Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel Pressespiegel 2012
15. Mai 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Zander fordert neue Kartierung
Gasolingelände: Naturschutzbeauftragter will auch die Heuschreckenfauna erfassen lassen
Zaungäste: Das brachliegende Gasolingelände darf niemand ohne Erlaubnis und ohne eine Führung des Eigentümers, der BP, betreten. Oliver Katenhusen vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (vorn, Mitte) erklärt der Gruppe die Besonderheiten des Areals. Wulf-Dettmer
Etwa 40 Personen waren gekommen, um sich über die geplante Reaktivierung des ehemaligen Gasolingeländes und deren Auswirkung auf das wertvolle Biotop zu informieren.
VON ANETTE WULF-DETTMER
DOLLBERGEN. Im Laufe von fast 40 Jahren ist die Industriebrache zum Lebensraum für Zauneidechsen und mindestens sieben in ihrem Bestand gefährdeten Vogelarten geworden. Blicken ließ sich am Freitagabend zwar keines der Tiere. Doch das schmälerte das Interesse an ihnen in keiner Weise. Hennig Rase etwa befürchtet, dass die Zauneidechsen, um deren Schutz es in erster Linie geht, keine Zukunft mehr auf dem Gasolingelände haben. Mit dem Abriss der Gebäude, die bereits in sich zusammenfielen und aus deren Fenster und Türen Büsche wuchsen, sei der Lebensraum der Eidechsen empfindlich verändert worden, sagte Rase. Denn dort, auf den wärmespeichernden Steinen, hätten sie sich vor allem aufgehalten.
Oliver Katenhusen, Experte des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, kritisierte, dass die Größe der Ausgleichsfläche für den Verlust des wertvollen Biotops zu klein sei. Nicht nur eine Ackerfläche, die schon jetzt Teil des Gesamtareals ist, sondern auch die bewaldeten Randstreifen seien „eiskalt“ als Acker ausgewiesen worden und sollen jetzt als Ausgleichsfläche dienen. „Hier wird bei der Bilanzierung des Kompensationsbedarfs getrickst“, sagte Katenhusen. Nicht zuletzt lebten dort schon Tiere, die dann verdrängt oder die Neulinge ihrerseits verscheuchen würden.
Exakte Erkenntnisse, welche Tiere und Pflanzen in welcher Zahl auf dem Gasolingelände leben, gibt es laut Katenhusen nicht. Dieses Manko sieht auch Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter der Region: „Aus rein fachlicher Sicht sollte eine nochmalige Kartierung der Zauneidechsen durchgeführt werden, um ihren genauen Bestand festzustellen“, forderte er. Außerdem sollten Kartierungen der Heuschreckenfauna und eine Biotopkartierung vorgenommen werden.
Wie wichtig die alten Bunker im Untergrund des Gasolingeländes für das Überleben der Fledermäuse ist, erklärte Dirk Brinkmann vom Naturschutzbund. „Der begrenzende Faktor für das Überleben sind geeignete Winterquartiere.“ In den Bunkern fänden die Tiere beste Voraussetzungen für einen ungestörten Winterschlaf.
11. Mai 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Fische nutzen Gumpe nicht für Rückzug
Der künstliche Teich, eine sogenannte Gumpe, hat einen Zulauf vom nahen Waldbach Seebeck, der im Sommer regelmäßig trockenfällt. Korte
HÄNIGSEN. Der künstliche Teich, den der Naturschutzbund (NABU) im Herbst 2009 am Rand des Burgdorfer Holzes angelegt hat, erfüllt seine Aufgabe als Rückzugsgebiet für Wassertiere aus dem im Sommer trockenfallenden Waldbach Seebeck nur bedingt. Das hat Erhard Zander vom NABU eingeräumt, der sich das Ausbaggern der seinerzeit weitgehend verlandeten sogenannten Gumpe 1700 Euro hatte kosten lassen.
Zwar habe sich das Gewässer gut entwickelt. Gras- und Teichfrösche tummelten sich darin, und auch die Erdkröte komme zum Ablaichen an den Teich, dessen Flachwasserzonen sich schnell erwärmten und der von vielen Libellen angeflogen werde. Anders als erhofft, zögen sich aber kaum Fließgewässerfische wie Bachneunaugen, Steinbeißer oder seltene Stichlingsarten, die früher in der Seebeck heimisch waren, in die Gumpe zurück. Sie ist manchmal für ein halbes Jahr vom fließenden Wasser abgehängt. Denn die Seebeck fällt regelmäßig trocken – und das vom Zulauf zur Aue aufwärts, sodass die Fische auch keine Chance zum Rückzug dorthin hätten, sagt Zander. nk
03. Mai 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
300 Gänse nehmen Felder und Seen rund um Uetze in Beschlag
Auf einem Getreidefeld am Schachtacker im Westen von Uetze legt ein Schwarm Wildgänse Rast ein und futtert, was der Acker hergibt. Knoche
UUTZE. Graugänse zählen zu den weitverbreiteten Wasservögeln. Ein Schwarm von rund 300 Tieren hat sich vor Jahren im Westen von Uetze in der ehemaligen Kiesgrube der Firma Himstedt niedergelassen und wächst stetig. „Die Population ist seitdem immer größer geworden“, sagt Erhard Zander vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze. Unter den Tieren seien auch immer mehr Nilgänse, eine nicht heimische Art afrikanischen Ursprungs. Teile des Gänseschwarms pendeln zwischen den Kiesgruben bei Wackerwinkel und am Kreisel an der B188 zwischen Hänigsen und Schwüblingsen sowie dem Gebiet um den Irenensee. Solche abgelegenen Wasserflächen seien der ideale Lebensraum. Die Graugänse gelten laut Kreisjägermeister Eckhard Baars als jagbares Wild. Sie richten massiv Schaden auf den umliegenden Feldern an. Ab November beginnt die Jagd auf die Gänse, doch die Jäger bekommen die Vögel nicht so leicht vor die Flinte. 2011 hätten sie trotz zahlreicher Versuche nur 15 Tiere erlegen können. kk
20. April 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der erste Storch seit 40 Jahren
Adebar bezieht Nest in Hülptingsen – Storchenexperte verweist auf Nähe zu zweitem Horst
Seit einer Woche hat sich ein Storch auf dem Nest in Hülptingsen (großes Bild) niedergelassen. Die weiße Farbe auf dem Dach soll Adebar signalisieren: der Horst war schon bewohnt. - Wulf-Dettmer
Möglicherweise werden in Burgdorf in diesem Jahr erstmals zwei Storchennester bewohnt sein: der bekannte Horst auf dem Schornstein der einstigen Konservenfabrik und ein neues Nest auf einem Einfamilienhaus in Hülptingsen.
VON ANETTE WULF-DETTMER
BURGDORF/UETZE. Die Hülptingser bringen ihren beiden Neubürgern große Sympathie entgegen. Seit mehr als 40 Jahren sind es die ersten Störche, die sich im Dorf niedergelassen haben. „Wir haben nie geglaubt, dass sich in unmittelbarer Nähe zum Fabrikschornstein ein weiterer Storch niederlässt“, sagt Bernd Rose vom Naturschutzbund. Offenbar reiche das Nahrungsangebot auf den Pferdeweiden entlang der Aue aus.
Seit fünf, sechs Jahren steigt laut Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter in der Region Hannover, die Zahl der rotbestrumpften Tiere deutlich. „Wir haben einen Bestand wie vor 50, 60 Jahren“, sagt er. „Die Ursache ist aber keinesfalls eine Verbesserung des Lebensraums für Störche hierzulande. Vielmehr haben sich deren Lebensbedingungen in Spanien und Westafrika, wo sie überwintern, sehr positiv entwickelt“, stellt Löhmer klar.
In Spanien werde immer mehr Reis angebaut. „Auf den überfluteten Feldern finden die Störche reichlich Nahrung.“ Viele überwintern deshalb dort und verzichten auf den kräftezehrenden Weiterflug nach Westafrika. Aber selbst dort hat es laut Löhmer in den vergangenen Jahren geregnet, sodass die Tiere nicht hungern müssen. Das hat zur Folge, dass sich die Population der sogenannten Westzieher fast verdreifacht hat und immer mehr Tiere auch in unserer Region nach Nistmöglichkeiten suchen.
Dementsprechend ist die Zahl der bereitgestellten Horste in den Dörfern gewachsen, aber längst nicht alle sind bewohnt. Bislang melden nur Hänigsen, Dedenhausen, Burgdorf und Hülptingsen die Adebar bezieht Nest in Hülptingsen – Storchenexperte verweist auf Nähe zu zweitem Horst Ankunft von Störchen. Löhmer ist sogar skeptisch, ob die Störche in Hülptingsen bleiben. Landwirt Cord-Heinrich Schweer hat auf dem Schornstein des Einfamilienhauses zwar zwei Störche beim Schnabelklappern beobachtet, doch seit zwei Tagen steht nur noch ein Vogel auf dem Nest. Vielleicht liegen die beiden Burgdorfer Nester doch zu nah beieinander. „Bei uns beanspruchen die Störche ein ziemlich großes Revier und verteidigen notfalls auch zwei Neststandorte“, sagt Löhmer.
16. April 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Ein Hotel für seltene Wildbienen
NABU-Kindergruppe stellt Nisthilfen auf
LEHRTE. Sie sägten, sie nahmen Maß, sie passten ein: In mühevoller Kleinarbeit haben die Mitglieder der Kindergruppe des Naturschutzbundes (NABU) sogenannte Wildbienenhotels aus Schilf- und Bambushalmen geschaffen. Am Sonnabend stellten sie die Nisthilfen für zum Teil vom Aussterben bedrohte Bienenarten im alten Grabeland im Hohnhorstpark auf.
Hier blühen bereits die ersten Sträucher und bieten erste Nahrungsquellen: „Die Frühlingsbienen fangen jetzt an, ihre Eier abzulegen“, erklärt Hans-Jürgen Sessner vom NABU. Um den seltenen Bienen wieder einen Lebensraum zu bieten, hatte der NABU bereits im Vorjahr eine Wildbieneninsel angelegt, Wildblumen ausgesät und Sträucher gepflanzt, um die sich jetzt die „Hotels“ gruppieren. Das Projekt sieht Sessner als eine langfristige Aufgabe für die NABU-Naturforscherkinder, die ihre eigenen Ideen einbringen können. Geplant seien zudem Führungen zum Thema Bienen und Informationstafeln. suh
10. April 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Eulenfreunde bauen Kästen für die Brut
Erhard Zander informiert über die Fähigkeit der nächtlichen Jäger
Erhard Zander (links) erläutert an der präparierten Schleiereule, die Horst Kobbe mitgebracht hat, die Wirkung des Kopfgefieders beim Einfangen von Geräuschen. Szameitat
Bei der Mäusebekämpfung konnten sich die Landwirte in früheren Zeiten auf tierische Unterstützung verlassen. „Eine Schleiereule braucht täglich sechs Mäuse, das macht im Jahr 2200“, rechnete der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander aus Hänigsen seinen Zuhörern im Gemeindesaal vor.
VOB SABINE SZAMEITAT
UETZE. Das Team des Seniorenkreises der evangelischen Kirchengemeinde Uetze-Katensen hatte Zander zu einem Vortrag über die lautlosen Nachtjäger eingeladen. „Seit 1980 haben wir 110 Eulenkästen in Uetze, Burgdorf und Lehrte gebaut und in den Scheunen von Landwirten aufgestellt. Darin sind seitdem rund 4400 Jungeulen aufgezogen worden“, berichtete der ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte der Region Hannover.
Seit dem strengen Winter 1978/1979 sind Zander die leisen Vögel ans Herz gewachsen. „Damals sind fast alle Schleiereulen im Umkreis verhungert, denn sie konnten durch die dicke Schneedecke hindurch die Mäuse, ihre Hauptspeise, nicht mehr finden.“ Normalerweise sind jedoch Feld-, Haus- und Spitzmäuse vor den hochspezialisierten Raubvögeln nicht sicher.
An einer vor rund 50 Jahren präparierten Schleiereule, die Horst Kobbe aus Uetze mitgebracht hatte, demonstrierte der Eulenliebhaber die speziellen Merkmale der Mäusejägerin. Die Gesichtsform der Eule, die an ein Herz erinnert, wirkt wie ein Schalltrichter. So fangen ihre Ohren jedes Geräusch einer Maus auf, selbst wenn sich diese auch noch so vorsichtig und leise bewegt. Ein Übriges beim Aufspüren der Beute leisten laut Zander ihre HochleistungsNachtsichtaugen.
Den Gästen imponierte vor allem die sportliche Leistung der Eulenschützer, die den sperrigen, mardersicheren Eulenkasten über sechs bis acht Meter hohe Leitern in den Scheunenboden bugsieren müssen. „Können die Eulen nicht auch Körner fressen?“, wollte eine Erhard Zander informiert über die Fähigkeit der nächtlichen Jäger der 25 Zuhörerinnen wissen. Dafür, erklärte Zander, sei die Schleiereule nicht eingerichtet.
Gegenüber anderen Vögeln verhalte sich die Schleiereule tolerant, berichtete der Naturschutzbeauftragte. Er habe erlebt, dass sich Turmfalken in einem Eulenkasten niedergelassen hatten, sodass die Eulen über die Falkenküken hinwegsteigen mussten, um ihre eigenen Jungen zu erreichen.
05. April 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Knicks sind lebensraum für Insekten und Vögel
Ein Leserbrief Zum Bericht „Fasane werden immer seltener“ im Anzeiger vom 3.April
Wir, der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze freuen uns sehr, dass der Vorstand der Burgdorfer Jägerschaft mit Hans-Otto Thiele einen neuen Vorsitzenden hat, mit dem wir schon erfolgreich zusammengearbeitet haben. Wir freuen uns darüber hinaus, dass die Jägerschaft Niedersachsen sich jetzt verstärkt dafür einsetzen will, weitere Rückzugsflächen für Niederwild zu schaffen. Auch den Hinweis zum Erhalt der Ackerrandstreifen können wir nur unterstreichen.
Ergänzen möchten wir, dass es nicht nurumjagdbares Wild geht. Niedrige Hecken, sogenannte Knicks, sind auch ein Lebensraum von vielen selten gewordenenVogelarten, Insekten,Schmetterlingen, Eidechsen, die in der ausgeräumten Ackerlandschaft keine Lebenschance mehr haben.
Es geht letztlich um den Erhalt der auch für den Menschen so wichtigen Artenvielfalt. Bedauern müssen wir jedoch, dass es noch einer Empfehlung bedarf, seltene Arten wie Rebhühner nicht zu jagen.
Dirk Brinkmann, Naturschutzbund (NABU)
31. März 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschützer retten Kranich aus Thujahecke
Vogel kann unverletzt befreit werden
VON ANETTE WULF-DETTMER
EHLERSHAUSEN. Zu einer ungewöhnlichen Rettungsaktion hat der Ehlershäuser Jäger Hans-Heinrich Hoppe am Donnerstag den Naturschutzbund (NABU) gerufen. In seiner Thujahecke hatte sich ein Kranich verfangen. „Der Vogel ist vermutlich von oben in die Hecke gefallen“, sagt Nabu-Vorstandsmitglied Bernd Rose.
Gemeinsam mit NABU-Mitglied Berthold Scheller und der Tierärztin Angelika Wirtz gelang es ihm, den Kranich zu befreien. „Er hatte sich so zwischen den Zweigen verkeilt, dass er weder vor noch zurück konnte. Wir wissen nicht, wie lange er dort festsaß.“ Rund zehn Minuten haben die drei gebraucht, den Kranich aus der Hecke zu holen. Denn der graugefiederte, elegante Vogel wollte sich nicht so einfach helfen lassen. Damit er die Helfer mit seinem scharfen Schnabel nicht verletzte, warf Rose dem Kranich eine Wolldecke über und brachte ihn in eine Garage, wo er sich in Ruhe erholen konnte.
Nach nochmals zehn Minuten intensiver Untersuchung stand fest: Das Tier war zwar sichtlich geschockt, doch verletzt hatte es sich nicht. Nachdem seine Retter ihn auf dem Hof von Hoppe freigelassen Vogel kann unverletzt befreit werden hatten, zögerte der Kranich nicht lange, sondern breitete seine Flügel aus und flog auf eine nahe gelegene Wiese und „schritt schnellstens in die Deckung eines kleinen Birkenwäldchens“, berichtet Rose. Er vermutet, dass der Vogel zu den Kranichen im Ehlershäuser Moor gehört. Dort sollen einige Paare brüten.
„Es war das erste Mal, dass der NABU zu solch einem Noteinsatz gerufen worden ist“, sagt Rose.
Die Tierärztin Angelika Wirtz (von rechts) untersucht den befreiten Kranich, Bernd Rose und NABU-Mitglied Berthold Scheller assistieren ihr. Rose (2)
28. März 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
NABU stellt im Park Infotafeln auf
Streuobstwiese im Stadtpark soll einen anderen Rasen bekommen
Informationen für Naturfreunde: Berthold Scheller (links) und Ernst Schmidt vom Naturschutzbund gehören zum Team, das die Tafeln an der Streuobstwiese aufgestellt hat. Schütz
VON MICHAEL SCHÜTZ
LEHRTE. Der Hohnhorstpark ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger. Jetzt können sie sich dort auch informieren. Der Naturschutzbund (NABU) hat an der Streuobstwiese unweit des FC-Geländes fünf Tafeln aufgestellt. Zwei davon stehen direkt am Weg und informieren über die Streuobstwiese und das dortige Insektenhotel. Im angrenzenden Wäldchen stehen noch einmal drei Aufsteller zu den Themen Fledermäuse, Schmetterlinge und Wildbienen.
Zweimal sind Ernst Schmidt, Dieter Kleinschmidt und Detlef Schanklies aus Burgdorf sowie Berthold Scheller aus Otze und der Arpker Dietmar Siems in den Park gekommen, um die Tafeln aufzustellen. Schmidt selbst hat die Gestelle dafür hergestellt. „Normalerweise kostet jedes, wenn man es fertig kauft, 1000 Euro“, sagt der Burgdorfer: „Das kriege ich für die Hälfte hin.“ Dazu kamen noch je 200 Euro für die Schautafeln. Finanziert wurden die Tafeln durch die Umweltlotterie Bingo-Lotto.
Über den Zustand der Streuobstwiese, die vom NABU gepflegt wird, zeigt sich Schmidt zufrieden. Die Arbeit sei aber noch lange nicht vorbei. „Hier ist zu festes Gras“, sagt Schmidt. Der NABU wolle in nächster Zeit den Rasen mit Blumen und Kräutern auflockern, um den Insekten mehr Nahrung zu bieten.
27. März 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Naturschützer Ernst Schmidt ausgezeichnet
Der Hegering Burgdorf hat in seiner jüngsten Jahresversammlung den passionierten Naturschützer Ernst Schmidt (im Bild) mit dem Goldenen Rebhuhn für Verdienste um den Naturschutz ausgezeichnet. NABU-MitstreiterSchmidt hatte mit anderen im Jagdrevier Röddensen Teiche angelegt, die Amphibien als Laichgewässer dienen sollen. jod
17. März 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Ausflug in die Welt der Kobolde der Nacht
Fledermausexperte Bernd Rose lädt zu einem Bildervortrag ein
Die kleinen Fledermäuse sind geschickte Flieger, die nachts auf Beutezug gehen. Die Arten in unseren Breiten ernähren sich vor allem von Insekten.
VON ANETTE WULF-DETTMER
BURGDORF. Bernd Rose vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt für Donnerstagabend, 22. März, zu einer Bildreise in die Welt der Fledermäuse ein. Mit diesen Kobolden der Nacht kennt sich in Burgdorf wohl kein anderer besser aus als Rose. Seit 13 Jahren ist das NABU-Vorstandsmitglied ehrenamtlicher Fledermausbetreuer in der Region.
Mithilfe seines reichen Erfahrungsschatzes und zahlreicher beeindruckender Fotos will Rose einen Einblick in das Leben der fliegenden Säugetiere geben. Die Segler der Nacht können nicht gut sehen, deshalb orientieren sie sich fast ausschließlich mithilfe ihrer Ohren. Sie spüren ihre Beute mit Echosignalen auf.
Der Fledermausexperte erzählt unter anderem, warum man die Tiere hauptsächlich in Sommernächten am Himmel vorbeihuschen sieht, wovon sie sich ernähren, wie sie ihre Jungen aufziehen und wo sie die kalten Wintermonate verbringen. In Burgdorf hat der NABU beispielsweise unter anderem ein Winterquartier für die schnellen Flieger am Gewerbepark Nordwest angelegt – in zwei mannshohen Betonröhren, die in einen Erdwall eingebuddelt wurden.
Der etwa zweistündige Vortrag „Fledermäuse – Kobolde der Nacht“ beginnt am 22. März um 19.30 Uhr im Jugendkulturhaus Johnny B. an der Sorgenser Straße. Der Eintritt ist frei.
10. März 2012 - Marktspiegel Burgdorf
Die abenteuerliche Welt der Fledermäuse
Einblicke von NABU-Fledermausbetreuer Bernd Rose
Über die Welt der Fledermäuse informiert Bernd Rose in einem Vortrag am 22. März. Foto: NABU Burgdorf
BURGDORF (r/jk). Der Fledermausbetreuer des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, Bernd Rose, referiert amDonnerstag, 22. März, ab 19.30 Uhr im Haus der Jugend, Sorgenser Straße 30, über sein Fachgebiet „Fledermäuse“. Anhand der Bildpräsentation gehen die Besucher auf eine Reise in die ungewöhnliche und abenteuerliche Welt der Fledermäuse.
Seit 13 Jahren engagiert sich das Vorstandsmitglied mit viel Leidenschaft als ehrenamtlicher Fledermausbetreuer in der Region Hannover. ßAus seinem Erfahrungsschatz und mit vielen Bildern wird das Leben der Fledermäuse den Besuchern näher gebracht.
Warum sieht man Fledermäuse hauptsächlich in den Sommermonaten am abendlichen Himmel vorbeihuschen? Wie orientieren sich Fledermäuse in völliger Dunkelheit? Wovon ernähren sie sich? Wo verbringen sie die kalten Wintermonate?
Warum sind es einzigartige und seltene Momente, eine Fledermaus im Winterschlaf zu entdecken? Wie sehen die Quartiere aus?
Diese und andere Fragen wird der Fledermausexperte in rund zwei Stunden beantworten.
Der Besuch ist kostenlos.
07. März 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Störche sind zurück in Hänigsen
Dieser beringte Weißstorch hat sich im Nest auf dem Schornstein der Bäckerei Laube in Hänigsen niedergelassen. Schiller
HÄNIGSEN. Darüber freuen sich etliche Einwohner Hänigsens: Auf dem Schornstein der Bäckerei Laube an der Alten Bahnhofstraße nisten auch in diesem Jahr wieder Weißstörche. „Der erste ist am Montagvormittag eingetroffen, der zweite am Nachmittag gegen halb fünf“, berichtet der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander.
Es sei allerdings noch möglich, dass einer der beiden Störche weiterzieht. „Erst wenn sie sich gepaart haben, bleibt das Pärchen mit Sicherheit“, sagt Zander. Der Naturschutzbeauftragte geht davon aus, dass es sich bei den jetzt eingetroffenen Störchen um sogenannte Westzieher handelt. Diese ziehen über die Straße von Gibraltar nach Afrika ins Winterquartier oder überwintern in Spanien. „Die Ostzieher treffen frühestens Ende März ein“, sagt Zander.
Im vergangenen Jahr hatten Störche in Hänigsen, Dedenhausen und Burgdorf gebrütet. Zander hofft, dass in diesem Jahr auch die Horste in Uetze, Dollbergen, Eltze und Obershagen besetzt werden. Die Nester in Hänigsen, Eltze, Uetze und Dollbergen hat Zander mit Helfern im Winter ausgebessert. fs
29. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Zäune sollen Kröten schützen
Hans Hente (von links), Norbert Neumann, Ernst Hildebrand, Rolf Bohling und Erhard Zander stellen an der Spreewaldallee einen Krötenzaun auf. Schiller
UETZE. Die Krötenwanderungen beginnen. Um Amphibien davor zu bewahren, dass sie von Autos überrollt werden, haben 18 Mitglieder des Naturschutzbundes und einer Turngruppe des TSV Friesen Hänigsen gestern unter der Leitung des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander am Schafstallweg und erstmals auch an drei Stellen an der Spreewaldallee Krötenschutzzäune aufgestellt.
Im vorigen Jahr hatte Ortsbürgermeister Hartmut Schulte den Naturschutzbeauftragten auf überfahrene Kröten auf der Spreewaldallee aufmerksam gemacht. Bereits seit vier Jahren steht im Frühling ein kleiner Zaun, der aus einem engmaschigen Gewebe besteht, am Schafstallweg. Dort hat der Anwohner Siegfried Rojahn im vorigen Jahr 1450 Kröten, Frösche und Molche am aufgestellten Hindernis eingesammelt und über die Fahrbahn getragen. Andre Rathmann, der im Uetzer Spreewaldseengebiet wohnt, betreut die neuen Schutzzäune an der Spreewaldallee.
28. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Die Kraniche bringen den Frühling mit
Über einem Maisfeld südlich von Burgdorf fliegen Kraniche auf ihrem Zug nach Norden nach einer Ruhepause weiter. Wulf-Dettmer
BURGDORF. Der Frühling ist offenbar nicht mehr fern: Die Kraniche, die Ende Januar vor dem Frosteinbruch nach Süden geflohen waren, sind wieder auf dem Weg zu ihren Sommerquartieren. Eine Gruppe mit rund 20 dieser grauweiß gefiederten, grazilen Langstreckenflieger war gestern auf einem abgeernteten Maisfeld westlich der Landstraße von Burgdorf nach Immensen auf Futtersuche. „Dort finden die Vögel derzeit noch Maiskörner“, sagt Dieter Kleinschmidt, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze.
Ziel der Kraniche sind vor allem Skandinavien sowie Polen und Russland. Während sie früher direkt über Burgdorf flogen, halten sie sich seit vergangenem Jahr etwas südlicher, hat Kleinschmidt beobachtet. „Kraniche sind Gleiter, sie können bis zu 70 Kilometer in der Stunde zurücklegen“, sagt er.
Nicht nur die Kraniche zieht es nordwärts, auch die riesigen Schwärme von Wildgänsen haben sich laut Nabu-Experte Ernst Schmidt schon auf den Weg gemacht: „Das ist relativ früh.“ dt
24. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Fledermäuse schätzen Quartiere
Artenschutz zahlt sich aus – Naturschutzbund: Die Lebensbedingungen werden besser
Bernd Rose inspiziert das Fledermaus-Winterquartier im Luftschutzbunker auf dem städtischen Bauhof an der Friederikenstraße. Heine
32 Winterquartiere für Fledermäuse hat der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze in den letzten zwölf Jahren eingerichtet. Sie werden zunehmend gut angenommen. Das neue Quartier im Gewerbepark Nordwest ist allerdings noch unbewohnt.
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. „Den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden, ist nicht ganz einfach. Winterquartiere, in denen sich Fledermäuse wohlfühlen, müssen frostfrei sein und eine Luftfeuchte von 100 Prozent haben“, sagt der Nabu- Fledermausexperte Bernd Rose. Darum seien die drei großen Betonrohre, die im Februar 2011 im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme für die Versiegelung von Flächen im Gewerbepark Nordwest verlegt wurden, noch unbewohnt. „Wir haben den Beton mit 1000 Litern Wasser befeuchtet, aber das Wohlfühlklima für Fledermäuse ist noch nicht erreicht“, erklärt Rose. Inzwischen hätten sich Tautropfen an der Decke der Rohre gebildet. „Für den nächsten Winter sieht es gut aus“, hofft der Experte.
Das zuletzt eingerichtete Quartier im Lehrter Stadtpark sei dagegen schon bewohnt. Fünf Fledermäuse hätten dort überwintert. Der strenge Frost in den vergangenen Wochen habe gezeigt, dass einige Schlafplätze noch besser abgedichtet werden müssen, sagt Rose. Ein Blick in den Luftschutzbunker auf dem städtischen Bauhof an der Friederikenstraße, ein beliebtes Fledermaus- Winterquartier, offenbarte Handlungsbedarf. Die Wände waren mit Rauhreif überzogen. Nur zwei Übernachtungsgäste trotzten in eigens aufgehängten Hohlblocksteinen den Minusgraden. Erst Mitte März verlassen die kleinen Nachtschwärmer ihre Schlafplätze.
Roses Bilanz der bisherigen Fledermaus-Schutzaktionen fällt positiv aus: „Die Lebensbedingungen für die Fledermäuse haben sich insgesamt verbessert. Die Aufklärungsarbeit der Tierschützer trägt Früchte. Der Gifteinsatz in der Landwirtschaft hat abgenommen“, sagt er. Eine neue Gefahr für die bedrohte Art stellten allerdings Windräder dar. Pro Jahr verunglückten acht Tiere an einem Windrad.
23. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Wildbienen stehen beim Nabu im Fokus
Naturschützer Sessner klärt Kinder über die nützlichen Insekten auf
LANGENHAGEN. Bei der Rudi- Rotbein-Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) Langenhagen standen kürzlich Wildbienen ganz hoch im Kurs. Hans-Jürgen Sessner vom Nabu Burgdorf-Uetze, war bei den Rudi-Rotbein-Kindern zu Besuch und berichtete ihnen von den fleißigen Honigsammler. Wildbienen, von denen es rund 550 unterschiedliche Arten gibt, sind Sessners große Leidenschaft. Zur Untermalung seines Vortrags zeigte der Naturschützer Makroaufnahmen von Wildbienen und kommentierte dazu: „Selbst Männchen und Weibchen einer einzigen Art können schon ein unterschiedliches Erscheinungsbild haben.“
Sessner ist es ein persönliches Anliegen den Menschen dieses interesssante und nützliche Insekt näher zu bringen. „Wildbienen bestäuben viele Pflanzen und sind daher unersetzlich für ein funktionierendes Ökosystem“, erläuterte er. Die Kinder der Rudi-Rotbein- Gruppe wussten schon viel über Honig, Pollen und die Behausung der Tiere in Erdlöchern, Sandböden, im Lehm an alten Häusern sowie an alten Totholzbäumen. „Es ist sehr wichtig, diese Lebensräume zu erhalten und einen alten Baum auch mal stehen oder liegen zu lassen oder eine spezielle Nisthilfe anzubieten“, sagte Sessner. 15 Nisthilfen bauten die Kinder zusammen mit Naturschützer Sessner im Anschluss an seinen Vortrag.
18. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Auszubildende zeigen den Baumschnitt
Ausbilder Gerald Voß (rechts) muss den Auszubildenden Elisabeth Schönrock und Jan-Hendrik Charton beim Beschneiden des Birnbaumes nur noch wenig Hilfestellung geben. Eggers
LEHRTE. Zuerst kommen die Äste an die Reihe, die sich kreuzen, dann kranke oder abgestorbene Zweige, und schließlich noch diejenigen, die zu dicht stehen oder in die Krone wachsen: Gartenbesitzer haben gestern Vormittag gelernt, worauf es beim Baumschnitt ankommt.
Auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark griffen sie unter Anleitung von Mitgliedern des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte und Uetze sowie Auszubildenden des Bildungswerks der Niedersächsischen Volkshochschulen zu den Astscheren. Rund 170 Obstbäume der Sorten Birne, Apfel, Kirsche und Quitte erhielten den richtigen Schnitt. Die abgeschnittenen Äste häuften die Auszubildenden auf der Wiese zu einem Reisighaufen auf. „Dort können Kleintiere wie Igel, Hasen oder Mäuse Unterschlupf finden“, sagte Karin Meisinger vom Nabu.
Bildungswerk und Naturschutzbund haben auch schon bei anderen Aktionen kooperiert. „Für unsere Auszubildenden zum Gärtner ist das eine gute Gelegenheit, eigenes Wissen zu erweitern und praktische Fähigkeiten zu erproben“, sagte Ausbilder Uwe Hippler. eg
17. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Rustikales Vogelhaus für die richtige Antwort
Zu Jahresbeginn hatte die Stadtbücherei zur Teilnahme an einem Quiz aufgerufen. Dabei ging es um die Beantwortung der Frage, woher der Ausdruck „Ein Buch aufschlagen“ stammt. Die richtige Antwort lautet: Früher wurden alle Bücher mit einer Schnalle geschlossen, um die Seiten glatt zu halten. Zum Öffnen der Schnalle war es erforderlich, mit der flachen Hand auf das Buch zu schlagen. 23 Büchereibesucher wussten das. Unter ihnen war auch Birgit Hübner, die jetzt als Gewinnerin eines rustikalen Vogelhauses ausgelost wurde. Das Vogelhaus ist in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund während einer Kinderund Jugendbuchwoche entstanden. jod
04. Februar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Omafresser hält lieber Abstand
Wolfsbotschafter Peter Griemberg: Das Burgdorfer Holz ist zu klein für ein Rudel
VON SABINE SZAMEITAT
BURGDORF. Nicht alle Wolfsfreunde fanden Platz im Haus der Jugend, wo Peter Griemberg, Wolfsbotschafter des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), über die Rückkehr des beinahe ausgerotteten Wildtiers berichtete. Einige kehrten angesichts der drangvollen Enge im Raum gleich wieder um, andere mussten mit Stehplätzen vorliebnehmen.
Wölfin Tina hat ein Handy mit GPS-Funktion am Halsband. Nur deswegen können die Wolfsbeobachter verfolgen, wohin es das Tier im Nordosten Deutschlands treibt. „Bis zu 70 Kilometer läuft ein Tier in einer Nacht. Der Wolf Alan aus Mecklenburg-Vorpommern hat 1500 Kilometer bis nach Weißrussland zurückgelegt“, erzählte der aus der Wedemark stammende Griemberg. Die Losung der Naturschützer: „Der Wolf kommt, und wir sollten ihn willkommen heißen.“
Wolfsrudel im Burgdorfer Holz wird es aber in absehbarer Zukunft nicht geben. „Das Revier ist viel zu klein“, stellte der Wolfsbotschafter klar, und Thomas Behling, Leiter der Revierförsterei Beerbusch, bestätigte es. Höchstens ein einsamer Wolf könnte einmal durchziehen – auf der Suche nach einem Partner oder nach Nahrung in Form von Rehen, Wildschweinen, Mäusen und Fröschen, aber auch Käfern, Würmern und Beeren.
„Dabei könnte er sich auch einmal an freilaufenden Hunden und Schafen ohne Aufsicht vergreifen“, warnte Griemberg. „Aber zum Menschen hält er – zum Ärger von Tierbeobachtern – Abstand“, beruhigte er die Zuhörer und setzte sich zur Verdeutlichung des Mythos vom Oma- und Mädchenfresser eine rote Mütze auf. Spaziergänger werden demnach auch weiterhin mit Wolfsgeheul von einer Nabu- CD zufrieden sein müssen.
