Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel Pressespiegel 2009
28. Dezember 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Waldmäuse verschlafen Kälte
Zehn Kinder erleben mit dem Naturschutzbund Nabu die winterliche Natur im Stadtpark
Barbara Haferkorn (von links), Rainer Joubert, Ronald, Sabine, Jörg Böker, Lisa, Marcel, Carlotta und Hans Grobecker beobachten, wie das Winterquartier einer Waldmausfamilie in einem Brutkasten geöffnet wird. Heine
Was machen die Tiere eigentlich im Winter? Diese Frage hat Hans- Jürgen Sessner vom Nabu-Jugendteam jungen und älteren Naturinteressierten gestern bei einem Rundgang durch den Stadtpark beantwortet.
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. Zehn Kinder im Alter von vier bis elf Jahren sowie sieben Erwachsene machten sich im Wintersonnenschein auf den Weg, um nachzuschauen, wie Meisen, Eichhörnchen, Igel, Kaninchen und auch Wald- und Fledermäuse der Kälte trotzen, wo sie schlafen und wie sie sich ernähren.
Sessner erklärte, dass Vögel nicht frieren, weil sie ihr Gefieder aufplustern können und dabei wärmende Luftpolster entstehen.
Die Naturinteressierten erfuhren, dass Meisen im Winter ihre Ernährung umstellen und Körner und Beeren bevorzugen. Gespannt verfolgte die Gruppe, wie Sessner mithilfe einer Leiter zum Ruheplatz einer Waldmausfamilie im Brutkasten an einem Baum hinaufkletterte und kurz den Blick in das Innere des Nests freigab.
Nach kurzer Rast mit heißem Kakao ging es weiter zu einem Fledermausquartier. Auch in diese Unterkunft durften die Teilnehmer hineinschauen und die Säugetiere, die kopfüber hängend den Winter verschlafen, beobachten.
Am Ende des Rundgangs spielten die Kinder Eichhörnchen und versuchten, Nüsse, die sie zuvor versteckt hatten, wiederzufinden. Alle, die ihren Schatz mit einem Ast oder Blatt gekennzeichnet hatten, waren im Vorteil und konnten nach kurzer Orientierung ihre Früchte wieder einsammeln.
Die Nabu-Kindergruppe „Die Naturforscher“ trifft sich jeweils am zweiten Sonnabend im Monat. Informationen gibt Hans- Jürgen Sessner unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 und per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf-uetze.de.
29. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu erweitert Streuobstwiese
Helfer pflanzen 15 Obstbäume alter Sorten an und versehen sie mit Schutz vor Wildverbiss
BURGDORF. Der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze hat zur Erweiterung der Streuobstwiese bei Ehlershausen beigetragen. 15 Obstbäume alter Sorten sollten neu gepflanzt werden. Trotz des strömenden Regens waren rund 30 Unerschrockene gekommen, um die Bäume in die Erde zu bringen. Als die Helfer anfingen zu graben, staunten sie, dass bereits in fünf Zentimetern Bodentiefe alles staubtrocken war.
So war es ideal, dass eine Gartenpumpe installiert war und die Bäume noch angegossen werden konnten. Dank der fleißigen Helfer waren die Obstbäume in kurzer Zeit gepflanzt sowie mit einem Pfahl und einem Wildverbissschutz versehen. Zum Abschluss der Nabu-Aktion wurden Würstchen gegrillt. Heißer Kaffee half den Teilnehmern, sich wieder etwas aufzuwärmen. Einige Kinder waren auch dabei und haben kräftig mitgeholfen.
Günther Jatzkowski
Den Originaltext finden Sie unter www.myheimat.de/beitrag/178156
26. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Besser schneiden statt schnippeln
Kampf dem Bubikopf: Nabu und Försterei bieten Kursus an
Gartenfachberater Andreas Hom (vorn) erläutert an einem Apfelbaum in der Hänigser Försterei den richtigen Schnitt. Forstamtsleiter Karl-Heinz Bremus (von links), Ernst Schmidt, Bettina Göcke und Angelika Rode schauen dem Experten aufmerksam zu. Brunhöber
VON EIKE BRUNHÖBER
UETZE. Der Naturschutzbund (Nabu) und die Revierförsterei haben in Uetze in die Kunst des Obstbaumschnitts eingeführt. Etwa 20 Teilnehmer verließen die Streuobstwiese am Sonnabend als echte Könner.
Die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf- Lehrte bietet den für die Teilnehmer kostenfreien Kursus seit drei Jahren an. Sonst gab es ihn auf eigenen Anpflanzungen, am Sonnabend erstmals zusammen mit der Revierförsterei Hänigsen. „Wir machen so etwas gern mit Partnern und arbeiten auch sonst gut mit dem Nabu zusammen“, sagte Forstamtsleiter Karl-Heinz Bremus. Und so lud die Försterei auf ihre Streuobstwiese neben dem Friedwald ein.
„Oft wird geschnippelt, aber nicht geschnitten“, beschrieb Hans-Jürgen Sessner vom Nabu typische Fehler. „In Gärten sieht man oft einen Bubikopf-Schnitt.“ Statt aber an vielen Punkten kleinteilig zu schneiden, sodass anschließend Unmengen von Trieben sprießen, die aber nichts trügen, sei es besser, fachgerecht extensiv zu schneiden.
Und so lernten die Teilnehmer des Kurses, dass es oft besser ist, ganze Äste herauszunehmen statt einzelner kleiner Zweige, „auch wenn das zuerst brutal aussieht“, sagte Sessner. So werde der Baum aber besser durchlüftet und auch die Früchte könnten trocknen, so dass Fäulnis ausbleibe. Im Ergebnis halte der Baum länger, biete Insekten und Vögeln Lebensraum und trage zwar weniger, dafür aber größere und gesündere Früchte.
„Meine Eltern haben einen großen Garten mit vielen Obstbäumen“, begründete Kursusteilnehmerin Angelika Rode ihr Interesse für den Kursus. „Es gibt viel, das man beachten sollte, das war sehr lehrreich“, lobte sie die Aktion und den Referenten Andreas Holm. „Sonst habe ich in meinem Obstgarten immer nach eigenem Gutdünken geschnitten, und da wollte ich jetzt mal wissen, wie es richtig geht“, sagte Günter Fangrat und biss kraftvoll zu, als er einen garantiert ungespritzten Apfel von der Streuobstwiese kostete.
23. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Hausputz bei Meise und Co.
Nabu reinigt mit Jungen und Mädchen die Nistkästen im Burgdorfer Stadtpark
Aufmerksam lauschen die Kinder den Erklärungen des Vogelschützers. Auf dem Weg zu den Nistkästen entdecken sie einen Fliegenpilz (kleines Bild).
BURGDORF. Zu einer Ferienpass- Aktion hat der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze hinter das Rathaus II eingeladen. Bei bestem Herbstwetter erklärten Hans-Jürgen Sessner und Dieter Kleinschmidt den Jungen und Mädchen, welche Vogelarten in den Nisthöhlen brüten. Anhand des Nistmaterials konnten die Kinder feststellen, welcher Vogel es gebaut hat. Manchmal wohnen in den Nisthöhlen auch andere Tiere, zum Beispiel Mäuse, Wespen und Hornissen oder Fledermäuse.
Wenn die Naturschützer notiert haben, ob und, wenn ja, von wem die Nisthöhle besetzt war, wird der Kasten gereinigt und wieder zurück an seinen Platz gehängt. Auf dem Weg zu den einzelnen Kästen entdeckten die Jungen und Mädchen noch viele andere Dinge, unter anderem einige wunderschöne Exemplare des Fliegenpilzes, über dessen Giftigkeit sie sogleich aufgeklärt wurden. Die Gruppe schaffte an diesem Tag 13 der insgesamt 28 Vogelwohnungen, die anderen sind demnächst dran. Wer bei dieser ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Aktion einmal mitmachen möchte, kann sich an den Nabu- Jugendwart Hans-Jürgen Sessner unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 wenden.
Günther Jatzkowski
Den Originaltext finden Sie unter www.myheimat.de/beitrag/178045 im Internet.
09. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Gumpe soll Leben retten
Der Nabu richtet alten Teich am Waldbach Seebeck als Rückzugsgebiet für Fische her
Erhard Zander steht im ausgetrockneten Bett des Waldbaches Seebeck. Er hofft, die auch im Sommer vom Grundwasser gespeiste nierenförmige Gumpe (im Hintergrund und kleines Bild) wird dazu beitragen, dass wieder mehr Wassertiere im Seebeck heimisch werden. Korte (2)
Der Waldbach Seebeck fällt im Sommerhalbjahr regelmäßig trocken. Als Rückzugsgebiet für Wassertiere waren vor Jahren schon zwei künstliche Teiche, sogenannte Gumpen, angelegt worden, die im Laufe der Jahre aber verlandet sind. Eine hat der Naturschutzbund jetzt wieder ausbaggern lassen.
VON NORBERT KORTE
HÄNIGSEN. Der Seebeck ist nach Worten von Erhard Zander vom Naturschutzbund (Nabu) ein rund zehn Kilometer langer Bachlauf, der bei Schwüblingsen entspringt und auf Hänigser Gebiet in die Burgdorfer Aue mündet. Die Begradigung und Tieferlegung der Aue sei eine Ursache, warum der Waldbach mit normalerweise sehr guter Wasserqualität seit Ende der siebziger Jahre im Sommer regelmäßig austrocknet. Weitere Gründe seien vermutlich die Feldberegnung und die Grundwasserentnahme durch das nahe Wasserwerk.
Die 1989 und 1991 angelegten Gumpen sollten Wassertieren als Rückzugsgebiet dienen, wenn im Sommer der Bach von der Aue aufwärts austrocknet, erklärt Zander. Für rund 1700 Euro hat der Nabu jetzt den verlandeten Teich am Rande des Waldgebietes nördlich des B 188-Parkplatzes nahe dem Schwüblingser Kreisverkehr auf rund 1,50 Meter Tiefe ausheben lassen. 200 Kubikmeter Boden oder rund 15 Lastwagenfuhren seien abgefahren worden, sagt Zander, der froh ist, den Boden kostenlos in der Landwirtschaft untergebracht zu haben. Möglich sei die Aktion auch nur gewesen, weil dieser Sommer besonders trocken war, sodass auf der sonst ausgesprochen feuchten Wiese am Waldrand schweres Gerät eingesetzt werden konnte.
Der Naturschutzbund, der Mitte der achtziger Jahre schon einmal einen vergeblichen Vorstoß unternommen hatte, den Bachlauf und angrenzende Uferstreifen als Naturschutzgebiet ausweisen zu lassen, hofft durch die Aktion auf neues Leben im Seebeck. Früher seien hier Bachneunaugen, Steinbeißer, Gründlinge sowie Dreistachlige und sogar die selteneren Neunstachligen Stichlinge heimisch gewesen, sagt Zander. Er setzt darauf, dass sich einige Arten wieder ansiedeln werden, wenn sie im Sommer ein Rückzugsgebiet haben. Zugleich könne der Teich als Amphibienlaichgewässer und damit dem Weißstorch als Nahrungsbiotop dienen.
08. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Im Wald viel Neues entdecken
Zwei Kindergruppen des Naturschutzbundes unternehmen regelmäßig Ausflüge
Annika (von links, vorn), Tristan (dahinter), Marie und Georg suchen bei der Veranstaltung des Naturschutzbundes im Wald nach Blättern. Heine
Einmal im Monat zieht der Naturschutzbund (Nabu) mit wissbegierigen Kindern in den Wald.
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. „Wie heißt das Tier mit dem rotbraunen Fell, das von Baum zu Baum springen kann?“ Mit einem Tierrätsel begann für sieben Mitglieder der Nabu-Kindergruppe „Die Naturforscher“ ein Erlebnistag in der Nähe des Kiesteiches hinter dem Backhausenhof im Waldgebiet Jettlah. Sie treffen sich immer dienstags am Anfang eines Monats um 15.30 Uhr im Freien, um gemeinsam mit ihrer Leiterin Elisabeth Niklas, einer Landschaftsarchitektin und ausgebildeten Waldführerin, die Geheimnisse der Tier- und Pflanzenwelt zu lüften.
Die anfangs gestellte Frage nach dem geheimnisvollen Tier konnten die Sechs- bis Zehnjährigen schnell beantworten. „Das ist ein Eichhörnchen“, sagte Tristan (8). Ganz nebenbei lernten die Kinder auch gleich, dass die flinken Nüsse- und Beerensammler keinen Winterschlaf halten, sondern eine Winterruhe, weil sie immer wieder aufwachen, um zu fressen. Schließlich schlüpften die kleinen Naturfreunde in die Rolle des eifrigen Waldtieres und versteckten drei Nüsse für den Wintervorrat. Am Ende der zweistündigen Exkursion war die Freude groß, als alle ihr Depot wiedergefunden hatten.
Die Kinder bestimmten außerdem anhand von gesammelten Blättern verschiedene Baumarten und schauten nach ihrem jeweiligen Lieblingsbaum, den sie im Frühjahr bereits gezeichnet hatten, um Veränderungen feststellen zu können.
„Unsere Jugendarbeit findet viel Zuspruch. Eine weitere Kindergruppe trifft sich am zweiten Sonnabend im Monat, um 11 Uhr“, sagte Hans-Jürgen Sessner, seit Anfang des Jahres Jugendwart im Nabu- Stadtverband Burgdorf-Lehrte-Uetze. Der Mitgliedsbeitrag für Kinder kostet im Jahr 18 Euro.
Neben den beiden bestehenden Gruppen, in denen mehr als 30 Kinder betreut werden, gibt es zusätzliche Angebote. Am Sonnabend, 10. Oktober, ist um 13 Uhr Treffpunkt auf dem Spittaplatz. Dann sollen die Nistkästen im Stadtpark kontrolliert werden. Auf dem Programm stehen außerdem eine Fledermausexkursion und eine Baumpflanzaktion auf einer Streuobstwiese in Ehlershausen. Sessner plant, die Nabu-Aktivitäten für Kinder in Uetze und Lehrte zu verstärken.
07. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Buchwoche lockt auch Lesemuffel an
Das Aktionsprogramm der Stadtbücherei in den Herbstferien stößt auf gute Resonanz
Dieter Kleinschmidt (von links), Günther Jatzkowski, der Erste Stadtrat Dagobert Strecker, Katja (10), Melanie (11), Jasmin (10) und Andrea Nehmer-Rommel haben Spaß beim Bau eines Futterhäuschens. Heine
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. Vielversprechend hat die Jugendbuchwoche in der Stadtbücherei an der Sorgenser Straße begonnen. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stadt, Land Fluss“. Die erste Aktion, bei der in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (Nabu) Futterhäuschen für Gartenvögel gebaut wurden, war ausgebucht.
Bürgermeister Alfred Baxmann, der die Veranstaltungsreihe offiziell eröffnete, wünschte sich, dass vor allem Lehrer die Stadtbücherei als außerschulische Jugendbildungseinrichtung stärker wahrnehmen. „Schulen sollten von diesem Angebot Gebrauch machen“, forderte er.
„Wir haben gute Erfahrungen mit der Jugendbuchwoche gemacht. Sie bietet Kindern eine Gelegenheit, die Bücherei kennenzulernen und uns die Chance, neue Leser zu gewinnen“, sagte die Leiterin der Stadtbücherei Andrea Nehmer-Rommel. Die Stadtbücherei verzeichnet zurzeit in der Altersklasse von sechs bis zwölf Jahren 228 Leser und in der Altersklasse von 13 bis 17 Jahren 201 Leser.
Eine Bibliothek ist ein Ort der Stille. Beim Start der Jugendbuchwoche war der Raum jedoch von Vogelstimmen erfüllt. Der Naturschutzbeauftragte für Burgdorf, Günther Jatzkowski, und Nabu- Mitglied Dieter Kleinschmidt hatten die CD „Die Stimmen der Vögel Mitteleuropas“ mitgebracht und außerdem Baumaterial für drei Futterhäuschen. 20 Kinder machten sich mit Feuereifer an die Arbeit. Es wurde geschraubt, gehämmert, gesägt und geschmirgelt. So entstanden attraktive Futterplätze mit einem schützenden Dach.
Heute steht ein Quiz auf dem Programm. Ab 15 Uhr werden Bücher über Tiere, Pflanzen und die Stadt Burgdorf gesucht. Außerdem können die Teilnehmer Gipsabdrücke machen und Tierspuren bestimmen. Der Kinotag am Donnerstag ist ausgebucht.
06. Oktober 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Familie Bär gibt Fledermäusen Quartier
Nabu belohnt Einsatz für den Tierschutz
Bernd Rose, Fledermausschutzbetreuer im Nabu-Stadtverband Burgdorf, Lehrte, Uetze, (von links) überreicht Sabine Bär und Michael Henle die Plakette. Heine
VON SYBILLE HEINE
ELTZE. Die Plakette mit einer silbernen Fledermaus vor schwarzem Dreieck, die jetzt den Platz neben dem Klingelschild der Familie Bär, Am Südfelde, schmückt, ist keine Halloween-Dekoration. Sie weist das Haus vielmehr als fledermausfreundlich aus.
Seit drei Jahren vergibt der Nabu Niedersachsen dieses Prädikat an Naturfreunde, die Fledermäuse als Untermieter haben oder die für eine Ansiedlung sorgen. Nabu- Mitglied Sabine Bär hat in ihrem Garten zwar einen Nistkasten für die nachtaktiven Säugetiere aufgestellt, der aber bisher verschmäht wurde. Die Fledermäuse suchten sich ein Quartier mit freier Anflugschneise hinter der Dachrinne an der Balkonbodenplatte. Wohl fühlen sie sich auch in einem Hohlraum hinter der Holzverkleidung an der Fassade neben der Terrasse.
„Ich lege viel Wert auf einen naturnahen Garten, in dem viele Blütenpflanzen wachsen, die natürlich auch Insekten anlocken. Damit ist gleichzeitig der Mittagstisch für die Fledermäuse bereitet, die sich von Nachtfaltern, Mücken und Fliegen ernähren“, sagt Bär.
Sie empfindet die kleinen Flugkünstler, die sich mithilfe ihres Echoortungssystems orientieren, nicht als Belastung. „Sie verursachen keine Schäden an der Bausubstanz und hinterlassen nur einige Kotkrümel“, hat die Naturfreundin beobachtet.
„Die Jäger der Nacht sind ortstreu, solange sich nichts verändert“, erklärt Bernd Rose, Fledermausschutzbetreuer im Nabu- Stadtverband Burgdorf, Lehrte, Uetze. Wenn Familie Bär die Fassade mit dem Fledermausquartier in zwei Jahren neu dämmt, rät er zum Einbau eines Fledermaussteines. Durch einen Schlitz gelangen die Tiere ins Innere des Kastens. Seit 1936 steht die Fledermaus auf der Liste der zu schützenden Tierarten. Die Gefährdung beruht auf der Zerstörung ihrer Lebensräume mit der Versiegelung von potenziellen Schlafplätzen und der Vernichtung von Insektenlebensräumen.
18. September 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu: Obstwiese nicht opfern
Bürgermeister verweist auf defizitären Haushalt und sein Interesse an möglichst viel Bauland
Verwaltungsausschuss hat die Stadtverwaltung beauftragt, Alternativen für die Bebauung der Obstwiese und eine verbesserte Zufahrt von Osten über die Rotdornstraße (kleines Bild) in das neue Baugebiet Östlich Beerbuschweg zu erarbeiten. Korte (2)
Die Stadtverwaltung wird im Oktober keinen ausgeglichenen Haushaltsentwurf für 2010 vorlegen können. Das hat Bürgermeister Alfred Baxmann im Zusammenhang mit der Diskussion um den Erhalt einer Obstwiese in Hülptingsen angedeutet, die auch nach Ansicht von Naturschützern nicht der Bebauung geopfert werden darf.
VON NORBERT KORTE
BURGDORF. Bei der Erweiterung des Baugebietes Beerbuschweg nach Osten sollte nach den Vorstellungen der Planungsabteilung im Rathaus eine rund 1840 Quadratmeter große Obstwiese bebaut und dafür an anderer Stelle eine neue Grünfläche mit Versickerungsflächen angelegt werden. Dagegen hatte sich der Bauausschuss ausgesprochen und zudem Alternativen für eine bessere Zufahrt zum Neubaugebiet auch von Osten gefordert.
Nach „sehr ausführlicher Diskussion“ im Verwaltungsausschuss habe die Stadtverwaltung den Auftrag bekommen, für beide Bereiche Alternativen aufzuzeigen, bestätigte der Bürgermeister nach der nicht öffentlichen Sitzung.
Er machte aber auch deutlich, dass er im Sinne der Finanzen der Stadt großes Interesse an „möglichst viel netto Bauland“ bei der Vermarktung des rund neun Hektar großen Baugebietes für etwa 90 Bauplätze haben müsse. Denn man könne sicher davon ausgehen, dass auch Burgdorf die bundesweiten Rückgänge bei Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen einholen werden und der nächste Haushalt defizitär werde. Deshalb müsse er auf möglichst viele Einnahmen bedacht sein: „Wir müssen aufpassen, dass wir ökologische und ökonomische Gesichtspunkte in Einklang bringen.“
Finanzielle Probleme dürften aber nicht auf Kosten der Natur ausgetragen werden, sagte Günther Jatzkowski, Naturschutzbeauftragter der Region und Mitglied im örtlichen Naturschutzbund (Nabu). Jatzkowski hat sich in der Diskussion um den Erhalt der alten Obstbaumwiese zu Wort gemeldet und daran erinnert, dass man öffentliche Zuschüsse von der Stadt bekomme, um neue Obstwiesen anzulegen. Da sei es doch unverständlich, das hier eine vorhandene Wiese einfach platt gemacht werden soll: „Das passt doch nicht zusammen“.
17. September 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu hofft auf neue Mitglieder
Studenten gehen für eine Werbeaktion des Naturschutzbundes von Haustür zu Haustür
Manfred Tschäke und Dirk Brinkmann (Zweiter und Dritter von links) mit den Studenten Eva Richter (von links), Johann Mitin und Hendrik Pauli. Kühn
Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte und Uetze beginnt in der nächsten Woche mit einer intensiven Mitgliederwerbung. Dabei gehen Studenten zunächst in Burgdorf von Haustür zu Haustür.
VON OLIVER KÜHN
BURGDORF. Die letzte Werbeaktion vor sechs Jahren sei sehr erfolgreich gewesen, begründet Vorsitzender Dirk Brinkmann das Vorhaben. Damals seien 855 Leute in den Nabu eingetreten und hätten die Mitgliederzahl schlagartig von 500 auf 1300 ansteigen lassen. Jetzt hat der Nabu Burgdorf, Lehrte und Uetze, wie er seit seinem 30. Gründungstag in diesem Jahr heißt, noch rund 1000 Mitglieder. Damit ist er einer der größten in der Region.
„Wir brauchen aber für viele Projekte und neue Jugendgruppen mehr Aktive“, sagt Nabu-Vorstand Manfred Tschäke. In der Wedemark und Langenhagen hat der Nabu schon 350 beziehungsweise 300 neue Mitglieder gefunden.
Der Verein wirbt jedoch nicht selbst, sondern lässt von einer Stuttgarter Firma beauftragte Studenten von Tür zu Tür gehen. Sie sind mit Dienstkleidung und Ausweisen ausgestattet und dürfen kein Bargeld annehmen, sondern nur Mitgliedsformulare ausfüllen.
„Mit Drückerkolonnen hat das nichts zu tun“, sagt Brinkmann mit Hinweis darauf, dass Haustürwerbung oftmals negativ belegt sei. Aus diesem Grund lehne etwa der Nabu Burgwedel dies ab. Beginn der Aktion ist Ende nächster Woche in Burgdorf, nach vier Wochen geht es weiter nach Lehrte, dann nach Uetze – zu insgesamt 93 000 Einwohnern.
15. September 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Rund 700 kommen zum Gemeindefest
Motto: „Schöpfung bewahren“ – Nistkästen für Schleiereulen
Klimawandel ist Thema beim Gemeindefest in Sievershausen: Friederike zeigt der Gemeinde einen Plüscheisbären, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Lebensraum der Eisbären immer kleiner wird. Günther (2)
SIEVERSHAUSEN. Rugby, Ponyreiten und Spiele: Das Kinder- und Gemeindefest in Sievershausen hat für die jungen Gemeindemitglieder viel zu bieten gehabt. Der Kirchenvorstand zählte am Sonntagnachmittag etwa 700 Besucher.
Friederike, Sophia und Lea zeigen den Gottesdienstbesuchern drei weiße Plüscheisbären. „Durch den Klimawandel haben die Eisbären immer weniger Lebensraum“, erklärte Pastorin Johanna Friedlein. Nicht ohne Grund stand das Gemeindefest in diesem Jahr unter dem Motto „Schöpfung bewahren“. Bernd Rose vom Burgdorfer Naturschutzbund überreichte der Kirchengemeinde am Nachmittag die Plakette „Lebensraum Kirchturm“.
Bereits im Frühjahr hatte Rose einen Nistkasten für Schleiereulen im Glockenturm der St.-Martinskirche installiert. Bislang steht er noch leer. Auch Marita Tarczewski hofft, dass bald Leben in den Kirchturm einzieht. Die Gemeindesekretärin hatte sich dafür eingesetzt, dass auch die Sievershäuser Kirche einen Nistkasten erhält.
Mehr als 1200 Euro hat die Gemeinde beim Fest eingenommen. Das Geld geht jeweils zur Hälfte an den Sozialfonds der örtlichen Grundschule und an das Diakonische Werk in Burgdorf.
Gesa Könecke (von links), Bernd Rose, Marita Tarczewski und Johanna Friedlein zeigen die Broschüre und die Plakette für das Projekt „Lebensraum Kirchturm“.
12. August 2009 - Marktspiegel Burgdorf
Sommerfrischler fehlten beim Picknick an der Aue
NABU zeigte einen Querschnitt seiner Betätigungsfelder
Zum Picknick an der Aue hatten es sich die Sommerfrischler, die Eheleute Vehling (li.) und Beneke (re.) sowie Pankratius-Pastor Wolfgang Thon-Breuker, unter einem schattenspendenden Baum bequem gemacht. Im Hintergrund wurde Stockbrot bebacken. Foto: Georg Bosse
BURGDORF (gb). Das Burgdorfer Themenjahr "Stadt-Land-Fluss" hatte den Stadtmarketingverein (SMB), die St.Pankratius Kirchengemeinde sowie den Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze angeregt, am vergangenen Sonntag zu einem Picknick an die Aue im Stadtpark einzuladen. Trotz, oder vielleicht wegen der hochsommerlichen Temperaturen nahmen nur wenige Burgdorfer die Begegnung mit ihrer nahen Natur wahr.
Im Bereich zwischen Möschgraben, "Rodelberg" und der Aue, unweit des "Abenteuerspielplatzes", hatte der NABU Aktionen für die kleinen und großen Sommerfrischler vorbereitet. Beispielsweise einen "Barfuß-Parcours" mit Nordmann-Tannenzweigen, mit Stroh, Moos, Tannenzapfen und Baumrinde ausgelegte Fühlkästen oder die Möglichkeit, am Lagerfeuer Stockbrot zu backen.
Am NABU-Infostand betreute Hans-Jürgen Sessner ein Wissensspiel, bei dem Blätter den entsprechenden Bäumen zugeordnet werden mussten. Darüber hinaus konnten detailgetreue Natur-Dioramen von Burgdorfs Naturschutzbeauftragten Günther Jatzkowski (Ehlershausen) sowie Schaukästen mit Vogelarten und -nestern betrachtet werden. "Wir zeigen hier einen Querschnitt unserer zahlreichen Betätigungsfelder", so Sessner. Leider waren die Besucher nicht so zahlreich.
Das Premieren-Picknick an der Stadtpark-Aue wurde von Mitgliedern des Burgdorfer "Hohner-Rings" musikalisch untermalt.
12. August 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Möschgraben sieht nach Jahrzehnten wieder aus wie ein richtiger Bach
Der Burgdorfer Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski (großes Bild von links) bespricht die Entnahme der Betonhalbschalen mit Detlef Eckert von der Firma Degenhard. Dessen Kollege Nils Bergknecht sitzt im Bagger. Statt in einem engen, künstlichen Wasserlauf fließt der Möschgraben jetzt wieder wie in einem natürlichen Bachbett (kleines Bild). Brunhöber (2)
BURGDORF. Der Möschgraben im Stadtpark sieht jetzt wieder aus wie ein ganz normaler Bach mitten in der Natur. Das Tiefbauunternehmen Degenhard hat den Wasserlauf aus seinem Korsett befreit und mit einem Bagger auf zunächst 170 Metern Länge die Betonhalbschalen herausgeholt, mit denen das Ufer befestigt war. Der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze hat sich um das Projekt gekümmert.
Die Pläne dazu sind nicht neu. Bereits in den achtziger Jahren hatten die Grünen die Renaturierung ins Auge gefasst, doch erst im Mai dieses Jahres hatte die Grünen-Ratsfrau Maria Leykum wieder einen Zuschuss der Stadt über 3000 Euro beantragt. Der Umweltausschuss fand das gut und stimmte dem Vorhaben zu. Ins Bachbett seien Kieselsteine gelegt worden, damit das darüberfließende Wasser mehr Sauerstoff aufnehmen und sich besser reinigen könne, erklärt der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski. Dadurch entstünden Anstauungen, die Fischen als Ruhezone dienen. Bewährt sich das Vorhaben, soll später der ganze Wasserlauf entkernt werden. ok
10. August 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Picknick an der Aue soll Lust auf Natur wecken
Nabu, Kirche und Stadtmarketing laden zu Treff im Grünen ein
Daniel Köppen (von links), Rosi Kleinschmidt, Julia, Anke Kleinschmidt, Rosana, Dieter Kleinschmidt, Christian Köppen und Marco Coviello picknicken. Brunhöber
VON EIKE BRUNHÖBER
BURGDORF. „Picknick an der Aue – Begegnung im Einklang mit der Natur“ ist gestern das Motto bei einem Treffen im Grünen gewesen. Dazu hatten Naturschutzbund (Nabu), Stadtmarketingverein und St.-Pankratius-Gemeinde in den Stadtpark eingeladen. Im Rahmen des Themenjahres „Stadt – Land – Fluss“ sollten die Teilnehmer in offener, zwangloser Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen. Zwischen Möschgraben, Rodelberg und Aue trafen sich im Bereich des Abenteuerspielplatzes auch Familien zu einem kulinarischen Ausflug.
Sich dabei der Burgdorfer Natur und speziell der Aue bewusst zu werden, war ein weiteres Ziel. „Zurück in die Natur, nicht alles mit dem Auto machen, sich einfach mal in den Rasen setzen“ – so beschrieb Bernd Rose vom Nabu Leitgedanken zum ungewöhnlichen Picknick. Mitglieder des Hohner-Rings sorgten mit Akkordeonmusik für zusätzliches Flair. Nabu-Mitglieder informierten an einem Stand über Vogelarten und Fledermäuse. Auf einer Schautafel mit Fotos hatten sie Quartiere von Fledermäusen in Burgdorf zusammengetragen.
Das Verweilen an der Aue mache umso mehr Freude, weil der kleine Fluss mittlerweile eine relativ gute Wasserqualität habe, meinte Rose. So sei es zum Beispiel ein gutes Zeichen, dass sich wieder viele Fischarten in dem Gewässer befinden.
Rose zeigte Sympathie für die Pläne, die es im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für die Aue gibt. Diese Pläne schlagen vor, mehr Fußund Radwege an die Aue zu verlegen und das Gewässer damit auch stärker in das Bewusstsein der Bürger zu rücken. Eine quasi bürgerfreundlichere Aue soll die Identifikation mit dem Gewässer als Teil der Stadt fördern. Der Nabu könnte sich dazu Informationstafeln und somit eine Art Erlebnispfad vorstellen. Diese Idee sei bereits mit dem Stadtmarketing-Verein besprochen worden, sagte Rose. „Ich finde es sehr positiv, was da künftig passieren soll.“
10. August 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Vierte Burgdorfer City-Nacht:
Nabu pfeift auf Windschnittigkeit
Aerodynamik? Ute Coviello vom Nabu-Team wollte im Eisvogelkostüm auf einem Fahrrad mit Pflanzenkübel lieber für den Vogel des Jahres werben. Und langsam fahren: „Ich werde den Deibel tun und noch stürzen – das Kostüm ist viel zu kostbar!“
05. August 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Ortsgruppe besteht seit 30 Jahren
Das Spektrum reicht von Eulenbetreuung bis zum Heckenpflanzen
1979 feiern die Helfer der damaligen DBV-Ortsgruppe Burgdorf (heute Nabu-Ortsgruppe) Richtfest, nachdem sie den Dachstuhl des Eulenturmes zusammengezimmert haben: Peter Jatzkowski (unten), Michael Jürging (oben, von links), Günther Jatzkowski und Ulrich Mahnke.
„Wir sind eine der erfolgreichsten Nabu-Gruppen“, sagt Dirk Brinkmann, Vorsitzender der Naturschutzbund-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte und Uetze. Seit mittlerweile 30 Jahren existiert der Zusammenschluss.
VON FRIEDRICH WILHELM SCHILLER
BURGDORF. 1979 hatten sich die in Burgdorf wohnenden Mitglieder des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) vom DBV Burgwedel getrennt und eine eigene Ortsgruppe gegründet. „Viel mehr als 20, 30 Leute waren wir damals nicht“, erinnert sich der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski, der schon damals dabei war. Obwohl im Vereinsnamen nur Vogelschutz vorkam, betrieben die Mitglieder schon einen umfassenden Naturschutz. 1990 nannte sich der DBV in Naturschutzbund um.
1979 feiern die Helfer der damaligen DBV-Ortsgruppe Burgdorf (heute Nabu-Ortsgruppe) Richtfest, nachdem sie den Dachstuhl des Eulenturmes zusammengezimmert haben: Peter Jatzkowski (unten), Michael Jürging (oben, von links), Günther Jatzkowski und Ulrich Mahnke.
Das erste Projekt der Burgdorfer Gruppe war 1979 der Umbau einer Trafostation-Ruine in der Nähe des Röhndamms in einen Eulenturm. In dem Gebäude hängten sie Eulennistkästen auf. Inzwischen betreut die Nabu-Ortsgruppe mehr als 100 Eulen- und 40 Turmfalkenkästen.
Hinzu kommen 500 normale Vogelnistkästen. Mehr als 30 Erdbunker wurden als Fledermaus-Winterquartiere hergerichtet.
Ein wichtiger Aufgabenbereich ist der Weißstorch- und Amphibienschutz. Dafür hat der Nabu Flächen mit Feuchtbiotopen gekauft und gepachtet.
Einige Tümpel hat er neu angelegt. Außerdem betreut die Ortsgruppe Streuobstwiesen, pflanzt Hecken, schneidet Kopfweiden und kümmert sich um den Wespen- und Hornissenschutz. Bei Exkursionen und Vorträgen geben Fachleute ihr Wissen weiter.
05. August 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschutzbund ist Pate für Biotop in der früheren DDR
Ortsgruppe hat neuen Namen – Jetzt auch für Lehrte zuständig
VON FRIEDRICH WILHELM SCHILLER
Der örtliche Naturschutzbund (Nabu) hat sich umbenannt: Er heißt jetzt Naturschutzbund-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte und Uetze.
Außerdem übernimmt die Ortsgruppe in Kürze die Patenschaft für ein ökologisch wertvolles Grundstück in der früheren DDR. Eine Firma wird im August für den Verein neue Mitglieder werben.
„Der Nabu braucht Geld, um tätig werden zu können“, sagt der Vorsitzende Dirk Brinkmann. Eine wesentliche Einnahmequelle sind die Mitgliedsbeiträge.
Trotz einiger Neueintritte ist die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr von mehr als 1000 auf rund 960 gefallen. Daher wird die Firma Wesser im Namen der Ortsgruppe Mitglieder werben. Studenten, die von dem Unternehmen beschäftigt werden, gehen in Burgdorf, Lehrte und Uetze in der zweiten Augusthälfte von Haus zu Haus.
„Wir betreuen hier in der Umgebung 35 Grundstücke“, berichtet Brinkmann. Die Ortsgruppe übernehme jetzt auch die Pflegepatenschaft für ein Grundstück an der Mulde. Sie werde die Kosten für die Pflege des Geländes tragen. In der ehemaligen DDR gebe es viele ökologisch wertvolle Biotope, die im Staatseigentum seien und jetzt Naturschutzorgansiationen übergeben würden, sagt Brinkmann.
Die bisherige Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung Uetze hat schon seit Jahren Mitglieder aus Lehrte in ihren Reihen. Für den Bereich Lehrte sei jedoch offiziell bislang der Hannoversche Vogelschutzverein, der dem Naturschutzbund Deutschland angehört, zuständig gewesen, sagt Brinkmann. Nachdem die hiesigen Naturschützer die Zuständigkeit für Lehrte übernommen hatten, haben sie sich in Naturschutzbund-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte und Uetze umbenannt.
05. August 2009 - Marktspiegel Burgdorf
Picknick an der Burgdorfer Aue
BURGDORF (jk). Im Rahmen des Themenjahres „Stadt - Land - Fluss“ und als Zusatzveranstaltung zu der Ausstellung „Burgdorf und die Aue“ laden Stadtmarketing Burgdorf, Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze (NABU) sowie die St. Pankratius-Kirchengemeinde am Sonntag, 9. August 2009, die Einwohner der Auestadt und Gäste aus der Region zu einem gemütlichen Picknick an der Aue ein.
Der Treffpunkt für Picknickfreunde, die zu Fuß gehen wollen, ist um 12.00 Uhr an der St. Pankratius- Kirche.
Radfahrer sammeln sich ebenfalls um 12.00 Uhr am Gemeindehaus in der Weststadt. Gemeinsames Ziel ist der Stadtpark im Bereich zwischen Möschgraben, Rodelberg und Aue (im Bereich des Abenteuerspielplatzes).
Am Nachmittag bietet der Naturschutzbund Aktionen für Kinder an: Gemeinsames Stockbrotbacken am Lagerfeuer, bei einem Ratespiel sollen anhand von Blättern die entsprechenden Pflanzen oder Hölzer den dazu gehörigen Bäumen zugeordnet werden.
An interessanten Fühlkästen können die Kinder Dinge aus der Pflanzen- und Baumwelt ertasten. In Schaukästen werden Vogelarten und -nester gezeigt.
Mitglieder des Hohner- Rings laden zum gemeinsamen Singen ein. Geplantes Ende der Veranstaltung ist um 17.00 Uhr. Die Organisatoren erinnern daran, dass vor Ort keine Verköstigung stattfindet und die Teilnehmer für ihre Verpflegung selbst sorgen müssen.
01. August 2009 - Neue Woche Burgdorf
Picknick an der Aue - im Einklang mit der Natur
Teilnehmer müssen sich selbst verpflegen
Burgdorf und die Aue: Für das Picknick im Park müssen die Teilnehmer ihre Verpflegung und Getränke selber mitbringen. Foto: privat
Burgdorf (r/ra). Im Rahmen des Themenjahres "Stadt - Land - Fluss" und als Zusatzveranstaltung für die Ausstellung "Burgdorf und die Aue" laden der Stadtmarketingverein Burgdorf (SMB), der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze und Umgebung (NABU) und die St.Pankratius-Kirchengemeinde am Sonntag, 9.August, zu einem Picknick an der Aue ein.
Treffpunkz für Picknickfreunde, die zu Fuß an der Veranstaltung teilnehmen wollen, ist um 12.00 Uhr an der St.Pankratius-Kirche. Radfahrer sammeln sich zur gleichen Zeit am Gemeindehaus in der Weststadt. Gemeinsames Ziel ist der Stadtpark; im Bereich zwischen Möschgraben, Rodelberg und Aue (Abenteuerspielplatz).
Nachmittags bietet der Naturschutzbund Aktionen für Kinder an: Stockbrotbraten am Lagerfeuer, bei einem Ratespiel gilt es, Blätter den entsprechenden Üflanzen oder Bäumen zuzuordnen und am Fühlkasten können Dinge aus der Pflanzen- und Baumwelt ertastet werden. In Schaukästen werden Vogelarten und Vogelnester gezeigt und Mitglieder des Hohner-Ringes laden zum Singen ein.
Das "Picknick im Einklang mit der Natur" endet gegen 17.00 Uhr. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass vor Ort keine Verköstigung stattfindet. Die Teilnehmer müssen selbst für ihre Verpflegung sorgen.
28. Juli 2009 - Marktspiegel Burgdorf
Überall im Altkreis heißt es: „Weißstörche sind in Not"
NABU Burgdorf Lehrte Uetze ruft zu Spendenaktion auf / 23 Störche in Burgwedel gesehen
Solange die Elterntiere keine hungrigen Nachwuchs-Schnäbel füttern müssen, reichen die meisten Biotope aus. Fotos: Hans Hermann Schröder
BURGDORF/UETZE/LEHR TE (hhs). In diesem Jahr wurden in Arpke, Immensen, De-denhausen und Hänigsen jeweils zwei Jungstörche wegen Nahrungsmangel aus den Horsten geworfen. Uni mehr für den Weißstorchschutz tun zu können, ruft der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze zu einer Spendenaktion auf.
„Bitte helfen Sie mit, den Weißstorch und seinen Lebensraum zu schützen! Wenn Sie Weißstorchpate werden möchten, überweisen Sie Ihren Wunschbetrag einmalig auf das Konto 101038636 Stadtsparkasse Burgdorf BLZ 25151371. Ab einem Betrag von 25,- Euro erhalten Sie eine Patenschaftsurkunde“, fordert der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander die Öffentlichkeit zur Mithilfe auf.
Die starke Abführung des Niederschlagwassers durch den Ausbau von Flüssen, Bächen und Drainagen, Bodenversiegelung und zusätzlich die gestiegene Nutzung des Grundwassers für Trinkwasser und Feldberegnung haben viele Teiche . Tümpel, Feuchtgrünland und Senken trockenfallen lassen. Im Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze hat sich 1994 eine Arbeitsgruppe gebildet, die unter Leitung des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander die Nahrungsgebiete für Weißstörche aufwerten will. Über 50.000,- Euro hat der NABU in dieses Projekt bereits investiert, um das Nahrungsangebot für den Weißstorch zu verbessern, zumindest zu stabilisieren. Es wurden Grünlandflächen angekauft, die heute extensiv bewirtschaftet werden. Außerdem wurden in den Nahbereichen der Storchenhorste in der Gemeinde Uetze und den Städten Burgdorf und Lehrte über 20 Teiche und Tümpel angelegt. Vom Spendengeld, das ausschließlich für neue Nahrungsbiotope und Erhaltung der Storchenhorste verwendet wird, sollen u. a. nicht mehr genutzte Fischteiche in Amphibienlaichgewässer umgewandelt werden. „Es ist auch höchste Zeit, das 10 - 15 Zentner schwere Nest auf dem Schornstein der „Storchenbäckerei“ Laube zu verkleinern, damit das Nest nicht vom Schornstein stürzt und die Stabilität des Schornsteines erhalten bleibt. 2000,- Euro kostet allein diese Aktion“, so Zander.
Aber auch in den anderen Städten und Gemeinden des Altkreises Burgdorf sieht es nicht gut aus um Meister Adebar und seinen Lebensraum. Auf alle Kommunen lassen sich die Argumente für die Ursachen der Nahrungsverknappung, wie Erhard Zander sie oben formuliert hat, übertragen. Im Vergangenen Jahr suchte sich das Storchenpaar aus Meitze/ Wedemark, die für die Jungenaufzucht notwendigen Frösche an einigen größeren Gartenteichen in Fuhrberg.
In Fuhrberg finanzierte der Storchenfreund Andreas Stockelbusch einen künstlichen Nistturm für Weißstörche Ende November vergangenen Jahres. Mehrere Störche machten auf dem artgerechten Bauwerk Halt in diesem Frühjahr. Keiner von diesen blieb. Ob es nun an mangelndem Zuzug einer Artgenossin oder eines Artgenossen liegt, oder an der weisen Voraussicht der Tiere, dass in der Gemarkung Fuhrberg trotz einer Menge Grünlandes und mehrerer Feuchtbiotope und immer Wasser führender Gräben das Nahrungsangebot für die Aufzucht ihrer Jungen nicht ausreichen wird, sei dahingestellt. Man darf sich zur Zeit auch nicht durch eine ganz besondere Situation in der Stadt Burgwedel den klaren Blick zur Situation der Weißstörche hier trüben lassen: Dort treiben sich seit gut einer Woche so um die zehn Störche auf den Wiesen und Weiden nördlich Großburgwedels herum. Am Samstag vergangener Woche fanden sich auf vier direkt aneinander liegenden Wiesen 17 Weißstörche gleichzeitig, auf einer etwa 300 Meter entfernten Fläche noch einmal sechs Exemplare. Man hätte denken mögen, Burgwedel sei zu einem Storchenparadies geworden.
Alle Wiesen und Weiden waren etwa Waden hoch mit Gras bewachsen. Am Samstag hatte es am Morgen geregnet, gegen Mittag war es trocken und warm. Es war eigenartig anzuschauen, dass alle Störche bei jedem Schritt mit ihrem langen roten Schnabel in den Bewuchs pickten und dann unübersehbar eine Schluckbewegung machten. Es wurde nur einmal beobachtet, dass ein Storch einen Frosch aus dem Gras herauszog und hinunterschluckte.
Als die Störche am späten Nachmittag woanders nach Nahrung suchten, löste sich das Rätsel darüber, was sie dort vorgefunden hatten: Schon beim Betreten der Wiesen und Weiden sprangen unzählige Grashüpfer und Heuschrecken rund um die Gummistiefel bei jedem Schritt auf. Hier war also bei jedem Storchentritt der „Tisch wirklich sehr gut gedeckt“.
Man darf gespannt sein, ob sich die Zahl der Weißstörche rund um Großburgwedel, die dieses jahreszeitlich eng begrenzte Nahrungsangebot wahrnehmen wollen, noch erhöht. Im Moment trägt das Biotop sicherlich noch einige Exemplare, so scheint es. Alle können sich hier noch ein paar Tage lang mit dem notwendigen Energievorrat für den langen und schwierigen Flug ins Winterquartier versorgen.
Fünf der insgesamt 17 Weißstörche, die auf den vier nahe beieinanderliegenden Wiesen nahe Großburgwedel am vergangenen Samstag nach Heuschrecken und Grashüpfern jagten.
23. Juli 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Rückenschwimmer im Teich können stechen
Kinder bestimmen bei einer Exkursion mit Naturschutzbeauftragten und Nabu-Mitgliedern Wassertierarten
Laurens (6, von rechts), Claus und Sören (beide 8) schauen sich die Wassertierchen an, die der Naturschutzbund-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner mit einem Kescher aus einem Tümpel gefischt hat. Schiller
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
UETZE. Welche Wassertiere leben in den Tümpeln in der früheren Kiesgrube bei Wackerwinkel? Das wissen jetzt die Jungen und Mädchen, die bei einer Feriencard-Veranstaltung der Gemeinde Uetze mit dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und den Naturschutzbund-Mitgliedern Lothar Heuer, Dieter Kleinschmidt und Hans-Jürgen Sessner zu der Kieskuhle gezogen sind.
Mit Keschern und großen Küchensieben haben die Kinder Tiere aus dem morastigen Wasser geangelt. „Was ist das?“, wollte der achtjährige Sören wissen, nachdem er mit seinem Fangnetz ein kleines Lebewesen aus einem der Teiche geholt hatte. „Ein Rückenschwimmer“, erläuterte der Naturschutzbund-Jugendwart Sessner. „Rückenschwimmer können stechen. Da muss man aufpassen“, sagte Zander. Ein Wespenstich schmerze allerdings viel mehr.
Die Jungen und Mädchen setzten die gefangenen Tiere in Wassergläser, um mithilfe eines Bestimmungsbuches festzustellen, um welche Arten es sich handelte. Die kleinen Naturforscher hatten unter anderem Wasserläufer, Larven von Klein- und Großlibellen, Teichmolche, Wasserspinnen, Kaulquappen, Stabwanzen und Posthornschnecken aus dem Wasser gezogen.
Zu einigen Arten gab Zander Erläuterungen. So erfuhren die Kinder, dass Libellen ein bis zwei Jahre als Larven im Wasser leben und nur einen Sommer durch die Luft fliegen.
Nachdem die Kinder die Wassertiere wieder in die Teiche gesetzt hatten, ging es weiter in den Frühlingswald zur Fuhse und zum Ziegeleigraben. In diesen Fließgewässern kommen Dreistachlige Stichlinge, Moderlieschen, Elritzen, Blutegel, Bachflohkrebse und Flussmuscheln vor.
45 Kinder hatten sich zu der Feriencard-Veranstaltung angemeldet. Wegen des großen Interesses bot der Nabu zwei Exkursionen an.
10. Juli 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Jungstörche aus Nest geworfen
Nahrungsangebot ist knapp - Naturschutzbund ruft zu Spenden für Storchenschutz auf
Im Hänigser Storchennest sind noch zwei Jungstörche. Der Horst bereitet dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander allerdings Sorge. Das Nest ist sehr groß geworden und droht herunterzufallen. Schiller (2)
In Arpke, Dedenhausen, Hänigsen und Immensen wächst Storchennachwuchs heran. Doch die Natur ist brutal: Wegen des knappen Nahrungsangebotes haben die Storchenpaare einen Teil ihrer Jungen aus dem Nest geworfen.
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
UETZE/LEHRTE. „In Hänigsen sind noch zwei Jungstörche im Horst. Anfangs waren es vier“, sagt Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter für die Gemeinde Uetze und Leiter einer Weißstorcharbeitsgruppe beim Burgdorfer Naturschutzbund (Nabu).
In Dedenhausen sitzen ebenfalls nur noch zwei junge Störche im Nest, seitdem die Eltern das dritte Küken aus dem Nest geworfen haben. In Arpke haben die Altstörche ihren Nachwuchs von fünf auf drei und in Immensen von vier auf zwei Jungvögel reduziert.
Das Obershagener Storchenpaar ist laut Zander noch nicht brutfähig. In Burgdorf habe sich ein Paar nicht den ganzen Sommer über am Nest aufgehalten.
Der Naturschutzbeaufbragte für die Weißstorchbetreuung der Region Hannover, Reinhard Löhmer, sagt, dass der Winter und vor allem der April viel zu trocken gewesen seien. Die Folge: Die Altstörche fanden kaum Regenwürmer, die eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Storchenküken spielten. „Wenn aber Nahrung knapp ist, bekommen im Nest die älteren, stärkeren Geschwister den Löwenanteil vom wenigen Futter. Die Jüngeren verkümmern, werden abgeworfen oder auch von den Eltern aufgefressen“, sagt Löhmer.
Um mehr für den Storchenschutz tun zu können, ruft der Burgdorfer Naturschutzbund zu einer Spendenaktion auf. Mit dem Geld will der Nabu nach Zanders Worten in der Nähe von Storchennestern Tümpel anlegen. Außerdem wolle die Umweltorganisation nicht mehr genutzte Fischteiche in Laichgewässer für Amphibien umwandeln. Dafür müsse man Flachwasserzonen anlegen und die Bäume am Ufer abholzen, damit weniger Schatten auf das Wasser falle. Dann könne sich der Laich der Amphibien besser entwickeln.
Ziel sei, das Nahrungsangebot für die Störche in der Umgebung der Horste zu vergrößern. Außerdem benötige der Nabu Geld für die Horstpflege. Wenn ein Nest zu groß geworden sei, müsse ein Teil mit der Motorsäge abgesägt werden, damit der Horst nicht herunterfalle, sagt Zander. Wenn ein Gerüst aufgestellt werden müsse, koste eine solche Aktion 2000 bis 2500 Euro.
09. Juli 2009 - Marktspiegel Burgdorf
"Picknick an der Aue - Begegnung mit der Natur"
Naturschutzbund, St. Pankratius-Kirchengemeinde und SMB laden ein
Zu einem gemütlichen Picknick laden NABU, die St. Pankratius-Kirchengemeinde und Stadtmarketing Burgdorf am 9. August ein. Foto: Stadtmarketing Burgdorf
BURGDORF (r/jk). Zu einer weiteren Veranstaltung im Themenjahr "Stadt - Land - Fluss" laden Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze und Umgebung (NABU), St. Pankratius-Kirchengemeinde und Stadtmarketing Burgdorf am Sonntag, 9.August, ein. Unter dem Motto "Picknick an der Aue - Begegnung im Einklang mit der Natur" sind die Familien der Region eingeladen, sich an der Aue niederzulassen und gemeinsam zu picknicken.
Um 12.00 Uhr treffen sich die Teilnehmer, die mit einem Bollerwagen losziehen möchten, an der St. Pankratius-Kirche. Wer lieber mit dem Fahrrad faährt, findet sich zur gleichen Zeit am Gemeindehaus in der Weststadt ein. Danach pilgern die Picknickfreunde in den Stadtpark und versammeln sich zwischen Moschgraben, Rodelberg und Aue im Bereich des Abenteuerspielplatzes. Familien, die am Mittag noch keine Zeit haben, können sich auch später am Picknick beteiligen.
Im Verlauf des Nachmittags informiert der Naturschutzbund über seine vielseitigen Aktivitäten und erzählt den Kindern Geschichten aus der Vergangenheit der Aue und über ihre Bedeutung als wertvoller Lebensraum. Mit mehreren Aktionen wollen die Veranstalter besonders den Kindern Lust auf Natur vermitteln: An Fühlkästen können Objekte aus der Pflanzen- und Baumwelt ertastet werden, bei einem Quiz müssen Blätter den richtigen Pflanzen oder Hölzer den sntsprechenden Bäumen zugeordnet werden und am Lagerfeuer wird von den Kindern Stockbrot gebacken. In Schaukästen werden verschiedene Vogelarten und -nster vorgestellt. Mitglieder des Hohner-Rings greifen während des nachmittags zum Akkordeon und untermalen das von der St. Pankratius-Kirchengemeinde organisierte gemeinschaftliche Singen der Teilnehmer.
Um 17.00 Uhr soll das Picknick langsam ausklingen. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die teilnehmenden Familien ihre Verpflegung selber mitbringen müssen und an der Aue kein Imbissangebot gibt.
07. Juli 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Enges Betonbett soll verschwinden
Der Naturschutzbund kümmert sich um die Renaturierung des Möschgrabens - zunächst auf einem Teilstück
Günther Jatzkowski (links) und Dirk Brinkmann vom Nabu begutachten den Möschgraben im Stadtpark. Die Naturschutzorganisation will Betonhalbschalen aus dem Bachbett entfernen. Korte
Der Möschgraben soll auf einem Teilstück von 170 Metern Länge renaturiert werden. Die Stadt gibt einen Zuschuss von 3000 Euro.
VON NORBERT KORTE
BURGDORF. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte den Anstoß für das Renaturierungsprojekt gegeben. Die Mitglieder dürfen sich jetzt auch um die Abwicklung kümmern: In den nächsten Wochen soll der Möschgraben im Burgdorfer Stadtpark schon mal versuchsweise auf einem Teilstück aus seinem engen Bett aus Betonhalbschalen befreit werden.
3000 Euro Zuschuss hat die Stadt für das Projekt bereitgestellt. Der Nabu-Stadtverband Burgdorf, Lehrte, Uetze hat nach Worten des Vorsitzenden Dirk Brinkmann inzwischen Kontakt zum örtlichen Tiefbauunternehmen Degenhard aufgenommen, das mit Baggern anrücken muss, um die schweren Betonhalbschalen herauszuholen. Nach Angaben der Firma wird das aus zeitlichen Gründen aber vermutlich erst nach den Ferien im August passieren.
Auf Antrag der Grünen hatte ein Planungsbüro bereits in den achtziger Jahren einen ersten Entwurf erarbeitet, der nicht nur die Entfernung aller Betonplatten aus dem Möschgrabens zwischen Bahndamm und Einmündung in die Aue vorsah. Für insgesamt rund 100 000 Euro sollten auch gleich noch Flachwasserzonen, Schilfinseln und Kolke in dem sogenannten Vorfluter, der weite Teil der Weststadt entwässert, angelegt werden. Das Geld war aber nie im Haushalt bereitgestellt worden.
Die Idee hatte kürzlich der Nabu aufgegriffen, dessen Vorsitzender Brinkmann von einer „Sparversion und Versuchsstrecke“ spricht. Auf einem Teilstück von zunächst rund 170 Metern soll der Möschgraben nun bis zu der kleinen Kaskade am Einlauf zur Aue renaturiert werden. Dabei sind in Abständen auch Steinschüttungen geplant, um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen. In einer etwa zweijährigen Beobachtungsphase soll sich dann zeigen, ob der Vorfluter weiter ausreichend Niederschlagswasser abführen kann und die Uferbereiche nicht zu sehr ausgespült werden. Zwischenzeitlich will die Stadt schon einmal die planungsrechtlichen Voraussetzungen und Fragen zur finanziellen Förderung eines zweiten Bauabschnitts für den übrigen Bereich des Möschgrabens klären. Hierfür wird mit Kosten von 20 000 bis 25 000 Euro gerechnet.
07. Juli 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder bauen im Burgdorfer Park fünf Bienenhotels
Solitärbienen und -wespen sollen dort nisten
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
BURGDORF. Im Burgdorfer Stadtpark gibt es jetzt mehr Nistmöglichkeiten für Rote Mauerbienen, Grab- und Schlupfwespen, Löcher- und Maskenbienen sowie andere Insekten. Zehn Jungen und Mädchen haben bei einer Ferienpass-Veranstaltung des Naturschutzbundes (Nabu) fünf kleine Bienenhotels gebaut und im Park aufgehängt.
„Das sind Nisthilfen für Solitärbienen und Solitärwespen“, erläuterte Hans-Jürgen Sessner, der die Aktion leitete. Das sind wild lebende Bienen und Wespen, die keinen Staat bilden. „Sie bauen ohne Königin ein Nest“, sagte der Nabu-Jugendwart.
Die Kinder bohrten unter Anleitung der fünf Betreuer mit Bohrmaschinen Löcher in Baumscheiben. Anschließend bauten sie aus Brettern und Dachpappe ein kleines Dach über das runde, durch- löcherte Holzstück. Die Hohlräume, die zwischen Dach und Baumscheibe entstanden waren, füllten sie mit Schilf und Lehm. In den gebohrten Löcher und den Schilfhalmen lagern Solitärbienen für ihren Nachwuchs Blütenpollen und Nektar ab. Wespen tragen zum Beispiel Spinnen, Insektenlarven und Blattläuse als Nahrungsvorrat hinein. Außerdem legen die Weibchen in den kleinen Hohlräumen Eier, aus denen nach kurzer Zeit Larven schlüpfen. Diese ernährt sich dann vom angelegten Vorrat.
Die ursprünglichen Nistplätze von Wildbienen sind Käferfraßgänge in abgestorbenen Bäumen, Zaunpfählen und Fachwerkhäusern. Weil diese Nistmöglichkeiten immer seltener werden, wirbt der Nabu dafür, Bienenhotels zu bauen.
25. Juni 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Seltene Pflanzenart entdeckt
Einschleppen der Sporen des Deutschen Filzkrautes über Baufahrzeuge ist denkbar
Das Deutsche Filzkraut blüht von Juni bis September. Gut zu erkennen sind die gabeligen Verzweigungen der Blüten, die das Äußere der Pflanze prägen. Bluth
Das Deutsche Filzkraut ist höchst selten und galt früher schon mal als verschollene Art. Jetzt wurde es am Stadtrand von Burgdorf entdeckt. Die Frage ist, in welcher Weise sich das Filzkraut ausbreiten konnte.
VON JOHANNES BLUTH
BURGDORF. „Es ist eine kleine biologische Sensation“, freut sich Inke Kanth vom Naturschutzbund (Nabu) in Burgdorf. Sie hat in der Nähe der Baustelle der Bundesstraße 188 am östlichen Stadtrand das seltene Deutsche Filzkraut (Filago vulgaris) am Wegesrand entdeckt. Die einjährig blühende Art gilt deutschlandweit als stark gefährdet und steht daher auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
„In den Landkreisen Celle und Peine gibt es kleinere Ballungsräume“, erläutert Kanth, doch sei die Ansiedlung in Burgdorf ein echtes Novum und zuvor noch nicht dokumentiert worden.
Das wirft die Frage auf, in welcher Weise sich das Filzkraut ausbreiten konnte. „Der Boden ist humusarm, sandig und seit meiner Kindheit immer ausgiebig landwirtschaftlich genutzt worden“, sagt Kanth.
Diese Vegetations- und Nährstofflücken, die strapazierte Böden böten, brauche die Pflanze, um zu überleben. Ungleich kurioser erscheint eine weitere Theorie. Aus einer Studie der Universität Münster geht hervor, dass die Art sich möglicherweise durch das Verschleppen von Sporen über Baufahrzeuge ausbreitet. Das erscheint in diesem Fall einleuchtend, führt doch direkt an der Pflanzenpopulation eine Hauptzufahrt zur Baustelle der Bundesstraße?188 entlang. So mutet eine Kombination beider Faktoren als wahrscheinlichste Ursache an. Der Fund wurde an den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz weitergegeben und wird in den Verbreitungsatlas der Pflanzenarten aufgenommen.
23. Juni 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Devin keschert einen seltenen Wasserskorpion aus der Aue
Kinder und Eltern entdecken mit dem Naturschutzbund Wassertiere
Kai Biermann (von links), Devin Weinhold, Hannelore Kurzbach, der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowsky und Magnus Biermann begutachten, was sie im Wasser gefunden haben. Szameitat
VON SABINE SZAMEITAT
WEFERLINGSEN. Auf einer Entdeckertour unter dem Motto „Mit Kescher und Küchensieb“ haben Kinder und Erwachsene in der Aue und in der Seebeke viele unbekannte Lebewesen gefunden. Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) halfen bei der Identifikation.
Wer die Aufregung am Zusammenfluss von Seebeke und Aue bei Weferlingsen miterlebte, vermutete zumindest Schatzsucher. Und Schätze waren es auch, die Devon, Magnus, Katharina und den anderen Kindern ins Netz gingen: Blutegel, winzige Schnecken, Mini-Fischchen und Köcherfliegenlarven. Viele von ihnen können nur in sauberem Wasser überleben. Die winzigen Stichlinge waren besonders interessant: „Ein Hecht“, urteilte einer der Jungen über ein besonders Männchen, das sich in seinem Plastikschälchen besonders dominant aufführte. „Ich habe einen Egel gefangen“, kam ein Triumphgeschrei vom Wasser. Ein Kind rief irritiert zurück: „Einen Igel?“ – und gruselte sich beim Anblick des gallertartigen Wurmwesens, das sich aber als ungefährlicher Fischegel entpuppte.
Die jüngste Naturforscherin, die dreijährige Katharina, spezialisierte sich auf Schnecken, Johanna auf Bachflohkrebse. Den interessantesten Fund machte Devin Weinhold: Der Achtjährige kescherte einen gefährlich aussehenden Wasserskorpion, wie ihn auch manche erfahrene Nabu-Mitglieder noch nie zu Gesicht bekommen hatten. „Heute sind weniger Kinder als sonst gekommen“, meinte Günther Jatzkowsky vom Nabu. „Aber dafür haben sie umso mehr Lebewesen gefunden – für uns ein Beweis, dass unsere Naturschutzbemühungen an der Aue gefruchtet haben.“
09. Mai 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
In fünf Dörfern brüten jetzt Storchenpaare
Erste Küken schlüpfen in diesen Tagen
VON FRIEDRICH- WILHELM SCHILLER
UETZE/LEHRTE/BURGDORF. 2009 könnte im Osten der Region Hannover ein erfolgreicheres Storchenjahr als 2008 werden. In Arpke, Immensen, Hänigsen, Dedenhausen und Obershagen haben Storchenpaare in diesem Jahr so rechtzeitig die Nester besetzt, dass Aussicht auf eine erfolgreiche Brut besteht. Im vorigen Spätsommer sind nur von Arpke, Immensen und Dedenhausen aus Jungstörche nach Afrika aufgebrochen. Die ersten Storchenküken könnten bereits in diesen Tagen in Arpke, Immensen und Hänigsen schlüpfen. In diesen drei Dörfern hatten die Storchenweibchen bereits Anfang April Eier gelegt. Mittlerweile haben sich auch Storchenpaare in Dedenhausen und Obers-hagen niedergelassen und zu brüten begonnen. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass das Gelege bis zum 10. Mai vollständig sein muss, damit eine erfolgreiche Brut zustande kommt. Störche, die danach aus dem Winterquartier einträfen, fingen meistens nicht mehr an zu brüten, berichtet der Storchenbetreuer Reinhard Löhmer. Es gebe aber auch Ausnahmen.
Nach Löhmers Informationen sind immer noch Ostzieher – so bezeichnet man Weißstörche, die über den Bosporus ziehen – unterwegs. Wenn die hier ankämen, könne es zu Horstkämpfen kommen. Im vorigen Jahr waren bei einem Kampf um das Hänigser Nest drei gerade geschlüpfte Jungstörche ums Leben gekommen.
Wie schon im vorigen Jahr wird sich wohl auch diesmal in Burgdorf nicht die Hoffnung auf Storchennachwuchs erfüllen. Zwar hatte sich im April ein Storchenmännchen auf dem Schornstein der früheren Konservenfabrik Peters an der Friederikenstraße eingefunden. Zudem hatten sich für kurze Zeit zwei Weibchen hinzugesellt. Doch seit Anfang Mai hat Bernd Rose, Nachbar und Naturschutzbund-Vorstandsmitglied, dort keinen Storch mehr gesehen. In Ehlershausen hat sich nur ganz kurz ein Weißstorch blicken lassen.
06. Mai 2009 - Marktspiegel Burgdorf
Rathaus III bekommt fliegende „Untermieter”
NABU spendierte Sommerquartierfür Fledermäuse
Bernd Rose und Dieter Kleinschmidt (NABU: v.r.) erklärten Alfred Baxmann (li.) die Notwenigkeit des neuen Sommer- und Paarungsquartier für einheimische Fledermäuse am stadtparknahen Rathaus III. Foto: Georg Bosse
BURGDORF (gb). Durch das Anbringen von Fledermauskästen an Gebäuden können zusätzliche wertvolle Quartiere für die kleinen, insektenfressenden „Nachtschwärmer” geschaffen werden. In Form eines Flachkastens hat die NABU-Ortsgruppe Burgdorf/Lehrte/Uetze ein solches bausubstanzunschädliches Sommer- und Paarungsquartier an der Südseite des Burgdorfer Rathauses III (Spittaplatz) angebracht.
Im Rahmen des Burgdorfer Themenjahres „Stadt-Land-Fluss” habe die Stadt das Angebot des NABU gerne angenommen, an ihrem Verwaltungsgebäude nahe des Stadtparks diese kostenfreie Schutzmaßnahme für die einheimischen Fledermäuse anbringen zu lassen, bestätigte Bürgermeister Alfred Baxmann. Er habe sich jedoch vom NABU-Experten Bernd Rose (Burgdorf) die sachliche Zusicherung geben lassen, dass das neue Fledermausquartier keinen baulichen Veränderung des Rathauses im (naturschutzrechtlichen) Wege stehen würde.
„Wenn es so weit kommen sollte, ist eine vorsichtige Umsetzung des Fledermauskastens in die nähere Umgebung kein Problem”, versicherte Bernd Rose.
So stand dem Anschrauben des Fledermaus - Sommerquartiers wenig unterhalb des Daches in zirka fünf Metern Höhe durch Dieter Kleinschmidt nichts mehr entgegen. Es kann etwas dauern bis das neue Heim von diesen nützlichen, fliegenden Säugetieren angenommen wird. Aber dann hat die Stadt Burgdorf nachhaltig neue „Untermieter”.
02. Mai 2009 - Marktspiegel Burgdorf
Minister-Lob für „Natur in Lehrte erleben” des Stadtmarketings
Sechs Projekte vorgestellt: „Da können sich andere Kommunen etwas abgucken!”
Mit Lehrter Rübenschnaps dankte Im Beisein von Landesminister Sander und („Das Gesicht der Gartenregion") der Stadtmarketing - Vorsitzende Udo Gallowski (I.) dem Arbeitskreis-Leiter „Natur in Lehrte erleben", Willi Goronzcy (Mitte) für sein außerordentliches Engagement. Foto: Dickhaeuser
LEHRTE (dik). Die Mitglieder des Stadtmarketing Lehrte leisten mit dem Projekt „Natur in Lehrte erleben" einen beispielhaften Beitrag zur „Gartenregion 2009”. Niedersachsens Minister für Umwelt und Klimaschutz, Hans-Heinrich Sander, und vielen anderen Gästen die sich am Dienstag zur Projektpräsentation in der „Alten Schlosserei” eingefunden hatten, lobten die Projektarbeit der Stadtmarketing-Arbeitskreise.
Unter den zahlreichen Gästen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben befanden sich neben Hans-Heinrich Sander auch Professor Dr. Axel Priebs, Erster Regionsrat der Region Hannover, der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Deneke Jöhrens, Lehrtes Bürgermeisterin Jutta Voss und Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Niedersachsen.
Trotz der langen Begrüßungsliste besonderer Gäste versäumte es Stadtmarketing-Vorsitzender Udo Gallowski es natürlich nicht, vor allem die Mitglieder des Arbeitskreises ,,Natur erleben” zu begrüßen: „Ohne die vielen Helfer wären wir heute gar nicht hier”.
Sechs einzelne Projekte wurden von den Arbeitskreismitgliedern in mehr als 5.000 Arbeitsstunden auf die Beine gestellt: Die „Streuobstwiese im Hohenhorstpark”,der ,,Heilpflanzengarten im Park des Klinikums Lehrte”, der „Lehrpfad Ackerkulturen”, die „Lehrter Landpartie - Radtouren”, ,,Naturdenkmäler - Eine Zeitreise von der Eiszeit bis heute” und der Vorgarten-Wettbewerb „Das Gesicht zur Straße”.
Der Arbeitskreis „Natur erleben” des Stadtmarketings bekam bei der Planung und Realisierung seiner Projekte viel Unterstützung durch den „NABU” und von der Haupt- und Realschule Lehrte als Projektpartner für die Streuobstwiese. Auch die Siedlergemeinschaften im Verband Wohneigentum (VWE) haben viel zur Projektrealisierung beigetragen. Die Gesamtkosten der Projekte belaufen sich laut Information von Arbeitskreisleiter Willi Goronzcy auf 200.000 Euro. Fördermittel und Spenden gab es von der Stadt Lehrte (im Jahr 2008 wurden die Förderantrage bewilligt), außerdem durch die Umweltlotterie „BINGO” und die „Niedersächsische Umweltstiftung”, von Unternehmen sowie Privatleuten, Schulen, Verbänden und Vereinen.
Burgermeisterin Jutta Voss erinnerte an die Anfänge und beschrieb die erste Bestandsaufnahme: „Ziel sollte es sein, die Potentiale der Stadt nicht nur zu haben, sondern diese auch nach vorn zu bringen und herauszustellen.” Die Bürgermeisterin erinnerte an die damaligen Worte: „Die Potenziale dieser Stadt müssen erst wach geküsst werden.” Die Lehrter Bürgermeisterin freut sich, dass die vorhandenen Potentiale optimiert werden konnten und das Lehrte sich, gemäß dem Slogan der Stadt, „von Grau zu Grün” entwickelt hat. Besonders über die Netzwerke zwischen Landwirten und Schulen äußerte sich die Bürgermeisterin „in hohem Maße erfreut”. Besonders lohnenswert sei es, so die Lehrter Bürgermeisterin, Umweltbildung in den Schulen und Kindergärten zu betreiben. Professor Dr. Axel Priebs lobte die Arbeit und das Engagement des Stadtmarketings: „Die Stadt,” sagte der Erste Regonsrat, „lebt von den Menschen die sich engagieren.” Priebs verwies in diesem Zusammenhang auf das Projekt des Vorgartenwettbewerbs „Das Gesicht zur Straße”, an dem sich sieben Lehrter Ortsteile beteiligen. Über die Teilnahme der Kliniken der Region und die des Krankenhauses Lehrte am Projekt zeigte sich Priebs ebenfalls sehr erfreut.
Nach einer weiteren musikalischen Darbietung von Sonja Teigheder hielt Niedersachsens Umweltminister sein Festreferat „Kulturlandschaft und Natur ein Widerspruch?” Es sei wichtig, dass die „biologische” Politik ihren Stellenwert bekomme, die ältere Generation sei dazu verpflichct, nachhaltig für eine solche Politik zu sorgen um diese den nächsten Generationen zur Verfügung stellen zu können.
Dieser Grundgedanke bezieht sich für Hans-Heinrich Sander insbesondere auf die Vielfältigkeit der Natur. „Kein anderes Bundesland ist so vielfältig. Gegensätze wie Moore, Heiden, Berge, Wälder, Flüsse, Seen und Auewiesen sind in dieser Form nur in Niedersachsen vorhanden.”
In Deutschland leben 40.000 unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten und diese müssen geschützt werden. Viele dieser Arten sind erst durch die Kultivierung der Weideländer und den Ackerbau entstanden. In diesem Zusammenhang erinnerte der Minister an das seit 1986 bestehende Moorschutzprogramm.Dieses setze eine nachhaltige Bewirtschaftung voraus. Sander lobte die ordnungsgemäße Landwirtschaft der Landwirte, die zu 99 Prozent funktioniere.
„Es gilt”, so Sander, „die Schöpfung zu bewahren”. Es helfe nicht, zu glauben der Staat oder die Regierung kommen allein. Um Naturschutz betreiben zu können, müssten die Menschen ihre Heimat auch als solche erkennen und wiederfinden.
29. April 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Sechs Projekte ernten viel Lob
Präsentation des Stadtmarketings
Mit der Präsentation von sechs Projekten hat der Stadtmarketingverein gestern seinen Beitrag zur Gartenregion 2009 dargestellt. Zu den Gästen in der Alten Schlosserei zählte auch Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander.
VON THOMAS BÖGER
LEHRTE. „Natur in Lehrte erleben“ sind die sechs Projekte überschrieben. Ein Arbeitskreis unter der Leitung von Willy Goronczy hat sie, unterstützt von zahlreichen Sponsoren in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund, entwickelt.
Das trug den Mitarbeitern Lob von gleich mehreren Festrednern ein. Sie hätten sich für die Umsetzung viele Stunden bei Wind und Wetter um die Ohren geschlagen sagte Bürgermeisterin Jutta Voß. Regionsdezernent Axel Priebs prieß die Projekte als vorbildlich.
Der Mensch müsse vielfach eingreifen, um ein letztes Stück Natur zu erhalten, meinte Umweltminister Sander. Dabei sei es wichtig, dass die Natur auch in den Städten erlebbar gemacht werde. „Andere Kommunen können sich davon etwas abgucken“ lobte Sander die Lehrter Aktivitäten.
Der Vorsitzende des Naturschutzbundes in Niedersachsen, Holger Buschmann, zeigte sich beeindruckt davon, dass es gelungen sei „so viele Partner ins Boot zu holen“. Für den Stadtmarketingvorsitzenden Udo Gallowski dokumentieren die Projekte, dass sich Lehrte „von einer grauen Maus zu einer grünen Stadt“ gewandelt habe.
Projekt 2: Lehrpfad erklärt Ackerkulturen
Brot wächst im Kofferraum“ – diesen Spruch dürfte man von Lehrter Kindern eigentlich nicht zu hören bekommen: Die Landwirte sorgen mit ihrem Projekt Lehrpfad Ackerkulturen dafür, dass alle Jungen und Mädchen genau Bescheid wissen über die heimischen Produkte. Ob Kartoffeln, Getreide oder Rüben: Auf Schautafeln wird erklärt, welche Nährstoffe in den Feldfrüchten enthalten sind und was aus ihnen hergestellt wird: Die Pommes kommen aus der Unterwelt, und Gerste kann man auch trinken. Die Verwendung von Pflanzen für die Energiegewinnung ist ebenfalls ein Thema, wobei die Bedenken dagegen nicht ausgespart werden. Nach Absprache stehen die Landwirte auch für Führungen bereit.tb
Projekt 3: Heilpflanzen im Krankenhaus
Eine größere Ansammlung von Heilpflanzen wächst seit Kurzem im Garten des Krankenhauses. Schilder nennen nicht nur ihre Namen, sondern auch ihre Wirkungsweise. Eine Begleitbroschüre erklärt Wissenswertes über Geschichte und Nutzen sowie Inhaltsstoffe von Heilpflanzen. Stellvertretend werden drei allgemein bekannte, Beispiele angeführt. Da sind der wohlriechende Lavendel, der beruhigend wirkt und die Nerven stärkt, und der Sonnenhut mit seinen schönen Blüten, der Abwehrkräfte stärkt und gegen Grippe hilft. Aber da wird auch die Brennessel vorgestellt, mit der mancher schon unangenehme Bekanntschaft gemacht hat, mit der sich aber auch Tees gegen Rheuma und Gicht herstellen lassen.tb
Projekt 5: Verführung zu einer Landpartie
Ein Faltblatt mit einer Übersichtskarte und Detailplänen mehrerer Ortschaften soll nicht nur Einheimische zu einer „Lehrter Landpartie“ mit dem Fahrrad verleiten. Auf den Plänen finden sich Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen, Gaststätten und Fahrradläden. Ausgangspunkt für die Touren ist jeweils ein Bahnhof. Die Routen führen nicht nur durch die Landschaft, sondern auf ihnen kann man auch die Dörfer entdecken.tb
Projekt 6: Eine Zeitreise von der Eiszeit bis zur Gegenwart
Wer durch Lehrter Feld und Flur streift, kann sich nicht nur an der gegenwärtigen Natur erfreuen. Vielmehr wird ihm auf mehreren Stelltafeln mit Hinweisen auf Naturdenkmäler in der Umgebung die Entwicklung der Landschaft seit der Eiszeit erklärt.
Dabei erfährt der Spaziergänger unter anderem, dass die Burgdofer Aue vor etwa 270?000 Jahren als Grenzfluss der Saaleeiszeit entstanden ist. Ihm wird erläutert, dass es sich bei den Anhöhen, die er erblickt, um Endmoränen handelt, und dass sich schon in der Steinzeit vor etwa 12?000 Jahren Menschen hier aufhielten. Aus der jüngeren Vergangenheit wird berichtet, dass der urige Wuchs vieler Bäume aus der Schneitelung resultiert, mit der beispielsweise Hainbuchen zurückgeschnitten wurden, um Holz für unterschiedliche Zwecke zu gewinnen.tb
Projekt 4: Obstbäume auf der Wiese - NABU Projekt
Rund 170 Bäume – Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Quitten, Walnüsse – stehen auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark. Sie tragen nicht nur saftige Früchte, sondern bieten auch bis zu 5000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Spechte schaffen in den Stämmen eine Heimstatt für Höhlenbrüter und Fledermäuse; die Blüten ernähren Bienen und andere Insekten. Zudem dient die ohne künstlichen Dünger und Pflanzenschutzmittel bewirtschaftete Streuobstwiese dem Erhalt alter Obstsorten. tb
08. April 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Mit Leib und Seele dem Naturschutz dienen
Erhard Zander ist einer von vier Beauftragten im Osten der Region
ON STEFAN HEINZE
UETZE. Die Kürzung von 80 000 Euro Aufwandsentschädigung für die 24 Naturschutzbeauftragten der Region Hannover ist zwar vom Tisch. Doch was die Ehrenamtlichen für ihre Aufwandsentschädigungen alles tun, wissen nur wenige. Von Stefan Heinze Uetze. Im Erscheinungsgebiet des Anzeigers sind Günther Jatzkowski (Burgdorf), Erhard Zander (Uetze), Christian Helmreich (Lehrte) und Alfred Losse (Sehnde) die Ansprechpartner der Region in Sachen Naturschutz am jeweiligen Ort. Zander wurde schon vor 23 Jahren in sein Ehrenamt berufen und ist seither, so sagt der Hänigser selbst, „mit Leib und Seele dabei“. Seine Faszination an der Natur lässt ihn 40 bis 60 Stunden pro Monat in die Aufgabe investieren. Dafür erhält er kein Honorar, aber 267,65 Euro Aufwandsentschädigung pro Monat.
4000 Kilometer fährt Zander im Jahr, sei es, um die Amphibienbestände in den 120 Uetzer Gewässern zu kartieren oder um die Ausweisung und Überarbeitung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten wie dem Schilfbruch mit vorzubereiten.
Für die Bauleitplanung der Gemeinde nimmt der 66-Jährige zu Fragen des Arten- und Biotopschutzes Stellung. Bei den Ausgleichsmaßnahmen für den Bodenabbau in der alten Hänigser Sand- und Kiesgrube beispielsweise vertritt Zander sogar die Behörde am Ort.
„Unser großes Pfund ist die besondere Ortskenntnis“, sagt der Naturschützer. Er kennt aber nicht nur die Natur. Zander hält auch Kontakt zu Uetzer Politikern und vermittelt, wenn Interessen von Landwirten und der Naturschutzbehörde – zum Beispiel für die Errichtung von Windkraftanlagen – nicht übereinstimmen.
Um sein Anliegen bekannt zu machen, berichtet der Hänigser in Diavorträgen vom Natur- und Gewässerschutz sowie von Wespen, Hornissen, Knoblauch- und Kreuzkröten. Auch die Pressearbeit gehört zu seinen Aufgaben. Oft wird der Naturschutzbeauftragte zur Beratung im Umgang mit Wespen gerufen. Bei Arbeiten in Schutzgebieten beobachtet er die Einhaltung der Arten- und Biotopschutzbelange, greift aber auch selbst zu Spaten und Heckenschere. Zander ist zudem Berater für die Ortsgruppe des Naturschutzbundes und unterstützt die Gruppe in Einzelfällen. Ende 2010 läuft die Amtszeit Zanders aus. „Ich würde das gern weitermachen“, sagt der Naturschutzbeauftragte.
08. April 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Weiterer Schutz für Amphibien
Krötenzaun auch am Hohnhorstweg
Gloria Ilsemann-Schütz (links) und Karin Meisinger vom Nabu schauen jeden Morgen nach ihren Schützlingen am Krötenfangzaun am Hohnhorstweg. Günther
VON HENRIK JONAS GÜNTHER
LEHRTE. „Ich trage Lehrtes Kröten über die Straße“, sagt Karin Meisinger vom Naturschutzbund (Nabu) scherzhaft. Gemeint sind keine Geldscheine, sondern quakende Amphibien, die sich bei diesen Frühlingstemperaturen auf Wanderschaft begeben.
„Die Kröten zieht es zu ihren Laichgewässern zurück, da hält sie auch keine Straße auf“, erklärt Meisinger. Um die Tiere vor den Autos zu schützen, hat der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze vor vier Wochen erstmals in diesem Jahr einen Krötenfangzaun am Hohnhorstweg errichtet. Er verläuft parallel zum Stadtpark.
Diese Maßnahme scheint dringend notwendig zu sein: „Im Vorjahr haben wir an einem Tag bis zu 160 Krötenleichen auf der Straße gefunden“, sagt Meisinger. Gestern Morgen hatte die Nabu-Helferin mit ihrer Mitstreiterin Gloria Ilsemann-Schütz beide Hände voll zu tun: 84 Erdkröten waren nachts in die neun Eimer entlang des Krötenfangzaunes gehüpft.
Jenseits des Fangzaunes fanden die Helferinnen dennoch immerhin 40 überfahrene Tiere.
Mit den Frühlingstemperaturen kommen die Kröten in Bewegung: „Sie brauchen mindestens fünf Grad in der Nacht, um aktiv zu werden“, erklärt Meisinger. Also müssen die Nabu-Helferinnen – zu ihnen gehört auch Julia Sundmacher – jetzt mehr Zeit für ihre morgendlichen Streifzüge einplanen. „Bisher haben wir nur ein Dutzend Kröten gehabt. Das wird jetzt sicher mehr“, berichtet Meisinger. Die Kröten zwischen Hämelerwald und Arpke sind ebenfalls schon unterwegs. Zum Schutz der Tiere wird dort zu dieser Jahreszeit regelmäßig eine Straßensperrung eingerichtet. Laut Volker Kemmling vom städtischen Umweltamt ist die Verbindungsstraße Zum Hämeler Wald täglich von 19 bis 7 Uhr gesperrt. Da Kröten nur in der Dämmerung aktiv sind, könne die Straße tagsüber jedoch problemlos befahren werden, meint er.
31. März 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Graureiher nisten im Erlenbruchwald
Naturschutzbeauftragter führt Exkursion
Erhard Zander (großes Bild, vorn mit Hut) erläutert den Exkursionsteilnehmern am Moorweg die ökologische Bedeutung der Fuhseniederung. Am Kirchenweg (kleines Bild) macht er auf eine Aushöhlung in einem alten Obstbaum aufmerksam. Schiller (2)
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
DOLLBERGEN. Mehr als 30 Graureiherpaare nisten in einem Erlenbruchwald bei Dollbergen. Nach Angaben des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander handelt es sich um die größte Graureiherkolonie im Bereich Burgdorf/Uetze. Von Friedrich-Wilhelm Schiller Dollbergen. Zu der Kolonie hat Zander die rund 30 Teilnehmer einer Exkursion des Naturschutzbundes durch das Landschaftsschutzgebiet Fuhsetal geführt. Schon von Weitem war das Krächzen der großen grauen Vögel zu hören. Zander berichtete, dass die Graureiher in den siebziger Jahren gefährdet gewesen seien. „Seitdem stehen sie unter Schutz“, sagte Zander. Mittlerweile hätten sich die Bestände erholt.
Das Anwachsen der Dollberger Graureiherkolonie ist nach Zanders Einschätzung nicht der Grund dafür, dass seit 2004 keine Weißstörche mehr auf der Erlöserkirche brüten. Dafür müsse es andere Ursachen geben. Zwar sei der Graureiher ein Nahrungskonkurrent des Weißstorchs. Der Naturschutzbeauftragte wies aber darauf hin, dass in Hänigsen Störche brüteten, obwohl es in nicht allzu großer Entfernung gleich zwei Graureiherkolonien bei Dachtmissen und Wathlingen gebe.
Wegen des offenen Wiesenbereichs in der Fuhseniederung hält Zander nach wie vor Dollbergen für den besten Storchenstandort in der Gemeinde Uetze. Weil an der Fuhse viele Pferde gehalten würden, blieben das Grünland und damit der Lebensraum für Wiesenbrüter wie Kiebitz, Braunkehlchen und Wiesenpieper erhalten. Auf den Wiesen müsse auch der Storch genügend Nahrung finden, meinte Zander.
Am Kirchenweg machte der Naturschutzbeauftragte auf den alten Obstbaumbestand aufmerksam. In hochstämmigen Obstbäumen bildeten sich Baumhöhlen, in den Vögel brüten könnten, erläuterte er.
Zander führte die Gruppe auch zum ehemaligen Fuhsewehr, an dem früher das Wasser 60 Zentimeter herunterfiel. 2003 wurde das Wehr abgerissen und durch eine Steinschüttung ersetzt. Jetzt könnten Fische und andere Wassertiere an der Stelle flussaufwärts gelangen, meinte Zander.
11. März 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu wartet auf Ankunft des Storchenweibchens
Das Storchenmännchen hat sich bereits auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik niedergelassen. Korte
BURGDORF. Beim örtlichen Naturschutzbund (Nabu) herrscht gespannte Erwartung: Der Burgdorfer Storch ist zurück. Jetzt hofft man darauf, dass bald auch das Storchenweibchen eintrifft und nach 61 Jahren erstmals wieder eine Brut in der Kernstadt erfolgreich aufgezogen wird. Im Frühjahr 2007 hatte sich seit Langem wieder ein Storchenpaar auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik Peters an der Friederikenstraße niedergelassen. Zu einer erfolgreichen Brut war es aber ebensowenig wie im Folgejahr gekommen, als der Nabu das alte Storchennest vor dem Eintreffen der Vögel hergerichtet hatte. 2008 war das Gelege von einem dritten Storch attackiert worden, der die Eier aus dem Nest warf. Die zweite Brut war dann im trockenen Frühjahr verhungert. Burgdorfs Storchmännchen ist nach Worten von Reinhard Löhmer, Naturschutzbeauftragter für Weißstörche bei der Region, nach Immensen und Arpke erst der dritte Storch, dessen Ankunft aus dem Gebiet östlich von Hannover gemeldet wird.
nk
02. März 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschutzbund stellt erstmals Krötenzaun auf
Timo (von links), Kevin, Lennart, Florian und Henrik unterstützen die Nabu-Ortsgruppe beim Aufstellen des Krötenzauns. Heinze
UETZE. Die Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (Nabu) hat am Sonnabend erstmalig einen Krötenschutzzaun in der Gemeinde Uetze aufgestellt. Ein Anwohner des Schafstallweges hatte den Hinweis auf die jährliche Wanderung von Erdkröten und Grasfröschen zwischen einem Erlenbruchwald und einer Teichanlage gegeben. Beim Errichten des rund 150 Meter langen Zauns unterstützte die Jugendfeuerwehr Uetze den Nabu. Der Zaun wird bis in den Mai stehen bleiben, sagt Uetzes Naturschutzbeauftragter Erhard Zander. Ob die Begrenzung im nächsten Jahr wieder errichtet wird, hängt davon ab, wie viele Kröten und Frösche in den Eimern entlang des Zaunes gefangen werden. Die Behälter werden täglich in den frühen Morgenstunden geleert und die Tiere sicher über die Straße zum Ablaichen an den Teich gebracht. Nach ihrer Winterruhe laufen die Kröten und Frösche noch sehr langsam und könnten auf der Straße leicht überfahren werden.hz
01. März 2009 - Marktspiegel Burgdorf
Der Eisvogel wurde der Vogel des Jahres 2009
Der Eisvogel hat einen Kleinfisch gefangen. Im Aufflug aus dem Wasser erscheinen die Tropfen im Sonnenlicht wie funkelnde Diamanten. Fotos: Dirk Brinkmann
Die Naturschutzorganisationen BUND und NABU haben den Eisvogel zum Vogel des Jahres 2009 ernannt. Eisvögel sind besonders hübsche und bunte Vögel, ihre Lebensweise ist faszinierend und ihm in unserer Natur zu begegnen, bedeutet sicherlich für viele Menschen etwas ganz besonderes.
Eisvögel stellen jedoch auch hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie benötigen klare Gewässer mit Kleinfischen als Nahrung und unbewachsene Steilwände zur Anlage der Brutröhren. Diese bilden sich nur durch Böschungsabbrüche an Ufern, z.B. nach Hochwasser an naturbelassenen Fliessgewässern. Sobald das Steilufer durch Grasbewuchs befestigt wird, kann der Marder in die Röhre eindringen und die Jungen rauben.
Obwohl der Eisvogel selten ist und zu den bedrohten Arten gehört, ist er in unserem Raum wieder recht gut vertreten. In Burgdorf sind es drei bis vier Brutpaare. Uetze hat wesentlich mehr Klein- und Fliessgewässer, sodass wir hier mit etwa acht Brutpaaren rechnen. Die Reviere sind relativ groß, bei der Nahrungssuche für die Jungfische werden schon Strecken von bis zu 10 km zurückgelegt.
Dabei haben Eisvögel ein sehr ausgeprägtes Revierverhalten. Sie dulden keine Artgenossen in ihrem Revier. Bei der Balz spielt die zeitlich begrenzte Überwindung dieses Verhaltens eine gravierende Rolle. Das Männchen hat vorher mehre bis zu 90 cm Brutröhren angelegt, wenn eine dieser Röhren den Ansprüchen des Weibchens genügt, kommt es im April zur ersten Brut, die bis zu sieben Junge hervorbringen kann.
Sobald die Jungen geschlüpft sind, übernimmt meist das Männchen die Fütterung allein, während das Weibchen bereits in einer weiteren Höhle ein zweites Gelege anlegt. Es kann im Jahr bis zu 3 Bruten, sogenannten Schachtelbruten, kommen.
Eisvögel haben also eine sehr hohe Reproduktionsrate. Leider bringt ihre Art zu leben, bzw. zu jagen auch eine sehr hohe Todesrate mit sich. Jungvögel müssen lernen, stoßtauchend Fische zu jagen, dabei ertrinken viele. Das schillernde Federkleid macht sie darüber hinaus zur häufigen Beute von schnellen Greifen wie dem Sperber.
Eisvögel sind Teilzieher, d.h. es ziehen nur einige in den sonnigen Süden. Die zunehmend milden Winter verleiten immer mehr, gar nicht erst weg zu ziehen. Sie sind dann auf offene Wasserstellen mit genügend vielen kleinen Fischen angewiesen. Strenge Winter bringen oft hohe Todesraten mit sich, die in der Regel erst nach 5 - 7 Jahren wieder ausgeglichen werden können.
Der NABU , Ortsgruppe Burgdorf, Uetze u. Umgebeung e.V. versucht seit Jahren die Kanalisierung unserer Fliessgewässer zu beenden bzw. rückgängig zu machen und Wasserabstürze durch Sohlgleiten, das sind spezielle Kiesschüttungen, zu ersetzen. Dadurch haben Fische auch die Möglichkeit in die Quellbereiche aufzusteigen, sich im strukturreichen Bodengrund aufzuhalten und sich zu vermehren. Durch den höheren Sauerstoffgehalt können außerdem deutlich mehr Kleinlebewesen im Wasser leben, was zu einer deutlich größeren Artenvielfalt führt. Die Burgdorfer Aue wurde bereits weitgehend renaturiert. Momentan versuchen wir gemeinsam mit dem Stadtmarketingverein Burgdorf und der Stadt Burgdorf die Renaturierung des Möschgrabens im Stadtpark Burgdorf zu erreichen.
Sie sind die buntesten Vertreter in unserer Vogelwelt und muten geradezu exotisch an, man denkt unwillkürlich and Kolibris, wenn man sie fliegen sieht, so schnell sind die Flügelschläge. Nur selten sitzen sie ruhig wie dieses Paar.
24. Februar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Gärtner warten schon sehnsüchtig auf den Frühling
Nabu-Mitglied Sessner rät zur Geduld - Nistkästen jetzt vorbereiten
Hans-Jürgen Sessner schneidet altes Holz aus einem mehr als 30 Jahre alten Apfelbaum. Auch der Nistkasten im Garten (kleines Bild) sollte nach Auskunft des Nabu-Mitglieds bis spätestens Mitte März gereinigt und aufgehängt sein. Heine (2)
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. Während der Februar vergangenes Jahr mild und trocken war, hält sich in diesem Jahr hartnäckig der feuchte Winter. Sehr zum Leidwesen der Gärtner, die mit Harke und Spaten schon auf ihren Einsatz warten stehen. Nabu-Mitglied Hans-Jürgen Sessner warnt davor, zu früh den Boden aufzureißen.
Frühlingsanfang ist offiziell am Freitag, 20. März. Doch vor diesem Termin sollten im Garten schon einige Arbeiten erledigt werden, rät Sessner. Dazu gehört der Baumschnitt, für den nur noch bis Mitte März Zeit ist, weil die Vögel demnächst anfangen, ihre Nester zu bauen. Darum ist es sinnvoll, nun auch die letzten Nistkästen zu reinigen und aufzuhängen.
„Der Strauchschnitt kann im Garten bleiben. Damit es im Sommer summt und brummt, gehört Geäst auf die Beete und ein Reisighaufen, in dem sich Insekten und Vögel wohlfühlen, in eine ruhige Ecke“, sagt Sessner, der sich demnächst verstärkt um die Jugendarbeit im Nabu kümmern will.
Beim Baumschnitt sei bei der Formgebung darauf zu achten, dass sich das Astwerk nach oben verjüngt, sagt der Naturfreund. Um zu vermeiden, dass ein sogenannter Besenbusch mit vielen Trieben wächst, empfiehlt es sich, stets an einer Gabel zu schneiden.
Nach dem Frost können die Gärtner das Laub entfernen und neue, möglichst einheimische Stauden wie Arnika, Nachtviole und Schlüsselblumen pflanzen, sagt Sessner.
Wenn es wärmer wird, erwachen die Amphibien aus dem Winterschlaf. „Die Kröten warten schon. Bei fünf bis plus sechs Grad machen sie sich auf die Wanderung zu ihren Laichplätzen“, sagt Sessner. Dann baut der Nabu wieder Krötenzäune auf und befördert die Tiere über stark befahrene Straßen.
In den Osterferien, am Sonnabend, 11. April, bietet Sessner von 11 bis 13 Uhr eine Naturführung für Kinder durch den Stadtpark an. Treffpunkt ist der Spittaplatz.
16. Februar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Unterricht auf der Obstwiese
Baumschnittkursus im Hohnhorstpark
Baumschnittkursus auf der verschnieten Streuobstwiese: Dieter Schmidt aus Lehrte kappt die Äste an einem Apfelbaum. Detlef Kelm vom Nabu hält die Leiter fest, während Gartenberater Andreas Holm (links, vorn) Tipps für eine fachgerechte Baumpflege gibt. Eggers
LEHRTE. Die Streuobstwiese im Hohnhorstpark wächst und gedeiht: Die 170 Obstbäume, die Naturschutzbund (Nabu) und Stadtmarketing im Jahr 2008 auf einer Fläche in der Größe von zwei Fußballfeldern gepflanzt haben, entwickeln sich prächtig. Mittlerweile benötigen sie ihren ersten Frühjahrsschnitt. Worauf es dabei ankommt, erfuhren rund 30 Gartenfreunde bei einem Obstbaumschnittkursus am Sonnabend.
Am Beispiel eines Apfelbaums auf der Streuobstwiese erläuterte Gartenberater Andreas Holm aus Braunschweig, welche Äste gekürzt oder abgeschnitten werden und wann der richtige Zeitpunkt für diese Pflegearbeit ist. „Bei Temperaturen unter minus fünf Grad sollte nichts geschnitten werden, da das Holz dann brüchig ist und schlecht verheilt“, sagte Holm. Für Obstbäume sei die frostfreie Zeit des Winters der beste Zeitpunkt für den Schnitt.
Die Seminarteilnehmer nahmen die Tipps des Experten gern an. „Ich habe einen 100 Jahre alten Apfelbaum mit vielen Wassertrieben in meinem Garten. Hier habe ich erfahren, wie ich diese schneiden muss“, sagte Bodo Schünzel aus Ahlten. Nach der Theorie durften die Teilnehmer ihre Kenntnisse in die Praxis umsetzen. Für den sogenannten Erziehungsschnitt schnitten sie die einjährigen Mitteltriebe an der Stammverlängerung und die Verlängerungen der Leitäste zurück, die dem Baum eine ideale Krone formen.
Die nächste Aktion auf der Streuobstwiese steht im März an. Dann werden die Bäume mit Pferdemist gedüngt. Eine Schautafel mit Texten und Fotos wollen Nabu und Stadtmarketing im April aufstellen.eg
13. Februar 2009 - Marktspiegel Burgdorf
„Gefiederte Freunde“ haben jetzt eine „Hausnummer“
NABU reinigte und nummerierte Nistkästen im Stadtpark
NABU-Mitglieder säuberten im Burgdorfer Stadtpark rund 30 Nistkästen. An der Art des Nestbaus sind ihre Bewohner zu erkennen. Hier waren es vermutlich Blaumeisen. Foto: Georg Bosse
BURGDORF (gb). Jetzt hat das Blaumeisenpärchen im Burgdorfer Stadtpark, das in einem NABU-Baumnistkasten hinter der so genannten „Landratsvilla” schützenden Unterschlupf gefunden hat, wieder ein sauberes Zuhause und dazu eine „Hausnummer”. Denn am vergangenen, feuttrüben Damstagmorgen haben Mitglieder des Naturschutzbundes Deutschland, NABU Burgdorf, Uetze und Umgebung, eine Nistkastensäuberung im Stadtpark durchgeführt.
Seit vergangenem Jahr hat der NABU die Pflege der Nistkästen von den Stadtgärtnern übernommen. Es sind rund 30 Vogelbehausungen, die der Naturschutzbund der Stadt Burgdorf gestiftet hat und die es nun zu reinigen, zu nummerieren und zu dokumentieren galt.
„Eigentlich hatten wir gehofft, bei einigen Kindern und Jugendlichen Interesse geweckt zu haben und sie bei dieser Gelegenheit über den unterschiedlichen Nestbau heimischer Vogelarten anschaulich informieren zu können”, war Hans-Jürgen Sessner die Enttäuschung darüber anzumerken, dass wirklich keiner am Treffpunkt „Finanzamt-Parkplatz” erschienen war. So blieben die NABU-Aktivisten Dieter Kleinschmidt, Christian Köppen, Detlef Schanklies, Hans-Jürgen Sessner, Harald Beckmann (Misburg), Friedhelm Müller (Hänigsen) und Ernst Schmidt unter sich.
Mit allerlei Gerätschaften „bewaffnet” machten sie sich auf den Weg und begannen mit ihrer Aktion bei der luftigen Blaumeisen-Behausung, die jetzt die „Hausnummer” 1 trägt.
Die NABU-Aktion „Nistkastenbau in Kindergärten” ist auch in diesem Jahr in vollem Gange. Ende Februar ist Ernst Schmidt zu Gast in Schillerslage und am Montag, 2. März, kommt Hans-Jürgen Sessner nach Sorgensen. Als nächste Veranstaltung steht beim NABU, Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung ein Baumschnittkurs auf einer Streuobstwiese auf dem Programm.
Obstbäume müssen jedes Jahr beschnitten werden. Die Form der Bäume und der Ertrag sollten stimmen. Welche Äste müssen bleiben - welche müssen entfernt werden? Der praktische Obstbaumschnitt wird von Hans-Jürgen Sassner vorgeführt und erläutert. Danachwird gegrillt. Termin ist der heutige Samstag, 14. Februar, um 9.00 Uhr auf dem Schützenplatz Burgdorf. Gäste sind herzlich willkommen.
29. Januar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Mit Infrarotkameras wird Brutpflege der Vögel studiert
Schüler unterstützen Naturschutzbund beim Bau von Nistkästen
Wilfried Leunig (von links) assistiert Maria, Jasmin und Joanna aus der Klasse 6a beim Nistkastenbau. Heinze
BURGDORF. Der Fachbereich Werk- und Biologieunterricht der Grund- und Hauptschule (GHS) I sowie die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) ziehen derzeit an einem Strang. Die Naturschützer haben die Schule an der Hannoverschen Neustadt mit rund 20 Bausätzen für Nistkästen ausgestattet. Sechstklässler montieren die Hölzer bei ihrem Fachlehrer Wilfried Leunig im Werkunterricht. Wenn die Vogelbehausungen wetterfest geölt und mit Dachpappe vor eindringendem Wasser geschützt sind, sollen sie an den Bäumen Am Wall aufgehängt werden. Das Besondere: Der Nabu wird einige der Kästen von oben aufbohren und mit Infrarotkameras einen Blick in das Innere gestatten.
Dank eines Senders können die Schüler dann im Biologieunterricht die Brutpflege der Vögel studieren. Vögel sind ein Jahresthema des sechsten Schuljahres. Nach der Vogelaufzucht werden Freiwillige des Nabu die Kästen zusammen mit Schülern der GHS I reinigen. hz
28. Januar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Im Kasten sind die Eier vor dem Marder sicher
Nabu hängt 102 Eulenkisten auf und wechselt brüchige Holzkisten
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
OBERSHAGEN. Dieter Kleinschmidt von der Naturschutzbund-Ortsgruppe Burgdorf und Uetze (Nabu) schraubt in einer Scheune auf dem Milchhof Osterwiese einen Eulenkasten ab. Seit 1982 hängt dieser an der Innenseite der Scheunenwand. Dann kracht die Holzkiste aus etwa vier Metern Höhe auf den Boden. Anschließend hängen Kleinschmidt, der Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und Landwirt Dirk Sander einen neuen Eulenkasten an der Stelle auf.
Die alte Holzkiste sei morsch geworden und müsse daher ausgewechselt werden, sagt Zander. Nach dem kalten schneereichen Winter 1978/79 hatte er zusammen mit dem Nabu damit begonnen, Eulenkästen aufzuhängen, um die Brutbedingungen für Schleiereulen zu verbessern. Den kalten Winter hatte damals nur ein Schleiereulenpärchen in der Gemeinde Uetze überlebt. „Inzwischen haben wir 102 Eulenkästen im Bereich der Gemeinde Uetze, der Stadt Burgdorf und der Stadt Lehrte hängen“, berichtet Zander. Davon müssten in diesem Winter zehn ausgewechselt werden.
In den Eulenkästen seien die Eier und der Nachwuchs der Schleiereulen vor dem Marder sicher, sagt Zander. Das sei nicht der Fall, wenn die Schleiereulenweibchen irgendwo im Gebälk oder Stroh ihre Eier legen.
Auf dem Milchhof Osterwiese sind die Schleiereulen willkommene Gäste. „Sie stören keinen“, sagt Sander. Als Landwirt sei er froh darüber, dass die Greifvögel Mäuse fangen. Kürzlich habe er während des strengen Frostes sogar eine im Stall jagen sehen. Hauptsächlich suchten die Eulen ihre Nahrung aber im Freien, berichtet Sander. Zu 97 Prozent ernähren sich die Schleiereulen von Mäusen.
23. Januar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Schleiereulen speien Knochen und Mäusefell aus
Naturschützer reinigen die Nistkästen
Dieter Kleinschmidt muss auf eine Leiter steigen, um das Gewölle aus dem Eulenkasten entfernen zu können. Schiller (2)
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
HÄNIGSEN. Auf dem Heuboden des Hofes Pahlmann in Hänigsen steigt Naturschutzbund-Mitglied Dieter Kleinschmidt auf eine Leiter. Oben angelangt, klopft er an den Eulenkasten, der an der Giebelwand hängt. Mit dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander ist er in diesen Tagen unterwegs, um Eulenkästen zu säubern.
Gegen den Kasten pocht Kleinschmidt, damit die Schleiereule durch das Ein- und Ausflugloch davonfliegt, falls sie sich in ihrem Domizil aufhält. „Sonst würde sie sich beim Öffnen zu sehr erschrecken“, erklärt Zander.
Alle drei Jahre müssten die Domizile der Schleiereulen gereinigt werden, weil sich sonst zu viel Gewölle ansammle, sagt der Naturschutzbeauftragte. Unter Gewölle versteht man die unverdauliche Nahrung, die Greifvögel zweimal am Tag ausspeien. Es besteht überwiegend aus Knochenteilen und Mäusefell.
Im Zusammenarbeit mit der Naturschutzbund-Gruppe Burgdorf und Uetze hatte Zander im Dezember 1979 auf dem Hof Pahlmann den ersten von mittlerweile 102 Eulenkästen im Raum Uetze/Burgdorf/Lehrte aufgehängt. Denn in dem kalten und schneereichen Winter 1978/79 habe weit und breit nur auf dem Pahlmannschen Boden ein Schleiereulenpärchen überlebt, erinnert sich Zander. Unter der einen Meter hohen Schneedecke hätten die Raubvögel damals keine Mäuse mehr gefunden. Zu 97 Prozent ernährt sich diese Eulenart von Mäusen. Laut Zander bedeuten sieben Tage ohne Nahrung den Tod für diese Greifvögel. „Schleiereulen haben keine Fettreserven“, sagt Zander.
Auf dem Boden des Hofes Pahlmann habe das Pärchen nur überlebt, weil sich dort ein Taubenschlag befunden habe, sagt der Hänigser. Wurden die Tauben gefüttert, seien die Mäuse aus ihren Verstecken gekommen. Das hätten die Eulen ausgenutzt.
Laut Zander hat sich der Schleiereulenbestand inzwischen im Raum Uetze wieder erholt – auch dank der aufgehängten Kästen.
14. Januar 2009 - Marktspiegel Burgdorf
NABU startet mit neuer Jugendgruppe
Interesse an der Natur soll spielerisch geweckt werden
Bei herrlichem Winterwetter begrüßten der 1. Vorsitzende Dirk Brinkmann und die Erzieherin Kerstin Ohl aus Hänigsen die Jugendgruppen-Teilnehmer Merle (Uetze) sowie Tim Lucian und Jan (Burgdorf; von links) mit deren Eltern im Burgdorfer Holz.
BURGDORF/UETZE/LEHRTE (jk). Die NABUGruppe für den Raum Burgdorf, Lehrte und Uetze intensiviert erneut die Jugendarbeit. Am vergangenen Samstag wurde der Startschuss für die neue Jugendgruppe für Jugendliche von 11 bis 13 Jahren gegeben.
Durch die Mitgliedschaft soll das Interesse an der Natur spielerisch geweckt werden, aber auch die aktive Naturschutzarbeit, wie die Säuberung und Kontrolle von Nistkästen, das Aufstellen von Krötenschutzzäunen und vieles mehr, sind geplant. Die Treffen finden ab sofort monatlich, immer am 2. Samstag des Monats von 11 bis 13 Uhr statt.
Nach Gründung der Kindergruppe für 8- bis 10- Jährige im Mai 2008 unter der Leitung von Elisabeth Niklas ist dies nun schon die zweite Gruppe, die der NABU innerhalb kurzer Zeit ins Leben gerufen hat.
Die neue Jugendgruppe hat momentan erst wenige Mitglieder, während in der Kindergruppe 25 angemeldet sind. In Kürze ist jedoch die Neuaufteilung der Gruppen geplant, dann können endlich auch Kinder, die jetzt noch auf der Warteliste der Kindergruppe stehen, teilnehmen.
Neuanmeldungen für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren aus dem Raum Burgdorf, Lehrte und Uetze sind jederzeit bei Dirk Brinkmann unter Tel. 05147/92288 möglich.
12. Januar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die neue Jugendgruppe erkundet den Beerbusch
Der Naturschutzbund Burgdorf und Uetze hat noch Plätze frei
Merle (rechts) misst unter Anleitung von Kerstin Ohl den Stammumfang einer Birke. Jan (links) und Tim schauen zu. Schiller
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
BURGDORF/UETZE. Die Naturschutzbund-Ortsgruppe Burgdorf und Uetze (Nabu) hat jetzt eine Jugendgruppe. Diese hat sich am Sonnabend das erste Mal unter der Leitung der Erzieherin Kerstin Ohl im Beerbusch getroffen.
„Ich arbeite gern mit Kindern, bin gern in der Natur und möchte mein Wissen über Pflanzen und Tiere weitergeben“, erläuterte Ohl, weshalb sie die Leitung übernommen hat.
Die Jugendgruppe zählt bislang allerdings nur drei Mitglieder. Der elfjährige Jan hat sich angemeldet, weil er sich gern im Freien aufhält. „Immer nur drinnen zu sitzen, ist doch langweilig“, pflichtete ihm die gleichaltrige Merle bei. „Ich interessiere mich für die Natur, vor allem für Tiere“, sagte der ebenfalls elf Jahre alte Tim. Mehr über Tiere wollen auch Merle und Jan beim Nabu erfahren.
Doch beim ersten Treffen ging es um das Thema Bäume. Jedes Jugendgruppenmitglied suchte sich im Wald einen Baum aus, den dann die Kinder mit Ohl vermaßen. Zum Beispiel hatte sich Merle für eine etwa 15 Meter hohe Birke am Ufer der Beerbusch-Teiche entschieden. In etwa einem Meter Höhe ermittelte sie einen Stammumfang von 66 Zentimetern. Mit den Kindern will Ohl die ausgewählten Bäume im Laufe des Jahres beobachten und die Veränderungen mit Fotos dokumentieren.
Die Jugendgruppe ist für Elf- bis 13-Jährige gedacht. Weil sie den Beerbusch erkunden wird, triff sie sich an jedem zweiten Sonnabend im Monat um 11 Uhr auf dem Waldparkplatz an der Kreisstraße 125 (Schwüblingsen-Hänigsen). Wer mehr über die Nabu-Jugendgruppe erfahren oder seinen Sohn oder seine Tochter anmelden will, kann sich an den Vereinsvorsitzenden Dirk Brinkmann, Telefon (05147) 92288, wenden.
02. Januar 2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Stadtbäche kritisch betrachtet
Neujahrsspaziergang des Naturschutzbunds
Der Neujahrsspaziergang mit Bernd Suszka (linksvorn) führt an den Möschgraben, der in einem kleinen Bereich revitalisiert werden soll. Heine
Beim Neujahrsspaziergang mit dem Nabu geht es nicht nur darum Sauerstoff zu tanken. Bernd Suszka, der seit zwölf Jahren die Führung übernimmt, hat stets neue Informationen über die Natur parat.
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. 20 Naturfreunde haben sich gestern Morgen getroffen, um sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Thema der Wanderung war die Aue. Der Weg führte zunächst zur kleinen Brücke an der Mühlenstraße. „Es wäre schön, wenn das neue Themenjahr Stadt, Land, Fluss zu städtebaulichen Veränderungen führt, die die Aue wieder erlebbar machen“, sagte Suszka bei einem kurzen Stopp am Fluss. Es wäre schade, wenn die geplanten Veranstaltungen in der Landschaft und am Fluss nur einmaligen Eventcharakter hätten, ergänzte er. Die kleine Gruppe, der die Informationen zu einem wacheren Blick auf ihre Umgebung verhalfen, ging weiter in den Stadtpark zum Möschgraben in der Nähe des Rodelbergs.
Der kleine Bach, der aus dem Feuchtgebiet Heeßeler Tannen kommt, fließt in einer Betonsohlschale. „Der Möschgraben ist tot“, sagte Suszka. Der Nabu habe eine Initiative gestartet, um ihn zu revitalisieren. 3000 Euro sind dafür im Stadtetat 2009 vorgesehen. An der Möschgrabenmündung können Spaziergänger zurzeit Eisvögel beobachten. Der Eisvogel ist der Vogel des Jahres 2009, weil er und sein Lebensraum bedroht sind. Der Spaziergang führte am Abenteuerspielplatz im Stadtpark vorbei zum Hainholzbach, der als Wasserabschlag für die Stadtparkteiche und die Naturteiche in der Aueniederung dient. Der Nabu setze sich dafür ein, dass die Durchgängigkeit des Bachlaufs für Kleinstlebewesen wieder hergestellt wird. „Durch den Einbau einer Sohlgleite könnten Fliegen- und Mückenlarven sowie Libellen das Gewässer besser passieren“, sagte Suszka.
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