Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel Pressespiegel 2010
16. August 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Seltene Arten leben auf Golfplatz
Ehemaliger Greenkeeper Günther Jatzkowski führt über das Gelände des Burgdorfer Klubs
Bastian Baumgarten (von links), Dietmar Michels, Lutz Peters, Yvonne Griep, Brigitte und Hermann Voltmer sowie Ingrid Görlitz hören Günther Jatzkowskis (Mitte) naturkundlichen Erläuterungen zu. Heinze
Die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren auf dem Platz des Burgdorfer Golfclubs war am Sonnabend Thema einer Exkursion des Naturschutzbundes (Nabu) unter Leitung von Günther Jatzkowski. Etwa 15 Besucher nahmen teil.
VON STEFAN HEINZE
EHLERSHAUSEN. Jatzkowski kennt den Platz wie seine Westentasche. Schließlich war der Naturschutzbeauftragte der Region für den Bereich Burgdorf dort 13 Jahre lang Greenkeeper. „Im Jahr 1989 war alles Kiefer-Monokultur. Da lebt nicht viel drin“, berichtete der 71-Jährige. Ein Buntspecht und ein bis zwei Meisen, das sei es gewesen. Heute hingegen stehe dort Mischwald: „Da sind über 50 Vogelarten drin.“ Sogar seltene Arten wie Wendehals, Schwarzspecht und Gartenrotschwanz seien darunter. Rund 150 Nistkästen gibt es dort. Es gibt Rasen zwischen den Abschlägen und Spielbahnen, der weder gemäht noch gedüngt wird. So gedeihen auch besondere Pflanzen wie das blau blühende Sandglöckchen. In den beiden Teichen sind Ringelnattern und die Späte Adonis, eine seltene Libellenart, zu finden. „Da hat ein Umdenken stattgefunden“, sagt Jatzkowski über die Wertschätzung der Artenvielfalt im Klub.
Die Motivation der Teilnehmer war unterschiedlich. „Ich bin schon als Kind immer in der Natur gewesen“, sagte Detlef Schanklies. Heide Peters interessierte der Gegensatz von Natur und „rein menschengemachtem Golfplatz“.
Diese Beziehung spielt auch bei den Plänen für die Erweiterung der Anlage nach Norden eine Rolle. „Es wird Auflagen aufgrund der Lage in einem Wassergewinnungsgebiet geben“, sagte Club-Präsident Hans-Joachim Danne.
14. August 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Jungstörche testen erfolgreich ihre Flugkünste
Der Nachwuchs fliegt in Kürze nach Afrika ins Winterquartier
Vier Jungstörche wachsen im Nest bei Dedenhausen auf. Sie werden in wenigen Tagen nach Afrika ins Winterquartier fliegen. Schiller
HÄNIGSEN/DEDENHAUSEN. Aus der Gemeinde Uetze werden in Kürze fünf Jungstörche nach Afrika ins Winterquartier aufbrechen. Sie haben ihre ersten Flugversuche hinter sich und verlassen schon ihre Nester, um selbst Futter zu suchen.
Nach Darstellung von Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region, sind die jungen Vögel bereits sieben Wochen nach dem Schlüpfen flügge. Nach ersten vorsichtigen Flugversuchen folgten dann schnell längere Tagesausflüge. Am Abend jedoch kehren die jungen Störche stets zum Nest zurück.
„Störche sind ihr Leben lang horsttreu, jedoch nicht partnertreu“, sagt Zander. Ob es sich um einen jüngeren oder älteren Storch handelt, könne man mit etwas Glück daran erkennen, ob die Vögel beringt sind. „Die Jungen werden seit Jahren nicht mehr beringt. Das ist ein sehr großer Aufwand, und die Tiere können sich daran verletzen“, sagt Zander. In Hänigsen kann man zurzeit einen Jungstorch beobachten, der schon seit einigen Wochen das Nest verlässt. In Dedenhausen haben vier junge Vögel etwas später begonnen, ihre Flugkünste zu testen. Warum die Störche zu so unterschiedlichen Zeiten ihre Nester verlassen, erklärt der Naturschutzbeauftragte so: „Die Eltern müssen bei mehreren Jungstörchen einfach länger zufüttern. Ein Storch isst etwa ein Kilogramm am Tag, vom Maulwurf bis zum Regenwurm.“ ßNur noch kurze Zeit könne man die heranwachsenen Vögel beobachten, sagt Zander. In der Regel fliegen sie nach dem 15. September über die Ostroute, die über den Bosporus führt, nach Afrika. Die Altstörche folgen einige Tage später. lh/fs
14. August 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Natürschützer sind gegen eine Biogasanlage
BURGDORF/HÜLPTINGSEN. Der Vorsitzende des Naturschutzbund- Ortsverbands Burgdorf-Lehrte- Uetze, Dirk Brinkmann aus Hänigsen, weilt im Urlaub. Darum hat sich der Vorstand der Umweltschutzorganisation noch nicht mit der bei Hülptingsen geplanten Biomethananlage befasst. Vorstandmitglieder wie Bernd Rose und Ernst Schmidt machen allerdings keinen Hehl daraus, dass sie eine Biogasfabrik im Südosten Burgdorfs entschieden ablehnen.
Die Landschaft werde mit Mais, den es zur Biogasproduktion in Form von Sillage braucht, überbaut. Dabei sei der Boden hier eigentlich gar nicht geeignet für den Maisanbau. Eine Monokultur sei die Folge. Diese befördere die von den Jägern ohnedies schon längst nicht mehr beherrschbare Wildschweinplage. Biotope und Grünbrachen sowie die Artenvielfalt der Tiere gingen verloren, befürchten die Umweltschützer.
Der Naturschutzbeauftragte der Region Hannover, Günther Jatzkowski aus Ehlershausen, geht noch weiter: „Das ist ein Schuss in den Ofen, der nach hinten losgeht.“ Was die Landwirte aus Dachtmissen, Hülptingsen und Immensen da planten, habe mit Bio nicht das Geringste zu tun. Man müsse sich nur einmal vor Augen halten, wie viel Treibstoff es brauche, um die erforderlichen Maisfelder zu düngen, zu bewässern, abzuernten und das Pflanzenmaterial anschließend zur Gasanlage zu fahren. Maismonokulturen brächten den gesamten Naturhaushalt durcheinander, schimpft Jatzkowski. Die explosionsartige Zunahme der Wildschweinpopulation überfordere die Jägerschaft schon jetzt, sagt auch Jatzkowski. „Ein Hase dagegen würde im Maisfeld verhungern, weil die Landwirte alle anderen Pflanzen weggespritzt haben“, kritisiert der Naturschutzbeauftragte den enormen Einsatz von Pestiziden. jod
11. August 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Störche haben drei Junge großgezogen
Naturschutzbund sorgt schon für die Zeit vor, wenn der Schornstein abgerissen wird
Die drei Jungstörche (kleines Bild, oben) sind zwar schon ausgeflogen, kehren aber noch häufig gemeinsam zu ihrem Nest zurück, während ein Altvogel (großes Bild) auf dem Dach des Nachbarhauses wartet. Peter Jatzkowski (kleines Bild unten, links) und Dieter Kleinschmidt vom Nabu haben einen zehn Meter hohen Metallmast besorgt, der noch zusammengeschweißt werden muss, um als Nisthilfe dienen zu können. Korte (2), Nabu
VON NORBERT KORTE
BURGDORF. Diesmal hat es geklappt: Nach vielen Jahrzehnten haben Störche erstmals wieder erfolgreich Junge in der Kernstadt großgezogen. Drei der vier Jungstörche aus dem Nest auf dem Schornstein der ehemaligen Konvervenfabrik Friederikenstraße haben überlebt. Der Naturschutzbund (Nabu) denkt schon über Alternativen nach, sollte der Schornstein einmal abgerissen werden.
Irmgard Peters, Eigentümerin des Firmengeländes, hat das Treiben der Storchenfamilie regelmäßig mit dem Fernglas beobachtet und ist ganz begeistert: „Die führen ein richtiges Familienleben, lieben sich alle sehr und fühlen sich dort sauwohl.“ Teilweise seien die Tiere auf dem Dach bis an ihren Balkon herangekommen. Und wenn sie mit ihnen gesprochen habe, habe man das Gefühl bekommen, sie hörten richtig zu.
Seitens der Stadt gibt es vage Überlegungen, auf dem nicht mehr genutzten Firmengelände später einmal Wohnbebauung zu entwickeln. Auch die Eigentümerin selbst hat schon mal über eine andere Verwendung, etwa den Bau einer Altenwohnanlage, nachgedacht. Aber im Augenblick sei nichts Konkretes geplant. Solange der Schornstein stehe, könnten die Störche darauf wohnen. Allerdings habe er schon seit längerem einen Riss.
Weil der Nabu fürchtet, die seit vier Jahren wieder von Störchen angeflogene Nistgelegenheit könnte über kurz oder lang verloren gehen, hat er schon vorausgeplant. Günter Jatzkowski, Naturschutzbeauftragter der Region, hat zusammen mit Sohn Peter einen zehn Meter hohen Metallmast beschafft, der zusammen mit aufgeschweißten Baustahlgittern als neue Nistgelegenheit dienen könnte. Bislang gibt es noch Probleme bei der Standortsuche, die Stadt hat aber Unterstützung signalisiert.
Zunächst ist Jatzkowski froh, dass nach Jahrzehnten erstmals wieder junge Störche aus einem Nest in der Kernstadt ausgeflogen sind. Reinhard Löhmer, Storchenfachmann für die Region, geht sogar noch einen Schritt weiter. Seit 1968 beobachtet er die Storchenpopulation in und um Hannover. Seit dieser Zeit habe es auf keinen Fall Storchennachwuchs in Burgdorf gegeben. Aber auch in älteren Erhebungen aus den Jahren 1958 und 1934 tauche Burgdorf nicht als Brut ort auf. Letztmalig sei das 1907 der Fall gewesen.
02. August 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder gehen im Stadtpark auf Krabbeltiersafari
Nabu bietet Novum im Ferienprogramm
Keine Angst vor kleinen Tieren: Junge Forscher gehen mit Hans Jürgen Sessner vom Nabu auf Entdeckungstour im Stadtpark und beobachten das große Krabbeln. Hanke
VON SUSANNE HANKE
LEHRTE. Der neunjährige Felix findet kleine Tiere eigentlich langweilig. Aber dann ist er doch einer der Ersten, die im Stadtpark mit einem großen Käscher auf Entdeckertour gehen. Mit zwanzig Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren startete Hans Jürgen Sessner, Jugendwart des Naturschutzbunds (Nabu), mit Becherlupe sowie Fotos von Insekten, Käfern und Spinnen eine Krabbeltiersafari. Die Aktion war ein Novum im Ferienpassprogramm.
„Das Forschen steht im Mittelpunkt, überall gibt es etwas zu entdecken. In diesem Alter kann man die Kinder noch dafür begeistern“, sagte Sessner. Er nahm für den Nabu bereits in Burgdorf den Stadtpark mit Kindern unter die Lupe. „Wir haben in Lehrte besonders viele Mitglieder und wollen jetzt verstärkt auch hier Aktionen anbieten“, sagte er.
Die neunjährige Michelle hat zwar schon mal Hummeln gefangen – vor der großen Spinne, die sie auf der Wiese im Hohnhorstpark entdeckte, flüchtete sie jedoch erst einmal.
Die siebenjährige Sarah präsentierte derweil stolz ihren achtbeinigen Fund. „Ängste vor Krabbeltieren entwickeln erst ältere Kinder“, sagte Sessner. Die Kinder fanden außer Spinnen auch Asseln, Heuschrecken, Hundertfüßler, Marienkäfer, Nachtfalter, Schmetterlingsraupen und eine Zikade. Und Felix, den Kleintiere vorher kalt ließen, zeigte sich fasziniert vom Flug der Libellen.
31. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Keine Angst vor Wespen: Experte hilft
Wo ein Nest nicht umzusetzen ist, können sich Mensch und Insekten aus dem Weg gehen
VON JOACHIM DEGE
BURGDORF. Das ist nicht überall so: In dieser Stadt arbeiten Naturschutzbund (Nabu), Stadt und Feuerwehr vorbildlich zusammen. Gestern aber knirschte es im Gebälk. Die Feuerwehr hatte am Schwimmbad ein Wespennest ausgehoben, obwohl Nabu-Wespenexperte Ernst Schmidt es mit Flatterband gesichert hatte – gerade damit es nicht zerstört wird.
Wenn in Burgdorf ein Bürger Polizei, Feuerwehr oder die Stadt anruft und wegen eines Wespen-, Hornissenoder Hummelnestes um Hilfe nachsucht, wird im Normalfall Schmidt informiert. Der Naturschützer ist der Hornissen- und Wespenbeauftragte der Region und berät gern – Anruf genügt. Nie aber stimmt er ohne Not der Vernichtung der Insekten zu, wie am Schwimmbad geschehen.
„Wir sind dazu da, die Natur zu erhalten“, sagt Schmidt. Meist finde er eine Lösung, wie sich Mensch und Tier arrangieren können, ohne dass jemand Schaden nimmt: Hornissennester könnten umgesetzt werden, ebenso Nester von Hummeln. Wespennester aber seien zu filigran gebaut, um sie umsetzen können. Gefahren seien dennoch leicht zu bannen, indem ein Nest umbaut wird, damit sich die Einflugschneise der Insekten und die Wege der Hausbewohner nicht kreuzen. Das wisse auch die Feuerwehr, die ein offenbar unkundiger Mitarbeiter der Stadt in Marsch gesetzt hatte.
Der Nabu-Wespenfachmann Ernst Schmidt ist unter Telefon (0 51 36) 79 18 erreichbar.
30. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Ausgesetzte Fische stören Ökosystem
In den speziell für Amphibien geschaffenen Teichen wird der Laich von Fröschen und Kröten aufgefressen
Erhard Zander schaut sich den Teich im Kienmoor an, den der Naturschutzbund angelegt hat. Die ausgesetzten Zierfische haben den Grasfrosch, der dort früher heimisch war, fast ausgerottet. Schiller
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
UETZE. Der Naturschutzbeauftragte für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander, ist verärgert: Gartenteichbesitzer haben in den Laichgewässern, die die Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze des Naturschutzbunds (Nabu) für Amphibien angelegt hat, Fische ausgesetzt. Diese stören das Ökosystem in den Teichen empfindlich, sagt Zander.
Nach Zanders Angaben schwimmen in dem Tümpel in der früheren Kiesgrube Wackerwinkel inzwischen rund 200 Goldfische. Im Teich im Kienmoor bei Hänigsen hat er auch noch andere, nicht heimische Fischarten entdeckt. Auch im Kirchenteich bei Eltze tummelten sich Fische, die dort nicht hingehörten, berichtet Zander.
„In der Regel sind Gartenteichbesitzer schuld. Sie setzen die Fische aus, wenn sie ihnen zu groß geworden sind“, sagt der Naturschutzbeauftragte. In den naturnahen Kleingewässern, die der Nabu zum Schutz von Amphibien, Libellen, Skorpionen und anderen Tierarten geschaffen habe, fräßen diese mit Genuss den Laich von Kreuz- und Knoblauchkröten, Laubfröschen, Kamm- und Bergmolchen.
„Im Teich im Kienmoor findet man kaum noch Grasfroschlaich“, klagt Zander. Dabei hätten dort früher Grasfrösche zu Hunderten gelaicht. Außerdem könnten die nicht heimischen Tiere Krankheiten wie Koi-Herpes übertragen, sagt der Naturschutzbeauftragte. Nach seinen Angaben hat die Nabu- Gruppe seit 1994 für das Anlegen von 20 Laichgewässern in Uetze, Burgdorf und Lehrte mehr als 80 000 Euro ausgegeben. Jetzt müsse sie mit viel Aufwand die Fische aus den Teich entfernen, sagt Zander. Er will die Arbeitsgemeinschaft für Limnologie und Gewässerschutz bitten, die Amphibiengewässer mit einem Spezialgerät abzufischen.
21. Juli 2010 - Marktspiegel Burgdorf
Positive Bilanz für Comedy-Tricks, Kutschen und „Kopfnüsse"
Sommerhitze verschonte den 182. Burgdorfer Pferdemarkt
Die Fahrdemonstration mit dem Schimmel-Vierspänner war ein pferdespoetliches Higlight auf dem vergangenen Burgdorfer Pferdemarkt und warb nachdrücklich für die „Regionsmeisterschaften im Fahren" am 31. Juli und 1. August in Schillerslage. Foto: Georg Bosse
BURGDQRF (gb). Zum Schutze der großen und kleinen Tiere vor zu starker Sonneneinwirkung hatten die ehrenamtlichen Organisatoren des 182. Burgdorfer Pferde- und Hohbytiermarktes, der Verkehrs- und Verschöne-mngsverein (VVV) bzw. die Aussteller, schattenspendende Vorkehrungen getroffen. Doch die große Hitze blieb am vergangenen Samstag aus. Es herrsche eine leichte Schwüle, die sich zum Ende der Veranstaltung hin auch noch in einem kurzzeitigen Regenschauer auflöste.
Trotz derzeitiger Sommerferien und der Verlockungen einer erfrischenden Stippvisite an einem der zahlreiche Badeseen oder in den Freibädern der Region konnte VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich einen recht guten Besuch bilanzieren. Und das pferdemarktbummelende Publikum bekam auch wieder recht viel Abwechslungsreiches geboten. Nicht nur für die Kleinen war Comedy-Zauberer Andy Clapp mit verblüffenden Tricks im ulkigen Qutfit unterwegs. Der Stadtverband des Naturschutzbundes (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze informierte an seinem sonnen- und regengeschützten Stand mit allerlei bemerkenswerten Exponaten über das Wesen und Wirken von Wespen, Fledermäusen, Hornissen und Hummeln. Darüber hinaus präsentierten die sachkundigen NABU-Mitglieder anschaulich eine aufschlussreiche Vogelnestausstellung heimischer Vögel.
Eine unterhaltsame „Kopfnuss" war das NABU- „Natur Memory", bei dem junge und ältere Spieler unter den lehrreichen Erläuterungen des Insektenexperten Ernst Schmidt Wissenswertes über Aussehen und Form verschiedener Baumfrüchte, wie Bucheckern oder Tannenzapfen, erfahren konnten. Währenddessen verlas der VVV-Vorsitzende Karl-Ludwig Schrader am Info-Marktstand die Namen der zehn Preisträger des Gewinnspiels „Stadtmuseum - Geschichte im Schaufenster", an dem sich 33 Burgdorfer Innenstadtgeschäfte beteiligt hatten. Der Hauptpreis, ein vom Stadtmarketing (SMB) gestifteter Burgdorfer Geschenkgutschein in Höhe von 100 Euro, ging an Wiebke Brauer aus Burgdorf. Auf der Wiese im hinteren Bereich des Pferdemarktareals warb der Verein Burgdorfer Pferdeland mit Gespann-Vorführungen für die „Regionsmeisterschaften im Fahren", die am Samstag, 31. Juli, und Sonntag, 1.August 2010, auf der Reitanlage „Hof Wolfskuhlen" in Schillerslage stattfinden werden. Ferner demonstrierte das Gestüt „Avalon" aus Engensen zum wiederholten Mal den gezügelt dynamischen, in Deutschland noch jungen Pferdesport Polocrosse. Die Hauptattraktion zum 183. Burgdofer Pferdemark findet am Samstag. 21. August, auf der nahen Aue statt. Dann wird auf dem kleinen Wasserlauf das 2. Burgdorfer Entenrennen, das erneut vom MARKTSPIEGEL-VerLag und den Cramer E-CENTERN veranstaltet wird, für spannende Wettkampfstimmung sorgen.
Philipp (9; li.) und die ebenfalls neunjährige Sarina (re.) hatten ihren lehrreichen Spaß beim NABU-"Natur Memory". Foto: Georg Bosse
21. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kinder zeigen in der Natur ihren Forscherdrang
Freude an der Artenvielfalt: Nabu erkundet mit Kindergruppe heimische Tierarten
VON KRISTIN LAHMANN
UETZE. Wie in den vergangenen Sommerferien hat auch in diesem Jahr der Naturschutzbund (Nabu) einen Ausflug an die Teichanlagen der Kieskuhle Wackerwinkel unternommen. Etwa 40 Kinder machten sich gestern mit Gummistiefeln, Kescher und Küchensieb auf, um die Tiere der örtlichen Gewässer zu bestimmen.
„Die Kinder können selbst aktiv sein, werden an die Natur herangeführt und sind immer wieder überrascht, was es für Tiere gibt“, sagte Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region.
Manche der Acht- bis Zwölfjährigen sind schon mehrmals dabei gewesen. „Am Anfang geht es meist darum, den Kindern die Angst zu nehmen. Viele haben Berührungsängste, wenn sie auch nur einen Wurm sehen“, sagt Dieter Kleinschmidt, Mitglied des Nabu. Kindern diese Berührungsängste zu nehmen und sie an die Natur heranzuführen, ist für die Nabu- Mitglieder ein besonderer Reiz an dieser Ferienpassaktion. Doch gab es gestern auch viele, die keinerlei Scheu hatten und die Tiere ohne Zögern in die Hand nahmen.
„Es ist besonders wichtig, dass die Tiere in ihrem Lebensraum bleiben. Sie können gefangen und in Glasbehältern zu uns gebracht werden, damit sie bestimmt werden können. Danach werden sie umgehend zurückgebracht“, sagte Zander den jungen Zuhörern. Sein Credo: Kinder lernen die Natur am besten dort kennen, wo es eine große Artenvielfalt zu bewundern gibt. Deshalb ging es anschließend noch weiter zur Fuhse.
17. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Späte Adonis liebt den Golfplatz
Naturschutzbund und Golfclub bieten zum ersten Mal eine gemeinsame Führung an
Mit seiner Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren ist der Golfplatz in Ehlershausen auch für Naturfreunde ein Erlebnis. Davon sind Günther Jatzkowski vom Nabu (links) und Head- Greenkeeper Hartmut Voigt überzeugt. Köhler
Der Naturschutzbund und der Golfclub Burgdorf machen gemeinsame Sache. Sie wollen den Bürgern die Schönheit des Golfplatzes, auf dem im Laufe der Jahre viele Tier- und Pflanzenarten heimisch geworden sind, vorstellen.
VON SANDRA KÖHLER
EHLERSHAUSEN. Premiere ist am 14. August: Der Naturschutzbund (Nabu) und die Golfer laden zu einer Führung mit dem Experten Dietmar Michels über das Gelände in Ehlershausen ein. Treffpunkt ist um 9 Uhr auf dem Burgdorfer Schützenplatz.
„Wenn das Interesse an diesem Spaziergang groß genug ist, möchten wir ihn jährlich anbieten“, sagt der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski. Er kennt das Gelände, das so groß ist wie 72 Fußballplätze, wie seine Westentasche: Hat er dort doch selbst 13 Jahre lang als Greenkeeper gearbeitet.
„Golfer müssen mit der Natur zusammenarbeiten, sonst geht gar nichts“, sagt er und wehrt sich damit gegen das Image aus früheren Zeiten. Tiere und Pflanzen würden nicht verdrängt, sondern könnten im Gegenteil weitere Räume erobern. Gerade das Gelände in Ehlershausen, das zu etwa zwei Dritteln nahezu naturbelassen ist, sei ein gutes Beispiel dafür. „Am Anfang war hier eine Kiefernmonokultur“, sagt Jatzkowski. Durch das Stehenlassen der von Tieren verbreiteten Eichen und Birken habe sich ein Mischwald entwickelt.
Dort seien viele Tiere, darunter mehr als 50 Vogelarten, heimisch geworden. Steinhaufen böten reichlich Verstecke und Sonnenterrassen für Eidechsen und Blindschleichen, abgestorbene Bäume Platz für viele Käfer- und Insektenarten. An dem vor vier Jahren angelegten Teich hat Jatzkowski kürzlich sogar die seltene Späte Adonis, eine Libelle, die bereits auf der Liste der bedrohten Tierarten steht, bei der Paarung beobachten können.
Die Spieler störten sich nicht daran, dass an den Bahnrändern Brennesseln als Futterpflanzen für die Raupen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs wüchsen, sagt Head-Greenkeeper Hartmut Voigt. Rücksichtnahme auf Natur und Tiere sei selbstverständlich. „Es gibt eine Platzregel, dass bei Ameisenhaufen der Ball nicht weitergeschlagen, sondern höchstens vorsichtig aufgenommen werden darf“, sagt er.
15. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Herkulesstaude breitet sich aus
Naturschutzbeauftragter sieht Gefahr für Aue
Günther Jatzkowski steht unter einer der Riesenpflanzen, die beim Schlegeln stehengeblieben sind. Am Boden sind die bereits nachgewachsenen jungen Herkulesstauden zu sehen. Korte
Nach dem Urteil von Fachleuten kann bei der Menge nur noch die Giftspritze helfen: Ein riesiges Vorkommen der aggressiven Herkulesstaude (auch Riesen-Bärenklau genannt) bei Ehlershausen bereitet dem Naturschutzbeauftragten Günther Jatzkowski große Sorgen.
VON NORBERT KORTE
BURGDORF. Jatzkowski, von der Region Hannover als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter für Burgdorf eingesetzt, befürchtet, dass mitgeschwemmte Samen den gesamten Uferbereich der Aue verseuchen. Er hatte einzelne Exemplare der aus dem Kaukasus stammenden und 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählten Herkulesstaude schon vor Jahren in dem abgelegenen Waldstück mit einem kleinen Teich nördlich von Flaatmoor entdeckt. Alarm geschlagen und der Stadt das Vorkommen nochmals gemeldet hat er jetzt, nachdem der bis zu dreieinhalb Meter hoch wachsende Doldenblütler sich massenweise auf einer angrenzenden Brachfläche ausgebreitet hat. Das Gewächs kann beim Berühren schmerzhafte Verletzungen hinterlassen.
Die mit einzelnen Eichen bepflanzte, knapp einen Hektar große Fläche, auf der auch ein Hochsitz steht, gehört dem Realverband Otze. Deren Vorsitzender Gustav Buchholz ist den Riesenpflanzen auf der seinerzeit bei der Flurbereinigung zur Auebegradigung entstandenen Fläche zwischenzeitlich schon einmal maschinell zu Leibe gerückt. Er hat den zuvor fast undurchdringlichen Wald aus Herkulesstauden abgeschlegelt. Aber die Wurzeln haben längst wieder ausgeschlagen und blühen erneut, wie Jatzkowski festgestellt hat.
„Dass wir was machen müssen, ist klar“, räumt auch Buchholz ein, nach dessen Worten zunächst nur ein paar der Pflanzen im Wald gestanden hatten, von denen früher keiner Notiz genommen habe. „Ich hätte nicht gedacht, dass die sich so vermehren.“ Buchholz glaubt nicht, dass er jetzt in der Hochphase der Erntezeit die Berufskollegen zu einer großangelegten Säuberungsaktion per Hand bewegen kann, die Experten als wirkungsvolle Möglichkeit zur Ausrottung beschreiben (siehe unten). Er hat schon an den Einsatz von Gift gedacht, kann sich langfristig aber auch die Beweidung durch Schafe vorstellen: „Vielleicht wäre das eine Maßnahme.“
Hilfe von der Stadt Burgdorf können die Landwirte derzeit nicht erwarten. Die hat genug mit Problemen auf ihren eigenen Flächen zu tun. Die Leute kämen an und wiesen auf Standorte problematischer Pflanzen wie das für Pferde gefährliche Jacobskreuzkraut, allergenes Ambrosia oder eben auch den Riesen-Bärenklau hin, sagt Peter Frerichs von der Umweltabteilung. „Wir sollen das alles wegmachen, aber wir können das mit unserem Personal nicht leisten.“ Frerichs sieht den Kampf gegen solche Pflanzen fast schon verloren.
„Ich habe auch keine Lösung“, räumt auch Jatzkowski ein. Gegen den Bärenklau in Ehlershausen komme man mit den üblichen Mitteln nicht mehr an: „Das ist zu spät.“ Wenn aber nichts passiere, bestehe die Gefahr, dass die widerstandsfähigen Samen letztlich in die Aue gespült würden und dort eines Tage alle Böschungen voll mit Riesen-Bärenklau stünden. Denn unweit des Vorkommens bei Flaatmoor führt ein Entwässerungsgraben vorbei, der in die Neue Aue mündet.
Auf www.myheimat.de/burgdorf/Beitrag/652645 finden Sie mehr zum Thema.
DIE PFLANZE - Haut wird geschädigt
Mit der aus dem Kaukasus stammenden Herkulesstaude (heracleum mantegazzianum) oder Riesen-Bärenklau ist nicht zu spaßen. Der Saft aller Pflanzenteile enthält photosensibilisierende Substanzen, sogenannte Furanocoumarine, die in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren, verbrennungsähnlichen Schäden der Haut führen können, wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in einem Merkblatt warnt. Bei der
Bekämpfung sollte deshalb vollständige Schutzkleidung samt Gesichtsschutz getragen werden, wie es im Internet-Lexikon Wikipedia heißt. Zur
Ausbreitung der im 18. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa eingeführten Pflanze habe auch beigetragen, dass sie Imkern zeitweise als Bienenweide empfohlen wurde nk
14. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Hummeln fliegen neuen Standort an
Insektennest wird in eine Kiste umgesetzt
VON FRIEDRICH-WiLHELM SCHILLER
BURGDORF. Erfolgreich hat Ernst Schmidt, ehrenamtlicher Wespen-und Hornissenbeauftragter der Region Hannover für die Stadt Burgdorf, ein Hummelnest umgesetzt. Entdeckt hatte es Hans-Georg Dehne bei der Sanierung der Dachterrasse seines Hauses Neue Torstraße 5.
Das Nest war zum Vorschein gekommen, nachdem Dehne Bretter des Fußbodens entfernt hatte. Als er weitere Gefache der Terrasse freilegte, stieß er auch noch auf alte, unbewohnte Hummernester zwi-
schen Isoliermaterial aus Zellulose. In den vergangenen Jahren hatte er beobachtet, dass Steinhummeln in einen Spalt der Mauerbrüstung der Dachterrasse geflogen waren.
Gemeinsam mit dem Insektenfachmann beratschlagte Dehne, wie er die Arbeiten fortsetzen könnte. Denn Hummeln stehen unter Schutz. Schmidt entschloss sich, das Insektenvolk umzusetzen. Dazu baute er eine Kiste mit einem Einflugrohr. „Die Kiste muss absolut dicht sein, weil Hummeln keinen Zug mögen", sagt Schmidt. Be-wusst habe er altes Holz verwendet, weil die Tiere ihre Nester nicht zwischen frischen Materialien bauen.
Aus der Isolierung der Terrasse schnitten er und Dehne ein Stück samt Hummelnest heraus. Der Wespen- und Hornissenbeauftrag-te setzte das Nest mit dem Isoliermaterial in die Kiste. Diese hängte er dann an einer Außenwand des Gebäudes in Höhe der Dachterrassenbrüstung auf. „Herumfliegende Hummeln, die nach dem Nest suchten, haben wir eingefangen", berichtet Schmidt. Die meisten dieser Insekten hätten sie durch das Einflugrohr in die Kiste schieben müssen.
Am nächsten Tag überprüfte Schmidt, ob die Steinhummeln den neuen Standort ihres Nestes angenommen hatte. Tatsächlich flogen sie jetzt die Kiste an. „Sie haben den Standort akzeptiert", stellte Schmidt erfreut fest.
Wer Probleme mit Insekten hat und Rat sucht, kann über die Stadtverwaltung oder die Polizei Kontakt mit dem Wespen- und Hornissenbeauftragten aufnehmen.
Hat eine beeindruckende Größe: Ernst Schmidt hält ein altes, unbewohntes Hummelnest in den Händen. Schiller
HUMMELN - Das Volk geht zugrunde
Hummeln sind laut Internetlexikon Wikipedia eine Gattung der Bienen und zählen zu den Insekten, die Staaten bilden. In Europa gibt es etwa 70 Hummelarten. Davon kommen 36 in Deutschland vor. In Europa existieren die Hummelstaaten nur einen Sommer lang. Die Völker gehen am Jahresende zugrunde. Nur Jungkönniginnen überwintern. Aber nicht alle im Herbst begatteten Jungköniginnen überstehen die Kalte Jahreszeit. Diejenigen, die den Winterschlaf überleben, gründen im nächsten Jahr einen neuen Staat. Dazu suchen sie einen geeigneten Platz für den Nestbau. Die Königin sucht Nektar und Pollen. Diese verarbeitet sie zu dem sogenannten Bienenbrot, auf das sie in einer aus Wachs geformten Zelle die Eier legt.
Hummeln zählen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten. Wegen ihrer relativ geringen Temperaturempfindlichkeit werden sie insbesondere in kühlen, regnerischen Sommern zu wichtigen Helfern vieler Pflanzen. fs
07. Juli 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die vier Eltzer Jungfalken sind flügge
Vogelfamilie nistet im Turm der einstigen katholischen Kirche – Quartett zieht mit den Eltern seine Kreise
Die jungen Turmfalken (großes Bild) drängen sich am Einflugloch hoch im Turm (kleines Bild) der ehemaligen katholischen Kirche in Eltze. Kubik-Ritter (2)
VON SUSANN REICHERT
ELTZE. Anfang Juni haben sie im Glockenturm der ehemaligen katholischen Kirche in Eltze das Licht der Welt erblickt. Jetzt sind die vier kleinen Turmfalken flügge.
Seit einigen Tagen ist es am Heimatmuseum in Eltze wieder ruhiger – denn die jungen Turmfalken sind flügge und japsen nicht mehr lautstark nach Futter. Gemeinsam mit den Eltern ziehen sie ihre Kreise über der ehemaligen katholischen Kirche, in der das Museum untergebracht ist.
Das Turmfalkenpaar war im Frühjahr in den ehemaligen Glockenturm eingezogen. „Der Naturschutzbund hat dort vor ein paar Jahren einen Nistkasten eingebaut“, sagt Uta Kubik-Ritter, die direkt gegenüber dem Heimatmuseums wohnt. Anfang Juni hätten die vier Jungtiere das Licht der Welt erblickt.
„Zuerst haben die Kleinen noch eher einem Wattebausch geähnelt als heranwachsenden Turmfalken“, sagt Kubik-Ritter. Inzwischen seien aus ihnen kräftige Rabauken geworden.
Die Eltern waren in den vergangenen Wochen den ganzen Tag damit beschäftigt, Futter heranzuschaffen. „Vier Heranwachsende brauchen so etliche Mäusemahlzeiten, um groß und stattlich wie Vater und Mutter zu werden“, sagt Kubik-Ritter. Sie beobachtet die Vögel häufig. Denn: „Es macht riesigen Spaß zuzuschauen, wie die vier im Einflugloch ihres Nistkastens sitzen.“
TURMFALKEN - Aufzucht in drei Monaten
In Deutschland leben heute etwa 50 000 Brutpaare der Turmfalken. Die Vögel werden mit ungefähr einem Jahr geschlechtsreif. Die Paare bleiben
zumeist ein Leben lang zusammen. Zwischen Mitte April und Mitte Mai legt das Weibchen mehrere Eier – aber nicht gleichzeitig, sondern im Abstand von etwa einer Woche.
Das Weibchen brütet jeweils 29 Tage, die Jungen schlüpfen zu unterschiedlichen Zeiten. Ungefähr vier Wochen lang werden sie von Mutter und Vater gefüttert. Auch nach dem Verlassen des Nests bleiben die Jungen nochmals vier Wochen
lang in der Obhut der Eltern, bevor sie sich ein neues eigenes Revier suchen. kur
06. Juni 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschutzbund bekommt viel Unterstützung
Der Verein wirbt gezielt um Mitglieder – Noch in diesem Jahr soll die Marke von 2000 geknackt werden
Der Vorstand (von links): Benedikt Weingand, Dirk Brinkmann, Manfred Tschäke, Eva Richter, Patrick Deufel und Tolgay Egrich setzen sich für den Naturschutz ein.
VON SUSANNE HANKE
LEHRTE. Wie wichtig eine intakte Natur für künftige Generationen sei, hätten vor allem Eltern mit Kindern erkannt, sagt Manfred Tschäke vom Naturschutzbund (Nabu) Lehrte, Burgdorf und Uetze.
Der Verein verzeichnet einen starken Zuwachs. Dazu trägt besonders eine Werbeaktion bei. Zurzeit gehen die Nabu-Werber in Lehrte von Haus zu Haus, um neue Mitglieder zu gewinnen. Allein in den Ortsteilen der Eisenbahnerstadt kamen in den vergangenen Wochen rund 190 neue Mitgliedschaften zustande. Für die Kernstadt, in der die Werbeaktion in den nächsten Tagen beginnen soll, rechnet Tschäke noch einmal mit rund 200 neuen Mitgliedschaften.
Zurzeit hat der Verein, der in Lehrte, Burgdorf und Uetze aktiv ist, 1500 Mitglieder. „Wir wollen in diesem Jahr die Marke von 2000 knacken“, sagt Tschäke. Das Bewusstsein der Menschen habe sich verändert, „und Projekte vor Ort sind vielen wichtig geworden“, ergänzt Tschäke. Leider seien unter den Mitgliedern bisher nur rund 80 Aktive. „Es wäre schön, wenn noch mehr Leute mitarbeiten würden“, sagt Tschäke. Der Nabu wirkt bei vielen Projekten mit. Einige konnten inzwischen abgeschlossen werden. Wie etwa die Renaturierung der Soorwiesen – ein Feuchtbiothop. Das Gebiet ist nun unter anderem wieder Heimat der Rohrweide und der sibirischen Schwertlilie.
Ein weiteres wichtiges Projekt unter vielen ist die neuangelegte Streuobstwiese im Lehrter Hohnhorstpark. Im Herbst soll dort noch ein sogenanntes Insektenhotel entstehen. Weitere Herbergen für Insekten seien auf dem Gut Adolphshof in Hämelerwald eingeplant, sagt Tschäke. Reichlich Gelegenheit zum Gespräch haben Interessierte beim neuen Stammtisch des Naturschutzbundes. Der erste Treffen dieser Art ist für Mittwoch, 1. September, um 19 Uhr im Restaurant Zur Rübe geplant.
29. Juni 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kein Nachwuchs bei den Eulen
Während des schneereichen Winters sind viele der nachtaktiven Vögel verhungert
Holger Oertel (von links), Janne (4) und Elsabe (4) bewundern den kleinen Falken, den der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander aus dem Eulennistkasten geholt hat. Heine
VON SYBILLE HEINE
HÄNIGSEN. Die Eulennester in der Ortschaft Hänigsen sind in diesem Jahr verwaist. Schuld sei der strenge Winter, sagte Erhard Zander, der Naturschutzbeauftragten für die Gemeinde Uetze.
„Unter der geschlossenen, hohen Schneedecke waren Mäuse für die Eulen unerreichbar, sodass viele der nachtaktiven Vögel verhungert sind“, erklärte der Naturexperte. Zander hat am Sonntag eine Nabu-Exkursion zu den Vogelkinderstuben in Hänigsen geführt. 31 Naturinteressierte, unter ihnen sieben Kinder, haben gemeinsam mit Zander Nester von Schleiereule und Storch besucht.
Zwar habe eine Fütteraktion der Eulen über vier Wochen mit weißen Mäusen aus einem Zuchtinstitut Schlimmeres verhindert, schilderte Zander die Situation. Doch die Überlebenden seien so geschwächt, dass sie sich erst später im Jahr verpaaren und es zu einer sogenannten Zweitbrut komme.
Eine Überraschung barg dann auch der Nistkasten in Grethes Scheune am Ende des Hohen Weges. Statt einer kleinen Eule holte Zander einen jungen Turmfalken aus der in schwindelerregender Höhe angebrachten Bruthöhle.
Aus Mangel an Eulen wurde der sieben Wochen alte Weißstorch, der in dem Horst auf dem Schornstein der Bäckerei Laube aufgezogen wird, zum Star der Exkursion. Streng bewacht von der Mutter machte er erste Flugübungen. Weil Joachim Laube eine Kamera in der Nähe des Nestes installiert hat, konnten die Kinder den kleinen Storch auf einem Bildschirm im Verkaufsraum der Backstube ganz aus der Nähe betrachten.
„In Hänigsen haben Störche gute Lebensbedingungen, weil es viele Pferdehalter und deswegen viele Wiesen gibt, wo eine abwechslungsreiche Speisekarte‘ geboten wird“, sagte der Naturschutzbeauftragte. Bis Mitte August bleiben die Störche in unseren Breitengraden. Dann machen
12. Juni 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Störche haben vier Junge in Nest
Ein Altvogel ist gerade gelandet und bereitet das Auswürgen des mitgebrachten Futters vor. Der Nachwuchs streckt ihm deshalb hungrig die Hälse entgegen. Brinkmann
BURGDORF. Das Storchenpaar auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße hat vier Junge im Nest, die einen gesunden und agilen Eindruck machen. Das hat Dirk Brinkmann, Vorsitzender des Naturschutzbundes Nabu, festgestellt, der zusammen mit seinem Nabu-Kollegen Bernd Rose das Nest mit einem Teleobjektiv vom Dach des Nachbarhauses aus fotografiert hat.
"Das wird was!", gibt sich Brinkmann hoffnungsfroh, dass es nach Jahren mal wieder klappen könnte mit dem Storchennachwuchs in Burgdorf: "Die kriegen jetzt genug Futter." Die Frage sei aber, ob man vier oder nur drei Tiere groß bekommen werde, denn ein Jungstorch sei deutlich kleiner als die anderen. Weil sich das Schlüpfen nach der Zeit der Eiablage richte, könne das jüngste Tier durchaus schon mal acht Tage jünger als das älteste sein, sagt Richard Löhmer, Storchexperte der region. Derzeit sei die Witterung zwar recht gut für die Störche, aber Kälteperioden könnten immer noch Probleme bereiten. Letztlich hingen die Überlebenschancen vom Wetter, vom Nahrungsangebot und von der Fitness der Eltern ab.
18. Mai 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Meisenpaar ins Nest geschaut
Piepshow im Unterricht: Kamera überträgt Leben der Vogelfamilie direkt aus Nistkasten
Die ganze Klasse verfolgt zusammen mit ihrer Biologielehrerin Sonja Ruhnke (Vierte von links) wie Ernst Schmidt im Baum die Kamera im Nistkasten anbringt.
In die Nistkästen, die der Werkkurs der Grund- und Hauptschule Hannoversche Neustadt gebaut hat, sind Mieter eingezogen. Einem Meisenpärchen haben die Schüler jetzt per Infrarotkamera bei der Aufzucht ihrer Jungen zugeschaut.
VON SABINE SZAMEITAT
BURGDORF. Die beiden Kohlmeisen, die in den Nistkasten an einer der Pyramideneichen vor der Schule eingezogen sind, gefiel es offensichtlich nicht, dass ihr Familienleben öffentlich werden sollte. Die Meisenmutter guckte immer wieder ausgesprochen argwöhnisch nach oben in die verdächtige Kamera und schirmte schließlich ihre drei Sprösslinge ab.
Im vorigen Jahr hatten Schüler der sechsten Klasse zusammen mit Ernst Schmidt vom Naturschutzbund 25 Nistkästen gebaut und in Bäumen unter anderem auf dem Wall aufgehängt. Jetzt sahen neun Jungen und vier Mädchen, die inzwischen die siebte Klasse besuchen, dass sich ihre Arbeit gelohnt hat. Die Piepshow wurde per Funk live aus dem Nest übertragen. Der erste Versuch funktionierte nicht ganz. Die Jugendlichen mussten erst in einen anderen Klassenraum umziehen, und ein Verlängerungskabel als Ersatz für die Batterie der Kamera musste besorgt werden.
Doch schließlich verfolgten die Schüler – sonst altersgemäß ein eher unruhiger Haufen – ganz konzentriert, wie die Meisenküken ihre hellen Schnäbel immer wieder weit öffneten und prompt gefüttert wurden. „Rund 100 Blattläuse und andere Kleininsekten kann eine Meise auf einmal in ihrem Schnabel herantragen“, er-läuterte Schmidt. Dabei haben es die „Filmmeisen“ noch leicht: Statt wie üblich sechs bis zehn Piepmätze ziehen sie nur drei auf.
Etwas angeekelt schienen Yasemin, Patricia und Joanna, als sie sahen, wie die Brut sauber gehalten wird: Mutter oder Vater Meise nehmen die Kotkügelchen der Kinder mit dem Schnabel mit nach draußen. Vor den Nistkästen auf dem Wall können Spaziergänger zumindest von außen das Kommen und Gehen der gefiederten Bewohner verfolgen.
Hasan Hasani (von links), Erdal Yatar, Rabin Nahman, Sebastian Bernhard und Ernst Schmidt verfolgen das Familienleben der Meisen auf dem Fernsehschirm.
4. Mai 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Insektenhotel jetzt bewohnt
Nistmöglichkeit für Insekten (von links): Regina und Michael Ethner von der Stiftung ProTiNa übergeben Bürgermeister Alfred Baxmann symbolisch den Schlüssel zum „Hotel am Stadtpark“. Köhler
BURGDORF. Die potenziellen Mieter haben die offizielle Eröffnung nicht abwarten wollen. Mehrere der unzähligen Löcher des Insektenhotels vor dem Rathaus II sind bereits belegt. „Wenn die Sonne scheint, schwirrt es hier ganz schön“, sagt Günther Jatzkowski vom Naturschutzbund (Nabu), der am Bau beteiligt war.
Solitärinsekten wie Grabwespen und Waldbienen finden in dem Insektenhotel Nistmöglichkeiten. Zur Übergabe an Bürgermeister Alfred Baxmann ließen sie sich jedoch nicht sehen. Regina Ethner von der Stiftung ProTiNa begrüßte 15 Gäste, darunter den Nabu-Vorsitzenden Dirk Brinkmann. Ähnlich wie der Bau von Vogelhäuschen sei ein Insektenhotel „eine gute Möglichkeit, generationsübergreifend Natur zu erleben“, sagte dieser. Ethner stellte mit einer Wildblumenwiese, einem Kräutergarten und einem Naturerlebnisweg weitere Projekte ProTi- Nas in Aussicht. ks
30. April 2010 - Neue Woche
Im Stadtpark steht jetzt ein Insektenhotel
Stiftung und Naturschutzbund laden zur Eröffnung ein
Burgdorf (r/rm). Die örtliche Stiftung für Tier- und Naturschutz (ProTiNa) hat mit Unterstützung von Burgdorfer Unternehmen, dem Naturschutzbund (NABU) und der Stadt Burgdorf im Stadtpark ein Insektenhotel gebaut. Einziehen werden dort Wildbienen und andere Insekten. Die Naturerlebnisstation steht auf der rechten Seite vor dem Rathaus II znd wird am Montag, 3. Mai, um 11.00 Uhr ihrer Bestimmung übergeben. Bis dahin wird von den fleißigen Helfern noch an der Innenausstattung und dem Umfeld gearbeitet. Die Nachwuchsgruppe des Naturschutzbundes hat schon mehrfach geholfen. Weitere Arbeitseinsätze haben und werden bis zur Eröffnung stattfinden. Wer dabei sein möchte, wenn das Inssektenhotel offiziell für seine Bewohner bereitgestellt wird, ist eingeladen.
30. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Dame ist da und brütet
BURGDORF. Bernd Rose vom Naturschutzbund (Nabu) ist guter Hoffnung, dass es diesmal mit dem Nachwuchs klappen wird: Zu dem Storchenherrn auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße hat sich vor zwei Wochen die entsprechende Dame gesellt. Inzwischen sitzt die brütend auf dem Nest in luftiger Höhe, während der Gatte dort ausgiebig Gefiederpflege betreibt, wenn er nicht gerade auf Futtersuche ist.
Rose hat das Männchen schon mal auf einem Acker in Schillerslage entdeckt, wo es hinter dem Pflug herstolzierte. Beide Störche sind nicht beringt, genau wie das Paar in den Vorjahren. Deshalb glaubt Rose, dass es dieselben, inzwischen älter und stärker gewordenen Tiere sind, die sich gegen Angreifer besser verteidigen können als 2008. Damals hatte ein fremder Storch die Eier aus dem Nest geworfen. nk
20. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Wäldchen ist Lebensraum für viele Tiere
Rundgang durch Kötterschen Park – Derzeit keine Bauvorhaben
VON PATRICIA OSWALD-KIPPER
SEHNDE. Bei einer Tour durch den Kötterschen Park haben die 21 Besucher am Sonnabendnachmittag unter anderem erfahren, warum das kleine Wäldchen unter Schutz gestellt ist.
„Alle Altersstadien von Bäumen sind hier vorhanden. Das Totholz bietet einen hervorragenden Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen“, erklärte Rosa Vocino. Vor vier Jahren hatte sie in ihrer Diplomarbeit im Bereich Umweltplanung die Schutzwürdigkeit der Grünanlage nachgewiesen.
Sie erklärte den Besuchern auch, dass mehrere Fledermausarten in dem Park, der nördlich der B 65 und südlich vom Freibad liegt, ihren Unterschlupf haben. Das bestätigte auch Bernd Rose, Fledermausschutzbeauftragter des Naturschutzbundes.
Den Teilnehmern der Parkführung wurde damit schnell klar, warum das Wäldchen 1996 als geschützter Landschaftsbestandteil eingestuft und seitdem umzäunt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Der Park wurde nach dem einstigen Kaliwerk-Friedrichshall-Direktor benannt, der den Park um seine Villa herum Mitte des 20. Jahrhunderts anlegte. In den vergangenen 30 Jahren waren immer wieder Bebauungspläne für das Grundstück im Gespräch.
Danach wurde auch bei der Führung gefragt. Brigitte Philippi von den Grünen, die die Führung mit organisiert hatte, konnte jedoch Bedenken zerstreuen. Derzeit gebe es dafür keine Pläne, sagte sie.
14. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Storchennester weiß getüncht
Weißstorchpaare sollen wieder die Horste in Dollbergen und Obershagen besetzen
Erhard Zander streicht das Nest und einige Dachziegel des Turmes der Dollberger Erlöserkirche weiß an. Schiller
Nach längerer Pause sollen wieder Störche in Dollbergen und Obershagen brüten. Deshalb hat der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander mithilfe des Hänigser Ortsbürgermeisters Heinrich Bühring die Horste in den beiden Orten mit weißer Binderfarbe angestrichen.
VON FRIEDRICHWILHELM SCHILLER
UETZE. „Wir streichen die Nester weiß, damit die Störche denken, dass dort im Vorjahr eine erfolgreiche Brut stattgefunden hat“, sagt Zander. Auf dem Turm der Dollberger Erlöserkirche tünchte Zander auch einige Dachziegel. Denn rund um ein Storchennest sei alles mit weißem Kot bekleckert, erläutert der Naturschutzbeauftragte.
Im Nest auf der Dollberger Erlöserkirche hatte das letzte Mal ein Storchenpaar 2003 erfolgreich zwei Junge aufgezogen. Dabei ist nach Zanders Ansicht Dollbergen wegen der nahen Fuhseniederung mit viel Grünland der beste Standort für Weißstörche in der Gemeinde Uetze. Von Obershagen aus sind seit rund zehn Jahren keine Jungstörche mehr nach Afrika ins Winterquartier aufgebrochen.
In diesem Jahr hat sich im Gemeindegebiet bis gestern nur in Hänigsen ein Storchenpaar festgesetzt. In Dedenhausen ist bislang nur ein Weißstorch eingetroffen. „Er baut das Nest aus“, berichtet die Dedenhausenerin Thea Stolte. Nach den Beobachtungen des Obershagener Ortsbürgermeisters Werner Hübner hält sich auch in seinem Heimatort ein Großvogel ständig in der Nähe des Nestes auf. „Er wartet jetzt auf einen Partner“, sagt Hübner.
Damit Weißstörche erfolgreich Junge aufziehen können, müssen sich die Paare laut Zander bis Ende April gefunden haben. Das Gelege müsse bis zum 10. Mai vollständig sein.
10. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Jetzt werden die Betten gebaut
Vor dem Rathaus entsteht ein Insektenhotel
VON NORBERT KORTE
BURGDORF. „Der Rohbau ist fertig – aber die Betten stehen noch nicht drin!“ Auf diese griffige Formel hat Regina Ethner von der Stiftung Pro TiNa den Stand der Bauarbeiten für das geplante Insektenhotel gebracht. Die Stiftung, deren Kürzel TiNa für Tier- und Naturschutz steht, hat sich zum Ziel gesetzt, auf dem Gelände vor dem Rathaus II ein Domizil für Insekten wie Schwebfliegen, Wildbienen und anderes Getier zu errichten.
Mit finanzieller Unterstützung von sieben Sponsoren ist das massive Holzgerüst bereits fertiggestellt und inzwischen von städtischen Mitarbeitern auch aufgebaut worden. Dabei hatte es noch Missverständnisse gegeben, weil der Naturschutzbund (Nabu), der das Projekt ebenfalls unterstützt, es lieber mehr zur Sonne ausgerichtet hätte.
Heute will der Nabu mit seiner Nachwuchsgruppe beginnen, die Fachwerkkonstruktion mit Schilfmatten, Lehmwand und aufgebohrten Holzscheiben als Unterschlupf für Insekten zu bestücken. Bis Ende April oder Anfang Mai soll das Hotel nach Angaben der Stiftungsgründer Regina und Michael Ethner endgültig fertig und der Stadt übergeben werden.
Die 2007 gegründete Stiftung hat schon die Jugendarbeit im Tierheim Burgdorf unterstützt und beispielsweise Hunderten von Burgdorfer Schülern die Möglichkeit geboten, den Film „Unsere Erde“ zu sehen.
10. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Erster Storch ist eingetroffen
BURGDORF. Am Mittwochnachmittag ist er erstmals auf dem Schornstein der ehemaligen Konservenfabrik an der Friederikenstraße gesichtet worden – und Mitglieder des Naturschutzbunds (Nabu) haben den Storch auch gleich fotografiert. Jetzt hofft der Nabu, dass es diesmal mit dem Nachwuchs klappen wird. Seit 2007 machen wieder Störche in Burgdorf Station. 2008 hatte es auch Junge gegeben, die aber verhungert waren. Das alte Firmengelände sei ein problematischer Standort, weil das Nahrungsangebot trotz der nahen Aueniederung knapp sei, wie Storchenexperte Reinhard Löhmer von der Region sagt: „Aber die Chancen sind so schlecht nicht.“ nk
06. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Junge Forscher im Stadtpark
Melvin (6) und Alina (8) erkunden im Stadtpark mit Becherlupen die Tierwelt, die unter Laub und Totholz zu finden ist. Brunhöber
BURGDORF. Vögel, alte Bäume und ein rätselhafter, skelettierter Schädel: Mit Vertretern des Naturschutzbunds (Nabu) haben Kinder Flora und Fauna des Stadtparks erkundet. „Wir möchten erreichen, dass die Kinder einen Blick für die Natur bekommen", nannte Hans-Jürgen Sessner, Jugendwart des Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze, das Ziel. „Durch den Stadtpark gehen alle, aber es gibt viel, was man dabei nicht sieht."
So machten Sessner und vier weitere Begleiter die 15 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren auf Nisthilfen für Wildbienen ebenso aufmerksam wie auf Käfer und Vogelarten. Als zwei Jungen, die schlechte Erfahrungen mit Brennnesseln haben, einige dieser Pflanzen vernichten wollten, klärte Sessner darüber auf, dass diese wichtig für die Raupen der Schmetterlinge seien. Anhand eines alten Baumstammes und von Laub erklärte er den Recyclingprozess der Natur. Unter Laub und Totholz gingen die Kinder mit großem Interesse auf die Suche nach Käfern, Asseln und Spinnen. Forscherdrang weckte der Fund eines skelettierten Schädels, der jedoch ad hoc keinem Tier zuzuordnen war. bru
01. April 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Rojahn trägt 1600 Kröten über die Straße
Rentner betreut Fangzaun am Schafstallweg
Siegfried Rojahn sammelt am Krötenzaun, der am Schaftstallweg steht, die Amphibien ein. Schiller (2)
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
UETZE. Zweimal am Tag macht sich momentan Siegfried Rojahn mit einem Eimer und einen kleinen Schaufel zum Krötenzaun am Schafstallweg auf, um dort die wandernden Amphibien einzusammeln. Mehr als 1600 Erdkröten hat er in diesem Jahr schon sicher auf die andere Straßenseite gebracht. Gelegentlich findet der Rentner auch Grasfrösche in den Eimern, die am Krötenzaun im Boden eingegraben sind.
„Man muss ja den Viechern helfen. Sonst werden sie platt gefahren. Hier ist viel Verkehr“, sagt Rojahn, der am Schafstallweg wohnt. Die Amphibien wandern nach Auskunft des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander aus dem sumpfigen Erlenbruch auf der Westseite des Schafstallwegs zu den östlich gelegenen Teichen, um dort zu laichen.
Die Zahl der wandernden Kröten hängt vom Wetter ab. „Es muss warm sein und am besten noch regnen“, sagt Rojahn. So sammelte er von Dienstag bis Donnerstag voriger Woche die meisten Kröten ein. Da waren es morgens immer 70 bis 80, und an einem Abend sogar 170. Rojahn schreibt die Zahlen täglich auf, um die Entwicklung festzuhalten.
Laut Zander waren es im vorigen Jahr zusammen nur 1200 Tiere, die damals noch ein anderer Anwohner des Schafstallwegs aufdie gegenüberliegende Straßenseite gebracht hatte. „In diesem Jahr habe ich den Zaun um etwa 40 Meter verlängert“, erklärt Zander den deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Weil sich die Laichzeit der Erdkröten dem Ende zuneigt, sind inzwischen wieder weniger Tiere auf Wanderschaft. So fand Rojahn gestern Morgen nur 25 Erdkröten. Außerdem entdeckte er mehrere Tierchen, die bereits wieder auf dem Rückweg zum Erlenbruch waren.
Nach Zanders Angaben dauert die Wanderzeit der Kröten etwa vier bis fünf Wochen. Daher will der Naturschutzbeauftragte den niedrigen Zaun, den er Anfang März mit einer Turngruppe des TSV Friesen Hänigsen und der Jugendfeuerwehr aufgestellt hatte, in einigen Tagen wieder abbauen.
20. März 2010 - Marktspiegel Burgdorf
Naturschutzbund stellte Amphibienschutzzaun auf
Erdkröten beginnen mit der Wanderung zu ihren Laichgewässern
RAMLINGEN/ENGENSEN (gb/jk). Etwa ein Dutzend Mitglieder des NABU-Stadtverbandes Burgdorf, Lehrte unu Uetze haben am vergangenen Samstag zwischen Ramlingen und Engensen einmal mehr einen Krötenschutzzaun aufgestellt. Am heutigen Sonnabend ist der Schutzzaun in Richtung Engensen vom NABU Burgwedel-Isernhagen vervollständigt worden.
Wenn es langsam Frühling wird, zieht es Amphibien - hier sind es überwiegend Erdkröten - aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Die kalte Jahreszeit haben sie im Walderdreich vergraben entlang der K117 überstanden. Wie viele es sein werden, kann nicht genau gesagt werden. „Die Kröten graben sich bis maximal 20 Zentimeter in die Erde ein. Weil wir diesen Winter eine strenge Frostperiode hatten, sind wahrscheinlich etliche erfroren", erklärt Bernd Rose vom ehrenamtlichen NABU-Team.
Im vergangenen Jahr hatten die NABU-Kollegen aus Burgwedel und Isernhagen allein an zwei März-Tagen zur Hauptwanderzeit 421 Erdkröten mit Hilfe des Zaunes auf dem Burgwedeler Gebiet gefangen und dann sicher übergesetzt. „Neben den Erdkröten wurden auch Teich-, Moor- und Grasfrösche, Teich- und Kammmolche, Knoblauchkröten, Ringelnattern sowie Laufkäfer aus dem Fangnetz geholt", teilte Horst Hagenberg vorn NABU Burgwedel-Isernhagen mit.
Sobald die Nachttemperaturen bei sieben Grad Celsius liegen, kommt Bewegung in die Sache. Bei den Kröten ziehen die Männchen zuerst los und warten unterwegs auf die deutlich größeren Weibchen. Bei ihrer gemeinsamen Wanderung müssen sie häufig Straßen überqueren und werden bei dieser Gelegenheit oftmals überfahren. Rund 500 Meter ist der Amphibienschutzzaun allein auf der Burgdorfer Seite lang, mit dessen Aufstellung die NABU-Aktivisten auf Höhe des Ramlinger Waldbades begannen. Am Fangzaun fallen die „Wandergesellen" in Eimer und werden dann von den Natur- und Tierfreunden an Kontrolltagen über die K117 getragen, wo sie ihren Weg hoffentlich unbehelligt fortsetzen können.
Auf Höhe des Waldbads Ramlingen begann ein ehrenamtliches NABU-Team aus Burgdorf, Lehrte und Uetze mit der Aufstellung des Amphibienschutzzaunes. Foto: Georg Bosse
15. März 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kleine Nesthocker bekommen neue Wohnstuben
Naturschutzbund hängt Nistkästen auf
LEHRTE. Trotz Regens und ungemütlich kaltem Wind hat der Naturschutzbund (Nabu) im Hohnhorstpark Vorbereitungen für den Frühling getroffen. Am Sonnabend war dort die Jugendgruppe mit ihrem Leiter Hans Jürgen Sessner unterwegs, um 30 neue Nistkästen für Fledermäuse und Vögel anzubringen. Die eher unscheinbar in schwarz und braun gehaltenen Behausungen sind genau auf die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner zugeschnitten: große Löcher als Eingang für die Kohlmeise und den Feldsperling, kleine für die Haubenmeise und ein ganz großes für den Star. Im Bedarfsfall wird sogar umgebaut: „Der Kleiber mauert das Loch zu, wenn es zu groß ist“, erläuterte Sessner. Und für die Fledermäuse sind die Wohnstuben ganz in schwarz gehalten, damit sie von der Sonne ordentlich aufgeheizt werden, sagte Sessner. suh
08. März 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschutz: Nachwuchs der Feuerwehr hilft
Mit Sympathie für die Tierwelt: Mitglieder der Uetzer Jugendfeuerwehr stellen am Schafstallweg einen Krötenzaun auf. Brunhöber
UETZE. Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben sich am Sonnabend als Naturschützer betätigt: Sie richteten zusammen mit Erhard Zander, dem Naturschutzbeauftragten der Region Hannover, am Schafstallweg mitten im Schnee einen etwa 100 Meter langen Krötenzaun auf. Dieser soll verhindern, dass die Tiere die Straße auf dem Weg zu ihren Laichgewässern überqueren und dabei überfahren werden.
Am Schafstallweg sind die Kröten besonders gefährdet. Nachdem sie in dem Waldstück auf der westlichen Seite überwintert haben, machen sie sich nun allmählich auf den Weg zu den Teichen auf der anderen Straßenseite. Am Zaun ist jedoch zunächst Endstation für die Erdkröten und Grasfrösche. Auf der Suche nach einem Durchlass sollen die Tiere in die in die Erde eingelassenen Eimer fallen. Ein Anwohner holt die Tiere zweimal täglich aus der Falle und bringt sie zu den Gewässern.
Zander baut den Zaun jährlich mit der Jugendfeuerwehr und Mitgliedern der Turngruppe von Friesen Hänigsen auf. „Die Kinder und Jugendlichen in der Feuerwehr werden so auch an Naturschutzbelange herangeführt“, sagt er. Schnee und Kälte schreckten die Jugendlichen nicht. bru
22. Februar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
35 Naturschützer decken den Störchen den Tisch
Hand in Hand: Nabu, Jäger und Schützen
BURGDORF. Mit vereinten Kräften haben am Sonnabend 35 Mitglieder des Naturschutzbunds (Nabu), der Jägerschaft, der Jagdgenossenschaft und des Schützenvereins Röddensen ein vernachlässigtes Gewässer nahe der Aue freigeschnitten. Es war die erste Kooperation dieser Art.
Entstanden war die Idee zur Zusammenarbeit beim Waldbiwak des Vereins Burgdorfer Pferdeland und der Jägerschaft im vergangenen Sommer. „Wir haben uns gesucht und gefunden“, berichtete Hans-Otto Thiele, stellvertretender Vorsitzender der Jägerschaft.
Der Arbeitseinsatz war denn auch bitter nötig. Der Teich am Westufer der Aue in Höhe der Deponie war einst als Ausgleich bei der Begradigung des Bachs angelegt, dann aber vergessen worden und zugewachsen. Blätter von Bäumen sorgten für zu viele Nährstoffe. Das Gewässer kippte um.
Mithilfe des Freischnitts sollen sich wieder Libellen und Wasserkäfer ansiedeln. Der Naturschutzbeauftragte Günther Jatzkowski hofft, dass auch Frösche und Lurche wieder dort ablaichen. Damit würde das Gewässer zum Futtertrog für Störche. Aus dem gleichen Grund soll in der Nähe ein weiteres Amphibiengewässer angelegt werden.
Die Zusammenarbeit vom Sonnabend soll fortgesetzt werden. hz
Mehr Bilder finden Sie auf www.myheimat.de/beitrag/312397.
03. Februar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Stiftung will eine Kräuterwiese im Stadtpark anlegen
ProTiNa unterstützt Nabu-Projekte
BURGDORF. Eine Stiftung für Tier- und Naturschutz mit Sitz in Burgdorf, ProTiNa, leidet unter der Finanzkrise. 2008 gab es keine Erträge aus dem Stiftungsvermögen. Zudem musste ProTiNa Verluste aus dem angelegten Stiftungskapital ausgleichen, heißt es in einer Mitteilung.
Die Stifter waren vergangenes Jahr gleichwohl nicht untätig und gründeten das Projekt Katzen in Not, das eine privat organisierte Katzenhilfe finanziell unterstützen soll. Ziel der Katzenhilfe ist es, heimatlose Katzen zu betreuen und nach Möglichkeit in gute Hände zu vermitteln. Wer eine Katze aufnehmen will, kann sich unter Telefon (0 50 85) 16 92 melden.
ProTiNa übernahm 2009 außerdem eine Patenschaft für ein Projekt des Naturschutzbundes (Nabu) zum Schutz des Weißstorchs und unterstützte das Tierheim bei der Gründung einer Kindergruppe.
Gemeinsam mit dem Nabu sollen in diesem Jahr im Stadtpark eine Blumen- und Kräuterwiese sowie ein Insektenhotel errichtet werden. Kinder und Jugendliche sollen mithilfe des Insektenhotels die Möglichkeit erhalten, das Leben von Bienen und anderen Insekten zu beobachten. hae
Nähere Informationen gibt es unter Telefon (0 51 36) 8 46 19 oder auf der Internetseite www.protina-stiftung.de. Ein Spendenkonto ist eingerichtet bei der Stadtsparkasse Burgdorf (BLZ 251 513 71), Kontonummer 45 15.
01. Februar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturfreunde wandern durch den Winterwald
Rosi und Dieter Kleinschmidt (von links) Ernst Schmidt, Ingrid Görlitz, Ilse Niemann und Detlef Schanklies beteiligen sich an der Nabu-Winterwanderung durch das Burgdorfer Holz. Heine
BURGDORF. 9 Uhr morgens, minus zwei Grad, leichter Schneefall: Manfred Tschäke ist zum Schützenplatz gefahren und wartet auf die Teilnehmer der Winterwanderung, zu der der Naturschutzbund (Nabu) eingeladen hat.
„Ich weiß gar nicht, wie viele mitkommen. Vor dem Termin ist mein Telefon heiß gelaufen. Einige haben zugesagt, andere wollten später dazu kommen und einige haben wieder abgesagt“, sagt er mit einem Blick über den fast leeren schneebedeckten Platz.
Mit acht Wanderern kann er schließlich Richtung Naturfreundehaus Grafhorn aufbrechen. Die Frauen sind in der Überzahl. „Unter dem Schnee ist zwar eine Eisschicht, aber man kann trotzdem gut laufen“, muntert Rosi Kleinschmidt die anderen auf. Brunhilde Müller hat ihre Walkingstöcke dabei und Dieter Kleinschmidt sein Fernglas.
Unterwegs können die Naturfreunde Tierspuren im Schnee verfolgen sowie Mistel- und Wacholderdrosseln beobachten. Nach einem zünftigen Braunkohlessen geht es zurück zum Schützenplatz.
Die 16 Kilometer haben die Wanderer spielend geschafft. sy
20. Januar 2010 - Marktspiegel Burgdorf
Braune Langohren halten langen Winterschlaf
NABU besuchte Fledermaus-Winterquartier in Burgdorf
Der Berliner Biologe Cornelis Hemmer (li.) und der zwölfjährige Christian Strube (re.) inspizierten Winterquartiere von Braunen Langohren im Bunker auf dem ehemaligen Burgdorfer THWGelände. Foto: Georg Bosse
BURGDORF (gb). Das Braune Langohr (Plecotus auritus) ist eine sehr heimliche Fledermausart, das seine Verstecke nur verlässt, wenn es ganz dunkel ist. Die nahrungsarme Winterzeit verbringen alle Fledermäuse im Schlaf. Zwei dieser Langohren haben sich für ihren energiesparenden Winterschlaf in einem alten Bunker auf dem ehemaligen Burgdorfer THW-Gelände einquartiert. Das stellte am vergangenen Samstagmorgen eine größere Gruppe Tier- und Naturfreunde erfreut fest, die in Burgdorf und in der Gemeinde Uetze vom NABU eingerichtete Winterunterkünfte für die sonst nächtlichen Flugakrobaten und Insektenjäger inspizierte.
Angeführt wurde der Inspektionstrupp, der sich aus jüngeren und älteren Fledermausfans aus Barsinghausen, Garbsen, Hannover, Hambühren und Wathlingen (Celle) sowie aus Obernkirchen (Schaumburger Land) zusammensetzte, vom Burgdorfer Bernd Rose vom Natur- schutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze sowie vom Landwirt und Biologen Cornelis Hemmer aus Berlin.
Durch direkte und indirekte Eingriffe des Menschen hat die Population von Fledermäusen einen erschreckenden Rückgang erfahren. Beispielsweise durch den Einsatz chemischer Insektenbekämpfungsmittel oder das Zumauern von Einflugsöffnungen, Höhlen und Stollen und den oftmals damit verbundenen Verlust von Winterquartieren. Alle heimischen Fledermäuse halten Winterschlaf. Typische Unterschlüpfe sind kühle aber frostfreie (Baum-)Höhlen, Stollen oder, wie auf dem Burgdorfer THW-Gelände, der dunkle Bunker. Dort hatte die NABU-Ortsgruppe Hohlblocksteine als Versteckmöglichkeit angebracht.
Die Braunen Langohren haben seit zirka November ihre Körperfunktionen auf „Energiespar-Modus“ heruntergefahren. Massive Störungen der Winterruhe könnten zum Aufzehren der energiereichen Fettreserven und zum Tod der Tiere führen. Fledermäuse schlafen allerdings nicht den ganzen Winter bis etwa Anfang April durch, sondern wachen immer mal wieder auf, weil sie „Pippi“ machen müssen oder um den Hangplatz zu wechseln. Die meisten Fledermausschützer sind im NABU organisiert. „Doch erst seit gut 15 Jahren haben wir in Burgdorf und Umgebung damit begonnen, den Artenschutz von Fledermäusen in den Fokus zu nehmen“, erklärte Cornelis Hemmer. Die ersten dieser kleinen, baumbewohnenden Säugetiere lebten bereits zu Zeiten der Saurier. Der nächste noch lebende „Verwandte“ der Fledermäuse ist bei uns der Igel. Nach der untersuchenden Begehung in Burgdorf machte sich die Gruppe nach Hänigsen und Dollbergen auf, um dort weitere Winterquartiere in Augenschein zu nehmen.
Fragen zum wirksamen Artenschutz von heimischen Fledermäusen beantwortet Bernd Rose (NABU) unter der Telefonnummer 05136/ 812 65. Auch ein Besuch im Internet unter www.NABUNiedersachsen. de gibt praktische Tipps zum Fledermausschutz.
20. Januar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Eulen werden mit Mäusen gefüttert
Naturschutzbeauftragter berichtet über seine Arbeit – Für Fuhse-Renaturierung eingesetzt
Dieser Altarm der Fuhse bei Benrode ist eine Ruhezone für Fische. Er ist auf Zanders Initiative hin ausgebaggert worden. Schiller
VON FRIEDRICHWILHELM SCHILLER
HÄNIGSEN. Der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze (Nabu) füttert zurzeit Schleiereulen mit Mäusen. Das hat der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander bei einem Vortrag über seine ehrenamtliche Arbeit im Hänigser Haus am Pappaul berichtet.
In diesem Winter litten Schleiereulen Not, weil sie keine Fettreserven hätten und unter dem Schnee keine Mäuse mehr fänden, erläuterte Zander rund 50 Zuhörern. Daher habe der Nabu fünf Futterstellen, davon zwei in der Gemeinde Uetze, eingerichtet. „Ich mache eine solche Aktion nicht gern, weil man lebende Tiere verfüttern muss“, verriet Zander. Außerdem stelle die Aktion einen Eingriff in die Natur dar.
Spaß gemacht hatte dem Naturschutzbeauftragten hingegen das Aufstellen eines Insektenhotels für Solitärbienen und -wespen in Dollbergen. Dabei hatte eine Schulklasse geholfen. „Die Kinder waren begeistert bei der Sache“, erinnerte sich der Hänigser.
Zander kümmert sich auch um die Storchennester. Den Horst auf dem alten Uetzer Schlauchturm setzte er 1995 instand. „Da ist es letztmalig 1996 zu einer Brut gekommen“, sagte Zander. Danach seien in der Eigensheide fünf Wiesen umgebrochen worden. Daraufhin habe der Weißstorch das Dorf verlassen.
Einer der schönsten Bereiche in der Gemeinde ist nach Zanders Ansicht das Landschaftsschutzgebiet Fuhsetal. Dank der Pferdehaltung gebe es bei Dollbergen viele Weiden. In der offenen Wiesenlandschaft brüteten zum Beispiel Wiesenpieper und Kiebitze, sagte Zander.
Er hat sich auch für eine Renaturierung der Fuhse starkgemacht. So baggerte die Gemeinde bei Benrode einen Altarm aus. Dort wurden neben dem Fluss auch ein Tümpel und eine sogenannte Flutmulde angelegt, die bei hohem Wasserstand vom Fluss überflutet wird.
18. Januar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Bedrohte Art erholt sich wenig
Fledermausbetreuer sichten Quartiere
Cornelis Hemmer (großes Bild, von links) Berthold Scheller und Christian Strube suchen im alten Bunker auf dem Bauhof der Stadt an der Friederikenstraße nach Fledermäusen. Im Winterschlaf sind auch die großen Mausohren in einem Bunker in Dollbergen (kleines Bild). Heine
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. Seit sich Naturschützer darum bemühen, die Fledermaus vor dem Aussterben zu retten, erholen sich die Bestände ein wenig. Bei einer Fledermauswinterkontrolle in neun Quartieren im Bereich Burgdorf, Uetze und Peine wurden 35 Tiere gezählt. 2009 waren es nur 28. 24 Fledermausbetreuer aus Niedersachsen trafen sich am Sonnabend, um die Winterschlafplätze, die Bernd Rose vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze für die kleinen Nachtschwärmer eingerichtet hat, in Augenschein zu nehmen.
Erste Station war der Bunker auf dem städtischen Bauhof an der Friederikenstraße. „Es ist schwer, geeignete Unterkünfte für Fledermäuse zu finden. Sie sollten frostfrei sein und die Luftfeuchtigkeit möglichst hoch“, sagte Rose. Ein Grund für die Bedrohung der Art sei, dass natürliche Quartiere durch Verstädterung verschwänden.
Wenn der Naturschützer brauchbare Räume gefunden hat, richtet er sie wohnlich ein. sich das Braune Langohr, das östlich von Hannover weit verbreitet ist, in Ritzen und Spalten wohl fühlt, bestückt er leere Keller und Bunker mit Hohlblocksteinen, in denen sich die Fledermäuse zum Schlafen verkriechen können.
Für die Kontrolleure waren sie dort im Schein von Taschenlampen nur mühsam auszumachen. Sorgfältig suchten sie alle Schlupflöcher ab, notierten die Zahl der entdeckten Tiere, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Für den dreizehnjährigen Christian, der seine Eltern begleitete, war das Ganze ein Abenteuer, eine Schatzsuche an geheimnisvollen, unzugänglichen Orten. „Es ist wie ein Sechser im Lotto, wenn Fledermäuse in eine Winterbehausung einziehen“, schwärmte Rose. Wer ein Fledermausquartier hat, kann sich bei Bernd Rose unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 melden.
13. Januar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Eulen drohen zu verhungern
Landwirte sollen ihre Scheunen öffnen, damit die Greifvögel dort Mäuse jagen können
Erhard Zander reinigt einen der 103 Eulenkästen, die der Naturschutzbund in Uetze, Burgdorf und Lehrte seit 1979 aufgehängt hat.
Der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander aus Hänigsen macht sich angesichts des Winterwetters Sorgen um den Bestand der Schleiereulen in der Gemeinde Uetze. Er befürchtet, dass sie nicht mehr genügend Mäuse fangen können, wenn die Schneedecke verharscht.
VON FRIEDRICHWILHELM SCHILLER
UETZE. Zander bittet Landwirte, die Stroh und Heu lagern, die Scheunen für die Greifvögel zu öffnen. Wenn das Scheunentor einen Spalt offen bleibe oder man an anderer Stelle eine etwa 20 mal 20 Zentimeter große Öffnung lasse, könnten die Eulen auf den Böden jagen. „Allgemein sagt man, dass Schleiereulen ab einer Schneehöhe von sieben Zentimetern gefährdet sind“, sagt Zander. Dann könnten sie Mäuse, ihre Hauptnahrung, nicht mehr unter dem Schnee erreichen. Nach Einschätzung des Naturschutzbeauftragten war die Situation bisher noch nicht dramatisch, weil der Schnee bislang noch locker war. Aber sobald er verharsche, könnten die Greifvogel keine Mäuse mehr im Freien erbeuten. „Wenn Schleiereulen sieben Tage lang keine Nahrung finden, verhungern sie“, erläutert Zander. Nach seinen Angaben ist die Schleiereule die Eulenart, die am meisten unter Kälte leidet. Sie bilde keine Fettreserven.
Das hatte in dem Schneewinter 1978/79, in dem die Temperatur zeitweise auf unter minus 20 Grad Celsius abgesackt war, zur Folge, dass in der Gemeinde Uetze nur ein Schleiereulenpärchen überlebte, und zwar auf einem Bauernhof in Hänigsen. Daraufhin hängten Zander und andere Naturschutzbundmitglieder in der Fuhsegemeinde, aber auch in Burgdorf und Lehrte Eulenkästen auf. Darin sind die Eier und der Nachwuchs der Eulen vor Madern sicher. Im Winter reinigen Nabu- Mitglieder regelmäßig im Abstand von drei Jahren diese Kästen. „In den vergangenen 30 Jahren hat sich bei uns der Eulenbestand gut erholt“, meint Zander. In Hänigsen hätten im vorigen Jahr drei Schleiereulenpaare gelebt, in der gesamten Gemeinde seien es ungefähr 25 gewesen.
Nahrung - Früher weiße Mäuse verfüttert
In den achtziger Jahren hat der Naturschutzbund in schneereichen Wintern Schleiereulen mit weißen Mäusen gefüttert, um den Bestand zu sichern. „Das Institut, das die Mäuse gezüchtet hat, gibt es nicht mehr“, sagt Erhard Zander. Eine andere Bezugsquelle habe der Verein nicht ausfindig machen können. Falls es private Züchter in der Nähe gibt, die Mäuse verkaufen wollen, sollen sie sich bei Zander, Telefon (0 51 47) 17 35, melden. fs
08. Januar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Mit Lupe auf Krabbeltiersafari
Das Programm der Nabu-Kinder bietet spannende Einblicke in die Natur
Mit einem neuen Leitungsteam und einem der Jahreszeit angepassten Programm beginnt die Kindergruppe Die Naturforscher des Naturschutzbundes (Nabu) morgen das nächste Halbjahr.
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. Die Betreuung der Sieben- bis Zwölfjährigen übernehmen künftig Hans-Jürgen Sessner, Kerstin Ohl, Indra Dikhoff und Julia Fraatz. Sie ersetzen Elisabeth Niklas, die die Nabu-Kinder zwei Jahre lang betreut hat und nun wegen anderer Verpflichtungen nicht mehr zur Verfügung steht. Die Gruppe trifft sich jeden zweiten Sonnabend im Monat und ist offen für Kinder aus Burgdorf, Lehrte und Uetze. Erster Punkt ist morgen ein Besuch auf einem Bio-Bauernhof. Von 11 bis 13 Uhr wird das Gut Adolphshof besichtigt.
Weiter geht es am 13. Februar. Im Mittelpunkt steht die Frage, was die Waldtiere im Winter machen. Der Ausflug beginnt um 10 Uhr auf dem Waldparkplatz zwischen Schwüblingsen und der B 188. Am 13. März werden neue Nistkästen für Vögel und Fledermäuse im Lehrter Stadtpark angebracht. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Schützenplatz in Lehrte.
Wohnungen aus Holz, Schilf und Lehm für das Wildbienenhotel im Burgdorfer Stadtpark bauen die Naturforscher am 10. April. Sie versammeln sich um 10 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Burgdorfer Finanzamt. Thema am 8. Mai sind die kleinen Wasserbewohner in der Aue. Sie werden mit Keschern gefangen und bestimmt. Beginn der Aktion ist um 10 Uhr auf der Auebrücke zwischen Weferlingsen und Hänigsen. Eine Krabbeltiersafari im Burgdorfer Stadtpark steht am 12. Juni auf dem Programm. Sie startet um 10 Uhr auf dem Parkplatz am Tiefwiesenweg. Mit der Becherlupe sollen kleine Parkbewohner untersucht werden.
Voraussetzung für die Teilnahme an allen Aktionen ist die Mitgliedschaft im Nabu. Der Jahresbeitrag für Kinder bis 14 Jahre kostet 18 Euro. Ein unverbindliches Schnuppern ist jederzeit möglich. Weitere Informationen gibt es unter www.nabu-burgdorf-uetze.de.
02. Januar 2010 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kritik: Keine Aussagen zum Klimaschutz
ISEK ist Thema beim Neujahrsspaziergang
Bernd Suszka (rechts) macht in der neu gestalteten Grünanlage Am Wall deutlich, dass ihm der Erhalt der dortigen alten Bäume besonders am Herzen liegt. Schiller
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) war diesmal Thema des Neujahrsspaziergangs des Naturschutzbundes (Nabu). Mit Kritik an dem Konzept sparte Nabu-Mitglied Bernd Suszka nicht, der gestern 15 Teilnehmer durch Burgdorf führte.
VON FRIEDRICHWILHELM SCHILLER
BURGDORF. Suszka, der die Neujahrspaziergänge alljährlich leitet, ging darauf ein, dass bis 2025 in Burgdorf 1200 neue Wohnungen gebaut werden sollen, um die Einwohnerzahl von 30 000 halten zu können.
Nach seiner Meinung wird in dem Papier zu viel Wert auf Marketing gelegt. Hingegen vermisst er Aussagen zum Erhalt der Natur in der Stadt und zum Klimaschutz. Andere Städte sähen in ihren Zentren Flächen für Baumanpflanzungen vor, berichtete Suszka. Bäume, die Schatten werfen, könnten in den Innenstädte die Hitze etwas mildern, erläuterte der Naturfreund. Den Weg Am Wall mit seinem alten Baumbestand bezeichnete Suszka als „absolut wichtige Grünader“.
Erste Station des Spaziergangs war allerdings die neu gestaltete Grünanlage am Burgdorfer Völkerschlachtsdenkmal. Dort kritisierte das Nabu-Mitglied, dass bei der Neugestaltung großzügig Parkplätze angelegt worden seien. Bei den Bauarbeiten könnten die alten Eichen Schaden genommen haben, befürchtete Suszka. Mit Gewissheit lasse sich das aber wohl erst in einigen Jahren sagen.
Für „stark übertrieben“ hielt Suszka die im ISEK angestrebte Entwicklung des Stadtparks in Richtung Kurpark. Er hingegen würde gern den Stadtpark zu einer Erlebnisgrünanlage machen, in der Kinder und Jugendliche zum Beispiel auf Bäume klettern können.
Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen













