Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel Pressespiegel 2008
09. Dezember 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Jugendgruppe wird aufgebaut
BURGDORF. Die neue Jugendgruppe der Naturschutzbund-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung (Nabu) will sich ab Januar regelmäßig jeden zweiten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr treffen. Dafür können sich noch elf bis 13 Jahre alte Jungen und Mädchen aus Burgdorf, Uetze und Lehrte anmelden. Der Treffpunkt steht nach Auskunft des Nabu-Pressewarts Manfred Tschäke noch nicht fest. Auf Wunsch der Kinder kann gegebenenfalls der Termin noch verschoben werden. Die Pädagogin Kerstin Ohl wird die Gruppe leiten. Sie will die Jungen und Mädchen für die Schönheiten der Natur begeistern und ihnen Pflanzen und Tiere näherbringen. Der Vorsitzende der Nabu-Gruppe, Dirk Brinkmann, nimmt die Anmeldungen unter der Telefonnummer (05147) 92288 entgegen und erteilt weitere Auskünfte. fs
28. November 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Eisvogel ist eine echte Besonderheit
Der Eisvogel, das auch Schillervogel genannte Tier, ist in den vergangenen Wochen gleich an mehreren Gartenteichen in Sorgensen gesehen worden. Reinhard Lodzig drückte auf den Auslöser seiner Kamera. Von Stefan Heinze Sorgensen. Der Eisvogel ist im Raum Burgdorf und Uetze eine echte Rarität. Umso bedeutsamer ist es, dass er in den vergangenen Wochen gleich an mehreren Sorgenser Gartenteichen zu Gast war. Der Naturfotograf Reinhard Lodzig und dessen Frau Dagmar Growe-Lodzig beispielsweise konnten dem Tier mit dem schillernden, stahlblauen Rücken und dem rostfarbenen Bauchgefieder beim Beutefang zuschauen. Sie vermuten, dass es sich um ein Jungtier auf Reviersuche handelt. Von den seltenen Vögeln „gibt es im Raum Burgdorf höchstens drei bis vier Brutpaare“, sagt Erhard Zander von der Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (Nabu). Weil es im Bereich Uetze mehr Gewässer gibt, sollen es dort, sagt Zander, acht Brutpaare sein.
Um seinen Nachwuchs vor Nesträubern zu schützen, brütet der Eisvogel in Nestern am Ende von bis zu 90 Zentimeter langen Röhren. Die baut er in Steilhängen von Gewässern mit reichem Angebot von kleinen Fischen. Weil die Burgdorfer Aue diese Hänge nicht bietet und weil die Stadt weniger Gewässer als Uetze hat, ist der Vogel in Burgdorf noch seltener. Der sogenannte Schillervogel frisst auch Insektenlarven, laut Lodzig zudem kleine Frösche, Kaulquappen und Molche. Die sucht er sich in sauberem Wasser. Der Eisvogel ist damit ein Indikator für hohe Wasserqualität. Der Nabu hat ihn deshalb nach dem Jahr 1973 für 2009 erneut zum „Vogel des Jahres“ gekürt. „Die damaligen Forderungen haben nicht an Aktualität verloren: Sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen sind in Deutschland immer noch Mangelware“, heißt es beim Nabu.
27. November 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder bauen Nisthilfen für Vögel
Naturschutzbund stiftet Kindergärten der Gemeinde 50 Bausätze
Aktion im Kindergarten: Lina schraubt einen Nistkasten zusammen und der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander, Hendrik und Leon (vorn rechts) schauen ihr dabei zu. Schiller
ELTZE. Fleißig geschraubt haben gestern die fünf- und sechsjährigen Jungen und Mädchen aus dem Eltzer Kindergarten. Mit dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt, Vorstandsmitglied der Naturschutzbund- Ortsgruppe Burgdorf und Uetze, haben die Kinder Nistkästen gebaut. Die fertigen Einzelteile hatten die beiden Naturschützer mitgebracht. Insgesamt stiftet der Naturschutzbund den Kindergärten der Gemeinde Uetze 50 Bausätze.
Bevor die Eltzer Kinder zum Schraubendreher greifen durften, hatte Zander ihnen verschiedene Vogelnester gezeigt. Außerdem erläuterte er ihnen, dass Kohl- und Blaumeisen, Trauerschnäpper, Kleiber und Feldsperlinge gern in den Holzkästen nisten. Nachdem die Nisthilfen zusammengeschraubt waren, hängten Zander und Kleinschmidt diese an Bäumen auf dem Gelände der Kindertagesstätte auf.
Nach Auskunft der Kindergarten-Leiterin Sabine Sachert schließt sich ein Projekt Naturerfahrung an. Die Kinder würden dann unter anderem erfahren, wie Vögel leben und Tiere überwintern. fs
16. Oktober 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Jugend die Natur zeigen
BURGDORF. Im Mai hatte der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf eine Kindergruppe für Acht- bis Zehnjährige gegründet – jetzt will er eine Jugendgruppe aufbauen. „Wir haben lange versucht, Jugendgruppen zu gründen, doch es fehlte schlicht und einfach an den Jugendleitern“, sagt Vorsitzender Dirk Brinkmann. Nun habe sich Kerstin Ohl, eine erfahrene Pädagogin, für diese Aufgabe bereit erklärt.
„Wir wollen die Kinder spielerisch motivieren, sich in der freien Natur zu bewegen“, sagt Brinkmann. Denn eine Erkundungstour im Wald oder hoch hinaus in eine Baumkrone zu klettern sei für viele Kinder ein besonderes Abenteuer, das aber in heutigen Zeiten eher selten sei. Die Tendenz, dass eher gut situierte Eltern darauf achteten, die Kinder vom Fernseher fernzuhalten, sei nicht zu leugnen.
An der finanziellen Belastung scheine es aber nicht zu liegen. „Kinder aus unserem Rudi Rotbein Club zahlen nur 18 Euro im Jahr“, verdeutlicht Brinkmann. Darin sei auch eine Haftpflichtversicherung enthalten. Weitere Informationen gibt es bei Dirk Brinkmann unter Telefon (05147) 92288. Der Nabu-Vorsitzende nimmt auch Anmeldungen für die neue Gruppe entgegen. sah
08. September 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Tausende Besucher strömen zum Hoffest bei Bauer Stolze
Die landesweiten Aktionstage "Der Natur zuliebe" beginnen
Ilse Platte erklärt Kilian (links) und Jacqueline das Handweben. Vater Jürgen Böhnke lacht über den Vergleich des Webens mit der Mathematik. Szameitat
VON SABINE SZAMEITAT
SCHWÜBLINGSEN. Einen Tag lang brummte es im Dorf - und das lag nicht an den Wildbienen und Schwebfliegen, für die Dieter Kleinschmidt vom Naturschutzbund Burgdorf-Uetze (Nabu) zusammen mit Kindern ein Insektenhotel baute, sondern an den vielen Besuchern des Hoffestes bei Bauer Stolze, die zeitweise den Verkehr lahmlegten. „Drei- oder viertausend Menschen sind schon am Vormittag gekommen“, schätzte Andreas Falkhof vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN).
Das achte Fest auf dem Bioland-Betrieb war diesmal Auftakt zu landesweiten Aktionstagen unter dem Motto „Der Natur zuliebe“. Sie werden von den Öko-Anbauverbänden in Niedersachsen - Bioland, Naturland und Demeter - zusammen mit Verbraucherorganisationen veranstaltet.
„Die Zahl der Öko-Erzeuger in Niedersachsen ist auf rund 1250 gestiegen“, sagte Stefan Dreesmann vom Landwirtschaftsministerium.
Wie das in der Praxis aussieht, davon konnten sich die Festgäste bei einer Feld- und Stallbesichtigung mit dem Planwagen überzeugen. „Bei der Kartoffellagerung kommen wir mit umweltfreundlicher Frischluftkühlung aus“, erklärte Michael Stolze, Senior des Betriebs. Auf artgerechte Tierhaltung wird besonderer Wert gelegt: „Unsere derzeit 60 Charolais-Rinder bekommen nur frisches Gras und Getreideschrot und stehen im Stall auf Stroh.“
22. August 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Im Bunker leben Fledermäuse
Der Zuckerhut auf dem verwaisten Rangiergelände steht unter Denkmalschutz.
Mehr als 20 Meter hoch und mit bis zu 1,9 Meter dicken Mauern: Der Luftschutzbunker auf dem Richtersdorfgelände. Luhm(2)
Mancher Lehrter nennt ihn gern etwas respektlos Zuckerhut oder Betonzigarre. Doch er ist ein Denkmal besonderer Art und auch ein Mahnmal, das an Kriegszeiten erinnert – der unter Denkmalschutz stehende Spitzbunker auf dem Lehrter Bahngelände Richtersdorf.
LEHRTE. Erbaut wurde der markante Betonklotz auf dem Gelände des Bahn-Betriebswerkes Anfang der vierziger Jahre, um Eisenbahnern bei einem Luftangriff schnellstmöglich Schutz zu bieten. Heute ist der Zuckerhut ein begehrtes Winterquartier für Fledermäuse aller Art. Und ganz gleich, aus welcher Richtung man das Richtersdorfgelände passiert, der insgesamt 22,34 Meter hohe Betonklotz mit einem Durchmesser von 17,60 Metern und einer sich nach oben hin verjüngenden Mauerdicke von 1,90 Metern ist nicht zu übersehen.
In Kriegszeiten fanden vom Keller über das Erdgeschoß und spiralenförmig hinauf in drei weiteren Etagen bis zu 400 Menschen Schutz. Nach Kriegsende stand der Bunker jahrelang leer, wurde als Gerümpelkammer benutzt und schließlich im Jahr 2002 dem Naturschutzbund kostenlos überlassen. Der hatte schon damals darum gebeten in dem Betonklotz ein Quartier für Fledermäuse einzurichten.
Der 57-jährige Bernd Rose war damals hellauf begeistert von dieser Idee. Mithilfe von Gleichgesinnten säuberte er den Turm, verstopfte große Luftschächte, damit keine Tauben sich in ihm niederlassen konnten, und deponierte unter der Kuppel Porotonsteine. Für gutes, kühles Klima im Inneren sorgen die dicken Betonwände und feine Risse in der Kuppel, durch die Feuchtigkeit eindringen kann.
Inzwischen ist der Turm inmitten des verwaisten Rangiergeländes ein Symbol für den Naturschutz geworden. Zweimal im Winter und einmal im Sommer kontrollieren Bernd Rose und seine Mitarbeiter die gute Stube der Fledermäuse, die durch eine dicke Stahltür gesichert ist. In vergangenen Jahren waren es vor allem Braune Langohren, die sich in der Turmspitze niedergelassen hatten, aber auch Breiflügelfledermäuse wurden dort gesichtet. Das ideale Winterquartier für die fliegenden Nachtjäger ist übrigens das 26. im Bereich der Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung,
Erst vor kurzer Zeit hat Rose wieder einmal einen Blick in die Schlafstube „seiner Fledermäuse“ im Lehrter Zuckerhut geworfen. Er war sehr zufrieden, obwohl er zur Sommerzeit dort weder Fledermäuse noch andere Tiere zu Gesicht bekam.
22. August 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Hornissen werden geduldet
NABU baut einen Schutzkasten
Ernst Schmidt vom Nabu kontrolliert den Schutzkasten über dem Hauseingang. Ihr Nest müssen die Hornissen jetzt von der Seite her anfliegen. Eggers
VON KATJA EGGERS
BURGDORF. Nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub hat eine Familie aus der Weststadt ein riesiges Hornissennest vorgefunden – genau über dem Hauseingang. Die Insekten nisten gut versteckt in einem Hohlraum des Holzvordachs. Wie groß das Nest tatsächlich ist, kann Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf daher nur vermuten. „An die 25 Zentimeter Durchmesser wird es haben und rund 500 Tiere beheimaten.“ Damit die Insekten nicht mehr direkt über der Haustür herumfliegen, hat der Wespen- und Hornissenbeauftragte die Flugbahn der Tiere umgelenkt und einen Schutzkasten mit seitlichem Eingang angebracht. Die Verkleidung bleibt bis zum Herbst am Haus. „Das Hornissenvolk stirbt mit dem ersten Frost“, sagt Schmidt. Nur die Königin überlebt und überwintert. Im Frühjahr baut sie mit neuen Arbeiterinnen ein Nest an einem anderen Ort. Früher habe die Feuerwehr Hornissen- und Wespennester „mit der chemischen Keule“ beseitigt, sagt Schmidt. Weil die Tiere vom Aussterben bedroht sind und unter Naturschutz stehen, dürfen die Quartiere mittlerweile nicht mehr vernichtet werden. Angst haben müsse vor Hornissen jedoch niemand. „Gefährlich sind die Stiche nur, wenn man eine Allergie hat“, sagt Schmidt. Für Fragen und Hilfe ist der Wespen- und Hornissenbeauftragte unter Telefon (05136) 7918 zu erreichen.
20. August 2008 - Marktspiegel Burgdorf
Fliegende Jäger am Burgdorfer Stadtparkteich
Mit dem NABU einheimischen Fledermäusen auf der Spur
Anhand von präparierten Tieren erklärte Hans-Jürgen Sessner (Mi.) den aufmerksamen Kindern Grundsätzliches zum Verhalten einheimischer Fledermäuse. Foto: gb
URGDORF (gb). Wir Menschen sehen sie nicht und meistens hören wir sie auch nicht: Fledermäuse –die fliegenden Jäger der Nacht. Fossile Funde von Fledermäusen lassen vermuten, dass es die (un-)heimlichen Herrscher des Nachthimmels schon weit über 55 Millionen Jahre auf der Erde gibt.
Sie leben in unserer Nähe -oft sogar direkt über und um uns, denn die Mehrzahl der rund 20 in Niedersachsen vorkommenden Arten sind Gebäudebewohner. Die Fledermäuse (Microchioptera) sind Säugetiere, die neben den Vögeln die einzigen Wirbeltiere sind, die aktiv fliegen können. Weltweit gibt es etwa 900 Arten.
In Deutschland kann man 24 Fledermausarten antreffen, die leider vom Aussterben bedroht und deshalb in der „Roten Liste" aufgenommen sind. Unsere einheimischen Fledermäuse sind nachtaktive Tiere und ernähren sich hauptsächlich von Insekten und Spinnen. Zu ihnen gehören die Breitflügel-, Zwerg- und Wasserfledermaus, die „im Schein der Taschenlampe“ am Burgdorfer, Stadtparkteich zu beobachten sind. Zu einem solchen abenddämmerigen Beobachtungsspaziergang, hatte am Freitag der Naturschutzbund Deutschland (NABU) - Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung - eingeladen.
Rund 40 große und kleine Interessierte hatten sich am Treffpunkt „Schützenplatz“ eingefunden, um sich von Hans-Jürgen Sessner und Bernd Rose Wissenswertes über die kleinen Flugakrobaten erzählen zu lassen.
„Fledermäuse sind hochsoziale, Tiere, die miteinander kommunizieren, engen Körperkontakt lieben und deshalb gruppenweise in (frostfreien) Baumhöhlen, Bunkerräumen, Felsspalten, Dachböden oder Ruinen etc. zusammenleben. Sie benötigen Quartiere, die ihnen Schutz vor schlechter Witterung und Feinden bieten. Dabei lassen sich Sommer- und Winterquartiere unterscheiden“, erklärte Bernd Rose. Dreißig jener Winterquartiere, in denen häufig auch die Fortpflanzung stattfindet, hat der NABU in Burgdorf, Hänigs-en, Uetze, Dollbergen, Lehrte und Sehnde geschaffen. Nach Beendigung des Winterschlafes, etwa Ende März, wandern die Fledermäuse dann in ihre Sommerquartiere.
Fledermäuse haben im Laufe der Evolution eine besondere Jagdmethode entwickelt. Sie stoßen im Flug Ultraschallwellen aus, die von Hindernissen und Beutetieren zurückgeworfen werden. Dieses Orientierungsverfahren nennt man Echoortung. Um diese Rufe hörbar zu machen, gibt es „Bat-Detektoren“, also sozusagen Fledermaus-Finder, mit denen auch Hans-Jürgen Sessner und Bernd Rose ausgerüstet waren. Anhand dieser Geräte konnten die beiden NABU-Aktivisten im Stadtpark und am Teich die vorkommenden Arten bestimmen.
Die Gruppe erlebte dabei die flinke, abendliche Jagd von Zwerg- und Wasserfledermäusen. Die kleinen „Nachtschwärmer" sind sehr nützliche Lebewesen. Beispielsweise frisst eine Wasserfledermaus in einer sommerlichen Jagdsaison zirka 60.000 Mücken. Wenn Fledermäuse Unterschlupf in Häusern suchen, sollte man sie gewähren lassen, denn sie sind auf „tolerante“ Gastgeber angewiesen.
Sollten jedoch einmal Probleme auftreten oder Maßnahmen zur Umsiedlung notwendig sein, stehen die Experten der örtlichen, ehrenamtlichen NABU-Organisation gerne mit Rat und Tat zu Verfügung. Ansprechpartner ist Bernd Rose unter der Burgdorfer Rufnummer (05136/81265).
18. August 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Fledermäuse lieben Blumen
Bernd Rose (Mitte) macht die Nachtwanderer mit der Lebensweise der Fledermausarten vertraut. Szameitat
BURGDORF. Der stockdunkle Stadtpark gehörte am Freitagabend nicht allein den Tieren. Rund 40 Erwachsene, darunter viele Kinder, waren auf Einladung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung mit Taschenlampen und Fledermausdetektoren an den Teich im Park gezogen, um die Flattertiere bei der Jagd zu beobachten und zu belauschen.
Die Wasserfledermaus war pünktlich. „Noch fünf Minuten“, hatte Bernd Rose vom Nabu beim Blick auf die Uhr gesagt, und tatsächlich ließ sich wenig später die erste Nachtjägerin hören. Natürlich nicht mit menschlichen Ohren – die sind nicht eingestellt auf die Frequenzen, die die Fledermäuse zur Ortung von Beute und Hindernissen aussenden. Bernd Rose und Hans-Jürgen Sessner orteten die Freunde der Nacht mit Detektoren, die die unhörbaren Ultraschallsignale in deutlich wahrnehmbare Knatterlaute übersetzten.
Die Zwergfledermäuse hatten sich sichtbar und hörbar als Erste auf den Weg gemacht. Nele und Jana, zwei Fünfjährige aus Burgdorf, hatten keine Angst. „Die sind nicht gefährlich“, sagte Nele. Der sechsjährige Lukas aus Steinwedel, der das erste Mal bei der Nabu- Nachtwanderung dabei war, lachte nur bei der Vorstellung. Die Gäste lernten noch mehr: „Fledermäuse lieben Blumen“, sagte Rose zum Erstaunen der Naturfreunde. Denn die Nachtblüher locken Insekten und die wiederum die Fledermäuse an. sz
05. August 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Waldohreule brütet im Dorf
UETZE. Als Nistplatz hatten sich die Eltern eine abgebrochene Baumspitze in einem alten, rund 200 Quadratmeter großen Tannenbestand im Garten ausgesucht. Dort hatten nach Auskunft von Dirk Brinkmann, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf und Uetze, im Vorjahr Ringeltauben gebrütet. „Dieses alte Nest nahmen die Waldohreulen gern an“, sagt Brinkmann. Nachdem Manfred Haupt die Greifvögel entdeckt hatte, hatte er zunächst gedacht, dass sich Uhus in seinem Garten niedergelassen hatten.
Ein Erkennungszeichen beider Eulenarten sind die sogenannten Federohren, die bei beiden Arten gut sichtbar sind. „Ich habe mich dann aber schlaugemacht und festgestellt, dass es Waldohreulen sind“, sagt Haupt. Das habe ihm dann auch Brinkmann bestätigt, Den Nabu-Vorsitzenden habe er verständigt, weil es nicht alltäglich sei, dass Waldohreulen in einem Wohngebiet brüten. Normalerweise nutzen sie Waldränder als Brutrevier und Ruheplatz am Tage. Für die Brut bevorzugen sie Nadelbäume, die ihnen ausreichend Deckung bieten und in denen sich alte Nester von Krähen und Elstern befinden. In der Regel jagen sie im offenen Gelände mit niedrigem Pflanzenwuchs.
Daher bieten ihnen Wälder nur dann hinreichend Lebensraum, wenn es dort genügend Freiflächen für die Jagd gibt. Am Tage halten sich die nachtaktiven Greifvögel versteckt, um Angriffe von Nahrungskonkurrenten wie Mäusebussarden zu vermeiden. Die kleinen Waldohreulen bleiben etwa drei Wochen in der Nestmulde. Dann klettern sie in den Baumkronen herum und halten sich im schlecht einsehbaren Geäst versteckt. Zum Klettern nutzen sie Krallen, Schnabel und Flügel. Die jungen Eulen aus dem Garten der Familie Haupt haben inzwischen ihr Nest verlassen. „In den vergangenen Tagen habe ich sie tagsüber nicht mehr gesehen. Aber Abends hört man sie noch ,Fiep! Fiep! Fiep!e_SSLq rufen. Also halten sie sich noch in der Nähe auf“, sagt Haupt.
31. Juli 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder entdecken den Wasserskorpion
Auf Entdeckungstour: Emma (von links), Kaja (verdeckt), Fabian, Cedric, Jan, Nina (verdeckt) und Natalie fischen mit Keschern und Küchensieben kleine Tiere aus dem Wasser.
UETZE. So ein Tier hatte der neun Jahre alte Jona vorher noch nicht gesehen. „Was ist das?“ wollte der Junge vom Naturschutzbeauftragten Erhard Zander wissen. „Ein Wasserskorpion“, antwortete der Fachmann aus Hänigsen. Der Neunjährige hatte das kleine Lebewesen mit einem Sieb aus einem der Tümpel in der ehemaligen Kiesgrube nördlich von Wackerwinkel gefischt.
Insgesamt hatten sich zwölf kleine Naturforscher bei der Uetzer Feriencard-Veranstaltung „Mit Kescher und Küchensieb“ zusammen mit Zander sowie den Naturschutzbund-Mitgliedern Lothar Heuer und Dieter Kleinschmidt auf Entdeckungstour in die Kiesgrube begeben. Diese hat sich in den vergangenen Jahren langsam zu einem wertvollen Biotop entwickelt hat. „Jetzt habe ich einen Minisalamander“, sagt ein Teilnehmer und freute sich. Nein, das sei ein Teichmolch, korrigierte Zander den Jungen. Teichmolche erkenne man an den roten Punkten an der Unterseite. Außerdem lebten noch Berg- und Kammmolche in der früheren Kieskuhle, erklärte der Naturschutzbeauftragte.
Unter anderem entdeckten die acht bis zehn Jahre alten Kinder auch noch Rückenschwimmer, Teichwanzen, Wasserkäfer, Posthornschnecken und eine Gottesanbeterin. Einige der gefundenen Wassertiere betrachteten sie genauer mit der Lupe. Anschließend setzten die Teilnehmer der Feriencard-Aktion die Lebewesen wieder in die Tümpel. Zander zeigte den Acht- bis Zehnjährigen auch die Hülle einer Libellenlarve. „Das ist eine Exuvie“, erläuterte er den Kindern. Darin habe eine Libellenlarve zwei bis vier Jahre im Wasser gelebt und sei dann geschlüpft. Die Naturschützer machten die Jungen und Mädchen auch auf einige Vögel aufmerksam. „Das ist ein Teichhuhn“, sagte Zander, als mehrfach ein Pfeifen zu hören war. Kurz danach zeigte Kleinschmidt zum Himmel: Da kreiste eine Rohrweihe über der Kieskuhle.
24. Mai 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu beteiligt sich am Schutz der Amphibien
Kampagne spielt auch vor Ort eine Rolle
2008 ist der Laubfrosch der Lurch des Jahres: Der Nabu stellt die Amphibienart bei einer Nachtwanderung vor.
BURGDORF/UETZE. Nachdem die Amphibien bis heute 360 Millionen Jahre auf der Erde existiert haben, könnte in naher Zukunft ein Drittel bis die Hälfte aller Amphibienarten verschwinden: Damit stünde die Erde vor dem größten Massenaussterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Aus diesem Grund haben sich auf Initiative der Weltnaturschutzunion IUCN Zoos und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Einrichtungen und viele engagierte Einzelpersonen weltweit zusammengeschlossen und das Jahr 2008 zum „Jahr des Frosches“ ausgerufen.
Auch örtliche Nabu-Gruppen beteiligen sich innerhalb des regionalen Projektes „Ein König sucht sein Reich“ an dieser wichtigen Kampagne, darunter die Ortsgruppe Burgdorf/Uetze. Bereits im Herbst 2004 wurde das Artenhilfs- und Kleingewässerschutzprojekt unter Beteiligung aller Nabu-Gruppen und Stadtverbände in der Region Hannover ins Leben gerufen. Stellvertretend für die vielen anderen an den Lebensraum Wasser gebundenen Tier- und Pflanzenarten wurden die Amphibien, allen voran den Laubfrosch, zur Leit- und Zielart des Projektes gewählt. Die Lebensräume heimischer Amphibien sollen gefördert, entwickelt und erhalten werden.
Als Partner und Förderer konnten bereits viele Grundstückseigentümer, Landwirte, Hegeringe, Jäger, Kommunen, die Region, die Sparkasse Hannover sowie weitere Institutionen gewonnen werden. Auch Bingo-Lotto und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördern das Projekt. Im Raum Burgdorf wurden viele Flächen erworben und in Feuchtbiotope umgewandelt. Mittlerweile zählt die Auestadt zu den wenigen Orten der Region, in denen der Laubfrosch sich wieder ausbreitet.
Um das Projekt Besuchern näher zu bringen, veranstaltet der Nabu am Sonnabend, 24. Mai, ab 21.30 Uhr eine Nachtwanderung zu den Laubfröschen am großen Stern – mit „Konzert“. Die Leitung hat Projektkoordinator Uwe Manzke. Treffpunkt ist der Schützenplatz, wo Fahrgemeinschaften gebildet werden. Für das letzteTeilstück sind Gummistiefel ratsam.
17. Mai 2008 - Marktspiegel Burgdorf
Naturschutzbund organisiert Wanderung mit Froschkonzert
NABU-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung beteiligt sich an Aktionen im "Jahr des Frosches"
BURGDORF/UETZE (jk). Die NABU Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung beteiligt sich an der weltweiten Kampagne zum Amphibienschutz.
Nachdem die Amphibien über 360 Millionen Jahre existiert haben, könnte nun ein Drittel bis die Hälfte aller Amphibienarten in der nahen Zukunft verschwinden: Die Erde steht vor dem größten Massenaussterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Doppelt bis dreimal so viele Amphibienarten wie Vogel- und Säugetier- spezies stehen vor der Ausrottung.
Der Artenschutz steht vor einer der größten Herausforderungen: Weltweit sind 30-50 Prozent der Amphibien vom Aussterben bedroht. „Die Erde hat seit dem Aussterben der Dinosaurier keinen vergleichbaren Verlust an Tierarten erlebt.“ Aus diesem Grund haben sich auf Initiative der Weltnaturschutzunion IUCN Zoos und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Einrichtungen und viele engagierte Einzelpersonen weltweit zusammengeschlossen und das Jahr „2008 zum Jahr des Frosches“ ausgerufen. Schirmherr der weltweiten Kampagne der „Amphibien Arche“ ist der bekannte britische Tierfilmer Sir David Attenborough.
Auch die örtliche NABU-Gruppe beteiligt sich innerhalb es regionalen Projektes „Ein König sucht sein Reich“ an dieser wichtigen Kampagne. Bereits im Herbst 2004 wurde das Artenhilfs- und Kleingewässerschutzprojekt unter Beteiligung aller NABU Gruppen und Stadtverbände in der Region Hannover ins Leen gerufen.
Stellvertretend für die vielen anderen an den Lebensraum Wasser gebundenen Tier- und Pflanzenarten haben wir die Amphibien und allen voran den Laubfrosch zur Leit- und Zielart des Projektes gewählt. Gemeinsam mit den verschiedensten Partnern sollen die Lebensräume unserer heimischen Amphibien gefördert, entwickelt und erhalten werden. Als Partner und Förderer konnten in der Region bereits viele Grundstückseigentümer, Landwirte, Hegeringe, Jäger, Städte und Gemeinden, die Region Hannover, die Sparkasse Hannover sowie weitere Institutionen gewonnen werden. Auch Bingo-Lotto und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU fördern das beispielhafte Projekt.
Den Laubfrosch kennen viele Menschen nur noch von früher, als er sehr häufig war und sogar in Einmachgläsern mit einer kleinen Leiter gehalten wurde, um das Wetter zu prognostizieren.
Die Zielsetzung des Projektes ist die Wiederherstellung von Amphibienlebensräumen anhand eines Kleingewässer-Schutz- und Entwicklungs-Programms in der Region Hannover. So wurden im RaumBurgdorf bereits gezielt viele Flächen erworben und zu Feuchtbiotopen umgewandelt Mittlerweile zählt Burgdorf jetzt zu einer der wenigen Orte innerhalb unserer Region, in der der Laubfrosch wieder vorkomt und sogar weiter ausbreitet. Neben den Amphibien kommen diese Biotope aber auch vielen anderen Arten, wie dem Weißstorch, dem Eisvogel, Lurchen usw. zugute.
Auch in diesem Jahr veranstaltet der NABU am Samstag dem 24.Mai ab 21:30 seine abendliche Nachtwanderung zu den Laubfröschen am großen Stern, mit Laubfroschkonzert. Die Leitung hat der Projektkoordinator und Biologe Uwe Manzke. Treffpunkt ist der Schützenplatz in Burgdorf. Von dort werden Fahrgemeinschaften gebildet. Für das letzte Teilstück zu Fuß werden Gummistiefel empfohlen.
10. Mai 2008 - Marktspiegel Burgdorf
Junge "Naturforscher" trafen sich zu ihrem ersten Ausflug
Elisabeth Niklas ist neue Jugendwartin im NABU Burgdorf/Uetze
Waldführerin und NABU-Jugendwartin Elisabeth Niklas (Mi.) stellte sich der neuen NABU-Kindergruppe auf dem Burgdorfer Schützenplatz vor. Foto: gb
BURGDORF/LEHRTE/UETZE (gb). Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) - Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung - kümmert sich um seinen Nachwuchs. Am vergangenen Dienstagnachmittag kam die neue NABU-Kindergruppe zu ihrem ersten Treffen auf dem Burgdorfer Schützenplatz zusammen.
„Wir sind sehr froh eine erfahrene und engagierte Jugendwartin für uns gewonnen zu haben“, rühmt Pressewart Manfred Tschäke (Immensen) die aus Regensburg stammende Waldführerin Elisabeth Niklas, die diese Funktion vorerst kommissarisch übernommen hat. Die Bestätigung sei aber nur eine Formsache, betont NABU-Vorsitzender Dirk Brinkmann (Hänigsen).
Von den insgesamt 25 Anmeldungen waren nun also 18 erwartungsvolle Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren erschienen, um zu ihrer ersten Wiesen-Exkursion aufzubrechen. Bevor es losging, bekamen die jungen „Naturdetektive“ eine so genannte Becherlupe mit auf den Weg. Unter ihnen auch der siebenjährige Hendrik aus Burgdorf, der sich schon „ganz doll für Natur“ interessiert. „Ich möchte mit den Kindern gemeinsam die uns umgebende Natur erforschen, Pflanzen und Tiere erleben, eine Nachtwanderung machen und viele Spiele spielen“, erklärt Elisabeth Niklas. Die neue NABU-Kindergruppe trifft sich künftig jeden ersten Dienstag im Monat an verschiedenen Orten.
Elisabeth Niklas lädt am 17. Mai zu einer Waldrallye mit anschließendem Grillen ein. Kinder bis 14 Jahre können dann gegen eine Teilnehmergebühr von drei Euro den „Wald mit allen Sinnen erleben“. Treffpunkt ist um 14 Uhr der zentrale Schützenplatz in Burgdorf. Anmeldungen werden unter Telefon: (05175) 1651 erbeten. Weitere Informationen können unter www.nabu-burgdorf- uetze.de angeklickt werden.
08. Mai 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Junge Forscher erkunden Auewiesen
Kindergruppe des Naturschutzbundes trifft sich regelmäßig
BURGDORF. Spielerisches Kennenlernen und Artenbestimmung standen beim ersten Treffen der Kindergruppe des Naturschutzbundes Burgdorf (Nabu) „Die Naturforscher“ auf dem Programm.
Unter Anleitung der ausgebildeten Waldführerin und kommissarischen Nabu-Jugendwartin Elisabeth Niklas entdeckten die Kinder zwischen acht und zehn Jahren rund 20 Pflanzenarten auf nur einem Quadratmeter Auewiese nahe dem Pferdemarktgelände.
Im Anschluss konnten die 18 jungen Naturforscher in ihren Becherlupen Insekten von Schwebfliegen bis zu Hummeln im Detail betrachten. „Wir wollen die Jugend für die Zusammenhänge in der Natur sensibilisieren“, erklärte Nabu-Ortsgruppenleiter Dirk Brinkmann das neue Angebot. hz
07. Mai 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Schüler helfen beim Hotelbau
Fachwerkwand neben Friedenseiche soll Solitärbienen und -wespen als Brutstätte dienen
Die Klasse 2a der Löwenzahnschule hilft mit ihrem Lehrer Henning Schulze (hinten links) den Naturschützern Dieter Kleinschmidt (hintere Reihe, Mitte) und Erhard Zander (hinten rechts) beim Bau des Insektenhotels. Schiller
Einzeln lebende Bienen und Wespen können jetzt in Dollbergen zum Brüten in einem Hotel absteigen. Beim Bau der Insektenunterkunft hat die Klasse 2a der Dollberger Löwenzahnschule geholfen.
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
DOLLBERGEN. Auf dem Platz an der Friedenseiche haben der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander und die Naturschutzbund-Mitglieder Lothar Heuer, Dieter Kleinschmidt und Hermann Schmidt eine überdachte 2,50 breite und 2,70 Meter hohe Fachwerkwand aufgestellt. Gemeinsam mit den Schülern füllten sie gestern die Gefache mit Mauersteinen, Holzscheiben, Lehm, Schilf und Stroh aus.
„Herr Zander hat uns vor sechs Wochen einen Vortrag über Insekten und Wildbienen im Besonderen gehalten“, sagte der Klassenlehrer der 2a, Henning Schulze. Von Zander bekamen die Schüler damals Holzscheiben, in die sie dann zu Hause mit den Eltern Löcher bohren sollten. In die Hohlräume im Holz, in den Steinen und im Lehm sowie in die eingebauten Stroh- und Schilfhalme sollen nun einzeln lebende Wespen und Einsiedlerbienen krabbeln, um dort zu brüten. „Die Brut überwintert dann im Insektenhotel“, erläuterte Zander.
„Von den etwa 1000 in Deutschland vorkommenden Bienen- und Wespenarten leben die meisten solitär, das heißt einzeln, ohne einen Staat zu bilden“, sagte der Naturschutzbeauftragte. Die Wand diene außerdem Ohrwürmern und Florfliegen als Lebensraum.
Dass sich die Arbeit gelohnt hat, konnten die Naturschützer beobachten, als sie ihr Werkzeug zusammenpackten. „Gleich nach Fertigstellung haben zwei Mauerbienen das Insektenhotel aufgesucht“, berichtete Zander. Nach Auskunft von Schulze werden die Zweitklässler die Anlage betreuen und im Sachkundeunterricht zum Platz an der Friedenseiche gehen, um dort Insekten zu beobachten. Das Insektenhotel ist eine Station des geplanten Dorferlebnispfades.
29. April 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Braut, die sich nicht traut
Junggesellenstorch geht auf die Pirsch
Der Storch lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, als Bernd Moßmann ihn bei der Nahrungssuche fotografiert. Anschließend begibt sich das Tier wieder in die Lüfte in Richtung Nest.
VON SASKIA AHRENS
BURGDORF. Nun ist auch das Storchenweibchen auf dem Schornstein an der Friederikenstraße eingekehrt. Seit vergangenem Freitag turtelt sie mit dem Männchen, doch mit der Paarung lassen sich die beiden offenbar Zeit. „Wir erwarten, dass das Weibchen in den nächsten Tagen Eier legt“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund Burgdorf. Und seit dem Wochenende ist sogar ein dritter Storch im Bunde. „Wahrscheinlich ein Junggeselle, der nun ein Weibchen sucht“, sagt Rose. Für das junge Storchenpaar könnte der Zuwanderer eine Gefahr sein. „Wir hoffen, dass es nicht zu Rivalitäten kommt“, sagt Rose. Dann kann das Paar hoffentlich in fünf Wochen seinen Nachwuchs begrüßen. Vielleicht hat dann auch der Junggeselle eine Störchin im Nest.
25. April 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder holen sich den Wald in die Schule
AG der Grundschule Otze bastelt ein Schaubild und Insektenhotels
Die Schüler der AG schauen sich mit Marion Klie (ganz links) und Günter Jatzkowski (hinten rechts) das Wald-Schaubild an, das sie gebastelt haben. Schiller
13 Jungen und Mädchen der Grundschule Otze sind stolz auf ein selbst angefertigtes Schaubild.
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
OTZE. Das etwa 150 mal 60 Zentimeter große Bild steht im Flur des Schulgebäudes. „Das Diorama soll ein Stückchen Wald abbilden“, erklärt die achtjährige Marie. Entstanden ist es in der Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „Kreativ für unsere Schule“, die der Schulförderverein und der Burgdorfer Naturschutzbund (Nabu) an vier Nachmittagen angeboten hatten.
Mit dem Naturschutzbeauftragten Günter Jatzkowski und Marion Klie, Vorstandsmitglied des Fördervereins, hatten die Kinder im Wald Tannenzapfen, Moos, Schneckenhäuser, Zweige, Eichenrinde und andere Materialien gesammelt. Auf dem Boden des Schaubildes liegen auch einige Abfälle, die Kinder ebenfalls gefunden hatten. „Die Leute sollen daran denken, keinen Müll in den Wald zu werfen. Das ist Umweltverschmutzung“, sagt der zehn Jahre alte Benjamin verärgert.
Außerdem haben die Grundschulkinder mit Jatzkowskis und Klies Hilfe Fledermaus- und Nistkästen für Vögel gebaut und anschließend auf dem Schulhof aufgehängt. Darüber hinaus bastelten sie sogenannte Bienenhotels. Dazu bohrten sie in Baumscheiben Löcher, die insbesondere Mauerbienen und Schlupfwespen ein Zuhause bieten sollen. „Die haben keinen Stachel und können daher auch nicht stechen“, erläutert Jatzkowski den Kindern.
11. April 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu spendet Nistkästen für Vögel und Fledermäuse
Unter den interessierten Blicken der Viertklässler der Heinrich-Bokemeyer-Schule hängen Manfred Tschäke (von links), Eckhard Munske und Klaus Landgraf die Nistkästen des Naturschutzbundes auf. Schütz
IMMENSEN. Zwölf Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten und fünf Sommerkästen für Fledermäuse hat die Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (Nabu) gestern in der Umgebung der Heinrich-Bokemeyer-Schule in Immensen aufgehängt. Diese waren von der Behindertenwerkstatt Berkhöpen in Burgdorf angefertigt worden. Der Naturschutzbund hatte sie für den Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft gespendet.
Auf den Landesvorentscheid des Dorfwettbewerbs im nächsten Jahr bereitet sich Immensen zurzeit vor, erläuterte Ortsbürgermeisterin Heidrun Bleckwenn. In den nächsten Monaten sollen dafür weitere Projekte wie die Neugestaltung von Anpflanzungen an der Ortsdurchfahrt oder ein sogenanntes Insektenhotel in Angriff genommen werden.
Die 13 Viertklässler der Grundschule beobachteten die Aktion mit viel Neugier. Schließlich hatten sie sich zuvor gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Kathrin Pribbernow im Unterricht mit dem Nutzen von Nistkästen eingehend beschäftigt. tz
31. März 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Lehrter pflanzen 80 Obstbäume
Nabu und Stadtmarketing lassen am Hohnhorstweg eine Streuobstwiese entstehen
Dieter Schmidt (von links), Lutz Peters und Frank Stolte vom Naturschutzbund befestigen Pfosten, die den jungen Baum stützen sollen. Reichert
VON SUSANN REICHERT
LEHRTE. Die Vorbereitungen für die Gartenregion 2009 gehen weiter: In der Nähe des Hohnhorstsees entsteht eine Streuobstwiese. Auf 17 500 Quadratmetern sollen dort 150 Obstbäume wachsen. Die ersten sind am Sonnabend gepflanzt worden.
„Die Leute haben wieder Interesse an alten Obstsorten, die nicht so hochgezüchtet sind“, sagt Dirk Brinkmann vom Naturschutzbund (Nabu). Damit die Lehrter die Biofrüchte künftig direkt in ihrer Stadt ernten können, soll am Hohnhorstweg eine Streuobstwiese entstehen. Nabu und der Stadtmarketingverein haben sich zusammengetan, um das Projekt zu verwirklichen.
Am Sonnabend wurden die ersten 80 Bäume gepflanzt – vor allem alte Apfelsorten, aber auch Birnen- und Kirschbäume. Im Herbst kommen noch einmal 70 Pflanzen hinzu, darunter Nussbäume und Quitten. „Die ersten Früchte wachsen vermutlich in drei Jahren“, sagt Brinkmann. „Ob wir das Obst dann für die Öffentlichkeit freigeben oder verkaufen, müssen wir uns noch überlegen“, sagt Willy Goronczy vom Stadtmarketing. Möglicherweise dürfen die Lehrter selbst so viel pflücken, wie sie möchten. Vielleicht erntet aber auch der Nabu die Früchte und versteigert sie.
„Wenn Interesse da ist, könnten wir auch Baumpatenschaften vergeben“, sagt Brinkmann. „Wer keinen Garten hat, hätte dann trotzdem seinen eigenen Obstbaum.“ Um die Pflege der Wiese kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter von Nabu und Stadtmarketing. Es soll ausschließlich Bioobst wachsen. „Wir bauen extra alte Sorten an“, sagt Brinkmann. „Die sind resistenter, da brauchen wir keine Pestizide oder Ähnliches.“ Auch Kindergärten und Schulen sollen von der Streuobstwiese profitieren. Die Kinder könnten dort ganz praxisnah etwas über die verschiedenen Baumarten und ihre Früchte erfahren.
28. März 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu hat jetzt eine neue Jugendleiterin
Kindergruppe kann ab 6. Mai beginnen
Die Bemühungen des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf tragen nun Früchte. Elisabeth Niklas wird ab Dienstag, 6. Mai, die neue Gruppe für Kinder von acht bis zehn Jahren leiten.
VON SASKIA AHRENS
BURGDORF. Die neu gegründete Nabu-Kindergruppe hat mit Elisabeth Niklas, Diplom Landwirtschaftsarchitektin und ausgebildete Waldführerin, eine Leiterin gefunden. Kinder von acht bis zehn Jahren treffen sich am Dienstag, 6. Mai, ab 15.30 Uhr auf dem Schützenplatz zur ersten Zusammenkunft. Die Treffen sind danach jeden ersten Dienstag im Monat.
Die Ortsgruppe plante, wie berichtet, schon lange den Aufbau einer Jugendgruppe. Doch die Suche nach einem geeigneten Leiter, der für seine Arbeit auch bezahlt werden soll, gestaltete sich schwierig, da diese Aufgabe jemand übernehmen sollte, der unter 30 Jahre alt ist. Und in diesem Alterspektrum fanden sich erst keine geeigneten Bewerber.
Die neue Jugendleiterin Niklas will mit dem Umgang mit der Natur den Kindern einen Ausgleich zur Medienflut geben. „Wir werden viel Zeit im Wald verbringen und Pflanzen und Tiere beobachten“, sagt sie. Auch mit Umweltthemen sollen sich die Kinder befassen. Landwirtschaft und Ernährung stehen auch auf dem Plan. „Dazu eignet sich dann wunderbar ein Besuch eines Bauernhofs“, meint die neue Gruppenleiterin. Zehn Anmeldungen verzeichnet der Nabu bereits, die Anzahl ist auf 20 Kinder begrenzt.
26. März 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
150 Bäume für den Stadtpark
Große Streuobstwiese am Hohnhorstweg geplant – Pflanzung beginnt am Sonnabend
Die Wiese am Hohnhorstweg ist für die Pflanzaktion am Sonnabend schon vorbereitet: 75 Obstbäume sollen zunächst im neuen Teil des Stadtparks eingesetzt werden. Gückel
Eine Streuobstwiese soll den Lehrter Stadtpark aufwerten. Der Naturschutzbund (Nabu) Lehrte und der Stadtmarketingverein planen dazu ein Kooperationsprojekt. 75 Bäume werden bereits am Sonnabend auf einer 17 000 Quadratmeter großen Fläche gepflanzt.
VON PATRICIA OSWALD-KIPPER
LEHRTE. Im Frühjahr 2009 sollen in einem zusätzlichen Teil des Stadtparks am Hohnhorstweg gegenüber dem FC-Sportplatz 150 Obstbäume blühen. Im Sommer und im Herbst können dort Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Quitten und Walnüsse geerntet werden. Die Verschönerung der Stadtpark-Erweiterungsfläche ist eine der Aktionen, mit denen Lehrte am Projekt Gartenregion Hannover 2009 teilnimmt.
Initiator ist der Nabu. Er hat dafür mit der Stadt Lehrte, die Eigentümerin des Grundstücks ist, einen Patenschaftsvertrag über 20 Jahre geschlossen. Der Stadtmarketingverein beteiligt sich ebenfalls an dem Projekt, indem er Sponsoren einwirbt. „Die Umweltstiftung hat bereits Fördergeld über 11 000 Euro zugesagt“, sagt Sonja Truffel vom Stadtmarketingverein. Die Stadt stellt nicht nur die Fläche zur Verfügung, sie beteiligt sich auch mit 5000 Euro an den Kosten. Die Bäume kosten zwischen 50 und 120 Euro pro Stück. Um die Pflege will sich der Nabu kümmern.
Die Streuobstwiese soll den Stadtpark nicht nur optisch verschönern, sondern auch Lehrzwecken dienen. „Es sind Projekte mit Schulen geplant“, sagt Truffel. Kindern soll damit die Natur mit ihren unterschiedlichen Pflanzen ins Bewusstsein gebracht werden.
19. März 2008 - Marktspiegel Burgdorf
NABU möchte Gruppe für Kinder gründen
Waldführerin Elisabeth Niklas übernimmt Gruppenleitung
Waldführerin Elisabeth Niklas (rechts) weckt bei einer Führung im Sommer 2007 das Interesse der Kinder für die Geheimnisse der Natur.
BURGDORF (jk). Das Bemühen des NABU Burgdorf, Uetze und Umgebung bei der Suche nach einer geeigneten Kindergruppenleiterin hatte jetzt endlich Erfolg. Es gelang dem Naturschutzverein Elisabeth Niklas als Leiterin zu gewinnen. Niklas ist zweifache Mutter, Dipl. Landschaftsarchitektin und ausgebildete Waldführerin. In einer Aktion des Ferienpasses der Stadt Burgdorf hatte sie im Sommer 2007 bereits zwei Kindergruppen in begeisternder Weise das Interesse für die Natur geweckt.
„Die Erfahrung zeigt, dass die intensive Beschäftigung von Kindern mit dem Geschehen in der Natur das spätere Leben wesentlich mitprägt. Die Kinder- und Jugendarbeit ist uns daher sehr wichtig“, erläutert Dirk Brinkmann, Vorsitzender der Ortsgruppe. „Gerade in der heutigen durch Medienüberflutung und Konsum geprägten Zeit sollte es für Eltern wichtig sein, ihren Kindern auch den Zugang zu so wichtigen und dabei so interessanten Geschehnissen, wie sie in unserer Umgebung, im Wald, im Bach in so vielfältiger Weise ablaufen, zu ermöglichen.“ Auch die Beschäftigung mit Umweltthemen, wie Klimaerwärmung, sparsamer Umgang mit der Energie werde spielerisch behandelt werden.
Die Kindergruppe soll zum Anfang Mai gegründet werden. Gedacht ist für den Anfang an Kinder zwischen 8 und 10 Jahren. Das Treffen soll einmal im Monat für zwei Stunden, jeweils am ersten Dienstag eines Monats, erfolgen. Neben Elisabeth Niklas wird eine weitere erwachsene Person als Betreuer mit dabei sein. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Die Stunden sollen hauptsächlich draußen verbracht werden.
Nähere Infos erteilt Dirk Brinkmann (Tel. 05147/ 92288, Email: vorstand@nabu-burgdorf-uetze.de. Eine Anmeldung ist erforderlich.
08. März 2008 - Marktspiegel Burgdorf
Meise, Star und Spatz bekommen neuen Platz
NABU baute mit Schillerslager Kindern Nistkästen für heimische Singvögel
Während Papa Olaf (Mi.) genau aufpasste, zeigte Ernst Schmidt (re.) der sechsjährigen Naya und ihrer kleinen Schwester Leni (3) wie man einen Nistkasten zusammenbaut. Foto: gb
SCHILLERSLAGE (gb). Bereits zum Mal in Folge, hatte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) - Ortgruppe Burgdorf - zum Nistkastenbau in Kindertagesstätten der Stadt und ihrer Ortsteile eingeladen. In diesem Jahr war Ernst Schmidt (NABU) im Kindergarten (Kiga) Schillerslage zu Gast, wo er schon von dessen Leiterin Birte Adlunger sowie sieben Kiga-Kindern erwartet wurde.
Die kleinen Steppkes gehören zur so genannten „Fuchs“-Gruppe und werden im Sommer eingeschult. Ernst Schmidt hatte vorgefertigte NABU-Nistbaukastenteile mitgebracht, die dann unter seiner Anleitung von den Kindern fröhlich zusammengehämmert und später bunt bemalt wurden. „Die Kästen werden im Außenbereich des Kindergartens Schillerslage aufgehängt und sollen heimischen Singvögeln einen sicheren Nistplatz bieten“, erklärte Schmidt. Zu diesen gefiederten Gästen werden dann wohl Meisen, Stare, Trauerschnepper und der Feldsperling (Spatz) zählen. Sie alle unterscheiden sich in ihrem Nestbau. Während beispielsweise der Sperling Gras und Hühnerfedern bevorzugt, machen es sich die Meisen mit Moos und Hundehaaren bequem. „Der Trauersehnepper baut seine Nester überwiegend aus Eichen- und Birkenblättern“, wusste Burgdorfs Naturschutzbeauftragter Günther Jatzkowski (Ehlershausen) zu berichten.
Jetzt, nachdem die bunten Vogel-Behausungen auf dem Kindergartengelände verteilt sind, wird es erst richtig spannend. Gemeinsam mit dem NABU wollen die Kinder beobachten, welcher Singvogel sich besonders für ihr Angebot erwärmen kann und dabei hautnah die unterschiedlichen Arten näher kennen lernen. „Auch bei der Pflege wird der Kindergarten Schillerslage vom NABU unterstützt“, sagte Birte Adlunger.
25. Februar 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Storchenfreunde bringen Nest in Form
Helfer sägen in 15 Meter Höhe Zweige auf der Ostseite ab – Horst droht nicht mehr herunterzufallen
Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander und der stellvertretende Ortsbürgermeister Heinrich Bühring haben das Storchennest auf der Bäckerei Laube stabilisiert.
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
HÄNIGSEN. Der Horst auf dem rund 15 Meter hohen Schornstein der Storchenbäckerei ist mittlerweile 80 bis 90 Zentimeter hoch. Weil die Weißstörche die Zweige beim Nestbau nicht symmetrisch aufgeschichtet hatten, neigte sich der Horst zur Ostseite und drohte über kurz oder lang herunterzufallen. „Die Störche bauen wegen des Westwindes in die Richtung“, hatte Bäckermeister Joachim Laube beobachtet.
Zander und Bühring beseitigten am Sonnabend die Gefahr, indem sie auf Bührings private Drehleiter stiegen und auf der Ostseite etwa 25 bis 30 Zentimeter des Nestes mit einer Motorsäge absägten. Die Hänigser Dieter Wiege und Hans-Adolf Schaprian halfen ihnen, die fahrbare Leiter in Position zu bringen.
Zander und Laube rechnen fest damit, dass auch in diesem Jahr Meister Adebar in Hänigsen brütet. Nach Auskunft von Zander hatte es nur unmittelbar nach der Flurbereinigung in den sechziger Jahren keinen Storchennachwuchs gegeben. „Soweit ich mich erinnern kann, war aber jedes Jahr ein Storch da“, sagte Laube.
Im vorigen Jahr hatte das Hänigser Storchenpaar ein Junges aufgezogen. Das Kuriose an dem Paar: Das Männchen war ein sogenannter Westzieher, das Weibchen ein Ostzieher.
Westzieher sind Weißstörche, die in Westafrika und neuerdings immer häufiger auch in Spanien überwintern.
Ostzieher steuern über den Bosporus ihr Winterquartier in Ost- und Südafrika an. Das zweite Hänigser Storchennest am nördlichen Ortsrand ist seit einigen Jahren unbesetzt. Laut Zander gab es in den Zwanzigerjahren sogar fünf Horste in dem Dorf.
22. Februar 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschutzbund sucht Jugendleiter
Der Kandidat für die geplante Kindergruppe sollte jünger als 30 Jahre sein – Nabu will den Posten bezahlen
Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) will eine Kindergruppe aufbauen und sucht dafür dringend einen Jugendleiter, der auch bezahlt wird.
VON NORBERT KORTE
BURGDORF/UETZE/LEHRTE. Die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung, zu der auch Lehrte gehört, hat nach Worten des Vorsitzenden Dirk Brinkmann rund 1000 Mitglieder. Die seien aber zumeist schon etwas älter, der Vorstand beispielsweise bestehe nur aus Rentnern.
Deshalb will der Verein seit längerem die Nachwuchsförderung verstärken und eine Kinder- sowie später vielleicht auch eine Jugendgruppe aufbauen. Dafür fehlt es aber bislang am geeigneten Personal.
„Wir suchen jemanden, der in der Lage ist, eine Kindergruppe zu führen“, sagt Brinkmann. Er oder sie sollte unter 30 Jahre alt sein, Lust und Liebe zur Natur verspüren und Interesse am Umgang mit Kindern haben.
Umfangreiches Wissen sei noch nicht einmal Voraussetzung, sagt Brinkmann. Denn der Naturschutzbund gebe bei der Arbeit Hilfestellung und schule seine Jugendleiter. „Wir zahlen auch eine Aufwandsentschädigung“, sagt der Vorsitzende. Der Jugendleiter soll regelmäßig, etwa alle ein bis zwei Wochen, Unterrichtsstunden mit Kindern im Alter von etwa sechs bis zehn Jahren im Burgdorfer Jugendzentrum Johnny B. anbieten.
18. Februar 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschutzbund pflegt Storchennest
Die Feuerwehr hilft mit ihrer Drehleiter bei den Arbeiten an der Friederikenstraße aus
Erhard Zander (großes Bild) schneidet das Nest auf dem Schornstein von hochwachsenden Holunderzweigen frei. Ann-Christin Beck (kleines Bild, von links) manövriert den Korb der Drehleiter zum Nest, während Bernd Rose Erhard Zander bei der Arbeit zuschaut. Heinze (2)
Das Burgdorfer Storchenpaar kann wiederkommen. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) und die Feuerwehr Burgdorf haben am Sonnabend das Nest vorbereitet.
VON STEFAN HEINZE
BURGDORF. Unter den Augen einiger interessierter Beobachter rollte gegen zehn Uhr am Vormittag die Drehleiter der Feuerwehr auf ein altes Fabrikgrundstück an der Friederikenstraße. Gebrannt hat es aber nicht. Die Feuerwehrleute halfen vielmehr dabei, Erhard Zander von der Nabu-Ortsgruppe zum Nest auf dem Schornstein in luftige Höhe zu heben.
Oben ging der Naturschutzbeauftragte der Gemeinde Uetze mit der Astschere zu Werke und schnitt bereits aufstrebende Holundertriebe zurück. So soll sichergestellt werden, dass die Weißstörche ihr Nest wieder anfliegen können.
Nach mehr als 50 Jahren nisteten mit den Jungtieren im vergangenen Jahr erstmalig wieder Störche in der Auestadt. Der Nistplatz sei für die Tiere im Grunde nur bedingt geeignet, sagte Zander. Begründung: Es gibt nicht genügend Wiesenflächen in der näheren Umgebung. Wenn ein Storch auf Nahrungssuche gehe, brauche er deshalb zu lange, um dem anderen bei Kämpfen mit Artgenossen um das Nest zur Hilfe zu eilen.
Bis zum ersten Storchennachwuchs in Burgdorf kann es möglicherweise noch dauern. Jungtiere beginnen erst zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr zu brüten. Anwohner sollten die Störche nicht füttern. Es ist möglich, dass sie dann im Winter nicht mehr in den Süden ziehen und verhungern, wenn die Fütterung ausbleibt.
06. Februar 2008 - Marktspiegel Burgdorf
Naturschützer kämpfen gegen Verkehrstod der Kröten
NABU Burgdorf begann schon Anfang Februar mit Bau des Krötenzauns
Mit dem Spaten wurde zunächst eine Furche gegraben, In die anschließend der Kunststoffzaun hinein gedrückt wurde. Detlef Schanklies (links) und Berthold Scheller verlegten den 500 Meter langen Kunststoffzaun, der anschließend noch mit Eisenpfählen befestigt wurde. Jährlich „fangen" die Naturschützer mehrere hundert Kröten in ihren Eimern. Wenn man bedenkt, dass jede Kröte In Frühjahr und Sommer gut ein Kilogramm Insekten vertilgt, so ist die Leistung der Naöu Mitglieder gar nicht hoch genug einzuschätzen: Jede gerettete Kröte sorgt mit für Plagegeister freie sommerliche Terassenabende. Foto: r/sib
ENGENSEN/RAMLINGEN (r/sib). Die Landstraße zwischen Engensen und Ramlingen würde jedes Jahr zur Todesfalle zahlreicher Erdkröten werden, die auf dem Weg zu ihren Laichablageplätzen sind. Wären da nicht die Ortsgruppen Burgdorf und Burgwedel des Naturschutzbundes, welch dies immer wieder zuverlässig verhindern, indem sie einen Krötenzaun an der Straße aufbauen und die Tiere zum Tümpel auf der anderen Seite bringen.
Jedes Jahr im Februar machen sich die Erdkröten wieder auf den Weg zu ihrem Ablaichtümpel. Um von dem Wald, in dem sie leben, dorthin zu gelangen, müssen sie die Landstraße zwischen Engensen und Ramlingen überqueren. Ein gefährliches Unterfangen, schließlich wird die Straße neben den Kröten auch von Autofahrern genutzt, die nicht selten mit etwa 100 km/h unterwegs sind. Das Schicksal des Überfahrenwerdens bleibt den meisten von ihnen jedoch glücklicherweise erspart, dafür sorgen die Ortsgruppen Burgdorf und Burgwedel des Naturschutzbundes jedes Jahr erneut. „Wir sind Naturschützer. Warum sollten wir nicht verhindern, dass die Kröten überfahren werden?" sagte Bernd Rose, Schriftführer des NABU Burgdorf. Bereits seit sieben Jahren trifft sich dasselbe Team von etwa dreizehn Helfern einmal jährlich, um den Erdkröten in der Paarungszeit den Weg über die Straße zu versperren.
Normalerweise wird der Krötenzaun erst Ende Februar aufgebaut, da die Tiere erst bei etwa acht Grad auf Wanderschaft gehen. Dieses Jahr haben sich die Naturschützer jedoch etwas früher an die Arbeit gemacht, da der Januar schon sehr warm gewesen ist. Zunächst wurde eine Furche gegraben, anschließend musste der 500 Meter lange Kunststoff zäun hinein gedrückt und mit Eisenpfählen befestigt werden. Zum Schluss wurden noch Eimer in die Erde eingegraben, welche als Auffangstation für die Kröten dienen.
Wenn die Wanderschaft beginnt, übernimmt der 80-jährige Wolfgang Kreysel den Shuttleservice zum Tümpel. Jeden Tag kontrolliert er die Eimer, findet er darin eine Kröte, trägt er sie höchstpersönlich auf die andere Straßenseite. Jährlich finden die Burgdorfer Naturschützer etwa 450 Erdkröten in ihren Eimern auf, der NABU Burgwedel sogar ein Vielfaches davon.
Aber auch andere Tiere landen unfreiwillig immer wieder in den Behältnissen, darunter Mäuse, Molche und Käfer. Aus diesem Grund wird vorsorglich jeder Eimer mit einem Stock bestückt, der dem Getier als Leiter in die Freiheit dient. Außerdem wird noch jede Menge Laub hinein gegeben, damit sich die Kröten vor hungrigen Wildsehweinen und Greifvögeln verstecken können, erklärten die Naturschützer.
04. Februar 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Trotz Kälte: Krötenzaun steht schon
Naturschutzbund will vorsorgen
RAMLINGEN. Um die acht, neun Grad muss es schon warm sein – wenn dann noch Regen hinzukommt, gibt es für Kröten auf dem Weg zum Laichplatz kein Halten mehr. Am Sonnabend herrschten zwar zwei Grad Kälte – trotzdem haben Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) bereits einen etwa 500 Meter langen Krötenschutzzaun vom Waldbad in Richtung Ramlingen errichtet.
Wegen der für die Jahreszeit zu warmen Witterung in der vergangenen Woche befürchten sie, dass sich die Kröten früher als gewohnt vom Winterquartier im Wald nördlich der Kreisstraße auf den Weg zum Laichtümpel südlich des Bades machen könnten. „Im Raum Celle sind schon Kröten unterwegs“, sagte Schriftführer Bernd Rose. Sobald die ersten Kröten in den Eimern am Zaun zu finden sind, wird der 80-jährige Pensionär Wolfgang Kreysel morgens die Tiere sicher über die Straße bringen. Rund 450 Kröten sind es jedes Jahr. hz
05. Januar 2008 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Manchmal darf es eine Brennnessel sein
Der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski bleibt weitere fünf Jahre im Amt – Mehr Informationen für Kinder
Günther Jatzkowski hat auch in seinem Garten in Ehlershausen einen Teich als Lebensraum für Fische und Frösche. Kühn
Ein Vierteljahrhundert will er noch vollmachen: Jetzt ist der Ehlershausener Günther Jatzkowski nach 20 Jahren als Burgdorfs Naturschutzbeauftragter für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden.
VON OLIVER KÜHN
BURGDORF. Mit einem verletzten Reiher hat 1979 alles angefangen. Als der gebürtige Hänigser das Tier gefunden und zur Vogelpflegestation gebracht hatte, war er kurz darauf eines der Gründungsmitglieder des Naturschutzbundes in Großburgwedel. Mit dem Bau von Brutkästen für Schleiereulen in dem alten Trafoturm an den Osterwiesen in Obershagen und dem sogenannten Schneiteln von Kopfweiden hat sich der heute 68-Jährige in und um Burgdorf schnell einen Namen unter Naturfreunden gemacht. Auch das Aufhängen von Hunderten von Vogelkästen (allein am Golfplatz Ehlershausen hat er 155 Stück hinterlassen) und das Umsetzen von Hornissennestern sind sein Verdienst. Kein Wunder, dass der damalige Landkreis Hannover 1987 auf Günther Jatzkowski kam, als er einen Naturschutzbeauftragten suchte.
„Briefe zu schreiben und Stellungnahmen abzugeben, war für mich am Anfang gar nicht so einfach“, sagt der gelernte Schlosser, der schon als Kind nach der Schule Ziegen zum Weiden ins Moor trieb.
Seitdem hat der Rentner viele Aktionen begleitet und Projekte angeschoben (siehe Kasten). Als vorerst letztes großes Vorhaben hat er auf einem Moorgrundstück in Ehlershausen einen Teich für den Moorfrosch mitangelegt und dafür die Verhandlungen mit Eigentümern, Behörden und Sponsoren geführt. So ganz nebenbei hat der Naturliebhaber ein sogenanntes Herbarium mit 350 heimischen Blumen und Pflanzen und ein Blätteralbum von Laubbäumen angelegt. Das kommt auch Kindern und Schülern zugute. So begleitet Jatzkowski etwa den Kindergarten Ehlershausen oft bei seinen Waldtagen, sammelt Pilze und Blumen und fängt mit ihnen Frösche – die natürlich wieder freigelassen werden.
Der Unterricht für Kinder und Jugendliche liegt dem Ehlershausener in den nächsten fünf Jahren verstärkt am Herzen. „Die Schulen tun sich mit einer Zusammenarbeit schwer, da würde ich mir mehr Offenheit wünschen“, sagt der Naturschutzbeauftragte. So seien einige Hortgruppen in Burgdorf noch nie im Wald gewesen. Eine Brennnessel hat von ihnen natürlich auch noch niemand gegessen. Wie die schmeckt? „Nach Brennnessel eben“, sagt der 68-Jährige und schmunzelt. „Das kann man nicht beschreiben, man muss es probieren.“
DIE AUFGABEN UND PROJEKTE - Jatzkowskis Spuren sind überall zu sehen
Günther Jatzkowski hat Spuren hinterlassen. Unter anderem waren es seine Aufgaben, Streuobstwiesen anzulegen, eine naturkundliche Schau im Stadtmuseum zu erarbeiten, Diavorträge zu halten, einen Baumlehrpfad in Stadtpark anzulegen und beim Ökomarkt auf dem Spittaplatz Ausstellungen zu zeigen – immer mithilfe seiner Mitstreiter vom Naturschutzbund Burgdorf, Uetze und Umgebung.
Weiterhin sorgte Jatzkowski dafür, dass die offenen Becken der stillgelegten Kläranlage in Ehlershausen mit Sand gefüllt wurden. „Das war nicht nur für Hasen und Igel, sondern auch für Kinder gefährlich“, sagt der Naturschutzbeauftragte.
Darüber hinaus ist Jatzkowski beratendes Mitglied des Umweltausschusses der Stadt Burgdorf und der Region Hannover. Wer Fragen zur Natur hat oder einen Referenten braucht, kann Günther Jatzkowski unter Telefon (0 50 85) 552 erreichen. ok
Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen










