Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel Pressespiegel 2011

 

30. Dezember 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu geht mit den jungen Forschern in die Natur

Halbjahresprogramm ist mit 13 Veranstaltungen umfangreicher als bisher – Im Juni Übernachtung im Strohhotel

c-2011-12-30-02-1

Im Uetzer Waldgebiet Herrschaft zeigt die Waldführerin Elisabeth Niklas den Nabu-Jungforschern ein Wildschweinfell. Archiv

 

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. „Die Naturforscher“ heißt die 2008 gegründete Kindergruppe des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze mit annähernd 50 Mitgliedern. Ihr neues Halbjahresprogramm liegt jetzt vor und ist mit 13 Veranstaltungen für alle an der Natur interessierten Kinder ab sieben Jahren umfangreicher als alle Vorgänger.

„Die Neugier der Kinder auf die Natur wecken“ und dabei immer auch Spaß haben – so beschreibt das Kindergruppenteam mit Hans-Jürgen Sessner, Kerstin Ohl sowie Sylke und Rainer Joubert das Ziel der Arbeit. Mit Becherlupe, Kescher, Fernglas und Bestimmungsbuch geht es dabei häufig hinaus in die Natur. Für Nabu- Mitglieder ist die Teilnahme in der zumeist sonnabends tagenden Kindergruppe kostenlos. Die Mitgliedschaft samt Unfallversicherung kostet für Kinder 18 Euro im Jahr und für Familien 55 Euro.

Das neue Halbjahresprogramm beginnt am Sonnabend, 7. Januar, mit der bundesweiten Aktion „Stunde der Wintervögel“ im Burgdorfer Stadtpark und endet mit einem Naturerlebniswochenende am 14. und 15. Juni auf dem Nabu-Gut Sunder mit Übernachtung im Strohhotel. Dazwischen werden kleine Hotels für Wildbienen gebaut, die Nistkästen und Baumhöhlen im Stadtpark unter die Lupe genommen, und es geht auf naturkundliche Schatzsuche im Beerbusch sowie auf Nussjagd auf den Spuren der Haselmaus.

Die jungen Naturforscher erkunden den Lebensraum Stadtrand, machen einen Tagesausflug mit Bahn und Bus zur Waldstation in Hannover und brechen zur Forschungsreise in den Burgdorfer Stadtpark auf. An den Spreewaldseen in Uetze spüren die Jungforscher Kaulquappen und Wasserskorpionen nach. Und bei einer Expedition in den Heilpflanzengarten hinter dem Lehrter Krankenhaus sollen unter der Überschrift „Kräuterblütenbutterbrot selbst gemacht“ diverse Kräuter erkundet und auch verkostet werden.

 

Berichte und Fotos über die bisherigen Aktionen der jungen Naturforscher im Alter von sieben bis zwölf Jahren können auf www.nabu-burgdorf-uetze.de angeschaut werden.

 

30. Dezember 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Mann für die Natur

 

c-2011-12-30-01-1

Günther Jatzkowski

 

Mit Günther Jatzkowski hat die Stadt einen rührigen Naturschützer verloren. Das Gründungsmitglieds des örtlichen Naturschutzbunds starb am 10. November im Alter von 72 Jahren. Seine Liebe zur Natur war seine Triebfeder, um bis zuletzt trotz schwerer Krankheit aktiv mitzuarbeiten.

 

28. Dezember 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Vogelfutter: Der Nabu gibt Tipps

Menükarte für heimische Tiere

c-2011-12-28-01-1

Der Specht – hier der Bewohner eines Baumes in Lehrtes Weststadt – und andere Kleinvögel verlieren in der kalten Jahreszeit viel Energie. Sie brauchen gute Futterstellen, um ihre Reserven wieder aufzufüllen. Luhm

 

REGION. Die Gruppe Burgdorf/ Lehrte/Uetze des Naturschutzbundes (Nabu) gibt Gartenbesitzern Empfehlungen zum Füttern von Vögeln. Die richtige Menükarte für Futterstellen sei für Vögel sehr wichtig, denn gerade in kalten Nächten verlören sie viel Energie, die sie mit dem Futter zurückgewinnen müssten.

Wer sich die Vögel in den Garten locken will, für den hat der Nabu Tipps zusammengestellt – denn jeder Vogel hat bestimmte Vorlieben. Spezielles Futter für körnerfressende Gartenvögel ziehe gezielt Buchfinken, Dompfaffen und Spatzen an, sagen die Experten. Weichfutterfressern wie Amseln, Rotkehlchen und Heckenbraunellen kann die harte Zeit mit Obststückchen, Rosinen und getrockneten Wildbeeren erleichtert werden. Und Meisenknödel oder Drahtbehälter mit Erdnüssen locken Meisen an. Der Nabu empfiehlt ein sogenanntes Futtersilo. Im Gegensatz zum offenen Vogelhäuschen wird darin die Verunreinigung mit Vogelkot verhindert. Außerdem ist das Futter vor Nässe und der Witterung geschützt. sde

 

28. Dezember 2011 - Marktspiegel Burgdorf

NABU-“Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 8. Januar 2012

Naturschutzbund: Jetzt Beobachtungs-Futterstellen für Vögel anlegen!

REGION HANNOVER (r/ kl). Vom 6. bis 8. Januar 2012 findet zum zweiten Mal die Aktion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) „Stunde der Wintervögel“ statt. Der NABU Niedersachsen ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf demBalkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld.

Jetzt schon eine Futterstelle schaffen

„Am besten richtet man sich jetzt schon eine Futterstelle ein, an der die Vögel im Januar gut beobachtet werden können“, empfiehlt der NABU.

Im Januar stehen vor allem jene Vögel im Blickpunkt, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren.

„Standvögel“ halten die Treue

Das sind zum einen die so genannten Standvögel, die das ganze Jahr über bei uns bleiben. Zu ihnen zählen Blau- und Kohlmeise, Haussperling, Grünfink, Zaunkönig, Rotkehlchen und Amsel.

Daneben lassen sich Wintergäste wie Erlenzeisig, Bergfink und Wacholderdrossel beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen.BeiNahrungsengpässen tauchen inmanchen Wintern in riesiger Zahl so genannte Invasionsvögel wie der Seidenschwanz auf.

Doch auch Wintergäste werden gezählt

„Um zu erfahren, wo die Wintervögel genau vorkommen, wie häufig sie sind und wie sich der Klimawandel auf sie auswirkt, benötigen wir die Daten möglichst vieler Naturfreunde. Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betonte der NABU Niedersachsen.

Zählhilfe gibt es auch online

Zur Unterstützung stehen online eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Arten sowie Tipps zur sinnvollen Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung. Teilnahmeschluss ist der 16. Januar 2012.

Für Kinder gibt es eine eigene einfache Zählkarte zur „Stunde der Wintervögel“, die vom Jugendverband NAJU herausgebracht wurde und auf derAktionsseite heruntergeladen werden kann.

Keine besondere Qualifikation erforderlich

Eine besondere Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden Preise wie eine naturkundliche Reise, zahlreiche Bücher, Futtersäulen und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen wird ab dem 6. Januar 2012 live im Internet zu verfolgen sein.

Und so funktioniert die „Stunde der Wintervögel“:

Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, dieimLaufe einer Stunde entdeckt wird.

Die Beobachtungen können im Internet unter www. stundederwintervoegel.de oder unter www.NABU-niedersachsen. de ab 6. Januar gemeldet oder auf einer Zählkarte per Post an den NABU geschickt werden.

Farbige Bilder der häufigsten Vogelarten Wer Teilnahmeblätter mit farbigen Abbildungen der 10 häufigsten Wintervögel anfordern möchte, schickt bitte zwei Briefmarken zu 45 Cent an den NABU Niedersachsen, Stichwort „Wintervögel“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

 

28. Dezember 2011 - Marktspiegel Burgdorf

NABU-Tips zur sachgerechten Vogelfütterung im Winter

Gerade Kleinvögel verlieren in Winternächten an Energie

c-2011-12-28-03-1

Mit Know How vorgenommen, ist die Wiinterfütterung im Winter ein Segen für die Vögel - und ein Erlebnis auch für die menschlichen „Gastgeber“. Foto: NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze

 

ALTKREIS BURGDORF (r/ kl). Jetzt ist der kalendarische Winter da und hungrige Besucher können bald an den Futterstellen erwartet werden. Gerade Kleinvögel haben ein schlechtes Verhältnis von Körperfläche zur Masse. Darum verlieren sie in den kalten Nächten viel Energie. Und sie sind froh,wennsie das an einer guten - und verlässlichen - Futterstelle schnell ausgleichen können.

Der Ortsverband Burgdorf, Lehrte,UetzeimNaturschutzbund Deutschland (NABU) hat für die sachgerechte Vogelfütterung im Winter einige Tipps zusammengestellt:

Grundsätzlich wird für die Fütterung ein sogenanntes Futtersiloempfohlen, weil das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt ist.

Außerdem wird im Silo im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen die Verunreinigung durch Vogelkot verhindert.

Mit speziellem Vogelfutter für wildlebende, körnerfressende Gartenvögel können gezielt Buchfink, Dompfaff und Spatz an das Silo gelockt werden.

Weichfutterfressern, wie Amsel, Rotkelchen oder Hekkenbraunelle kann man eine Zeit lang mit Obststückchen, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren die harte Zeit erleichtern.

Für Meisen schließlich sind die bekannten Meisenknödel oder Drahtbehälter mit Erdnüssen das richtige Angebot.

Am Futterhäuschen lassen sich sehr gut unsere heimischen Vögel beobachten und die Liebe zurNatur entdecken. Insbesondere sind Kinder regelrecht begeistert, wenn sich Vögel an der Futterstelle einfinden; ein ganz besonderes Naturereignis vor der eigenen Haustür.

Bei Fragen steht Ernst Schmidt Tel. 05136/ 7918 vom NABU-Burgdorf, Lehrte, Uetze- zur Verfügung.

 

27. Dezember 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Menschen auf die Rückkehr des Wolfes vorbereiten

Peter Griemberg ist als Wolfsbotschafter für den Nabu im Einsatz

c-2011-12-27-01-1

An der Gestalt der Papptierfigur erläutert Peter Griemberg die Besonderheiten und Charakteristika eines Wolfs gegenüber gleich großen Hunderassen. Kallenbach

 

VON URSULA KALLENBACH

WEDEMARK. Der Auftrag ist mit Ehre verbunden, aber nicht mit Honorar: Seit eineinhalb Jahren bereitet Peter Griemberg als Wolfsbotschafter des Naturschutzbundes (Nabu) in Niedersachsen Wölfen den Weg, wieder heimisch zu werden. Und er leistet Überzeugungsarbeit bei den Menschen.

Zwei original große Wölfe bevölkern als Pappaufsteller sein Zuhause, dazu ein Plüschtier. Kindern, älteren Schülern und Erwachsenen zeigt Griemberg daran auf, wie sich Wolfsrudel als Familienverband zusammensetzen.

„In der Wedemark bin ich im Kontakt mit Schulen und mit den Landfrauen“, erläutert er. Für den Februar hat er Vorträge beim Nabu Burgdorf-Lehrte und Burgwedel- Isernhagen zugesagt. Zuvor fährt er zu einem Bundestreffen der Wolfsbotschafter in Berlin.

Auch Wolfsstimmen kann man sich als Ton eines Tierfilms bei Familie Griemberg in Mellendorf anhören. „Das polarisiert sofort. Für manche Menschen ist es faszinierend, für andere schaurig“, verdeutlicht der Wolfsfreund. „Einzelwölfe rufen sich so und sagen: Hier bin ich. Der andere hört es über neun Kilometer weit“, sagt Griemberg. Wo aber der nächste lebende Wolf zurzeit steckt, wird unter Experten nur ungefähr vermutet: im Raum Munster, immerhin so nahe. Egal, wo: Nach EURecht ist er streng geschützt.

„Ich bereite die Menschen auf die Rückkehr der Tiere vor und versuche, sie damit vertraut zu machen“, beschreibt der Botschafter das Ziel seiner Aktivitäten. „Wölfe brauchen keine Wildnis – nur Lebensraum, Nahrung und Toleranz von uns Menschen“, betont er. „Wölfe weichen dem Menschen meist aus, weil sie ihn viel früher bemerken als umgekehrt. Sie sind nicht gefährlich. Rotkäppchen ist ein Märchen.“

Tatsache sei, dass die Wölfe seit Jahren aus dem Osten zuwandern. „Niedersachsen ist schon wieder Wolfsland“, stellt Griemberg fest. Die ersten Wölfe mit Territorium seien nachgewiesen. Ein ehrenamtliches Netzwerk zwischen Umweltorganisationen, Forschern, Tierfilmern, Jägern und Umweltbehörden tauscht dazu Beobachtungen und Informationen aus. Griemberg kann eine Multi-Media- Schau einsetzen.

Ihn selbst hat die Faszination 2002 erfasst: Bei einem Urlaub in Kanada sah er seinen ersten lebenden Wolf. In der Wedemark bleibt Griemberg trotzdem weiter Fledermausexperte beim Nabu, und er betreut das Biotop in Brelingen.

 

24. Dezember 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Erhard Zander pflanzt fünf Schöne Elsen

Baum des Jahres 2011: Nur wenige Menschen kennen die Elsbeere

c-2011-12-24-01-1

Bis diese Elsbeere, die an der Obershagener Kirche gepflanzt worden ist, Früchte trägt, werden noch mehrere Jahre vergehen. Schiller

 

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum internationalen Jahr der Wälder erklärt. In einer Serie stellt der Anzeiger die vielfältige Bedeutung der Wälder vor – vom Lebensraum für Pflanzen und Tiere über Naherholung bis zum Rohstofflieferanten. Das Thema heute: der Baum des Jahres.

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

OBERSHAGEN. An der Kirche des Dorfes hat Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde, gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) fünf Elsbeeren als Ersatz für fünf gefällte Schwarzkiefern gepflanzt. Die Elsbeere – auch Atlasbaum, ElsVogelbeere, Alzbeere, Ruhrbirne, Schweizer Birnbaum, Schöne Else und Wilder Sperberbaum genannt – ist der Baum des Jahres 2011.

„Ich finde, sie ist mit ihren rotbraunen Früchten ein sehr schöner Baum. Die Beeren helfen bei Magen- und Darmproblemen“, sagt Zander. Außerdem dienten die Früchte den Vögeln als Nahrung. Gepflanzt habe er diese Baumart nicht zuletzt, weil sie in Deutschland recht selten vorkomme, sagt der Naturschutzbeauftragte.

Nach Auskunft des Sprechers der niedersächsischen Landesforsten, Joachim Hansmann, ist der Raum Uetze kein natürlicher Standort für die Elsbeere. Daher gebe es in den Wäldern rund um Uetze keine älteren Exemplare – allenfalls vereinzelt jüngere Bäume, die in den vergangenen Jahren hier und da bei Wiederaufforstungen gepflanzt worden seien. „Die Elsbeere wächst hier, aber nicht optimal“, sagt Hansmann.

Mit der Wahl zum Baum des Jahres will die Dr.-Silvius-Wodarz- Stiftung alljährlich die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf eine Baumart lenken. Ein Grund für die Wahl der Elsbeere war, dass die meisten Menschen sie gar nicht kennen. Das hängt sicherlich auch mit dem seltenen Vorkommen in Deutschland zusammen, obwohl die Schöne Else zu den heimischen Gehölzen gehört. Das Elsbeerholz zählt zu den edelsten Hölzern. Es wird vor allem für den Bau von Möbeln und Musikinstrumenten benutzt.

 

c-2011-12-24-01-2

Die zarten weißen Blüten (Bild links) der Elsbeere erinnern an Apfelbaumblüten. Aus ihnen entwickeln sich nach der Befruchtung die rotbraunen Früchte (rechts), die als heilmittel bei magen- und Darmbeschwerden Verwendung finden.

 

08. Dezember 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Hänigser Storchennest wird halbiert

Horst auf dem Schornstein der Bäckerei Laube ist zu schwer geworden – Sanierung auch in Eltze geplant

c-2011-12-08-01-1

Knuth Matthewes (großes Bild links) und Adalbert Krause setzen die obere Hälfte des Storchennestes wieder auf den Schornstein der Bäckerei Laube. Zuvor hatte Krause (kleines Bild oben) mit einer Motorsäge den Horst halbiert. Danach schob Matthewes (kleines Bild Mitte) Eisenstangen unter die abgesägte obere Hälfte, um diese dann mit Krause (kleines Bild unten) auf die Betonplatte zu heben, die als Nestunterlage dient. Schiller (4)

 

Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander nutzt den Winter, um die Nistbedingungen für Weißstörche in der Gemeinde Uetze zu verbessern. Gestern wurde unter seiner Aufsicht für 3000 Euro das Nest auf der Bäckerei Laube in Hänigsen saniert.

VON FRREDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Die Niststätte auf dem Schornstein der Bäckerei war mit einem Gewicht von einer Tonne zu schwer geworden und hatte gedroht, die Decke der Backstube einzudrücken. Der Schornstein, der nach Angaben des Bäckermeisters Joachim Laube seit 40 Jahren nicht mehr in Betrieb ist, steht auf einem Stahlträger der Decke.

Gestern hievte ein Kran den Horst samt der Betonplatte, auf dem das Nest liegt, von dem Schlot. Auf dem Boden sägte der Dachdecker Adalbert Krause die obere Hälfte des Zweiggeflechts ab. Mit Hilfe des Krans setzten dann Krause und sein Geselle Knuth Matthewes den weniger vermoderten Teil des Nestes samt Betonplatte wieder auf den Kamin.

Diese aufwendige Aktion mit einem Kran wiederholt sich in ähnlicher Form in den nächsten Tagen in Eltze. Dort ist die Eichenplatte morsch, die auf dem Schornstein der früheren Gärtnerei Pätzold als Nestunterlage dient. „Sie ist zum Teil schon weggebrochen“, sagt Zander. Er will die Holzunterlage durch eine Betonplatte ersetzen.

Die Nestsanierungen in Hänigsen und Eltze kosten jeweils rund 3000 Euro. Laut Zander übernimmt die Region Hannover die Kosten.

Der Wind hat in den vergangenen Jahren in Uetze die Zweige des Storchennestes weggeweht, das sich auf dem früheren Schlauchturm an der Nordmannstraße befand. Auf den noch vorhandenen Unterbau will Zander einen Weidenkorb setzen, in den er Zweige legen will: „Das wird alles verdrahtet, damit es nicht wieder wegfliegen kann.“ In Uetze hatten 1996 das letzte Mal Störche gebrütet.