„Wenn Sie jedoch trotzdem einmal einen Wolf zu Gesicht bekommen sollten“, riet der Wedemärker, „bleiben Sie stehen und genießen Sie es – oder gehen Sie forsch auf ihn zu und sprechen ihn laut an.“
31. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Wolf wird wieder heimisch
Nabu-Experte hält Multimediavortrag
BURGDORF. „Der Wolf – ein Mythos kehrt zurück“: Unter dieser Überschrift lädt der Naturschutzbund (Nabu) für Donnerstag, 2. Februar, 19.30 Uhr, zu einem Multimediavortrag in das Jugendzentrum Johnny B. an der Sorgenser Straße 30 ein. Peter Griemberg, in der Ankündigung als Nabu-Wolfsbotschafter vorgestellt, will demnach Wissenswertes und faszinierende Informationen über eines der seltensten Säugetiere in Deutschland vorstellen.
Wölfe, die nach europäischem Recht streng geschützt sind, leben etwa seit dem Jahr 2000 wieder dauerhaft in Deutschland, wie der Nabu schreibt. Die Tiere wanderten zuerst nach Sachsen und Brandenburg ein, wo zurzeit mehrere Rudel leben, die im vergangenen Jahr 34 Welpen aufgezogen haben.
Weil der Jungwolf nach der Geschlechtsreife das Elternrudel verlasse und auf der Suche nach einem eigenen Revier und Partner weite Strecken zurücklege, könnten inzwischen immer häufiger auch Wölfe in Niedersachsen gesichtet werden, schreibt der Nabu.
Mit der Multimediaschau will der Naturschutzbund darauf vorbereiten, dass der Wolf dauerhaft auch in dieses Bundesland zurückkehren wird. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. nk
28. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Nabu: Kinder sollen die Vogelwelt erkunden
Arpker Kindergarten baut zehn Nistkästen – Aktion kommt gut an
Das Bruthäuschen hängt in luftiger Höhe: Ernst Schmidt vom Nabu und Carolin vom Arpker Kindergarten befestigen es.
VON SARAH DETTMER
ARPKE. Sie hämmerten, schraubten und malten: Die Kinder des Arpker Kindergartens haben gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) zehn Nistkästen gebaut und aufgehängt. Nun hoffen sie darauf, in diesem Jahr viele Vögel beobachten zu können.
Die nötigen Bausätze für die Häuschen hatte Naturschützer Ernst Schmidt mitgebracht. Eifrig bastelten die begeisterten Kinder die Holzplatten zusammen. Anschließend durften sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und die hellen Außenwände mit bunten Wachsmalstiften verschönern. „So können sich die Kinder mehr mit den Nistkästen identifizieren“, sagte Schmidt.
Im Anschluss ging es mit den fertiggestellten Brutbehausungen ins Freie. Mithilfe einer Leiter und eines Akkuschraubers befestigten die Kinder unter Schmidts Anleitung die Nistkästen an den Bäumen des Kindergartengeländes.
„Im Frühjahr können nun Vögel zum Brüten einziehen“, sagte Schmidt. Im nächsten Winter sollen die Nistkästen kontrolliert werden, um festzustellen, welche Vögel sie genutzt haben. Manchmal habe er dabei schon Überraschungen erlebt. Außer Vögeln, habe Schmidt auch Spuren von Mäusen und Fledermäusen gefunden. Einmal sei er sogar auf einen Siebenschläfer gestoßen. „Es kommt immer darauf an, in welcher Umgebung die Kästen hängen“, sagte das Nabu-Mitglied.
Die Nistkastenaktion bietet der Nabu Kindergärten und Grundschulen bereits seit einigen Jahren kostenlos an. Der Hintergedanke dabei ist, dass die Kinder zu jeder Jahreszeit etwas über die Vogelwelt lernen können. Manche Kindergärten hätten sich eigens Ferngläser zugelegt, um die Tiere zu beobachten, sagte Schmidt.
Und alle helfen mit: Die Apker Kindergartenkinder und ihre Erzieher bauen die Nistkästen vom Nabu zusammen.
23. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Neues Storchennest wird auf Schornstein gehievt
Die Nabu-Mitglieder Erhard Zander (links, kleines Bild) und Dieter Kleinschmidt heben einen großen Weidenkorb aus dem Anhänger. Vom Hubsteiger aus befestigt Kleinschmidt das neue Storchennest nur wenig später auf dem Schornstein der St.-Martins- Kirche (großes Bild). Eggers (2)
SIEVERSHAUSEN. Jetzt können die Störche kommen: Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte und Uetze haben Meister Adebar am Sonnabend ein neues Nest auf den Schornstein der Sievershäuser St.-Martins-Kirche gesetzt. Gerhard Grebien fuhr sie dafür mit dem Hubsteiger auf 15 Meter Höhe. Dort entfernten sie auf der Unterkonstruktion zunächst die morschen Holzbretter. Auf dem Metallgestell befestigten sie dann den neuen Nistkorb und füllten ihn zudem mit Pferdemist auf. „Das hält schön warm“, sagte Zander und lachte.
Auf dem Kirchschornstein hatten Störche zuletzt 1997 gebrütet. Das alte Nest war dann entfernt, aber nicht mehr erneuert worden. Ortsbürgermeister Egon Seffers hofft, dass das neue schnell angenommen wird. „Störche haben das Dorfbild Sievershausens seit jeher geprägt“, sagt er. Neue Bewohner könnten sich in dem Nest schon bald einfinden. Die Störche brüten laut Zander im März und April. eg
21. Januar 2012 - Marktspiegel Burgdorf
Der „Mythos Wolf“ kehrt nach Niedersachsen zurück
NABU gibt Veranstaltungs-Programmfür den Februar bekannt
BURGDORF / UETZ E / LEHRTE (r/jk). Der Naturschutzbund Burgdorf, Uetze, Lehrte hat seine Termine für den Februar bekannt gegeben. Folgendes Programm ist vorgesehen:
- 1. Februar, OffenerNABUStammtisch, Gemütliche Gesprächsrunde für alle Naturinteressierten (auch für Nichtmitglieder), ab 19.00Uhr, Gaststätte RIFF, Hannoversche Neustadt, Burgdorf.
- 2. Februar, „Der Wolf - ein Mythos kehrt zurück“, Multimedia- Vortrag, 19.30 Uhr, Haus der Jugend, Sorgenser Str. 30, Burgdorf. Referent: NABU-Wolfbotschafter Peter Griemberg.EtwaseitdemJahr 2000 leben wieder Wölfe dauerhaft inDeutschland. DieZuwanderung erfolgte zuerst nach Sachsen und nach Brandenburg. Dort leben zurzeit mehrere Rudel, die im letzten Jahr 34 Welpen aufgezogen haben. Nach der Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr verlässt der Jung-Wolf das Elternrudel und wandert auf der Suche nach einemeigenen Revier und nach einem Partner weite Strecken. Inzwischen werden Wölfe immer häufiger auch in Niedersachsen („vor unserer Haustür“) gesichtet. Wölfe sind nach EU-Recht streng geschützt. Obwohl die Rückkehr des Wolfes positiv im Sinne natürlicher ökologischer Vielfalt ist, verursacht sie auch Skepsis und Ablehnung, die sich oft aufUnkenntnis über die Lebensweise des Wolfes begründet. Der Wolf wird dauerhaft nach Niedersachsen zurückkehren.Umuns darauf einzustellen, bietet der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze in diesem Multimedia-Vortrag Wissenswertes und faszinierende Informationen über eines der seltensten Säugetiere Deutschlands an. Der Eintritt ist frei.
- 11. Februar, Arbeitseinsatz auf dem vereinseigenen NABU- Grundstück mit anschließendem Grillen, Treffpunkt: 9.00 Uhr, Schützenplatz Burgdorf, Leitung: Ernst Schmidt.
- 23. Februar: „Die Grundsätze des naturnahen Gärtnerns - planen, anlegen, pflegen“, Lichtbildervortrag mit Rosemarie Gemba, Fachberaterin Naturerlebnisräume, Treffpunkt: 19.30 Uhr, Haus der Jugend, Sorgenser Str. 30, Burgdorf.
14. Januar 2012 - Marktspiegel Burgdorf
Burgdorfer Stadtbücherei verlost stabiles Vogelhaus
Teilnahmebögen in der Bibliothek oder unter www.burgdorf.de erhältlich
Wer die Quizfrage der Burgdorfer Stadtbücherei richtig beantworten kann, braucht dann nur noch ein bisschen Glück, um das von Andrea Nehmer-Rommel (re.) vorgestellte Vogelhaus bald auf seinem Balkon oder im Garten für unsere frei lebenden Piepmätze platzieren zu können. Foto: Georg Bosse
BURGDORF (gb). Während der vergangenen Kinder- und Jugendbuchwoche waren in der Stadtbücherei Burgdorf in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Naturschutzbund (NABU) drei größere, äußerst widerstandsfähige und stämmige Vogelhäuser entstanden, die frei lebenden Vögeln in den Wintermonaten als schützende Futterstellen dienen sollen.
Zwei dieser stabilen, spitzgiebeligen Holzhäuschen haben ihreBestimmung bereits gefunden. Nun soll nach Willen von Büchereileiterin Andrea Nehmer- Rommel auch das dritte Vogelhaus über eine Verlosung ihremeigentlichenZweckzugeführt werden. Wer das Vogelhaus gerne auf seinem Balkon oder im Garten aufstellen möchte und dafür vielleicht auch noch den gestalterischen Aspekt im Blick hat, kann sich mit der richtigen Beantwortung folgenderFrageanderGewinnziehung, die am Freitag, 3. Februar, in der städtischen Bibliothek stattfindet, beteiligen: Woher stammt der Ausdruck „ein Buch aufschlagen“? „Die Teilnahmebögen liegen in der Bücherei an der Sorgenser Straße aus oder können aus dem Netz über die Stadthomepage www. burgdorf.de heruntergeladen werden. Abgabeschluss ist Dienstag, 31. Januar, in der Stadtbücherei“, hofft Andrea Nehmer-Rommel auf reges Interesse an diesem Gewinnspiel.
10. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
für Amphibien Bäume entfernt
Naturschutzbund-Ortsgruppe pflegt Laichbiotop an der Burgdorfer Umgehungsstraße
VON FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER
SCHILLERSLAGE. Neun Mitglieder des Naturschutzbunds (Nabu) haben am Sonnabend südlich von Schillerslage am Ufer eines Teiches kleine Weiden und auch junge Kiefern ausgerissen. Mit der Aktion in der Nähe der Burgdorfer Ortsumgehung verhindern sie, dass später einmal Bäume die Wasseroberfläche des Teiches, in dem Amphibien laichen, beschatten.
Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat beim Bau der Umgehungsstraße im Zuge der B188 insgesamt 16 Feuchtbiotope als Ausgleich für den Landschaftsverbrauch angelegt. Die Pflege des Teiches bei Schillerslage und eines weiteren zwischen Burgdorf und Immensen hat seit 2011 die Nabu- Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze übernommen.
Im Genehmigungsbescheid für den Bau der Ortsumgehung war zunächst festgesetzt worden, dass beide Gewässer sich selbst zu überlassen sind. „Das war falsch“, sagte Nabu- Vorsitzender Dirk Brinkmann. Beide Teiche seien wichtig für eine Vernetzung von Biotopen des Laubfrosches, ergänzte Vorstandsmitglied Ernst Schmidt, der den Arbeitseinsatz leitete. Deshalb hatte sich der Nabu dafür eingesetzt, dass der Bescheid dahingehend geändert wurde, dass die Teiche regelmäßig gepflegt werden sollen. Für die Arbeit erhält der Nabu eine Aufwandsentschädigung.
Laut Schmidt suchen Amphibien zum Laichen Gewässer mit Flachwasserzonen auf, in denen sich das Wasser im Frühjahr schnell erwärmt. Nur im warmen Wasser entwickle sich der Laich gut. Wenn jedoch Bäume am Südufer stünden, falle Schatten auf die Flachwasserzone und verhindere eine schnelle Erwärmung.
Bereits im Dezember hatten Nabu- Mitglieder das Ufer des Teiches zwischen Burgdorf und Immensen von kleinen Bäumen befreit. Dort waren laut Schmidt fast nur Kiefern gewachsen, die sich viel leichter als Weiden aus dem Boden reißen lassen.
07. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Tischlern mit Nabu ist gefragt
Gelungenes Projekt: Prinzhornschüler und Naturschützer fertigen gemeinsam Bausätze
VON ANETTE WULF-DETTMER
BURGDORF. Es ist ein Projekt, von dem beide Seiten profitieren und bei dem sie auch noch Spaß haben: Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat gemeinsam mit Prinzhornschülern 100 Bausätze für Nistkästen angefertigt.
Ernst Schmidt vom Nabu hatte bei Schulleiterin Monika Kotlenga angefragt, ob er und zwei Mitstreiter gemeinsam mit Schülern nach dem Unterricht im bestens ausgestatteten Werkraum der Prinzhornschule Bausätze für die beliebten Nistkästen anfertigen können. Kotlenga war von der Idee sofort angetan, allerdings auch etwas skeptisch, ob die Schüler bereit sein würden, in ihrer Freizeit mitzuarbeiten.
Die Schulleiterin ist positiv überrascht worden. Neun Jungen und drei Mädchen meldeten sich an und waren bis zum Schluss mit Begeisterung und Ausdauer dabei. Ihre Aufgabe an sechs Nachmittagen war es unter anderem, Löcher in die vorgeschnittenen Bauteile der Nistkästen zu bohren und die Kanten fachmännisch abzurunden. Ein besonderer Reiz für die Schüler war offenbar, dass sie Maschinen bedienen durften, die im Werkunterricht tabu für sie sind. „Es hat mir viel Spaß gemacht, mit den Schülern zu arbeiten“, sagt Schmidt.
„Für die zwölf Schüler war es eine tolle Bereicherung und Bestätigung. Sie sind insgesamt viel aktiver geworden“, sagt Kotlenga, „und sie würden gern weitermachen.“ Es wäre deshalb toll, wenn sich noch mehr Menschen finden würden, die ihr Wissen und Können mit den Schülern teilen wollen. Über das Erlernen handwerklicher Techniken hinaus war es laut Kotlenga für die Schüler wichtig zu erfahren, dass es Menschen gibt, die sich in ihrer Freizeit für andere ehrenamtlich engagieren.
03. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Verlässliche Fütterung hilft vor allem Kleinvögeln
Meise und Fink verlieren in kalten Nächten viel Energie – Nabu gibt Tipps für die Gestaltung der Futterstellen
VON ANETTE WULF-DETTMER
BURGDORF. In diesem Winter ist der Tisch für die Vögel in der Natur gut gedeckt. „Es gibt eine enormes Angebot an Früchten“, sagt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze. Zum Beispiel hingen die Zweige der Ebereschen voll mit den orange leuchtenden Beeren.
Doch die Garten- und Singvögel suchen auch gern für sie eingerichtete Futterstellen auf, um sich schnell satt zu fressen. Bei den Kleinvögeln wie Meise und Grünfink führe das ungünstige Verhältnis von Körperoberfläche zu -masse dazu, dass sie in kalten Nächten viel Energie verlieren, erklärt der Nabu- Experte. An verlässlichen Futterstellen können sie ihren Energiehaushalt schnell wieder auffüllen.
Laut Schmidt sind einige Experten inzwischen der Meinung, dass die Vögel wegen der weitreichenden Umgestaltung der Natur das ganze Jahr über auf eine Zufütterung angewiesen sind. Diese Auffassung teilt der örtliche Nabu jedoch nicht. Wichtig sei es, dass die Vögel nicht verlernten, Insekten und Würmer für ihre Brut zu fangen. Denn die Jungvögel könnten nur mit eiweißhaltigem Futter gedeihen.
Für die Anpassungsfähigkeit der Vögel hat Schmidt ein Beispiel parat: „Die Amsel frisst inzwischen die kompletten Sonnenblumenkerne“, sagt der Naturschützer. Das habe sie früher nicht gemacht, da sei nur das Innere gut genug gewesen.
Wie den Vögeln das Überleben im Winter erleichtert werden kann und was beim Einrichten von Futterstellen zu beachten ist, dafür hat der Nabu einige Tipps:
- Grundsätzlich wird für die Fütterung ein sogenanntes Futtersilo empfohlen, weil es das Futter vor Nässe und Verunreinigung durch Vogelkot schützt.
- Mit speziellem Vogelfutter für wildlebende, körnerfressende Gartenvögel können gezielt Buchfink, Dompfaff und Spatz angelockt werden.
- Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle fressen am liebsten am Boden. Der Futterplatz sollte abgedeckt werden, damit das Futter trocken bleibt. Diesen Weichfutterfressern kann zudem mit Obststückchen, Rosinen und getrockneten Wildbeeren die harte Winterzeit erleichtert werden.
- Für Meisen sind Meisenknödel oder Erdnüsse in Drahtbehältern das richtige Angebot.
STUNDE DER WINTERVÖGEL - Die jungen Naturforscher lernen im Stadtpark
BURGDORF. „Die Stunde der Wintervögel“, ist die erste Veranstaltung im neuen Jahr überschrieben, zu der der Naturschutzbund (Nabu) die Mitglieder seiner Kindergruppe Die Naturforscher einlädt. Am Sonnabend, 7. Januar, soll im Stadtpark der Frage nachgegangen werden, welche Vögel im Winter bei uns bleiben und wovon sie sich ernähren. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Wildbienenhotel gegenüber dem Finanzamt. Die Exkursion dauert zwei Stunden. Der Rundgang ist Teil der bundesweiten Nabu-Aktion, bei der die Vögel gezählt werden sollen, die im Winter bei uns ausharren. Gezählt werden soll eine Stunde lang im Zeitraum vom 6. bis 8. Januar. nk
02. Januar 2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Stadtbäume auf dem Prüfstand
Bernd Suszka macht beim Neujahrsspaziergang auf Pflanzsünden aufmerksam
Bernd Suszka (vorn) zeigt Petra van der Velde eine Bodenprobe und lässt sie an der Erde riechen. Heine
Wie es um die Bäume in der innenstadt bestellt ist, hat Bernd Suszka vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze gestern den Teilnehmern des Neujahrsspaziergangs gezeigt. seit mehr als zehn Jahren bereitet er die Rundgänge mit viel Sachkenntnis vor.
VON SYBILLE HEINE
BURGDORF. 24 Naturfreunde trafen sich gestern auf dem Schützenplatz und machten sich in Richtung Hochbrücke auf den Weg. Gleich beim ersten Haltepunkt an der Grünfläche gegenüber der Bäuerinnenbackstube erklärte Bernd Suszka, dass die Bäume auf dem Rasenplatz gute gedeihten könnten, da sie im Wurzelbereich viel Freiraum haben. Die Eiche an der Volksbank habe es dagegen schwer, weil die im Pflaster freigelassene Bodenfläche sehr stark verdichtet sei.
Suszka zeigte den Spaziergängern weitere Problemfälle wie die persischen Baumhasel an der St.- Pankratius-Kirche und die Gleditschien entlang der Marktstraße. „Sie überleben nur, weil sie anspruchslos sind“, sagte der gelernte Gärtner. Die den Stadteingang prägenden Eichen am Kreisel seien dagegen Beispiele für gut entwickelte Stadtbäume. Die ganzjährig installierten Lichterketten könnten jedoch zu einem Wachstumshemmnis werden.
Vorbildlich gelöst sei die Neuanpflanzung der Esche am Kreisel, weil ihr Wurzelbereich weiträumig von einem Eisengitter geschützt werde, lobte Suszka. Als Beetbepflanzung schlug er Magerrasen vor, um die kahle Sandfläche zu bedecken. Rundgangteilnehmerin Gesine Milkowski regte an, Patenschaften für Stadtbäume zu vergeben.
Der kleine Ausflug führte die Gruppe auch zur Hochstraßenböschung an der Lehrter Straße. Mit einem Bohrstab entnahm Suzska eine Bodenprobe, die zeigte, dass der Wall überwiegend aus Sand mit einer dünnen Humusdecke besteht. „Die Pflanzen, die hier wachsen, haben mehr als 30 Jahre gebraucht, um sich so zu entfalten, wie wir es jetzt sehen“, sagte der Exkursionsleiter.
Die junge Esche am Kreisel hat gute Entfaltungsmöglichkeiten, weil ein Gitter den Wurzelbereich schützt. Heine
GUERILLA-GARDENING - Mit Samenbomben gegen die steinerne Tristesse
Während die Stadtverwaltung mühsam gegen Wildpflanzen auf Stadtbeeten kämpft, stellte Bernd Suszka beim Nabu-Neujahrsspaziergang eine ganz eigenwillige Form der Stadtbegrünung vor: das Guerilla-Gardening. Es stammt aus Großbritannien, wo Umweltaktivisten im Jahr 2000 begannen, mithilfe von Samenbomben die Natur zurück in die Städte zu bringen.
Suszka führte seine Gruppe unter die Hochbrücke am Finanzamt. Wenige Wildkräuter setzen dort Farbtupfer auf der grauen Betonpflasterfläche. „Mit Samen von wilder Möhre, Kerbel und Waldhabichtskraut können solch kleine Bomben selbst gebastelt werden“, erklärte er den Teilnehmern. Aus einem Gemisch aus Erde, Ton und Samen werden diese Kugeln geformt und dann in der Stadt verteilt. Das urbane Gärtnern sei eine Möglichkeit, triste Innenstädte durch das Begrünen brachliegender Areale zu verschönern, sagte Suszka. sy
Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen











