Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Wiedehopf in Kolshorn

 

4. November 2010

Ein Wiedehopf in Kolshorn

 

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Wiedehopf auf der Durchreise
Foto: Margerete Hoffers

 

Margerete Hoffers aus Kolshorn meldete, dass sich seit einigen Tagen ein Wiedehopf in Kolshorn aufhält. Sie konnte ihn sogar fotografieren. Wiedehopfe sind bis in die 70er Jahre vereinzelt auch bei uns zu sehen gewesen, brüten jetzt aber nur noch in südlicheren Gebieten mit reichem Vorkommen an Großinsekten, z. B. in Spanien oder Ungarn.

In Deutschland, wo der Wiedehopf bis ins 20. Jahrhundert hinein recht häufig war, brüten nur noch rund 300 Paare. Zurückzuführen ist der Rückgang der Art auf einen Rückgang der Weideviehhaltung, auf einen Rückgang des Anteils extensiv genutzter Wiesen an der landwirtschaftlich genutzten Fläche, auf die Beseitigung von hohlen Bäumen, von zerfallenen Mauern, von Ruinen und wenig gepflegten Gebäuden in der Landschaft, auf die Beseitigung alter Obstbäume, auf die Ausräumung der Landschaft bei der Flurbereingung und auf den Einsatz von Insektiziden und Pestiziden und dem damit verbundenen Rückgang der Nahrungstiere, der bis heute anhält.

Wahrscheinlich ist der Kolshorner Wiedehopf auf dem Durchzug in sein Winterquartier in Afrika. Woher unser Wiedehopf kam, lässt sich nur mutmaßen, Frau Hoffer meint, vielleicht aus dem Wendland, wo es noch ein regelmäßiges Vorkommen geben soll.