienstag bis 18 Uhr nicht bei der Stadt eingegangen, wie Bürgermeister Alfred Baxmann gestern sagte. Es sei sehr befremdlich, dass die Naturschutzbehörde erst jetzt reagiere, die Beschwerde liege dort sei einem Jahr vor, sagte Baxmann. „Ich sehe noch keine Veranlassung, ein Verbot für das Feuerwerk auszusprechen. Ich werde mich aber mit den Fachleuten in der Stadtverwaltung beraten.“

 

27. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Interview

Arbeit der Naturschützer trägt Früchte: Seltene Arten kehren zurück

c-2013-04-27-01-2

Dirk Brinkmann

 

Über die Erfolge, Ziele und die Arbeit des 1950 Mitglieder starken NABU-Ortsverbands Burgdorf, Lehrte, Uetze hat Redakteurin Anette Wulf-Dettmer mit dem Vorsitzenden Dirk Brinkmann gesprochen.

Wofür setzt sich der NABU-Ortsverband ein?

Unser Hauptanliegen ist die Pflege von Naturschutzflächen und die Schaffung weiterer Feuchtbiotope. Diese dienen sozusagen als Trittsteine, damit selten gewordene Arten bei uns wieder heimisch werden.

Zeigen sich schon Erfolge?

Auf jeden Fall. Insgesamt kann man sagen, dass die Natur sich langsam erholt. Arten wie der Fischotter, der Biber, der Kranich und sogar der See- und Fischadler kommen in die Region zurück. Problematisch ist es nach wie vor für Feldlerche, Kiebitz, Brachvogel und fast alle Amphibien.

Welche Aufgaben stellt sich der Ortsverband für die Zukunft?

Wir wollen wieder Knicks und Hecken in der oft leergeräumten Feldmark anlegen, um Rückzugsräume für die Tierwelt zu schaffen. Eine große Kahlfläche gibt es zum Beispiel zwischen Burgdorf und Röddensen. Das Problem kommt auch auf die Landwirte zu. Denn es kommt häufiger zu langen Trockenperioden, sodass die Ackerkrume fortgeweht wird. Wir wollen darüber mit den Kommunen und Unterhaltungsverbänden reden.

Die Arbeit geht ihnen ja offensichtlich nicht aus. wie schafft der Ortsverbands das alles, nicht zuletzt auch finanziell?

Wir haben 60 bis 70 sehr engagierte und kompetente Mitglieder. Da reicht meist ein Anruf und schon kann ein Arbeitseinsatz starten. Zur Finanzierung unserer Projekte beantragen wir Fördermittel vor allem aus der Bingo-Lotterie. Es gibt aber auch Mitglieder, die freiwillig statt 48 Euro Jahresbeitrag bis zu 2000 Euro zahlen. Zudem haben wir großzügige Spender.

 

27. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Natur zieht ins Museum ein

NABU bereitet eine große Ausstellung über unscheinbare und bedrohte Tierarten vor

c-2013-04-27-01-1

Gemeinsam ziehen Dieter Kleinschmidt (von links) Dietmar Siems, Ernst Schmidt und Harald Beckmann im Stadtmuseum ein Plakat in die Höhe. Es zeigt auf anschauliche Weise, dass der Laubfrosch immer seltener in der freien Natur anzutreffen ist.
Wulf-Dettmer

 

Für sieben Wochen zieht die Natur in das Stadtmuseum an der Schmiedestraße ein. Der Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze des Naturschutzbundes (NABU) präsentiert sich dort zum ersten Mal mit einer großen Ausstellung.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. In diesen Tagen sind NABU-Mitglieder dabei, die Ausstellung „Flöh’ und Wanzen gehören zum Ganzen“ aufzubauen, die am Sonnabend, 4. Mai, eröffnet wird. „Wir wollen vor allem auf Tiere aufmerksam machen, die im Ansehen der Menschen nicht ganz so hoch stehen“, sagt Ute Coviello. Sie hat mit Angelika Wirtz die Präsentation federführend ausgearbeitet. „Auch räuberische Wanzen, unheimliche Fledermäuse und unangenehme Wespen sind wertvoll für das ökologische Zusammenspiel“, sagt Wirtz.

Die NABU-Mitglieder werden die Lebensräume dieser Tiere sowie selten gewordener Arten vorstellen und zeigen, warum sie bedroht sind. Es gebe beispielsweise in den Gärten kaum noch Brennnesseln und Löwenzahn. „Dabei sind dies wichtige Nahrungspflanzen für viele Tiere“, sagt Karin Meisinger, die den Lehrter Klinikgarten betreut.

Erklärt wird den Besuchern das Zusammenspiel anhand von Schaubildern und Exponaten. „Das Schulbiologiezentrum Hannover leiht uns viele ausgestopfte Tiere“, berichtet Coviello. Zudem können die Besucher einen Blick in Nester aller Art werfen. „Wir zeigen zum Beispiel Hornissen- und Wespennester“, sagt Ernst Schmidt. Vorträge sowie Beratung für Teichbesitzer runden das Ausstellungsprogramm ab. Für Kindergartenkinder gibt es zudem jeden Sonnabend von 15 bis 16 Uhr eine Vorlesestunde. „Wir lesen aus Büchern über die Natur vor“, sagt Coviello.

 

Mit einem Vortrag zum Klima- und Artenwandel wird die Ausstellung am 4. Mai um 11 Uhr eröffnet. Sie kann bis zum 23. Juni sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

 

17. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Angst vor Beeinträchtigungen

50 Bürger diskutieren mit Andreas Bethmann über geplante Windräder bei Hülptingsen

c-2013-04-17-01-1

Annähernd 50 interessierte kommen nach Hülptingsen, um auf dem Hof Schweer mit Andreas Bethmann (links) über die von ihm angestrebten Windkraftanlagen zu diskutieren.
Köhler

 

Die Absicht einiger Landwirte, im Osten von Hülptingsen mehrere fast 200 Meter hohe Windkraftanlagen zu bauen, polarisiert und verunsichert Anwohner. Das ist am Montagabend bei einer mit rund 50 Teilnehmern gut besuchten Diskussion über die Nutzung der Windenergie deutlich geworden, zu der die CDU eingeladen hatte.

VON SANDRA KÖHLER

HÜLPTINGSEN. Andreas Bethmann stellte als Sprecher der Landwirte die Eckdaten des Vorhabens auf der bereits ausgewiesenen Vorrangfläche östlich von Hülptingsen vor. Sechs Anlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern seien es, deren Projektierung mehrere Grundstückseigentümer gemeinsam vorantreiben wollten. Vier davon sollen Bethmann zufolge abgegeben werden, eine wollen die Landwirte selbst betreiben und eine den Burgdorfern zur Verfügung stellen.

Etwa 200 Meter vom Wald entfernt, geschätzte 500 Meter vom Gewerbegebiet: Insbesondere den Anwohnern des Neubaugebietes macht der geplante Standort Bauchschmerzen. Sie befürchten Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität infolge von Schattenwurf, einer 24-Stunden-Befeuerung, außerdem einen Wertverlust ihrer Grundstücke sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen wegen des befürchteten Lärms und Infraschalls.

