Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Projekte & Themen Fledermäuse
25. Februar 2011
Ein neues Fledermauswinterquartier
Ein Bericht von Bernd Rose
Liebe Fledermausfreunde,
Als Ausgleichsmaßnahme für die Versiegelung von Flächen hat der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze in Zusammenarbeit mit der Stadt Burgdorf ein Winterquartier für Fledermäuse eingerichtet.
Damit wird erstmals in Burgdorf bei Bauarbeiten der Artenschutz auf diese Art und Weise berücksichtigt.
Hier einige Fotos von dem neuen, heute am Freitag, 25.2.2011 fertig gestellten Winterquartier.
Innerhalb von nur 2 Tagen wurde dieses Quartier geschaffen. Die Baufirma, welche in obigem Bereich sämtliche Erdarbeiten durchführt, hatte am Donnerstag das Erdloch mit einer Tiefe von 4 m ausgehoben. Am Freitag wurden 3 Betonrohre geliefert und in die Erde versenkt. Danach wurde der Beton wieder abgedeckt, später kommt eine Erdschicht von 80 cm darauf. Da waren heute unglaubliche Dimensionen in Bewegung. Für mich noch ein sehr bewegender Moment.
Geliefert wurden 3 Betonrohre mit 2 LKW`s sowie einem Nolte-Kran.Der Rohrdurchmesser beträgt 2 m, die Länge je Rohr ist 3 m, das Gewicht je Rohr 12,5 to = 37,5 to Beton, der hier innerhalb von 1 Stunde ins Erdreich gehoben wurde.
Die Betonrohre, die Anlieferung, der Kran sowie die Erdarbeiten belaufen sich auf 6.500 €, gesponsert von der Umweltlotterie Bingo-Lotto. Die Erdarbeiten und die Anpflanzungen werden von der Stadt Burgdorf bezahlt.Bisher gab es keine Beanstandungen oder Unstimmigkeiten. Das läuft so gut wie Butter in der Sonne. Sehr harmonisch und aufgeschlossen.Die Presse wird alles begleiten.
Am Samstag werde ich mit einem Nabu-Mitglied bereits die ersten 140 Steine sowie Zement und Wasser in die Röhre bringen. Der hintere Teil der Röhre ist nur provisorisch mit einem großen Verkehrsschild und einer alten Holztür verschlossen, damit der aufgeschüttete Sand nicht in die Röhre fällt. Hier wird Berthold Scheller und Dieter Kleinschmidt am Montag und Dienstag den hinteren Bereich vermauern. Dann kann der Sand nicht nach rutschen. Danach werden die Hohlblocksteine als Verstecke unter die Decke bzw. auf ein Metallgestänge gelegt. Zum Schluß in ca. 3 Wochen wird dann der Eingang zu gemauert und eine Metallklappe als Einstieg installiert. Die Metalltür fertigt die Ausbildungswerkstatt meiner Firma. Die Einkaufskosten des Metalls übernehmen wir.
Wenn dann alles fertig ist, wird dem Bürgermeister sowie den Ratsfraktionen alles vorgestellt. Sollte es im Innern zu trocken bleiben, müssen wir die Feuerwehr um Unterstützung bitten.Und dann warten wir auf den nächsten Winter und hoffen.
Das war mein kurzer und positiver Bericht zu der heutigen Aktion. Verfügt nun auch die Stadt Burgdorf über ein neues Winterquartier für Fledermäuse.Das macht mich sehr stolz.
Dank Eurer immer wieder gestellten Fragen, Gespräche und Anregungen habe ich versucht, alles Wissen hier in diesem neuen Projekt umzusetzen.
Bernd Rose
Sehen Sie hierzu auch einen Artikel in unserer Presseauslese
10. Februar 2011
Fledermauswinterzählung
Ein Video von LOK dem Stadtmagazin aus Lehrte
30. Januar 2011
Fledermäuse im Winter
Unsere heimischen Fledermäuse halten von November – März ihren Winterschlaf. In dieser Zeit finden diese Säugetiere keine Nahrung mehr und müssten verhungern. Nachtfalter, Mücken, Schnaken und Käfer fliegen nicht mehr. Die Fledermäuse suchen dann alte Stollen, Höhlen, Eiskeller, Brückenpfeiler, Bunker und alte Baumhöhlen zum Winterschlaf auf.
Seit 1990 versuchen wir nun, aus alten Bunkern geeignete Winterschlafplätze zu gestalten. Unser erstes umgebautes Quartier war ein alter Bunker in Hänigsen. Dieser wurde mit Hilfe einiger NABU-Mitglieder und Konfirmanden entrümpelt.
Es wurden zahlreiche Steine als Versteckmöglichkeiten aufgehängt und Regenwasser vom Dach einer nahen Blechscheune ins Innere geleitet. Fledermäuse benötigen nämlich für den Winterschlaf fast 100% Luftfeuchte, sonst trocknen die angelegten zarten Flügel aus.
Weiter wurde der zweite Eingang sowie der Notausstieg verschlossen, da Fledermäuse den Durchzug meiden. Relativ schnell, 3 Monate nach Fertigstellung und Umbau des Quartiers, fand sich die erste Fledermaus zum Winterschlaf ein; ein braunes Langohr. Für mich ein Glücksgefühl.
In den nachfolgenden Jahren wurden immer wieder neue Winterquartiere gefunden, ausgebaut und optimiert. Meist waren es alte Bunker, für die der Mensch keine Verwendung mehr hat. Für die Fledermäuse ein Glücksfall.
Inzwischen betreuen wir 30 Winterquartiere. Über die Hälfte dieser Quartiere ist durch Fledermäuse besetzt worden. Bei den nicht angenommenen Quartieren müssen wir noch weitere Optimierungsarbeiten durchführen. Hier gefällt es den Fledermäusen noch nicht. Die Tiere sind sehr geruchsempfindlich. Deshalb dürfen keine störenden Substanzen vorhanden sein.
In Gesprächen mit befreundeten Fledermausschützern und Kontrollen in mir fremden Winterquartieren lernen wir dazu und versuchen, diese Erkenntnisse in unseren Quartieren um zu setzen. Das dauert jedoch alles seine Zeit. Hierfür benötigen wir dringend weitere ehrenamtliche Mitstreiter. Wenn Sie dazu Lust und Interesse haben, melden Sie sich bitte bei mir.
Bernd Rose
Fledermausbetreuer
16. August 2010
Fledermausführungen - Ein Erfahrungsbericht
Zweimal jährlich bietet der NABU in Burgdorf und Uetze öffentliche Fledermausführungen an. Die Termine stehen fest, die Pressemitteilungen sind veröffentlicht und unsere Mitglieder haben diesen Termin in ihrem Programmheft. Die spannende Frage für uns als Veranstalter ist immer die gleiche: Wie viele Fledermausinteressierte kommen zum Treffpunkt, wie wird das Wetter? Beides können wir nicht vorhersagen.
Man bereitet sich gewissenhaft auf diese Exkursion vor, geht vorab mehrere Tage die Strecke in der Dämmerung ab. Wo fliegen die Fledermäuse, wie viele Tiere sind es, sieht man sie auch im Schein der Taschenlampe? Fragen über Fragen.
Die Erkundungsgänge sind positiv. Dann kommt der bewusste Tag. Wir bauen unseren Infostand auf. Das Wetter hält, die ersten Interessierten kommen zum Treffpunkt. Es werden immer mehr. Dann geht es los. Ich begrüße die Gäste, viele mit Kindern. Das ist erfreulich. Bis zur Dämmerung haben wir noch Zeit. Diese nutze ich und berichte über den Jahresverlauf einer Fledermaus: Winterschlaf, Fortpflanzung, Geburt, Jungenaufzucht, Ernährung usw. Unser Jugendwart nimmt sich derweil der Kinder an und versucht „spielend“, das Interesse hoch zu halten.
Dann geht es endlich los in den Stadtpark und zum Wasser. Wir wollen ja schließlich die Wasserfledermäuse sehen und verhören. Unterwegs sehen wir die wendige Zwergfledermaus und die schwerfällige Breitflügelfledermaus. Langsam wird es dunkel. Wir stehen am Stadtparkteich und warten. Über den Lautsprecher des eingeschalteten Detektors hören wir den Ruf einer Wasserfledermaus.
Mein starker Handstrahler erfasst die erste. Schnell fliegt sie in großen Kreisen direkt über der ruhigen Wasserfläche, man sieht sie gut im Schein der Taschenlampe, ihre helle Bauchseite ist gut zu erkennen. Immer mehr Tiere kommen jetzt aus dem dichten Baumbestand herüber und jagen über dem Wasser nach Insekten. Kinder und Erwachsene sind begeistert. So etwas sieht man ja nicht jeden Abend.
Nach 15 Minuten Anleuchten stören wir nicht weiter und gehen im Licht der Taschenlampen zurück zum Ausgangspunkt. Unterwegs treffen wir meistens noch einen nach Nahrung suchenden Igel, ab und an auch eine Erdkröte. Ein willkommener Anschauungsunterricht. Nach 2,5 Stunden und vielen Fragen und Gesprächen verabschieden wir uns von unseren großen und kleinen Gästen mit einem guten Gefühl. Die Fledermäuse haben uns heute nicht im Stich gelassen. Es war ein schöner Abend. Im nächsten Jahr wieder!
Fledermäuse sind aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise den Menschen weitgehend unbekannt, durch ihren flatternden Flug manchem sogar unheimlich. Als spezialisierte Säugetiere ernähren sich Fledermäuse ausschließlich von Insekten, die sie meist mit Hilfe von Ultraschallrufen orten.
Im Sommer trifft man jagende Fledermäuse abends an Gewässern, Waldrändern und Schneisen, Alleen, Parks, alten Gebäuden, über Müllplätzen und an Lichtquellen, die von Insekten angeflogen werden. Die tagsüber aufgesuchten Schlafplätze befinden sich je nach Fledermausart in hohlen Bäumen oder in Gebäuden, wo sich die Tiere auf Dachböden, meist im Gebälk unterm First oder an Schornsteinen, gut versteckt aufhalten. An diesen Plätzen befinden sich die sogenannten Wochenstuben, in denen Weibchengesellschaften im Sommer ihre Jungen aufziehen. Andere gern angenommene Hangplätze der Fledermäuse sind nur von außen zugängliche Ritzen und Spalten an Häusern. Oft ist Fledermauskot ein Hinweis auf ihr Vorkommen. Der Kot zerfällt viel leichter als Mäusekot und enthält metallisch glitzernde Chitinteile der Nahrungstiere. Im Wald finden die Fledermäuse in alten, hohlen Bäumen mit Spechthöhlen oder Spalten zwischen Stamm und sich lösender Rinde Lebensstätten. Aus Mangel an geeigneten Quartieren nutzen einige Fledermausarten auch Fledermauskästen und künstliche Nisthöhlen als Wochenstube.
Im Winter suchen die Fledermäuse besondere Quartiere zur Winterruhe auf, um den Nahrungsmangel in dieser Jahreszeit zu überbrücken. Hierbei bevorzugen die meisten Arten unterirdische Räume (z.B. Bergwerksstollen, Bunker, Kellergewölbe). Einige Arten dagegen, wie z.B. der Abendsegler, bevorzugen Baumhöhlen. Fledermäuse kehren, falls sie nicht gestört werden, häufig Jahr für Jahr in das gleiche Winterquartier zurück.
Bei Fragen zu Fledermäusen wenden Sie sich bitte an:
Bernd Rose
Telefon (05136) 81265