In Obershagen hatte Zander beobachtet, dass die Störche das Nest nur noch schlecht anfliegen konnte, weil fünf Schwarzkiefern zu groß geworden waren. „Sie überragten mittlerweile das Storchennest“, berichtet der Hänigser. Der Naturschutzbund hat kürzlich die Bäume gefällt und als Ersatz fünf Elsbeeren gepflanzt.

 

28. November 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder pflanzen 60 Sträucher

 

c-2011-11-28-01-1

Mit Schaufeln und Grabegabel: Christoph Mauck pflanzt mit seinen Töchtern Carla (1, von links), Stella (3) und Isabel (9) auf dem Grabeland-Areal eine Schlehe. Eggers

 

LEHRTE. Alina und Jason heben mit den Schaufeln ein Loch in der Erde aus. Nils setzt vorsichtig einen Blutjohannesbeerstrauch hinein. Während er die zarte Pflanze mit den dünnen Ästchen festhält, füllen Nele und Jonte die Grube behutsam mit Erde auf, klopfen sie an der Oberfläche schön fest und geben dann aus Kanistern und Flaschen ordentlich Wasser dazu.

Bei der großen Pflanzaktion der Nabu-Kinder aus Burgdorf, Lehrte und Uetze war am Sonnabend Teamarbeit gefragt. Rund 20 Jungen und Mädchen haben im Alten Grabeland 60 Sträucher in die Erde gebracht. Neben Blutjohannesbeeren pflanzten die jungen Naturschützer auch Schlehe, Weißdorn, Wildrose und Weide. „Im Frühjahr soll es hier schön blühen“, sagte Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner. Die Sträucher dienen dann als Nahrungsquelle und Windschutz für Wildbienen.

Im vergangenen Jahr hatte der Nabu im Alten Grabeland bereits einen Fledermausbunker angelegt. „Nun sind wir dabei, die Umgebung zu gestalten“, sagte Sessner. Später sollen auf der Fläche auch Wildbienenhotels aufgestellt werden. eg

 

17. November 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Politiker verlangen strenge Auflagen

Kiesabbau schafft Lebensraum für bedrohte Tierarten – 600 brütende Uferschwalben gezählt

c-2011-11-17-01-1

Nördlich von Otze erstreckt sich das Kiesabbaugebiet der Firma Löffler. An den Steilwänden des Sees brüten im Sommer Uferschwalben. Heinze

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

Die Politiker wollen der Firma Löffler, die zwischen Otze und Ramlingen-Ehlershausen ihr Kiesabbaugebiet um fast 20 Prozent erweitern will, keine Steine in den Weg legen. Sie dringen jedoch darauf, dass die Region der Firma strenge Auflagen für die Renaturierung der Abbauflächen macht und diese regelmäßig kontrolliert. In den beiden betroffenen Ortsräten sowie im Umweltausschuss war dies Konsens.

Derzeit hat die Firma die Genehmigung, Kies auf einer Fläche von 22,8 Hektar zu gewinnen. Diese Fläche will sie in den nächsten Jahren um 4,7 Hektar nach Westen erweitern. Dafür hat die Region das Planfeststellungsverfahren eingeleitet und eine Stellungnahme bis zum 30. November eingefordert.

Dem ist der Naturschutzbund (Nabu) nachgekommen. Er hat in dem Bereich sechs Tierarten ausgemacht, die vom Aussterben bedroht sind. Gezählt wurden im April und Mai 20 Knoblauch- und 100 Kreuzkröten, 15 Teichmolche, sowie je drei Paar Flussregenpfeifer und Kiebitze mit Jungtieren. Zudem gibt es dort eine Kolonie von 300 brütenden Uferschwalbenpärchen.

Damit der Lebensraum dieser Arten erhalten bleibt, fordert der Nabu, naturnahe, flache Teiche anzulegen. Denn mit der Erweiterung steige der Wasserspiegel, sodass die bestehenden Flachwasserzonen, in denen die Amphibien laichen, überflutet würden. Zudem sind zwei Steilwände mit jeweils 50 Meter Länge und zwei Meter Höhe anzulegen – und zwar bevor der Abbau auf der Erweiterungsfläche beginnt. Um die Steilwände, in denen die Uferschwalben brüten, vor Neugierigen zu schützen, soll auf Wunsch des Nabu eine fünfreihige Dornenhecke oberhalb der Wände gepflanzt werden. Zudem soll vom 1. April bis 31. August der Kiesabbau in einigen Bereichen ruhen.

Diesen Forderungen des Nabu soll die Stadt in ihre Stellungnahme aufnehmen.

 

16. November 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Apfelbäume besonders beliebt

Stadtmarketing verbucht 15 neue Patenschaften für die Streuobstwiese im Hohnhorstpark

c-2011-11-16-01-1

35 Obstbäume auf der Streuobstwiese haben jetzt einen Baumpaten. Brunhöber

 

Der Stadtmarketingverein ist hocherfreut: Innerhalb kurzer Zeit haben sich 15 neue Paten für die Bäume auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark gefunden. Besonders die Apfelsorten sind beliebt.

VON SARAH DETTMER

LEHRTE. Jeweils ein Schöner aus Boskoop, ein Gravensteiner und ein Holsteiner Cox haben nun für die nächsten 15 Jahre einen Baumpaten. Aber auch Mirabellen-, Birnenund Walnussbäume stießen auf Interesse. Nach einem Aufruf des Stadtmarketingvereins im Anzeiger zum Thema Baumpatenschaften auf der Streuobstwiese meldeten sich 15 Lehrter.

„Eine ältere Dame hat die Patenschaft für eine Goldparmäne übernommen, obwohl sie es allein wahrscheinlich nicht mehr zu Fuß bis zur Wiese schafft“, sagt Sonja Truffel vom Stadtmarketingverein. Diese alte Apfelsorte sei aber der Lieblingsbaum der Frau, deshalb habe sie gern für einen solchen Patin werden wollen. Truffel wolle ihr dafür bald zumindest ein Foto des Baums vorbeibringen.

Mit einem derart großen Interesse an den Patenschaften, noch dazu in der kalten Jahreszeit, hatte im Verein keiner gerechnet. „Ich hatte gedacht, zur Blütezeit wäre die Nachfrage besser“, sagt Willy Goronczy. Umso mehr freue er sich nun über die vielen neuen Paten. „Die Urkunden über die Baumpatenschaft werden grade jetzt gern als Geschenk genutzt“, sagt Truffel. Sie sehe darin einen Trend, der weg vom konsumorientierten Schenken gehe.

 

Baumpatenschaft

Eine Baumpatenschaft auf der Streuobstwiese kostet einmalig 70 Euro und gilt für 15 Jahre. Interessierte können sich bei Truffel unter (0 51 32) 50 51 35 melden.

 

02. November 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Stadtmarketing wünscht sich mehr Baumpaten für die Streuobstwiese

 

c-2011-11-02-01-1

Baumpaten gesucht: von den 190 Obstbäumen auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark sind bisher nur 25 an Paten vergeben. Dettmer

 

LEHRTE. Rund 190 Obstbäume stehen auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark. 25 davon haben seit zwei Jahren einen sogenannten Baumpaten – zu wenig, wie der Förderverein des Stadtmarketings findet. Er wünscht sich mehr Interessenten.

„Wir wollen die Streuobstwiese gern aufwerten, aber die Pflege kostet Geld“, sagt Willy Goronczy vom Förderverein. Es seien zwar bereits lila blühende Blumen gepflanzt und Findlinge gesetzt worden. Der Verein plane aber zum Beispiel auch die Erweiterung der Informationstafel. Diese soll um Fotos und Details zu den jeweiligen Obstbäumen ergänzt werden. Die Kosten dafür schätzt Goronczy auf rund 1000 Euro.

Die Baumpatenschaft für einen der Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Quitten- und Walnussbäume kostet 75 Euro und gilt für eine Dauer von 15 Jahren. Baumpaten erhalten eine Urkunde über die Patenschaft und werden in einer Liste auf der Infotafel auf der Streuobstwiese eingetragen. „Sie dürfen sich einen Baum aussuchen und brauchen nichts weiter zu tun“, sagt Goronczy. Interessenten können sich bei Stadtmarketing-Geschäftsführerin Sonja Truffel unter Telefon (0 51 32) 50 51 35 melden. sde

 

22. Oktober 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Streuobstwiese: Gärtner machen 160 junge Bäume fit für den Winter

 

c-2011-10-22-02-1

Diese Arbeit gehört zu den Hauptaufgaben der angehenden Landschaftsgärtner: die VHS-Azubis Aaron Durna (von links), Martin Matthies, Sven Assmann und Elisabeth Schönrock bearbeiten das Erdreich rund um die Bäume auf der Streuobstwiese. So sollen die Wurzeln genügend Nährstoffe bekommen. Dettmer

 

LEHRTE. Gut ernährt durch den Winter: 160 Bäume der Streuobstwiese im Hohnhorstpark haben in den vergangenen zwei Tagen ein aufgelockertes Erdbett bekommen und wurden vom Gras befreit. Denn die Baumwurzeln und die Gräser der Futterwiese machen sich Konkurrenz um die Nährstoffe im Boden. Deshalb frästen Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) und der Volkshochschule Ostkreis (VHS) die Erde und bearbeiteten sie mit Motorhacken.

Die Jahreszeit spielt dabei eine wichtige Rolle: „Bald setzt die Vegetationsruhe ein, und die Bäume können sich alles Notwendige aus dem Boden ziehen“, sagte Gerald Voß. Gemeinsam mit vier Auszubildenden zum Landschaftsgärtner bearbeitete der VHS-Ausbilder den Rasen. Das Team ist in der gesamten Region unterwegs. sde

 

22. Oktober 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder bauen mit dem Naturschutzbund Vogelhäuser

 

c-2011-10-22-01-1

Nach dem Tischlern kommt das Malen: Luca (von links), Patricia, Maurice, Francisca, Leon und Ruben geben ihren Nistkästen den letzten Schliff, zwei Mütter und ein Kleinkind dürfen zuschauen und Dinge anreichen.

 

BURGDORF. „Guck, den habe ich gemacht, Mami“, verkündete Patricia stolz, als ihre Mutter sie von der Ferienpassaktion des Naturschutzbunds (Nabu) abholte. Sechs Kinder hatten gemeinsam mit Ernst Schmidt und Detlef Schanklies Nistkästen gebaut. Wobei die Mädchen zu Hammer und Nagel griffen, und die Jungen den Akkuschrauber als Werkzeug bevorzugten.

Doch es ging nicht nur um handwerklichesGeschick. So ganz nebenbei erfuhren die Kinder auch jede Menge Wissenswertes über die künftigen Bewohner ihrer Nistkästen. „Meise, Kleiber und Sperling nutzen die Kästen nicht nur während der Brut, sondern auch zum Schutz vor Regen und Kälte“, sagte Schmidt. Denn ein Ziel der Ferienpassaktion sei es auch, bei den Kindern das Interesse an der Natur und speziell an der Vogelwelt zu wecken, sagte er.

Den letzten Schliff erhielten die Holzhäuschen beim Bemalen mit wasserfesten Stiften. dt

 

19. Oktober 2011 - Marktspiegel Burgdorf

Die NABU „Naturforscher“ sind mit einem Jugendnaturschutzpreis ausgezeichnet worden

NABU Kindergruppe gewinnt „Dr. Strahl NABU-Jugendnaturschutzpreises 2011“

c-2011-10-19-01-1

Die NABU-Kinder pflegen ihre Wildbieneninsel. Foto: NABU

 

BURGDORF(r/jk). DieNABU Kindergruppe „Die Naturforscher“ hat für ihr Projekt „Wildbieneninseln“, bei dem die Kinder derzeit zwei Flächen betreuen und diese als Lebensraum für Wildbienen erhalten und entwickeln, den 1. Preis des „Dr. Strahl NABU- Jugendnaturschutzpreises 2011“ erhalten. Als Preisgeld dafür gab es 500 Euro. Das Projekt beinhaltet Pflegeeinsätze, Bau von Nisthilfen und Beobachtung von Bienen und Blütenpflanzen.

Jugendwart Hans-Jürgen Sessner hatte den Preis vom NABU Landesverband stellvertretend für die Kinder in Empfang genommen. Nun wurde der Preis vor Ort an der Wildbieneninsel im Stadtpark auch „offiziell“ mit Urkunden an die Kinder weitergegeben. Anschließend haben die Kinder „ihre“ Fläche wieder so gepflegt, dass sie im kommenden Sommer ein optimaler Lebensraum für Wildbienen sein wird. Weidenschösslinge und einige dominante Kräuter wurden entfernt und neue Blütenpflanzen gepflanzt und gesät.

Der ehemalige NABU-Vizepräsident Dr. Fedor C. Strahl hat den Preis anlässlich seines 75. Geburtstags gestiftet. Er wollte mit diesem Preis die junge Generation ermutigen, sich für den Erhalt von Natur und Landschaft einzusetzen. Nach seinemTod hat sich seine Frau Krista Strahl bereit erklärt den Preis fortzuführen.

Mit der Kindergruppe, den Naturforschern, hat der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze ein langfristiges Naturschutzprojekt gestartet. Unter dem Titel „Wildbieneninseln“ sollen vorhandene Biotope für Wildbienen entwickelt und neu angelegt werden.

Für die Kindergruppe eröffnet das die Möglichkeit, aktiv für „eigene“ Flächen Verantwortung zu übernehmen. Es gibt einen ersten Einblick in die Themen Naturschutz und Biotoppflege.

Der Ablauf des Projektes ist nicht bis ins Detail festgelegt. Die Kinder sollenmöglichst eigenständig, unter fachkundiger Anleitung, über die weiteren Schritte entscheiden. Vorgegeben ist nur das Ziel: Erhalt und Schaffung von Lebensraum für Wildbienen. Wichtig ist eine langfristige Beobachtung und Dokumentation der Maßnahmen und Erfolge sowie der Bienen- und Pflanzenarten.

Im Burgdorfer Stadtpark befindet sich ein kleinerHügel, der nur etwa 8 x 5 Meter groß ist. Dieser Hügel entstand, vor einigen Jahren, bei den Bauarbeiten zu einem Naturspielplatz und wurde nicht bepflanzt oder eingesät.ImLaufe der Zeit hat sich hier eine abwechslungsreiche Ruderalvegetation eingestellt. Der Hügel ragt wie eine kleine, bunte Inselausdemumgebenden, kurzgemähten Rasen. Nun schreitet die Sukzession voran und Weide undAhorn beginnen die Fläche zu erobern.

Seit einem Jahr hängt hier auch eine kleine, sehr gut belegte Wildbienen-Nisthilfe. Auf der Fläche konnten schon Mauerbienen, Scherenbienen, Maskenbienen, Löcherbienen, Seidenbienen, Sandbienen, Wespenbienen und Furchenbienenbeobachtetwerden. Ziel ist es, den Hügel als blühende Insel, im sonst sehr blütenarmen Stadtpark, zu erhalten und für Wildbienen noch attraktiver zu machen.

Die nächste, deutlich größere, Wildbieneninsel entsteht zurzeit in einemneuen Teil des Lehrter Stadtparks, dem „Alten Grabeland“. Der NABU hat hier ein Winterquartier für Fledermäuse gebaut. Auf dem dadurch entstandenen Hügel entsteht unsere Wildbieneninsel. Hier haben Kinder die Möglichkeit, ein Wildbienenbiotop von Anfang an zu gestalten. Am südlichen Hang ist, aus Mitteln der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, eine größere, offene Sandfläche angelegt worden. Der restliche Hügel wird sich zu einer blühendenRuderalfläche entwickeln. In Verbindung mit der umgebenden, blütenreichen Wiese und den vorhandenen, alten Obstbäumen wird sich ein wertvoller Wildbienenlebensraum entwickeln.

Weitere Infos: Hans-Jürgen Sessner, Jugendwart(NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze; Tel. 05136/83443, jugend@nabuburgdorf- uetze.de oder www. nabu-burgdorf-uetze.de.

 

c-2011-10-19-01-2

„Die Naturforscher“ haben ihren Preis erhalten. Foto: NABU

 

17. Oktober 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

500 Euro für das Projekt Wildbieneninsel

Nabu-Kindergruppe erhält Jugendnaturschutzpreis – Geld soll in Lehrter Stadtpark fließen

c-2011-10-17-01-1

Alina (von links), Florian, Mirja und Finja befreien die Wildbieneninsel vom beifuß, der alles zu überwuchern droht. Heine

 

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze kann stolz auf den Nachwuchs sein. Gleich die erste Bewerbung der Nabu- Kindergruppe für den in Niedersachsen seit 2002 jährlich vergebenen Dr.-Strahl-Nabu-Jugendnaturschutzpreis war erfolgreich.

Für das Projekt „Wildbieneninsel“ vergab die Jury den ersten Platz, sodass Jugendwart Hans-Jürgen Sessner 500 Euro Preisgeld in Empfang nehmen konnte. Überzeugt haben die Nachhaltigkeit des Projektes und die ganzjährige Beschäftigung mit dem Thema, erklärte Sessner. Am Sonnabend überreichte er den kleinen Naturschützern bei einem Arbeitseinsatz auf der Wildbieneninsel im Stadtpark hinter dem Rodelberg Urkunden und Geschenktüten.

Der Nabu-Nachwuchs stimmte sofort dem Vorschlag zu, das Geld für Nisthilfen und ein Insektenhotel im Lehrter Stadtpark auszugeben, wo gerade eine zweite, größere Wildbieneninsel angelegt worden ist. „Wir wollen dort außerdem Blütensträucher pflanzen und Wildpflanzen aussäen, damit die Insekten Nahrung finden“, sagte Sessner. Nach der Besprechungsrunde machten sich die Kinder an die Arbeit und befreiten die Burgdorfer Wildbieneninsel von Beifuß und anderen Gewächsen, die die Blühpflanzen zu verdrängen drohten.

 

14. Oktober 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Neuer Lebensraum für den Laubfrosch

Bagger heben bei Röddensen zwei Teiche aus – Gemeinschaftsprojekt dient Artenschutz

c-2011-10-14-01-1

In der Gemarkung Röddensen, unweit der Burgdorfer Aue, heben Bagger auf einem Grundstück der Stadt Lehrte zwei Gewässer aus.

 

VON KATJA EGGERS

RÖDDENSEN. Der Laubfrosch wird immer seltener. Um Restbestände seiner Population zu sichern, sind in der Gemarkung Röddensen auf einem Grundstück der Stadt Lehrte jetzt zwei Teiche angelegt worden.

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf-Lehrte-Uetze, Jägerschaft Burgdorf, Jagdgenossenschaft Röddensen und der Stiftung Kulturlandpflege. An der Finanzierung beteiligen sich zudem die Region Hannover und die Volksbank Lehrte. Die Kosten liegen laut Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandpflege im mittleren vierstelligen Bereich.

Geplant waren ursprünglich drei Laubfroschgewässer. Die Arbeiten erwiesen sich jedoch als schwierig. Im östlicheren, zur Burgdorfer Aue hin gelegenen Bereich drohten die Bagger auf dem feuchten Untergrund einzusinken. Ausgebaggert wurden daher nur zwei Gewässer. Röddenser Landwirte transportierten den Aushub mit sechs Schleppern ab. Das Material durfte allerdings nicht im Bereich der neuen Teiche verteilt werden. Dazu hatten sich die Projektpartner in einer wasserrechtlichen Genehmigung verpflichtet. Der Boden landete auf landwirtschaftlichen Flächen. Der aus tiefer gelegenen Schichten ausgehobene Sand diente zur Ausbesserung von Wegen.

„Schön wäre es, wenn die Teiche hin und wieder austrocknen würden“, sagt Manfred Tschäke vom Nabu Burgdorf. Denn dies würde den Fischbestand und damit die Fressfeinde der Kaulquappen dezimieren. In einem sehr trockenen Sommer könne eventuell zudem doch noch ein dritter Teich angelegt werden. „Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Wir warten aber erst einmal ab, wie sich die neuen Biotope entwickeln“, sagt Rohloff.

 

LEBENDIGE TEICHE - Auch Nabu legt Biotope an

Der Naturschutzbund (Nabu) hat auch im Hohnhorstpark zwei Amphibienteiche angelegt. Sie wurden auf einer Fläche südlich der Streuobstwiese ausgebaggert und sollen vor allem Laubfröschen als Heimat dienen.

Die Biotope sind jeweils etwa 5000 Quadratmeter groß, aber nur rund 60 Zentimeter tief. „Amphibien benötigen flache Gewässer, die sich rasch erwärmen und im Sommer sogar austrocknen dürfen“, sagt Projektleiter Ralf Berkhan. Bis sich am Hohnhorstpark Frösche, Kröten und Molche ansiedeln, wird es allerdings noch etwas dauern. „Die Zeit der Amphibien ist für dieses Jahr um“, sagt Berkhan. Mit Leben füllen werden sich die Teiche daher erst im nächsten Frühjahr.

Die Laubfroschgewässer sind Teil des Nabu-Projektes Lebendige Teiche. Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren in Niedersachsen insgesamt 50 Kleingewässer anzulegen. eg

 

09. Oktober 2011 - Neue Woche

Stadtpark ist "Wohlfühloase für Mensch und Natur"

Zwei neue Teiche als Laubfroschgewässer

Lehrte (r/ra). Der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat in den vergangenen Monaten den Hohnhorstpark zu einer Wohlfühloase für Mensch, Tier und Natur gestaltet. In dem ehemaligen Bereich der alten Laubenkolonie "Grabeland" wird ein vorhandenes Gehölz zu einem Vogelschutzgebiet ausgebaut, gleich nebenan eine Streuobstwiese mit Insektenhotel errichtet und ein "Bunker" für die Überwinterung von Fledermäusen gebaut.

Hinzugekommen sind jetzt zwei Amphibienteiche, die im Rahmen des NABU-Projektes "Lebendige Zeiche - Aufwertung von Kleingewässern im Siedlungsbereich Niedersachsens" ausgebaggert wurden. Gefördert von der Bingo-Umweltstiftung entstehen in den kommenden drei Jahren 50 neue, flach angelegte Kleingewässer in Siedlungsnähe. "Sechzig Zentimeter Wassertiefe reichen aus", erklärt Projektleiter Ralf Berkhan. So könnten sich die Gewässer schnell erwärmen, sie dürften im Spätsommer auch gerne einmal austrocknen und im Winter durchfrieren. Damit wird eine dauerhafte Ansiedlung von Fressfeinden der Kaulquappen verhindert. Ziel ist es, selten gewordene Amphibienarten wie Laub- oder Moorfrosch, die Kreuzkröte, den Kammmolch und Unkenarten anzusiedeln. Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem Laubfrosch, der durch Bemühungen der örtlichen Naturschützer in heimischen Gewässern wieder anzutreffen ist. Für eine stabile Population braucht es weitere geeignete Teiche. Auf der im Besitz der Satdt Lehrte stehen Ausgleichsfläche im Hohnhorstpark entstehen zwei etwa 500 Quadratmeter große Kleingewässer. Die neuen Feuchtgebiete werden sich schon im kommenden Frühjahr "mit Leben füllen".

 

14. September 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder auf Entdeckungsreise im nächtlichen Wald

 

c-2011-09-14-01-1

Die Kinder und Eltern treffen sich am Großen Stern am Rande des Burgdorfer Holzes zur Nachtwanderung mit dem Naturschutzbund.

 

BURGDORF. Im Dunkeln durch den Wald pirschen – das durften jetzt 35 Kinder gemeinsam mit Hans-Jürgen Sessner, Jugendwart des Naturschutzbunds (Nabu). Zur Nachtwanderung mitgebracht hatten die meisten auch ihre Eltern.

Alle erlebten einen sehr lehrreichen und aufregenden Abend. Immer wieder hielt die Gruppe an, um den Geräuschen des Waldes zu lauschen. Um das Stimmenrepertoire zu vervollständigen, ließ Sessner unter anderem den Ruf der Rehe – dieser ähnelt einem tiefen, heiseren Bellen – und der Waldohreule „vom Band“ erklingen.

Nur wenige Schritte vom Waldweg entfernt gingen die Jungen und Mädchen mit Taschenlampe und Becherlupe auf die Suche nach Käfern, Spinnen, Tausendfüßlern und anderen Waldbewohner, die in der Nacht unterwegs sind. „Sogar einen Wurzelzwerg konnten wir entdecken“, berichtete Sessner augenzwinkernd. Allerdings erst, nachdem er den Kindern eine Geschichte über diese scheuen Waldbewohner vorgelesen habe, räumte er ein.

Als dann auch noch Glühwürmchen den Nachtwanderern den Rückweg beleuchteten, und eine Fledermaus am Großen Stern eine Extra-Flugvorführung gab, sei das „unvergessliche Erlebnis“ perfekt gewesen, sagte Sessner. dt

 

30. August 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

45 Tonnen Sand für Wildbienen

Naturschutzbund startet mit Kindergruppe ein neues Projekt auf früherem Grabeland

c-2011-08-30-01-1

Mit viel Spaß bei der Sache: Die Kindergruppe des Nabu Burgdorflehrte- Uetze mit ihren Betreuern Rainer Joubert (links) und Hans-Jürgen Sessner (rechts) setzt den ersten Strauch an ihrer Wildbieneninsel auf dem Gelände Vor der Hohnhorst. Unter den rund 45 Tonnen frisch aufgeschüttetem Sand befindet sich das erst vor Kurzem entstandene Winterquartier für Fledermäuse. Gückel

 

Der Naturschutzbund (Nabu) richtet auf dem Gelände des früheren Grabelands vor der Hohnhorst ein Biotop für Wildbienen ein. Es soll langfristig von der Nabu-Kindergruppe betreut werden.

VON ACHIM GÜCKEL

LEHRTE. Sie haben Spaten und Schaufel zur Hand genommen, Pflanzen gesetzt und Sträucher gepflanzt: Die Kinder vom Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze waren jetzt sehr fleißig, damit ihr großes Projekt auf dem früheren Grabeland vorankommt. Dort hatten Helfer der Umweltschutzorganisation vor einigen Monaten einen Bunker errichtet, der als Winterquartier für Fledermäuse dienen soll.

Jetzt wurde das ungewöhnliche Bauwerk auf seiner Südseite mit einer dicken Schicht aus 45 Tonnen Sand abgedeckt. Darin sollen schon bald Wildbienen ihre Nester bauen. Hans-Jürgen Sessner, der die Nabu-Kindergruppe leitet, ist überzeugt, dass das Projekt ein Erfolg wird. „Dieses Gelände ist wunderbar geeignet für Wildbienen. Das ist eine besonders schöne und sonnige Ecke“, sagt er. Ringsherum seien alte Obstbäume und wilde Wiesen, die Bienen Nahrung böten. Bisher habe es aber noch keine wirklich ideale Nistgelegenheit für Wildbienen gegeben. „Die meisten Arten bauen ihr Nest im Sand“, sagt er.

Finanzielle Unterstützung bekam der Nabu von Bingo-Lotto. 4800 Euro steuerte die Umweltstiftung für das neue Projekt Wildbieneninsel bei. Nun plant Sessner mit seiner Nabu-Kindergruppe noch einiges mehr – etwa eine Infotafel zum Thema Bienen und Insekten. Auch weitere Wildblumen, Nisthilfen und Heckensträucher oder ein Haufen Totholz sollen das Gelände biologisch aufwerten – und der Hügel soll, mit Ausnahme seiner sandigen Südseite, zu einer blühenden Fläche werden.

 

17. August 2011 - Marktspiegel Burgdorf

Naturschutzbund stellt neues Jugendprogramm vor

Thema „Wald“ ist der Schwerpunkt im Herbst 2011

c-2011-08-17-01-1

Viele spannende Aktionen rund um die Natur bietet der Naturschutzbund auch in seinem neuen Halbjahresprogramm für Kinder bis Ende des Jahres an. Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF/UETZE/LEHRTE (r/jk). Der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat das neue Kinder- und Jugendprogramm der NABU-Jugend für die 2. Jahreshälfte herausgegeben. Passend zum diesjährigen „Jahr der Wälder“ ist auch beim NABU das Thema Wald der Schwerpunkt im Herbst:

- Samstag, 27. August: *10.00 bis 12.00 Uhr „Krabbeltiersafari auf der Streuobstwiese“. Die Teilnehmer gehen mit Kescher und Becherlupe auf die „Jagd“ nach den kleinen Bewohnern der Wiese und des angrenzenden Waldes. Käfer, Spinnen, Asseln und vielleicht auch Tausendfüßer wollen erforscht werden. Zum Schluss wird noch die neueWildbieneninsel besucht. Treffpunkt: Info- Tafel auf der Streuobstwiese Lehrte.

- Samstag, 10. September: * 20.00 bis 22.00Uhr „Nachtwanderung im Wald“. Im Dunklen ist der Wald besonders spannend. Eulen und Fledermäuse sind unterwegs und es ist auch etwas unheimlich. Treffpunkt: „Großer Stern“ im Burgdorfer Holz.

- Samstag, 24. September: *10.00 bis 12.00 Uhr „Junge Bäume, alte Bäume, tote Bäume“. Auch Bäume leben nicht ewig. Aber sind tote Bäume eigentlich wertlos? Was lebt in, an und von altem Holz? Die Teilnehmer werden es erforschen. Treffpunkt: Waldparkplatz zwischen Schwüblingsen und der B 188.

- Samstag, 8. Oktober: *10.00 bis 12.00 Uhr „Mit der Waldführerin durch den Wald“. Eine Waldführerin führt durch ihren Wald in Uetze. Es wird viele lustige, aber auch lehrreiche, Spiele rund um die großen Bewohner des Waldes geben. Treffpunkt: Friedwaldparkplatz, Uetzer Herrschaft.

- Dienstag, 18. Oktober (7 bis etwa9 Jahre),undMittwoch, 19. Oktober (etwa ab 9 Jahre): *jeweils 8.15 bis 18.30 Uhr „Tagesausflug in das Wisentgehege“. Fahrt mit Bahn und Bus nach Springe ins Wisentgehege. Dort lernen die Teilnehmer Waldbewohner kennen, die sich sonst nicht so leicht beobachten lassen, erkunden das Gelände und die Tiere dort und besuchen eine Flugvorführung mit Adlern, Falken und Eulen. Kosten: 9 Euro. Bitte Verpflegung mitbringen. Eine Anmeldung ist bis 1. Oktober erforderlich. Treffpunkt: Bahnhof Burgdorf oder Lehrte.

- Samstag, 12. November: *10.00 bis 12.00 Uhr „Herbstliches Basteln mit Naturmaterialien“. Gemeinsam wird etwas Schönes oder Nützliches gebastelt. Treffpunkt: JohnnyB. (Haus der Jugend), Burgdorf.

- Samstag, 26. November: *10.00 bis 12.00 Uhr „Wir bepflanzen die neue Wildbieneninsel“. Die jungenNaturfreunde nehmen die neue Wildbieneninsel in Lehrte in Besitz. Es werden Blütensträucher gepflanzt und Wildpflanzen gesät oder auch gepflanzt. Bei heißem Kakao wird überlegt, wie wir hier ein kleines Paradies für Wildbienengeschaffenwerdenkann. Treffpunkt:Lehrte,„AltesGrabeland“.

- Samstag, 10. Dezember: *10.00 bis 12.00 Uhr „Jahresrückblick“. Zum Jahresende trifft sich die NABU-Jugend noch einmal zum Basteln oder Spielen. Danach werden Bilder des vergangenen Naturforscherjahres angeschaut. Treffpunkt: JohnnyB. (Haus der Jugend), Burgdorf.

Voraussetzung für die Teilnahme an den Aktionen der NABU-Jugend ist die Mitgliedschaft des Kindes im NABU. Entweder im Rahmen Familienmitgliedschaft (55 Euro pro Jahr) oder aber als Kindermitgliedschaft (bis 14 Jahre) im „Rudi Rotbein Club“ (18 Euro pro Jahr). Darin ist auch eine Unfallversicherung enthalten. Eine Teilnahme zur Probe für einigeWochenist jederzeitmöglich. Weitere Infos beimNABUJugend- Team: Hans-Jürgen Sessner (Tel. 05136/83443), Sylke Joubert (Tel. 05136/873923), Kerstin Ohl (Tel. 05147/978562) oder Email: jugend@nabuburgdorf- uetze.de. Auf Grund des großen Erfolges der Kindergruppe, sucht die NABU-Jugend weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, die bei der Leitung der Gruppe unterstützen möchten. Fachliche Vorrausetzungen dafür gibt es keine.Nötig ist nur etwas Zeit und Spaß an der Arbeit mit Kindern.

 

16. August 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Fledermäuse leben mit den Menschen

Naturschutzbund bietet Exkursionen in Burgdorf und Uetze an – Detektor macht die Stimmen der Tiere hörbar

c-2011-08-16-01-1

Zu Beginn der Exkursion erläutert Fledermausbetreuer Bernd Rose den Teilnehmern Wissenswertes über die Tiere. Heinze (2)

 

Wer die Natur in ihrer Ursprünglichkeit erleben will, muss dafür nicht in die Ferne schweifen. Das hat der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze jetzt wieder eindrucksvoll demonstriert.

VON STEFAN HEINZE

BURGDORF/UETZE. Im Burgdorfer Stadtpark – wie zuvor an den Spreewaldseeen und demnächst im Fuhsetal bei Dollbergen – hat der Nabu rund 60 Interessierte auf eine Fledermausexkursion mitgenommen. Bei ihren Flügen über der Wiese des Schlossparks waren Mauersegler und Breitflügelfledermäuse zunächst kaum voneinander zu unterscheiden. Wer den Unterschied nicht erkennen konnte, dem halfen der Nabu-Fledermausbetreuer Bernd Rose und der Jugendwart des Vereins, Hans-Jürgen Sessner, mit einem Detektor weiter.

Dieses Gerät macht die Ultraschallwellen, mit denen sich die Fledermäuse orientieren, auch für Menschen hörbar. Höhepunkt des Abends war, im Taschenlampenschein zu sehen, wie die Wasserfledermäuse dicht über der Oberfläche des Stadtparkteichs Insekten fingen.

Was es genau mit dem Ortungssystem der Tiere auf sich hat, hatte Sessner den Kindern zu Beginn der Exkursion anschaulich gemacht. Rose verblüffte unterdessen so manchen Erwachsenen mit der Auskunft, dass von 21 Fledermausarten 13 bis 15 auch in Burgdorf anzutreffen seien.

Rund 280 Weibchen, die ihre Jungen zur Welt brachten, wurden jetzt an einem Wohnhaus am Höhenweg gezählt. „Die Fledermäuse leben mit uns Menschen“, sagte Rose. Die Jungen, die im nächsten Mai zur Welt kommen, werden schon in diesem Jahr gezeugt. Eine erwachsene Zwergfledermaus erreicht nach Auskunft Roses gerade einmal ein Gewicht von sechs bis acht Gramm.

 

c-2011-08-16-01-2

Jugendwart Hans-Jürgen Sessner ortet im Schlosspark die Schallwellen der Fledermäuse mit einem Detektor.

 

DIE NATURFORSCHER - Kinder entdecken den Wald: Nachtwanderung und Ausflüge geplant

Die Naturforscher, die Kindergruppe des Nabu, wollen im zweiten Halbjahr 2011 vor allem den Wald erkunden. Anlass für diesen Arbeitsschwerpunkt ist das Internationale Jahr der Wälder. Eine Nachtwanderung auf den Spuren von Eulen und Fledermäusen ist für Sonnabend, 10. September, von 20 bis 22 Uhr geplant. Treffpunkt ist am Großen Stern im Burgdorfer Holz. 14 Tage später, am 24. September, von 10 bis 12 Uhr können die Kinder erforschen, was in, an und von toten Bäumen lebt. Treffpunkt ist der Waldparkplatz zwischen Schwüblingsen und B188.

Am 8. Oktober durchstreifen die jungen Forscher mit einer Waldführerin von 10 bis 12 Uhr das Naturschutzgebiet Uetzer Herrschaft. In den Herbstferien sind zwei Tagesausflüge ins Wisentgehege bei Springe geplant. Dort können Waldtiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden. Kinder von sieben bis neun Jahren fahren am Dienstag, 18. Oktober, und die älteren am 19. Oktober. Etwas ruhiger geht es am 12. November zu, wenn im Johnny B. mit Naturmaterialien gebastelt wird.

Kinder, die an diesen Angeboten teilnehmen wollen, müssen Nabu-Mitglied sein. Der Jahresbeitrag kostet 18 Euro. Informationen gibt Hans-Jürgen Sessner, Telefon (05136) 83443. dt

 

 

01. August 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auf Bienensafari am Bösselberg

Landschaft ist idealer Lebensraum für Solitärinsekten wie Hosenbiene und Bienenwolf

c-2011-08-01-01-1

Hans-Jürgen Sessner (von links) erklärt Harry Neumann, Rainer Klauck, Angelika Wirtz und Viktoria das Jagdverhalten des Bienenwolfs. Dazu hat er ein Foto mitgebracht, das sich Hubert Ingelmann anschaut. Köhler

 

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF. Die Hauptdarsteller des gestrigen Wildbienenspaziergangs machten sich rar. Nur zwei Hosenbienen, zu erkennen an ihren langen Haarbüscheln an den Hinterbeinen, ließen sich von den Teilnehmern der Aktion des Naturschutzbundes (Nabu) entdecken und fotografieren.

Die wärmeliebenden Tiere hatten sich ob des kühlen Wetters kurzerhand verkrochen. „Ab sonnigen 20 Grad schwirrt es hier nur so“, sagte Nabu-Bienenexperte Hans-Jürgen Sessner. Beginnend im Stadtpark zog er mit mehreren Insektenfreunden zum Bösselberg, um ihnen dort die Vielfalt der schwarz-gelben Insekten näherzubringen. Jene wissen um die Qualitäten der auf den ersten Blick ein wenig trist anmutenden Landschaft. So eigne sich der harte, sandige Boden dort ideal zum Nestbau für Solitärbienen, sagt Sessner: „Im Frühjahr bauen hier Seiden- und Weidenbienen ihre Nester, jetzt sind es Hosenbienen.“ Die naturnahen Wiesen böten zudem mit vielen blühenden Pflanzen reichlich Nahrung.

Die Nester der Hosenbienen seien an zumeist kegelartigen Erdhügeln mit einem großen Loch zu erkennen. „Ich dachte zuerst, es sind Ameisen“, sagte die zehnjährige Viktoria, die mit ihren Eltern aus Uetze angereist war.

„Vom Einstieg führt ein bis zu 50 Zentimeter tiefer Gang schräg nach unten zu den Brutzellen, in die als Proviant für die Larven Pollen eingelagert werden“, erläuterte Sessner die unterirdische Bauweise. Der Bienenwolf, eine Wespenart, baue nahezu identisch, fange für seinen Nachwuchs aber Honigbienen, lähme diese und benutze sie als Frischfleischdepot für den eigenen Nachwuchs.

 

01. August 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hornissen ziehen nach Hänigsen um

Nest muss weichen: Naturschützer befreien Waldkindergarten bei Eltze von den „Adlern unter den Wespen“

c-2011-08-01-02-1

Das Hornissennest in der Werkstatt des Waldkindergartens muss umziehen. Heine

 

Ein Hornissennest auf dem Gelände des Waldkindergartens Uetze hat die Wespenexperten des Naturschutzbundes (Nabu) auf den Plan gerufen. Diese siedelten die besonders geschützten Tiere um.

VON SYBILLE HEINE

ELTZE. Drei Wochen lang war der Waldkindergarten in den Ferien geschlossen. Am vergangenen Freitag trafen sich die Kinder zum ersten Mal wieder nach der Sommerpause auf ihrem Gelände in der Nähe des Jugendzeltplatzes bei Eltze und stellten fest, dass sich in ihrer Abwesenheit Hornissen angesiedelt hatten.

Beate Schön vom Elternverein des Waldkindergartens und Erzieherin Regina Fograscher baten Erhard Zander, den Naturschutzbeauftragten der Region Hannover, um Hilfe. Der beschloss, eine eher seltene Umsiedlung vorzunehmen, weil der Kindergarten betroffen war.

Gemeinsam mit den Wespenberatern Dieter Kleinschmidt und Karl-Heinz Nilius schritt er noch am Freitagabend zur Tat. Zunächst nahmen die drei Experten das Nest im Dachgiebel über der Tür der kleinen Werkstatthütte in Augenschein. Weil „die Adler unter den Wespen“, wie Zander die Hornissen nennt, gerade erst mit dem Bau begonnen hatten, war es noch recht klein. Im Nest fanden sich nur die Königin und einige Arbeiterinnen, allerdings auch schon viele Eier.

In Schutzkleidung gehüllt, zogen die Männer mit ruhiger Hand dünne Holzstäbe zwischen die Waben, um das aus einer papierartigen Masse bestehende Gebilde zu sichern. Anschließend beförderten sie es vorsichtig in einen sogenannten Umsiedlungskasten, der wieder am alten Neststandort befestigt wurde.

„Wir wollen auch Tieren, die gerade unterwegs sind, eine Chance geben, mit umzuziehen“, begründete Zander diese Maßnahme. Er werde den Umsiedlungskasten später abholen, verschließen und im Auto nach Hänigsen transportieren, sagte er.

„Zehn Kilometer müssen zwischen den Standorten liegen, sonst kehren die Hornissen an den alten Platz zurück“, erläuterte Zander. Als neues Zuhause habe er einen schönen Platz am Waldrand, in der Nähe der Seebeeke ausgewählt.

Ein paar Tage müssen die Kinder noch mit ihren fliegenden Nachbarn leben. Zander wird den Umsiedlungskasten am Donnerstag abholen.

 

c-2011-08-01-02-2

Erhard Zander erklärt den Transport in einem Umsiedlungskasten. Heine

 

29. Juli 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Storchennachwuchs gedeiht gut: Mitte August geht es gen Süden

 

c-2011-07-29-01

Eine sache der Balance: Die jungen Störche auf dem Schornstein der alten Konservenfabrik in Burgdorf unternehmen erste Flugversuche. Priesemann

 

REGION. Den drei jungen Störchen auf dem Schornstein der alten Konservenfabrik an der Friederikenstraße scheint es gut zu gehen. „Obwohl der Mai sehr trocken war, stehen alle sehr gut im Futter und sind durchgekommen“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund Burgdorf. Wer an dem Nest vorbeigeht, kann den Nachwuchs bei seinen ersten Flugübungen beobachten. Rose rechnet damit, dass die Jungtiere in etwa einer Woche fliegen können.

Dies gelte auch für die beiden Jungstörche in Dedenhausen. Deutlich weiter sind hingegen die drei Jungtiere aus Hänigsen, deren Eltern schon ein wenig früher aus dem Winterquartier gekommen waren.

„Die Jungtiere fliegen bereits, kommen aber jeden Abend wieder zurück auf den Horst über der Bäckerei“, sagt Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde Uetze.

Ab Mitte August sammeln sich die Vögel bereits, um nach Afrika zu fliegen, wo sie überwintern werden. Rose hofft, dass sich die horsttreuen Störche auch im nächsten Jahr wieder auf den Nestern im Umkreis einfinden. ps

 

21. Juli 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Junge Forscher stehen mit Keschern knietief im Wasser

Naturschützer erklären den Kindern die Artenvielfalt im Irenensee

c-2011-07-21-01

Marie (10, von links), Lena (12) und Sarah (9) zeigen Erhard Zander ihre Ausbeute. Rollenhagen

 

DAHRENHORST. Mit viel Körpereinsatz standen am Dienstag 38 Kinder knietief im Irenensee und zogen ihre Kescher und Siebe durchs Wasser. Trotz Gummistiefeln blieben ihre Füße dabei nicht trocken.

Die acht- bis zwölfjährigen Jungforscher hatten viel Freude daran, zusammen mit dem Naturschutzbeauftragten der Region Hannover, Erhard Zander, und drei weiteren Helfern vom Naturschutzbund (Nabu) die im See lebenden Tiere zu fangen und zu bestimmen. „Es geht uns darum, den Kindern die Angst zu nehmen und ihnen die Natur und deren Lebewesen näher zu bringen“, sagte Zander, der sich auch in den vergangenen Jahren an der Ferienpassaktion der Gemeinde Uetze beteiligt hatte. Wasserläufer, rote Wassermilben und Eintagsfliegenlarven sind nur einige Beispiele für die Vielzahl der Tiere, die die Kinder im See fanden. In einer Pfütze auf dem Spielplatz des Campingplatzes spürten sie sogar einen kleinen Frosch auf.

Am Ende setzten die jungen Forscher alle Tiere wieder ins Wasser. Die zweieinhalbstündige Expedition in die Welt der Kleinlebewesen hatte allen gefallen. „Es war interessant, die Tiere kennenzulernen – beim nächsten Mal nehmen wir aber Badesachen und keine Gummistiefel mit“, waren sich die Jungen und Mädchen einig. iro

 

23. Juni 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hohnhorstpark: Nabu plant Amphibienteiche

Areal soll weitere Naturattraktion bekommen – Bau mit Fördergeld

VON EIKE BRUNHÖBER

LEHRTE. Nach der Streuobstwiese und dem Fledermaus-Bunker sollen Flora und Fauna des Hohnhorstparks nun um einen weiteren Aspekt bereichert werden: Der Naturschutzbund (Nabu) will zwei Amphibienteiche anlegen.

Die Teiche sollen jeweils 400 Quadratmeter groß und etwa einen Meter tief werden. Sie sollen auf einer Wiese entstehen, die die Stadt vor einigen Jahren als Ausgleichsmaßnahme für einen Fabrikhallenbau ausgewiesen hat. Die Wiese liegt gegenüber der jüngst angelegten Streuobstwiese, auf der anderen Seite des Hohnhorstweges.

Der Nabu zeichnet im Park bereits für das Streuobstwiesen- und für das Fledermausprojekt verantwortlich. Den Bau der Teiche finanziert er aus einem Fördertopf der Bingo-Umweltstiftung. Das Vorhaben koste 2000 Euro, sagt Ralf Berkhan, beim Nabu Niedersachsen Leiter des Projekts „Lebendige Teiche“. Noch in diesem Jahr sollen die Teiche ausgebaggert werden, sodass ab dem Frühjahr 2012 vor allem Frösche und Kröten das Gewässer bevölkern könnten. „Dieses Gelände eignet sich sehr gut, das wird sich unter Fröschen schnell herumsprechen“, sagt Berkhan. Die Anregung kam von Bernd Rose von der hiesigen Nabu-Gruppe, der bei den Streuobstwiesen- und Fledermausprojekten eingebunden ist.

 

18. Juni 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Storchenpaar zieht wieder drei Junge auf

Bernd Rose vom Naturschutzbund: „Sind aus dem Gröbsten raus“

c-2011-06-18-01-1

Die drei Jungtiere im Nest auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik haben inzwischen die größe von Enten erreicht. Spellerberg

 

BURGDORF. Die Chancen stehen gut, dass auf dem alten Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße zum zweiten Mal in Folge ein Storchenpaar seinen Nachwuchs großziehen kann. Drei Jungstörche recken derzeit ihre Hälse aus dem Nest, wie Fotograf Christoph Spellerberg im Bild festgehalten hat.

„Die sind schon aus dem Gröbsten raus“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund, der das Geschehen auf dem ehemaligen Fabrikgelände regelmäßig verfolgt. Rose glaubt, dass die inzwischen auf Entengröße angewachsenen Jungtiere jetzt auch durchkommen und nicht mehr von anderen Vögeln aus dem Nest geholt werden: „Es sieht sehr sehr gut aus.“ Er vermutet, dass es sich bei den Altvögeln um dasselbe Storchenpaar handelt, das im vergangenen Jahr vier Junge ausgebrütet hatte, von denen eins später aber gestorben war.

Die drei überlebenden Jungtiere aus dem Vorjahr waren nach Jahrzehnten die ersten Störche, die in der Kernstadt erfolgreich großgezogen worden waren. nk

 

17. Juni 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Holzmast wird zum Brutplatz

In Steinwedel erstmals seit Langem wieder Störche heimisch – Regionsweiter Zuwachs

c-2011-06-17-01-1

Nesthäkchen: Schwach und verschüchtert sitzt das kleinste Arpker Storchenküken zwischen seinen Geschwistern, die kräftig um Futter betteln. Löhr

 

Jahrzehnte lang hat es in Steinwedel keine Störche mehr gegeben, nun sind sie zurück: Auf einer Weide am Ortsrand brütet seit rund vier Wochen ein Weißstorchpärchen.

VON SARAH DETTMER

STEINWEDEL. Es ist ein idyllischer Platz, und den Störchen gefällt er offenbar: Mitten auf einer Pferdekoppel am Paradiesweg steht ein alter Holzmast, auf dessen Spitze ein Horst liegt, den nun auch Elternvögel bezogen haben. Bei der Weißstorchbrut handelt es sich um die erste in Steinwedel nach jahrzehntelanger Pause. Vermutlich ist der Nachwuchs vor wenigen Tagen geschlüpft, sodass bald kleine grau-gefiederte Köpfchen zu sehen sein sollten.

„Es ist eine verhältnismäßig späte Brut“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund. Eigentlich habe die reguläre Brutzeit bereits vor sechs bis sieben Wochen begonnen. Das Steinwedeler Pärchen begann hingegen erst zwei Wochen später.

„Die Brutzeit beträgt rund vier Wochen“, sagt Rose. Deshalb gehe er davon aus, das die Jungen nun geschlüpft seien. Ein Anzeichen dafür gibt das Storchenweibchen, das derzeit nicht mehr brütend auf dem Netz sitzt, sondern stehend auf dem Horst thront – offenbar, um die Jungen zu füttern und zu behüten.

Überhaupt brüten in der Region Hannover derzeit so viele Weißstörche wie zuletzt vor 50 Jahren. Ende April waren 30 Nester mit Paaren besetzt – sechs mehr als 2010. Zu diesem Ergebnis kommt der Zwischenbericht des Naturschutzbeauftragten für die Weißstorchbetreuung in der Region Hannover, Reinhard Löhmer.

„Die reine Anzahl der Brutpaare ist äußerst erfreulich“, sagt Löhmer. Wie viele Jungstörche letztlich aber ausflögen, hänge vom weiteren Witterungsverlauf ab. Ende Juli will der Naturschutzbeauftragte seinen Jahresbericht über die Rückkehr und die Horstbesetzung vorlegen.

Arpker Horst: Viertes Küken taucht auf

Ursprünglich gingen die Beobachter davon aus, dass die Arpker Störche drei Küken großziehen. Nun aber ist ein viertes gesichtet worden. Damit sind in Arpke 2011 insgesamt fünf Junge geschlüpft; eines davon hatten die Elternvögel bereits Ende Mai über Bord geworfen.

Dass das jetzige Nesthäkchen so spät entdeckt wurde, liegt daran, dass es kleiner ist als seine Geschwister. Hier machen sich nicht nur einige Tage Altersunterschied bemerkbar: Das jüngste Küken wird beim Füttern sichtlich zurückgesetzt, weil die Eltern das Nahrungsangebot als zu knapp für vier Schnäbel einschätzen. Genug für sein Überleben scheint aber gerade noch übrig zu sein.

Weißstorchbetreuer Reinhard Löhmer erinnert daran, dass die Störche normalerweise jedes Jahr „um die vier Eier“ legen und zeitversetzt auch alle Jungen schlüpfen. Entscheidend dafür, wie viele von ihnen letztlich aufwachsen, seien aber Wetter, Nahrungsangebot und die biologische Fitness der Eltern.

Beim Arpker Horst geht Löhmer davon aus, dass die Altstörche bereits älter und sehr bruterfahren sind. Deshalb sei er guter Hoffnung, dass auch das vierte Küken durchkommen wird. pl

 

c-2011-06-17-01-2

Auf einer Koppel neben dem Steinwedeler Paradiesweg brütet ein Storchenpaar. Dettmer

 

16. Juni 2011 - Burgdorfer Reiter & Jäger

Drei Laubfroschteiche in der Gemarkung Röddensen geplant

Eines der letzten Vorkommen soll jetzt stabilisiert werden

c-2011-06-16-01-1

Der Laubfrosch gehört zu den ehemals weit verbreiteten Amphibienarten, die durch Landschaftsveränderung, Aufgabe der Grünlandnutzung, Verlandung von Kleingewässern usw. erhebliche Bestandseinbrüche erlitten haben. Foto: Archiv ZJEN

 

LEHRTE/RÖDDENSEN. Der Laubfrosch gehört zu den ehemals weit verbreitetenAmphibienarten, die durch Landschaftsveränderung, Aufgabe derGrünlandnutzung, Verlandung von Kleingewässern usw. erhebliche Bestandseinbrüche erlitten haben. Dies gilt auch für die Region Hannover, wo historische Laubfroschvorkommen für fast alle Kommunen belegt sind. Mittlerweile sind zahlreiche Populationen erloschen.

Im Bereich zwischen Ahlten und Kolshorn sowie zwischen Ahrbeck und Röddensen befindet sich noch ein isoliertes Vorkommen, dessen Fortbestand keineswegs gesichert ist. Umso erfreulicher ist es, dass die Stadt Lehrte einin ihremEigentumbefindliches Flurstück in der Gemarkung Röddensen zur Verfügung stellt, um dort drei neue Laubfroschgewässer anlegen zu lassen.Wegen der hohen Grundwasserstände in unmittelbarerNähederBurgdorfer Aue sowie der von Grünland und Hecken geprägten Strukturen der Umgebung, bietet sich der Standort in idealer Weise an,umdie noch vorhandene Restpopulation des Laubfrosches zu stützen.

Die Maßnahme wird in einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion von der Jägerschaft Burgdorf, dem NABU Burgdorf-Uetze, der Jagdgenossenschaft Röddensen sowie der Stiftung Kulturlandpflege des ZJEN organisiert und finanziell unterstützt.

Die Mitstreiter des Projekts seheneinerwasserrechtlichen Genehmigung der Teiche, die bereits im letzten Jahr bei der Region Hannover beantragt wurde, erwartungsvoll entgegen. Denndie starke Trockenheit der letzten Wochen bietet eine gute Voraussetzung zur Durchführung der notwendigen Baggerarbeiten. Björn Rholoff

 

c-2011-06-16-01-2

In der Gemarkung Röddensen werden drei neue Laubfroschgewässer anlegt. Foto: Björn Rohloff

 

15. Juni 2011 - Marktspiegel Lehrte

Insekten und Amphibien auf der Streuobstwiese am Park

Grundschüler bauen Insektenhotel - auch Teiche sind bereits geplant

c-2011-06-15-01-1

Froh darüber, etwas zum Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt beigetragen zu haben, eröffnete die Klasse 4b der Albert-Schweitzer-Schule Lehrte jetzt ihr selbstgebautes Insektenhotel für Solitärbienen, -Wespen und Florfliegen auf der Streuobstwiese. Foto: NABU/Ernst Schmidt

 

LEHRTE (dik). Baumscheiben bohren, Bambus- und Strohmatten schneiden: Beim Bau eines Insektenhotels für Solitärbienen, -Wespen und Florfliegen waren die GrundschülerInnen der Albert-Schweitzer- Grundschule konzentriert bei der Sache, denn schließlich geht es bei Projekten dieser Art um den Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Kaum einer weiß darüber besser Bescheid als Ernst Schmidt, Naturschutzbeauftragter im Stadtverband Burdorf, LehrteundUetze desNaturschutzbundes (NABU) Deutschland.