Deshalb favorisieren sie einen weiter abseits gelegenen Standort. Das jedoch passt nicht zu den Geschäftsinteressen der Landwirte: „Ich bin Unternehmer und will mit meinem Land Geld verdienen“, verteidigte Bethmann die Standortwahl. Er betonte jedoch, dass alle gesetzlichen Auflagen eingehalten würden, falls es zum Bau kommt: „Noch ist ja nichts entschieden.“

Auch Naturschützer meldeten Bedenken an. Bernd Rose vom NABU verwies darauf, dass statistisch jedem Windrad pro Jahr acht Fledermäuse zum Opfer fielen. „Damit verstößt jeder Betreiber gegen das Bundesnaturschutzgesetz.“ Noch mehr Sorgen macht aber den Naturfreunden ein Rotmilan, der über Hülptingsen seine Kreise zieht: „Dem kann man nicht einfach sagen: Hier geht’s nicht durch, flieg rechts dran vorbei.“ Falls ein Gutachten ergebe, dass dieser seinen Nistplatz genau dort hat, „gibt es meines Erachtens keine Möglichkeit, die Windräder zu bauen“, sagte Bethmann. „Wenn die Stadt sagt, das wird nichts, akzeptiere ich das. Dann komme ich eben in zwei Jahren mit einem Hähnchen- oder Schweinestall.“

 

16. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Störche verteidigen ihr Nest

Der Naturschutzbeauftragte hofft nach 17 Jahren auf eine erfolgreiche Brut in Uetze

c-2013-04-16-02-1

Ein Storchenpaar hält den Horst auf dem alten Uetzer Schlauchturm besetzt. in den vergangenen Jahren hatte es nur kurze Horstbesuche gegeben. 1996 hatten das letzte Mal Störche in Uetze gebrütet.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Wird nach 17 Jahren wieder ein Storchenpaar in Uetze brüten? Seit Sonnabend hält ein Pärchen das Nest auf dem alten Schlauchturm besetzt, obwohl ein dritter Weißstorch die beiden zu vertreiben versucht.

Das Männchen sei in der vorigen Woche gekommen, sagt Ute Kaufmann, die in der Nähe wohnt. „Am Samstag habe ich zum ersten Mal auch das Weibchen gesehen“, berichtet die Uetzerin. Beide Störche hätten dann miteinander geturtelt. Am Nachmittag sei ein dritter Storch aufgetaucht und mehrfach im Tiefflug über das Nest hinweggeflogen, um das Pärchen zu vertreiben. Dieses habe mit einem lauten Klappern zu verstehen gegeben, dass es den Horst nicht hergeben wolle. Auch gestern Mittag sei wieder ein Störer, wie Fachleute sagen, erschienen.

1996 hatte das letzte Mal ein Storchenpaar in Uetze gebrütet. Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander hofft, dass es jetzt endlich wieder mit einer Brut klappt: „Wenn sich beide Störche da schon ein paar Tage halten, werden sie wohl bleiben.“

Nach Einschätzung des Storchenfachmanns Reinhard Löhmer kann man das erst Ende April/Anfang Mai mit Sicherheit sagen. Denn Kabbeleien um ein Storchennest seien in dieser Jahreszeit normal. „Zurzeit ist der Teufel los, weil immer noch Störche nachkommen“, sagt Löhmer. Störche, die erst jetzt aus Afrika einträfen, versuchten häufig, einen bereits besetzten Horst zu erobern.

So habe ein unberingtes Männchen gerade den beringten männlichen Storch, der im vorigen Jahr in Burgdorf war, von Burgdorf nach Steinwedel vertrieben. Auf dem Nest in Steinwedel halte er sich jetzt mit einem unberingten Weibchen auf. In Burgdorf sei jetzt ein anderes Pärchen.

Recht stabil sieht die Lage laut Zander in Dedenhausen aus. Dort sind die Störche am 5. und am 10. April eingetroffen. „Sie haben sich schon gepaart“, weiß Zander. In Hänigsen brütet sogar bereits ein Pärchen.

 

16. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kunstvoll bemalte Prinzhorn-Nistkästen lachen Frühling ins Gesicht

 

c-2013-04-16-01-1

Prinzhorn-Schüler haben vom Naturschutzbund gestellte sowie selbst gebaute Vogelnistkästen im Kunstunterricht in Kunstwerke verwandelt.
Dege

 

BURGDORF. Eine kombinierte vierte und fünfte Klasse sowie ein Wahlpflichtkurs der Prinzhornschule haben mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion den endlich einziehenden Frühling begrüßt. Die Kinder und Jugendlichen gestalteten vom NABU gestellte sowie im Werkunterricht teilweise sogar selbst hergestellte Vogelnistkästen so kunstvoll, dass diese demnächst eine ganze Wand im Stadtmuseum schmücken sollen.

Gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Birgit Langer machten sich die jungen Maler daran, Nistkästen für Höhlenbrüter (Blaumeise, Star), Kolonienbrüter (Haussperling) und Halbhöhlenbrüter (Bachstelze, Bachrotschwanz) mit kunstvollen Motiven zu versehen – von der Schmusekatze über Musikanten und ein Hochzeitspaar bis hin zu einem Meer von Blüten. „Hauptsache bunt und fröhlich“, hatte Langer als Motto ausgegeben.

NABU-Einsatzleiter Schmidt zeigt sich vom Ergebnis derart begeistert, dass er die Prinzhorn- Kunstwerke nun nicht nur in die NABU-Präsentation aufnimmt, die vom 4. Mai bis 23. Juni im Stadtmuseum zu sehen sein wird, sondern dort am letzten Ausstellungstag auch meistbietend versteigern will. jod

 

15. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder tragen mit NABU Kröten über die Straße

Großteil der Tiere ist bereits am Ziel angekommen – Winter verzögert Wanderschaft

c-2013-04-15-01-1

NABU-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner (links) erklärt Kindern und Eltern, warum die Kröten in diesem Jahr so spät auf Wanderschaft gehen.
Knoche

 

VOB KAI KNOCHE

RAMLINGEN. Mit Handschuhen, Eimern, Gummistiefeln und Warnwesten ausgestattet, haben gestern rund 30 Kinder mit ihren Eltern am Waldbad Ramlingen Kröten über die Straße getragen. Der große Andrang blieb aus: Die meisten der Tiere, die im Wald westlich des Ortes überwintern, waren bereits auf Wanderschaft gegangen und in ihren Laichgebieten angekommen.

„Wofür sich die Tiere sonst zwei oder drei Wochen Zeit lassen, haben sie am Mittwoch und Donnerstag durchgezogen. Da war es kurzzeitig etwas wärmer“, sagte Hans- Jürgen Sessner vom Natuschutzbund (NABU), während er seine Helferschar an der Kreisstraße begrüßte. In den zwei Nächten seien es zusammen rund 300 Tiere gewesen – am Wochenende sank die Zahl auf 30 Exemplare. Als Ursache hat der Jugendwart den langen Winter mit viel Frost ausgemacht, der die Wanderung verzögert habe. Eigentlich machten sich die Tiere bereits im Februar auf, so Sessner.

Davon ließen sich die jungen Krötenträger nicht bremsen, suchten die Eimer am Zaun ab und hatten wenig Hemmung, die Kröten aufzunehmen. „Die fühlen sich glitschig an, kitzeln aber schön auf der Hand“, sagte die neunjährige Lina. Für viele Kinder war es das erste Mal – und das Angebot des NABU gefiel auch Vater Ingo Hartkopf: „Die Kinder wollen in diesem Alter sowieso den ganzen Tag draußen sein und lernen so gleich auch noch etwas.“

 

09. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Lehrpfad hat jetzt wieder alle 38 Bäume

Stadt pflanzt auch Ersatz für gefällte Eichen

c-2013-04-09-01-1

Die Bauhofmitarbeiter Cord Wesche (von links), Wolfgang Achteresch, Steffen Beneke und Ingo Damköhler prüfen den richtigen Stand der Eiche vor den Stadtwerken.
Korte

 

Der Baumlehrpfad des Naturschutzbundes (NABU) ist wieder komplett. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben im Stadtpark zwei Bäume nachgepflanzt und zudem Ersatz für die beiden gefällten Eichen vor dem Gebäude der Stadtwerke geschaffen.

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Zwei der insgesamt 38 Bäume des Lehrpfads, den der NABU mit Unterstützung der Stadt, des Stadtmarketing- sowie des Verkehrs- und Verschönerungs- Vereins (VVV) eingerichtet hat, fehlten seit einiger Zeit. Für eine Trauer- oder auch Hängebuche, die nach Worten des stellvertretenden NABU-Vorsitzenden eingegangen war, ist unweit des Stadtparkteichs Ersatz geschaffen worden.

Ein Baumhasel, der nahe der Kirche an der Marktstraße gestanden hatte, musste dem Stadtstraßenumbau weichen. An seiner Stelle ist nun ein Baumhasel ebenfalls nicht weit vom Stadtparkteich an der Bahnlinie gepflanzt worden. Die Stadt habe auf die Anfrage des NABU sogleich reagiert und auf ihre Kosten zwei neue Bäume bestellt, sagte Kleinschmidt zur problemlosen Vervollständigung des Baumlehrpfads.

Dessen 38 Bäume sind einzeln mit Steinen gekennzeichnet, auf denen der Name steht. Die Liste reicht vom Bergahorn über die Pyramideneiche bis hin zum Urwald- Mammutbaum. Über den Stadtmarketingverein können unter der Telefonnummer (0 51 36) 18 62 auch Gruppenführungen geordert werden.

Die beiden mehr als 150 Jahre alten Eichen an der Straße Vor dem Hannoverschen Tor waren im vergangenen Herbst gefällt worden. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die beiden von der Region auf der Liste der Naturdenkmale geführten Baumriesen vor dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke innen morsch waren.

Gestern ist als Ersatz eine schon recht ansehnliche Stileiche von rund neun Metern Höhe gepflanzt worden. Sie kostete nach Auskunft der Stadtverwaltung mitsamt Anwuchshilfen und allen Personalkosten rund 2500 Euro.

 

c-2013-04-09-01-2

Im Stadtpark packt Dieter Kleinschmidt vom NABU beim Pflanzen des Baumhasels mit an.
Korte

 

06. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

NABU stellt neues Storchennest auf

Weißstörche finden in der Fuhse-Niederung genügend Nahrung

c-2013-04-06-02-1

Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander füllt vor dem Aufstellen des Masts Pferdemist in den Weidenkorb, der als Storchennest dienen soll.
Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

DOLLBERGEN. Seit 2004 hat in Dollbergen kein Storchenpaar mehr gebrütet. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Daher hat der Naturschutzbund (NABU) nun unter Leitung des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander in der Fuhse-Niederung auf einer Wiese am Dorfrand ein neues Nest aufgestellt.

Dieses besteht aus einem Weidenkorb, den Zander am Rand mit Weidenzweigen verstärkt hat. Der Korb ist auf einem zwölf Meter hohen Holzmast angebracht. Die Metallkonstruktion, auf der das Nest ruht, und die Halterung für den Stamm hat Wilhelm Schmolke aus Dedenhausen angefertigt.

Bevor die Helfer den Pfahl mithilfe zweier Traktoren aufrichteten, hatte Zander den Weidenkorb noch mit wärmenden Pferdemist gefüllt. „Das ist die Fußbodenheizung“, scherzte Zander. Das Betonfundament für den Mast haben der NABU und der Heimatverein Dollbergen bereits vor 14 Tagen gegossen.

Die Aktion hat Zander mit dem Storchenfachmann Reinhard Löhmer abgestimmt. Der ist wie Zander der Meinung, dass Dollbergen ein guter Brutplatz für Weißstörche ist. In der Fuhse-Niederung mit einem hohen Grünlandanteil müssten die schwarz-weiß gefiederten Vögel ausreichend Nahrung finden.

Möglicherweise hänge es mit dem Standort des alten Nestes auf der Kirche zusammen, dass zuletzt kein Storchenpaar mehr in Dollbergen gebrütet habe, vermutet Löhmer. Deshalb ist es nach seinen Worten einen Versuch wert, einen neuen Nistplatz anzubieten. „Damit es in diesem Jahr mit einer Brut klappt, muss das Pärchen bis Ende des Monats eintreffen“, sagt Zander. Das Gelege müsse bis zum 10. Mai vollständig sein.

 

c-2013-04-06-02-2

Der Mast mit dem Nest wird auf einer Wiese aufgestellt.
Schiller

 

06. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Störche hat es eiskalt erwischt

Vögel suchen auf Deponie Nahrung – Kraniche wollen nicht weiterfliegen – Den Kröten ist es noch zu kalt

c-2013-04-06-01-1

Der Storchenbeauftragte Reinhard Löhmer hofft, dass sich in den Horsten der Region Hannover wie im vergangenen Jahr 33 Storchenpaare einfinden und viel Nachwuchs produzieren. Diese Aufnahme ist dem myheimat-Autor Jürgen Bady in Immensen gelungen.

 

Der lang andauernde Winter mit langen Frostperioden hat auch Auswirkungen auf die heimische Tierwelt. Sie gerät etwas durcheinander. Störche wären besser umgekehrt, Kraniche dehnen ihren Zwischenstopp aus. Kröten wollen längst laichen, zögern aber wegen der Kälte noch.

VON MARION BRUNNECKER

LEHRTE. „Störche sind mobil. Sie könnten in wärmere Gefilde zurückweichen. Schließlich können sie am Tag 300 bis 500 Kilometer zurücklegen“, sagt Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter der Region Hannover. Doch die innere Uhr halte die Störche davon ab, denn die Brutzeit stehe kurz bevor. Am 20. März hätten bereits etwa 60 Prozent der Brutvögel, die sich in der Region Hannover niederlassen, die Horste besetzt. Dabei handele es sich vor allem um die sogenannten Westzieher, die aus Spanien kommend sich durch Kälte, Wind und Schnee durchgekämpft haben, sagt Löhmer: „Sie scheren sich nicht um das Wetter und bleiben hier.“ Der hartnäckige Dauerfrost hat Meister Adebar nicht existenziell bedroht, auch wenn sich die Nahrungssuche schwieriger gestaltet. „Wir hatten hier nie lange eine hohe Schneelage“, sagt der Storchenexperte. Daher sei die Landschaft offen, und die Feldmäuse könnten sich nicht unter dem Schnee verstecken. Auch Gräben sind nicht alle zugefroren, sodass sich der Storch ins Wasser stellen und kleine Fische fangen kann.

Zudem profitieren Adebar und auch andere Vögel vom Restmüll der Menschen, der auf der Burgdorfer Deponie landet. Von dort sei ihm berichtet worden, dass Störche versucht haben, sich aus Müllresten etwas herauszufischen und auf Mülltüten herumklettern, sagt Löhmer. Er vermutet, dass die Tiere aus Arpke, Immensen und Steinwedel herbeigeflogen sind. Nach einer neuen EUVerordnung müsse der Restmüll jetzt in Hallen gekippt werden, sodass er für Störche und andere Vögel schlechter erreichbar ist. „Aber es gibt ja auch Menschen, die dies und das über den Gartenzaun werfen, um dem Storch zu helfen.“ Löhmer ist allerdings der Auffassung, dass dies nicht zu intensiv gemacht werden sollte: „Der Storch soll lernen, im März hier noch nicht aufzutauchen.“

Kraniche dehnen Zwischenstopp aus

Der heftige Winter hat auch Auswirkungen auf das Verhalten der Kraniche, hat Lehrtes Naturschutzbeauftragter Christian Helmreich beobachtet, der das Naturfreundeheim in Grafhorn betreibt. „Üblicherweise legen die Kraniche bei uns nur für drei bis fünf Tage einen Zwischenstopp ein. Wegen der klirrenden Kälte und des starken Ostwindes bleiben sie noch hier“, sagt er. Sie ernährten sich von Maisresten, die auf den Feldern herumliegen.

Noch gar nicht blicken lassen sich indes die Kröten, die längst zum Laichen an die Teiche gewandert sein müssten. Sie hocken sozusagen mit ihrem Laich in den Startlöchern und warten auf wärmere Temperaturen. „Der Himmel muss sternenklar sein“, sagt Helmreich. Zur Orientierung benötigten die Kröten die Lichtpunkte am Himmel, ansonsten würden sie kreuz und quer über die Straße hüpfen. Dann sei die Gefahr besonders groß, dass sie von Autos erwischt werden.

 

c-2013-04-06-01-2

Reinhard Löhmer - Christian Helmreich

 

04. April 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Braunes Langohr überwintert im Bunker

Seit 2011 gibt es im Hohnhorstpark ein Fledermaus-Winterquartier – NABU zählt fünf Tiere

c-2013-04-04-01-1

Kontrolle im Bunker: Bernd Rose (großes Bild) sucht mit einer Taschenlampe in den Hohlsteinen nach Fledermäusen. Untrügliche Zeichen haben die Tiere an der Außenwand des Quartiers im Hohnhorstpark (kleines Bild) hinterlassen – Rose hat dort Kotspuren entdeckt.
Eggers (2)

 

VON KATJA EGGERS

LEHRTE. Das Braune Langohr liebt es feucht und dunkel. Im Erdbunker am Rand des Hohenhorstparks findet die kleine Fledermausart daher ideale Bedingungen zum Überwintern. Einige Exemplare des Nachtjägers haben das Quartier, das der Naturschutzbund (NABU) 2011 dort errichtet hat, auch bereits bezogen.

„Der Bunker wurde erstaunlich gut und schnell angenommen“, sagt Bernd Rose vom NABU Burgdorf- Lehrte-Uetze. Normalerweise dauere es zwei bis drei Jahre, bis sich Fledermäuse in neuen Winterquartieren einfänden. Im Lehrter Bunker hat Rose bei einer ersten Kontrolle im Dezember 2011 jedoch bereits drei Tiere entdeckt. Im Januar diesen Jahres waren es schon fünf.

Beliebt ist das 20 Quadratmeter große Winterquartier am Rande des ehemaligen Grabelandes vor allem bei den Arten Braunes Langohr und Großes Mausohr. Ins Innere gelangen die Tiere durch einen kleinen Schlitz über der Metalltür. Im Bunker ziehen sich die Fledermäuse in die Ritzen und Löcher von Hohlsteinen zurück. An den Wänden hat der NABU zudem Tonziegel angebracht, die den Tieren ebenfalls Verstecke bieten. In diesem Jahr hat Rose zudem eine Fledermaus entdeckt, die nicht im Bunker, sondern in einer der Steinritzen direkt über dem Eingang sitzt.

Rose ist Fledermausbeaufragter für die Region Hannover. Den Bunker in Lehrte kontrolliert er zweimal im Jahr, jeweils zum Winteranfang und zum -ende. Ihren Winterschlaf halten die Fledermäuse dort in der Regel von November bis Februar oder März.

Die Tiere seien ortstreu und würden Quartiere, in denen sie sich wohlfühlen, auch in den nächsten Wintern wieder aufsuchen. Rose geht daher davon aus, dass sich in dem Bunker von Jahr zu Jahr mehr Tiere einfinden werden. „Wo man gut überwintern kann, spricht sich unter den Fledermäusen ganz schnell herum“, sagt Rose mit einem Augenzwinkern.

 

c-2013-04-04-01-2

Das Braune Langohr ist nur vier bis sechs Zentimeter groß.

 

25. März 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Lenz versteckt sich im Schnee

Kindergruppe des Naturschutzbundes spürt im Burgdorfer Holz dem Frühling nach

c-2013-03-25-01-1

Die Kinder suchen mit Hans-Jürgen Sessner vom NABU (großes Bild, Zweiter von rechts) im Burgdorfer Holz nach Frühlingsboten.
Köhler

 

Klirrender Nachtfrost und tagsüber kalter Ostwind: in diesem Jahr scheint der Winter gar nicht weichen zu wollen. die Nachwuchsforscher des Naturschutzbunds (NABU) haben am Sonnabend das Burgdorfer Holz durchstreift – auf der Suche nach dem Frühling.

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF. Für den kleinen Trupp unter der Führung von Hans-Jürgen Sessner war das keine leichte Aufgabe. Schneeglöckchen und Leberblümchen, summende Hummelköniginnen und taumelnde Zitronenfalter: Von all diesen bekannten Frühlingsboten keine Spur. Nicht einmal das typische Trommeln der Spechte war zu hören. Stattdessen entdeckten die Jungen und Mädchen Trittsiegel von Rehen und Hasen im Schnee und fest geschlossene Knospen an den Büschen.

„In diesem Jahr ist alles anders“, sagte Sessner. Der lange, strenge Winter sorge dafür, dass Tiere und Pflanzen in Wartestellung verharrten. Auch an den Krötenzäunen tue sich noch nichts, erzählte er den Kindern, die gerade andächtig dem zarten Zwitschern einer Meise gelauscht hatten: „Doch wenn die Temperaturen sich erst im Plusbereich einpendeln, geht es sofort los“, wusste Sessner zu berichten.

Auch die Zugvögel, die jetzt in riesigen Schwärmen nach Europa zurückkehren, warteten sehnsüchtig auf den Frühling, sagte Sessner: „Einigen ist es im Norden noch zu kalt, sodass sie wieder umdrehen.“ Füttern sei übrigens nur bei geschlossener Schneedecke nötig, ansonsten fänden die gefiederten Besucher sehr wohl etwas zu fressen.

Das erste Grün fanden die jungen Naturforscher mit etwas Mühe dann doch. Halb unter dem Schnee verborgen, trieben Löwenzahn und Buschwindröschen bereits erste Blätter und werden bei passender Witterung in Bälde blühen. „Ein bisschen dauert’s aber noch“, meinte Sessner. Er hofft darauf, dass mit dem Osterfest auch der Frühling endlich sichtbar einzieht.

 

c-2013-03-25-01-2

Außer Buschwindröschen (von oben links im Uhrzeigersinn) und Rehspuren haben sie Löwenzahn und knospende Zweige entdeckt.
Köhler

 

20. März 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Störche kommen früh zurück

Hülptingser Nest ist derzeit abgebaut

c-2013-03-20-01-1

Turtelei oder Streit? Im alten Horst auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße hat der Burgdorfer Hobbyfotograf Bernd Moßmann jetzt diese beiden Störche beobachtet und fotografiert.
Foto: Bernd Moßmann

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Auch wenn der Tisch für sie erst spärlich gedeckt ist, sind etliche Störche schon aus ihren milden Winterquartieren an Aue und Fuhse zurückgekehrt. Auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße werden derzeit sogar zwei Störche beobachtet. Das sei sehr früh, sagt der Storchenbeauftragte Erhard Zander aus Hänigsen. Denn für eine erfolgreiche Aufzucht reiche es, wenn das Gelege bis zum 10. Mai komplett ist.

Eines der Tiere in Burgdorf ist auf jeden Fall ein Männchen. „Es trägt einen Ring am linken Bein“, sagt Bernd Rose vom NABU-Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze. Er wohnt in Sichtweite des Horstes, sodass er das Geschehen gut beobachten kann. Rose vermutet, dass Hülptingser Nest ist derzeit abgebaut der zweite Storch ein fremdes Weibchen ist. Hobbyfotograf Bernd Moßmann ist ein Schnappschuss gelungen, als die beiden Adebars auf dem Nest turtelten oder sich möglicherweise auch stritten. Das sei leider nicht immer klar zu erkennen, sagt Rose.

2012 war in Burgdorf kein gutes Storchenjahr. „Wegen Störmanövern von Jungstörchen, die spät im Frühjahr ankamen, hat das Storchenpaar keines seiner zwei Gelege hochbekommen“, sagt Rose. Damit die Jungstörche die Paare auf alten Nestern nicht stören, hat der NABU den Horst in Dachtmissen mit einem Weidenkorb und weißer Farbe für sie attraktiver gemacht. Das Nest in Hülptingsen, auf dem 2012 erstmals seit 40 Jahren ein Storch für mehrere Tage Quartier bezog, ist indes wegen Bauarbeiten vorerst vom Dach genommen worden.

 

16. März 2013 - Die Zeitung - Uetze

Tierquälerei der übelsten Art

Mit Celine unterwegs

c-2013-03-16-01-1

In dem Bunker hinter dieser Tür wurden die toten Kätzchen gefunden
Foto: Bernd Rose - NABU

 

Was ich heute berichten werde, übertrifft fast alles, was ich in meinem bald 13-jährigen Leben erfahren habe. Es handelt sich um Katzenmord der übelsten Art, Das wurde mir von Diethard Karp berichtet und er hat auch die Bilder zur Verfügung gestellt.

Zusammen mit anderen Naturschützern betreut Diethart Karp in Berkhöpen bei Edemissen einen Bunker, wo seltene Fledermäuse leben. Damit die Fledermäuse nicht im Bunker ausharren müssen, sondern auch in die Natur fliegen können, ist in der dicken Metalltür ein Schlitz eingebaut.

Durch diesen Schlitz hat jemand zwei Kätzchen hineingeworfen, und zwar in der bösen Absicht, dass sie im Bunker verenden. Dies ist leider auch passiert, denn so oft kommen die Naturschützer nun auch nicht hin, um nach dem Rechten zu schauen, Groß war nicht nur die Überraschung, sondern auch die Wut, als man neulich die zwei toten Kätzchen entdeckte. Sie lagen dicht aneinander. Das Kätzchen, das am längsten gelebt hat, hat von seinem Artgenossen gefressen, um in seiner Not zu überleben. Es hat ihm aber leider nichts geholfen. Ich finde es grausam, dass es so herzlose Menschen gibt, wie derjenige, der die Kätzchen in den Bunker geworfen hat und ich hoffe, dass jemand der Polizei einen Tip geben kann, wer der Täter ist, denn nach meiner Meinung soll er die höchstmögliche Strafe nach dem Tierschutzgesetz bekommen. Und das heißt drei Jahre Haft!

Bis zum nächsten Mal.
Küsschen
Ihre Celine

 

c-2013-03-16-01-2

Dicht aneinander lgen die toten Kätzchen
Foto: Bernd Rose - NABU

 

14. März 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Adebar ist da: Auch das Storchenweibchen ist schon eingetroffen

 

c-2013-03-14-01-1

Ein Weibchen des Hänigser Storchenpaares steht auf dem Nest, das sich auf dem Schornstein der Bäckerei Laube befindet.
Schiller

 

HÄNIGSEN. Obwohl die eisigen Temperaturen wenig frühlingshaft sind, hat bereits ein Storchenpaar das Nest auf der Bäckerei Laube besetzt. Schon am Montag vergangener Woche war nach Auskunft des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander das Männchen eingetroffen. Anhand des Rings am Bein des schwarzweißen Vogels hat Zander erkannt, dass es sich um das Männchen handelt, das schon in den beiden vergangenen Jahren in Hänigsen war. Seit Dienstagnachmittag leistet ihm ein unberingtes Weibchen Gesellschaft, berichtet der Naturschutzbeauftragte.

Nach Zanders Worten machen die Minusgrade den Schreitvögeln nicht viel aus, obwohl sie momentan kaum Nahrung finden. Sie hätten Fettreserven und könnten damit einige eisige Tage überbrücken. Dennoch wollte Zander gestern Nachmittag auf einer Wiese in der Nähe des Nestes für sie Schlachtabfälle als Futter auslegen. „Man darf nicht zu viel füttern, damit sie nicht vom Menschen abhängig werden“, sagt Zander. fs

 

06. März 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Helfer stellen Krötenzäune auf

Autofahrer sollen an den Hinweisschildern langsam fahren

c-2013-03-06-01-1

Hans Hente (von links), Jutta Wachsmuth, Heinz Melcher und Karl-Herbert Wachsmuth stellen an der Spreewaldallee einen Krötenzaun auf.
Schiller

 

UETZE. 20 Helfer haben unter Anleitung des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander an der Spreewaldallee und am Schafstallweg wieder Krötenzäune aufgestellt. Die Zäune sollen verhindern, dass Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern von Autos überrollt werden.

An der Spreewaldallee werden Nicole und André Rothe, am Schafstallweg wird Siegfried Rojahn morgens und am späten Abend an den Zäunen die Amphibien einsammeln und zu den Laichgewässern tragen, die der Naturschutzbund (NABU) im vergangenen September im Erlenbruchwald an der Spreewaldallee und auf einer Wiese am Schafstallweg angelegt hat. So will der NABU die Tiere an ihre neuen Laichplätze gewöhnen. Zander hofft, in zwei Jahren auf das Aufstellen der Krötenzäune verzichten zu können. Die Standorte der Teiche hat der Naturschutzbeauftragte so gewählt, dass die Amphibien bei den Wanderungen zu den Laichbiotopen keine Straße mehr überqueren müssen.

An der Spreewaldallee stehen seit Kurzem Hinweisschilder, die auf die Krötenwanderung aufmerksam machen. Zander bittet Autofahrer, im ausgeschilderten Bereich langsam zu fahren. Denn die Zäune halten nicht alle Frösche und Kröten auf. „Amphibien werden bereits bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern vom Sog der Autos getötet“, sagt der Naturschutzbeauftragte. fs

 

15. Februar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Im Stadtpark fliegt wieder der Eisvogel

Der Naturschutzbund hat einen Container mit zwei Bruthöhlen aufgestellt und hofft, dass er angenommen wird

c-2013-02-15-02-1

Dieter Kleinschmidt zeigt den Container mit den Bruthöhlen.
Korte

 

Der Eisvogel ist zurückgekehrt in den Stadtpark. Darüber freut sich der Naturschutzbund (NABU), der am Flusslauf des von Aue und Gümmekanal durchzogenen Parks eigens einen Brutcontainer für den seltenen und scheuen Vogel aufgestellt hat.

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. „Wir sind froh, dass er wieder da ist“, sagt Dieter Kleinschmidt, Vorsitzender der NABUOrtsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze und Umgebung. In der vergangenen Woche hatte Kleinschmidt, der auch Naturschutzbeauftragter der Region ist, den blau schillernden Vogel erstmals entdeckt, wie er auf einem Ast über dem Zufluss des Möschgrabens in die Aue hockte und nach Fischen Ausschau hielt. Der Platz sei bestens geeignet, weil das Wasser an dieser Stelle relativ klar sei und man bis auf den Grund schauen könne.

Im Stadtpark war der unter Schutz stehende Vogel des Jahres 2009 nach Kleinschmidts Worten letztmals im Herbst 2009 gesichtet worden. Die beiden folgenden strengen Winter hatten dem Eisvogel kräftig zugesetzt. Wenn bei starkem und langandauerndem Frost die Gewässer zugefroren seien, könnten schon mal bis zu 90 Prozent des Eisvogelbestandes verhungern.

Die Bestände erholten sich aber auch vergleichsweise schnell wieder, weil der Eisvogel es auf drei Bruten im Jahr mit bis zu neun Jungen bringe, sagt Kleinschmidt, nach dessen Worten sich das Männchen auch mit mehreren Weibchen paart. Beim NABU hofft man, dass demnächst der 2009 im Stadtpark aufgestellte Eisvogelcontainer mit zwei Bruthöhlen erstmals genutzt wird, der bislang noch nicht besiedelt war.

 

c-2013-02-15-02-2

Den bunten Eisvogel hat Dirk Brinkmann vom NABU im Bereich Führenmoor in Uetze fotografiert.
Foto: Dirk Brinkmann

 

15. Februar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Flug der Störche wird jetzt leichter

Naturschutzbund beseitigt störende Bäume rund um den Horst auf dem Eltzer Schornstein

c-2013-02-15-01-1

Das Gelände rund um Schornstein mit dem Storchennest ist freigeschnitten, Erhard Zander (von links), Dieter Kleinschmidt, Günter Keller und Walter Schmucker haben ganze Arbeit geleistet.
Schmidt

 

VON NORBERT KORTE

ELTZE. „Wir machen den Weg frei!“ lautet der alte Werbespruch einer bekannten Bankenkette. Den Weg frei gemacht hat jetzt auch der Naturschutzbund (NABU) – und zwar für den Storch: Auf dem Gelände einer schon vor Jahren stillgelegten Gärtnerei in Eltze haben Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze und Umgebung die zu hoch aufgewachsenen Bäume rund um den alten Schornstein gefällt, um den Vögeln den Anflug auf den Horst zu erleichtern.

„Das war eine richtige Keulerei“, sagt Erhard Zander, Storchenfachmann und Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für den Bereich Uetze, zu der schweißtreibenden Aktion. Zusammen mit seinem Kollegen, dem Burgdorfer Naturschutzbeauftragten Dieter Kleinschmidt, sowie Günter Keller, Ernst Schmidt und Walter Schmucker wurden an die 60 kleinere und größere Bäume, zumeist Weiden, abgeräumt.

Die Bäume rund um den etwa 13 Meter hohen Schornstein der früheren Gärtnerei Pätzold seien im Laufe der Jahre bis zu 15 Meter hochgewachsen, sagt Zander. Das erschwere Störchen den An- und Abflug. Zuletzt habe 2005 ein Storchenpaar auf dem im vergangenen Jahr vom NABU aufgearbeiteten Horst gebrütet. Im Jahr danach sei noch einmal ein Paar gesichtet worden, habe aber keine Jungen bekommen. Denkbar sei, dass die Eltzer Störche 2007 nach Dedenhausen umgesiedelt seien, wo man kurz zuvor einen neuen Storchenmasten aufgestellt habe.

Zander hofft, dass mit der von der Familie Pätzold tatkräftig unterstützten Fällaktion („Die haben sogar Brötchen für uns geschmiert“) die Chancen steigen werden, dass sich auch in Eltze wieder Störche niederlassen. Mit den ersten Vögeln rechnet der Storchenfachmann Anfang März.

 

14. Februar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Waschbären plündern Container

Tiere suchen in McDonald’s-Mülleimern unter der Autobahnbrücke nach Nahrung

c-2013-02-14-01-1

Die Mülleimer unter der Autobahnbrücke zwischen lehrte und Aligse sind für tiere verlockend: Hungrige Waschbären schätzen sie als Fundgruben.
Knoche

 

Die Geschichte um den Fast-Food- Müll unter der Autobahnbrücke erhält ein neues Kapitel: Die von McDonald’s aufgestellten Mülleimer werden gern von Waschbären aufgesucht. Jägerschaft und NABU beobachten den Zuwachs der Waschbärpopulation mit Sorge.

VON EIKE BRUNHÖBER

LEHRTE/ALIGSE. Oft und lange haben sich Lehrter geärgert: Auf dem Parkplatz unter der Autobahnbrücke warfen viele Verpackungsmüll und Essensreste aus dem nahegelegenen McDonald’s-Drive-In einfach aus dem Autofenster. Dann schuf die Fast-Food-Kette Abhilfe: Sie stellte zwei Müllbehälter auf.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass der Müll auch in den Containern bleibt – und nicht von Waschbären wieder herausgeholt wird. „Schon fünf Leute haben mir unabhängig voneinander berichtet, dass sie Waschbären an den Mülleimern gesehen haben“, sagt Hans-Otto Thiele, Vorsitzender der Jägerschaft Burgdorf. Oft seien drei Bären gleichzeitig am Werk gewesen.

Die Waschbären, die als Kletterkünstler mühelos in die Container gelangen können, dürften insbesondere auf Frühstücksreste der Pendler aus sein, die unter der Brücke ihre Wagen abstellen und Fahrgemeinschaften bilden: „Die Tiere sind scharf auf Süßes, auf Honig oder Nougat zum Beispiel“, sagt Thiele. Er und auch Dirk Brinkmann, Vorsitzender des NABU Burgdorf-Lehrte-Uetze, halten es für gut möglich, dass der Waschbär-Konvent Ausdruck einer ansteigenden Population auch in der Lehrter Gegend ist: „Wenn Sie drei sehen, können Sie davon ausgehen, dass es in der Gegend schon dreißig gibt“, sagt Thiele.

Dass sich die Tiere über McDonald’s- Müll hermachen, muss Skeptikern wie eine perfide Bösartigkeit vorkommen: Gegner von Waschbären verweisen darauf, dass die Tiere eigentlich in Nordamerika heimisch sind. Hier aber richteten sie in Flora und Fauna viel Schaden an. „Die Tiere sind wirklich sehr niedlich, aber sie plündern zum Beispiel Gelege von Singvögeln“, erklärt Thiele. „Wir müssen davon ausgehen, dass sie auch Bestände von Niederwild und Bodenbrütern dezimieren“, sagt Brinkmann. Thiele kennt eine Jagdmethode: „Am besten fängt man sie mit Rosinen.“

 

c-2013-02-14-01-2

Waschbär
Archiv

 

13. Februar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

NABU lobt die Stadtgärtner

Umsichtige Pflege der Kopfweiden, Hecken und Wiesen ist ein Beitrag zum Artenschutz

c-2013-02-13-01-1

Mitarbeiter der Stadt haben diese Kopfweiden im Süden des Stadtparks vorbildlich zurückgeschnitten: Nur jeder zweite Baum steht ohne Krone da.
Schmidt

 

Großes Lob zollt der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze den Gärtnern der Stadt. Die Stadt pflege die Grünflächen vorbildlich, sagt Ernst Schmidt.

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Als gelungene Beispiele nennt der Einsatzleiter des NABU die Kopfweidenreihe am Südzipfel des Stadtparks, die Wiesen und Hecken im Stadtgebiet. Wichtig bei der Pflege sei, sagt Schmidt, dass weder die Wiesen komplett gemäht noch alle Hecken und Kopfweiden auf einen Schlag gestutzt werden. Nur so blieben ausreichend Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten für Vögel und Insekten erhalten.

Bei der Kopfweidenreihe haben die Stadtgärtner nur jeden zweiten Baum zurückgeschnitten. „Genauso ist es richtig“, sagt Schmidt. Denn gerade in älteren Kopfweiden sei eine sehr hohe Artenvielfalt zu beobachten. Diese Bäume bildeten Hohlräume in ihrem Kopf aus, die Insekten und Vögel gleichermaßen Lebensraum bieten. Die Stadt erledigt laut Schmidt die Pflege in Absprache mit dem Naturschutzbeauftragten, der NABU-Mitglied ist. Bei der Heckenpflege ist die Stadt dazu übergegangen, immer nur ein Drittel der jeweiligen Reihe auf eine Höhe von 30 bis 50 Zentimeter zurückzuschneiden, oder, wie der Experte sagt, auf den Stock zu setzen. So sollten die Hecken allgemein gepflegt werden, fordert Schmidt.

Bei der Heckenpflege in der freien Landschaft habe sich dieses Prinzip jedoch noch nicht überall durchgesetzt, berichtet er von seinen Beobachtungen. „Ein durchgängiger Kahlschlag bedeutet das Todesurteil für viele Kleinlebewesen.“ Die Tiere müssten sich umorientieren und an anderer Stelle neu entwickeln.

Einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leiste die Stadt auch beim Mähen der Grünflächen, ist Schmidt überzeugt. Die Mitarbeiter lassen Inseln mit blühenden Pflanzen stehen. „Das ist von großer Wichtigkeit für Schwebfliegen, Hummeln und Co“, sagt Schmidt.

 

28. Januar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Weiße Farbe am neuen Nest in Dachtmissen soll Adebar anlocken

 

c-2013-01-28-01-1

Der Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt mit dem neuen Storchennest aus Weidenruten. Es hat seinen Platz seit Sonnabend auf einem Mast am Ortsrand von Dachtmissen.
Heinze

 

DACHTMISSEN. Die ersten Störche kommen zwar erst im März, doch seit Sonnabend sind die Voraussetzungen für eine Brut in Dachtmissen gut. Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt vom Naturschutzbund haben mithilfe eines Hubwagens ein Nest aus Weidenruten auf einem Mast am Ortsrand platziert. Der Mast steht zwar schon zehn Jahre, doch auf dem Metallgerüst baute Adebar bislang kein eigenes Nest. Damit die Tiere den neuen Horst annehmen, ist er mit zusätzlichen Ruten verstärkt und als Wärmeschutz mit Pferdemist ausgekleidet. Zudem soll weiße Farbe an der Außenseite den Eindruck erwecken, dass das Nest schon einmal bewohnt war. hz

 

18. Januar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ausstellung des NABU bindet viel Arbeitskraft

Pferdemarkt diesmal ohne Naturschützer

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze wird in diesem Jahr nicht beim Burgdorfer Pferdemarkt mit einem Informationsstand präsent sein. Stattdessen wird er seine Arbeit im Stadtmuseum vorstellen. „Wir bereiten eine Ausstellung vom 8. Mai bis 23. Juni vor“, sagt NABU-EinsatzleiterErnstSchmidt. Weil das mit sehr viel Arbeit verbunden sei, verzichte man in diesem Jahr auf die Teilnahme am Pferde- und Hobbytiermarkt. Der NABU war immer am Termin im Juni präsent gewesen.

Allerdings, räumt Vorsitzender Dirk Brinkmann ein, seien NABUMitgliedern in der Vergangenheit auch vereinzelt Verstöße gegen den Tierschutz aufgefallen. Dies sei jetzt auch in einem Gespräch mit dem Verkehrs- und Verschönerungs-Verein (VVV), dem Veranstalter des Pferdemarkts, zur Sprache gekommen. „Mir war es schon immer wichtig, dass Besucher ihre Hunde nicht mit auf den Markt bringen dürfen“, sagt Schmidt. Er ist erfreut, dass das Hundeverbot jetzt auch Teil der neuen Regeln ist, die die Region Hannover für die Traditionsveranstaltung bereits vor dem Gespräch von VVV und NABU aufgestellt hat.

„Der VVV tut viel für den Tierschutz, aber er schafft es eben nicht, überall zu sein“, zeigt Schmidt Verständnis. Der VVV hat den NABU eingeladen, 2013 regelmäßig seine Runde über den Pferdemarkt zu gehen, um sich die Veränderungen anzuschauen. Die Einladung wollen die Naturschützer annehmen. „Über die Teilnahme 2014 ist noch nicht entschieden. Sie ist aber wahrscheinlich“, sagt Brinkmann.

 

5. Januar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Entdeckt: Rebhühner tummeln sich bei Steinwedel

Die Vögel stehen auf der Roten Liste – NABU spricht von zerstörtem Lebensraum

c-2013-01-05-02-1

ihr Bestand schrumpft stetig: rebhühner sind auch in der Steinwedeler Feldmark nur noch selten zu finden.    Hartkopf

 

STEINWEDEL. Dem Anzeiger-Leser Ingo Hartkopf hat sich unlängst ein Anblick geboten, der immer seltener wird: In der Feldmark südlich von Steinwedel entdeckte das Mitglied des Naturschutzbundes (NABU) eine Gruppe von Rebhühnern – und zückte prompt seine Kamera. „Im Bereich Lehrte dürfte es höchstens noch einige Hundert Rebhühner geben“, sagt Dirk Brinkmann, Vorsitzender des NABU Burgdorf, Lehrte und Uetze. In Deutschland würden die Tiere auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft. Hauptursache für den Rückgang sei die Intensivierung der Landwirtschaft. „Der Lebensraum der Rebhühner wird zerstört“, sagt Brinkmann. eg

 

5. Januar 2013 - Marktspiegel

Naturschutzbund Burgdorf-Uetze stellt das neue Programm für seine Kindergruppe vor

Halbjahres-Programm beginnt am 26. Januar / Viele attraktive Naturthemen für Kinder

c-2013-01-05-01-1

Beim Naturschutzbund Burgdorf, Uetze, Lehrte gibt es für Kinder viel zu entdecken.    Foto: NABU

 

BURGDORF/UETZE/LEHRTE (r/jk). Der NABU Burgdorf, Uetze, Lehrte stellt sein neues Kindergruppenprogramm vor. Zwischen Januar und Juni sind zehn Treffen geplant. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen diesmal „Frosch, Molch & Co“. Auf Wunsch der Kinder wird sich die Kindergruppe in diesem Jahr intensiv mit Amphibien und Reptilien beschäftigen. Für Kinder ab 10 Jahren wird es zusätzlich viele themenbezogenen Ausflüge und Exkursionen zu verschiedenen Biotopen geben.

Interessierte Kinder können gerne mitmachen und in die Kindergruppe hinein schnuppern. Weitere Informationen zum Programm, den genauen Treffpunkten und allgemein zur Kindergruppe sind bei Hans-Jürgen Sessner (Tel. 05136/83443 oder Email: Jugend@nabu-burgdorf-uetze.de) erhältlich.

Folgende Termine sind vorgesehen:

  • 26. Januar 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Waldwinter“: „Welche Tiere schlafen jetzt, welche ruhen nur und welche sind trotz Kälte unterwegs? Wir gehen auf Beobachtungstour durch den winterlichen Wald.“, zum Aufwärmen gibt es Spiele und heißen Kakao. Ort: Beerbusch bei Schwüblingsen.
  • 23. Februar 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Frosch, Molch & Co“: Heute dreht sich alles um heimische Amphibien und Reptilien. Wie sehen sie aus und wie leben sie? Die Teilnehmer sehen sich Bilder an, hören Rufe und basteln natürlich auch ein wenig. Ort: JohnnyB, Burgdorf.
  • 9. März 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Meisen, Wald- und Fledermäuse, Nistkastenkontrolle“, im alten Grabeland hat der NABU vor einigen Jahren Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt. Die Kindergruppe schaut nach, wer darin gewohnt hat und reinigt sie. Ort: Stadtpark, Lehrte.
  • 23. März 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Wir suchen nach Frühlingsboten. Der Frühling ist da!“, für einige Tiere ist es schon nicht mehr zu kalt, die ersten Pflanzen wachsen schon oder blühen sogar. Die NABUKindergruppe macht sich auf die Suche. Ort: wird kurzfristig festgelegt.
  • 13. April 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Waldspiele mit der Waldführerin“, die Teilnehmer werden viel zusammen spielen, aber müssen auch einige Aufgaben meistern. Zwischendurch werden sie auch mal in Vögel verwandelt. Ort: Uetze, Herrschaft.
  • 27. April 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Frosch, Molch & Co“: Expedition Froschteich I. Im letzten Herbst haben die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern den Froschteich gepflegt, Frösche und Kröten haben dort jetzt ihren Laich abgelegt. Mit etwas Glück entdecken die Kinder außer Fröschen auch Molche und Eidechsen. Ort: Teich zwischen Burgdorf und Immensen.
  • 10. Mai 2013, 8.00 bis 18.30 Uhr, „Naturforscherausflug ins Wisentgehege“. Mit Bahn und Bus geht es nach Springe ins Wisentgehege. Die Kinder machen eine Erkundungsrallye über das Gelände und besuchen die Flugvorführung mit Adlern, Falken und Eulen. Zwischendurch wird ein Picknick im Wald angeboten. Treffpunkte: Bahnhöfe Burgdorf und Lehrte, Kosten: 8 Euro.
  • 25. Mai 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Wer lebt im Möschgraben?“. Der NABU hat dem Stadtparkbach sein natürliches Bett zurückgegeben, ihn von einem Betonkanal in einen natürlichen Bach zurück verwandelt. Die NABU-Kindergruppe will jetzt nachschauen, ob es sich gelohnt hat und macht sich mit dem Kescher auf die Suche nach den neuen Wasserbewohnern. Ort: Stadtpark, Burgdorf.
  • 8. Juni 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Frosch, Molch & Co“: Expedition Froschteich II. Wieder geht es an den Froschteich. Aus dem Laich sind jetzt Kaulquappen und kleine Frösche geworden. Die Gruppe macht sich wieder auf die Suche nach den Lurchen. Ort: Teich zwischen Burgdorf und Immensen.
  • 22. Juni 2013, 10.00 bis 12.00 Uhr, „Zu Besuch im Wildbienengarten“. Was macht denn einen Garten zum Bienengarten? Nisthilfen und viele, viele Blüten, vom Frühling bis zum Herbst, locken verschiedene Wildbienen und viele andere Insekten an. Die Kinder machen sich auf zu einer kleinen Forschungsreise. Es gibt auch eine kleine Bienenleckerei! Ort: Garten in Hülptingsen.

 

2. Januar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

In toten Bäumen steckt Leben

Neujahrsspaziergang: Fäulnis und Pilze können selbst grüne Riesen zu Fall bringen

c-2013-01-02-01-1

Ernst Schmidt (Vierter von rechts) zeigt den Teilnehmern des neujahrsspaziergangs an den verbliebenen Stümpfen, wie sehr der Pilz (die dunklen Stellen im Stamm) den eichen an den Stadtwerken zugesetzt hatte.    Köhler

 

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF. Bäume in der Stadt haben es nicht leicht: Das machte Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (NABU) den 21 Teilnehmern gleich am Anfang des traditionellen Neujahrsspaziergangs klar.

So sollen Bäume Schatten spenden, aber weder Verkehrsfluss noch Sicherheit gefährden und zudem nicht all zu viel Platz wegnehmen. Arten wie Mehlbeere, Ahorn und Gleditschie, die die Marktstraße säumen, seien darüber hinaus auch äußerst genügsam, sagte Schmidt, der kurzfristig für den erkrankten Bernd Suszka eingesprungen war.

Der Bewuchs mit Efeu schade Bäumen übrigens ebenso wenig wie Baumsaft saugende Hornissen, erklärte Schmidt: Diese nagten nur so viel Borke an, dass sich die Pflanze wieder erholen könne.

Hingucker mit genügend Platz zur Entfaltung sind die Eichen am Kreisel und vor der ehemaligen Landratsvilla. Doch auch sie müssen ab und an beschnitten werden. Kleinere senkrechte Schnitte könne ein Baum durchaus allein heilen, erfuhren die Spaziergänger. Würden jedoch größere Äste entfernt, bestehe die Gefahr, dass sich dort Fäulnis und Pilze entwickeln, sagte Schmidt. Was diese am Baum bewirken, demonstrierte der NABU-Experte am Rodelberg, wo Stücke der an den Stadtwerken gefällten Eichen liegen. „Das ist morsch wie Pappe“, sagte Schmidt. Dass die Riesen „nicht umsonst gestorben sind“, wie eine Teilnehmerin sagte, konnte Schmidt nur bestätigen: „Sie bieten als Totholz zahlreichen Insekten noch Jahre lang einen Lebensraum.“

 

2. Januar 2013 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

NABU will Freude am Forschen wecken

Kinderprogramm: „Frosch, Molch & Co“ ist der Themenschwerpunkt im neuen Jahr

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

Den Forschergeist der Kinder und Jugendlichen will der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze im neuen Jahr noch stärker als bislang fördern. Den Themenschwerpunkt „Frosch, Molch & Co“ haben die etwa 65 Mitglieder der Nachwuchsgruppe „Die Naturforscher“ selbst ausgewählt.

„Käschern ist bei den Kindern sehr beliebt“, weiß Hans-Jürgen Sessner, seit drei Jahren verantwortlich für die Jugendarbeit, aus Erfahrung. Der NABU betreue viele Teiche, sodass es genug Anschauungsorte gebe. Das Amphibienprojekt zieht sich wie ein roter Faden durch das Halbjahresprogramm mit zehn Angeboten.

Das Projekt soll den Kindern und Jugendlichen helfen, größere Zusammenhänge zu erkennen, sodass sie vom Spielen in der Natur zum Forschen kommen. Dieser Gedanke spiegelt sich im Aufgabenspektrum wider, das der NABU seinen jungen Mitgliedern anbietet. In den Weihnachtsferien haben die Älteren einen Brief mit Aufgaben bekommen, berichtet Sessner. Sie können sich eine Amphibienart aussuchen, mit der sie sich intensiv beschäftigen. Ihre Ergebnisse können sie in einem Referat vorstellen. „Alles ist natürlich freiwillig“, versichert Sessner. Aber es seien etliche dabei, die intensiv mitarbeiteten. „Wir haben richtige Experten, die uns schon was vormachen.“

„Die Naturforscher“ sind eine offene Gruppe für Sieben- bis Zwölfjährige. „Wer kommen möchte, kommt“, erklärt Sessner das Prinzip. Der NABU bietet seine kostenlosen Aktionen in der Regel sonnabends von 10 bis 12 Uhr an:

  • 26. Januar, Tour durch den winterlichen Beerbusch bei Schwüblingsen: Welche Tiere schlafen jetzt, welche ruhen nur, und welche sind trotz Kälte unterwegs?
  • 23. Februar, Frosch, Molch & Co – Los geht‘s: „Wir sehen uns Bilder an, hören die Rufe der Tiere und basteln im JohnnyB.“.
  • 9. März: Meisen, Wald- und Fledermäuse, Nistenkastenkontrolle. n 23. März: Wir suchen nach Frühlingsboten.
  • 13. April: Waldspiele mit der Waldführerin.
  • 27. April und 8. Juni: Frosch, Molch & Co – Expedition zum Froschteich.
  • 10. Mai: Forscherausflug ins Wisentgehege, Kosten acht Euro.
  • 25. Mai: Wer lebt im Möschgraben?
  • 22. Juni: Besuch im Wildbienengarten in Hülptingsen.

Anmeldungen und weitere Informationen bei Sessner, Telefon (0 51 36) 8 34 43, und per E-Mail an Jugend@nabu-burgdorf-uetze.de.

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen