Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Burgdorfer Störche

 

4. August 2010

Die Burgdorfer Jungstörche fliegen

 

Am 7. April 2010 erschien das Männchen als erster über dem Nest auf dem Schornsteines der alten Fabrik in der Friederikenstraße in Burgdorf. Genau 1 Woche später traf dann das Weibchen ein. Die Paarung erfolgte, das vorhandene Nest wurde ausgebessert.

 

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10. Juni 2010
Foto: Dirk Brinkmann

 

Ende April saß das Weibchen fest auf den Eiern. Ab und an stand sie auf und wendete diese. Die Anzahl der Eier konnte man natürlich nicht erkennen. Um den 23. Mai herum schien das erste Küken zu schlüpfen. Kleine Weichtiere wie Schnecken und Regenwürmer wurden verfüttert. Diese brauchen die Jungstörche in den ersten Wochen nach dem schlüpfen.

Da der Mai recht nass und kühl war, fanden die Störche ausreichend Weichfutter. Der erste Nachweis gelang uns Anfang Juni. Jetzt reckten sich 4 kleine Hälse hungrig aus der Nestmulde. In dieser doch kritischen Zeit bleibt immer ein Alttier zum Wärmen und zur Bewachung im Nest. Krähen, Elstern und Greifvögel hätten sonst leichtes Spiel.

Am 10. Juni 2010 gelangen uns die ersten Fotos, aufgenommen von Dirk Brinkmann vom gegenüberliegenden Dach. 4 Jungstörche, auf den ersten Blick gut entwickelt, forderten nun immer mehr Futter. Im Abstand von 30 Minuten wurde abwechselnd von beiden Alttieren Futter heran geschafft, jetzt auch schon Frösche, Eidechsen und Mäuse. Die Nahrung wird im Schlund vor verdaut und in die Nestmulde gewürgt. Von hier nehmen die Jungstörche diese dann gierig auf.

Ende Juni sah man jedoch nur noch 3 Köpfe. Der vierte Jungstorch war gestorben. Entweder wird er von den Eltern aus dem Nest geworfen oder mit Zweigen bei der Nesterweiterung überdeckt. Das schwächste und evtl. kranke Tier überlebt nicht.

Seit Anfang August unternehmen jetzt die Jungstörche erste Flugübungen, man sieht sie auch häufig auf den Dächern in der Umgebung stehen. Sie werden noch vor den Eltern Ende August den weiten Weg nach Afrika fliegen. Lt. Statistik überleben über 50 % der Jungstörche nicht das erste Jahr. Hoffen wir aber, dass auch im nächsten Jahr die Störche wieder in Burgdorf landen und es erneut zu einer erfolgreichen Brut kommt. Bereits 2008 und 2009 wurde das Nest angenommen. Leider wurde das Gelege im letzten Jahr durch einen Fremdstorch attackiert und die Eier aus dem Nest geworfen. Eine Folgebrut scheiterte jedoch. Wir sind alle sehr stolz auf diese erste erfolgreiche Weißstorchenbrut nach 60 Jahren in Burgdorf. Mögen weitere folgen.

Der NABU hat für den Weißstorch in den letzten Jahren zahlreiche neue Feuchtbiotope im Bereich Burgdorf und Uetze anlegen lassen. Teilweise auf gepachteten oder eigenen Flächen versuchen wir hier, das Nahrungsangebot zu erweitern bzw. langfristig zu sichern. Wie man sieht, anscheinend mit Erfolg.