Der aktive Naturschützer half den Kindern beim Konstruieren des Insektenhotels und gab ihnen viele Informationen über die Lebensweise der Hotelgäste und der zu ihrer Bewirtung anzulegenden Vorräte: „Solitär-Insekten sind Einzelgänger“, wusste er zu berichten, „sie leben nicht in einem Staat, haben keine Königin zu verteidigen und verspüren daher auch nicht den Drang, ihr Volk zu verteidigen.

Deshalb stechen Solitärbienen und -Wespen auch nicht. Sie legen bis zu sechs Eier hintereinander in einemHalm ab. Jedes Ei bekommt darin eine eigene Kammer mit einem Futterpaket und wird verschlossen. Wenn aus den Puppen ein fertiges Insekt geworden ist, fressen sich die Tiere nach Draußen ins Freie. Der Bewohner in der letzten Kammer muss warten und verlässt zuletzt die Kinderstube.“

Darüber hinaus erfuhren die GrundschülerInnen, dass auch Schmarotzertierchen in ihrem Insektenhotel unterwegs sein werden. Diese bahnen sich mit „Legebohrern“ ihren Weg durch den Verschluss derKammernundmachen sich dort über ihre Beute her. „Aber das hält sich in Grenzen“, beruhigte Ernst Schmidt die Kinder.

Das neue Insektenhotel ist auf der Streuobstwiese am Lehrter Stadtpark, inmitten von Obstbäumen aufgestellt worden. Schon bald wird vor dem Insektenasyl auch eine große Blumenwiese für heimischen Wildbienen entstehen.

„Bis zu drei Amphibienteiche nahe der Streuobstwiese, als ein weiterer Trittstein im Biotopverbund für dieAmphibien der Region, ist bereits in Planung“, verriet Ernst Schmidt. Der NABU hofft, dass Bingo-Lotto Niedersachsen diese Aktion mitfinanziert.

Zu den weiteren Aktionen, die Ernst Schmidt für Naturinteressierte anbietet, zählen unter anderen Vogelwanderungen und „Krabbelsafaris“, bei welchen mit der BecherlupeKleinstlebewesenamWaldboden entdeckt und bestimmt werden können.

Weitere Informationen zu diesenAktionen sind bei Ernst Schmidt, Telefon (05136) 79 18, erhältlich.

 

c-2011-06-15-01-2

Marina Loß (Mitte), Klassenlehrerin der Klasse 4b an der Albert-Schweitzer-Grundschule Lehrte, freute sich über das Engagement der Schüler beim Bau eines Insektenhotels im Werkunterricht. Foto: NABU/Ernst Schmidt

 

31. Mai 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Burgdorfs Storchenpärchen verteidigt sein Nest

 

c-2011-05-31-01-1

 

BURGDORF. Einen spektakulären Kampf zwischen drei erwachsenen Störchen hat Kurt Battermann am Storchennest auf dem Turm der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße fotografiert. „Die Störchin hat sich offensichtlich mit der Nest- und Brutpflege beschäftigt“, berichtet der Burgdorfer Hobbyfotograf. Als das Männchen mit Futter zum Nest flog, näherte sich ein dritter Storch, und „es kam zur Prügelei über dem Nest“. Den Kampf konnte laut Battermann das eingesessene Paar für sich entscheiden. Er vermutet, dass die Jungen bereits geschlüpft sind. Das hat Ernst Schmidt vom Naturschutzbund Burgdorf gestern bestätigt. „Die Störche fliegen mit Futter zum Nest. Das ist ein sicheres Zeichen, auch wenn die Jungtiere noch nicht zu sehen sind“, sagt der Experte.

Battermann beobachtet die Burgdorfer Störche fast täglich, nicht zuletzt mit der Hoffnung auf spektakuläre Bilder – er wurde nicht enttäuscht. dt

 

Weitere Fotos zum Storchenkampf sind unter www.myheimat.de/burgdorf/natur/unsere-stoerche-d1844242.html anzuschauen

 

23. Juni 2011 - Marktspiegel Burgdorf

Drei Laubfroschteiche in der Gemarkung Röddensen geplant

Eines der letzten Vorkommen soll jetzt stabilisiert werden

c-2011-06-12-01-1

In der Gemarkung Röddensen werden drei neue Laubfroschgewässer anlegt.

 

Von Birgit Schröder

LEHRTE/RÖDDENSEN. Der Laubfrosch gehört zu den ehemals weit verbreiteten Amphibienarten, die durch Landschaftsveränderung, Aufgabe der Grünlandnutzung, Verlandung von Kleingewässern usw. erhebliche Bestandseinbrüche erlitten haben. Dies gilt auch für die Region Hannover, wo historische Laubfroschvorkommen für fast alle Kommunen belegt sind. Mittlerweile sind zahlreiche Populationen erloschen.

Im Bereich zwischen Ahlten und Kolshorn sowie zwischen Ahrbeck und Röddensen befindet sich noch ein isoliertes Vorkommen, dessen Fortbestand keineswegs gesichert ist. Umso erfreulicher ist es, dass die Stadt Lehrte ein in ihrem Eigentum befindliches Flurstück in der Gemarkung Röddensen zur Verfügung stellt, um dort drei neue Laubfroschgewässer anlegen zu lassen. Wegen der hohen Grundwasserstände in unmittelbarer Nähe der Burgdorfer Aue sowie der von Grünland und Hecken geprägten Strukturen der Umgebung, bietet sich der Standort in idealer Weise an, um die noch vorhandene Restpopulation des Laubfrosches zu stützen.

Die Maßnahme wird in einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion von der Jägerschaft Burgdorf, dem NABU Burgdorf-Uetze, der Jagdgenossenschaft Röddensen sowie der Stiftung Kulturlandpflege des ZJEN organisiert und finanziell unterstützt.

Die Mitstreiter des Projekts sehen einer wasserrechtlichen Genehmigung der Teiche, die bereits im letzten Jahr bei der Region Hannover beantragt wurde, erwartungsvoll entgegen. Denn die starke Trockenheit der letzten Wochen bietet eine gute Voraussetzung zur Durchführung der notwendigen Baggerarbeiten. Björn Rholoff

 

c-2011-06-12-01-2

Laubfrosch - Foto: Archiv ZJEN

 

21. Mai 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Erste Storchenküken sind geschlüpft

Die Großvögel kämpfen in Hänigsen und Dedenhausen um die Nester und um die Nahrung für den Nachwuchs

c-2011-05-21-01-1

dieses Storchenpaar zieht in hänigsen Junge auf. die Jungstörche sind noch so klein, dass sie nicht über den rand des horstes schauen können. Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

HÄNIGSEN/DEDENHAUSEN/BURGDORF. In Hänigsen sind die ersten Jungstörche geschlüpft. Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander hofft auch auf eine erfolgreiche Brut in Dedenhausen und Burgdorf.

Wie viele Storchenküken im Horst über der Bäckerei Laube sitzen, kann man nach Auskunft von Zander noch nicht erkennen. Denn die gerade geschlüpften Vögel sind noch so klein, dass ihre Köpfe noch nicht über den Nestrand ragen.

In Dedenhausen sind die Störche später als in Hänigsen aus dem Winterquartier eingetroffen. Deshalb brüten sie noch. Zander rechnet damit, dass dort der Nachwuchs frühestens in der nächsten Woche schlüpft.

In Dedenhausen und Hänigsen hatte es Storchenkämpfe gegeben. Die in Dedenhausen erklärt Zander damit, dass dort auf dem Schornstein der Molkerei von Menschen ein zweites Nest gebaut worden ist. Auch dort haben Störche versucht, sich niederzulassen. Dem Paar im Horst am Dorfrand ist es gelungen, diese Konkurrenten zu vertreiben, um genügend Nahrung für seinen Nachwuchs zu sichern. „Vom Lebensraum her kann sich dort nur ein Paar halten“, sagt Zander.

Das Männchen des Hänigser Storchenpaares ist am 7. Juni 2008 in Alfhausen (Landkreis Osnabrück) beringt worden. Es ist also erst drei Jahre alt. „Nur zehn Prozent der jungen Störche sind nach drei Jahren brutfähig“, sagt Zander. Weil Weißstörche zwar nicht partner-, aber horsttreu sind, geht der Naturschutzbeauftragte davon aus, dass bei dem Kampf in Hänigsen der männliche Storch abgewehrt wurde, der in den vergangenen Jahren in dem Dorf war.

Das Storchenpaar in Burgdorf brütet ebenfalls noch. Bisher offenbar unbehelligt. „Ich habe da zum Glück keine Kämpfe gesehen“, berichtet der in der Nähe des Nestes wohnende Schriftführer der Burgdorfer Naturschutzbundgruppe, Bernd Rose.

 

19. Mai 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kormorane ärgern die Angler mehr als der Graureiher

Sportfischerei-Verein hat die Aue gepachtet

c-2011-05-19-01-1

Ganz ruhig hat der Graureiher nahe dem Alten Jagdsteg im Wasser auf beute gelauert. erst als der fotograf stört, macht er sich davon. Korte

 

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Dass im Stadtpark viele Radfahrer und auch Fußgänger mit Hunden unterwegs sind, hält den Graureiher inzwischen nicht mehr davon ab, auch dort in der Aue nach Nahrung zu suchen. Dabei kann man ihn schon mal ausdauernd und fast bewegungslos in dem derzeit wenig Wasser führenden Flüsschen stehen sehen.

Der auch Fischreiher genannte Vogel fresse nicht nur Fische und Kaulquappen, sondern nehme von Insekten über Mäuse bis hin zu kleinen Schlangen alles, was sich ihm biete, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund Nabu. Im Stadtpark sei er nicht ganz so häufig anzutreffen, weil er dort nicht die Ruhe habe, wie außerhalb des Stadtgebietes, und ihm beispielsweise Spaziergänger mit Hunden letztlich auch die Beute vertrieben.

Trotzdem geht der langbeinige Vogel, der hier nach Roses Worten keine natürlichen Feinde hat, auch schon mal ganz mutig direkt neben der Auebrücke Alter Jagdsteg auf Pirsch und macht sich erst davon, als er sich vom Fotografen gestört fühlt. „Der darf das“, sagt Peter Frerichs, Umweltsachbearbeiter im Rathaus, zum Fischen des Vogels in dem trüben Gewässer im Stadtpark. Stören könne das allenfalls den Sportfischerei-Verein Burgdorf, der die Aue gepachtet habe.

Ein einzelner Fischreiher sei nicht das Problem, sagt Vereinschef Wolfgang Grapentin. Viel mehr Sorgen machten ihm die Kormorane, die sich im Winter, wenn die Teiche zugefroren seien, zu Hunderten über die Aue hermachten. „Was die rausholen, ist sagenhaft“, sagt Grapentin. Er selbst habe schon beobachtet, dass ein Kormoran versucht habe, einen Karpfen wegzuschleppen, der fast so groß war, wie der Vogel selbst. Er habe ihn dann auch in zehn Metern Höhe nicht mehr halten können und verloren. Oft verletzten die Kormorane die Fische bei ihrer Jagd deshalb auch nur.

In der Aue finde man inzwischen vom kleinen Stichling über Döbel und Aland aus der Familie der Karpfenfische bis hin zur Forelle wieder eine breite Palette von Fischen, sagt Grapentin. Der Verein, der den Bachlauf nach seinen Worten von Aligse bis Obershagen seit den achtziger Jahren gepachtet hat, habe im Laufe der Jahre auch schon viele Jungfische in dem Flusslauf ausgesetzt, um den Bestand zu verbessern.

 

17. Mai 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Vögel im Park gezählt

Kinder mit Fernglas und Block unterwegs

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. 25 unterschiedliche Vogelarten leben im Stadtpark. Zu diesem Ergebnis sind die jungen Vogelzähler am Wochenende gekommen. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte zu der Aktion eingeladen, und 20 Kinder kamen. Einige brachten auch gleich ihre Eltern mit. Gemeinsam ging es, ausgerüstet mit Ferngläsern und Schreibbrettern, in den Stadtpark.

Um die gefiederten Parkbewohner auch zu kennen, hatte der Nabu- Jugendwart Hans-Jürgen Sessner Bestimmungsbücher verteilt. Doch wie sich herausstellte, waren den Kindern zahlreiche Vogelarten bekannt. „Einige erwiesen sich sogar als kleine Experten“, berichtet Sessner. So entdeckten die jungen Naturforscher auch seltene Vögel: „Besonders gefreut hat alle, dass wir einen Zaunkönig und sogar eine Nachtigall gesehen haben“, so Sessner.

Spitzenreiter waren natürlich die Stockenten: Gleich 28 Exemplare zählten die Kinder, gefolgt von den Amseln mit 15 und den Kohlmeisen mit sechs Tieren. Ebenso sind Rotkehlchen, Wacholder- und Singdrossel, Kleiber, Bachstelze und Baumläufer im Stadtpark zu Hause.

Laut Sessner sollte das gemeinsame Zählen der heimischen Vögel die Kinder anregen, sich an der bundesweiten Nabu-Aktion „Stunde der Gärtenvögel“ zu beteiligen.

 

12. Mai 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder fasziniert Blick ins Starennest

Kamera im Nistkasten: Jungen und Mädchen schauen beim Füttern der Jungvögel zu

c-2011-05-12-01-1

Die Kinder wissen genau, wo die Stare, die sie im Film beobachten können, ihr Nest gebaut haben: Der Nistkasten hängt auf dem Kindergartengelände.

 

SORGENSEN. Die Jungen und Mädchen des Kindergartens durften jetzt einen Blick in die Kinderstube eines Starenpärchens werfen. Die Vögel mit dem glänzenden schwarz-grauen Gefieder ziehen derzeit in dem Nistkasten, der an einem Baum auf dem Kindergartengelände hängt, fünf Junge groß.

Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf übertrug das Geschehen im Nistkasten via Kamera auf einen Monitor in einem Gruppenraum des Kindergartens. Fasziniert beobachteten die Kinder, wie die etwa _U Tage alten Stare von ihren Eltern mit Insekten und Würmern gefüttert wurden. Immer wieder entdeckten sie etwas Neues im Nest und stellten Schmidt viele Fragen. „Sie wollten überhaupt nicht mehr vom Bildschirm weg“, berichtete dieser.

Für den Livefilm hatte Schmidt eine Infrarotkamera durch ein Loch im Deckel in den Nistkasten geschoben. Per Funk wurden die Bilder dann auf den Monitor übertragen.

Eine weitere Möglichkeit, in die Kinderstube von Singvögeln zu schauen, gibt es vor der Grundund Hauptschule an der Hannoverschen Neustadt. „Der präparierte Nistkasten dort ist in diesem Jahr aber leider nicht besetzt“, sagte Schmidt. dt

 

c-2011-05-12-01-2

Der Nistkasten hängt auf dem Kindergartengelände.

 

11. Mai 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schüler bauen Insektenhotel für Streuobstwiese im Park

Nabu pflegt Kooperationen mit Kindern und Jugendlichen

c-2011-05-11-01-1

Viertklässler arbeiten mit Lehrerin Marina Loß sowie Dieter Kleinschmidt (hinten, links) und Ernst Schmidt vom Nabu im Werkraum. Brunhöber

 

LEHRTE. Die Klasse 4 b bohrt, schraubt und hämmert. Zusammen mit Vertretern des Naturschutzbundes (Nabu) bauen die Schüler der Albert-Schweitzer- Grundschule derzeit ein Insektenhotel für die Streuobstwiese am Hohnhorstpark.

Im Werkraum der Schule versahen die Kinder Baumscheiben mit Löchern, in denen sich Insekten einnisten können. Auch das Zuschneiden von Bambusstäben und Strohhalmen diente dem Zweck, Insekten vieler Arten und Größen angemessene Appartements zu schaffen.

Die Nabu-Gruppe, die in Lehrte, Sehnde, Burgdorf und Uetze aktiv ist, sucht immer wieder gern die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Wenn wir frühzeitig bei Kindern Interesse wecken können, wird dieses später im Erwachsenenalter auch noch da sein“, sagt Ernst Schmidt vom Nabu.

„Wenn die Kinder künftig den Ort mit dem Insektenhotel besuchen und sehen: ,Das habe ich gemacht‘, nimmt es für sie auch einen anderen Stellenwert ein“, sagt Klassenlehrerin Marina Loß. bru

 

30. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Vögel nutzen Nistkästen nicht nur zum Brüten

 

c-2011-04-30-01-1

Nach getaner Arbeit (von links): Luis (10), Fenja (8), Julian (8), Jannis (8) und Darius (7) präsentieren ihre selbst gebauten Nistkästen. Schmidt

 

BURGDORF. Fünf stabile Nistkästen haben darius, Luis, Julian, Jannis und Fenja gemeinsam mit Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf am Donnerstag zusammengebaut und bemalt. "Das Bemalen mit persönlichen Motiven ist dabei das Wichtigste", sagt Schmidt. So entstehe nicht nur ein Unikat, sondern die Kinder könnten auch eine Beziehung zu ihrer Arbeit aufbauen.

Nistkästen kann man laut Schmidt auch jetzt noch aufhängen. "Noch nicht alle Zugvögel sind wieder zurück - es fehlen der Trauerschnäpper und der Gartenrotschwanz. Außerdem brüten viele Vögel, zum Beispiel Meisen und Sperlinge, mindestens zweimal", erläutert der Experte des Nabu. Nach der Brutzeit dienten die Kästen zudem den Altvögeln als Unterschlupf in der nacht, im Winter und bei schlechtem Wetter. dt

 

23. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Feldhase ist ein Sorgenkind

Jäger und Naturschützer: Ausgeräumte Feldflur macht Meister Lampe das Leben schwer

c-2011-04-23-01-1

Der Feldhase ist ein Sorgenkind

 

VON ANETTE WULD-DETTMER

BURGDORF/LEHRTE/UETZE. Die gute Nachricht zu Ostern: Es gibt ihn noch auf unseren Feldern - den Hasen, auch wenn seine Lebensbedingungen alles andere als gut sind. "Nach wie vor ist Meister Lampe bei uns in der Region heimisch", sagt Jäger Hans-Otto Thiele aus Röddensen. Für den stellvertretenden Vorsitzenden der Jägerschaft Burgdorf ist das ein gutes Zeichen. Denn Hasen würden besonders sensibel auf Veränderungen ihrer Lebensräume reagieren.

Der Feldhase liebt es warm, deshalb hält ersich vorzugsweise dort auf, wo ihm die Sonne aufs Fell scheinen kann - auf den landwirtschaftlichen Flächen mit Hecken und Büschen sowie in lichten Waldstücken. Er frisst Knollen, Wurzeln und Getreide.

Momentan macht der Hase jedoch eine schwere Zeit durch. Auf den frisch bestellten Äckern findet er kaum Deckung und auch nur wenig Futter. "Der Haseist neben Rebhuhn und Fasan unser Sorgenkind", sagt Klaus Kiene, Vorsitzender der Jägerschaft Burgdorf. Die Hauptursache, dass die Lebensbedingungen für diese Tiere immer schwieriger werden, ist nach seiner Ansicht die hoch intensive Agrarwirtschaft. Diese Einschätzungteilt auch Ernst Schmidt vom Naturschutzbund Burgdorf-Uetze; "Die Feldflur ist ausgeräumt." Die einzige Chance, um den Bestand des Hasen langfristig zu sichern, seien "Grünoasen", die weiträumig miteinander vernetzt werden. "Nicht zuletzt, damit die Tiere sich vermischen können", sagt Schmidt.

 

14. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wasser der seebeeke ist wichtig

Zusammen mit dem nassen Grünland ist der Bach im Beerbusch ein wertvoller Lebensraum

c-2011-04-14-01-1

Die Beerbuschteiche wurden vor 40 Jahren parallel zu den Bauarbeiten am Irenensee künstlich angelegt.

 

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. in einer Serie stellt der Anzeiger die vielfältige Bedeutung der Wälder vor – vom Lebensraum für Pflanzen und Tiere über die Naherholung bis zum Trinkwasserreservoir. Thema heute: der Wald als Ökosystem.

VON STEFAN HEINZE

UETZE. Attraktives Naherholungsgebiet, kostbarer Wasserlieferant, wichtiges Ökosystem für Pflanzen und Tiere – die Bedeutung des Beerbuschs ist nicht zu unterschätzen. Dessen Seebeeke ist heute zwar nur noch ein etwas unscheinbarer Bach, der nach dem Ausbau der Aue zudem im Sommer trockenfällt. Doch zusammen mit den nassen Grünlandflächen ist der naturnahe Bachlauf noch immer ein „hochgradig wertvoller Lebensraumtyp“, sagt Erhard Zander, Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Umso mehr schmerzt es den Naturschutzbeauftragten der Region für die Gemeinde Uetze, dass das Wasserwerk Burgdorfer Holz zu seinen jährlich 2,4 Millionen Liter Wasser bald noch einmal 600 000 Liter mehr pro Jahr fördern soll. Im Gegensatz zu einem Gutachten glaubt Zander nicht, dass die Erhöhung der Fördermenge folgenlos für das Ökosystem bleiben wird, zumal auch die Feldberegnung den Wasservorrat strapaziert.

Zu den Wasservorkommen in dem Waldstück gehören auch die Beerbuschteiche. „Viele Amphibienarten wie Gras-, Teich- und Moorfrösche, Erdkröten sowie Teich- und Kammmolche haben hier ihren Lebensraum“, sagt Zander. Doch ein Großteil des Amphibienlaichs werde von Fischen gefressen, die Gartenteichbesitzer dort aussetzten, bedauert der Naturschützer.

Weiterhin im Beerbusch zu entdecken sind gleich fünf verschiedene Spechtarten: Schwarz-, Grün-, Bunt-, Mittel- und Kleinspecht. Aber auch der Wendehals, ein Zugvogel, hat dort seinen Lebensraum. Rauhfußkäuze, Waldohreulen, Waldkäuze und Sperlingskäuze hat Zander ebenso beobachtet. Waldflächen mit Waldrändern aus heimischen Laubgehölzen, Baumreihen, Hecken und Feldgehölze prägen und gliedern die Landschaft, die auch Lebensraum für viele Pflanzenarten ist.

 

c-2011-04-14-01-2

Mit naturkundlichen Wanderungen wie im Beerbusch vermittelt der Naturschutzbund Wissen über das Ökosystem Wald.

 

c-2011-04-14-01-3

Die Seebeeke (rechts) hatte einst eine sehr hohe Gewässergüte. Die Auebegradigung sowie Entnahmen von Trinkwasser und Wasser für Feldberegnung lassen den Waldbach heute im Sommer trockenfallen. Heinze (3)

 

Noch eine Information....

... 52 Personen haben an der Exkursion teilgenommen!

 

 

11. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auch der zweite Storch ist da

 

BURGDORF. Früher als erwartet ist jetzt auch das Storchenweibchen auf dem Schornstein der alten Konservenfabrik gelandet. Am Sonnabendmittag hat Bernd Rose vom Naturschutzbund den Vogel gesichtet. Bereits am Donnerstag war das Männchen wohlbehalten aus dem Winterquartier zurückgekehrt. Rose hatte mit der Ankunft des Weibchens erst im Laufe dieser Woche gerechnet. dt

 

09. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Schüler bauen ein Hotel für Wildbienen

Schulprojekt auf dem Adolphshof in Zusammenarbeit mit Naturschutzbund – Kinder wollen Tiere beobachten

c-2011-04-09-02-1

Baumscheiben und 100 Jahre alte Ziegel: die Sechstklässler Thorge (von links), Jan, Marc und Tom bestücken das Bienenhotel. Schütz

 

VON MICHAEL SCHÜTZ

HÄMELERWALD. Ein lautes Hämmern, Sägen und Klopfen hat es gestern auf dem Gut Adolphshof gegeben, dass man Zweifel haben kann, ob die Geräusche wilde Tiere nicht eher in die Flucht schlagen. Dabei ging es um sie – genauer gesagt, um eine Heimstatt für Wildbienen. Neun Schüler des Wahlpflichtkurses (WPK) Natur der Hämelerwalder Schule am Ried bauten ein Bienenhotel.

Hans-Jürgen Sessner von der Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (Nabu) sowie Angelika Güntzel vom Adolphshof leiteten die Sechstklässler an. Das Gestell des Bienenhotels, das auf der Streuobstwiese steht, war schon vorher in der Werkstatt der Sozialtherapeutischen Gemeinschaft auf dem Gut südlich von Hämelerwald entstanden, finanziert von der Stiftung Gut Adolphshof. Die Schüler hatten nun die Aufgabe, das Hotel mit Nistmaterial zu bestücken. Aus ihrem Schulgarten hatten sie dazu Reet mitgebracht. Vom Adolphshof selbst kamen Baumscheiben und 100 Jahre alte Lehmziegel, in die die Kinder Löcher für die Bienen bohrten.

Für manche war es nicht die erste Begegnung mit dem Thema Bienen. „Ich hatte schon einmal eine Biene auf der Hand“, sagte der Ahltener Torge Bielefeldt. Ein Freund seines Opas sei Imker. „Die Biene hat mir nichts getan“, betonte der Sechstklässler.

Den Sommer über werden die Adolphshof zurückkehren, um die Bienen zu beobachten, kündigte Sessner an. Lehrerin Agnes Ohm macht sich um die Motivation ihrer Schützlinge keine Sorgen. Schließlich hätten sie das Bienenhotel selbst gebaut. „Dann pflegt man das auch gern“, sagte sie.

 

NAHRUNG - Bienen lieben bunte Blumenbeete

Lehrte könnte in diesem Sommer ein gutes Pflaster für Wildbienen sein: „Ich habe bei meiner Oma und meinem Bruder Blumensamen ausgesät“, verkündete Marc Bielefeldt stolz, als er an dem Hämelerwalder Bienenhotel werkelte. Angelika Güntzel vom Adolphshof war darüber erfreut, denn sie möchte möglichst viele Menschen dazu bringen, bunte Blumenbeete anzulegen, um Wildbienen Nahrung zu liefern. Die Landwirtschaft biete nach der Rapsblüte im Mai keine geeigneten Pflanzen mehr für die Nektarsammler, sagte Güntzel: „Die Bienen hungern im Sommer.“ Das bedrohe die Existenz der Tiere. Eine bunte Blumenvielfalt im Garten, auf dem Balkon, auf einer Wiese, an Ackerrändern und auf öffentlichen Plätzen sei jedoch genau das Richtige für die Insekten, sagte Güntzel und richtete einen entsprechen Appell an Bürger, Landwirte und öffentliche Einrichtungen. Benötigte Saatmischungen gebe es im Handel. tz

 

09. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Storch pickt am Straßenrand

 

c-2011-04-09-01-1

Direkt neben der Uetzer Straße sucht der Storch nach Nahrung. Im Hintergrund ist die Auebrücke zu sehen. Korte

 

BURGDORF. Erstmals nach Jahren hatte ein Storchenpaar 2010 wieder Nachwuchs im Nest auf dem Schornstein der alten Konservenfabrik an der Friederikenstraße aufgezogen. Ganz selbstbewusst stolzierte jetzt einer der großen Schreitvögel über die nahegelegene Wiese zwischen Uetzer Straße und Aue und pickte im satten Grün nach Nahrung. Es dürfte sich, dem Verhalten nach zu urteilen, um den männlichen Altvogel aus dem Vorjahr handeln, der sich hier schon gut auskennt, vermutet Bernd Rose vom Naturschutzbund. Er geht nach den bisherigen Erfahrungen davon aus, dass das Weibchen etwa eine Woche später in Burgdorf eintreffen wird. nk

 

06. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bunker schützt vor Kältetod

Auf einer Wiese am Rand des Hohnhorstparks entsteht ein Fledermauswinterquartier

c-2011-04-06-01-1

Fledermausbetreuer Bernd Rose vom Naturschutzbund präsentiert die Baustelle. Hier entsteht das 24 Quadratmeter große Winterquartier. Dettmer

 

Um den Fledermäusen aus der Region auch im Winter eine Zuflucht zu geben, baut der Naturschutzbund (Nabu) einen Bunker unter der Erde. Bingo-Lotto und die Stadt Lehrte unterstützen das 12000-Euro- Projekt.

VON SARAH DETTMER

LEHRTE. Lediglich eine kleine Öffnung in der Größe eines Briefkastenschlitzes wird am Ende zu sehen sein: Am nördlichen Rand des ehemaligen Grabelandes finden Fledermäuse im Winter zukünftig Unterschlupf in einem eigens für sie angelegten Bunker. Der zweieinhalb Meter hohe und 24 Quadratmeter große Bau liegt zur Hälfte im Boden und wird letztendlich unter einer Kuppel aus Erde verschwinden. Diese ist für die natürlichen Feinde wie Marder und Eulen nicht erreichbar, sodass sich die kleinen Besucher ungestört in ihren Winterschlaf begeben können.

„Das Wichtigste ist, dass der Keller im Winter frostfrei bleibt und eine Temperatur zwischen zwei und sechs Grad herrscht“, sagt der Fledermausbetreuer des Nabu, Bernd Rose. Damit wären ideale Bedingungen für den Winterschlaf der kleinen Säugetiere geschaffen. Vor allem sei aber eine hohe Luftfeuchtigkeit und der Körperkontakt zu nackten, feuchten Wänden ausschlaggebend für die Auswahl des Schlafplatzes.

32 Quartiere unterhält der Nabu mittlerweile, die von den Tieren mehr oder weniger gut besucht würden. „Auch unter den Fledermäusen spricht sich ein guter Platz herum – wenn einer kommt, kommen weitere schnell nach“, sagt Rose. Zwischen zehn und 20 Nachtjäger zählten die Naturfreunde in anderen Einrichtungen.

Ende Mai sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Bis zum Winter bleibt somit genug Zeit, dass sich in dem Bunker ausreichend Feuchtigkeit entwickeln kann. Während der Sommerzeit dienen sogenannte Fledermauskästen an Bäumen als Zuflucht. Finanziell unterstützt wurde das Projekt mit 6000 Euro von der Firma Bingo-Lotto und 4500 Euro von der Stadt. Den Rest übernahm der Nabu selbst.

 

04. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu baut ein Insektenhotel

 

c-2011-04-04-01-1

Ole und Sean füllen einen Stein im Insektenhotel mit Strohhalmabschnitten. Köhler

 

EHLERSHAUSEN. Als Häuslebauer haben sich am Sonnabend zehn Kinder der Jugendgruppe des Golfclubs betätigt. Unter der Anleitung von Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Seßner richteten sie das von den Greenkeepern gezimmerte Insektenhotel direkt neben der Driving Range ein.

Wie manchem Golfer war auch den Kindern erst ein wenig mulmig zumute. Seßner konnte sie beruhigen: „Alle Tiere, die hier nisten, stechen nicht.“ Vorwiegend Schlupfwespen und Wildbienen ohne Stachel seien es, die in Strohhalmen, Bambusstücken und verschieden großen Löcher ihre Eier ablegten, erklärte Seßner den interessierten Kindern.

Dann wurde es ernst: Während Niclas und Julian Marcel diversen Baumscheiben mit der Bohrmaschine das Aussehen eines Schweizer Käses verliehen, kämpfte der zweijährige Vincent beim Einpassen von Strohalmen in einen Stein mit den Tücken einer großen Zange.

 

Auf www.myheimat.de/beitrag/1683606 finden Sie weitere Bilder.

 

01. April 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu hilft Eisvogel beim Brutgeschäft

An einer sonnenbeschienenen Ecke eines ehemaligen Fischteichs bauen Naturschützer ein künstliches Steilufer

c-2011-04-01-01-1

Dieter Kleinschmidt (links) und Detlef Schanklies formen das künstliche Steilufer Schicht für Schicht.

 

Die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) in Burgdorf unternehmen sehr viel, um dem Eisvogel im Stadtgebiet optimale Lebensbedingungen zu schaffen. Ihr neuestes Projekt soll dem Vogel mit den ungewöhnlichen Lebensgewohnheiten das Brutgeschäft erleichtern.

VoN ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. Vier Arbeitseinsätze hat es gebraucht, um am Ufer eines ehemaligen Fischteiches in der Nähe der Wulbeck einen sogenannten Brutcontainer, der einem Steilufer nachempfunden ist, aufzubauen. Dafür haben die Naturschützer eine sonnenbeschienene Ecke ausgesucht.

Zunächst wurde mithilfe eines Baggers eine 30 Zentimeter dicke Schlammschicht aus dem Teich geholt und dann das Steinfundament im eisigen Wasser verankert. Anschließend formten Dieter Kleinschmidt, Detlef Schanklies, Ernst Schmidt und Dieter Stümpel den runden Container aus altem DDR-Grenzzaun, Sand und Lehm.

„Die Bauteile haben wir von einem befreundeten Nabu gekauft“, sagt Schmidt. Das habe nur einen Bruchteil dessen gekostet, was der Nabu für die Brutcontainer bezahlt habe, die er vor zwei Jahren an der Aue aufgestellt hatte. In die Masse aus Sand und Lehm wurden zwei vorgeformte etwa 90 Zentimeter lange Brutröhren eingepasst, die die Naturschützer wieder mit Sand und Lehm gefüllt haben. „Denn der Eisvogel nimmt solch eine Nisthilfe nur an, wenn er sie selbst gebuddelt hat“, begründet Schmidt das Vorgehen.

Am Ende einer solchen Röhre richtet der Eisvogel seine Bruthöhle ein. Da er anders als Singvögel sein Nest nicht sauber hält, ist die Röhre von hinten zu öffnen – zum Reinigen. „Das Erste, was ein Eisvogel macht, wenn er vom Füttern aus der Bruthöhle kommt, er taucht, um sauber zu werden“, beschreibt Schmidt anschaulich die Zustände im Nest. Wichtig sei darüber hinaus, dass der Brutcontainer ganz dicht ist. „Der Vogel mag keine Zugluft“, sagt Schmidt.

 

DER EISVOGEL - Brüten auf Vogel komm raus

Auch wenn Spaziergänger ihn nur selten zu Gesicht bekommen, ist der Eisvogel in unserer Region nach wie vor anzutreffen – an Aue, Erse, Fuhse und Wulbeck haben Vogelfreunde ihn gesehen. Allerdings ist es für den schillernd-bunten Vogel nicht einfach, den Winter zu überleben. Denn um sein Futter, Fische, zu jagen, braucht er offene Wasserflächen. Damit genug Eisvögel nachwachsen, hat er eine besondere Strategie entwickelt. Er hat mehrere Bruten gleichzeitig. Sieben bis neun Junge sitzen in jedem Nest. Jedes von ihnen füttern Männchen und Weibchen täglich mit zehn kleinen Fischen, dann sind sie satt. „Wenn das Revier gut ist, dann ist der Eisvogel trotzdem mit dem Füttern schnell fertig“, sagt Ernst Schmidt. dt

 

c-2011-04-01-01-2

Ernst Schmidt steht im eiskalten Wasser, um das Steinfundament für den Brutcontainer an ort und Stelle zu lavieren.

 

c-2011-04-01-01-3

Der Container mit den zwei Öffnungen, hinter denen sich die künstlichen Brutröhren verbergen, ist fertig.

 

 

28. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu-Kinder sind auf Nussjagd

Hilfe für die Haselmaus: Die Spurensuche mit dem Nabu dient der Bestandsaufnahme

c-2011-03-28-01-1

Auf Spurensuche im Beerbusch (von links): Johannes (7), Lukas (8), Lynn (8), Sophie (8) und Lotte (9) nehmen die Nussschalen unter die Lupe, die Hans-Jürgen Sessner in der Hand hält. Eggers

 

VON KATJA EGGERS

SCHWÜBLINGSEN. Daumengroß, scheu und nachtaktiv: Die Haselmaus ist schwer zu beobachten. Forscher wissen daher nur wenig über den niedlichen Nager. Um herauszufinden, wo die kleine Verwandte des Siebenschläfers sich in Niedersachsen versteckt hält, haben sich am Sonnabend rund 30 Kinder des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte und Uetze auf Spurensuche begeben. Mit Klemmbrett und Sammeltasche ausgerüstet durchforsteten sie den Beerbusch.

Nach wenigen Metern wurden die jungen Naturforscher fündig. Der achtjährige Lukas entdeckte die Haselmaus zuerst. „Da oben sitzt sie“, rief er und zeigte auf eine Astgabel. Eine echte Haselmaus saß dort allerdings nicht. Jugendwart Hans-Jürgen Sessner hatte im Vorfeld stattdessen eine Stoffmaus im Baum versteckt. „Die Haselmaus ist so selten, dass kaum jemand sie im Wald zu sehen bekommt“, sagte er.

Die Kinder suchten daher vor allem nach angeknabberten Haselnüssen. Ob bei den gefundenen Schalen tatsächlich Haselmäuse am Werk waren, erkannten die Kinder an den Fraßspuren. „Die Haselmaus knabbert ein kleines, kreisrundes Loch in die Schale“, sagte Sessner. Vögel oder Eichhörnchen würden die Nüsse hingegen zerbrechen oder halbieren.

Die Kinder steckten die Schalen in die Sammeltaschen. In ihrem Jagdbericht notierten sie, wie viele sie gefunden hatten, wie viele noch ganz oder zerbrochen waren oder ein Loch hatten.

Die Ergebnisse trugen die Nabu-Mitglieder nach der zweistündigen Spurensuche zusammen. Sie dienen der Bestandsaufnahme und Erstellung einer Verbreitungskarte der Haselmaus. Zum Schutz des Tieres sind in Niedersachsen derzeit Hunderte von Nussjägern auf der Pirsch.

 

26. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu lässt Betonschalen aus Möschgraben ziehen

 

c-2011-03-26-01-1

Der Baggerfahrer Nils Bergknecht entfernt die ersten Betonhalbschalen aus dem Bachbett. Der Nabu-Vorsitzende Dirk Brinkmann (links) und sein Stellvertreter Dieter Kleinschmidt schauen zu. im Hintergrund wartet Roland Bock mit dem Radlader für den Abtransport. Heinze

 

BURGDORF. Der Möschgraben wird ein Stück naturbelassener. Gestern rückte unter der Regie des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze ein Bagger an, um Sohlschalen aus dem Bachbett zu entfernen.

Der Nabu-Vorsitzende Dirk Brinkmann und sein Stellvertreter Dieter Kleinschmidt beobachteten die Arbeiten. Zu denen gehört auch das Einbringen von Kies in das Bachbett. „Das beruhigt die Fließgeschwindigkeit des Wassers“, sagte Kleinschmidt. Außerdem begünstige Kies die Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff.

Bis Montag sollen zwischen Tiefenwiesenweg und Eisenbahndamm auf rund 270 Metern die Betonschalen entfernt werden. Das Material wird ortsnah für den Straßen- und Wegebau recycelt. Zu einem späteren Zeitpunkt will der Nabu an der Mündung des Möschgrabens in die Aue eine sogenannte Sohlgleite anlegen. Die Naturschützer hoffen, mit der Renaturierung langfristig den Lebensraum für den Eisvogel zu verbessern. hz

 

18. März 2011 - Marktspiegel Burgdorf (Online)

Damit das Spendengeld in Burgdorf bleibt

Heimatbund verteilte Milly Hucke-Spendengelder in Gesamthöhe von 5.500 Euro

c-2011-03-18-02-1

Gruppenbild zu Ehren der verstorbenen Heimatbund-Spenderin Milly Hucke (v. re.): Helga Hußmann, Dirk Brinkmann, Alfred Baxmann, Karin Albert, Dietrich Vollbrecht und Gerhard Mundt.

 

Von Jens Kamm

OTZE (gb). Im Rahmen eines gemütlichen Klönschnacks bei Kaffee und Kuchen hat die Burgdorfer Ortsgruppe im Heimatbund Niedersachsen namhafte Spendenbeträge an drei örtliche Institutionen übergeben. Im Altenteilerhaus am „Speicher“ in Otze erhielten der NABU Burgdorf/Lehrte/Uetze, die Otzer Arbeitsgemeinschaft (AG) „Dorf“ sowie die Stadt Burgdorf am vergangenen Montag zweckgebundene Zuwendungen aus den Händen von Karin Albert (2. Heimatbund-Vorsitzende), Gerhard Mundt (Schatzmeister) und Eberhard Hußmann (Schriftführer).

Ortsgruppen-Vorsitzende Helga Hußmann erläuterte vor der Überreichung der symbolischen Schecks an Bürgermeister Alfred Baxmann, Dirk Brinkmann (NABU) und Dietrich Vollbrecht (AG „Dorf“) die Herkunft der insgesamt 5.500 Euro, die sich wie folgt verteilen: 2.000 Euro für das Eisvogel-Projekt des NABU, 2.000 Euro für die Otzer „Rentnerband“ in der AG „Dorf“ zur Erhaltung des Backhausplatzes am „Alten Speicher“ und 1.500 Euro an die Stadt Burgdorf zur Verschönerung der Marktstraße mit einer Sitzbankgruppe. „Milly Hucke war von 1958 bis 1989 Mitglied des Heimatbundes. Die ausgemachte Burgdorferin, die zahlreiche Gedichte zu ihrer Heimatstadt verfasst hat, hatte die Ortsgruppe in ihrem Testament mit einem Geldbetrag bedacht, den wir nun gerne seiner Bestimmung weiterreichen wollen“, erklärte Helga Hußmann. Sie kann sich gut eine „Milly Hucke-Sitzbank“ unweit des Hauses 4 in der Marktstraße vorstellen, damit sich Burgdorferinnen und Burgdorfer sowie Besucher der Stadt „bequem hinhucken“ können. „In 15 Jahren als Bürgermeister habe ich Spenden an die Stadt noch nicht so oft erlebt“, bedankte sich Baxmann beim Heimatbund. Dem Dank für die finanzielle Unterstützung schlossen sich auch Dietrich Vollbrecht und Dirk Brinkmann an. So hat Milly Hucke dem Themenjahr „Burgdorf schreibt Geschichte“ posthum ein schönes und nachhaltiges Kapitel hinzugefügt.

 

18. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Warten auf gefiederte Bewohner

Nabu Burgdorf bastelt mit Iltener Vorschulkindern Nistkästen

c-2011-03-18-01-1

Das neue Vogelhäuschen kann sich sehen lassen: Bjarne lucks steigt zusammen mit Ernst Schmidt vom Nabu Burgdorf auf die leiter und hängt den Nistkasten an einer Birke im Außengelände auf. Begleiteter Umgang mit dem Werkzeug

 

ILTEN. Wenn die Vorschulkinder der Iltener Kindertagesstätte an der Berliner Allee in diesen Tagen auf dem Außengelände herumtoben, dann schweift ihr Blick wohl unweigerlich hoch zu den Bäumen: Dort hängen seit Kurzem acht nagelneue Nistkästen, die nun auf gefiederte Bewohner warten. Die Jungen und Mädchen sind gespannt, welcher der Bauten wohl als erstes bezogen wird.

Unter Anleitung und mit fachkundiger Hilfe von Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf hatten die Vorschulkinder die Nistkästen eigenhändig zusammengezimmert. Nachdem die Arbeit mit Hammer und Nägeln beendet war, wurden die Kästen liebevoll bemalt, ehe sie ihren Platz an den Bäumen fanden.

Schmidt hatte den Kindern ausführlich erläutert, warum Nistkästen für die Vogelwelt wichtig sind. Nach der Brutsaison will er im Herbst wieder nach Ilten kommen. Dann wird er den Kindern zeigen, wie man die – in der Zwischenzeit vielleicht genutzten – Nistkästen säubert und für die nächsten Vogeleltern vorbereitet.

Manuela Thierling, Leiterin der Iltener Kindertagesstätte, ist froh, dass der Naturschutzbund Burgdorf die Einrichtung in seine Aktivitäten mit einbezieht – obwohl sie nicht zu seinem Einzugsgebiet gehört. rb

 

c-2011-03-18-01-2

Bjarne greift unter den Augen von Papa oliver zum hammer. Der Fünfjährige baut mit seinem Vater konzentriert den Nistkasten zusammen.

 

17. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Eisvogel soll wiederkommen

Der Nabu will im Sommer weitere Sohlschalen aus dem Möschgraben entfernen

c-2011-03-17-01-1

Im zweiten Bauabschnitt sollen die Betonhalbschalen des Möschgrabens auch nahe dem Tiefenwiesenweg entfernt werden. Bereiche an Brücken bleiben ausgespart, um deren Standsicherheit nicht zu gefährden. Heinze

 

Mit der Renaturierung des Möschgrabens soll es vorangehen. Der Stadtverband Burgdorf, Lehrte, Uetze des Naturschutzbundes (Nabu) will im Sommer im Bereich des Stadtparks auf eigene Kosten einen weiteren Teil der Betonhalbschalen entfernen.

VON STEFAN HEINZE

BURGDORF. Mit seinem orangeblauen Gefieder ist der kleine Eisvogel ein echter Hingucker. Doch im Bereich Burgdorf hat ihn der Nabu schon lange nicht mehr entdecken können. Das hängt mit den jüngsten kalten Wintern zusammen, aber auch mit dem Nahrungsangebot. Der prächtige Vogel braucht „fischreiche, flache, aber schnell fließende Bäche, die auch im Winter nicht zufrieren“, sagt der Nabu-Vorsitzende Dirk Brinkmann.

Damit der Möschgraben eines Tages wieder zur Nahrungsquelle für den Vogel werden kann, hat der Nabu im Jahr 2009 bereits aus dem Unterlauf zwischen der Aue und dem Tiefenwiesenweg die Betonhalbschalen entfernt. Zudem wurden in das Bachbett Kieselsteine gelegt, damit das Wasser wieder mehr Sauerstoff aufnehmen kann und besser gereinigt wird.

Nachdem inzwischen feststeht, dass es auch bei Hochwasser und Starkregen nicht zu Uferauswaschungen kommt, soll jetzt der weitere Verlauf bis zum Eisenbahndamm entsiegelt werden. Der Nabu rechnet dafür mit Kosten zwischen 6000 und 7000 Euro. Um Brückenbauwerke sowie den Überlauf des Stadtparkteiches nicht zu gefährden, bleiben diese Stellen ausgespart.

Noch kein Geld hat der Nabu derzeit, um auch die Einleitung des Möschgrabens in die Aue zu renaturieren.

Dort sichern die Sohlschalen derzeit die Fundamente der Brücke, verhindern aber zugleich, dass Fische den etwa einen Meter ausmachenden Höhenunterschied zwischen Aue und Möschgraben überwinden können. Dort kann nur eine Sohlgleite für Abhilfe sorgen. Diese muss so konstruiert sein, dass Hochwasser die Brückenfundamente nicht gefährdet.

 

c-2011-03-17-01-2

Der Nabu hofft auf die Rückkehr des Eisvogels

 

 

12. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu will Pflege übernehmen

Teiche nördlich der Bundesstraße 188 sollen dem Laubfrosch als Ruhezonen dienen

c-2011-03-12-01-1

Dieser Teich nördlich der Ortsumgehung ist nach Ansicht von Dieter Kleinschmidt (links) und Ernst Schmidt als Ruheplatz für Laubfrösche geeignet.

 

VON ANETTE WULF-DETTMER

BURGDORF. DerNaturschutzbund (Nabu) schiebt nach dem Bau des Fledermaustunnels im Gewerbepark Nordwest sein nächstes großes Projekt an. Die Naturschützer wollen die Pflege von Teichen nördlich der B188 und westlich der Landesstraße von Burgdorf nach Immensen übernehmen.

Ziel ist es laut Nabu-Vorsitzendem Dirk Brinkmann, Ruhezonen für den gefährdeten Laubfrosch zu schaffen. „Wir hoffen, dass wir mit diesen sogenannten Trittsteinen, dazu beitragen können, dass die Tiere im Laufe der Jahre bis in den Burgwedeler Raum wandern, um sich mit der dortigen Laubfrosch- Population zu paaren.“

Damit sich die Laubfrösche, die bis zu sechs Jahre alt werden, und auch andere Amphibien in den Teichen wohlfühlen, müssen diese flach sein, damit sie sich im Frühjahr schnell erwärmen und wenn möglich im Sommer sogar austrocknen. „So können dort keine Fische überleben und die Amphibien gefährden“, sagt Nabu-Einsatzleiter Ernst Schmidt.

Die Teiche sind als Ausgleichsflächen für den Bau der Burgdorfer Ortsumgehung angelegt worden und Eigentum der niedersächsischen Straßenbauverwaltung. Im Oktober 2011, drei Jahre nach Eröffnung der B188, endet das offizielle Verfahren. Das bedeutet, die Teiche und ihre Uferzonen werden künftig nicht mehr gepflegt. Damit sie nicht verwildern und für die Tierwelt nutzlos werden, will der Nabu wenn möglich für drei Areale die Pflege übernehmen. „Die Straßenbaubehörde hat uns aufgefordert, ein Angebot vorzulegen, zu welchen Konditionen wir die Arbeit übernehmen würden“, sagt Brinkmann.

Nabu-Vorstandsmitglieder waren unterwegs, um die Teiche – acht liegen zwischen Burgdorf und Schillerslage – auf ihre Eignung für das Laubfrosch-Projekt zu untersuchen. „Hochinteressant der Teich östlich des Feldwegs Hinter den Höfen mitten auf einer Wiese“, sagt Brinkmann. Ausgewählt hat der Nabu zudem eine Blänke, eine sehr flache mit Schilf bewachsene Wasserfläche weiter östlich.

 

11. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zaun schützt die Kröten am Waldbad

 

c-2011-03-11-01-1

Praktikant Tim-Kevin Wahlert (von vorn), der Auszubildende Martin Matthies, Heide Peters und Ernst Schmidt vom Nabu, Auszubildender Andre Thiemig (verdeckt), Harald Beckmann (Nabu) und der Auszubildende Benjamin Otto stellen den Krötenzaun gegenüber dem Ramlinger Waldbad auf. Köhler

 

RAMLINGEN. Gemeinsam haben gestern Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) und Auszubildende des Bildungswerkes Niedersächsischer Volkshochschulen (BNVHS) einen rund 400 Meter langen Krötenzaun gegenüber dem Ramlinger Waldbad aufgestellt. Dieser soll verhindern, dass die wanderlustigen Tiere auf dem Weg in ihre Laichgründe buchstäblich unter die Räder kommen. Familie Hein aus Ramlingen habe sich bereit erklärt, die Eimer am Zaun zweimal am Tag zu kontrollieren und die Tiere über die Straße zu tragen, sagte Nabu-Einsatzleiter Ernst Schmidt. „Im vergangenen Jahr waren es 376 Amphibien“, sagte Dieter Kleinschmidt.

Über die Verstärkung durch die angehenden Gartenbauer des BNVHS freute sich Schmidt besonders. Nach ersten Kontakten 2010 sei dies bereits das dritte gemeinsame Projekt: So fertigte die Holzwerkstatt mehr als 100 Nistkästenbausätze für den Nabu. Eine fruchtbare Zusammenarbeit, sagt Schmidt: „Das BNVHS sucht nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten, wir freuen uns über die gewonnene Flexibilität.“ Gerade im Sommer sei es schwer, tagsüber jemanden für einen Einsatz zu gewinnen. ks

 

07. März 2011 - Marktspiegel Burgdorf

Diavortrag über die Tierwelt der Extremadura

Großer Senioren-Nachmittag in der Paulusgemeinde

c-2011-03-07-01-1

Viele Kranicharten überwintern in der Extramdura

 

BURGDORF (r/jk). Die Paulusgemeinde, Berliner Ring 17, lädt für Mittwoch, 9. März, 15 Uhr, zum nächsten großen Seniorennachmittag ein. Gezeigt wird der Diavortrag „In der Extremadura - bei Kork, Kranich und Co.“.

Eines der wichtigsten Rückzugsbiete vieler heimischer Vogelarten im Winter ist die Extremadura, eine noch weitgehend traditionell und extensiv genutzte Landschaft in Zentralspanien, die arm, fast menschenleer und ziemlich unbekannt ist. Abseits der großen Touristenzentren gelegen kann der neugierige Reisende hier noch das „alte Spanien“ entdecken. Die lichten mediterranen Eichenwälder, die Dehesas, mit ihrer besonders hohen Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren bieten im Winter der Hälfte der europäischen Kraniche Nahrung. Aber auch viele andere, früher auch hier häufige Arten, wie Steinkauz, Wiedehopf, Großtrappe, haben hier ein Refugium gefunden, in dem sie noch überleben konnten. Man spricht daher auch von einer europäischen Serengeti.

Der Multivisions-Vortrag von Dirk Brinkmann, Vorsitzender des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, stellt in eindrucksvollen Bildern Tiere und Landschaft vor und schildert die ökologischen Zusammenhänge. Ergänzend wird ein Abstecher in den Ordesa-Nationalpark in den Pyrenäen unternommen, wo der in Europa seltenste Geier, der Bartgeier, wieder angesiedelt werden soll.

 

03. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die gute Stube unter der Erde

Nabu-Aktivisten legen Hand an: Das Winterquartier für Fledermäuse nimmt Gestalt an

c-2011-03-03-01-1

Berthold Scheller (von links), Dieter Kleinschmidt und Bernd Rose besprechen, wie der Eingangsbereich des Winterquartiers gestaltet werden soll. Heine

 

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. Es ist fast nichts mehr zu sehen. Die großen Betonrohre, die Fledermäusen als Winterquartier dienen sollen und die der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze in der vergangenen Woche im Gewerbepark Nordwest verlegt hat, sind unter einem Erdwall verschwunden. Er dient als Sichtschutz für die Wohnbebauung im Süden.

Zurzeit sind die Nabu-Aktivisten Bernd Rose, Dieter Kleinschmidt und Berthold Scheller damit beschäftigt, die Öffnungen der Rohre zuzumauern. „Vor allem das Ende, das näher zur Schillerslager Landstraße liegt, stellt handwerklich eine Herausforderung dar, weil die Erde gegen die Abdichtung drückt. Wir haben schon Metallanker angebracht“, sagt Kleinschmidt.

Die gegenüberliegende Öffnung wird nur zur Hälfte zugebaut und das Gelände auf halbe Höhe anmodeliert. Eine Metalltür soll den freiliegenden Teil sichern. Oberhalb des Zugangs bleibt ein kleiner Einflugschlitz für die Fledermäuse. Die Materialkosten von 500 Euro bringt der Nabu auf.

„Wir werden die Feuerwehr bitten, das Quartier mit 1000 Liter Wasser zu befeuchten. Fledermäuse mögen es frostfrei und bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent“, erläutert Rose. „Dann müssen die kleinen Nachtschwärmer das Quartier nur noch entdecken, wenn sie im Sommer auf Erkundungstour gehen“, sagt der Fledermausexperte. „Unter der Dachabdichtung eines Mehrfamilienhauses am nahe gelegenen Höhenweg gibt es seit etwa zehn Jahren eine Wochenstube für Zwergfledermäuse. Für sie könnte das neue Quartier sehr willkommen sein“, hofft Rose.

 

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf www.myheimat.de

 

02. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zaun soll Amphibien retten

Kröten und Frösche beginnen zu wandern – Trimmgruppe unterstützt Naturschutzbund

c-2011-03-02-01-1

Ernst Hildebrandt (von links), Dieter Kleinschmidt, Erhard Zander, Lothar Heuer und Otto Oetker stellen am Schafstallweg einen Krötenzaun auf. Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

UETZE. Neun Mitglieder des Naturschutzbundes und einer Trimmgruppe des TSV Friesen Hänigsen sorgen dafür, dass auch in diesem Jahr wieder Amphibien auf ihrer Wanderung zum Laichen unbeschadet den Schaftstallweg überqueren können. Sie haben auf der Westseite der Straße, die in die Feldmark führt, einen 170 Meter langen Krötenzaun aufgestellt.

Am Zaun haben sie etwa alle zehn Meter Eimer eingegraben. In diese sollen die Tiere fallen, wenn sie auf der Suche nach einem Durchlass an dem Hindernis entlanglaufen. Der Rentner Siegfried Rojahn, der am Schafstallweg wohnt, will die in die Behälter gefallen Amphibien jeden Morgen und jeden Abend über die Straße tragen. Im vorigen Jahr hat er nach Angaben des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander 2124 Tierchen eingesammelt. „Vor allem Erdkröten und Grasfrösche, aber auch einige Molche“, berichtet Zander.

„Wenn dieNachttemperatur mindestens vier bis fünf Grad plus beträgt, setzt bei den Amphibien der Wandertrieb ein“, sagt der Naturschutzbeauftragte. Dann zögen die Tierchen, die im sumpfigen Bruchwald auf der Westseite des Schafstallwegs überwintern, zu den Laichgewässern auf der Ostseite. Weil die Amphibien wegen ihrer niedrigen Körpertemperatur nur sehr langsam die Straße überquerten, sei der Krötenzaun sinnvoll.

 

28. Februar 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder räumen Bieneninsel auf

35 Jungen und Mädchen wollen beim Pflegeeinsatz im Burgdorfer Stadtpark helfen

c-2011-02-28-01-1

Hans-Jürgen Sessner (Mitte) zeigt den Kindern, wie sie mit einer Bohrmaschine Löcher für die Wildbienen in einen alten Baumstamm bohren sollen. Schiller

 

VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

BURGDORF. Die Blütenpflanzen auf der Wildbieneninsel im Burgdorfer Stadtpark können im Sommer wieder blühen. Dafür haben am Sonnabend 35 Jungen und Mädchen der Kindergruppe Die Naturforscher des Naturschutzbundes Burgdorf, Lehrte, Uetze bei einem Arbeitseinsatz gesorgt. Sie haben von dem kleinen Hügel, der sich etwa zehn Meter entfernt vom Baumstammmikado befindet, die wild gewachsenen Sträucher und Bäume beseitigt.

Falls diese stehen blieben, würden sie mit der Zeit den kleinen Berg überwuchern und die dort wachsenden Pflanzen wie Rainfarn, Schafgarbe und Johanniskraut verdrängen, erläuterte Jugendwart Hans-Jürgen Sessner. Gerade wegen dieser Pflanzen könnten dort im Sommer viele Bienen beobachtet werden – hauptsächlich Wildbienen. Daher hätten die Naturforscher den Hügel, der fast einen Meter aus der kurz geschorenen Rasenfläche herausragt, Wildbieneninsel genannt.

Bereits im vorigen Jahr hatten die Naturforscher an einem Pfahl neben der Erhöhung eine Holzscheibe angebracht, in die Löcher gebohrt waren. In diesen Löchern können die Insekten Nester bauen. Am Sonnabend hängten die Helfer noch zwei weitere Nistmöglichkeiten auf. Außerdem bohrten sie in einen Baumstamm, der am Rand des Hügels liegt, Löcher, in denen Wildbienen ihre Eier ablegen sollen. „An dem Platz davor kann man gut den Nestbau beobachten“, sagte Sessner.

Im Sommer will die Nabu-Kindergruppe ihre Wildbieneninsel mehrmals aufsuchen und beobachten. „Wir protokollieren dann, welche Pflanzen und Bienenarten wir antreffen“, kündigte der Jugendwart an. Der jetzige Einsatz sollte den Kindern zeigen, wie praktischer Naturschutz aussieht.

 

26. März 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Große Rohre für kleine Flieger

Im Gewerbepark richtet der Naturschutzbund neues Winterquartier für Fledermäuse ein

c-2011-02-26-01-1

Mit einem Spezialkran werden die Rohre in einem Erdgraben verlegt und zwar so, dass noch ein wenig Wasser eindringen kann. Fledermäuse mögen es feucht. Heine

 

Drei riesige Betonrohre sind gestern im Gewerbepark Nordwest verlegt worden. Sie sollen winzigen Fledermäusen als Winterquartier dienen. Zum ersten Mal wird in Burgdorf bei Landschaftsbauarbeiten der Schutz bedrohter Arten berücksichtigt.

VON SYBILLE HEINE

BURGDORF. „Die Aktion ist ein Pilotprojekt im Zusammenhang mit Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung von Flächen. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ist super gelaufen“, sagte Bernd Rose, Vorstandsmitglied im Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze und Fledermausbetreuer der Region Hannover- Ost. Die Kosten in Höhe von 6000 Euro übernimmt der Nabu. Eine Spende von Bingo, der Umweltlotterie, sichert die Finanzierung. Die Stadt kommt für die Erdarbeiten auf.

Die Rohre haben einen Durchmesser von zwei Metern und sind drei Meter lang. Jedes Rohr wiegt 12,5 Tonnen. Sie werden zu einem unterirdischen Tunnel zusammengefügt. Ein Spezialkran war nötig, um die riesigen Betonteile im Süden des Gewerbeparks entlang der Bebauung an der Sperbergasse, Habichtshorststraße und Nachtigallenweg in den Erdwall zu legen, der als Sichtschutz angelegt wird.

„Wir planen eine naturnahe, pflegeleichte Bepflanzung mit heimischen Gehölzen und Blühpflanzen, die Insekten anlocken, sodass die Ernährung der Fledermäuse gesichert ist“, sagte Stefanie Riessler vom Tiefbauamt.

Der Nabu bestückt die begehbaren Rohre mit Hohlblocksteinen, die als Schlafplätze für die Fledermäuse dienen. Die Rohröffnungen werden zugemauert und mit einer Metalltür gesichert. Schmale Schlitze bleiben als Schlupflöcher für die kleinen Nachtschwärmer. „Das Braune Langohr ist östlich von Hannover verbreitet. Es wäre schön, wenn es die neue Unterkunft annehmen würde“, sagt Rose.

Bei der nächsten Winterkontrolle wird sich herausstellen, ob das neue Quartier belegt ist.

 

23. Februar 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hundehaare polstern das Nest

Hauptschüler und der Nabu kontrollieren Nistkästen der Meisen und anderer Singvögel

c-2011-02-23-01-1

Die Mitschüler und Lehrerin Linda Fette beobachten Noel Oelmann und Ernst Schmidt auf der Leiter. Szameitat

 

VON SABINE SZAMEITAT

BURGDORF. Hundehaare auf Möbeln sind lästig, als Polsterung im Meisennest dagegen entzückten sie die Fünftklässler der Grundund Hauptschule Hannoversche Neustadt. Zusammen mit Lehrerin Linda Fette sowie Ernst Schmidt und Dieter Kleinschmidt vom Naturschutzbund (Nabu) waren die Schüler in die Straße Am Wall gezogen, um 25 Nistkästen zu kontrollieren und zu säubern. Vor zwei Jahren hatten Hauptschüler mit dem Nabu die Kästen für kleine Singvögel gebaut und aufgehängt.

Nach und nach durfte jeder einmal auf die Leiter steigen und sehen, was hinter der losgeschraubten Vorderwand versteckt war. „Das eben war ein Winterklo“, berichtete Noel Oelmann. Die Zwölfjährigen trugen willig Leitern und Werkzeug von Baum zu Baum. „Und sie ekeln sich auch nicht, in die Nester zu greifen“, erklärt die Klassenlehrerin. „An den Nestern kann man sehen, wer dort im vorigen Jahr gebrütet hat“, erläutert Kleinschmidt den Kindern. Als Tatjana in der Mülltüte mit altem Nistmaterial ein paar winzige Meiseneier entdeckt, ist die Aufregung groß.

Vor der nächsten Brutsaison will Ernst Schmidt einen extragroßen präparierten Nistkasten für Stare und andere Vögel nahe der Schule aufhängen. Eine Kamera soll die Szenen aus der Kinderstube der Bewohner dann auch live ins Klassenzimmer übertragen.

 

27. Januar 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Kohlmeise landet auf dem ersten Platz

Naturfreunde zählen die Vogelarten und deren Vorkommen

c-2011-01-27-01-1

Sabine Becker hat vom Küchenfenster aus eine gute Sicht auf die Vögel in ihrem Garten. Szameitat

 

VON SABINE SZAMEITAT

BURGDORF. Naturfreunde haben im Rahmen der Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 9. Januar eine Stunde lang das Treiben am Futterhäuschen, auf dem Balkon oder im Garten beobachtet. Jetzt liegen Ergebnisse vor.

Wer eine Stunde lang aus dem Fenster sieht, ist entweder faul, gelangweilt oder neugierig. Für die Teilnehmer an der Aktion „Stunde der Wintervögel“, zu der der Naturschutzbund (Nabu) zum ersten Mal in diesem Jahr aufrief, war es eine freiwillig auferlegte Pflicht. Erstmals sollte deutschlandweit festgestellt werden, welche Vogelarten wie oft vorkommen und wie sich möglicherweise der Bestand verändert. Auch in Burgdorf wurden Meisen und Girlitze aufgelistet. Leider wurden die Zahlen nur für die Region erfasst. In insgesamt 666 Gärten wurden 29 411 Vögel gezählt.

Was die Burgdorfer Teilnehmer beobachtet haben, deckt sich mit der Regionsstatistik. Danach lagen auf den ersten Plätzen Kohlmeise, Haussperling und Amsel, gefolgt von Blaumeise, Grünfink und Feldsperling.

Günter Jatzkowski hat während der Tischzeit der Vögel zwischen elf und zwölf Uhr an den aufgehängten Futtersilos auch noch Rotkehlchen, Zaunkönig, Dompfaffen und eine Goldammer gesehen, außerdem Eichelhäher, Krähen, Elstern und sieben Ringeltauben sowie einige Bergfinken. „Aber bei uns gibt es fast gar keine Haussperlinge, nur Feldsperlinge“, sagt der Naturschutzbeauftragte. „Der Feldsperling hat eine braune Mütze auf und einen weißen Schal um.“

Die Ehlershäusenerin Sabine Becker freute sich während ihrer Beobachtungsstunde besonders über einen Buntspecht und ein Pärchen Kernbeißer.

 

04. Januar 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Paradies für hungrige Sänger

Der Naturschutzbund begrüßt die neuen Rückzugs- und Futterflächen für die Tierwelt

c-2011-01-04-02-1

Günther Jatzkowski vermutet, dass es sich bei diesem Vogel um einen Stieglitz handelt.

 

VON NORBERT KORTE

BURGDORF. Die schwarzen, längst verdorrten Halme sind offensichtlich ein gefundenes Fressen. Das im vergangenen Sommer nicht abgeerntete Weizenfeld unweit der Müllkippe an der Straße nach Steinwedel erfreut sich in diesen kalten Tagen größter Beliebtheit bei der Vogelwelt.

Das Schauspiel ist beeindruckend: Immer wieder fallen Massen von flinken, kleinen Vögeln in das dunkle Getreidefeld am Rande der Kreisstraße ein und picken kurz an den Weizenhalmen. Wie auf Kommando starten kurz darauf Hunderte der Tiere exakt gleichzeitig, um sich auf die umliegenden Bäume zu verteilen, vermutlich um die erbeuteten Körner in Ruhe zu verspeisen. Gleich anschließend beginnt das surrende Spiel von vorn.

Es könnte sich um Gruppen von Buch- und Bergfinken handeln, vermutet Hans-Jürgen Sessner vom Naturschutzbund (Nabu) nach Schilderung der Vorgehensweise. Sein Nabu-Kollege Günther Jatzkowski tippt anhand eines nicht ganz scharfen Fotos von einem der quirligen Vögel auf den Distelfink, der auch Stieglitz genannt wird.

Ab Herbst streift dieser Vogel in kleinen Trupps oder auch größeren Verbänden umher – immer auf der Suche nach Futter, heißt es auf der Internetseite des Nabu.

Das findet der Stieglitz in dem eigens für die Vogelwelt stehen gelassenen Weizenfeld zur Genüge. Das abgestimmte Vorgehen mit kollektivem Start erklärt Jatzkowski damit, dass sich die Vögel vor Angriffen von Greifvögeln wie dem Sperber schützen wollen. Ein einzelner Vogel könnte leicht dessen Beute werden, während ein ganzer Schwarm den Angreifer verwirrt. Gut findet Jatzkowski, dass am Stadtrand der Versuch gemacht wird, neue Rückzugsgebiete für die Tierwelt zu schaffen. Im Laufe der Jahre seien ja alle Feldwege und -raine sowie Seitenränder von Straßen verschwunden: „Wo sollen die denn noch Futter finden?“

 

DER FELDVERSUCH - Neue Saatmischung im Frühling

Das verdörrte Weizenfeld an der Steinwedeler Straße ist Teil eines Feldversuchs der Stadt Burgdorf. Die Kommune geht neue Wege bei den Ausgleichsund Ersatzmaßnahmen für Bauvorhaben im Stadtgebiet. Sie arbeitet seit Kurzem mit sogenannten Lerchenfenstern und Rebhuhnschutzstreifen auf privaten Äckern von Landwirten, statt wie bislang selbst Gelände zu kaufen, um darauf als Ausgleich für Eingriffe in die Natur Bäume und Büsche zu pflanzen. Das nicht abgeerntete Weizenfeld von Christoph Konerding gehört zu diesem Feldversuch, bei dem Landwirte einen finanziellen Ausgleich dafür erhalten, wenn sie Flächen aus der Vermarktung nehmen. Auf dem jetzt von Vogelschwärmen entdeckten Feld soll im Frühling eine spezielle Saatmischung eingesät werden, die noch besser für die Tierwelt geeignet ist. nk

 

04. Januar 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu lässt die Vögel zählen

 

Wirkt sich der Klimawandel auf den Bestand und das Verhalten der Wintervögel aus? Dieser Frage geht der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nach – und hofft auf Hilfe aus der Bevölkerung. Der Nabu ruft zur Aktion „Stunde der Wintervögel“ auf.

Der Nabu wünscht sich, dass Bürger zwischen Donnerstag, 6., und Sonntag, 9. Januar, eine Stunde lang von einem ruhigen Platz aus das Vogelaufkommen beobachten. Sie sollen, beispielsweise an einer Futterstelle, von jeder Vogelart die höchste gleichzeitig anwesende Anzahl von Vertretern notieren. Der Nabu hofft, so einen Überblick zu bekommen. Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder auf freiem Feld. Das Ergebnis kann im Internet auf www.stundederwintervoegel.de gemeldet oder auf einer Zählkarte per Post an den Nabu geschickt werden (Nabu Niedersachsen, Alleestraße 36, 30167 Hannover), Einsendeschluss ist der 17. Januar. Auf der Internetseite gibt es eine Zählhilfe und Porträts der am häufigsten vorkommenden Arten. Unter den Teilnehmern verlost der Nabu Preise wie Bücher und Futtersäulen. bru

 

03. Januar 2011 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Nabu sieht Chance für alle Verkehrsteilnehmer

Spaziergänger begutachten Straßenumbau

c-2011-01-03-01-1

Beim Spaziergang zum Thema Straßenumbau in der Innenstadt darf ein Besuch am neuen Kreisel nicht fehlen. Köhler

 

VON SANDRA KÖHLER

BURGDORF. Für den Neujahrsspaziergang des Naturschutzbundes (Nabu) hatte sich Bernd Suszka ein Thema ausgesucht, das fast keinen Burgdorfer kalt lässt: der Umbau der Innenstadtstraßen. Trotz vereister Straßen und Regen fanden sich am Vormittag 20 Burgdorfer, darunter sechs Kinder, auf dem Schützenplatz ein. „Das ist die jüngste Gruppe bisher“, sagte Suszka erfreut.

Nach einem Stopp an der Aue, die seiner Meinung nach eine wichtige Achse für die Stadtgestaltung ist, widmete sich Suszka dem Stadtstraßenumbau. Er empfinde ihn er als durchaus positiv: „Das ist eine Chance für alle Verkehrsteilnehmer.“ Suszka begrüßte besonders die Freigabe der Einbahnstraßen für Radfahrer in beide Richtungen, verbunden mit der Einrichtung von Abstellplätzen.

Doch auch an seiner Meinung nach zu optimierende Orte führte er die Spaziergänger. So sei etwa bei der Einrichtung der Parkplätze auf der Hochbrücke zu kurz gedacht worden. „Warum kann der Weg nicht über die Brücke fortgesetzt werden, damit auch Fußgänger und Radfahrer die Verbindung nutzen können?“ fragte er. Die Mini-Fußgängerzone am Spittaplatz wurde von vielen Teilnehmern im Ansatz für gut, doch nicht ausreichend befunden.

Die Marktstraße sähen etliche gern als verkehrsberuhigten Bereich, am liebsten ohne Verkehrsschilder: „Da könnte Burgdorf wirklich Geschichte schreiben“, sagte ein Teilnehmer mit Verweis auf das neue Themenjahr. Die Verkehrsströme sollten beobachtet und dann vor allem zugunsten von Fußgängern und Radlern nachgebessert werden, schlug Suszka vor. „Da ist noch viel Dynamik drin.“

Bei der Anlage von weiterem Stadtgrün wünsche er sich „mehr einheimische Pflanzen auf Magerstandorten wie kiesigem Gelände“.

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen