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Hornissen

 

p-2003-12-29-02

Hornissen
Foto: Erhard Zander

 

Wenn in den Sommermonaten diese großen Brummer über unsere Wohngrundstücke fliegen, wenn sie einen Vogelnistkasten, einen Hohlraum in der Hauswand, sich den Dachstuhl oder Schuppen als Wohnraum für ihr Volk ausgesucht haben, werde ich von betroffenen Mitbürgern angerufen, um die Konfliktsituation Mensch/Tier zu entschärfen.

Störungen direkt am Nest müssen aber grundsätzlich vermieden werden. Hornissen stechen nur dann, wenn ihr Nest selbst durch Erschütterungen, Herumstochern, Hineinblasen oder längeres Blockieren der Einflugschneise (3 - 4 Meter um das Nest herum) gestört wird. Bei behutsamer Annäherung und ruhigem Verhalten am Nest ist es durchaus möglich, das rege Leben und die ständigen Flugbewegungen der Hornisse ganz aus der Nähe zu beobachten.

Viele Menschen waren bei entsprechender Aufklärung nach einem Sommer fasziniert von diesen Tieren. So schrieb mit Frau F. aus Burgwedel: "Ganz herzlich möchte ich mich für die Übersendung des Merkblattes über Hornissen bedanken. Mit großem Interesse habe ich es gelesen und vor allem hat mich das Foto vom Inneren des Kastens fasziniert. Mit ganz anderen Augen sehe ich nun unsere Vogelkasteninsassen. Ich fürchte nur, sie haben nicht viel Platz".

So auch Herr K. aus Isernhagen, den ich vor Ort über die Lebensgewohnheiten der Hornissen aufklärte und dem ich ein Merkblatt über diese Tiere überreichte. Er schrieb mir: "Meine Hornissen verhalten sich ganz gemäß Merkblatt. Die Angriffs-Distanz scheint mir sogar noch geringer, denn der Meisenkasten hängt in etwa 2,80 Meter Höhe in der Birke gleich am Haus; man muss dauernd darunter entlang gehen und sie lassen sich nicht stören".

In wenigen Fällen habe ich in der Vergangenheit Umsiedlungen vorgenommen. Zum Beispiel im letzten Sommer ein Hornissennest vom Grundstück des Kindergartens in Hänigsen. Hier hatten sich die Tiere ein Spiel- und Gerätehaus zum Hausbau ausgesucht.

Weil sich 150 spielende Kleinkinder nicht auf empfindsame Hornissen einstellen können, habe ich hier das Nest entfernt. Diese schweißtreibende Arbeit unter Schutzkleidung - die Hornissen wissen ja nicht, dass ich ihnen helfen möchte, sondern sehen die Aktion als Angriff auf ihr Volk an - dauert ca. 5 - 6 Stunden, weil mehrere Schritte erforderlich sind.

Zuerst wird ein Spezialkasten direkt neben dem Hornissennest aufgehängt und die Umsiedlung des Wabenbaues in den Kasten vorgenommen. Am nächsten Morgen wird dieser Kasten vorsichtig verschlossen, die noch ankommenden Hornissen mit einer Bienenspange abgefangen und in den Kasten gesetzt. Dann folgt der Transport. Damit die Hornissen nicht zu ihrem alten Standort zurückfliegen, ist eine Entfernung von ca. 5 - 10 Kilometern erforderlich. Ich habe als neuen Standort die Kieskuhle Wackerwinkel ausgesucht, um den Tieren hier einen ungestörten ruhigen Lebensraum zu geben.

Um die energiezehrende Umquartierung und die ersten Orientierungs- und Nahrungssuchflüge zu erleichtern habe ich 14 Tage lang mit einer Zucker-Wasserlösung (Treibstoff für Hornissen) zugefüttert.

Die in Forsten, in Hausnähe und im Garten manchmal massenhaft auftretenden "Schädlinge" können von Hornissen wirkungsvoll dezimiert werden. Hornissen leisten uns einen wichtigen Dienst bei der Regulierung anderer Insektenarten (wenn diese überhand nehmen) und sind - wie alle anderen Lebewesen - ein unverzichtbarer Teil des ökologischen Gefüges unserer Umwelt.

Erhard Zander
Naturschutzbeauftragter
Telefon 05147 - 1735

 

 

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