Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel Pressespiegel 2007
03. November 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
GASTKOMMENTAR - Auf Laubsauger lieber verzichten
Für die Gartenpflege im Herbst sind in den vergangenen Jahren verstärkt Laubsauggeräte gekauft worden, die von der mühsamen Arbeit mit Rechen und Besen entlasten sollen. Aus der Sicht des Naturschutzbundes (Nabu) spricht jedoch nichts für deren Einsatz in Gärten und auf Grünflächen, sagt Dirk Brinkmann, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung.
Von Dirk Brinkmann
Neben dem Energieverbrauch und dem Lärm stellen Laubsauger eine Gefahr für Kleintiere dar. Insbesondere Geräte mit integrierter Häckselfunktion lassen im Laub befindlichen Kleinlebewesen keine Überlebenschancen. Es werden verschiedene Geräte angeboten: Die einen blasen mithilfe einer Turbine Blätter weg, andere können das Laub auch aufsammeln und zerkleinern. Die anschließende Häckselfunktion reduziert das Laubvolumen zwar effektiv, zerstückelt aber die im Laub lebenden Kleinlebewesen wie Käfer, Spinnen, Tausendfüßler, Asseln und Amphibien. Sie nehmen auch Einfluss auf Tiere, deren Verstecke und auf die Nahrungsgrundlagen dieser Arten. Darüber hinaus stoßen Laubsauger nach Angaben des Umweltbundesamtes im Vergleich zu einem Auto mit Katalysator etwa 200-mal mehr unverbrannte Kohlenwasserstoffe sowie viele Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.
Was kann der Einzelne tun? Nach Möglichkeit auf Laubsauger verzichten. Nur die geschlossene Laubdecke auf dem Rasen schadet. Es muss auch nicht überall entfernt werden, sondern kann an vielen Stellen liegen bleiben, dem natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden und so Lebensräume und Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Zusammengerechte Laubhaufen sind eine notwendige Überwinterungshilfe. Verteilt auf Beeten und unter Bäumen finden dort auch etwa Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf. Der Schutz dieser Tiere kommt außer den Gartenvögeln, für die die Kleinlebewesen eine wichtige Nahrungsquelle im Winter darstellen, auch dem Gärtner zugute. Denn sie erweisen sich als unerlässliche Helfer bei der Bodenaufbereitung im nächsten Frühjahr. Mithilfe von Laub, Zweigen und Ästen können Gartenbesitzer ihre Gärten im wahrsten Sinne des Wortes beleben.
Kritisch sind die leistungsstarken Laubsauger auch im kommunalen Bereich. Im Interesse naturnaher Gärten und der Artenvielfalt erscheint deren Einsatz nur auf Wegen, Bürgersteigen, Park- und Lagerplätzen akzeptabel.
Und was meinen Sie?
Wenn Sie Ihre Meinung in einem Leserbrief sagen wollen, schicken Sie ihn bitte an
Anzeiger
Chefredakteur Peter Taubald
Marktstraße 14 31303 Burgdorf
peter.taubald@madsack.de
09. Oktober 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder finden Fledermaus
Bernd Rose verfüttert täglich 20 Würmer
Auf dem Finger sitzend wird der kleine Patient mit Würmern gefüttert. Dazu verwendet Bernd Rose eine Pinzette (kleines Bild).
Von Sven Warnecke
BURGDORF/LEHRTE. Ein Winzling: Nicht größer als ein Daumen misst die kleine Fledermaus, die der Burgdorfer Bernd Rose derzeit zu Hause aufpäppelt. Es gilt, sich für den bevorstehenden Winterschlaf überlebensnotwendige Fettreserven anzufuttern.
Das Tier, eine Bartfledermaus - die drittkleinste in Deutschland vorkommende Spezies - wurde von zwei Schülern aus Aligse auf dem Pausenhof der Albert-Schweitzer-Schule entdeckt. Leon und Jil nahmen sich der Fledermaus an und taten nach Auskunft des Vorsitzenden der Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu), Dirk Brinkmann, das einzig Richtige: Sie informierten den Fledermausexperten Bernd Rose. "Nach erster Diagnose stellte sich heraus, dass sich das nachtaktive Säugetier einen Flügel gestaucht hatte und nicht mehr fliegen konnte", berichtet Brinkmann.
Jetzt muss die Bartfledermaus richtig gut futtern: Täglich bekommt sie - auf den Abend verteilt - 20 Mehlwürmer sowie einige Tropfen Wasser gegen den Durst, erzählt Nabu-Mitglied Rose. "Fettreserven sind lebenswichtig, um den bevorstehenden Winter zu überstehen."
Die Tiere gingen in den Winterschlaf, da es in der kalten Jahreszeit keine Insekten gebe, weiß der Burgdorfer. Dazu suchten sie sich Höhlen, Felsspalten oder auch mal in Ermangelung eines natürlichen Schlafplatzes einen Rolladenkasten, ergänzt Brinkmann. Nur so könnten sich die Fledermäuse vor Feinden wie Marder und Eule schützen.
Im Frühjahr, da ist Rose sicher, wird sich sein jüngster Zögling nach überstandenem, ausgiebigem Schlaf wieder den Artgenossen anschließen.
Alle in Deutschland lebenden 23 Fledermausarten sind strengstens geschützt, teilweise vom Aussterben bedroht, betont Brinkmann. Veränderungen infolge von Nahrungsmangel, Umweltgiften und Zerstörung von Sommer- und Winterquartieren machen den insektenfressenden Nachtjägern das Überleben schwer, sagt der Nabu-Chef. "Durch Unwissenheit werden die Quartierbäume gefällt und Hohlräume in Gebäuden verschlossen."
26. September 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Gutes Mäusejahr ist auch ein Eulenjahr
Vögel können ihren Nachwuchs besonders gut ernähren – Acht Jungeulen in Dollbergen
Von Stefan Heinze
DOLLBERGEN. Alle zwei Tage fliegt derzeit in Dollbergen eine Jungeule aus. Stolze neun Eier hatte eine Schleiereule in dem Eulen-Nistkasten ausgebrütet, der am Giebel der Reithalle am Pappelweg hängt. Acht Tiere haben überlebt und werden jetzt flugfähig.
Insgesamt hat Ehrhard Zander, der Naturschutzbeauftragte für die Gemeinde Uetze, mit anderen Ehrenamtlichen in diesem Jahr im Raum Uetze, Burgdorf und zum Teil auch Lehrte 40 Schleiereulenpaare gezählt. Etwa 20 davon brüteten – wie in der Dollbergener Reithalle – zweimal. Eine Mäuseschwemme machte die starke Vermehrung möglich.
Fünf bis sieben Eier legt die Eulenmutter bei der Erstbrut, wie Zander erklärt. Bei der Zweitbrut können es schon mal so viele sein, dass der Greifvogel sich auf dem Gelege drehen muss, um alle Eier gleichmäßig warm zu halten. Ganz selten brüten die Schleiereulen sogar dreimal im Jahr.
Dann kann es zu sogenannten Schachtelbruten kommen. Dabei sind noch Junge im Nest, während im Zweitagesrhythmus bereits neue Eier gelegt werden. Aber das hat Zander seit 1979 erst zweimal erlebt.
Die große Zahl der Jungen ist nötig, weil naturgemäß von 100 ausgeflogenen Jungeulen nach fünf Jahren nur noch fünf am Leben sind. Die schwächsten Jungen gehen noch im Nest ein oder werden – wie es auch bei den Störchen üblich ist – verfüttert. „Zur Arterhaltung ist es wichtig, dass die Stärksten überleben“, erklärt Zander.
Um die Nistbedingungen für die Vögel mit der auffallend herzförmigen Gesichtsmaske zu verbessern, haben in den vergangenen Jahren rund 50 Mitglieder des Naturschutzbundes im Bereich Uetze, Lehrte und Burgdorf 85 Nistkästen aufgehängt. Seit dem Jahr 1979 wurden in diesen Kästen 3200 Jungeulen gezählt. Auch Waldkäuze und Turmfalken nisteten schon in den Kästen, zudem eine Bachstelze, die auch einen Kuckuck aufzog.
04. September 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Wespennester sind nur halb so groß wie üblich
Wetter macht der Brut das Leben schwer – Führung zu Hornissen
VON CHRISTINE MURSCH-GÜNTZEL
UETZE/HÄNIGSEN. Im August 2006 schwirrten hungrige und ausnehmend aggressive Wespen nicht zu knapp umher. August 2007: Wo sind die Wespen nur geblieben? Der Insekten-Neurotiker kann fast jede Bäckerei heiteren Sinnes betreten. Hier sticht dies Jahr nichts – allenfalls der Bienenstich ins Auge. Anhand der Zahl der ihm gemeldeten Nester kann der Uetzer Naturschutzbeauftragte Erhard Zander zwar keinen großen Unterschied zu früheren Jahren registrieren. Aber er hat festgestellt, dass die Nester in diesem Jahr infolge der schlechten Witterung nur etwa halb so groß wie üblich sind.
Zudem musste sich der Nachwuchs der deutschen und der gemeinen Wespe in diesem Jahr mit einem verknappten Nahrungsangebot an Insekten zufrieden geben. Und die Vertreter dieser zu den Kurzkopfwespen zählenden Arten sind eben genau jene, deren Appetit auf Süßes im Spätsommer sehr groß ist. Alle anderen hätten gar kein Interesse an dem, was Menschen so essen, erläutert Zander.
Wespen und Hornissen fressen alles an Insekten, was sie fangen können. Die Hornisse verspeise bis zur Wespengröße, die Wespe bis zur Fliegengröße. Insofern seien sie für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar. Trifft ihr Stachel aber einmal den Menschen, dann gebe es prinzipiell keinen Unterschied zwischen dem Gift der Biene, der Wespe oder der Hornisse. Allerdings bekomme man beim Bienenstich die volle Ladung ab. Der Giftbeutel werde herausgerissen. Und Allergiker müssten Obacht geben, wenn sie mehrfach gestochen werden: „Je häufiger sie gestochen werden, desto gefährdeter sind sie.“
Da der Hornisse beim Stechen höchst Gefährliches nachgesagt wird, wird Zander am 16. September Gelassenheit im Umgang mit dem Großinsekt demonstrieren. Er wird bei einer Führung in Hänigsen – Treffpunkt ist um 9.20 Uhr die Kirche – eine Hornisse in die Hand nehmen. Man müsse die Hand langsam an das Nest heranführen und nicht zu lange daran herum hantieren, sagt er. Sonst werden die Hornissen nervös. Und das wäre gar nicht gut.
30. August 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Neue Kinderstube für Moorfrosch angelegt
Der Naturschutzbund baggert bei Ehlershausen Laichgewässer aus
Günther Jatzkowski beobachtet den Aushub des neuen Laichgewässers. Am Steuer des Baggers sitzt der Burgwedeler Bauunternehmer Günter Languth. Kleines Bild: Das Moorfrosch-Männchen wechselt während der Paarungszeit seine sonst braune Farbe in blau. Warnecke
Der Moorfrosch ist ein seltenes Exemplar. Damit sich der einzige Bestand in der Umgebung wohlfühlen kann, hat der Naturschutzbund jetzt im Ehlershäuser Moor eine neue Kinderstube ausgebaggert – sprich ein Laichgewässer angelegt.
VON SVEN WARNECKE
EHLERSHAUSEN. Im beschaulichen Ehlershäuser Moor – zwischen der Bundesstraße 3 und der Eisenbahnlinie – sagen sich normalerweise Fuchs und Hase Gute Nacht. Deshalb liebt der sehr seltene Moorfrosch die Gegend. Diese Amphibienart ist nach Auskunft von Günther Jatzkowski, Naturschutzbeauftragter der Region für Burgdorf, nur dort vertreten. Eine weitere Population gebe es noch am Steinhuder Meer, berichtet der Experte. Aus diesem Grund soll in Ehlershausen auf dem Gelände der Straßenbauverwaltung Hannover das neue Laichgewässer für den schützenswerten Moorfrosch mitten im Wald angelegt werden. Diese Fläche wurde seinerzeit als Ausgleich für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 3 ausgewiesen.
„Eine neue Kinderstube für Max Moorfrosch“ überschreibt Jatzkowski das gestern gestartete Projekt – auch wegen der 1500-Euro-Spende der Sparkasse Hannover, die Max Moorfrosch zu ihrem Maskottchen auserkoren hat.
Für das etwa 1000 Quadratmeter große, aber nur einen Meter tiefe Feuchtbiotop rechnet Jatzkowski zusammen mit der Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) mit Gesamtkosten von etwa 3000 bis 5000 Euro. Die Kosten hielten sich in Grenzen, „auch dank Günter Languth“, lobte der Naturschutzbeauftragte. Der Großburgwedeler Bauunternehmer arbeitet bereits seit mehr als 25 Jahren mit dem Nabu zusammen. „Immer dann, wenn es wieder einmal gilt, mithilfe schweren Geräts Biotope anzulegen“, sagte Jatzkowski. „Der nimmt nicht das meiste.“ Und der Mann habe Ahnung. Das stellte Languth, der selbst den schweren Bagger steuerte, gestern wieder unter Beweis. Er hatte in dem etwa 30 mal 35 Meter messenden Erdloch alte, halb verrottete Baumstümpfe entdeckt und nicht etwa beiseite geräumt, sondern im neuen Gewässer aufgestellt. „Für herumschwirrende Libellen als Rastplatz“, erklärt Jatzkowski.
Für den sensiblen Moorfrosch dürfe der Teich nur maximal einen Meter tief sein, damit sich das Wasser schnell erwärmen kann. Dies brauche der Moorfrosch während der Laichzeit im März/April, erläutert der Naturschutzbeauftragte. Das Besondere an dem sonst eigentlich braunen Tier sei die Färbung in der Paarungszeit. „Die Männchen verfärben sich dann für drei bis fünf Tage blau“, weiß Jatzkowski.
22. August 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Abflug steht unmittelbar bevor
In diesen Tagen startet der einzige Jungstorch aus Uetze in Richtung Süden
VON CHRISTINE MURSCH-GÜNTZEL
HÄNIGSEN. Aufbruchstimmung in Hänigsen: Der einzige Jungstorch dieses Sommers im Uetzer Bereich bereitet sich auf das Abheben gen Süden vor. Seine Eltern folgen wenige Tage später.
Der nahende Herbst schickt bereits seine längeren Schatten voraus: Zeit für die Hänigser Storchenfamilie, sich auf den langen Weg in wärmere Länder zu machen. In diesen Tagen werde der Jungstorch abfliegen, weiß der Naturschutzbeauftragte der Region Hannover, Erhard Zander. Die Altstörche folgen drei bis sieben Tage später. Es ist nun aber nicht so, dass Jung-Adebar schnöde auf eine Reise ins Ungewisse geschickt wird. Die Jungstörche sammeln sich an bestimmten Stellen, fliegen voraus, und irgendwo im südlichen Bereich, meist Baden-Württemberg, stoßen die Altstörche dann hinzu.
Für den Hänigser Jungstorch steht mit seinem ersten Fernflug aber viel auf dem Spiel: Sein Leben entscheidet sich. Wird er Ost- oder Westflieger?
„Einmal Ostflieger, immer Ostflieger“, sagt Zander. Gleiches gilt natürlich auch für den Westflieger. Für Jung-Adebar mischt das Schicksal die Karten. Es komme ganz darauf an, in welche Gruppe er nun gerate und welche Route der Gruppenführer bestimmt, erläutert Zander.
Die Störche auf der Ostroute haben es ein bisschen weiter. Südafrika ist das Ziel. Bisweilen blieben sie aber auch schon im Sudan hängen, sagt der Naturschutzbeauftragte. Das sei eine Sache des Nahrungsangebots. Die Westroute führt über Gibraltar nach Westafrika. Die Faulen überwintern aber auch schon mal in Spanien. Die „Wessis“ kommen bereits im März zurück, die „Ossis“ zwischen dem 10. und 20. April.
In Hänigsen finden sie dann ein saniertes Nest vor. Überhängende Teile des etwas ostlastigen Brutplatzes sollen nach dem Aufbruch der Störche mit der Kettensäge entfernt werden, kündigt Zander an. Auch das Burgdorfer Nest solle mithilfe der Feuerwehr aufgearbeitet werden. Und vielleicht „klappert sich ja herum“, dass man im Osten der Region ein Herz für Störche hat und deren Wohnstätten pflegt. Denn dass etwa das Dollberger Nest seit einigen Jahren nicht besetzt ist, ist für Zander unverständlich. Hinsichtlich des Nahrungsangebots sei Dollbergen der beste Standort, sagt er. Und vielleicht findet sich auch in Eltze wieder ein Storchenpaar ein. In diesem Jahr blieb das Nest leer.
15. August 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Aufruf: Gewässer sich selbst überlassen
Der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski appelliert eindringlich an die selbst ernannten Teichpfleger
Günther Jatzkowski entfernt unpassenden Bewuchs aus einem der Teiche in der Gemarkung Heeßel. Heinze
Bürgerengagement wird in Burgdorf groß geschrieben. Doch es kann zu weit gehen: Etwa in einigen Teichen, die als Ausgleich für den Bau der Burgdorfer Ortsumgehung angelegt worden sind.
VON STEFAN HEINZE
BURGDORF. Wasserläufer, Rückenschwimmer, Libellenlarven, Kaulquappen und mehr – in die 16 neuen Teiche ist schon Leben eingekehrt. Doch mit dem Bewuchs sieht es nach Auffassung des Naturschutzbeauftragten Günther Jatzkowski nicht so gut aus. Naturfreunde haben Igelkolben, Hornkraut und andere, seiner Auffassung nach unpassende Gewächse, an die Ufer gepflanzt.
„Hornkraut hat keine Fressfeinde hier“, erläutert er. Schon in wenigen Jahren überwuchere es den ganzen Teich. Igelkolben dürfen erst später gepflanzt werden, wenn Enten die Samen fressen. „Die Leute meinen es gut, aber das ist falscher Naturschutz“, erklärt Jatzkowski. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) entfernt deshalb den für die Teiche ungünstigen Bewuchs. „Lasst kommen, was kommt“, betont er. Es sollte der natürliche Bewuchs mit Rohrkolben, Schwertlilien und anderen Pflanzen einfach abgewartet werden.
Die Teiche sich ganz selbst überlassen will aber auch der Nabu nicht. So entfernen die Ehrenamtlichen die sich selbst aussäenden Erlen am Ufer. Das Laub würde das Sonnenlicht abschirmen. Damit könnte sich das Wasser für die Amphibien nicht mehr ausreichend erwärmen und deren Vermehrung erschweren. Frösche wären aber auch Nahrung für den Weißstorch. Störend für dieInsektenvermehrung ist auch das Vergnügen, mit Pferden durch die Teiche zu reiten, sagt Jatzkowski.
Der Nabu ist für die Pflege der Teiche und die umliegenden Areale bisher nicht verantwortlich, sondern die Straßenbauverwaltung. Danach würden sowohl der Nabu als auch die Jägerschaft die Flächen gern in ihre Obhut nehmen. Dann dürften die Wiesen sicher nicht mehr während der Brut- und Setzzeit gemäht werden, wie es jüngst geschah (der Anzeiger berichtete).
KOMMENTAR - Naturschutz den Profis überlassen - VON SVEN WARNECKE
Eine wohl einmalige Chance: Gleich zwei anerkannte Naturschutzverbände – der Naturschutzbund und die örtliche Jägerschaft – haben offenkundig ihre Bereitschaft erklärt, die für den Bau der Burgdorfer Umgehungsstraße ausgewiesenen Ausgleichsflächen rund um Burgdorf künftig in ihre Obhut zu nehmen. Die Straßenbauverwaltung täte gut daran, dieses Angebot möglichst schnell anzunehmen, zumal dieser Service vermutlich kostenlos sein dürfte. Das spart nicht nur öffentliches Geld für die Pflege, sondern schont auch das Leben vieler freilebender Tiere.
13. August 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Im Stadtpark jagen nachts drei Fledermausarten
70 Gäste bei Führung des Naturschutzbunds
Etwa 70 Tierfreunde kommen zur Exkursion zu den Jagdgründen der Fledermäuse in den Stadtpark, die von Bernd Rose (oben) geleitet wird. Peetz
VON KERSTIN PEETZ
BURGDORF. Von Mäusen und Menschen haben am Freitagabend die Ausführungen des Burgdorfers Bernd Rose gehandelt. Dabei ging es allerdings nicht um John Steinbecks gleichnamige Erzählung. Rose ist kein Literaturkritiker, sondern Naturschützer: Im Mittelpunkt des Treffens im Stadtpark standen die in der Region heimischen Fledermäuse.
Bernd Rose vom örtlichen Naturschutzbund (Nabu), ist Fachmann auf dem Gebiet dieser nachtaktiven Spezies. Sie teilt sich – als einzige flugfähige Säugetierart auf diesem Planeten – mit echten Mäusen jedoch nur ein Namenselement und die Gattung.
Unter der Führung Roses machten sich rund 70 Naturverbundene kurz vor Einbruch der Dämmerung auf die Suche nach Zwerg-, Wasser- und Breitflügelfledermäusen, die im Burgdorfer Stadtpark zu Hause sind.
Rose gab detaillierte Einblicke in das Leben der seit 1936 unter Schutz stehenden Tiere, deren Bestand sich langsam erholt.
Außerdem erläuterte er, wie einfach es ist, den Lebensraum für die rund 20 in Deutschland beheimateten Fledermausarten zu sichern oder neu zu schaffen. Denn die Tagschläfer halten sich während der Sommermonate gern in der Nähe von Menschen – besser gesagt innerhalb ihrer Behausungen auf. Dabei gehören Kirchtürme, Speicher, Scheunen und Nischen hinter Fassadenverschalungen zu ihren bevorzugten Ruheplätzen.
Tatsächlich zeigten sich dann auch die mit Spannung erwarteten Nachtschwärmer, die ihre Nahrung, zum Beispiel Spinnen und Insekten, per Ultraschall orten. Zuvor wurden sie von den Exkursionsteilnehmern allerdings akustisch wahrgenommen, denn Roses Empfangsgerät wandelte diese Wellen in hörbare Laute um.
08. August 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu baut einen Teich für den König
Umweltschützer dürfen eine neue Laichstätte für den Laubfrosch schaffen – Verbleib des Aushubs noch ungeklärt
Der Naturschutzbund in Burgdorf (Nabu) wird zur Rettung des Laubfroschbestandes einen neuen Teich im Engebruche Richtung Immensen ausheben. Sobald der Verbleib des Aushubs geklärt ist, sollen die Arbeiten beginnen.
VON REBEKKA NEANDER
BURGDORF. Das Projekt trägt einen anspruchsvollen Namen: „Ein König sucht sein Reich“ – nicht weniger will der Nabu in der Region Hannover mit seinem Artenhilfs- und Kleingewässerschutzprojekt erreichen. Denn die Region hat Nachholbedarf. Hier lag einst der Verbreitungsschwerpunkt des so kleinen, aber so lauten grünen Laubfrosches in Niedersachsen. Übrig geblieben sind davon lediglich vier Populationen – zwei davon im Raum Burgdorf.
Als Standort für eine neue Ansiedlung hat der Nabu nun den Engebruche ausgesucht, ein Areal ungefähr auf halber Höhe zwischen dem Großen Stern und Groß Grafhorn. Hier hat Günther Jatzkowski vom Nabu in Burgdorf den Laubfrosch noch selbst gesehen – allerdings vor 30 Jahren. Die Gegend eigne sich jedoch unter anderem wegen des dort hoch gelegenen Grundwasserspiegels. „Das Biotop muss deshalb nicht so tief ausgehoben werden“, erläuterte Jatzkowski.
Der neue Teich wird rund 1000 Quadratmeter umfassen. Der Nabu hat für das Projekt ein etwa 4000 Quadratmeter großes Grundstück zum Preis von 4000 Euro erworben.
Die Kosten für den Aushub werden nochmal zwischen 4000 und 10 000 Euro umfassen – je nachdem, ob der Nabu einen freundlichen Landwirt findet, der hilft, oder ob der Aushub an eine Firma vergeben werden muss. Jatzkowski ist guten Mutes, eine kostengünstige Lösung zu finden.
Der Laubfroschbestand ist vor allem wegen des Rückgangs der natürlichen Viehtränken geschrumpft. Weil diese kleinen Gewässer nicht tief waren und keine Fische beherbergten, waren sie ein sicherer Hort für den Laich der Amphibien. Wenn der Teich erst einmal besteht, beginnt für den Nabu ein ordentliches Stück Arbeit.
„Rund herum stehen viele Erlen, die sich sofort in dem Teich aussäen werden“, sagte Jatzkowski. Diese Triebe müssten im nächsten Jahr alle einzeln von Hand herausgezupft werden. Ein Reich für einen König eben.
13. Juli 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Schüler bepflanzen Teichrand
Aktion ist Teil eines Regionsprojekts
Unterricht am Schulteich: Manfred Tschäke vom Naturschutzbund (Mitte) erläutert den Schülern das Ökosystem des Teiches und pflanzt mit den Drittklässlern und Konrektorin Marion Cörlitz-jung (rechts) verschiedene Wasserpflanzen an den Teichrand sowie direkt ins Wasser. Jarolim-Vormeier
VON KATERINA JAROLIM-VORMEIER
IMMENSEN. Schule einmal anders: Die Heinrich-Bokemeyer-Grundschule hat den Unterricht vom Klassenraum an den Teich im Schulgarten verlagert. In der gestrigen Sachkundestunde berichtete Manfred Tschäke von der Burgdorfer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) dort den Drittklässlern über den ursprünglichen Lebensraum der Tiere - den Teich.
Außerdem erklärte er den Jungen und Mädchen, dass durch alte Blätter Faulgase im Wasser entstünden und somit der Sauerstoffgehalt abnehme. Für den erst frisch angelegten Teich hatte Tschäke eine Holzkiste voller Wasserpflanzen dabei: Mit Hilfe von Schilf über Wasserklee und Wasserminze bis hin zu Blutweiderich gestalteten die Mädchen und jungen das Ufer neu. „Wie wachsen die Pflanzen eigentlich im Wasser, wenn da keine Erde ist“, fragte Elina. „Die Wurzeln vernetzen sich mit dem Kies im Teich“, erklärte ihr Tschäke. Die Pflanzaktion ist Teil des Regionswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, an dem Immensen teilnimmt. Vor einem Monat hatten die Eltern den versandeten Tümpel wieder in Ordnung gebracht. Jetzt kümmern sich die Drittklässler um die Pflege des Schulteiches.
19. Juni 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Scheuer Grünspecht brütet bei Familie Pütz – Nabu fotografiert
Burgdorf. Familie Pütz hat in den zurückliegenden Wochen seltene Gäste im Garten gehabt: ein Grünspechtpaar samt seinen Jungen. Die Vögel hatten sich ihre Behausung in den Stamm des Apfelbaums gezimmert. Bemerkt habe sie die Höhle erst durch Späne, die im Gras neben dem Baum lagen, erzählte Cordula Pütz. Zuerst wurde Tochter Ronja verdächtigt, beim Saubermachen des Kaninchenstalls Streu verloren zu haben. Doch dann war schnell klar: Der Specht hatte die Späne beim Hausbau produziert.
Mittlerweile sind die drei Jungen flügge geworden. Jetzt hat auch der letzte Vogel das Nest verlassen. „Wir werden die Spechte sehr vermissen“, sagte Oma Anna-Luise etwas wehmütig. Sie war es auch, die den örtlichen Naturschutzbund (Nabu) informiert hatte. Vorsitzender und Hobby-Naturfotograf Dirk Brinkmann lag tagelang im Tarnzelt auf der Lauer, um die Spechtfamilie beim Fotografieren nicht zu stören.
Vielleicht bekommt Familie Pütz bald neuen Tierbesuch, denn in verlassenen Spechthöhlen nisten sich nach Auskunft Brinkmanns gern andere seltene Tierarten wie Fledermäuse, Eulen oder Hornissen ein. tin
23. Mai 2007 - Marktspiegel Burgdorf
Burgdorf hat jetzt einen Baumlehrpfad
Mit einem kleinen Parkrundgang wurde das lehrreiche NABU-Projekt eingeweiht
Projektleiter Peik Henneberg (Mi; NABU) führte die Gruppe an der Platane vor dem Burgdorfer Schloss. Foto: gb
BURGDORF (gb). Wie kommt eine „Japanische Blüten-(Zier-)Kirsche“ (Prunus serrulata) oder eine „Kaukasische Flügelnuss“ (Pterocarya fraxininfolia) nach Burgdorf? Beides sind Bäume, die eigentlich in Ostasien bzw. im nördlichen Iran beheimatet sind, sich aber schon seit Jahrzehnten im Stadtpark der Auestadt zu Hause fühlen. Der Naturschutzbund Burgdorf, Uetze und Umgebung (NABU) hat insgesamt 38 Bäume bestimmt und sie in einem Flyer mit ihren Standorten zusammengefasst, der zur Einweihung „Baumlehrpfad Stadtpark Burgdorf“ erschienen ist.
Der NABU hatte dieses Projekt initiiert und fand Unterstützung bei der Stadt Burgdorf, dem Verkehrs- und Verschönerungs Verein (VW) sowie dem Stadtmarketing Burgdorf (SMB). „Der SMB übernimmt als Dienstleister die Präsentation, denn wir wollen die Baumvielfalt im Stadtpark vielen Menschen bekannt und erlebbar machen“, sagte SMB-Vorsitzender Dr. Karl-Heinz Vehling. Die bisher aufgeführten Bäume sind mit einer kleinen Granitplatte namentlich gekennzeichnet. „Die Bestimmungen und Einlassungen der Platten haben NABU-Mitglieder in vielen Arbeitsstunden geleistet“, erklärte Projektleiter Peik Hennberg, bevor er zu einem kleinen Premierenrundgang einlud.
Dieser begann direkt an der Marktstraße unweit der St.-Pankratius-Kirche, wo sich ein „Baumhasel“ (Corylus colurna), dessen Herkunft Südosteuropa und Westasien ist, in den Himmel erhebt. Die nächste Station war das Burgdorfer Schloss, vor dem eine „Platane“ (Platanus acerifolia), die von einem wilden Bienenvolk in Besitz genommen worden ist. ihre Schatten wirft. Ferner steht in der Nähe des Teiches ein asiatischer „Ginkgo“ (Ginkgo biloba), ein Baum der vor rund 150 Millionen Jahren auch in Europa weit verbreitet war. Bei uns sieht man den Ginkgobaum nur noch selten. Und er wäre vielleicht schon längst ausgestorben, wenn er nicht seit vielen Jahrhunderten in Ostasien als Tempelbaum angepflanzt, gepflegt und verehrt würde.
Die Informationsflyer zum Baumlehrpfad sind in den Rathäusern I und II, im Stadtmuseum und Bürgerbüro sowie bei vielen Veranstaltungen erhältlich. „Der Baumlehrpfad ist eine anschauliche Bereicherung unserer bisherigen Stadtführungen, er unterstreicht den ökologischen Anspruch und ist bestens für Schulklassen geeignet, um Natur kennenzulernen“, lobte Bürgermeister Alfred Baxmann.
Die erste öffentliche Führung, die rund 90 Minuten dauert, veranstaltet der SMB am „Kunstmarkt-Samstag“, den 9. Juni, um 14 Uhr. Teilnehmerkarten sind bei Bleich „schreiben & schenken“ in der Braunschweiger Straße 2 zu bekommen. Gruppenführungen können unter der Telefonnummer: (05136) 1862 angemeldet werden.
07. Mai 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu bittet auf den Lehrpfad
Führung zu 38 Baumstandorten
Burgdorf. Der Baumlehrpfad im Stadtpark ist nun offiziell eingeweiht. Am Sonnabend führte der Naturschutzbund (Nabu) erstmals rund 25 Naturinteressierte zu den 38 Baumstandorten. In mehreren Arbeitseinsätzen hatte die Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des NaBu auf eigene Kosten Granitsteine mit den Namen der Bäume gesetzt. Der Verein Stadtmarketing Burgdorf (SMB) will den Pfad nun vermarkten. Das versprach der Vorsitzende, Karl-Heinz Vehling. Erste Unterstützung ist die Finanzierung eines Faltblatts, in dem die Bäume mit Standort, Namen und Herkunft verzeichnet sind.
„Wir brauchen immer Partner, um diese Stadt bunter und attraktiver zu machen“, richtete Bürgermeister Alfred Baxmann seinen Dank an den stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsgruppe, Peik Henneberg. Der hofft, dass der Pfad für den Naturkunde- oder Biologieunterricht der Schulen Anklang findet. Die erste öffentliche, etwa anderthalbstündige Führung beginnt am Sonnabend, 9. Juni, um 14 Uhr. Karten gibt es bei der Firma Bleich, Braunschweiger Straße 2, Telefon (0 51 36) 18 62. Das genannte Faltblatt gibt es unter anderem im Bürgerbüro, Rathaus III, Spittaplatz 4. hz
02. Mai 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Mai macht es möglich: Nach Jahren sind mal wieder Störche da
Auf dem mit Steinen zugeschütteten Schornstein wachsen bereits Bäume und bieten dem Storch einen Schutz. Warnecke
Burgdorf. Nach Jahren hat sich mal wieder ein Storchenpaar in Burgdorf niedergelassen. Horst Hoffmeister, der auf dem Gelände der ehemaligen Konservenfabrik Peters an der Friederikenstraße eine Glaserei betreibt, hat den Vogel auf dem Schornstein entdeckt. Am Montagabend ist nach Auskunft von Bernd Rose vom Naturschutzbund (Nabu) auch ein Weibchen eingetroffen. Beide Großvögel begannen sofort mit der Balz, berichtete Rose. „Ein gutes Zeichen.“ Der Schornstein war nach Schließung der Fabrik in den siebziger Jahren begehrter Brutplatz für die Störche. Arbeiter hatten den Schlot verschlossen und den Nestbau erleichtert. swa
17. April 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Auf dem Golfplatz gibt es viel Natur
Ein Rundgang mit Günther Jatzkowski
Auf dem Golfplatz in Ehlershausen kann man nicht nur Golf spielen. Das Gelände des Burgdorfer Golfclubs hat auch Naturbeobachtern etwas zu bieten. Ein Rundgang mit dem Naturschutzbeauftragten für die Stadt Burgdorf und ehemaligen Platzwart Günther Jatzkowski.
Von Stefan Heinze
Ehlershausen. Nicht nur Blau- und Kohlmeisen, sondern auch Fliegenschnäpper, Gartenrotschwänze, Feldsperlinge, Bachstelzen und sogar der seltenere Wendehals bevölkern das 65 Hektar große Areal am Westrand des Dorfes. Mehr als 150 Nistkästen bieten der Vogelvielfalt Platz zum Nestbau.
Das war nicht immer so. Bevor im Jahr 1972 Schneisen für Golfbahnen in den Wald geschlagen wurden, herrschte eine Monokultur aus Kiefern das Gelände, erinnert sich Jatzkowski. Allenfalls Buchfinken, Buntspechte und vielleicht noch ein paar Meisen bevölkerten damals den Wald.
Nach dem Roden kam Licht zwischen die Kiefern. Fortan ließ man die sich schnell selbst aussäenden Birken und auch die vom Eichelhäher gepflanzten Eichen stehen. Erst mit der Vielfalt des Waldes wuchs die Zahl der Vogelarten. Auch Insektenfreunde haben auf dem Platz heute viel zu entdecken.
Vom Gelbrandkäfer bis zur Libelle reicht das Artenspektrum. Insektenlarven können im Krautsaum eines Teiches gedeihen. Für die Golfer ist der Teich zugleich ein Hindernis, das die Bahn interessanter macht.
Kraut gibt es dagen kaum auf dem Platz. Gänseblümchen werden von den Spielern toleriert. Wenn es zu viele werden, vertikutieren die fünf Gärtner die Rasenflächen. Pilze verschwinden nach einiger Zeit von selbst. Spritzmittel sind in dem Wasserschutzgebiet ohnehin tabu. Gedüngt wird, so Jatzkowski, nur ein Zehntel von dem, was Landwirte auf ihre Felder bringen. „Man muss mit der Natur zusammenarbeiten“, unterstreicht der Naturschutzbeauftragter. Andere Golfplätze haben diese Erkenntnis in der Vergangenheit nicht immer beherzigt, sagt Jatzkowski. Wegen des Einsatzes von Spritz- und Düngemitteln sind schon Bahnen „kaputt gepflegt“ worden und mussten neu angelegt werden, berichtet der Ehlershausener. Für den Golfplatz in seinem Ort hat Jatzkowski noch einen Wunsch: die Anlage eines zweiten Teiches.
16. April 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Erhard Zander zeigt die Natur im Wandel
Die Führung durch den Schilfbruch kommt bei Teilnehmern gut an
Erhard Zander (rechts vorn), Naturschutzbeauftragter für die Gemeinde Uetze, erklärt etwa 30 Naturfreunden die Veränderungen in der Herrschaft, einem Waldstück im Landschaftsschutzgebiet Schilfbruch. Heine
Knapp 30 Teilnehmer unternehmen gestern einem naturkundlichen Spaziergang mit dem Naturschutzbund (Nabu) durch das Landschaftsschutzgebiet Schilfbruch.
Von Sybille Heine
UETZE. An der Fuhsebrücke im ehemaligen königlichen Forst, der Herrschaft, begann die Gruppe ihren vier Kilometer langen Rundgang. Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter für den Bereich der Gemeinde Uetze, erklärte, wie sich die Landschaft im Lauf der Zeit verändert hat.
„Hier im Auwald schlängelt sich die Fuhse noch ganz natürlich“, sagte er. Die 150 Hektar große Herrschaft sei als Flora- und Fauna-Habitat ausgewiesen. „In den Uferbereichen der Fuhse leben Fischotter und die Grüne Keiljungfer, eine Libellenart“, erklärte der Experte. Zander machte auf Hohlräume in den Altholzbeständen aufmerksam, wo Spechte ganze Arbeit geleistet hatten.
„Ihre Wohnungen sind später Brutraum für Meisen, Kleiber, Stare und andere Vögel.“
Am südlichen Waldrand zeigte er auf den Bereich der Gemeinde-Wiesenwege, wo der Lebensraum vieler Wiesenvogelarten durch Entwässerungssysteme für den Ackerbau zerstört wurde. Zum Schluss machte sich die Gruppe auf den Weg in den Erlenbruch östlich von Hänigsen. „Die Bäume bilden Stelzwurzeln“, sagte Zander. „Sie leiden an Wassermangel, weil der Grundwasserspiegel sinkt. Die Landschaft zerfällt.“
Die nächste Exkursion ist eine Vogelwanderung am Sonntag, 6. Mai. Beginn ist um 9 Uhr auf dem Schützenplatz. Am Sonntag, 24. Juni, geht es zur Kinderstube der Schleiereulen und Weißstörche.
04. April 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Zander spürt Frösche und Molche auf
Der Naturschutzbeauftragte fertigt eine Amphibienkartierung an
Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander schaut sich ein Erdkrötenmännchen an, das er in einem Teich im Beerbusch entdeckt hat. Schiller
Von Friedrich- Wilhelm Schiller
Uetze. Wo kommen in der Gemeinde noch Laubfrösche vor? Wo laichen Molche? Diese Fragen hofft der Naturschutzbeauftragte spätestens Mitte 2009 genau beantworten zu können. Er aktualisiert gerade seine Amphibienkartierung, die er 1991/92 angefertigt hat. Zander schätzt, dass er für die neue Kartierung zwei bis drei Jahre benötigt. Mit der Arbeit hat er gerade erst begonnen. 120 bis 130 Teiche muss er „verhören“. In erster Linie stellt er an den Balzrufen fest, welche Frösche, Kröten und Molche im Frühling und im Sommer welche Laichgewässer aufsuchen. Außerdem sucht der Hänigser die Wasserfläche nach Laich ab. So deuten mehrreihige Laichschnüre, die an Wasserpflanzen befestigt sind, auf Knoblauchkröten hin.
„Um alle Arten erfassen zu können, müssen die Teiche fünfmal von März bis Juli angefahren werden“, erläutert Zander. Erdkröte, Gras- und Moorfrosch laichen bereits. Teich-, See- und Kleiner Wasserfrosch vermehren sich hingegen erst sehr viel später. Einige Male muss Zander auch nachts raus. Laubfrosch, Kreuz- und Knoblauchkröte rufen nur in der Dunkelheit. Von den 19 in Niedersachsen vorkommenden Amphibienarten stehen 15 auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Alle 19 sind zwar gesetzlich geschützt. Aber das reicht nach Ansicht des Hänigsers nicht aus. Für ihn bedeutet wirksamer Amphibienschutz, die Lebensräume dieser auf dem Land und im Wasser lebenden Tiere zu erhalten. Denn diese könnten sich auf keinen Fall an trockengelegte Laichgewässer anpassen.
29. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Storch klappert noch allein
Hänigsen/eltze. Er kann einem beinahe schon leid tun – der Hänigser Storch. Der Großvogel sitzt, wie berichtet, bereits seit Wochen auf dem Nest an der Alten Bahnhofstraße und wartet auf ein paarungswilliges Storchenweibchen. Mittlerweile ist im Dorf auch das typische Schnabelklappern des Vogels zu hören. Doch er ist momentan der einzige seiner Spezies in Uetze. Ganz andere Vogelarten hat der Vorsitzende des örtlichen Naturschutzbundes (Nabu), Dirk Brinkmann, entdeckt. Er berichtete gestern von Nilgänsen und Silberreihern, die sich in den vergangenen Tagen auf einer überschwemmten Weide bei Eltze tummelten. „Die gehören hier eigentlich nicht her“, sagte Brinkmann.
Die Nilgans sei Anfang des vergangenen Jahrhunderts aus Afrika als Ziervogel nach England gebracht worden. Von dort habe sich das tropische Tier rasch als Wildvogel verbreitet, sagte der Nabu-Vorsitzende. Bei dem Silberreiher handele es sich ebenfalls um einen Exoten, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stamme. Vor rund 30 Jahren seien die ersten Silberreiher am Steinhuder Meer gesichtet worden. Dass sich die Vogelarten auch in Deutschland ausbreiteten, sei ein Zeichen für die zunehmende Erderwärmung, meint Brinkmann. swa
28. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Brinkmann ist neuer Chef der Naturschützer
Uetze/Burgdorf. Die Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (NABU) hat einen neuen Vorsitzenden. Dietmar Meier hat nach zehn Jahren an der Spitze der Naturschützer das Amt niedergelegt.
Mit Meier an der Spitze wuchs der Verein von einst 400 auf heute etwa 1200 Mitglieder an. In seine Amtszeit fiel die Begleitung von Straßenbauprojekten wie die Moorautobahn und die Planungsphase der Umgehungsstraße für Burgdorf.
Sein Nachfolger ist Dirk Brinkmann, der bereits vor Jahren einmal im Vorstand des NABU aktiv war. Der Hänigser war als Vertriebsleiter eines Elektronikkonzerns tätig, ist jetzt aus dem Berufsleben ausgeschieden und hat nach eigenen Angaben die Zeit für das Ehrenamt.
10. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder bauen Nistkästen
Sorgensen. Schon seit Wochen haben sich die Fünf- und Sechsjährigen des Sorgenser Kindergartens auf diesen Nachmittag gefreut: Gestern dann konnten die zehn kleinen Handwerker endlich loslegen und mit Dirk Brinkmann und Ernst Schmidt vom Naturschutzbund Nistkästen bauen. Auch dem sechsjährigen Ben machte es richtig Spaß, die Nägel in die vorgebohrten Löcher zu klopfen. Die einzelnen Bretter für die Vogelhäuschen hatte Schmidt schon vorher zurechtgesägt. Kindergarten-Leiterin Veronika Wolter freute sich über das Angebot der Nabu-Ortsgruppe Burgdorf. Die hölzernen Behausungen für Sperlinge und Kohlmeisen will sie mit den Vorschülern anschließend in den Bäumen auf dem Kindergartengelände aufhängen. Die Kinder sollen die Kästen dann selbst versorgen und beobachten, ob sie von den Vögeln angenommen werden. Auch die Reinigung zum Winter hin sollen die Kinder selbst übernehmen. „Wir wollen den Jugendlichen so die Augen für die Natur öffnen“, sagte Brinkmann. Tin
06. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Mammutbaum steht im Park
Die Naturschützer klären auf – Demnächst gibt es auch ein Faltblatt zum Baumlehrpfad
Der Baumhasel vor der St.-Pankratius-Kirche stammt ursprünglich aus Südosteuropa beziehungsweise Westasien. Der Granitstein am Fuße des Stamms nennt auch seinen lateinischen Namen (kleines Bild). Korte(2)
Von Norbert Korte
Burgdorf. Kaum einem Kirchgänger dürfte bekannt sein, dass er an einem Baum mit dem putzigen Namen Baumhasel vorbeikommt, wenn er am Sonntagmorgen in die St.-Pankratius-Kirche eilt. Auch dass es im Stadtpark mit dem exotischen Urweltmammutbaum eine Art lebendes Fossil gibt, dürften die wenigsten Burgdorfer wissen. Der Naturschutzbund (Nabu) ist im Schulterschluss mit dem Stadtmarketing-Verein (SMB), der Stadt sowie dem Verkehrs- und Verschönerungs-Verein (VVV) angetreten, dieser Unkenntnis abzuhelfen und die Bürger über die Vielfalt der Baumarten in ihrer Stadt aufzuklären.
Ein erster Schritt zum geplanten Baumlehrpfad ist, wie berichtet, die Kartierung der Bäume und die Finanzierung von 38 Granitsteinen. Die von einem Steinmetz bearbeiteten Steine sollen mit den eingemeißelten deutschen und lateinischen Namen ebenso viele Bäume im und am Stadtpark kenntlich machen. Parallel dazu ist ein Faltblatt in Arbeit, das der Stadtmarketing-Verein finanziert. Es soll die Namen mit kurzen Zusatzinformationen auflisten sowie in einer kleinen Karte auch die Standorte der 38 Bäume zeigen.
Dort erfährt man beispielsweise auch, dass das – zugegebenermaßen noch etwas kleine – Exemplar eines Urweltmammutbaums im Park eine Rarität ist Der zuvor nur durch Fossilienfunde bekannte Baum, der auch Chinesisches Rotholz heißt, war in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Original erstmals in einer unzugänglichen Bergregion Chinas entdeckt worden.
Die offizielle Eröffnung des Baumlehrpfades ist nach Darstellung von Peik Henneberg vom Nabu für Sonnabend, 5. Mai, geplant. Am Sonnabend, 9. Juni, soll dann die erste Führung stattfinden.
Der Naturschutzbund plant nicht nur Angebote für Kindergärten und Schulen. Der Stadtmarketing-Verein will den Lehrpfad auch in sein Programm für die Erlebnis-Stadtführungen aufnehmen.
Darüber hinaus hat der Nabu weitere Ideen: Vielleicht könnte, so Henneberg, auch noch eine Wildblumenwiese als Anschauungsobjekt angelegt werden.
05. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der erste Storch ist gelandet
Großvogel sitzt auf Bäckerei-Schlot
Bei dem Hänigser Storch handelt es sich vermutlich um ein kräftiges Männchen, das auf weibliche Begleitung wartet. Warnecke
Von Sven Warnecke
Hänigsen. Mehr als einen Monat früher als sonst ist der erste Storch der Saison da. Gestern tauchte Adebar gegen 11.15 Uhr in Hänigsen auf und machte es sich sogleich in dem Nest auf dem Schornstein einer Bäckerei an der Alten Bahnhofstraße bequem. Nach Auskunft von Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover, entdeckte der Hänigser Manfred Koch das Tier als Erster.
„Normalerweise kommen die Störche zwischen dem 10. und 20. April nach Uetze“, berichtete Zander. Ob es sich bei dem Hänigser Exemplar um einen Storch der sogenannten Ostpopulation – die über den Bosporus eine weitere Strecke fliegen und deshalb später in hiesigen Gefilden auftauchen, konnte er aber nicht sagen.
„Möglicherweise handelt es sich bei dem Tier auch um einen Vertreter der Westpopulation.“ Früher sei die Leine die Grenze zwischen den beiden Populationen gewesen, sagte der Naturschutzexperte.
Doch die Weststörche drückten immer weiter gen Osten, hatte Zander festgestellt. Er hofft auf ein besseres Storchenjahr. Das vergangene war das schlechteste seit Jahren (der Anzeiger berichtete). Rund 40 Prozent der Storchenpaare in der Region Hannover gelang es infolge des schlechten Wetters nicht, Junge großzuziehen.
03. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Für liebestolle Erdkröten sind Nächte zu kalt
Fang bei Ramlingen lässt zu wünschen übrig
Irene (72) und Wolfgang Kreysel (78) kontrollieren jeden Morgen die Fangeimer, um die Kröten – die „Ausbeute des Tages“ (kleines Bild) – sicher über die Straße in ihr Laichgebiet zu bringen. Warnecke (2)
Der Auftakt der diesjährigen Fangsaison verlief verheißungsvoll. Bereits in der ersten Nacht plumpsten 141 Erdkröten in die Eimer. Doch danach war es zu kalt, die Amphibien blieben lieber in ihren Erdlöchern.
Von Sven Warnecke
Ramlingen. Jeden Morgen machen sich Irene und Wolfgang Kreysel sowie Marianne und Klaus-Dieter Hein aus Ehlershausen auf den Weg zum Ramlinger Waldbad. Die Ehepaare betreuen den 400 Meter langen Kröten-Fangzaun an der K 119.
Das Maschengeflecht wird seit sieben Jahren von der Burgdorfer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) aufgestellt, um den Erdkröten und Fröschen den Weg in ihre Laichgebiete zu erleichtern. Mit Beginn der wärmeren Vorfrühlingszeit kommen die Amphibien aus ihren Erdlöchern und machen sich zur Paarung auf den Weg zu den hinter dem Waldbad gelegenen Gewässern.
„In den vergangenen Nächten war es zu kalt“, sagt Wolfgang Kreysel. Er hat sich Notizen über den Verlauf der Wanderung gemacht.
Nach dem verheißungsvollen Auftakt sind in den anderen Tagen nur noch rund 60 Tiere in den Fangeimern gelandet. „Ich erwarte aber noch einem zweiten Schub“, sagt er zuversichtlich.
Der von den Ehepaaren betreute Abschnitt ist bereits seit Jahren eine Attraktion für die Otzer Grundschulkinder. In jeder Saison helfen die Kleinen beim Eimerleeren und Freilassen der Tiere. „Wir haben eine Menge Spaß“, sagt der 78-jährige Kreysel. Schließlich können die Fänger auch interessante Details über ihre Schützlinge berichten. So haben die weiblichen Kröten eine ausgeprägte Hüfte, die Männchen sind an einer schlanken Taille zu erkennen. In der Paarungszeit geben sie Laute von sich.
02. März 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Krötenschutz steht wieder
Mildes Frühlingswetter beendet den Kröten Winterschlaf: An den Straßen warnen Schilder vor wandernden Tieren. Mit einem Schutzzaun sollen die in ihrem Bestand gefährdeten Kröten außerdem am Überqueren der K 143 zwischen Bilm und Wassel gehindert werden. Sehnder Tierschützer kümmern sich um die eingefangenen Kröten und tragen sie dann jeden Tag von einer Straßenseite auf die andere. Voigt
SEHNDE. Die milden Temperaturen locken bereits jetzt die Kröten aus ihrem Winterschlaf. Um sie bei ihren Wanderungen zu den Laichgebieten zu schützen, werden in der Stadt Sehnde von freiwilligen Helfern wieder an verschiedenen Orten Hinweisschilder und Zäune aufgestellt.
Schilder weisen seit gestern an der K143 zwischen Bilm und Wassel auf die wandernden Tiere hin. Unter Anleitung des engagierten Tierschützers Gerd Lüders haben mehrere Freiwillige entlang der Straße bereits einen Krötenzaun errichtet.
Ab sofort gilt laut einer Mitteilung der Stadt auf dieser Straße außerdem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50. Straßensperrungen gibt es in den nächsten Wochen auch wieder in Wehmingen-Hohenfels an der Dr.-Sauer-Straße. Anlieger kümmern sich um die abendliche Sperrung zwischen 18 und 8 Uhr, damit die Kröten bei der Überquerung der Straße nicht zu Schaden kommen.
Ebenfalls zeitweise gesperrt wird in Höver der Weg durch den Mergelbruch, die Verlängerung des Petersweges. Bei der Straße Am Papenholz sollen Kröten-Hinweisschilder aufgestellt werden.
Die Krötenwanderungen dauern in der Regel zwei bis drei Wochen. Die Tiere sind in ihrem Bestand stark gefährdet. Daher werden Autofahrer von den Tierschützern in dieser Zeit um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. Danach werden die Einschränkungen in der Stadt wieder aufgehoben. pos
24. Februar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
GASTKOMMENTAR - Umweltschutz geht alle an
Klimakiller sind derzeit das Thema. Über die Gefahren von Treibhausgasen wird diskutiert. Der Naturschutzbund (Nabu) engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Umwelt- und Naturschutz. Dennoch sind alle Menschen gefordert, einen Beitrag zu leisten, meint Bernd Rose (56), Vorstandsmitglied der Nabu-Ortsgruppe Burgdorf und Umgebung.
VON BERND ROSE
In Burgdorf, Uetze und Umgebung setzen wir uns seit 30 Jahren für den Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen ein. Bei unserer Arbeit nehmen die Umweltinformation und Pflege von Lebensräumen einen großen Stellenwert ein. Wir arbeiten mit Kindergärten, Schulen, Kommunen sowie mit örtlichen Jägern und Landwirten zusammen.
Wir versuchen, über Exkursionen und Diavorträgen den Menschen den Naturschutz sowie den Umweltgedanken vor Ort zu zeigen beziehungsweise auf die Gefahren einer veränderten Umwelt aufmerksam zu machen. Es liegt an uns, ob wir seltenen Tieren und Pflanzen wieder eine Chance geben. Wir können nur im Kleinen vor Ort etwas bewegen. So unterstützen wir die Solarenergie und versuchen, Müll zu vermeiden.
Solange aber Wälder massiv gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt und immer eintönigere Landschaften gefördert werden, ist die Möglichkeit, Kohlendioxid zu speichern, erheblich eingeschränkt.Trockene Moore und abgeholzte Wälder setzen mehr Treibhausgase frei und beschleunigen den Klimawandel sogar. Dieser Zusammenhang lässt sich nur durchbrechen, wenn aktiver Naturschutz auch Bestandteil einer Klimaschutz-Strategie wird.
Naturschutz ist ein herausragender Beitrag zum Klimaschutz. Die Folgen des Klimawandels, der schon heute Realität ist, werden nur mit intakten, noch anpassungsfähigen Ökosystemen beherrschbar sein.
Artenvielfalt und Schönheit der Natur sind die Schätze unserer heimischen Landschaften. Damit diese Schätze auch zukünftigen Generationen bewahrt werden, sind alle Menschen gefordert, sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen.
24. Februar 2007 - Marktspiegel Burgdorf
Bitte vorsichtig fahren: Die jahrliche Krötenwanderung hat begonnen!
Straßensperrungen und Zäune zum Schutz der Tiere auf dem Weg zum Laichen
Aktiver Naturschutz: Auch zwischen Bilrn und Wassel ist wieder ein Krötenschutzzaun aufgebaut, um die Tiere vor der gefährlichen Straße abzufangen, zu sammeln und auf die andere Straßenseite zu transportieren. Foto: Ostermeyer/priv
BILM/KOLSHORN/WASSEL/ SIEVERSHAUSEN
(r/kl). Erdkröten müssen in diesen Tagen gefährliche Situationen meistern. Bei Temperaturen über fünf Grad und hoher Luftfeuchtigkeit wandern sie wieder von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Überwiegend zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht legen sie jedes Jahr den gleichen Weg zurück. Es zieht sie im Frühjahr immer an die Stätte ihrer Geburt zurück, um dort selbst Nachwuchs zu zeugen.
Auf ihrem Weg dorthin müssen sie oft Straßen überqueren. Dabei kommen die Kröten nur langsam voran. Sie können sich nur kriechend fortbewegen und darüber hinaus tragen viele Weibchen die Männchen huckepack. Wenn sie von Autoscheinwerfern angestrahlt werden, bleiben sie unbewegt sitzen.
Deswegen werden in jedem Frühjahr Tausende von Amphibien überfahren. Um dies zu verhindern, treffen die Städte und Gemeinden in der Region Hannover in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden oder Privatpersonen an den betroffenen Stellen Schutzmaßnahmen.
Die Region bittet auch in diesem Frühjahr die Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit und Verständnis für die getroffenen Maßnahmen, da Kröten und Frösche in ihrem Bestand bereits stark gefährdet sind. Alle Bereiche werden durch das Wanderungswarnschild - grünes Dreieck auf weißem Grund mit schwarzer Kröte gekennzeichnet.
Aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen hat bereits in der Nacht zum vergangenen Donnerstag im Altkreis Burgdorf die Krötenwanderung eingesetzt. Allein am Krötenschutzzaun auf der Kreisstraße nach Engensen in Höhe des Waldbades Ramlingen konnte der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf 150 Kröten einsammeln und gefahrlos über i die Straße transportieren.
Nach zwei wieder kälteren Nächten rechnet bei Temperaturen um acht Grad Gerd Rose vom Nabu Burgdorf an diesem Wochenende, spätestens aber ab Montag, wieder mit verstärkter Wanderung der Kröten zu ihren Laichplätzen.
Auf der Kreisstraße 122 von Kolshorn nach Ahlten gilt vor Klein Kolshorn zum Schutz der Tiere von 19.00 bis 5.00 Uhr bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 und ein Durchfahrtsverbot für alle Fahrzeuge, soweit sie nicht als Anlieger auf Grundstücke einfahren. Das Einhalten der nächtlichen Straßensperrung wird von der Polizei verstärkt kontrolliert. Per Schranke gesichert ist in der Nacht jetzt auch wieder der Weg der Tiere von Sievershausen in Richtung zum Hämeler Wald.
Vorsichtig fahren sollten die Autofahrer auch zwischen Bilm und Wassel, obwohl dort gestern Nachmittag wieder von Bilmer Naturschützern, wie schon in den letzten Jahren, ein Krötenzaun errichtet wurde.
23. Februar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Renaturieren statt Anpflanzen
Aue-Absturz beseitigt - Stadt und Unterhaltungsverband denken über Finanzierung nach
Am Stadtpark sind der Beton des alten Sohlabsturzes bereits herausgerissen und der Höhenunterschied in der Aue mit einer Steinschüttung ausgeglichen worden. Am Kleinen Brückendamm (kleines Bild) stehen diese Arbeiten noch aus. Körte (2)
Der Unterhaltungsverband Untere Fuhse hat einen 50 Zentimeter hohen Sohlabsturz in der Aue am Südrand des Stadtparks durch eine Steinschüttung ersetzt. Jetzt können Fische das Gewässer besser durchwandern. Für den kostenträchtigeren Umbau am Kleinen Brückendamm deuten sich neue Finanzierungsmöglichkeiten an.
VON NORBERT KÖRTE
BURGDORF. Vor 30 Jahren waren die Hindernisse aus Beton bei der Regulierung der Aue. angelegt worden. Heute werden sie nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie als Störstellen eingestuft. Sie sollen nach und nach von sogenannten Sohlgleiten ersetzt werden. Ziel ist es, das Gewässer für Fische und Kleinlebewesen durchlässiger zu machen.
Rund 6000 Euro hat es nach Worten von Verbandsingenieur Steffen Hipp gekostet, den alten sogenannten Pfeiffenbringschen Sohlabsturz in Höhe des Hainholzbaches abzureißen. Mit Kosten von 40000 bis 50000 Euro rechnet Hipp für die Beseitigung der gewaltigen Betonschalen sowie den Bau einer Steinschüttung zur Überbrückung des Absturzes in der Aue am Kleinen Brückendamm neben dem Pferdemarkt.
Bisher lag die Umsetzung dieses Projekts wegen der hohen Kosten noch in weiter Ferne. Doch nun können sich Hipp und Peter Frerichs, Umweltsachbearbeiter im Burgdorfer Rathaus, neue Wege der Finanzierung vorstellen.
Nach der Novelle des Baugesetzbuches ist es laut Frerichs heute möglich, Eingriffe in Natur und Landschaft nicht mehr allein mit Neuanpflanzungen zu kompensieren. Auch Verbesserungen für den Naturhaushalt etwa in der Aue können als Ausgleich gelten. So seien im Nachbarkreis Gelle im Gegenzug für den Bau eines Lebensmittelmarktes zwei alte Wehre in der Fuhse beseitigt worden, sagt Hipp.
Er und Umweltsachbearbeiter Frerichs sind sich im Klaren, dass solche neuen Finanzierungswegenur beschritten werden können, wenn die Region Hannover mitspielt.
Deshalb planen Stadtverwaltung und Unterhaltungsverband im Frühjahr einen Ortstermin. Mit Vertretern der Region wollen sie den alten Sohlabsturz neben dem Pferdemarktplatz in Augenschein nehmen.
19. Februar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Kröten hocken in den Startlöchern
Entlang der Kreisstraße 117 bauen Naturschützer den Krötenschutz auf. Hinter dem Maschengeflecht werden Eimer als Fangbehälter in die Erde gelassen (kleines Bild). Warnecke (2)
RAMLINGEN. Sie hocken im wahrsten Sinne des Wortes in den Startlöchern: die Erdkröten. Die milden Temperaturen machen die Tierchen rege - sie wollen der Liebe wegen zu ihren Laichgewässern. Um sie eben dorthin sicher zu geleiten, haben am Wochenende Mitglieder der Burgdorfer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) an der Kreisstraße 117 zwischen Ramlingen und Engensen in Höhe des Waldbades einen Schutzzaun errichtet.
„Wegen des milden Winters habe sich die Tiere nicht so tief in die Erde eingegraben“, sagt Nabu-Vorstand Bernd Rose. „Die Wanderung geht nächste Woche los.“ Sobald nach kalten Tagen feuchte Vorfrühlingswärme einsetze, würden sich Kröten und Frösche auf den Weg zu dem Teich südlich des Waldbades machen.
Entlang des rund 350 Meter langen grünen Zaungeflechts sind in Abständen Eimer im Boden eingelassen. Auf der Suche nach einem Durchschlupf plumpsen die Kröten dort hinein. Dünne Äste sollen Mäusen und Käfern die Flucht sichern. Morgens muss der Fangbehälter geleert werden. Das sei wichtig, betont Rose. Sonst könnten Wildschweine, Füchse, Dachse und Rabenvögel sich an dem dann mit hineingefallenen Kröten reich gedeckten Mittagstisch bedienen. swa
24. Januar 2007 - Marktspiegel Burgdorf
Otzer Kindergartenkinder reinigten Nistkästen
Spannender Nachmittag in und mit der Natur
OTZE (jk). Die Kinder des Kindergartens Otze reinigten am vergangenen Freitag mit Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (NABU) die im Rahmen eines Schulanfängerprojektes aufgehängten Nistkästen. Zusammen mit Ernst Schmidt kletterten die Kinder auf einer Leiter bis zum Nistkasten hinauf, um einen Blick in den Nistkasten zu werfen. Anschließend säuberte Ernst Schmidt den Kasten, um den Inhalt mit den Kindern genau in Augenschein zu nehmen und genauestens zu erklären. Für die Kinder des Kindergartens Otze war das ein spannendender Nachmittag in und mit der Natur.
20. Januar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder inspizieren Nistkästen
Als Nächstes will der Nabu auch im Kindergarten Sorgensen neue Kästen aufhängen
Zusammen mit ihren Eltern und einem Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) haben die Kinder des Kindergartens Otze ihre Nistkästen näher unter die Lupe genommen.
VON STEFAN HEiNZE
OTZE. Seit an den Bäumen auf dem Gelände des Kindergartens Otze Nistkästen angebracht sind, ist die Natur den Schützlingen der Tagesstätte ein Stück nähergekommen. „Wir haben den ganzen Sommer über beobachtet“, sagte gestern die Kindergarten-Leiterin Birgit Lahmann. „Wenn der Star kommt, ist immer große Aufregung“, weiß sie. Da der Vogel sein Nest mit dickeren und längeren Ästen baue als beispielsweise die Meisen, habe er so manches Mal Probleme, das Material in den Kasten zu bekommen - „ein amüsantes Schauspiel für die Kinder“. Im Beisein ihrer Eltern sind nun 16 Fünf- bis Sechsjährige dem Nestbau auf den Grund gegangen. Zusammen mit dem Einsatzleiter der Ortsgruppe des Naturschutzbundes, Ernst Schmidt, erklommen sie nacheinander die Leiter und schauten sich die Nester an.
Die sechsjährige Hannah entdeckte im Starenkasten kleine Birkenzweige. „Da lagen nur ein paar Federn drin“, berichtete der fünfjährige Carlos. Anschließend entfernte Schmidt die Nester, um den Vögeln neuen Nistplatz zu schaffen.
Außer in Otze hat der Nabu noch Kästen in den Kindertagesstätten an der Lippoldstraße und Am Nassen Berg aufgehängt. In diesem Jahr soll der Kindergarten Sorgensen hinzukommen.
12. Januar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Bäume erhalten Namenssteine
Naturschutzbund kennzeichnet mit Stadtmarketing und VVV im Park rund 40 Gewächse
Mit beschrifteten Steinen will der Nabu die Vielfalt der Baumarten im Stadtpark deutlich machen. Gestern wurden die ersten verlegt.
VON STEFAN HEINZE
BURGDORF. Sumpfzypresse, Gleditschie, Trompetenbaum, Kaukasische Flügelnuss, Ginko, aber auch weniger exotische Gewächse wie Ahorn und Haselnuss - all das wächst im Stadtpark. Doch die wenigsten Spaziergänger erkennen es. Besonders im Winter, wenn die Blätter heruntergefallen sind, bleibt die Vielfalt der Vegetation in dem Park von vielen Menschen unbemerkt, sagt Burgdorfs Naturschutzbeauftragter Günther Jatzkowski.
Die Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung des Naturschutzbundes (Nabu) will jetzt in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein und dem Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Abhilfe schaffen. Sie verlegt am Fuße der Bäume Granitsteine, in die die deutschen und lateinischen Namen der Gewächse gemeißelt sind. Der Schriftzug ist zudem mit schwarzer Farbe kenntlich gemacht. Gestern haben fünf fleißige Ehrenamtliche die ersten 15 Steine in Beton gesetzt. Sie wurden ebenerdig verlegt, damit die Stadt keine Schwierigkeiten beim Rasenmähen bekommt. Ein Steinmetz aus Winsen hat die Kennzeichnungen aus Granitbruch hergestellt. Insgesamt will der Nabu 38 Steine verlegen. Kosten: fast 2300 Euro.
Wer einen gezielten Spaziergang zu den verschiedenen Gewächsen machen will, soll dafür bald ein Faltblatt erhalten können, in dem die Baumarten mit ihrem jeweiligen Standort verzeichnet sind. Zur Finanzierung dieser Karte hofft die Ortsgruppe auf Sponsoren aus dem Kreis der Mitglieder des Stadtmarketingvereins.
Wenn genug Spenden zusammenkommen, könnten noch mehr Bäume und auch Sträucher gekennzeichnet werden. „Das würde den finanziellen Rahmen des Nabu sprengen“, sagte der zweite Vorsitzende der Ortsgruppe, Peik Henneberg, der gestern mit Jatzkowski, Gerd Friesecke, Berthold Scheller und Reinhold Frick vom VVV zum Spaten griff. Auf die Idee, die Gewächse im Park zu kennzeichnen, ist der Nabu bei seinen Führungen gekommen. Das Vorbild für die Ausführung lieferte die Bezeichnung der Bäume und Sträucher im Französischen Garten der Stadt Celle und im Celler Schlosspark. Der Nabu hofft darauf, dass auch Schulklassen beim Naturkundeunterricht bald von der Kennzeichnung der Bäume profitieren.
07. Januar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Nabu fällt Erlen am Laichgewässer
Erster Arbeitseinsatz in diesem Jahr
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
BURGDORF/HÄNIGSEN. Motorsägen haben am Sonnabend in der Gemarkung Hänigsen auf einer Wiese am Rande des Burgdorfer Holzes geknattert - an diesem Tag war der Sturm aber nicht der Grund. Mitglieder der Naturschutzbund - Ortsgruppe (Nabu) Burgdorf und Uetze fällten am Ufer eines kleinen Teiches neben dem Bach Seebeck Erlen. „Wenn die Sonne ungehindert auf den Tümpel scheinen kann, erwärmt sich das Wasser schneller“, erläuterte der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander. Dann könne sich der Laich von Amphibien und Libellen besser entwickeln.
„Wir haben in der Regel im Winterhalbjahr vier Arbeitseinsätze“, sagte Ernst Schmidt, Einsatzleiter der Nabu-Ortsgruppe. Zur Pflege der vom Nabu angelegten Biotope kommen eventuell zwischen November und Ende Februar noch ein bis zwei Termine hinzu. „Dann darf man in der freien Natur schneiden“, sagte Schmidt. Den Teich, der am Sonnabend an der Reihe war, hatte der Nabu 1991 ausbaggern lassen. Er dient nicht nur als Laichgewässer, sondern auch als Rückzugsmöglichkeit für Tiere, wenn der Bach Seebeck austrocknet.
02. Januar 2007 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu kritisiert City-Markt-Plan
Suszka: Die Stadt hätte ein Konzept für einen größeren Bereich erstellen lassen sollen
Bernd Suszka (links) kritisiert beim Neujahrsspaziergang am Hindenburgwall die Planungen für den Innenstadtbereich.
Die Stadt Burgdorf gebe zu schnell den Forderungen von Investoren nach. Diese Kritik hat beim Neujahrsspaziergang der Burgdorfer Naturschutzbund-Ortsgruppe (Nabu) der Exkursionsleiter Bernd Suszka erhoben.
VON FRIEDRSCH-WiLHELM SCHILLER
BURGDORF. Diesmal hatte Suszka, der alljährlich die Spaziergänge des Nabus zu Jahresbeginn leitet, das Thema Planungen ausgewählt. Der 49-Jährige beklagte, dass beim geplanten Bau des City-Marktes, in den die Post einbezogen werden soll, am Rande der Altstadt Grün- und Gartenflächen verschwinden werden.
Der Umweltschützer warf den den Kommunalpolitikern vor, dass sie immer projektbezogen Bebauungspläne aufstellten. Investorenhörig habe sich die Stadt schon bei den Planungen für das Cafe-Bar-Projekt am Kleinen Brückendamm verhalten. Suszka hätte sich gewünscht, dass die Stadt diesmal für den City-Markt einen städtebaulichen Wettbewerb für den gesamten Bereich zwischen Schützenplatz und Hindenburgwall ausgeschrieben hätte: „Das hätte neue Ideen gebracht.“
Suszka wies die 22 Spaziergangsteilnehmer daraufhin, dass im Haushalt der Stadt 20 000 Euro für die Planung zur Umgestaltung des Hindenburgwalls vorgesehen sind. „Bedeutet das eine weitere Demontage der früher recht schönen Grünanlage?“ fragte der Nabu-Aktivist. Er erinnerte daran, dass erst vor wenigen Jahren ein Teil der Anlage Parkplätzen geopfert worden ist.
Zum Schluss führte Suszka die Neujahrsspaziergänger in den Stadtpark, der für das Projekt Gartenregion Hannover saniert werden soll.
Der Naturschützer plädierte dafür, bei der Erneuerung dieses Grünbereiches einen Schritt „in Richtung Wildnis“ zu wagen. Zum Beispiel könne man den derzeit betonierten Möschgraben naturnäher gestalten. Außerdem müsse man die Fließgewässer zugänglich machen. „Dann könnte der Stadtpark ein Natur-Erfahrungsraum werden“, sagte der Burgdorfer.
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