Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Projekte & Themen Jagd & Naturschutz

 

Jagd & Naturschutz

 

Ein Spannungsfeld?

Das Verhältnis zwischen Jägern und Naturschützern ist ja allgemein gesehen nicht einfach. Jeder behauptet von sich, der bessere Naturschützer zu sein, es gibt jedoch genügend konkrete Themen, an denen sich deutliche Meinungsunterschiede zeigen.
Unstrittig ist: Wir brauchen die Jagd. In einer so hoch besiedelten Landschaft muss der Mensch regelnd eingreifen, sonst käme es zur Massenvermehrung bestimmter Arten die selbst keine Feinde mehr haben. Der wirtschaftliche Schaden für Forst und Landwirtschaft wäre immens, Beispiel: Schwarzwild, Rehwild.

Anderseits hat die freie, praktisch unreglementierte Jagd, wie sie bis in die 70er und 80er teilweise gegeben war, verbunden mit anderen Faktoren, fast zur Ausrottung zumindest aber zum starken Niedergang verschiedener jagdbarer Arten geführt, für deren Einbürgerung jetzt wieder viel Geld ausgegeben wird. Beispiele: Birkwild, Auerwild, Wolf, Luchs, Braunbär.

 

1

Bild 1 von 4

Der Seeadler hat sich wieder gut vermehrt und jagd auch in Niedersachsen wieder
Foto: Dirk Brinkmann

 

Aber auch Graureiher, Kormoran, Seeadler, Fischadler sind hierunter zu zählen. Verschärft hat sich die Situation ja durch weitere Faktoren, wie die Intensivierung der Landwirtschaft, das Urbarmachen vieler Feuchtgebiete, den zunehmenden Autoverkehr sowie den Freizeitdruck, der von der wachsenden Bevölkerung ausgeht. Was ja den starken Rückgang weiterer Arten zur Folge hatte, wie zum Beispiel Kranich und Weißstorch.

Nun hat sich die Situation teilweise wieder verbessert. In einigen unserer Nachbarländer haben sich einige dieser Arten behaupten können, sodass diese auch wieder nach Deutschland und Niedersachsen einwandern bzw. eingewandert sind. Bei Kormoran, Graureiher, zunehmend auch beim Kranich, gibt es wieder stabile Bestände, sodass die Jagd hierauf teilweise wieder freigeben werden konnte bzw. musste. Vom Kormoran ernährt sich z.B. auch der Seeadler, der sich in einigen Regionen ebenfalls wieder gut erholt.

Das Wiedereinbürgerungsprogramm des Luchses im Harz, direkt vor unserer Haustür, ist ja bekanntlich bisher erfolgreich verlaufen. Wildlebende Luchse vermehren sich wieder, mittlerweile sind einige im Solling angekommen. Vielleicht heißt es ja auch bald: „Luchs in der Südheide (oder gar im Burgdorfer Holz?) gesichtet!“

Anders verhält es sich leider beim Wolf. Offiziell wird auch die Wiedereinbürgerung des Wolfes von den Jagdverbänden unterstützt. Leider gibt es jedoch viele Jäger, die den Wolf als reinen Konkurrenten sehen.

Vor diesem Hintergrund ist es leider nicht verwunderlich, wenn daher immer wieder einzelne der sich von der polnischen Grenze über die Lausitz her ausbreitenden Jungwölfe „aus Versehen“, wegen angeblicher Notwehr oder aus was für Gründen auch immer, abgeschossen werden. Auch in der Bevölkerung ist eine gewisse Angst vor dem Wolf vorhanden: „Ist in unserer hoch besiedelten Landschaft noch Platz für Raubtiere wie Wolf oder gar Braunbär?“ Wer die öffentliche Diskussion in der Wolfsregion, der Niederlausitz, verfolgt, bemerkt sehr schnell, wie sich einzelne Jäger diese Angst zunutze machen.

Aus Sicht des Naturschutzes ist diese Angst unbegründet, aber leider nicht verwunderlich. Reagieren doch einzelne Eltern schon panisch, wenn nur ein Insektenhotel für Solitärbienen und – wespen in der Nähe eines Kindergartens aufgestellt werden soll. Dabei verhalten sich doch diese überhaupt nicht aggressiv gegenüber Menschen. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Gerade auch für unsere Kinder geht es darum zu zeigen, dass eine intakte Natur und ein respektvoller und unaufgeregter Umgang mit Insekten und Großsäugern wie dem Wolf, auch in unserer Heimat, möglich ist.

 

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

 

 Dirk Brinkmann
 Telefon (05147) 975869

info@nabu-burgdorf-uetze.de